Gelbe Gabelstapler von Jungheinrich stehen in einer Reihe nebeneinander

Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich überraschte mit seiner Prognose. - Bild: Jungheinrich

| von Anja Ringel

Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich wird nach einer Erholung des Geschäfts zuversichtlicher für das laufende Jahr. Die Kundennachfrage belebe sich seit mehreren Wochen sukzessive, teilte das im SDax notierte Unternehmen überraschend am Mittwochabend  (22.10.9 mit. Deshalb seien im Restjahr höhere Umsätze zu erwarten als zunächst gedacht. Zudem dürften sich die eingeleiteten Sparmaßnahmen weiter positiv im Ergebnis niederschlagen.

Der Aktienkurs kletterte am Vormittag in einem schwachen Umfeld auf den höchsten Kurs seit 2018. Der Kurs legte um fast 3 Prozent auf 35,47 Euro zu. Commerzbank-Analyst Sebastian Growe empfiehlt die Aktie genauso wie die von Wettbewerber Kion zum Kauf. Bei Jungheinrich sei die "Optimerungsstory" noch nicht ausgereizt, so Growe. Er bevorzugt jedoch die Aktie des Konkurrenten Kion. Denn das Unternehmen sei als Marktführer in der Warenlager-Automatisierung "eine Klasse für sich".

Jungheinrich habe bisher wie erwartet abgeschnitten, schrieb Analyst Stefan Augustin von Warburg Research. Doch die neue Jahresprognose falle herausragend aus. Sein Kollege von Peter Rothenaicher von der Baader Bank meinte, der Gabelstaplerhersteller habe insbesondere mit seiner operativen Ergebnismarge (Ebit) positiv überrascht. Nach dem bereits starken Kursanstieg sei die Aktie aber nicht mehr günstig.

In den ersten neun Monaten ging der Umsatz zurück

Das Jungheinrich-Management rechnet für das Gesamtjahr jetzt mit einem Konzernumsatz und Auftragseingang von 3,5 bis 3,7 Milliarden Euro. Das sind jeweils rund 100 Millionen Euro mehr als bisher veranschlagt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte mit nun 180 bis 230 Millionen Euro die bisherige Prognose von 130 bis 180 Millionen Euro ebenfalls übertreffen. Für die Ebit-Rendite ergebe sich damit eine neue Bandbreite von 5,1 bis 6,2 Prozent (bisher: 3,8 bis 5,0).

Allerdings stellte der Vorstand die Prognose unter die Voraussetzung, dass es bis zum Jahresende nicht zu umfangreicheren weiteren Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie kommt.

In den ersten neun Monaten gingen Umsatz und Ergebnis von Jungheinrich wegen der Corona-Pandemie zurück. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um rund acht Prozent auf 2,72 Milliarden Euro. Das Ebit brach um fast ein Viertel auf 150,2 Millionen Euro ein. Der Gewinn vor Steuern sank noch etwas stärker auf 133,8 Millionen Euro. Die Ebit-Rendite fiel um 1,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent.