Außenansicht Würth Vertriebszentrum West in Künzelsau-Gaisbach

Der Handelskonzern Würth punktet im Ausland und erzielt neue Rekorde beim Umsatz. Allerdings sind auch die Kosten gestiegen. - Bild: Würth

| von Julia Dusold

Vor allem dank guter Geschäfte im Ausland hat der Handelskonzern Würth vergangenes Jahr erstmals mehr als 14 Milliarden Euro Umsatz erzielt, aber weniger Geld verdient als noch 2018. Der Weltmarktführer im Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial steigerte seine Erlöse im Vorjahresvergleich um 4,8 Prozent auf 14,27 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern ging hingegen deutlich um 13,8 Prozent auf 750 Millionen Euro zurück.

Der Konzern begründete diesen Einbruch unter anderem damit, dass die Einkaufspreise für viele Rohstoffe gestiegen seien. Diese Mehrkosten hätten teils nicht bei den eigenen Kunden durchgesetzt werden können. Auch die kritische Lage der Autoindustrie habe negative Auswirkungen gehabt. Zum Nettogewinn machte Würth zunächst keine Angaben.

Würth-Chef Robert Friedmann sagte, es gebe 'eine leichte Bremsspur', allerdings lege der Konzern weiter zu. "Und wenn man sich so nach links und rechts umschaut, ist das ja nicht der Standard, dass man noch mit knapp fünf Prozent wächst." Friedmann hatte sich noch im Mai überzeugt davon gezeigt, beim Gewinn vor Steuern das Rekordergebnis von 870 Millionen Euro von 2018 steigern zu können. Im Juli hatte er gesagt, man werde zumindest das Niveau des Vorjahres erreichen.

Wie wird sich das laufende Geschäftsjahr entwickeln?

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr sagte Firmen-Patriarch Reinhold Würth (84) der Deutschen Presse-Agentur, er sei gemäßigt optimistisch. "Ich denke, dass wir ein ganz nettes Wachstum hinbekommen werden." Zwar werde die Autoindustrie sicher weiter Probleme bekommen, aber Würth streue ja über alle Branchen, die es überhaupt gibt. Eine der wichtigsten Kundengruppen für Würth seien die Baubetriebe. "Und die haben volle Auftragsbücher. Auf diesem Gebiet werden wir mit Sicherheit weiter deutlich wachsen." Friedmann erklärte, er rechne für 2020 mit einem mittleren einstelligen Umsatzplus und einem proportional steigenden Betriebsergebnis.

Im vergangenen Jahr trug vor allem das Auslandsgeschäft zum Umsatzwachstum bei. Während der Konzern seine Erlöse in Deutschland um 2,1 Prozent steigern konnte, fiel das Plus im Ausland bereinigt um Zukäufe mit 5 Prozent höher aus. Gute Wachstumsraten seien etwa in Südamerika sowie in Ost- und Südeuropa erzielt worden.