Textildrucke

Aufdrucke auf Kleidungsstücken sind längst gang und gäbe und kaum noch aus der Modewelt wegzudenken. - Bild: Skitterphoto (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Was im kleinen Rahmen noch mit dem Aufbügeln von Grafiken getan ist, lässt sich in der professionellen Produktion nicht mehr so einfach bewerkstelligen. In einer Branche mit einem Umsatz von ca. 17 Milliarden Euro pro Jahr laut Textilwirtschaft.de sind selbstverständlich maschinelle Lösungen gefragt. Daher sind Transferpressen heute eine der wichtigsten Maschinen in der Textilindustrie. Sie vermögen es, Aufdrucke in hervorragender Qualität auf die Textilstoffe zu bringen und die Fertigungszeit deutlich zu reduzieren.

Aufdrucke auf Oberteilen sind heute längst Usus - Transferpressen vereinfachen das Ganze.

Was sind Transferpressen?

Ohne Transferpressen geht es in der heutigen Textilproduktion nicht mehr. Die auch als Thermopressen bezeichneten Maschinen dienen dem Aufdrucken von Bildern, Texten oder allgemeinen Motiven auf textilen Stoffen. In den Produktionen kommen zwei Varianten der Pressen zum Einsatz:


- Schwenkpressen - Die Heizplatte wird bei diesem Modell über die Bodenplatte geschwenkt, weshalb die Presse als Schwenkpresse bekannt ist. Vorteilhaft in der Produktion ist, dass sie einen hohen Druck aufbauen kann, sodass das Bild fest auf den Textilstoff gepresst wird. Nach Informationen auf y-o-w.com ist diese Art Transferpresse besonders weit verbreitet.

- Kniehebelpressen - Sie ist ein platzsparendes Modell, da die Heizplatte sich horizontal öffnet. Allerdings kann sie nicht den Druck einer Schwenkpresse aufbauen.


Beide Transferpressen harmonieren mit den üblichen Druckmethoden. Wird der Druck auf den Stoff gebracht, wird der Aufdruck mit einem speziellen Klebstoff mit dem Textilstoff verbunden. Das Muster wird so lange von einer Abdeckfolie geschützt, bis der Kleber vollständig ausgekühlt ist. Eine kostengünstige Möglichkeit, das Muster vorab zu drucken, ist der Digiflexdruck. Ein Drucker überträgt das Motiv auf eine Flexfolie. Im späteren Verlauf wird das Motiv nochmals ausgeschnitten und von der Transferpresse auf den Stoff übertragen. Selbst bei kleinen Auflagen kann diese Druckvariante genutzt werden.


Allerdings kommen Transferpressen bei Weitem nicht nur in der Kleidungsindustrie zum Einsatz. Selbst bei der Gestaltung von Tassen, Mousepads, Fliesengestaltung oder bei innovativen und variablen Gestaltungsvarianten von Gardinen, Jalousien und Lichtschutzrollos wird auf diese Geräte zurückgegriffen.


Wie funktionieren Transferpressen?


Die Funktionsweise der Pressen ähnelt den Arbeitsschritten, die vermutlich schon jeder einmal selbst beim Aufbügeln von Bilder getätigt hat. Auch bei der maschinellen Gestaltung hängt das Gelingen maßgeblich von zwei Faktoren ab:


- Hitze
- Druck


Die Hitze weicht den auf der Transferfolie befindlichen Kleber auf, der dafür sorgt, dass das Motiv auf dem Stoff haften bleibt. Über den Druck wird der Kleber mit dem Motiv fest auf den Stoff gepresst. Umso mehr Druck eine Transferpresse ausüben kann, desto besser haftet das Motiv später auf dem Stoff. Allerdings muss sich die Transferpresse an dem Material orientieren. Soll die Presse das Motiv beispielsweise auf Tassen aufbringen, muss der Druck wesentlich geringer sein als beim Aufbringen auf Stoffen.


