ABB hat einen besseren Jahresstart hingelegt, als von Experten erwartet

ABB hat einen besseren Jahresstart hingelegt, als von Experten erwartet. - Bild: ABB

| von Stefan Weinzierl

In den ersten drei Monaten stieg der Erlös um 10 Prozent auf zirka 8,6 Milliarden Dollar, wie der in einigen Bereichen mit Siemens konkurrierende Konzern in Zürich mitteilte. Der Großteil des Umsatzanstiegs kam jedoch aus Währungseffekten - bereinigt um diese habe das Plus ein Prozent betragen.

Dabei stieg der Umsatz in den Bereichen Robotik & Antriebe und Elektrifizierungsprodukte aufgrund des anhaltend soliden Auftragswachstums. Dem standen der stabile Umsatz in der Division Industrieautomation gegenüber sowie der Umsatzrückgang im Geschäft mit Stromnetzen, was auf den geringeren Auftragsbestand zum Jahresende 2017 zurückzuführen ist, wie ABB erläuterte.

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer bekräftigte in einer Telefonkonferenz erneut, an dem Geschäft mit Stromnetzen festhalten zu wollen. Nachdem Großaktionär Cevian über die schwedische Presse vor kurzem diese Frage wieder aufgeworfen hat, will ABB mit der Sparte nach vorne schauen. "Natürlich sind wir immer offen für den konstruktiven Dialog mit Aktionären", sagte Spiesshofer. "Der Entscheid, die Sparte im Konzern zu halten, ist aber gefallen und wir werden diesen Bereich weiterentwickeln." Der schwedische Finanzinvestor Cevian, der auch an dem deutschen Konzern Thyssenkrupp beteiligt ist, hatte bereits schon einmal die Trennung von dem Geschäft gefordert, war bei ABB jedoch auf Granit gestoßen.

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Das Technologieunternehmen ABB verschreibt sich ganz dem Ziel der industriellen Digitalisierung. Doch so zukunftsorientiert der Konzern auch arbeitet, natürlich hat auch er eine Geschichte. Ein Auszug aus der Historie.

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Positiv entwickelten sich im ersten Quartal die Auftragseingänge. Diese legten wechselkursbereinigt um 6 Prozent zu - absolut betrug der Anstieg 16 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar. Am besten lief es in der Sparte Robotik & Antriebe, wo die Aufträge auf vergleichbarer Basis um 11 Prozent anzogen, am geringsten war der Zuwachs mit einem Prozent bei den Stromnetzen.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Ebita) kletterte um 12 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar. Gestützt hatten das Ergebnis Einsparungen, ein höheres Volumen und ein positiver Produktmix. Gestiegene Rohstoffpreise hoben dies teilweise wieder auf.

Das Nettoergebnis ging um rund ein Fünftel auf 572 Millionen Dollar zurück - im Vorjahr hatte ABB aber einen Sonderertrag aus dem Verkauf des Kabelgeschäfts verbucht. Ohne diesen wäre der Gewinn unter dem Strich gestiegen. Mit Blick nach vorne gibt sich ABB zuversichtlich. Die makroökonomischen Signale für Europa und die USA seien positiv und in China erwarte man weiterhin Wachstum. Der Ausblick sei damit unverändert.

Weiter bestätigte ABB frühere Angaben, wonach der Abschluss der Übernahme der Sparte Industrial Solutions von General Electric im ersten Halbjahr 2018 zu erwarten sei. Die Integration der im vergangenen Sommer abgeschlossenen Akquisition der österreichischen Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik (B&R) sei zudem "voll auf Kurs".