Eine CS300 von Bombardier - das Unternehmen hat sich mit Airbus über einen Verkauf dieser Serie geeinigt.

Eine CS300 von Bombardier - das Unternehmen hat sich mit Airbus über einen Verkauf dieser Serie geeinigt. - Bild: Airbus

| von Stefan Weinzierl

Nachdem alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen vorliegen, haben sich Airbus, Bombardie und Investissement Quebec (IQ) laut einer Mitteilung auf das „Closing“ der C Series-Transaktion mit Stichtag 1. Juli 2018 geeinigt. Im Rahmen dieser Transaktion übernimmt Airbus die Mehrheitsbeteiligung an der C Series Aircraft Limited Partnership (CSALP), die im Oktober 2017 angekündigt worden war.

Das Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz im kanadischen Mirabel, das ursprünglich von Bombardier und IQ ins Leben gerufen wurde, profitiert laut Airbus künftig von der Größe, Einkaufsorganisation und Expertise von Airbus bei Verkäufen, Marketing und Produktion der C Series. Sie sei das modernste Verkehrsflugzeug im Segment der 100- bis 150-Sitzer.

Zusammen mit seinen Partnern Bombardier und IQ strebt Airbus an, das volle Potenzial der C Series auszuschöpfen und somit erheblichen Mehrwert für Kunden, Zulieferer, Mitarbeiter, Aktionäre sowie die Kommunen an den jeweiligen Produktionsstandorten zu schaffen. Hauptsitz, primäre Endmontagelinie und zugehörige Funktionen sind in Mirabel, Québec angesiedelt.

Wie bereits bekanntgegeben setzt Bombardier seinen Finanzierungsplan für die CSALP fort. Aufgrund des schneller erfolgten „Closing“ für das Gemeinschaftsunternehmen werden die Bedingungen des Plans wie folgt aktualisiert: Bombardier wird die finanzielle Deckungslücke der CSALP, falls notwendig, in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit bis zu maximal 225 Millionen US-Dollar, im Jahr 2019 mit bis zu maximal 350 Millionen US-Dollar und in den zwei darauf folgenden Jahren mit bis zu einem maximal kumulierten Betrag von 350 Millionen US-Dollar schließen.

Im Gegenzug erhält Bombardier nicht-stimmberechtigte Anteilscheine an der CSALP mit kumulierten jährlichen Dividenden in Höhe von zwei Prozent. Etwaige zusätzliche finanzielle Deckungslücken in diesen Zeiträumen werden proportional zwischen den „Class A“-Teilhabern der CSALP aufgeteilt. Airbus wird die CSALP ab 1. Juli 2018 konsolidieren. Weitere Finanzinformationen zur Transaktion werden im Laufe des Jahres bekanntgegeben.

Bedarf von 6.000 Flugzeugen geschätzt

Der Produktionshochlauf des C Series-Programm schreitet voran. Nach 17 Maschinen im Jahr 2017 wird für 2018 eine Verdoppelung der Flugzeugauslieferungen angepeilt.

Angesichts der nachgewiesenen Leistungsstärke der C Series im Flugbetrieb und des erfolgreichen Transaktionsabschlusses erwarten die Vertragspartner eine steigende Nachfrage dieser Baureihe, was die Einrichtung einer zweiten C Series-Endmontagelinie in Mobile, Alabama, zur Belieferung von US-Kunden ermöglicht. Die C Series ist gut aufgestellt, um einen Großteil der Nachfrage abzudecken, die in diesem Marktsegment in den nächsten 20 Jahren auf 6.000 neue Flugzeuge geschätzt wird.

Tom Enders, Chief Executive Officer von Airbus, sagte: „Mit dieser Partnerschaft bekräftigen wir unser Bekenntnis zu Québec und zur gesamten kanadischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Wir freuen uns sehr, so viele C Series-Kollegen im erweiterten Airbus-Team willkommen zu heißen. Ganz Airbus wird hinter der C Series stehen. Zum einen kann dieses großartige Flugzeug mit der gebündelten Schlagkraft von Airbus nun sein volles Marktpotenzial ausschöpfen. Zum anderen wird die Aufnahme der C Series in unsere Produktpalette einen erheblichen Nutzen für Airbus sowie unsere Kunden und Aktionäre bringen.“

"Jetzt beginnt ein spannendes, neues Kapitel für die C Series und die kanadische Luft- und Raumfahrtindustrie", sagte Alain Bellemare, Bombardier President und Chief Executive Officer. "Die C Series sind als die fortschrittlichsten und effizientesten Flugzeuge ihrer Klasse anerkannt, und diese Partnerschaft wird ihren wirtschaftlichen Erfolg gewährleisten."

"Das C Series Team in Québec freut sich über die Chance, die Arbeit an diesem großartigen Flugzeug mit vereinten Kräften zum Erfolg zu führen", sagte Philippe Balducchi, CEO der C Series-Partnerschaft. "Unsere Teams haben unermüdlich daran gearbeitet, die jeweiligen Arbeitskulturen zusammenzuführen und die Aufnahme des Betriebs deutlich früher als geplant zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass es uns gelingen wird, diese für beide Seiten gewinnbringende Partnerschaft zu einem großen kommerziellen Erfolg zu führen."

Airbus mit Material der dpa

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