Matthias Müller

Matthias Müller: "Wir sind dabei, schonungslos aufzuklären, wer für das Geschehene verantwortlich ist. Eine saubere Aufarbeitung der Affäre ist wichtig für die Zukunft des Konzerns." - Bild: VW

| von Karoline Kopp

Er wird maßgeblich darüber entscheiden, wie teuer 'Dieselgate' für VW in den USA wird: Der US-Richter Charles Breyer. Der Mittsiebziger aus Kalifornien entscheidet in dem Mega-Verfahren, für das über 600 Zivilklagen von US-Dieselbesitzern und Autohändlern und unter anderem auch eine Milliardenklage des Justizministeriums gebündelt wurden.

Und er hat VW ein Ultimatum gestellt: Bis zum 24. März soll der Autobauer gemeinsam mit der Umweltbehörde EPA eine Lösung für die manipulierten VW-Diesel in den USA vorlegen - wenn das nicht klappt, dürfte es für die Wolfsburger ordentlich teuer werden, erwarten Beobachter.

Denn das Verfahren gegen VW ist aktuell noch im vorprozessualen Stadium. Das bedeutet, dass ein Prozess noch abgewendet werden kann, wenn vorher ein Vergleich geschlossen wird - ein häufiges Prozedere in den USA.

US-Richter setzt Ultimatum

Ein Kompromiss mit der EPA wäre für VW sehr günstig, doch Beobachtern zufolge sieht es derzeit nicht nach einer Lösung vor Ablauf der Frist aus. Sollte die Frist nicht eingehalten werden, könnte der Richter zwar keine unmittelbaren Strafen verhängen, wie Michael Hausfeld, einer der führenden Klägeranwälte, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erklärte. "Er könnte das Verfahren aber beschleunigen und den Druck so erhöhen."

Charles Breyer
US-Richter Charles Breyer. - Bild: United States District Court for the Northern District of California

"Ich habe einige ernsthafte Sorgen", hatte Breyer im Februar zum Auftakt des Verfahrens gesagt. "Fast 600.000 Fahrzeuge sind bis zum heutigen Tag auf den Straßen unterwegs - ohne gültige Zulassung". Das Problem müsse dringend gelöst werden. "Bis zum 24. März fordere ich von VW und der Umweltbehörde EPA eine Antwort, ob es eine Lösung gibt", erklärte Breyer.

Das ist aber offenbar nicht so einfach, denn die bisherigen Lösungsvorschläge von VW, wie Softwareupdates oder der Einbau neuer Katalysatoren, wurden von den US-Behörden abgelehnt. Eine einfache Nachrüstung fällt also offenbar weg, während ein Rückkauf aller Fahrzeuge VW Milliarden kosten würde.

Es müssen daher andere Lösungen her. Bereits seit einigen Wochen berichten verschiedene Medien über Insider-Informationen, nach denen sich Volkswagen in den USA zum Bau von Elektroautos und einem Ladenetz für E-Autos verpflichten soll.  Auch über die Einrichtung zweier Umweltfonds wurde zuletzt spekuliert.

Von Müller bis Witter: Die VW-Vorstände 2016

Mit Material von dpa

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