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Prof. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management warnt: "Der Brexit wird zu einem schleichenden Exit der Automobilindustrie von der Insel fuhren.". - Bild: CAM

| von Karoline Kopp

"Am stärksten sind die Hersteller und Zulieferer betroffen, die Produktionsanlagen mit hoher Kapazität auf der Insel besitzen.
Unter den globalen Automobilkonzernen ist Nissan und die zum indischen Tata Konzern gehörenden Hersteller Jaguar Land Rover (JLR) am stärksten betroffen", erklärt der CAM-Leiter Prof. Dr. Stefan Bratzel.

Nissan (inkl. Infiniti) sowie Jaguar Land Rover produzierten im Jahr 2015 jeweils rund 500.000 Fahrzeuge in Großbritannien. BMW kommt im vereinigten Königreich laut CAM auf rund 200.000 produzierte Fahrzeuge mit der Tochter Mini (plus Rolls-Royce), während Toyota dort rund 190.000 Pkw produziert.

Auf rund 140.000 bzw. 120.000 Fahrzeuge kommen die GM-Tochter Opel-Vauxhall sowie Honda. Weitere Hersteller haben nur geringe Stuckzahlen. Hinzu kommen jedoch noch Motorenwerke und Entwicklungsstandorte einiger Hersteller).

Automobilproduktion im Vereinigten Königreich (UK) 2015

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Quelle: PwC Autofacts, CAM

"Den stärksten Negativeffekt wird es jedoch für die britische Automobilindustrie und deren Arbeitsplätze selbst geben, da der Standort außerhalb der EU unattraktiver wird. Insgesamt ist mit einem Anstieg der direkten und indirekten Kosten zu rechnen, wenn UK im Verhältnis zur EU als Drittland gilt", warnt Bratzel.

Die Aushandlung von Kooperationsverträgen werde Jahre dauern, während das Ergebnis aus heutigem Stand völlig offen sei. Um einen Dominoeffekt weiterer Austritte zu vermeiden, könnte die EU restriktive Bedingungen für Austrittsländer vorsehen.

Aktuell wird bereits jeder Hersteller oder Zulieferer seine anstehenden Investitionsentscheidungen vor dem Hintergrund der Unsicherheiten und möglicher höherer Komplexitätskosten rund um den Brexit gründlich überdenken. Mittel- und langfristig ist laut Bratzel auch mit Standortverlagerungen von der Insel in die EU zu rechnen.

Der Brexit werde so insgesamt zu einem schleichenden Exit der Automobilindustrie von der Insel führen. Wirkliche Gewinner gibt es keine.

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