Eine Auszubildende wird bei der Arbeit von ihrem Ausbilder unterstützt. Beide schauen auf einen Bildschirm, der in einer Werkstatt angebracht ist.

Bald ein seltenes Bild? Eine Auszubildende wird bei der Arbeit von ihrem Ausbilder unterstützt. - Bild: AdobeStock/goodluz

| von Gabriel Pankow

"Jeder Jugendliche muss ein Angebot auf einen Ausbildungsplatz oder eine überbetriebliche Ausbildung erhalten", sagte DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack bei der Vorstellung des Ausbildungsreports am Donnerstag (27.8.) in Berlin. "Das Nebeneinander von Fachkräftemangel und hoher Ausbildungslosigkeit ist Gift für unsere Gesellschaft", kommentierte Hannack den sich in der Pandemie verschärfenden Trend von Jugendlichen, die keine Ausbildung fänden. Im Handwerk etwa wurden bis Ende Juli 13 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als noch im Vorjahr.

Einer Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung zufolge könnte die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2020 auf insgesamt etwa 460.000 sinken. Hannack sprach von 456.000 Verträgen und sagte: "Das wäre der niedrigste Stand, den wir seit Gründung der Bundesrepublik jemals hatten."

Angespannter Ausbildungsmarkt

Noch im vergangenen Jahr seien mehr als 100.000 zusätzliche Verträge geschlossen worden. Der Ausbildungsmarkt sei aber schon vor der Krise angespannt gewesen. Die Zahl der ausbildenden Betriebe etwa liege mittlerweile bei nur noch unter 20 Prozent.

Hannack kritisierte zudem die Ausstattung der Berufsschulen. Die Pandemie zeige, dass diese technisch nicht auf Distanzlernen vorbereitet seien. "Wenn jetzt Mittel aus dem Digital-Pakt fließen und Soforthilfen für Schulen bereitgestellt werden, muss sicher sein: Auch die Berufsschulen profitieren von diesen Mitteln."

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