Bonns Stadtdirektor Wolfgang Fuchs, Huaweis Rotierender Vorstandsvorsitzender Ken Hu und BSI-Präsident Arne Schönbohm bei der formellen Eröffnung des Huawei Bonn Security Innovation Lab im November des vergangenen Jahres.

Bonns Stadtdirektor Wolfgang Fuchs, Huaweis Rotierender Vorstandsvorsitzender Ken Hu und BSI-Präsident Arne Schönbohm bei der formellen Eröffnung des Huawei Bonn Security Innovation Lab im November des vergangenen Jahres. - Bild: obs/Huawei Technologies Deutschland GmbH

Das ist das Ergebnis einer Studie des DIW Econ, dem Beratungsunternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zum "Ökonomischen Fußabdruck von Huawei in Deutschland". 

Die Zahlen im Detail: Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens, das seit 2001 auf dem deutschen Markt aktiv ist, hatte in Deutschland 2018 einen Bruttowertschöpfungseffekt von 2,357 Milliarden Euro und einen Beschäftigungseffekt von 28.142 Personen.

Huawei erzielte in Deutschland zwischen 2008 und 2018 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 26 Prozent auf zuletzt rund 2,7 Milliarden Euro (2018). Die Anzahl der Beschäftigten stieg im gleichen Zeitraum um durchschnittlich jährlich 13 Prozent auf zuletzt über 2.600 Mitarbeiter. Im Jahr 2018 betrug die von Huawei ausgehende Nachfrage nach Vorleistungs- und Investitionsgütern aus Deutschland insgesamt rund 1.352 Millionen Euro.

Huawei investiert in Forschung in Deutschland

Die Studie attestiert Huawei, einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung in Deutschland zu leisten. "Mit der Bereitstellung innovativer Infrastrukturprodukte für moderne Telekommunikationsnetze sowie engen Kooperationen mit nationalen und regionalen Telekommunikationsnetzbetreibern schafft Huawei eine wichtige Voraussetzung zur Digitalisierung der deutschen Volkswirtschaft. In diesem Sinne ist Huawei aus ökonomischer Sicht ein Wegbereiter oder 'Aktivierer' (Enabler), dessen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) breite volkswirtschaftliche Effekte auslösen können," so die Autoren der Studie.

Huaweis Technologien wirkten als Katalysator für systemische Innovationen wie Industrie 4.0, Smart Cities, Autonomes Fahren oder intelligente Stromnetze, die in Partnerschaft mit deutschen Unternehmen realisiert würden. Dabei werde der Erfolg solcher systemischen Innovationen das zukünftige Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands entscheidend mitbestimmen, so die Studie weiter.

In einem weiteren Kapitel beschäftigt sich die Studie mit Huaweis Beitrag zum Forschungsstandort Deutschland. Die Investitionen Huaweis in Forschung und Entwicklung wuchsen von 31 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 112 Millionen im Jahr 2018. Insgesamt hat Huawei in den letzten fünf Jahren mehr als 450 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung in Deutschland investiert. Huaweis Forschungszentrum in München ist mit mehr als 400 Mitarbeitern das größte Forschungszentrum des Unternehmens ins Europa. Darüber hinaus arbeiten in Nürnberg, Berlin und Dresden weitere Forschungsteams.

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Huawei vs. USA

Gleichwohl steht Huawei derzeit in der Kritik -  insbesondere durch die USA. Die Verienigten Staaten hatten Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, mit denen US-Firmen keine Geschäftsbeziehungen ohne eine spezielle Genehmigung unterhalten dürfen. Für Betriebssysteme ist die Regelung noch bis Mitte August ausgesetzt, Google will laut einem Medienbericht eine langfristige Ausnahme erreichen. Huawei hatte bereits angekündigt, spätestens zum kommenden Frühjahr ein eigenes Betriebssystem zur Marktreife bringen zu können. Für den europäischen Markt ist aber die Integration von Google-Diensten wichtig.

Der chinesische Huawei-Konzern hat eingeräumt, dass die US-Sanktionen den Verkauf seiner Smartphones in Deutschland bremsen. "Unser Marktanteil in Deutschland ist bis zuletzt auf mehr als 20 Prozent gestiegen in den vergangenen Jahren. Aktuell stockt der Verkauf logischerweise etwas", sagte der stellvertretende Chef von Huawei Deutschland, David Wang, unlängst der "Rheinischen Post". Auslöser sei die Sorge der Kunden, dass Huawei keine Updates des Android-Betriebssystems von Google mehr bekommen werde.

Wang bekräftigte zugleich, dass Huawei von einer Kooperation mit deutschen Mobilfunk-Anbietern beim Aufbau der superschnellen 5G-Netze ausgehe. "Wir liefern aktuell Netzwerkelemente für den Ausbau der LTE-Netze von Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland und von Telefonica Deutschland", sagte der Huawei-Manager. "Wir rechnen damit, dass wir auch beim Bau der künftigen 5G-Netze mit diesen drei Unternehmen eng zusammenarbeiten." Huawei wolle auch die erwarteten Sicherheits-Auflagen für 5G-Lieferanten erfüllen. "Es hat niemals irgendwo einen Hinweis auf eingebaute Hintertüren in unserer Software gegeben", betonte Wang.

Das ist Huawei

Huawei Technologies ist ein Anbieter von Informationstechnologie und Telekommunikationslösungen. Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung und mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung nutzt laut Unternehmensangaben direkt oder indirekt Technologie von Huawei.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Shenzhen hat weltweit 188.000 Mitarbeiter und ist mit seinen drei Geschäftsbereichen Carrier Network, Enterprise Business und Consumer Business in 170 Ländern tätig. Huawei beschäftigt 80.000 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung und betreibt weltweit 16 Forschungs- und Entwicklungscluster sowie gemeinsam mit Partnern 28 Innovationszentren. In Deutschland ist Huawei seit 2001 tätig und beschäftigt über 2.500 Mitarbeiter an 18 Standorten. In München befindet sich der Hauptsitz des Europäischen Forschungszentrums von Huawei.