Kapitol in Washington D.C. von außen

So friedlich wie auf dem Bild sah es vor dem Kapitol in Washington D.C. diese Woche nicht aus. - Symbolbild: Jim Glab - stock.adobe.com

| von Anja Ringel

Tausende Trump-Anhänger haben vor knapp zwei Tagen das Kapitol in Washington gestürmt, viele konnten sogar in das Parlamentsgebäude eindringen. Fünf Menschen starben. Die Stadt hat bis zum 21. Januar den Ausnahmezustand verhängt. Das Chaos in der US-Hauptstadt hat weltweit Entsetzen ausgelöst. Das Auswärtige Amt warnt derzeit sogar vor einem Besuch der Innenstadt. "Eine Fortsetzung der Protestaktionen inklusive Schusswaffengebrauch kann nicht ausgeschlossen werden", heißt es auf der Webseite. 

Auch Unternehmer, Geschäftsleute und Verbände haben sich zu den Ereignissen geäußert. Ein Überblick:

Trumpf verurteilt Gewalt vor dem Kapitol

Trumpf hat am Donnerstag (7.1.) ein Statement der National Association of Manufacturers (NAM) auf Twitter geteilt, in dem die Gewalt vor dem Kapitol verurteilt wurde, und erklärte, das Unternehmen unterstütze diese Aussage voll und ganz.

In dem Statement erklärt der Präsident und CEO der NAM, Jay Timmons, außerdem: "Dies ist nicht die Vision von Amerika, an die die Hersteller glauben und für die sie so hart arbeiten. In ganz Amerika helfen heute Millionen von Arbeitern in der verarbeitenden Industrie unserer Nation im Kampf gegen die tödliche Pandemie, die bereits Hunderttausende von Menschenleben gefordert hat. Wir versuchen, eine Wirtschaft wiederaufzubauen und Leben zu retten und wiederherzustellen. Aber nichts davon wird von Bedeutung sein, wenn unsere Führer sich weigern, diesen Angriff auf Amerika und unsere Demokratie abzuwehren - denn unser Regierungssystem, das unsere Lebensweise untermauert, wird zusammenbrechen."

VDMA-Hauptgeschäftsführer ist erschüttert

„Wir sind erschüttert über die chaotischen Szenen aus dem US-Kapitol und hoffen, dass sich die Lage in Washington jetzt schnell beruhigt und der Prozess der Amtsübergabe weitergeht", erklärte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Durch die Ereignisse sei der Ausgang der Senatswahlen im US-Bundesstaat Georgia fast untergegangen, so Brodtmann weiter. Weil die Demokraten durch den dortigen Sieg in beiden Kongresskammern die Mehrheit haben, könne die neue US-Regierung ihre Wahlversprechen nun leichter umsetzen.

Der VDMA erhofft sich durch den neuen Präsidenten Joe Biden eine berechenbarere Handelspolitik, "die die transatlantischen Partner wieder stärker einbindet". In seiner Kurzposition „Neustart für die Handelsbeziehungen mit den USA“ fordert der Verband unter anderem eine Wiederaufnahme der Gespräche über ein transatlantisches Handelsabkommen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten und eine Aufhebung der bestehenden amerikanischen Strafzölle.

Warum Joe Biden dennoch kein "transatlantischer Messias" ist, lesen Sie hier.

CEOs von General Motors und Ford kritisieren Angriff

Reaktionen kamen auch aus der Autoindustrie. Mary Barra, CEO bei General Motors, schrieb auf ihrem Twitter-Account der friedliche Übergang der Macht sei ein Eckpfeiler der US-Demokratie und die Gewalt am US-Kapitol spiegle nicht wieder, wer die USA als Nation seien. "Es ist zwingend notwendig, dass wir als Land zusammenkommen und die Werte und Ideale stärken, die uns vereinen", so die Geschäftsführerin. 

Auch Jim Farley, CEO von Ford, verurteilte den Angriff auf das Kapitol und sprach von zerstörerischen Handlungen "gegen unsere gemeinsamen Prinzipien und Überzeugungen eines friedlichen Machtwechsels".

SAP-Chef: Auf friedliche Machtübergabe konzentrieren

SAP-Chef Christian Klein erklärte: "Wir müssen die Gewalt beenden und uns auf eine friedliche Machtübergabe konzentrieren". Er verwies auf ein Statement des Business Roundtable, einer Vereinigung von CEOs führender US-Unternehmen.

Diese forderte darin unter anderem, dass Präsident Donald Trump dem Chaos ein Ende setzt und einen friedlichen Machtwechsel ermöglicht. Der Erklärung der Vereinigung schlossen sich neben Klein noch weitere Geschäftsführer und Unternehmen an, zum Beispiel Brian Humphries, CEO des IT-Dienstleisters Cognizant.

Auch andere Industriezweige äußern sich

Marc Benioff, Gründer und CEO von Salesforce, einem Anbieter von Cloud-Computing-Lösungen, sagte außerdem, es gebe keinen Platz für Gewalt "in unserer Demokratie".

Ein Aufruf zu einer gewaltfreien Amtsübergabe kommt auch aus der amerikanischen Luftfahrtindustrie. David Calhoun, Präsident und CEO von Boeing, erklärte in einem Statement an seine Mitarbeiter: "Boeing ist stolz darauf, zusammen mit unserem Kunden, der US-Regierung, eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der Demokratie hier und auf der ganzen Welt zu spielen. Die Stimme des Volkes und der friedliche Übergang der Regierung sind das Herzstück unserer Demokratie. Unser Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte der Zusammenarbeit mit gewählten Vertretern zurück. Im Geiste der Überparteilichkeit ermutigen wir Sie, mit dem designierten Präsidenten Biden zusammenzuarbeiten, um unsere Nation zu vereinen."

Die Erklärung des Energie- und Ölkonzerns Chevron geht in die gleiche Richtung. "Die Gewalt in Washington D.C. befleckt eine zweihundertjährige Tradition der Achtung der Rechtsstaatlichkeit", erklärte das Unternehmen auf Twitter.

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