Bosch Mitarbeiter
Bei der erfolgreichen Umsetzung von Industrie 4.0-Lösungen stehen immer der Nutzer und seine Anforderungen im Fokus der vernetzten Lösung, weniger die jeweilige Technik oder das Produkt. - Bild: Bosch

Um diese grundlegenden Fertigkeiten vermitteln zu können, müssten Schulen und Lehrer mit dem nötigen Wissen und der passenden technischen Infrastruktur ausgestattet werden. Dies trage auch dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung des Datenschutzes zu stärken, sagte der Bosch-Geschäftsführer. "Klare Regeln für den Datenschutz und den Umgang mit Informationen aus der Fertigung sind Voraussetzung dafür, dass Unternehmen vertrauensvoll miteinander kooperieren."

Änderungen seien auch in der universitären Ausbildung nötig, sagte Struth: "Studenten sollten in der Lage sein, sich und ihr Wissen miteinander zu vernetzen. Dazu muss nicht jeder ein Experte in dem jeweiligen Fach sein. Es reicht in den meisten Fällen aus, wenn Anforderungen an den jeweiligen Fachexperten klar formuliert werden können. Dafür müssen Ingenieure zunehmend IT-Kenntnisse mitbringen – etwa um die Datenströme von Sensoren an den Fertigungslinien nutzbringend auszuwerten", ergänzte Struth.

15 Bosch-Beispiele auf deutscher Online-Landkarte Industrie 4.0

Bosch ist in der Industrie 4.0 sowohl ein führender Leitanbieter als auch Leitanwender. Die vernetzte Produktion ist bei Bosch bereits heute vielfach Realität. Auf einer zum Gipfel vorgestellten Online-Landkarte mit 100 Industrie-4.0-Beispielen aus Deutschland sind 15 Umsetzungen von Bosch verzeichnet. Darunter finden sich zum Beispiel automatische Transportroboter im Werk Nürnberg, die den Materialfluss in der Fertigung durch ihre intelligente Vernetzung im Schwarm effizienter gestalten. In Homburg steht eine vernetzte Fertigungslinie, in der 200 verschiedene Hydraulikventile aus rund 2000 Komponenten gefertigt werden – ein Beispiel für die effiziente Produktion in Losgröße Eins.

Einsparungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich

Mit Blick auf die weltweit mehr als 250 Bosch-Werke erwartet Struth durch Industrie 4.0 bis 2020 jährliche Einsparungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. "Jede Ersparnis stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Attraktivität der produzierten Erzeugnisse."

Gemeinsames Verständnis für Standards

Zu den in Berlin behandelten Themen zählen unter anderem branchenübergreifende Industrie 4.0-Lösungen. Um diese zu ermöglichen, hat die Plattform Industrie 4.0 ein umfassendes Konzept vorgestellt. Dieses Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0) zeigt den schrittweisen Übergang aus der heutigen Fertigung in die Industrie 4.0. Dazu schafft es ein gemeinsames Verständnis für Standards und Normen. Bosch hat maßgeblich an der Referenzarchitektur mitgearbeitet. "RAMI 4.0 gibt viele Orientierungshilfen, um Industrie 4.0 genau zu definieren und weiterzuentwickeln. Damit werden unter anderem Überschneidungen und Lücken in den dafür nötigen Standards sichtbar und können geschlossen werden", sagte Struth. Der Bosch-Geschäftsführer betonte, dass Deutschland auf einem guten Weg sei, die Potenziale der vernetzten Produktion zu nutzen.

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