Fuchs, Pfeiffer, CDU/CSU

Dr. Michael Fuchs von der CDU (links) ist innerhalb seiner Fraktion zuständig für die Bereiche Wirtschaft, Energie, Mittelstand und Tourismus. Dr. Joachim Pfeiffer (CDU) ist seit 2014 wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. - Bild: CDU/CSU

"Deutschland geht es gut: Seit acht Jahren wächst die Wirtschaft ununterbrochen, wir haben erstmals mehr als 44 Millionen Erwerbstätige, niedrige Arbeits- und Jugendarbeitslosigkeit, ein hohes Maß an Wohlstand und sozialer Sicherheit, eine wettbewerbsfähige Exportwirtschaft und seit 2014 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt.

Zu dieser wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte leistet die deutsche Industrie – auch im Mittelstand – mit ihren kompletten Wertschöpfungsketten einen zentralen Beitrag. Der Anteil der Industrie an der deutschen Bruttowertschöpfung liegt seit Jahren konstant bei über 20 Prozent; mehr als 6 Millionen Menschen sind im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt. Die Industrie trägt auch wesentlich zur deutschen Wettbewerbsstärke auf den internationalen Märkten bei, rund 50 Prozent ihrer Erzeugnisse gehen ins Ausland.

Produkte „Made in Germany“ sind weltweit gefragt. Soweit die erfreuliche Bilanz für die Gegenwart. Gleichzeitig ist aber auch klar: Dies alles ist kein Selbstläufer. Die positive aktuelle Wirtschaftslage darf nicht zur Selbstzufriedenheit verleiten. Vielmehr gilt es, schon heute die richtigen Weichen für Wachstum und Wohlstand von morgen zu stellen.

Globalisierung als Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg

Viele Herausforderungen sind zu meistern, um den Erfolg des Industriestandortes Deutschland auch zukünftig zu sichern, etwa die Sicherung offener Märkte vor dem Hintergrund weltweit zunehmender protektionistischer Tendenzen, steigende Energiepreise, der demografische Wandel und der damit einhergehende Facharbeitermangel sowie gerade auch die Digitalisierung der Wirtschaft.

Gerade für Deutschland haben sich offene Märkte, Freihandel und Globalisierung als Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg erwiesen. Mit einem Anteil am weltweiten Warenexport von rund 8,4 Prozent zählt Deutschland zu den weltweit führenden Exportnationen, gleichzeitig sind wir ein nennenswerter Importeur. Daher gilt es, sich zu den Vorteilen offener Märkte zu bekennen, Protektionismus mit Entschiedenheit zu bekämpfen und eine weltweite Koalition der Willigen für den Freihandel zu bilden.

Energieintensive Industrien: Fundament der industriellen Wertschöpfungskette

Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland ist so auszugestalten, dass Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet sind und die energieintensiven Industrien, die das Fundament der industriellen Wertschöpfungskette bilden, nicht schleichend oder sogar offen abwandern.

Schon heute werden in  manchen Branchen nur noch rund 80 Prozent der Abschreibungen reinvestiert. Um diese Tendenz zu durchbrechen, bedarf es wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen und Planungssicherheit bei den Kosten. Klar ist: Nur mit einem Dreiklang aus mehr Markt, mehr Europa, mehr Wettbewerb kann die Energiewende ein Erfolg werden. Dabei setzen wir auf Anreize, Technologie- und Innovationsoffenheit.

Dies gilt auch bei der Digitalisierung, die zum Wachstumstreiber der hiesigen Wirtschaft werden kann. Allein die Industrie 4.0 besitzt laut einer aktuellen Bitkom-Studie das Potenzial, eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von 78 Milliarden Euro bis 2025 zu schaffen. Diese Potenziale gilt es zu heben und Deutschland bis 2025 zum Gigabit-Land und Vorreiter bei der digitalisierten Vernetzung von Produkten und Produktionsprozessen zu machen. Denn wer künftig nicht konsequent digitalisiert, verliert.

Aktivierung aller Menschen für den Arbeitsmarkt

Nach wie vor ist der Fachkräftemangel ein großes Wachstumshemmnis. Bis zum Jahr 2040 könnten laut aktueller Prognosen 3,3 Millionen Fachkräfte hierzulande fehlen. Das Gebot der Stunde ist die Aktivierung all der Menschen für den Arbeitsmarkt, die wir zur Verfügung haben: Frauen, Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte, Zuwanderer.

Um den wirtschaftlichen Erfolgskurs zu halten und die anstehenden Herausforderungen zu meistern, braucht Deutschland eine Agenda 2030 für einen starken Wirtschafts- und Industriestandort, für ein Land, in dem wir gut und gern leben."

 

Das sind die industriepolitischen Konzepte der Parteien

'Produktion' fragte nach, wie die industriepolitischen Konzepte der verschiedenen Parteien aussehen. Diese unterscheiden sich teils deutlich. Lesen Sie hier was CDU/CSU, SPD, Grüne, Die Linke und FDP planen.  Die AFD hat trotz mehrmaliger Nachfrage nicht an unserer Umfrage teilgenommen.