Münzen - In welchen Ländern zahlen Unternehmen am langsamsten?

Besonders chinesische und südeuropäische Unternehmen haben eine schlechte Zahlungsmoral.(Bild: Pixabay)

Das weltweite Zahlungsverhalten hat sich im vergangenen Jahr leicht verbessert. Die sogenannten „Days of Sales Outstanding“ (DSO), also die Forderungslaufzeit zwischen Rechnungslegung und der tatsächlichen Bezahlung, waren 2018 mit weltweit durchschnittlich 65 Tage einen Tag kürzer als noch im Vorjahr.

2017 hatte allerdings den höchsten Stand seit zehn Jahren markiert. Die leichte Verbesserung des Zahlungsverhaltens dürfte sich auch 2019 fortsetzen. Der weltweit führende Kreditversicherer Euler Hermes geht in seiner aktuellen Studie für 2019 von einer Forderungslaufzeit von durchschnittlich 64 Tagen aus (-1 Tag).

Gute Zeiten – schlechte Zeiten: Wie Wirtschaft und Unsicherheit die Zahlungsmoral beeinflusst

„In wirtschaftlich guten Zeiten drücken Unternehmen bei ihren Kunden gerne mal ein Auge zu. Sie gewähren längere Zahlungsziele und dulden auch eher eine schlechtere Zahlungsmoral“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

„Die große Unsicherheit, die 2018 durch den Brexit, den Handelskonflikt und die plötzlich stark steigenden Handelsbarrieren entstanden, hat jedoch das Risikobewusstsein vielerorts wieder geschärft. Das hat zu einer stärkeren Disziplin bei den Zahlungszielen geführt. In schlechten Zeiten scheuen Unternehmen das Risiko, haben weniger Vertrauen und bringen lieber ihre Schäfchen ins Trockene. Das stößt nicht immer auf Gegenliebe, denn umgekehrt versuchen Abnehmer in schlechteren Zeiten vermehrt, ihre Zahlungsziele zu verlängern – insbesondere dann, wenn sie selbst recht knapp bei Kasse sind.“

Diese beiden gegensätzlichen Trends haben dazu geführt, dass sich der weltweite Durchschnitt der DSO nur leicht verbessert hat.

China: rote Laterne für Spätzahler – aber Südeuropäer mit Rückfall in schlechte Gewohnheiten

„Die rote Laterne geht erneut an China“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe und stellvertretender Chefvolkswirt der Allianz. „Unternehmen müssen in China im Schnitt ganze drei Monaten auf ihr Geld warten.

Allerdings folgen nur knapp dahinter gleich fünf Mittelmeerstaaten, darunter zahlreiche Europäer. Sie sind zum Teil in schlechte alte Gewohnheiten zurückgefallen und erfüllen 2018 vielerorts das Klischee, dass Südeuropäer bei der Zahlungsmoral nicht gerade zu den Klassenbesten gehören.“

Hinter China (92 Tage) gehören Griechenland (90), Italien (86), Marokko (84), die Türkei (79) und Spanien (78) ebenfalls zu den schlechtesten Zahlern. Nach Saudi-Arabien (77) und Taiwan (74) folgen mit Frankreich und Portugal (je 73) zwei weitere europäische Staaten in den „Negativ-Top-10“.

In Italien ist die Verschlechterung der Zahlungsmoral mit +5 Tage besonders eklatant, aber auch Frankreich, Griechenland (je +2) und Spanien (+1).

Zahlungsmoral weltweit
Zahlungsmoral weltweit

Deutschland auf Rang 12 – Schnellzahler wohnen in Neuseeland, Südafrika und Österreich

Deutschland liegt mit 54 Tagen (unverändert im Vergleich zum Vorjahr) 11 Tage unter dem weltweiten Durchschnitt. Das bedeutet Rang 12: Für die „Top 10“ der Schnellzahler hat es nicht gereicht.

