Industrieanlagen aus der Vogelperspektive

Trotz Großaufträgen läuft es in der deutschen Industrie insgesamt derzeit nicht rund. - Bild: Pixabay/Max Waidhas

Bankvolkswirte zeigten sich dementsprechend enttäuscht. Entwarnung für die angeschlagene deutsche Industrie wollten sie nicht geben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhielt die Industrie im Juni 2,5 Prozent mehr Bestellungen als im Vormonat.

Das war der deutlichste Zuwachs seit fast zwei Jahren. Analysten hatten im Mittel einen Anstieg um lediglich 0,5 Prozent erwartet. Allerdings war der Zuwachs Folge eines starken Anstiegs von Großaufträgen um 8,6 Prozent. Ohne diese Komponente gingen die Aufträge zum Vormonat um 0,4 Prozent zurück.

Ökonomen: Auftragszuwachs ist trügerisch

Der jüngste Anstieg der Gesamtaufträge folgt auf einen deutlichen Rückgang im Vormonat, der mit 2,0 Prozent jedoch etwas schwächer ausfällt als bisher gedacht. Zum Vorjahresmonat sanken die Aufträge im Juni zwar um 3,6 Prozent. Der Rückgang war aber deutlich schwächer als Analysten erwartet hatten.

Die Ökonomen von der BayernLB bezeichneten den Auftragszuwachs als trügerisch. Zum einen verweisen sie auf die schwache Nachfrage aus dem Inland und dem Euroraum. Zum anderen nennen sie überdurchschnittliche Großaufträge als Malus. Im Ergebnis entpuppe sich das Auftragsplus als erneutes Minus, lautet ihr ernüchterndes Resultat.

"Für nachhaltig bessere Zeiten bedarf es einer Lösung der Handelskonflikte", urteilte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. Zudem belaste der noch immer ungelöste Brexit die Wirtschaft. Commerzbank-Experte Ralph Solveen stellte etwas erleichtert fest, zumindest habe es keine weitere Hiobsbotschaft für die arg gebeutelte deutsche Industrie gegeben.

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