Dr. Wilfried Schäfer, Werkzeugmaschinen, Donald Trump

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, rechnet mit Einbußen für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie. Es gebe enge Beziehungen zwischen deutschen Werkzeugmaschinenherstellern und der US-Industrie. Bild: VDW

| von Sebastian Moser

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), zur Ausgang der US-Präsidentschaftswahl:

"Der deutliche Wahlsieg des US-Republikaners Donald Trump kommt für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie doch einigermaßen überraschend. Das war so nicht zu erwarten und könnte das Geschäft mit den USA, das gerade an Schwung gewonnen hat, erheblich beeinträchtigen. Nach Annahmen des VDW-Prognosepartners Oxford Economics kostet ein Wahlsieg Trumps weltweit 0,5 Prozentpunkte Wachstum allein im kommenden Jahr, sollten seine Wahlkampfaussagen zur Wirtschaftspolitik weitgehend umgesetzt werden. Schlimmer noch träfe es die USA selbst, deren Bruttoinlandsprodukt sogar um 0,9 Prozentpunkte sinken soll. Dies setzt sich in den folgenden Jahren fort und zeigt die drastischen Auswirkungen eines US-Präsidenten Donald Trump auf Investitionen, Konsumverhalten, die Stimmung in den Märkten und damit auf den Welthandel.

Das sagen die anderen zur US-Wahl

In diesem Umfeld bleibt unsere Branche nicht ungeschoren. Es gibt enge Beziehungen zwischen deutschen Werkzeugmaschinenherstellern und der US-Industrie. Die USA sind seit vielen Jahren unser zweitwichtigster Markt. Außerdem sind zahlreiche deutsche Werkzeugmaschinenhersteller mit eigenen Niederlassungen für Vertrieb, Service, Montage und Produktion in den USA tätig.

Addiert man alle deutschen Aktivitäten zusammen, war der Markt 2015 mehr als 1,3 Mrd. Euro schwer. Wir sind damit der zweitwichtigste Lieferant für die US-Industrie nach Japan. Hinzu kommt die enge Verflechtung der USA mit Mexiko, das für uns in den vergangenen Jahren ebenfalls erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Mexiko rangiert mittlerweile auf Platz 5 der wichtigsten Märkte für die deutsche Branche. Viele Investitionen in Mexiko werden von den USA aus gesteuert. Wie es damit weitergeht, wenn die viel zitierte Mauer gebaut werden sollte, mag man nicht voraussagen.

In dieser Gemengelage müssen wir darauf setzen, dass der Wahlkämpfer Trump als US-Präsident von seinen Beratern und der Ministerialbürokratie auf den Boden der Realität gestellt wird und er seiner Verantwortung für demokratische Werte und freie Märkte nachkommt. Europa muss darauf drängen, dass die US-Wirtschaftspolitiker weiterhin für stabile Rahmenbedingungen sorgen, auch im eigenen Interesse."

VDW

 

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