Trumpf Batteriemodul

Das Batteriemodul besteht aus mehreren Batteriezellen. Kontaktierungen und Gehäuse werden per Laser verschweißt. - Bild: Trumpf

| von Anja Ringel

Elektroautos sind inzwischen immer zahlreicher auf den Straßen unterwegs. Allein im Januar  2020 hat die Zahl der Neuzulassungen von E-Fahrzeugen in Deutschland um 130 Prozent auf mehr als 16.000 gegenüber dem Vorjahreswert zugelegt, hat das Center of Automotive (CAM) berechnet. Die Branchenexperten rechnen heuer mit einem Marktanteil von sechs Prozent bei den Elektro-Neuzulassungen. 2019 waren es noch drei Prozent. Mit über 564.000 Neuzulassungen bei E-Autos wurde im vergangenen Jahr in Europa ein neuer Höchstwert erreicht, so das CAM.

Ein wachsender Markt, von dem auch das Ditzinger Unternehmen Trumpf profitieren möchte. So konnte der Konzern seinen Umsatz mit Produkten und Lösungen für den Bereich Elektromobilität im dritten Jahr in Folge steigern. Christian Schmitz sagte dazu am Donnerstag auf einer Pressenkonferenz, dass der Anteil mittlerweile über 25 Prozent des Auftragseingangs aus der Automobilindustrie betrage. Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 20 Prozent. Schmitz ist bei Trumpf Geschäftsführer für den Bereich Lasertechnik. Das Wachstum in der Elektromobilität kompensiere einen großen Teil der allgemeinen Marktschwäche, erklärt Schmitz. Für die kommenden Jahre hofft der Geschäftsführer auf ein jährliches Wachstum von zehn bis 15 Prozent.

Technologieumbruch betrifft auch Trumpf

80 Prozent des Umsatzes bei der Elektromobilität macht die Batterieproduktion aus. Trumpf hat in diesem Bereich bisher rund 1.500 Laser verkauft, den Großteil davon nach China. Das Unternehmen rechnet damit, dass bis zum Jahr 2022 zwischen 4.000 und 5.000 Laser in diesem Bereich im Einsatz sein werden.

 „Die Automobilindustrie steht vor dem vielleicht größten Wandel ihrer Geschichte“, ist sich Schmitz sicher. Der damit verbundene Technologieumbruch habe auch massive Auswirkungen für Trumpf. Das Hochtechnologieunternehmen entwickle deshalb Maschinen und Verfahren für neu hinzukommende Komponenten und Antriebe, erklärt Schmitz. Dazu gehören unter anderem Verfahren für die Herstellung von Batterien und Elektromotoren. Aber auch die Produktion von alternativen Antrieben, zum Beispiel eine Brennstoffzelle mit Wasserstoff als Energieträger, stehen auf der Unternehmensagenda.

Schmitz ist überzeugt, dass das Ditzinger Unternehmen seine Kenntnisse im Laser-Bereich auch bei der Elektromobilität nutzen kann. Man erfinde den Laser nicht neu, sondern entwickle neue Verfahren für konkrete Anwendungsfälle, erklärt der Geschäftsführer.

So will sich Trumpf beim Thema Brennstoffzelle aufstellen

Ein Beispiel: Besonders zum Thema Brennstoffzelle erhalte Trumpf viele Anfragen, so Schmitz. Dabei gehe es darum, dünne Edelstahlbleche für die Bi-Polarplatten, die mit Titanium beschichtet sind, gasdicht und verzugsfrei zu schweißen. Die Herausforderung sei dabei, eine sensible Sensorik zu entwickeln, die die Schweißungen auf den dünnen Blechen kontrolliert.

Der Laser sei dabei das Idealwerkzeug für die Thematik, meint der Geschäftsführer. Das Unternehmen rechnet für das Jahr 2030 mit einem Anteil an Brennstoffzellenfahrzeugen in der EU von knapp unter drei Prozent und in Asien von bis zu fünf Prozent aller Neuwagen. Trumpf geht davon aus, dass ab 2025 mit der Industrialisierung der Brennstofftechnologie begonnen werden kann.

Christan Schmitz Geschäftsführer Trumpf
Christian Schmitz ist bei Trumpf Geschäftsführer für den Bereich Lasertechnik. - Bild: Trumpf

Das ist die Herausforderung für die Automobilindustrie

Schmitz ist aber auch davon überzeugt, dass E-Autos allein nicht die Lösung sein werden. Die Branche werde sich auf eine „wie auch immer verteilte Gemengelage von Fahrzeugen einstellen, die mit Batterie, Brennstoffzelle, synthetischen Brennstoffen und natürlich auch Benzin und Diesel fahren werden“, sagt er auf der Pressekonferenz in Ditzingen.

Die Herausforderung für die Automobilindustrie und die Zulieferer bestehe deshalb darin, technologieoffen zu bleiben und die Produktionstechnik so flexibel wie möglich zu halten. „Wenn wir die Produktionstechnik für die verschiedenen Antriebskonzepte flexibel halten und früh die neuen Technologiefelder besetzen, dann haben wir gute Chancen, die Folgen des Strukturwandels für die Industrie abzufedern“, sagt Schmitz.

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