Im Vorfeld des Aufpressens steht natürlich die Gestaltung des Motivs sowie des Ausdruckens. In der Praxis bewähren sich überwiegend folgende Druckvarianten:

- Flock- und Flexfolien: Auf beide Folien wird das gewünschte Motiv, was zumeist aus Buchstaben oder Zahlen besteht, aufgedruckt und schließlich ausgeschnitten. Über die Transferpresse kann das Motiv nun auf den Stoff übertragen werden.
- Inkjet Flex: Diese Folie eignet sich speziell in Verbindung mit Inkjet-Druckern. Das Motiv kann über das Druckprogramm einfach ausgedruckt werden. Die Folie besitzt Lackperlen, die die gewöhnliche Druckerfarbe binden und während des Übertragens haltbar machen. Zum Aufpressen auf den Stoff wird das Shirt in die Transferpresse gelegt und die Flexfolie mit der Druckseite nach unten auf dem Stoff platziert. Durch die Hitze und den Druck presst sich das Motiv nun fest auf den Stoff.
- Chromablast-Transfer: Diese Druckversion kommt nur in der professionellen Industrie zum Einsatz. Auf die Transferfolie wird das Motiv mit speziellen Tinten gedruckt und schließlich auf den Stoff gebracht. Das Motiv sollte jedoch überwiegend auf weißen und unbehandelten Baumwollstoffen aufgedruckt werden.
- Sublimations-Transfer: Dieses Verfahren eignet sich für Aufdrucke auf Polyester. Die spezielle Sublimationstinte dringt in das Stoffgewebe ein und wird dort durch die Wärme der Transferpresse gebunden.

Was sollen gute Transferpressen heute können?

Grundsätzlich können sich auch Privatpersonen Transferpressen anschaffen. Diese sind natürlich wesentlich kleiner als die professionellen Maschinen und bringen weniger Leistung. Für kleinere Produktionen, beispielsweise für reine Hobbyzwecke, reichen solche Geräte absolut aus. Da die Presse nicht eigenständig das Motiv druckt und auf das Material überträgt, spielen recht wenige Kauffaktoren eine Rolle.


Auch bei der industriellen Nutzung werden die Motive nicht direkt von der Presse gefertigt. Im Vorfeld findet stets das Plotten und Ausdrucken der Bilder oder Schriften statt. Die Transferpresse übernimmt nur den reinen Aufdruck. Daher können Transferpressen auch zum Beflocken von Shirts genutzt werden. Bei der Auswahl der richtigen Transferpresse sollten die zu bedruckenden Materialien im Mittelpunkt stehen:


- Welche Materialien werden bedruckt?
- Welche Form haben die Materialien?
- Wie groß sind die Aufdrucke?


Schwing- oder Klapppressen eignen sich beispielsweise für sämtliche flachen Materialien, zu denen auch Stoffe, Fliesen oder Rollos zählen. Sollen überwiegend runde oder Materialien mit anderen Formen bedruckt werden, muss die Presse hierauf abgestimmt werden. So gibt es längst spezielle Transferpressen für Tassen, die der Tassenform nachempfunden sind.

Auch bedruckte Taschen sind heute nicht mehr selten.

Transferpressen sind nicht mehr wegzudenken

Ob im privaten Umfeld oder in der Industrie: Ohne Transferpressen wäre die Welt wesentlich weniger farbenfroh. Jedes Shirt von Klassengemeinschaften, Fanclubs, Junggesellenabschieden oder auch Hochzeiten wird über eine Transferpresse gefertigt. Zwar ist dies den meisten Menschen unbekannt, da nur die Haltbarkeit des Motivs interessiert, doch für die Fertigung stellen die Geräte eine hervorragende Alternative und Erleichterung dar.


In der Textilindustrie muss natürlich auf die Qualität der Maschinen geachtet werden. Besonders die Geschwindigkeit und das Fassungsvermögen spielen eine besondere Rolle. Können gleich mehrere Stoffbahnen gleichzeitig bedruckt werden und kann die Maschine genügend Druck aufbauen, um den Kleber mit dem Motiv tief ins Gewebe einzubringen, ist die Transferpresse ein wahrer Segen. In der Textilindustrie kommen zumeist unterschiedliche Transferpressen zum Einsatz, damit allzeit auf die Bedürfnisse der Kunden und der zu bedruckenden Gewebe eingegangen werden kann. Eine abweichende Variante der Presse dient dem Bedrucken von Tassen, Gläsern und Materialien in runder oder ovaler Form. Auch hier gilt wieder, dass die Maschine möglichst mehrere Stücke fassen sollte, um die Produktionszeit zu verkürzen.

 

Textildrucke
Ohne Transferpressen geht es in der heutigen Textilproduktion nicht mehr. Die auch als Thermopressen bezeichneten Maschinen dienen dem Aufdrucken von Bildern, Texten oder allgemeinen Motiven auf textilen Stoffen. - Bild: Alexas_Fotos (CCß-Lizenz)/ pixabay.com