Ladestation Elektroauto

Batterien sind ein wesentlicher Pfeiler, damit Elektromobilität gelingen kann. - Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

Bayern fühlt sich bei der Standortwahl für die Batteriezellenforschung von der Bundesregierung übergangen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kritisierte scharf, dass die "Forschungsfertigung Batteriezelle" im nordrhein-westfälischen Münster aufgebaut werden soll.

"So lassen wir uns nicht abfertigen", sagte Aiwanger der "Augsburger Allgemeinen". "Ich will einen Plan B für Bayern und Süddeutschland." Das Forschungsministerium wies die Vorwürfe zurück: Münster habe das beste Konzept vorgelegt.

Bis zuletzt war umstritten, welche Stadt den Zuschlag bekommen soll. Münster setzte sich als Hauptforschungsstandort gegen den Mitbewerber Ulm durch. Ulm zählt aber zu den weiteren Standorten für einzelne Aspekte der Forschung. Auch Salzgitter, Karlsruhe und Augsburg sind dafür vorgesehen.

Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU), die aus Ibbenbüren in der Nähe von Münster kommt, hatte am Freitag eingeräumt, dass die Wahl des Hauptstandortes für sie eine sensible Entscheidung gewesen sei. Sie habe sich aber bis zuletzt aus der Diskussion über die in Frage kommenden Bewerbungen herausgehalten.

Recyclingkonzept sprach für Münster

Für Münster habe bei fast gleichwertigen Vorschlägen letztlich auch das Recyclingkonzept gesprochen, argumentierte Karliczek. Die Wiederverwertung soll in Ibbenbüren aufgezogen werden. Dies könne dort dann eine Alternative zur mittlerweile eingestellten Steinkohleförderung sein. Ihr Sprecher betonte, es sei ausschließlich darum gegangen, «welches Konzept für die Batterieforschung in Deutschland den höchsten Grad an Exzellenz aufweist». Auch die Fraunhofer-Gesellschaft unterstütze das Votum.

"Wir sind irritiert", sagte Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) der "Augsburger Allgemeinen". "Man sollte die Starken stärken, wenn man an die Weltspitze will", betonte er. Strukturpolitik helfe da nicht weiter. Die Ulmer SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis ging mit ihrer Kritik an der Entscheidung noch weiter und sprach von einer "absoluten Frechheit". Sie empfahl der Ministerin, alle belastbaren Fakten öffentlich zu machen. "Sollte das nicht möglich sein, würde sie gut daran tun, diese Entscheidung nochmals zu überdenken."

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