Digitalisierung

Inzwischen sind laut einer IAB-Umfrage alle Wirtschaftsbereiche und der Großteil der Betriebe von Digitalisierung betroffen. - Bild: Pixabay

| von Stefan Weinzierl

Bislang habe sich die Digitalisierung dabei insgesamt nicht auf die Anzahl der Beschäftigten ausgewirkt, berichten die Arbeitsmarktforscher Anja Warning und Enzo Weber. Teilweise habe sich aber die Dynamik der Einstellungen und Abgänge von Beschäftigten erhöht.

Warning und Weber unterscheiden in ihrer Studie zwischen drei Formen der Digitalisierung: der internen Digitalisierung, also der digitalen Vernetzung der internen Produktions- oder Dienstleistungskette, der externen Digitalisierung, also der digitalen Vernetzung mit Zulieferern oder Kunden, und dem Einsatz lernender Systeme. Bei interner und vor allem bei externer Digitalisierung berichtete die deutliche Mehrheit der Betriebe von einem leichten oder starken Digitalisierungs-Trend. Der Einsatz lernender Systeme wurde dagegen nur von einer Minderheit angegeben.

Die aufgrund der Digitalisierung steigenden Anforderungen können der Studie zufolge einerseits die Handlungs- und Entwicklungsspielräume für die Beschäftigten erhöhen, andererseits aber die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zunehmend verschwimmen lassen.

„Hier ist eine betriebliche Personalpolitik gefragt, die bei der Formulierung von Anforderungen die unterschiedlichen Interessen und Möglichkeiten verschiedener Gruppen von Beschäftigten berücksichtigt. Gesetzliche Regelungen müssen nach wie vor dem Schutz der Beschäftigten vor Überlastung gerecht werden, sollten aber auch Möglichkeiten bieten, auf der betrieblichen und sozialpartnerschaftlichen Ebene einzelfallgerechte Lösungen zu erarbeiten“, schreiben Warning und Weber.

Gegenstand solcher Pakete könnten etwa Anpassungen der Arbeitszeit und der Vorlauf bei ihrer Ankündigung sein, außerdem die Lage der Arbeitszeit, Urlaubsregelungen oder individuelle Freistellungen beispielsweise für Weiterbildung oder für Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Die IAB-Studie ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb1217.pdf.

IAB

 

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