Kurzarbeit besser als bisher einsetzen.

Kurzarbeit im Falle eines russischen Gaslieferstopps besser als bisher einsetzen. (Bild: Dominik Neudecker - stock.adobe.com)

Forscher des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung haben Vorschläge unterbreitet, wie das Instrument der Kurzarbeit im Falle eines russischen Gaslieferstopps besser als bisher massentauglich eingesetzt werden kann. "Bei einem Gaslieferstopp wäre Kurzarbeit zentral, um die Krise am Arbeitsmarkt abzufedern", sagte IAB-Forscher Enzo Weber am Donnerstag.

Allerdings: Die Corona-Pandemie habe auch gezeigt, dass das bisher zur Verfügung stehende Instrument eigentlich nicht für Millionen von Betroffenen und für längere Zeiträume gemacht ist, sagte Weber. Die Arbeitsverwaltung werde noch Jahre brauchen, um die Kurzarbeiter-Fälle der Corona-Pandemie abzuarbeiten.

"Bei gravierenden Schocks könnte man deshalb Sonderregeln für massenhafte Nutzung vorsehen", sagte Weber. Dies müsse idealerweise aber schon jetzt in Angriff genommen werden, um gesetzgeberische Prozesse und die Umsetzung nicht unter den Zeitdruck zu bringen, sollte eine Krise eintreten.

Im Ausland werde etwa der Begriff der "höheren Gewalt" verwendet, um die Anwendung vereinfachter Regelungen auszulösen. Diese sähen dann etwa den Verzicht auf Einzelfallprüfungen und verkürzte Zustimmungsfristen vor. Auf die Nachweispflicht für eine ökonomische Schieflage des jeweiligen Unternehmens könnte ebenso verzichtet werden.

Für besonders wichtig erachtet es das IAB, Kurzarbeit künftig stärker mit Qualifizierung zu verbinden. "Eine Achillesferse der Kurzarbeit ist, dass Stillstand finanziert wird, während gerade Rezessionen Zeiten des Umbruchs sind", heißt es in der Studie.

Im Fokus: Gasversorgung in der Industrie

Gaspipeline und Hilfsgeräte in der Gaspumpstation.
(Bild: 63ru78 - stock.adobe.com)

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dpa