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Vor dem geplanten Brexit kommt die britische Wirtschaft in wanken. - Bild: Pixabay

Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einer Stagnation gerechnet. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um 0,5 Prozent gewachsen. Das britische Pfund gab nach der Veröffentlichung der Daten nach.

Viele Unternehmen hatten vor dem ursprünglichen Brexit-Datum am 29. März Lagerbestände aufgebaut. Diese wurden dann im zweiten Quartal wieder abgebaut. Dies belastete das Wachstum. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ging im zweiten Quartal um 2,3 Prozent zurück. Dies war der stärkste Rückgang seit dem Jahr 2009.

Mittlerweile ist mit der Wahl von Boris Johnson zum Premierminister die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit ohne Abkommen am 31. Oktober gestiegen. Die hohe Unsicherheit dürfte laut Ökonomen vor allem die Investitionen belasten.

Eine Rezession ist noch vermeidbar

Ökonom Thomas Pugh, vom britischen Analysehaus Capital Economics, erwartet eine Rückkehr des Wirtschaftswachstums im dritten Quartal. Eine Rezession könnte also vermieden werden. Von einer Rezession spricht man wenn die Wirtschaft zwei Quartale in Folge geschrumpft ist. "Wie es im vierten Quartal weiter geht, hängt einzig und allein davon ab, ob es eine Brexit-Einigung gibt oder nicht", schreibt Pugh.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es bis zum 31. Oktober zu einem geordneten Brexit kommt, liegt nach Einschätzung von Experte Pickering Kallum von der Berenberg Bank bei nur 30 Prozent. Es dürfte entweder zu einem harten Brexit oder zu Neuwahlen kommen. Die Unsicherheit dürfte also hoch bleiben.

Großbritannien wollte ursprünglich schon zum 29. März aus der Europäischen Union austreten. Allerdings konnte sich das britische Parlament nicht auf einen Ausstiegsvertrag mit der EU einigen. Deshalb wurde der Austritt um gut ein halbes Jahr auf Ende Oktober verschoben.

Wie sieht es im zweiten Quartal aus?

Auch zum Ende des zweiten Quartals gibt es keine echten Entspannungszeichen. Die Industrieproduktion ist im Juni laut ONS um 0,1 Prozent zum Vormonat geschrumpft. Volkswirte hatten zwar mit einem etwas stärkeren Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. Im Mai war die Produktion aber nur um revidiert 1,2 Prozent gewachsen. Ein vorheriger Wert wurde damit um 0,2 Prozentpunkte nach unten korrigiert.

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