Bereits zum Ende des abgeschlossenen Geschäftsjahres hatte Heidelberger Druck in einem herausfordernden Umfeld wieder mehr Aufträge an Land gezogen.

Bereits zum Ende des abgeschlossenen Geschäftsjahres hatte Heidelberger Druck in einem herausfordernden Umfeld wieder mehr Aufträge an Land gezogen. (Bild: Heidelberg)

Heidelberger Druck blickt nach einem Umsatz- und Ergebnisrückgang vorsichtig in das neue Geschäftsjahr. Die Erlöse sollen im laufenden Geschäftsjahr (per Ende März) auf dem Niveau des Vorjahres von knapp 2,4 Milliarden Euro verharren, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dabei gehen die Heidelberger davon aus, dass die Weltwirtschaft nicht schwächer als von den Instituten vorhergesagt wächst und die wesentlichen Wechselkurse sich nicht substanziell verändern. Die Aktie legte deutlich zu.

Vom Umsatz sollen wie im Vorjahr 7,2 Prozent als um Sondereffekte bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen hängen bleiben. Das im Sdax-notierte Unternehmen hatte bereits Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr Mitte Mai vorgelegt.

Die Aktie notierte zuletzt fast drei Prozent im Plus. Die Jahresbilanz habe nach den vorab veröffentlichten Eckdaten nicht überrascht, schrieb Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank. Der Ausblick sei allerdings vorsichtig optimistisch angesichts der verbesserten Nachfrage infolge der Drupa-Messe.

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Heidelberg: Kurzarbeit soll beendet werden

Wie der Hersteller von Druckmaschinen weiter mitteilte, führten die vielen Bestellungen von der Drupa zu einer weiteren Erholung des Auftragseingangs zum Start des neuen Geschäftsjahres. Im ersten Quartal werde dieser bei rund 650 Millionen Euro erwartet. Die wichtige Branchenmesse findet in der Regel alle vier Jahre statt.

Bereits zum Ende des abgeschlossenen Geschäftsjahres hatte Heidelberger Druck in einem herausfordernden Umfeld wieder mehr Aufträge an Land gezogen. Der Auftragseingang verbesserte sich in den drei Monaten bis Ende März mit knapp 600 Millionen Euro "deutlich". Noch im dritten Geschäftsquartal war die Situation deutlich schwächer - nun seien die Geschäfte in Asien, insbesondere in China, besser gelaufen, hatte es Mitte Mai geheißen. Im Gesamtjahr fielen die Orders um rund sechs Prozent auf knapp 2,3 Milliarden Euro.

Aufgrund einer besseren Auslastung der Produktionskapazitäten will das Unternehmen die Kurzarbeit an den deutschen Standorten im Juni diesen Jahres beenden. Das Unternehmen hatte vor dem Hintergrund des sinkenden Auftragseingangs im Januar in Teilen der Produktion und an mehreren Standorten Kurzarbeit eingeführt. Zunächst sollte diese bis Ende März laufen. Mit der Kurzarbeit wollte die Unternehmensleitung kurzfristig einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag einsparen.

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Umsatz schrumpft um zwei Prozent

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr (per Ende März) schrumpfte der Umsatz wie bereits bekannt im Jahresvergleich um zwei Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) ging ebenfalls um zwei Prozent zurück. Unter dem Strich sank der Gewinn von 91 Millionen Euro im Vorjahr auf 39 Millionen Euro. Hier belastete unter anderem der gestiegene Zinsaufwand für Pensionen.

Mitte April war überraschend bekannt geworden, dass der bisherige Konzernchef Ludwin Monz sein Amt niederlegt. Auf ihn folgt der frühere S.Oliver-Chef Jürgen Otto.

Derweil spart das Unternehmen, um profitabler zu werden. Im Rahmen eines Programms seit April vergangenen Jahres seien rund 250 Initiativen identifiziert worden, teilte Heidelberger Druckmaschinen weiter mit. Das Unternehmen setze diese kontinuierlich um. Mit den Maßnahmen habe der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr die erheblichen Belastungen durch rückläufige Nachfrage und steigende Kosten erfolgreich kompensieren können.

Zudem hätten Maßnahmen zur Optimierung des Umlaufvermögens positiv zu den liquiden Mitteln beigetragen. Ende des Geschäftsjahres (per Ende März) wies der Konzern einen freien Barmittelzufluss von 56 Millionen Euro aus. In den ersten neun Monaten hatte es noch einen Barmittelabfluss in Höhe von 54 Millionen Euro gegeben.

Nach einer tiefgreifenden Krise hatte sich Heidelberger Druck vor ein paar Jahren neu aufgestellt und dabei verlustbringende Produkte eingestampft, Arbeitsplätze abgebaut und sich auf den Verpackungsdruck sowie die Digitalisierung konzentriert - also auf mehr Softwareautomatisierung für die Kunden unter anderem im Druckgewerbe.

Schon seit 2018 vertreibt das Unternehmen auch selbst entwickelte Wallboxen - das sind etwa an der Garagenwand angebrachte, kleine Systeme zum schnellen Laden von E-Autos. Der Vertrieb läuft über Amazon und teils in Partnerschaften mit Energieversorgern. Mit der Übernahme der Ladesäulentechnologie des Energieunternehmens EnBW Ende 2021 kamen auch Produkte für den öffentlichen Raum hinzu.

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dpa