Greentec Award, Rückblick 2016

Die besten Produkte starten mit einer innovativen Idee. Bild: Pixabay.com, ©StartupStockPhotos

Greentec, eine der größten Umwelt-Plattformen, schaut sich jedes Jahr unter den Unternehmen um und sucht darunter die innovativsten und grünsten heraus.

Egal ob Initiativen, Start-ups, mittelständische oder große Unternehmen, Greentec richtet sich an die gesamte Bandbreite. Seit mehreren Jahren hat sich das Unternehmen bereits auf dem Markt etabliert. Dazu werden jedes Jahr im Mai im Rahmen einer Gala die Gewinner des letzten Jahres vorgestellt. Für dieses Jahr müssen sich die Unternehmen also noch etwas gedulden. Doch ein Blick auf 2016 zeigt, mit welcher Konkurrenz sie zu kämpfen haben.

Grün und innovativ

Der Greentec Award wird in verschiedenen Kategorien vergeben, so dass sich jedes Unternehmen mit seinem eigenen Schwerpunkt in den Fokus setzen kann. Insgesamt 18 verschiedene Themenbereiche wurden in 2016 zur Wahl gestellt. Die Kategorien reichen von Automobilität über Bauen & Wohnen und Urbanisierung bis hin zu Lifestyle und Wasserwirtschaft. Und tatsächlich lassen sich darunter einige interessante Projekte finden.

Sieger für Bauen & Wohnen – „Häuser aus Papier“

Sieger in der Kategorie Bauen & Wohnen war das Unternehmen ECOCELL (Schweiz) AG. Das Unternehmen wurde erst im Dezember 2012 gegründet, doch der Gründer Fredy Iseli konnte auf 35 Jahre Erfahrung aus seiner Architektentätigkeit zurückgreifen. Über 250 Objekte und zusätzliche Kenntnisse aus einer übernommenen Verpackungsfirma, ermöglichten die Entwicklung einer neuen Bautechnologie.

Bauelemente aus Recyclingpapier, Holz und Zement wurden dazu in einer wabenförmigen Struktur zusammengefügt. Diese Ecocell-Elemente besitzen ein geringes Gewicht, lassen sich schnell und einfach zusammensetzen, sind hoch belastbar und brandgeschützt. Durch die Wabenstruktur entsteht zusätzlicher ein Wärmedämmeffekt. Außerdem ist das Material ökologisch abbaubar.

Sieger für Urbanisierung – Reduzierung von Stickoxiden

Stickstoffdioxid, Urbanisierung
Zukünftig könnten Plätze in Städten die Luft von schädlichem Stickstoffdioxid befreien. Bild: Pixabay.com, ©richoz

In der Kategorie Urbanisierung überzeugte das Unternehmen STEAG Power Minerals GmbH die Jury von Greentec. Das Unternehmen entwickelte den photokatalytischen Betonzusatzstoff Photoment. Werden die Betonbausteine mit diesem Zusatzstoff in der Stadt verbaut, wird dadurch die Luftqualität in den Städten verbessert. Photoment wird dabei den Betonbausteinen als feinkörniges Pulver beigefügt und kann unter Lichteinfluss Stickoxide reduzieren.

Stickoxide werden zunehmend durch Industrie und Autoabgase in die Umwelt abgegeben und belasten dort die Atemluft. Der Grenzwerte der EU-Richtlinie 1999/30/EG wurden auf 40 µg Stickstoffdioxid pro Kubikmeter festgelegt. Wird dieser Grenzwert nicht eingehalten drohen Kommunen Strafzahlungen. Mit Photoment wird Stickstoffdioxid in ungiftiges Nitrat umgewandelt und so aus der Atemluft eliminiert. Damit trägt das Unternehmen in Städten zu einer sauberen und gesünderen Luft bei.

Sieger für Lifestyle: Infrastruktur für regionalen Honig

Nachhaltig und regional war das Motto von nearBees. Sie entwickelten eine Online-Infrastruktur, bei der einfach durch wenige Klicks Imker aus der Region gefunden und die Produkte online erworben werden können. Das Unternehmenskonzept entstand dabei aus der Masterarbeit einer der Gründerinnen, bei der es um Zusammenleben von Mensch und Biene ging. Der Zugang zu lokalem Honig wird durch diese Plattform wesentlich vereinfacht. Die Imker werden in ihrem Lebensunterhalt unterstützt und die Kunden wissen woher ihr Honig stammt. Als ein weiterer wichtiger Aspekt zählt der Erhalt der Bienen, als wichtige Bestäuber von Pflanzen. Wie wichtig sie in ihrer Bestäubungsfunktion sind, zeigt, dass etwa ein Drittel aller Lebensmittel direkt oder indirekt von diesen Insekten abhängt.

Sieger für Wasser und Abwasser: Der Wasserrucksack PAUL

In der Kategorie Wasser und Abwasser siegte eine Universität mit ihren Forschungsaktivitäten. Das Konzept PAUL – dezentrale Wasserversorgung für die Armen und in Katastrophen schließt eine der vorhandenen Versorgungslücken.

Gerade in ärmeren Regionen, in denen Trinkwasser rar ist oder es zu Naturkatastrophen kommt, ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser überlebenswichtig. Verschmutztes Wasser fördert Erkrankungen wie Cholera und die Ausbreitung von Seuchengefahren. Durch den speziell konstruierten Wasserrucksack PAUL (Portable Aqua Unit for Lifesaving), können pro Tag 1.200 Liter verschmutztes Wasser aufbereitet werden. Somit können pro Gerät 400 Leute mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.

Die Funktion des portablen Trinkwasseraufbereitungsgeräts basiert auf einem Membranfilter, der hydrostatisch betrieben wird und daher ohne Strom noch irgendwelche Chemikalien auskommt.

sauberes Trinkwasser
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist eine der größten Herausforderungen in der Zukunft. Bild: Pixabay.com, ©3345408

Sieger für Luftfahrt: Elektro-Flugzeug

Etwas spezieller ist die Kategorie Luftfahrt. Doch auch hier gibt es weiterführende Innovationen, die dem Umweltschutz zu Gute kommen. Es liegt in der Sache selbst, dass hier größere Unternehmen in ihren Forschungsansätzen Vorteile haben. Demnach hat hier die Airbus Group den Gewinn angestaubt. Die Entwicklung einer neuen Flug-Technologie, die auf einen Elektroantrieb beruht, stoppt unnötige Emissionen und die Abgabe schädlicher Stoffe in die Atemluft.

Dazu wurde ein elektrisch angetriebenes Trainingsflugzeug entwickelt. Der Antrieb basiert auf einer Brennstoffzelle, die in der Lage sind um die 15 MW an Leistung zu erbringen. Zukünftige Entwicklungen sollen dahin gehen, dass die Brennstoffzellen direkt an den Elektromotor angebracht werden. Bis 2030 will Airbus einen Prototypen für ein vollelektrisches Regionalflugzeug entwickeln. Dieses soll dann auch in der Lage sein Platz für bis zu 90 Passagieren zu bieten.

Die Beispiele zeigen, dass es hierzulande jede Menge Potential für innovative Ideen bestehen. Mit Spannung kann somit der nächsten GALA am 12. Mai 2017 entgegengesehen werden, wenn in Berlin wieder die GreenTec Awards an die Sieger verliehen werden.