Brexit Großbritannien Flagge

Die Unternehmensberatung Frost&Sullivan warnt vor den Folgen des Brexits für die Tech-Branche. Bild: Pixabay/Comfreak

| von Gabriel Pankow

Practice Director Ajay Sule und Research Director Adrian Drozd von Frost&Sullivan sind davon überzeugt, dass die britische Wirtschaft nach dem Brexit in eine Phase der Unsicherheit abgleiten werde. Insbesondere der Fachkräftemangel werde Großbritanniens Tech-Branche künftig zu schaffen machen. Aktuell können die Unternehmen noch Mitarbeiter aus der EU anwerben. Dennoch herrscht schon jetzt in manchen Bereichen ein Fachkräftemangel. "Wenn der Immigration Einhalt geboten wird, wird es britischen Unternehmen noch schwerer fallen, das richtige Personal zu finden, um ihr Business voranzubringen", heißt es in der Studie.

 

Darüber hinaus sieht die Unternehmensberatung Großbritanniens Rolle als digitale Drehscheibe in Gefahr. Bislang galt das Land insbesondere für US-Firmen als Zugang zum europäischen Markt. Frost&Sullivan warnt: "Bei der nunmehr spürbaren Unsicherheit muss man sich die Frage stellen, ob große IT-Dienstleister auch weiterhin ihren europäischen Hauptsitz in Großbritannien belassen wollen." Statt London würden nun andere Metropolen wie Paris oder Frankfurt in den Fokus der Unternehmen rücken. Wenn das Vereinigte Königreich außerdem kein Teil des digitalen Binnenmarktes mehr sei, könnte das Land noch weiter in die Isolation geraten.

 

Brexit-Befürworter argumentierten damit, dass ein EU-Austritt die ausufernde Bürokratie eindämme. Die Unternehmensberater sind hingegen der Meinung, dass die Bürokratie nach dem Brexit sogar noch ansteigen könnte: „Der Brexit könnte es Unternehmen noch schwerer machen, durch das Netz an Verordnungen zu navigieren und sich an die jeweils unterschiedlichen Vorschriften der verschiedenen Länder zu halten.“

 

Nicht zuletzt steht der Zugang zu Krediten auf der Kippe. So ist der Europäische Investitionsfonds (EIF) der größte Investor der britischen Risikokapitalgesellschaften. Ob diese Finanzierungsquelle weiterhin bestehen bleibt, sei fraglich.

Allerdings hat die Bank of England schon angekündigt, dass sie bereits Pläne zur Unterstützung der britischen Wirtschaft und des Finanzsektor gemacht hat. Gleichwohl bleiben laut Frost&Sullivan Bedenken in Hinblick auf die Möglichkeit für Unternehmen, Kredite zu erhalten. Das gelte insbesondere für Start-ups.

Mit Material von Frost&Sullivan

Die 20 größten britischen Industrieunternehmen