Eine digitalisierte Stadt bei Nacht. Die Digitalisierung wird in Hologrammen dargestellt, welche verschiedener Use-Cases abbilden.

Schneller als erwartet erholt sich die Digitalbranche vom ersten Corona-Schock. - Bild: metamoreworks - stock.adobe.com

| von Redaktion Produktion

Die Digitalwirtschaft in Deutschland hat sich von den negativen Folgen der Corona-Pandemie schneller erholt als die deutsche Wirtschaft insgesamt. So schrumpfte der Umsatz mit Produkten und Dienstleitungen der ITK-Unternehmen 2020 nur um 0,6 Prozent auf knapp 170 Milliarden Euro, während andere Branchen teilweise zweistellige Verluste zu beklagen hatten. Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband Bitkom mit einem "robusten Wachstum" in Höhe von 3,7 Prozent. Die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Segment werde 2021 um 20.000 steigen und damit erstmals die Schwelle von 1,2 Millionen überschreiten, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung.

"Die Coronakrise hat die Digitalisierung in vielen Bereichen beschleunigt. Wirtschaft, Staat und Verbraucher investieren in digitale Technologien, auch zwischenzeitlich aufgeschobene Investitionen werden jetzt nachgeholt", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. "Die Bitkom-Branche ist bislang gut durch die Krise gekommen. Für 2021 stehen die Zeichen wieder auf Wachstum."

IT-Branche profitiert am stärksten

Größter Umsatztreiber in der Informationstechnik ist die IT-Hardware, auch weil viele Firmen ihre technische Infrastruktur für das Homeoffice ihrer Mitarbeiter aufrüsten müssen. Der Umsatz mit Computern, Servern und Peripheriegeräten soll um 8,6 Prozent auf 31,6 Milliarden Euro steigen. Zuwächse erwartet der Bitkom auch im Markt für Software, der um 4,1 Prozent auf 27 Milliarden Euro zulegen soll. Gut im Geschäft sind auch IT-Berater: Der Umsatz mit IT-Services soll 2021 um 1,1 Prozent auf 40 Milliarden Euro wachsen.

Bei der Telekommunikation treibt vor allem der Glasfaser-Ausbau und die Einführung der fünften Mobilfunk-Generation (5G) das Geschäft. Ein harter Wettbewerb in diesem Bereich verhindert dabei aber sehr große Umsatzsprünge. So soll das Segment 2021 nach zwei Jahren der Konsolidierung um ein Prozent auf 67,4 Milliarden Euro zulegen. "Die Netzbetreiber investieren massiv in die Zukunft von Festnetz und Mobilfunk", sagte Berg. Dies sei ein wichtiger Beitrag, um den kontinuierlich steigenden Anforderungen an Geschwindigkeit und Verfügbarkeit der Netze gerecht zu werden. Die Refinanzierung bleibe angesichts nur geringer Umsatzzuwächse aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks eine große Herausforderung für die Unternehmen.

Das einzige Segment, das 2021 voraussichtlich schrumpfen wird, ist die Unterhaltungselektronik. Hier werden die Umsätze wohl im vierten Jahr in Folge fallen, wenn auch weniger stark als zuletzt. Dieser kleinste ITK-Teilmarkt schrumpft voraussichtlich um 2,0 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Berg: "Consumer Electronics sind trotz des Corona-bedingten Booms einzelner Bereiche weiterhin stark unter Druck. Die Corona-Sonderkonjunktur für Spielekonsolen, Wearables und Headsets kann den Abwärtstrend nicht aufhalten. Die gute Nachricht ist: Die Rückgänge verlangsamen sich."

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