Elektronik Platinen

Größaufträge und Bestellungen aus dem Ausland halten die deutsche Elektronikindustrie auf Kurs. - Bild: Ranjat M / Pixabay

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie lagen im Juni 2019 knapp auf Vorjahresniveau (-0,2 Prozent). "Dabei verhinderten allein Großaufträge aus dem nicht zur Eurozone zählenden Ausland einen wesentlich stärkeren Rückgang", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Während die Bestellungen aus dem Inland im Juni um 8,7 Prozent fielen, stiegen die Auslandsaufträge um 6,2 Prozent. Hier orderten Kunden aus dem Euroraum 12,4 Prozent weniger als im Vorjahr, Kunden aus Drittländern jedoch 17,1 Prozent mehr.

Für das erste Halbjahr 2019 steht beim Auftragseingang somit ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber Vorjahr in den Büchern. Die Inlandsbestellungen gaben um 0,9 Prozent nach, die Auslandsbestellungen um 2,1 Prozent. Die Aufträge aus der Eurozone gingen um 3,1 Prozent zurück, die aus Drittländern um 1,5 Prozent.

Die preisbereinigte Produktion der deutschen Elektrounternehmen hat ihren Vorjahreswert im Juni mit minus 13,5 Prozent deutlich unterschritten – allerdings hatte er auch ganze drei Arbeitstage weniger als 2018. Für das erste Halbjahr 2019 ergibt sich damit ein Rückgang bei der Produktion um 3,9 Prozent. "Angesichts immer weiter zunehmender Unsicherheit über den Konjunkturverlauf, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten massiven Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der wachsenden Gefahr eines No-Deal-Brexit, wird es sehr schwer, unsere Produktionsprognose von plus einem Prozent tatsächlich zu erreichen", so Dr. Gontermann.

Die Auslastung der Kapazitäten in der Branche ist zu Beginn des dritten Quartals 2019 um 1,5 Prozentpunkte auf jetzt 84,2 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung gesunken. Gleichzeitig fiel die Reichweite der Auftragsbestände von 3,4 auf 3,1 Produktionsmonate.

Der nominale Umsatz der deutschen Elektrounternehmen fiel im Juni um 11,1 Prozent auf 14,0 Milliarden Euro. Inlands- und Auslandsumsatz sanken annähernd gleich stark um 11,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro bzw. um 10,9 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Die Geschäfte mit der Eurozone gaben um 5,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro nach, die mit Drittländern um 13,9 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

Zwischen Januar und Juni beliefen sich die Branchenerlöse auf 109,8 Milliarden Euro. Dies entspricht in etwa dem Vorjahresniveau (- 0,7 Prozent). Auch hier entwickelten sich Inlands- (- 0,7 Prozent auf 51,5 Milliarden Euro) und Auslandsumsatz (- 0,5 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro) ähnlich. Während die Erlöse mit Kunden aus dem Euroraum im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro zulegen konnten, gab der Umsatz aus Geschäften mit Drittländern um 1,8 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro nach. 

Erstmals seit Oktober 2014 sank das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Juli unter die Null-Linie. Die aktuelle Lage wurde deutlich schlechter beurteilt als noch im Juni, aber auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen etwas zurück.

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