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Der laufende Handelsstreit bereitet der deutschen Exportwirtschaft große Schwierigkeiten. - Bild: pixabay

Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft wird schlechter, der Außenhandel verliert an Tempo. Die Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China, die Abkühlung der Weltkonjunktur und das Risiko eines ungeordneten Brexits sorgen für Verunsicherung. "Die guten Zeiten der deutschen Exportindustrie sind erst einmal vorbei", beschrieb Ifo-Chef Clemens Fuest jüngst die Lage. Wie sich der Außenhandel in dem zunehmend rauen Klima im ersten Halbjahr entwickelt hat, gab das Statistische Bundesamt bekannt.

Wie wirken sich die Schwierigkeiten auf das Exportvolumen aus?

Von Januar bis einschließlich Mai summierten sich die Warenausfuhren 'Made in Germany' auf 560,1 Milliarden Euro - das waren 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings verlangsamt sich das Tempo zunehmend. So rechnet der Außenhandelsverband BGA für 2019 nur noch mit einem Wachstum des Exportvolumens von 1,5 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch 3 Prozent.

"Die Verunsicherung wächst durch die von einigen politischen Protagonisten verursachte Unruhe", sagte BGA-Präsident Holger Bingmann jüngst der Deutschen Presse-Agentur. Die Folge: Firmen halten sich mit Investitionen zurück, bei Unternehmen gehen weniger Bestellungen ein.

Der Handelkrieg geht in die nächste Runde

Erst in dieser Woche hatte eine neue Runde im Handelskrieg zwischen den USA und China für Aufregung gesorgt. Nur wenige Tage nach der Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump wertete China seine Währung ab. Den Vorwurf der USA, die Volksrepublik manipuliere ihre Währung mit dem Ziel eigener Vorteile im Welthandel, wies Peking zurück.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Joachim Lang, warnte vor einer weiteren Zuspitzung: "Die Ausweitung des Handelskonflikts auf die internationalen Währungsbeziehungen erhöht die Unsicherheit für die Weltwirtschaft."

Der Konflikt zwischen Peking und Washington sowie andere von US-Präsident Trump angeheizte Streitigkeiten bremsen das Wachstum des globalen Handels. Die Weltbank sagte zuletzt ein Plus von nur noch 2,6 Prozent für dieses Jahr voraus. Das wäre der schwächste Anstieg seit der Finanzkrise. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft sind das keine guten Nachrichten.

"Durch den großen Exportsektor und die Offenheit beim Handel spürt Deutschland globale Entwicklungen meist schneller als viele andere Nationen", erläuterte der Chef des Kreditversicherers Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz

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