VDWF, Jubiläum

Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seiner Laudatio zum 25-jährigen Bestehen des VDWF. - Bild: VDWF

| von Sebastian Moser

„Die besten Produkte der Welt machen Sie als Werkzeugmacher und das muss weiterhin unser Ziel und Ansporn sein. Insofern muss ich Ihnen allen ein großes Kompliment machen, dass Sie mit Ihrem großen Engagement in einem harten Wettbewerb unser Land zu einem echten Erfolgsstandort gemacht haben und machen.“, Winfried Kretschmann.

Wichtig sei dabei auch, diese Technologieführerschaft nicht nur anzustreben, sondern auch zu zeigen, dass sie da ist und ebenfalls an der Aus- und Weiterbildung der Werkzeugmacher zu arbeiten. In diesem Zusammenhang verwies der Ministerpräsident auf das live auf dem VDWF-Gemeinschaftsstand spritzgegossene Lehrbauteil „Polyman“: „Von Hause aus bin ich ja Lehrer, und der Polyman ist eine geniale Idee, da man an so einem praktischen Produkt zeigt, was ein Werkzeug alles falsch und was es richtig machen kann – Chapeau.“

Moulding Expo: Schaufenster für den Werkzeug- und Formenbau

Dank und Anerkennung zollte Kretschmann dem VDWF, den Verbandsmitgliedern und der gesamten Branche aber auch für ihr übergeordnetes Engagement: „Ich weiß als Ministerpräsident eines wichtigen Industriestandorts: Wohlstand, gute Arbeitsplätze, gute Steuereinnahmen – damit wir auch etwas gestalten können –, das hängt von Ihnen ab. Auf Ihren Schultern ruht die Prosperität dieses Landes – dafür herzlichen Dank an Sie, an Ihre Mitarbeiter, dass Sie das jede Woche zeigen und dass Sie gute Produkte machen.“

Zum Abschluss seiner Rede auf der Moulding Expo appellierte Kretschmann dann direkt an die Unternehmer hinter den vielen KMU, die in Deutschland die Werkzeug- und Formenbau-Branche prägen: „Treiben Sie Ihre Firmen weiter voran auf dem Weltmarkt, auch durch solche Messen, auf denen Sie zeigen, was Sie können.“

VDWF als Begegnungsraum

VDWF, Jubiläum
VDWF-Präsident Professor Thomas Seul (rechts) übergibt dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann einen Gürtel für „die anderen Werkzeuge“. - Bild: VDWF

Auch Professor Thomas Seul hebt das „Vorantreiben“ hervor. „Wir haben es im vergangenen Vierteljahrhundert geschafft, der wichtigste Branchenverband für den Werkzeug- und Formenbau zu werden“, sagt der Präsident des VDWF. „Wir werden zu allen Belangen des Metiers befragt, und wir geben die kompetenten Antworten, wenn unsere Expertise verlangt wird.“ Der VDWF ist wirtschaftlich kerngesund und kann sich auf eine stabile ökonomische Lage stützen. „Wir können völlig unabhängig handeln, eine ganz wesentliche Ausgangssituation, um glaubwürdig die passenden Angebote für unsere Mitglieder zu liefern. Nur so ist es uns auch gelungen, aus dem VDWF einen aktiven Begegnungsraum für die ganze Branche zu machen“, betont Seul.

Von Begegnung und Synergie konnte im Gründungsjahr 1992 im Werkzeug- und Formenbau kaum die Rede sein. Rolf Helle, VDWF-Initiator und ehemaliger Geschäftsführer des Verbands, erinnert sich: „Vor 25 Jahren waren die Werkzeugmacher sehr von sich selbst überzeugte Köpfe – und sie waren meist auch eher altmodisch unterwegs.“ Marketing? Überflüssig – man kennt mich, lautete das Selbstverständnis in Sachen Vermarktung. „Kommuniziert wurde per Post und bestenfalls nahm ein Werkzeugmacher mal den Telefonhörer in die Hand. Das Wort Daten hat es überhaupt nicht gegeben, das war im Formenbau ein Fremdwort. Technologisch war das Steinzeit“, sagt Helle.

Durch die Öffnung der Grenzen nach Osten und die fallenden Handelsbeschränkungen in der Europäischen Union sahen sich die Werkzeugmacher zunehmend mit einer mächtigen Billig-Konkurrenz konfrontiert – das schweißte die kleinen und mittelständischen Unternehmen zusammen und ließ das Bedürfnis nach Zusammenarbeit wachsen.

Mit Heterogenität zum Erfolg

VDWF, Jubiläum
Anschnitt der Geburtstagstorte auf der Moulding Expo in Stuttgart: VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter, die drei Verbands-Vorstände Anton Schweiger, Markus Bay, Barbara Ellinger-Walter sowie Messe-Chef Ulrich Kromer von Baerle, VDWF-Präsident Professor Thomas Seul und VDWF-Geschäftsführer Heiko Semrau (v. l.) - Bild: VDWF

„‚Gemeinsam stark‘ ist heute unser Motto“, sagt Thomas Seul. „Den Unternehmen der Branche rufen wir zu: Du musst nicht immer alles allein machen, du musst strategische Partnerschaften mit anderen eingehen. Kooperative Fertigungsstrategien sind die Zukunft.“ Die Stärke des Werkzeug- und Formenbaus und auch des VDWF liegt dabei durchaus in der unterschiedlichen Ausrichtung der einzelnen Unternehmen. „Wir sind heterogen bei der Größe der Unternehmen, heterogen bei den Produkten, heterogen im Geschäftsfeld oder im Business der Mitglieder. Das sorgt einfach dafür, dass wir immer interessante Köpfe haben, die nicht zu allem Ja und Amen sagen, sondern immer wieder etablierte Sachverhalte in Frage stellen – und genau das bringt uns weiter.“, so Thomas Seul.

Der VDWF verleiht dem Werkzeug- und Formenbau eine Stimme

18 kleine und mittelständische Unternehmer fanden am 5. November 1992 im Bad Hotel in Bad Überkingen zusammen. Ihr Ziel: Einen Verband zu gründen, der mit starker Stimme für die Interessen aller in der Branche einsteht, der die Stärken und Potenziale der vielen kleinen und mittleren Unternehmen bündelt und sie gegenüber der Industrie vertritt. Die Geburtsstunde des Verbands Deutscher Werkzeug- und Formenbauer, des VDWF.
25 Jahre später ist aus der Idee ein lebendiges Netzwerk mit mehr als 250 Mitgliedern geworden, über das die Unternehmen strategische Partnerschaften bilden, um gemeinsam Aufträge zu bewältigen und Synergien zu nutzen.