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Die für 2030 angesetzten Klimaziele könnten die deutsche Wirtschaft vor enorme Herausforderungen stellen. - Bild: malp - stock.aobe.com

| von Redaktion Produktion

Die deutsche Industrie hat angesichts der Verschärfung der EU-Klimaziele vor negativen Folgen für deutsche Unternehmen gewarnt. Industriepräsident Dieter Kempf sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Der Plan der EU, die Klimaziele noch einmal deutlich zu verschärfen, stellt Wirtschaft und Gesellschaft inmitten der größten Wirtschaftskrise seit langem vor enorme Herausforderungen mit ungewissem Ausgang." Der EU-Gipfel hatte beschlossen, das Klimaziel für 2030 deutlich zu erhöhen. Der Ausstoß von Treibhausgasen soll um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 sinken. Bisher gilt ein Ziel von minus 40 Prozent.

"Die EU macht es sich einfach zu sagen, wir wollen minus 55 Prozent in der EU bis 2030", sagte Kempf. Für Deutschland bedeute das wegen des sogenannten Effort-Sharings - das ist eine Art Lastenteilung - voraussichtlich mindestens 65 Prozent, statt bisher 55 Prozent. "Eine erneute derartige Verschärfung der Klimaziele wäre eine riesige Herausforderung - gerade in der jetzigen Situation, in der viele Unternehmen um ihre Existenz kämpfen müssen. Klimaschutz ja, aber realistisch und mit ausreichender Unterstützung, sonst geht das nicht. Wir stehen schließlich im Wettbewerb mit zum Beispiel China, das seiner Wirtschaft deutlich weniger abverlangt."

Grüne Energie ist erfoderlich

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie sagte, die Industrie stelle sich aktiv dem Klimawandel. "Wir müssen dieses zentrale Thema aber richtig anpacken und uns ehrlich machen. Sind wir Deutschen uns alle einig? Ja, wir wollen mehr grüne Energie, aber lehnen Windräder und Hochspannungsmasten in unserer Nähe ab. Deswegen brauchen wir einfach mehr Realismus. Die Politik bleibt der Industrie immer noch eine belastbare Antwort schuldig, wie die notwendigen Investitionen finanziert werden sollen."

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, forderte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS") hingegen "ehrgeizigere Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien". Für das Aufladen von Elektro-Autos brauche man "möglichst bald 100 Prozent Ökostrom", sagte Müller. "Ohne eine entsprechende Stromversorgung wird die Elektromobilität kein Erfolg, nicht fürs Klima und nicht für den Standort Deutschland."

 

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