Ein roter Porsche auf dem Gelände der IAA Mobility in München.

Die Automesse IAA Mobility in München sorgt für viel positives Feedback. Doch gibt es an manchen Stellen noch Verbesserungspotenziale. - Bild: IAA Mobility

Die Premiere der neuen Automesse IAA Mobility in München ist von den Veranstaltern als großer Erfolg gewertet worden. Die Aussteller seien im Großen und Ganzen sehr zufrieden, und trotz der Pandemie seien in nur sechs Tagen über 400.000 Besucher gekommen - "eine deutliche Abstimmung mit den Füßen", sagte die Präsidentin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller, zum Abschluss am Sonntag.

Befragungen zufolge fänden die meisten Aussteller und Besucher das neue Konzept gut, Autos und erstmals auch Fahrräder in der ganzen Stadt vorzuführen und nicht nur in Messehallen auszustellen. "Besonders positiv bewertet wurde die Mischung der Aussteller und die Möglichkeit, Neuheiten direkt testen zu können", teilten die Veranstalter mit. Fast 10.000 Menschen hätten Autos und Räder selbst ausprobiert. Das Angebot sei ausgebucht gewesen, sagte Müller.

Zwei Drittel der Besucher seien jünger als 40 Jahre. Es sei große Offenheit und Neugier für neue Antriebe und ganz praktische Fragen wie das Laden zu spüren gewesen, aber auch für Themen wie Digitalisierung oder autonomes Fahren, sagte die VDA-Präsidentin. An manchen Orten sei der Zugang wegen Überfüllung gebremst worden.

Tote Hose in den Messehallen

Auf der anderen Seite habe es aber auch "einige Nachfragen" gegeben, räumte Müller im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ein. "Die Frage, wie wir die Konferenz vernetzen und sichtbar machen können, nehmen wir auch nochmal mit." Per Streaming übertragene Gesprächsforen wurden mitunter nur von einem Dutzend Zuschauern verfolgt. In den Messehallen herrschte nach Einschätzung eines namhaften Unternehmens der Branche zeitweise "tote Hose". Müller sagte, vielleicht würden bei der nächsten IAA 2023 die Fahrrad- und E-Bike-Hersteller mit in die Hallen der Autobranche eingebunden: "Da mischen sich ja auch die Zulieferer, sodass man das vor Ort noch einmal ein bisschen besser machen kann." Mit allen Ausstellern würden vertiefte Feedback-Gespräche geführt. "Das Grundkonzept wurde aber nicht infrage gestellt."

Daimler-Chef Ola Källenius sagte: "Der Ansatz, die Messe in die Stadt hinein zu tragen, war absolut richtig." Die IAA in München sei "ein klares Signal für den Wandel der Branche: eine neue Messe, mit neuem Konzept, in einer neuen Stadt - und endlich auch wieder mit Gästen vor Ort".

 

BMW erfreut sich an guten Gesprächen

Auch BMW zeigte sich zufrieden: "Wir ziehen ein positives Fazit - die IAA Mobility war eine ideale Plattform, um sich über nachhaltige Mobilität auszutauschen." Man habe viele gute Gespräche geführt. Nur Autobahnblockaden und andere "destruktive Aktionen sind schade, aus unserer Sicht wenig sinnstiftend und verzerren das gute Gesamtbild".

Mehrere große Autokonzerne wie Toyota, General Motors oder die Opel-Mutter Stellantis waren nicht zur IAA dabei. Müller verwies auf die Corona-Beschränkungen und zeigte sich optimistisch, dass viele internationale Aussteller bei der nächsten IAA an Bord seien.

Sehr kritisch äußerte sich der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Ohne ein völlig anderes Konzept "war das die letzte IAA", sagte er. Zulieferer hätten ihre Innovationen viel mehr Autobauern vor Ort zeigen wollen, und die Veranstaltungsflächen in der Stadt seien eher Anziehungspunkte für Rentner auf der Suche nach Abwechslung.

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