Industrie 4.0 Software
Einsatz von Industrie-4.0-Softwarelösungen. - Grafik: Bosch

Eine intelligente Fabrik lässt sich mit verkabelten Systemen nur schwer als Zukunftsmodell denken. Produktionsverantwortliche können sich zwar drahtlose Lösungen vorstellen, dennoch heißt es noch sehr häufig, dass solche Ansätze aus Sicherheitsgründen nicht denkbar sind. Wie sieht es aus mit dem Thema Sicherheit für drahtlose Netzwerke, in denen perspektivisch alle Werkzeuge, Maschinen, Anlagen, Roboter und Arbeitsplätze miteinander verbunden sind? "Security ist eine Aufgabe, die gelöst werden muss - kein Selbstzweck, wie es die Diskussion um das Thema teilweise suggeriert. Mit dem Thema wird häufig Angst vor Neuem geschürt, zum anderen werden Sicherheitsbedenken manchmal auch genutzt, um Veränderung zu vermeiden", sagt Stöckel.

Auch aus Hofmanns Sicht ist die Sicherheitsdiskussion kein Grund, um sich nicht auf neue Konzepte einzulassen, die Cloud- und Wireless-Technologien beinhalten. "Immer mehr Unternehmen nutzen WLAN nicht nur im Office- sondern auch im Fertigungsbereich, in den letzten drei, vier Jahren hat sich die Security hier ebenso wie bei Cloud-Anwendungen deutlich verbessert", sagt der Fertigungs-Experte. Auch die eigene Lösung, die die Maschinenfabrik Reinhausen entwickelt hat, und die schon von 14 weiteren Unternehmen genutzt wird, soll zur nächsten Hannover Messe als Cloud-Lösung - wahlweise public oder private - am Microsoft-Stand vorgestellt werden.

Als entscheidende Hürde auf dem Weg zur intelligenten Fabrik sieht Hofmann die Angst vor Neuerungen. "Man braucht zwei Währungen, um diesen Weg in die Industrie 4.0 zu gehen: Zum einem Euro, denn ohne Investitionen geht es nicht, zum anderen Mut. Viele haben noch nicht den Mut, konkret etwas zu tun, sondern verharren in einer Beobachtungshaltung, damit man nichts falsch macht", konstatiert Hofmann. Doch auch wenn diese Grundangst verständlich sei: "Abwarten ist immer falsch, wenn es um Innovation geht", meint der Industrie-4.0-Experte. Seiner Einschätzung nach steht ein Dammbruch unmittelbar bevor, wenn die ganzen Firmen, die in 2015 nur "beobachtet" haben, dann auch aktiv werden.

Daniela Hofmann