Die vorbildlichsten Zahlen sitzen in Neuseeland (47), Südafrika (48) sowie den deutschen Nachbarn Österreich (49) und der Schweiz (50).

Elektronikbranche, Maschinenbau und Baugewerbe zahlen spät

Weltweit müssen Unternehmen in der Elektronikbranche (89 Tage) sowie im Maschinenbau (86) und Baugewerbe (82) besonders lange auf ihr Geld warten.

Letztere Branche war 2018 zudem von der höchsten Anzahl an Großpleiten betroffen. Weltweit meldeten 51 große Bauunternehmer im Jahr 2018 Insolvenz an.

Deutschland: Luftfahrt-, Pharmaindustrie und Elektronikbranche zahlen am spätesten

In Deutschland werden Unternehmen in der Luftfahrt- und Pharmaindustrie sowie der Elektronikbranche am spätesten bezahlt. In der Luftfahrt müssen Lieferanten mit 77 Tagen über drei Wochen länger auf ihr Geld warten als im bundesweiten Durchschnitt von 54 Tagen.

Aber auch in der Pharmaindustrie bezahlen Unternehmen erst nach 72 Tagen ihre Rechnungen (Vorjahr: 77 Tage), in der Elektronikbranche nach 67 Tagen (Vorjahr: 66 Tage). Besonders schnelle Zahler hingegen findet man in Deutschland vor allem in endkundennahen Sektoren, insbesondere im Einzelhandel (28 Tage, Vorjahr: 29 Tage), in der Telekommunikationsbranche (38 Tage, Vorjahr: 42 Tage) sowie im Lebensmittelsektor (44 Tage, Vorjahr: 39 Tage).

Die stärkste Verbesserung verzeichneten 2018 die freiberuflichen Dienstleistungen in Deutschland mit einem Rückgang der Forderungslaufzeit von durchschnittlich sieben Tagen. Sieben Tage länger als noch im Vorjahr müssen hingegen Unternehmen aus den Bereichen Freizeitindustrie und Haushaltswaren warten.

  • Ferrari

    Ferrari macht pro verkauftem Auto im Schnitt einen Gewinn von sage und schreibe 68.987 Euro. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Porsche Cayenne

    Auch Porsche hat eine starke Rendite. Der Sportwagenhersteller verdient pro Auto 16.780 Euro. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Maserati

    4.889 Euro bleiben als Gewinn hängen, wenn Maserati eines seiner Sportmodelle verkauft. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Audi RS3

    Premiumhersteller Audi macht pro Auto einen Gewinn von 3.347 Euro. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Mercedes S-Klasse Lenkrad

    Mercedes-Benz macht einen Gewinn von 3.343 Euro pro verkauftem Auto. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • BMW

    Auch BMW verdient nicht schlecht. Pro Auto macht der Münchner Hersteller einen Gewinn von 3.057 Euro. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Volvo V90

    2.425 Euro bleiben als Gewinn durchschnittlich hängen, wenn Volvo ein Auto verkauft. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Land Rover Defender

    Noch im grünen Bereich: Jaguar Land Rover macht einen Gewinn von 779 Euro pro Auto. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Tesla Model S

    In den roten Zahlen ist Tesla. Das Unternehmen unter Führung von Elon Musk macht einen Verlust von 10.931 Euro pro verkauftem Auto. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Bentley

    Bentleys sind teuer, Gewinn macht das Unternehmen aber dennoch nicht. 17.425 Euro verliert der Hersteller von Luxusautos pro verkauftem Auto. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

Automatisierungsquote: Wo arbeiten die meisten Roboter?

Global betrachtet arbeiten im Schnitt 74 Roboter pro 10.000 Mitarbeiter in der Fertigungsindustrie. Das gab die International Federation of Robotics (IFR) in der jüngsten Statistik bekannt. Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wie die Roboterdichte laut IFR weltweit verteilt ist.