Zusammenarbeit mit Indien

Die Zusammenarbeit mit Indien ist aufgrund der neutralen Haltung der Regierung in Delhi zum Angriff Russlands auf die Ukraine eingetrübt. (Bild: luzitanija - stock.adobe.com)

"Der Westen muss damit rechnen, dass sich Indien in einer mehr und mehr bipolaren Weltordnung keinem Lager zuordnen wird", sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, der Deutschen Presse-Agentur anlässlich der deutsch-indischen Regierungskonsultationen am Montag, 2. Mai 2022, in Berlin.

"Im Systemwettbewerb mit China müssen Deutschland und Europa genauso wie Indien ihre internationalen Wirtschaftsbeziehungen diversifizieren", sagte Niedermark. Beide Seiten müssten in der aktuellen Lage Abhängigkeiten von Russland reduzieren. "Das gilt für europäische Energieimporte wie für die russisch-indische Militärkooperation."

Für ein Handelsabkommen müssten Indien und die EU aufeinander zugehen. "Europäische Unternehmen erwarten ein sicheres Investitionsumfeld und niedrigere Zölle. Die Einfuhr von Komponenten für die Fertigung muss kostengünstiger werden, damit Indien als Investitionsstandort attraktiv bleibt", sagte Niedermark.

Der Verband der Anlagen- und Maschinenbauer (VDMA) appellierte an die Bundesregierung, auf eine Wiederaufnahme der Freihandelsgespräche zwischen EU und Indien zu drängen. "Das Land ist ein großer Wachstumsmarkt in Asien und steht bisher viel zu wenig im Fokus der deutschen und europäischen Politik", sagte der VDMA-Abteilungsleiter für Außenwirtschaft, Ulrich Ackermann. Aus Sicht der Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, sollten die Gespräche am Montag genutzt werden, um Indien zur Marktöffnung zu drängen. Auch sollte die Zusammenarbeit in den Bereichen Rohstoffe und Energie intensiviert werden.

Die 6. deutsch-indischen Regierungskonsultationen finden am Montag in Berlin statt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) trifft sich dazu mit Indiens Premierminister Narendra Modi zum bilateralen Austausch sowie zur Plenarsitzung mit Ressortvertretern. Auch ein Treffen beider mit Vertretern der Wirtschaft ist geplant.

Indien vertritt bislang eine neutrale Haltung im Ukraine-Krieg. Es hat den Angriffskrieg Russlands nicht verurteilt und trägt auch die Sanktionen nicht mit. Stattdessen kauft Indien beispielsweise mehr günstiges Öl aus Russland. Auch bei seiner militärischen Ausrüstung und bei Ersatzteilen ist Indien stark auf Moskau angewiesen.

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Flaggen von der Ukraine und Russland
(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

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dpa