Cem Özdemir

Cem Özdemir ist Bundesvorsitzender und Spitzenkandidat für Bündnis 90/Die Grünen - Bild: Bündnis 90/Die Grünen

"Wir wollen eine ökologisch und ökonomisch erfolgreiche Industrie, die weniger Ressourcen verbraucht und die natürlichen Lebensgrundlagen erhält. Die ökologische Modernisierung ist ein gigantisches Innovations- und Investitionsprogramm. Wir wollen dafür mindestens zwölf Milliarden Euro jährlich in die Hand nehmen.

Wir bringen die Digitalisierung voran. Die Telekom-Aktien im Wert von circa zehn Milliarden Euro wollen wir in eine Infrastrukturgesellschaft zum Glasfaserausbau überführen. In den nächsten vier Jahren müssen 75 Prozent der Haushalte mit Glasfaser-Technologie ausgestattet sein.

Der Umstieg auf mit erneuerbaren Energien erzeugten Strom wirkt wie ein Investitionsprogramm in innovative Technologien. Denn die Energiezukunft braucht flexible und umweltverträgliche Kraftwerke, Speicher und eine leistungsfähige digitale Vernetzung.

Wir stehen für das Ziel ein, dass bis 2025 mindestens 3,5 Prozent des BIP in Deutschland für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden. Für kleine und mittlere Unternehmen führen wir einen steuerlichen Forschungsbonus von 15 Prozent auf alle F&E-Ausgaben ein.

Wir wollen, dass Deutschland das Land ist, das auch im 21. Jahrhundert die Mobilität erfindet. Neue Unternehmen wie Tesla oder BYD streben auf den Automobilmarkt. Den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland weiter zu verzögern ist deswegen keine Option. Investitionen erfordern verlässliche Rahmenbedingungen – und dazu gehört auch ein verbindliches Limit für fossile Verbrennungsmotoren.

Jede in die Gebäudesanierung investierte Milliarde schafft 10.000 zusätzliche Arbeitsplätze im Baugewerbe, im Handwerk und in der Industrie.

„Ja zu freiem Handel“

Deutsche Produzenten profitieren vom freien Handel. Wir sagen: Ja zu freiem Handel, aber an Mensch und Umwelt orientiert. Abkommen müssen hohe Umwelt- und Verbraucherstandards zum Ziel haben und dürfen demokratische Regelsetzungen nicht untergraben.

Die Absage an den Protektionismus ist aber nur ein Baustein für fairen Handel. Denn wenn sich zu viele Menschen als Verlierer dieser Globalisierung sehen, treibt es sie in die Arme von Populisten wie Donald Trump. Darum müssen wir sicherstellen, dass die Vorteile des freien Handels mehr Menschen zu Gute kommen.

Die Gewinne der Globalisierung müssen auch in Zukunft unseren Wohlstand sichern. Auch darum fordern wir eine Investitionsoffensive in nachhaltige Infrastruktur und Mobilität sowie in Energieeinsparung und energieeffizientes Wirtschaften, in Digitalisierung, in Bildung, Forschung und Innovation."

 

Das sind die industriepolitischen Konzepte der Parteien

'Produktion' fragte nach, wie die industriepolitischen Konzepte der verschiedenen Parteien aussehen. Diese unterscheiden sich teils deutlich. Lesen Sie hier was CDU/CSU, SPD, Grüne, Die Linke und FDP planen. Die AFD hat trotz mehrmaliger Nachfrage nicht an unserer Umfrage teilgenommen.