Bernd Westphal, SPD

Bernd Westphal ist Sprecher der Ausschussarbeitsgruppe Wirtschaft und Energie der SPD-Bundestagsfraktion. - Bild: SPD

"Die SPD will die Industrie in Deutschland stärken. Die hier vorhandene breite Wertschöpfungskette von der Grundstoffindustrie bis zum Endprodukt und den damit verbundenen Dienstleistungen ist ein Standortvorteil, den wir erhalten und ausbauen wollen. Gleichzeitig werden wir Innovationen besser fördern, um als rohstoffarmes Land im internationalen Wettbewerb auch künftig noch bestehen zu können. Wir setzen dazu auf Investitionen in Infrastruktur, Forschung und Bildung, auf gute Rahmenbedingungen und auf fairen Welthandel.

Gezielt unterstützen wir zukunftsweisende Technologien, die hohe Wertschöpfung mit zukunftssicheren Arbeitsplätzen verbinden, beispielsweise in der Gesundheitswirtschaft, der Bio- und Nanotechnologie, den Umwelt- und Klimaschutztechnologien in der Materialforschung oder Robotik. Damit Deutschland führender Standort der Automobilindustrie bleibt, ist auch der Aufbau einer Batteriezellenfertigung von strategischer Bedeutung.

Förderung von Innovationen für die Industrie

Ergänzend fordert die SPD eine steuerliche Förderung von Personal für Forschung, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen zu mehr Innovationen befähigt.

Zum Thema Industrie 4.0 haben wir ein umfassendes Konzept entwickelt, mit dem wir die Entstehung der Industrie von morgen politisch begleiten – im Interesse der Wirtschaft und der Beschäftigten. Dazu gehört der Aufbau von Gigabitnetzen ebenso wie auf Industrie 4.0 zugeschnittene Ausbildungsangebote an Berufsschulen und Universitäten.

Innovationen für die Industrie werden oft von Startups entwickelt. Wir schaffen bessere Bedingungen für junge Unternehmen, indem wir die Rahmenbedingungen für Wagniskapital – vor allem zur Finanzierung in der Wachstumsphase – weiter verbessern und Ausgründungen aus Universitäten stärker fördern.

Verbesserung der Ausbildungs- und Berufsorientierung

Eine moderne Industrie braucht Fachkräfte für die immer anspruchsvolleren Aufgaben. Daher werden wir die Ausbildungs- und Berufsorientierung verbessern, in die Ausstattung der Berufsschulen investieren, ein Recht auf Weiterbildung einführen, Gebühren für Techniker- und Meisterkurse abschaffen und ein modernes Einwanderungsrecht schaffen.

In der Handelspolitik unterstützen wir das multilaterale Handelssystem, nach dem Stocken der WTO-Verhandlungen aber auch bilaterale Freihandelsabkommen, die einen fairen Handel gewährleisten, wie dies beim CETA-Abkommen gelungen ist.

Schließlich muss Deutschland offen bleiben für Investitionen aus dem Ausland ebenso wie deutsche Unternehmen in anderen Ländern investieren können müssen. Da deutsche Investitionen aber in einigen Ländern einseitig benachteiligt werden, sollten Akquisitionen stärker darauf geprüft werden, ob sie wirtschaftspolitische Interessen Deutschlands verletzen."

 

Das sind die industriepolitischen Konzepte der Parteien

'Produktion' fragte nach, wie die industriepolitischen Konzepte der verschiedenen Parteien aussehen. Diese unterscheiden sich teils deutlich. Lesen Sie hier was CDU/CSU, SPD, Grüne, Die Linke und FDP planen. Die AFD hat trotz mehrmaliger Nachfrage nicht an unserer Umfrage teilgenommen.