Gabelstapler

Die Herausforderungen in der Logistik werden immer größer! - Bild: aniset (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

In Deutschland hat das produzierende Gewerbe - also die Industrie, aber auch der Kleinbetrieb für die Fertigung von Mini- und Spezialserien (etwa im Maschinenbau) - nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Dabei sind es besonders kleine und mittelständische Unternehmen, die nach wie vor bestimmend in der deutschen Unternehmenslandschaft sind. Laut Statistischem Bundesamt auf Destatis.de machten diese beiden Betriebsformen im Jahr 2013 99,3 Prozent der Gesamtunternehmenszahl aus. Großunternehmen sind mit 0,7 Prozent vertreten. Alle Unternehmen eint aber ein Problem - die richtige Lagerhaltung und Logistik.

Beide Aspekte sind inzwischen zu einem wesentlichen Kostenfaktor für den betrieblichen Ablauf geworden. Betrachtet man Untersuchungen zur Struktur der Logistikkosten, fallen verschiedene Sachverhalte ins Auge. Der DSLV Deutscher Speditions- und Logistikverband hat in einer Untersuchung (Zahlen, Daten, Fakten aus Spedition und Logistik) genau dieses Thema beleuchtet. Allein die Lagerhaltung macht demnach fast ein Viertel der Logistikkosten aus. Und zusammen mit den Transportkosten sind beide Bereiche allein für über zwei Drittel der Ausgaben in diesem Segment verantwortlich.

Wichtige Fragestellungen der Logistik

Die Logistikbranche wird in erster Linie mit den Schlagwörtern Spedition und Transport in Verbindung gebracht. Dabei geht das Thema weit darüber hinaus. Logistik beschäftigt sich auch mit der Lagerung von:

  • Rohstoffen
  • Betriebsmitteln
  • Waren usw.

Zu den wesentlichen Aufgaben gehört auch die Steuerung von Mittelflüssen in Unternehmen bzw. die Bereitstellung der Roh- und Hilfsstoffe, um einen reibungslosen Ablauf in der Fertigung zu gewährleisten. All dies steht unter der Ägide einer optimalen Ausnutzung des angebotenen Lagerplatzes - zu möglichst geringen Kosten.

Diese Tatsache führt natürlich zu grundlegenden Optimierungsproblemen. In der Lagerhaltung müssen wichtige Betriebsmittel bei Bedarf abrufbar sein, ohne lange Platz zu beanspruchen. Denn jeder Quadratzentimeter, der hierdurch eingenommen wird, kostet Unternehmen - egal, welcher Größe - Geld.

Lagersysteme in großen Unternehmen

Große Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern sind heute in vielen Branchen anzutreffen. Die Palette reicht hier von Industriebetrieben bis hin zu Handelsketten. Alle eint die Tatsache, dass Lagerung und Logistik erhebliche Mittel binden.

Beispiel: Ein Versandhändler muss heute – um auf Dauer am Markt bestehen zu können - viele Produkte zeitnah versenden können. Wartezeiten von mehr als drei bis vier Werktagen werden von Kunden kaum noch akzeptiert. Dem Lagersystem kommt daher erhebliche Bedeutung zu.

Etabliert haben sich an dieser Stelle inzwischen automatische Lagersysteme - sowohl für:

  • Sperrgut (Hochregallager) als auch
  • Kleinteilelager.

Diese Lagersysteme zeichnen sich dadurch aus, dass die Steuerung und Verwaltung in aller Regel technikbasiert abgewickelt wird. Diese Unterstützung ist allgemein schon allein deshalb nötig, weil Großlager heute meist nach dem dynamischen Lagersystem betrieben werden. Hier haben die einzelnen Artikel keinen festen Platz. Je nach Eingang wird den Lagerartikel ein freier Platz zugewiesen. Dabei kommt es unter anderem auf:

  • die Abmessungen
  • das Gewicht (Tragfähigkeit der Lagerböden)
  • die Optimierung der Wege

an. Durch den Einsatz spezieller Maschinen wird die Lagerhaltung zusätzlich unterstützt und der Personalaufwand verringert.

Lagerung in kleinem Maßstab

In kleineren Unternehmen sieht die Lagerung meist gänzlich anders aus. Eine Vollautomatisierung ist hier - aufgrund der sehr hohen Investitionskosten - oft nicht darstellbar. Zudem geht es an dieser Stelle auch darum, verschiedene Ansprüche unter einen Hut zu bringen.

Beispiel: Ein Unternehmen mit 20 Beschäftigten (15 in der Fertigung, fünf in der Verwaltung) muss die Lagerhaltung für Betrieb und Verwaltung organisieren. An dieser Stelle wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zur manuellen Lagerung nach dem statischen Prinzip gegriffen.

Dessen Kennzeichen ist die feste Platzzuweisung für einzelne Lagerartikel. Dies führt zu einer übersichtlichen Lagerhaltung, die jedem Mitarbeiter bekannt ist. Neben Sperrgut lassen sich so auch Kleinteile – etwa in speziellen Lagerboxen - unterbringen. Letztere können auch zum Einsatz kommen, wenn es um das Equipment für die Verwaltung - also das Büro - geht. Beide Aspekte lassen sich hier innerhalb einer Lagerfläche unterbringen. Interessante Lösungen für platzsparende Lagerung in Lagerboxen werden auf Medewo.com gezeigt.

Aber: Die Festplatzlagerhaltung hat auch gewisse Nachteile. Dazu gehört beispielsweise die nicht immer optimale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche. Gleichzeitig kann es - wenn beispielsweise keine Warenwirtschaftssysteme verwendet werden – zu sogenannten "Lagerleichen" mit einem erhöhten Kostenfaktor kommen.

Reifenlager
Reifenlager - wie lassen sich möglichst viele Produkte auf kleinem Raum lagern? - Bild: pashminu (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Fazit: Lagerung und Logistik sind eine Herausforderung

Unternehmen sind auf Lagerflächen angewiesen. Hier ist es mit dem Prinzip "Verräumen und fertig" aber nicht getan. Gerade in großen Unternehmen sind heute stark technisierte Konzepte Standard, da Lagerfläche letztlich Kosten verursacht. Und eine automatisierte Lagerhaltung reduziert letztlich auch den personellen Aufwand. In kleineren Unternehmen wird hingegen oft an den manuellen Konzepten festgehalten. Dies hat nicht selten mit den Kosten einer Umrüstung zu tun. Letztere rechnet sich angesichts der teils überschaubaren Artikelanzahl oft nicht.