Bild: pixabay.com © McLac2000 (CC0 Public Domain)

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Wie von Zauberhand entsteht scheinbar aus dem Nichts in einem kleinen Glaskasten eine Skulptur: Erst wachsen die Beine nach oben, dann ein Rumpf, ein Kopf, die ganze Figur. Es fällt schwer, sich diesem fast magischen Anblick zu entziehen. Auch wenn man weiß, dass statt Magie aufwändige Technik dahintersteckt: ein 3D-Drucker.

Diese „Wunderwerke“ nutzen – zumindest für den Heimgebrauch – in der Regel flüssige oder verflüssigte Kunststoffe beziehungsweise Kunstharze, um dreidimensionale Formen und Figuren zu drucken. Praktischer Nutzen, wie beispielsweise den verlorenen Legostein des Nachwuchses einfach nachzudrucken, ist dabei ebenso möglich wie das Ausleben seiner kreativen Ader. Etwa, indem man mit entsprechender Software zum Bildhauer wird oder Modelle von Fahrzeugen oder Gebäuden in 3D entwirft und ausdruckt. Auch Schmuckdesigner drucken schon. Es gibt also durchaus sinnvolle Anwendungen für 3D-Druck, auch im Privathaushalt. Aber ist das heute schon bezahlbar?

Am Preis scheitert es nicht

Schon ab 500 Euro sind heute 3D-Printer zu bekommen, wie Modelle von „AA+inks“ oder „win-tinten“. Die benötigten Kunststoffe, beispielsweise von „NuNus“ oder „Firstcom“, liegen bei zirka 20 Euro pro Kilogramm. Eine Übersicht gibt es auch hier. Für entsprechend üppigere Technik kann man aber auch deutlich mehr ausgeben, nach oben gibt es kaum eine Grenze.

Für den Privathaushalt am erschwinglichsten, und daher auch am weitesten verbreitet, sind 3D-Printer mit Schmelzschichtverfahren. Dabei wird der Kunststoff (Filament) geschmolzen und dann Schicht um Schicht aufeinander gesetzt. Grundsätzlich sind die Modelle einfarbig, für ein mehrfarbiges Modell braucht man einen Printer mit zwei Düsen – und die sind etwas teurer (ab etwa 700 Euro) als die einfachen Modelle. Dafür bieten sie auch deutlich mehr Möglichkeiten für kreative Köpfe. Mit zwei Farben kann man eben weitaus mehr entwerfen als mit einer (beispielsweise eine Tasse mit abgesetzten Motiven oder buntes Kinderspielzeug), zumal sich die Farben auch mischen lassen.

Wer es noch günstiger möchte, kann auch auf einen der zahlreichen 3D-Printer-Bausätze zurückgreifen, die es im Handel gibt. Allerdings ist hier ein wenig handwerkliches Geschick nötig, um das Gerät ordentlich zusammen zu bauen – mit ein bis zwei Handgriffen ist es da nicht getan. Dafür kann man richtig sparen: Bei teureren Modellen beträgt der Preisunterschied zwischen Bausatz und fertig geliefertem Printer 400 Euro und mehr (so beim „Felix 3“: etwa 1100 Euro als Bausatz, etwa 1500 Euro als fertig montiertes Gerät).

Und ist es auch sinnvoll?

Was man wissen sollte: Robuste Gegenstände für den täglichen Gebrauch lassen sich mit 3D-Druckern für den Heimgebrauch in der Regel nicht herstellen, so zum Beispiel Ersatzteile für Haushaltsgeräte, die regelmäßig Druck oder Gewicht ausgesetzt sind. Aber Becher, Vasen, Bauklötze und vieles andere mehr drucken die Geräte heute schon tadellos.

Damit eigene Kreationen die nötige Stabilität bekommen, ist die Wahl des richtigen Druckermodells entscheidend: Geräte mit zwei Extrudern, wie die Düsen in der Fachsprache heißen, sind in der Lage, auch Stützmaterial zu drucken, um fragile oder überhängende Teile eines Objekts herzustellen. Das Stützmaterial lässt sich danach problemlos vom fertigen Ausdruck entfernen.