Laut Analysten ist Thyssenkrupp sehr gut in das neue Geschäftsjahr gestartet

Laut Analysten ist Thyssenkrupp sehr gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. - Bild: Thyssenkrupp

| von Stefan Weinzierl

Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten rechnen daher mit einem Anstieg des bereinigten Ebit von 329 Millionen Euro auf 434 Millionen Euro, wenn der Konzern mit Sitz in Essen an diesem Mittwoch (14. Februar) seine Zahlen vorlegt. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte sich erst auf der Hauptversammlung Mitte Januar zuversichtlich über die Entwicklung im ersten Quartal gezeigt. Die US-Steuerreform dürfte im Anfangsquartal hingegen zu einer Wertberichtigung von 100 Millionen US-Dollar führen.

Rund um den Globus profitieren derzeit Stahlhersteller von den deutlich höheren Preisen. Unternehmen wie ArcelorMittal, der künftige Thyssenkrupp-Partner Tata Steel oder Salzgitter hatten daher in den vergangenen Quartalen die Gewinne erheblich steigern können, nachdem China im vergangenen Jahr Produktionskapazitäten aus dem Markt genommen hatte. Das Land, das zuvor die Märkte mit billigem Stahl überschwemmt hatte, war unter anderem von der europäischen Union mit empfindlichen Strafzöllen belegt worden.

Das Stahlgeschäft von Thyssenkrupp steht vor einer Zusammenführung mit Tata Steel Europe. Zuletzt hatten die Arbeitnehmer ihre Zustimmung zu der Transaktion gegeben. Erwartet wird die Unterzeichnung des Vertrages zwischen Thyssenkrupp und Tata bis Ende März. Daher steht insbesondere die Entwicklung der Industriegeschäfte im Blick der Analysten. Diese tragen mittlerweile den Löwenanteil zum Gewinn bei.

Und obwohl Thyssenkrupp hier zuletzt beim Umbau Fortschritte machte, blieben die meisten Bereiche unter den avisierten Margenzielen - was Investoren schon länger ein Dorn im Auge ist. Einigen, unter ihnen Großaktionär Cevian, geht daher die Restrukturierung des Konzerns nicht schnell und weit genug. Cevian äußerte daher jüngst mehrfach den Wunsch einer weiteren Aufspaltung - was die Thyssenkrupp-Spitze um Hiesinger ablehnt.

Der fortdauernde Umstieg vom Stahl- zum Industriegeschäft bleibe ein Wachstumstreiber für den Konzern, schrieb Analyst Michael Shillaker von der Credit Suisse in einer jüngst veröffentlichten Studie. Den Ausblick für das Geschäftsjahr 2017/18 hatte Thyssenkrupp erst auf der Hauptversammlung bestätigt. Der Umsatz soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen und das bereinigte operative Ergebnis von 1,7 Milliarden auf 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro zulegen. Der Jahresüberschuss wird deutlich positiv erwartet.