Marcel Werner, Co-Founder von Gerotor

Marcel Werner, Co-Founder von Gerotor, nahm den „Startup-Award Maschinenbau-Gipfel 2019“ in Berlin entgegen. - Bild: Anna McMaster

Zusammen mit 28 anderen jungen Unternehmen nutzte Gerotor auf dem 11. Deutschen Maschinenbau-Gipfel die Chance, den knapp 700 Kongress-Teilnehmern in Berlin ihr Produkt zu präsentieren. Mit Erfolg: Mithilfe eines Teilnehmer-Votings wurde das Startup mit dem „Startup-Award Maschinenbau-Gipfel 2019“ ausgezeichnet.

Disruptive Speichertechnologie

Strahlend betrat Marcel Werner, Co-Founder von Gerotor, die Bühne und nahm den Pokal entgegen. In seiner Dankesrede betonte er:

„Frau Merkel hat in ihrer Eröffnungsrede darauf hingewiesen, dass Maßnahmen für effiziente CO2-Einsparungen auch in der Industrie priorisiert werden müssen. Wir sind deshalb besonders stolz auf die Auszeichnung für unseren Hochleistungsspeicher. Es freut uns außerordentlich, dass die Teilnehmer des wichtigsten Events des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus unseren Beitrag anerkennen, den unsere disruptive Speichertechnologie für den Klimaschutz und die Erreichung von Klimazielen leisten kann“

Die Vorteile des Stromspeichers kamen bei den Maschinenbauern gut an. Er kann nicht nur die Energieeffizienz von Maschinen und Anlagen stark erhöhen, sondern gleichzeitig auch den Energieverbrauch und den CO2-Abdruck eines Unternehmens senken. So wird sowohl eine überflüssige Stromerzeugung vermieden, als auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Gerotor HPS-System
Das Siegerprodukt: An seinem Stand stellte das Startup Gerotor seinen Hochleistungsspeicher aus. - Bild: Sarah Wieser

Umweltfreundlich, recyclebar, CO2-sparend

Rekuperation und Spitzenlastmanagement - das sind die Grundfunktionen des aktiven Energiemanagements. Der Hauptbestandteil des Gerotor HPS-Systems ist ein Hochgeschwindigkeits-Schwungrad. Der HPS kann als Stromspeicher im Schaltschrank im DC-Zwischenkreis von leistungsstarken, dynamischen Anlagen integriert werden. Somit bietet er ein aktives Energiemanagement für alle elektrifizierten Anwendungen wie Maschinen, Robotiksysteme, Aufzüge und vieles mehr. Beim Abbremsen dieser Systeme wird die Bremsenergie gespeichert und beim darauffolgenden Anlauf der Maschine wiederverwendet.

Diese Rückgewinnung reduziert den Energieverbrauch um durchschnittlich ca. 25 Prozent. Das ist gleichbedeutend mit der Verringerung des CO2-Footprints. Je nach Anlage sind sogar Spitzenwerte von über 50 Prozent möglich. Kosten sparen sich die Nutzer dank Spitzenlastmanagement. Dadurch ergibt sich eine Reduktion der Anschlussleistung, eine Verbesserung der Stromqualität und eine kurzzeitige Spannungsstabilisierung bei Ausfällen des Stromnetzes, was aufgrund zunehmender Volatilität wichtiger wird.

Umweltfreundlich wird der 50kW Stromspeicher zum einen durch die Vermeidung umweltbelastender Inhaltsstoffe. Das ist es, was das Produkt von elektrochemischen Speicherlösungen unterscheidet. Da somit auch kein chemischer Alterungsprozess stattfindet, ist der Speicher verschleiß- und wartungsarm. Außerdem ist der HPS recyclingfähig. Rechnen lässt sich mit einer Lebenszeit von 20 Jahren, in denen nahezu unendlich viele Lade- und Entladezyklen erfolgen können. Bis dahin ergibt sich für den Kunden ein Mehrwert von bis zu 50 Prozent weniger Stromkosten sowie eine bis zu 75 Prozent geringere Spitzenlast.

Neue Dimensionen Künstlicher Intelligenz

Im Rahmen des STEFF-Control Forschungsprojektes, das Gerotor gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut und der Universität Stuttgart ins Leben rief, wurden neue Dimensionen der Künstlichen Intelligenz für Industrieanwendung geschaffen. Algorithmen ermöglichen es dem HPS, sich selbstständig im Hinblick auf ein Maximum an Energieeffizienz und auf vorbeugende Wartung zu optimieren, sowie digitale Dienste wie Energie-Monitoring in Anspruch zu nehmen.

Der Hochleistungsspeicher kann entweder direkt an den DC-Zwischenkreis der Anlagen gekoppelt werden, oder auch je nach Kundenwunsch beliebig skaliert werden. Die HPS-Einheiten lassen sich parallelschalten oder auch für Anlagegruppen und ganze Werke in Power-Racks oder Power-Containern zusammenfassen.

Für Gerotor hat sich die Teilnahme am 11. Deutschen Maschinenbaugipfel jedenfalls gelohnt: Das Startup reiste nicht nur mit einem gläsernen Pokal im Gepäck, sondern auch mit einem größeren Bekanntheitsgrad zurück nach Bayern.

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