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Mehrere Autokonzerne sollen Einfluss auf den Untersuchungsbericht zur VW-Abgasaffäre gehabt haben. - Bild: Pixabay

| von Stefan Weinzierl

Wie das Netzwerk berichtet, zeige interner Schriftverkehr, dass es zwischen dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), Verkehrsministerium und vor allem diversen Autobauern regen Schriftverkehr gab. Darin durften die Konzerne demnach fröhlich mitreden, welche Fakten wie im Bericht dargestellt und formuliert werden sollten. Teile des Untersuchungsberichtes sollen so von den Autokonzernen praktisch "freigegeben" worden sein.

Die Nachforschungen des Netzwerkes ergaben, dass sich Mitarbeiter des Verkehrsministeriums, die mit der Aufarbeitung des Agbasskandals beschäftigt waren, von den Konzernen beeinflussen ließen. Diesen Schluss zogen die Journalisten aus dem Schriftverkehr zwischen KBA, Ministerium und Autokonzernen, der dem Untersuchungsausschuss zur Verfügung gestellt werde musste. Laut SPON herrschte zwischen KBA und den den Konzernen ein "kameradschaftlicher" Umgangston. Deutlich sei erkennbar gewesen, welch großen Einfluss die Autobauer auf die Formulierungen im Bericht hatten.

Allerdings sei nicht nur der VW-Konzern, sondern auch Opel involviert gewesen. Die Rüsselsheimer waren ins Visier des KBA geraten, weil der Zafira weit mehr Stickstoff ausstieß als angegeben. Statt eines Rückrufs sollte Opel das Modell lediglich freiwillig umrüsten. Also unterbreitete das Amt dem Konzern die entsprechenden Passagen des Unterschungsberichtes. Opel lehnte laut den Rechercheuren in Bausch und Bogen ab: Das Management könne dem "nicht zustimmen". Die vorliegenden Passagen würden nahelegen, Opel habe gegen Gesetze verstoßen. Und die Formulierung "manipilierte Fahrzeuge" gehe ja mal gar nicht.

Daraufhin soll sich KBA-Präsident Ekhard Zinke eingeschaltet haben und seine Mitarbeiter in kumpelhaftem Ton darauf hingewisen haben, dass er die Einwände aus Rüsselsheim für "im Grunde nachvollziehbar" halte. Die deutlichen Worte im Bericht verschwanden. Bonmont: Zinkes Nachricht schließt mit der Formulierung "Mit industriefreundlichem Gruß".

Auch beim Fall eines Porsche-Modells mit zu hohen Abgaswerten stimmte sich das KBA laut Netzwerk mit dem Hersteller ab. Laut einem Schriftstück, das vom KBA ans Ministerium ging, haben man sich committed, weil der "Hersteller an dieser Stelle so empfindlich" sei.

Man habe die Konzerne nicht vorführen wollem, hieß es. Die Veröffentlichungen sollen mit den Autoherstellern "konkret besprochen" worden sein. Diese Besprechungen mussten laut Recherche abgewartet werden, bevor der Bericht an die Öffentlichkeit gehe.

Auch in Sachen Behebung der Missstände hatten die Autokonzerne laut dem Netzwerk Verhandlungsmöglichkeiten. So soll es zwischen VW und dem KBA darum gegangen sein, dass Abgasreinigungsanlagen nicht mehr erst ab 15 Grad Umgebungstemperatur zu arbeiten beginnen, sondern auch bei niedrigeren Temperaturen. Definierte Vorgaben gab es nicht: Stattdessen haben das KBA mit Volkswagen vereinbart, "einen abgestimmten Vorschlag" an das Ministerium zu versenden.

Auch mit Mercedes wurde das KBA einig. Man habe sich des "vollständigen Einvernehmens" versichert.

Laut Spiegel Online verteidigt das Ministerium die Abstimmungen mit den AUtobauern. Das sei üblich und notwendig.

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