Windräder, Solaranlagen und Wasserstoff-Elektrolyse auf einem Bild

Bosch steigt ins Komponenten-Geschäft für die Wasserstoff-Elektrolyse ein. (Bild: Bosch)

Der Autozulieferer Bosch will die Erschließung neuer Energien und den Aufbau einer Wasserstoff-Produktion in Europa angesichts des Klimawandels und des Ukraine-Krieges vorantreiben. "Wo die Abhängigkeit von fossilen Energien in internationalen Konflikten instrumentalisiert wird, müssen wir erst recht das tun, was wir auch für den Klimaschutz brauchen", sagte Bosch-Chef Stefan Hartung auf der Bilanzpressekonferenz. In klimaneutrale Technik wie Elektrifizierung und Wasserstoff seien Investitionen von gut drei Milliarden Euro über drei Jahre geplant.

Kurzfristig werde der Krieg in der Ukraine die Reduktion des CO2-Ausstoßes verlangsamen, langfristig aber vor allem in Europa die technologische Transformation beschleunigen. Der Konzern gab bekannt, in das Komponenten-Geschäft für die Wasserstoff-Elektrolyse einzusteigen. Rund 500 Millionen Euro wolle Bosch bis Ende des Jahrzehnts dafür investieren. Die Komponenten für die Produktion von Wasserstoff sollen 2025 in Serie gehen. Für diesen Markt werde 2030 weltweit ein Volumen von rund 14 Milliarden Euro erwartet.

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Bosch will hohe Produktionskosten an Kunden weitergeben

"Das erfolgreiche Geschäftsjahr 2021 gibt uns Zuversicht, auch das anspruchsvolle Umfeld des laufenden Jahres zu bewältigen", sagte Hartung. Im laufenden Geschäftsjahr wird Bosch allerdings wegen steigender Kosten wohl Abstriche bei der Profitabilität machen müssen. Das Renditeziel auf Vorjahresniveau werde Bosch wohl nicht ganz erreichen, sagte Finanzchef Markus Forschner.

Mit Blick auf die hohen Kosten in der Produktion hieß es, Bosch wolle diese an Kunden weitergeben - das betrifft die Autohersteller. "Vor allem durch Kostensteigerungen bei Energie, Material und Logistik wächst die Belastung für unser Ergebnis erheblich", sagte Forschner. Gerade in der umsatzstarken Zulieferer-Sparte sei der Kostendruck sehr hoch. "Nicht nur die Automobilhersteller, auch die Zulieferer sind darauf angewiesen, Preissteigerungen weiterzugeben", sagte Forschner. Nur dann könne Bosch sein Zulieferer-Geschäft weiterhin profitabel betreiben, sagte Sparten-Chef Markus Heyn.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das laufende Jahr gehe das Unternehmen davon aus, die prognostizierte Umsatzsteigerung von sechs Prozent zu übertreffen, sagte Forschner. Eine genauere Einschätzung bleibe angesichts der beträchtlichen Unsicherheiten jedoch schwierig.

Ökonomisch kaum noch signifikant sind laut Hartung die Aktivitäten in Russland. Dort erwirtschaftete Bosch zuletzt 1,2 Milliarden Euro. Aufgrund der Sanktionen ist das Geschäft in Russland jedoch zum großen Teil zum erliegen gekommen, so der CEO. Derzeit gehe es deshalb hauptsächlich um die 3.500 Mitarbeitenden im Land. Bosch zahle die Löhne im Moment weiter.

Ende 2021 hatte Bosch 402.614 Mitarbeiter, 7 .580 mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen machte einen Umsatz in Höhe von 78,7 Milliarden Euro. Der Nettogewinn betrug 2021 laut Geschäftsbericht rund 2,5 Milliarden Euro, nach rund 750 Millionen Euro im Vorjahr, das jedoch stark von der Corona-Pandemie beeinflusst wurde. In den nächsten drei Jahren sind laut Hartung zudem nochmals Investitionen von zehn Milliarden Euro für die Digitalisierung des Geschäfts geplant.

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(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

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dpa