GB aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt ausgeschieden. -

Großbritannien war zum 1. Januar auch aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt ausgeschieden. - (Bild: veneratio - stock.adobe.com)

"Wann Lieferketten wieder genauso reibungslos wie vor dem 31. Dezember 2020 operieren werden, ist unklar", sagte Ulrich Hoppe, Chef der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London, der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen haben viele Unternehmen unter anderem in längerfristige Lagerkapazitäten investiert." Die Folge sei ein dauerhaft zusätzlicher Aufwand. Außerdem kosteten die Importabfertigungen mehr.

Die Wirtschaft stelle sich aber immer mehr auf die neuen Herausforderungen ein, nachdem gerade zu Jahresbeginn die Unsicherheit noch sehr groß gewesen sei. "Es wird aber länger als ursprünglich erwartet dauern, bis die Systeme rund laufen", sagte Hoppe. Grundsätzlich lobte er, der Brexit-Handelsvertrag zwischen Großbritannien und der EU habe "für ein gewisses Stück Sicherheit" gesorgt. "Wäre es nicht zu dem Abschluss eines solchen Abkommens gekommen, hätte es massivere Verwerfungen, nicht nur im Wirtschaftsverkehr, gegeben."

Automobilindustrie stark vom Brexit betroffen

Großbritannien war zum 1. Januar auch aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt ausgeschieden. Daraufhin kam es zu Lieferproblemen, weil es neue Vorschriften und Formalitäten gibt. In einigen Branchen gibt es trotz des Abkommens neue Zölle.

Vor allem die Automobilindustrie, die auf internationale Liefer- und Wertschöpfungsketten angewiesen ist, aber auch die Lebensmittelbranche mit verderblichen Waren sowie Hygienevorschriften sind vom Brexit stark betroffen, wie Hoppe sagte. "Die neuen Visavorschriften führen ebenfalls zu erheblichem Mehraufwand bei allen Unternehmen, die international Mitarbeiter entsenden oder auf internationales Talent angewiesen sind."

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dpa