Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger - geht es nach dem US-Fonds Elliott, muss er seinen Stuhl räumen.

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger - geht es nach dem US-Fonds Elliott, muss er seinen Stuhl räumen. - Bild: Thyssenkrupp

| von Stefan Weinzierl

Laut "Handelsblatt" sagte der Manager, der namentlich nicht genannt wurde, dort säßen Leute, die "nicht nur viel Geld kosten, sondern auch Entscheidungen behindern". Hiesinger stelle sich seit sieben Jahren nicht den wichtigen Herausforderungen", sagte er dem Blatt. Elliott ist erst jüngst mit weniger als drei Prozent bei dem Dax-Konzern eingestiegen.

Ein Sprecher von Thyssenkrupp konterte gegenüber der Zeitung die Kritik: "Hiesinger hat den Konzern erfolgreich durch einen umfassenden Veränderungsprozess geführt". Brasilienabenteuer beendet, neun Milliarden Euro Abschreibungen verkraftet, mehr als acht Milliarden Euro investiert und ganz nebenbei das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in den vergangenen sieben Jahren auf 1,9 Milliarden Euro versechsfacht, erklärte er. Hiesinger lagerte das Amerikageschäft aus, das ihm seine Vorgänger als Milliardengrab hinterlassen hatten, und baute massiv Schulden ab. Aber der Konzern verdient seit Jahren die Kapitalkosten nicht mehr.

Bei Thyssenkrupp könnte Elliott dem Blatt zufolge gemeinsame Sachen mit dem Finanzinvestor Cevian machen, der rund 18 Prozent an Thyssenkrupp hält. Gründer Lars Förberg drängt schon länger auf eine Entflechtung des Konzerns. Er setzt dabei darauf, dass die Summe weniger wert ist als die Einzelteile. "Wir arbeiten nicht mit Cevian zusammen", sagte der Elliott-Portfoliomanager dem "Handelsblatt", "aber wenn sie mit unseren Ansichten übereinstimmen, sind wir zufrieden."

Widerstand kommt dem Blatt zufolge vom Management und von den Arbeitnehmern, deren Vertreter zehn von 20 Mitgliedern im Aufsichtsrat stellen. Zu ihnen hält auch die Krupp-Stiftung, der mit rund 21 Prozent größte Aktionär des Dax-Konzerns.

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