Hermle

Der Stammsitz des Werkzeugmaschinenherstellers Hermle im schwäbischen Gosheim. - Bild: Hermle AG

Davon entfielen 217,9 Millionen Euro (Vj. 171,7 Millionen Euro) auf das Inland und 258,0 Millionen Euro (Vj. 261,5 Millionen Euro) auf das Ausland.

Gefragt waren sowohl Einstiegsmaschinen der Hermle-Performance-Line als auch Bearbeitungszentren der High-Performance-Line. Außerdem spielten Automatisierungs- und Digitalisierungsbausteine eine zunehmend wichtige Rolle, wie der Konzern mitteilte. Der Auftragsbestand des Hermle-Konzerns erhöhte sich per Ende 2018 im Stichtagsvergleich um 18,4 Prozent auf 148,0 Millionen Euro.

Gewinn um über 12 Prozent gesteigert

Insgesamt erhöhte sich das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT) des Hermle-Konzerns 2018 um 12,9 Prozent auf 111,7 Millionen Euro (Vj. 99,0 Millionen Euro).

Das Ergebnis vor Steuern, das einen nicht nachhaltigen, positiven Einmaleffekt von 4,9 Millionen Euro enthielt, legte von 99,4 Millionen Euro auf 116,6 Millionen Euro zu. Der Sondereffekt resultierte aus der Anfang 2018 erfolgten Übernahme der restlichen 51 Prozent der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Hermle-Leibinger Systemtechnik GmbH (HLS), die eine Neubewertung der bereits im Besitz der Hermle AG befindlichen übrigen Anteile erforderlich machte.

Bereinigt um diesen Einfluss errechnet sich ein Vorsteuerergebnis von 111,6 Millionen Euro und eine im Vergleich zum Vorjahr etwa stabile Brutto-Umsatzmarge von 24,6 Prozent. Der Konzern-Jahresüberschuss ohne den Bewertungseffekt stieg von 73,3 Millionen Euro auf 82,5 Millionen Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 3. Juli 2019 in Gosheim vorschlagen, wie im Vorjahr 15,05 Euro je Vorzugs- und 15,00 Euro je Stammaktie auszuschütten. Das entspricht einer unveränderten Dividendensumme von 75,1 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden 7,5 Millionen Euro in die Rücklagen eingestellt. Damit werde die solide Finanz- und Vermögenslage des Hermle-Konzerns weiter gefestigt.

Ende 2018 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 128,6 Millionen Euro (Vj. 103,4 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote lag am Stichtag bei 68,3 Prozent (Vj. 71,8 %). Die Investitionen beliefen sich 2018 konzernweit auf 11,9 Millionen Euro gegenüber 18,5 Millionen Euro im Vorjahr, das von zwei großen Bauprojekten geprägt war. In der Berichtsperiode wurde insbesondere in die Modernisierung und Erweiterung der Blech- und der spanenden Fertigung investiert. Der operative Cashflow erhöhte sich 2018 um 14,7 Prozent auf 92,9 Millionen Euro (Vj. 81,1 Millionen Euro).

Mitarbeiterprämie gestiegen

Am 31. Dezember 2018 beschäftigte der Hermle-Konzern 1.251 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im entsprechenden Vorjahreswert von 1.086 Personen waren die Beschäftigten der HLS, deren Mitarbeiterzahl von 85 auf 93 Personen wuchs, noch nicht enthalten.

Darüber hinaus gab es Neueinstellungen vor allem bei den Auslandstochtergesellschaften und im Service. Durch die Übernahme von Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss und die Neubesetzung freigewordener Ausbildungsplätze vergrößerte sich die Belegschaft zudem insbesondere in der Produktion.

Als Anerkennung ihres Beitrags zum Unternehmenserfolg sollen die Hermle-Beschäftigten im Anschluss an die Dividendenausschüttung eine gegenüber Vorjahr leicht erhöhte Prämie erhalten.

Hermle Montagehalle
Die Mitarbeiter der Hermle AG erhalten dieses Jahr wieder eine Prämie als Anerkennung ihres Beitrages zum Unternehmenserfolg. - Bild: Hermle AG

Expansion in Russland

Auch die Aktivitäten im Ausland baut Hermle systematisch aus. Ende 2018 wurde am zweiten russischen Standort Uljanovsk in einer Freihandelszone ein neues Gebäude bezogen. Neben der Ersatzteilversorgung der Kunden in der Region sollen dort ein Vorführzentrum und Kapazitäten zur Maschinenüberholung entstehen. 2019 ist unter anderem geplant, Service und Vertrieb in den USA zu erweitern. Darüber hinaus sollen zwei neue Tochtergesellschaften in Mexiko sowie im Asien-/Pazifikraum gegründet werden.

Mit den intensiven Entwicklungs- und Auslandsaktivitäten bereitet sich Hermle auch auf ein absehbar raueres Umfeld vor. Nachdem sich die Nachfrage 2018 nach einem überhitzten ersten Quartal im Jahresverlauf wie erwartet normalisierte, rechnet das Unternehmen 2019 mit einem Rückgang des Auftragseingangs um bis zu 20 Prozent.

Angesichts der außerordentlich großen politischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten können auch größere Einbußen nicht sicher ausgeschlossen werden, heißt es seitens des Unternehmens. Dank des hohen Auftragsbestands aus 2018 hält es das Unternehmen aber für möglich, im laufenden Jahr eine noch stabile bis leicht positive Umsatzentwicklung - bestenfalls ein Plus von 5 Prozent - und ein Betriebsergebnis etwa auf Vorjahresniveau zu erreichen, sofern sich die Rahmenbedingungen erwartungsgemäß darstellen. In den ersten Wochen des Jahres 2019 verlief das Geschäft im Rahmen der Planungen. Informationen über das gesamte erste Quartal 2019 veröffentlicht Hermle am 15. Mai 2019.

Über die Hermle AG

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG zählt sich selbst zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. Hermle-Werkzeugmaschinen kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Präzision in Hightech-Branchen wie dem Werkzeug- und Formenbau, der Medizintechnik, optischen Industrie, Energietechnik, Luftfahrt-, Automobil- und Motorsportindustrie sowie bei deren Zulieferern zum Einsatz. 

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