Roboter schweißen in einer Fabrik

Alle wichtigen Meldungen aus der Industrie und für die Industrie erfahren Sie in unserem News-Blog. (Bild: wi6995 - stock.adobe.com)

VW und Umicore investieren Milliarden in gemeinsame Batteriematerialienfirma

Mo, 26.09.2022, 9:03: Die Batteriesparte des Volkswagen-Konzerns und der belgische Materialtechnologiekonzern Umicore gründen ein milliardenschweres Gemeinschaftsunternehmen für Batteriematerialien. Das Joint Venture aus der VW-Tochter PowerCo und Umicore mit Sitz in Brüssel will drei Milliarden Euro investieren und Ende des Jahrzehnts Materialien für 2,2 Millionen Elektroautos jährlich liefern, wie die Unternehmen mitteilten.

Mit den Batteriekomponenten wollen die Firmen einen großen Teil des Bedarfs von Volkswagens geplanten europäischen Batteriezellfabriken decken. Vorwiegend geht es dabei um Batterie-Kathoden und Vormaterialien für 160 Gigawattstunden an Zellkapazität. VW will mit Partnern gemeinsam bis Ende des Jahrzehnts in sechs europäischen Fabriken Elektroauto-Akkus mit einer Leistung von 240 Gigawattstunden jährlich herstellen. (DPA)

Habeck macht Druck auf Lindner: Dürfen Firmen nicht allein lassen

Mo, 26.09.2022, 8:33: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck dringt auf eine Ausweitung des Rettungsschirms für kleine und mittlere Unternehmen, deren Existenz durch die Energiekrise gefährdet ist. Habeck machte wegen der Finanzierung dieser Maßnahme Druck auf Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). "Ich hoffe, dass wir in der Bundesregierung eine Klärung in dem Sinne herbeiführen können", sagte Habeck in einer Videobotschaft für den Parteitag der Südwest-Grünen am Sonntag in Donaueschingen. "Würden wir das nicht tun, müsste man sagen: Wir lassen die Unternehmen allein. Und das lasse ich als Wirtschaftsminister nicht zu. Wir lassen die Unternehmen nicht allein - nicht in dieser Zeit, nicht in Deutschland."

Habeck will etwa eine Million kleine und mittlere Firmen wie etwa Bäcker unter den Rettungsschirm nehmen. Die zusätzlichen Kosten werden auf einen zweistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Die Maßnahme diene auch dem Ziel, die Rezession "einzubremsen", sagte der Minister.

Zuvor hatte Grünen-Chefin Ricarda Lang in Donaueschingen gesagt: "Aus so einer Krise kann man sich nicht raussparen." Der wirtschaftliche Kern Deutschlands dürfe nicht gefährdet werde, von der Krise bedrohten Unternehmen müsse wie von Habeck geplant geholfen werden. An die Adresse von Lindner sagte Lang: "Dann lassen Sie uns jetzt diese Unternehmen retten. Dann lassen Sie uns jetzt dieses Geld in die Hand nehmen." (DPA)

Podcast: VDMA-Vizepräsident Schunk über die Energiekrise

Batteriehersteller Varta kassiert Jahresziele

Fr., 23.09.22, 14:26: Der weitere Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise zwingt den Batteriehersteller Varta zur Aussetzung seiner Ziele. Die bisherigen Prognosen für den Umsatz und das Ergebnis im laufenden Jahr und dem dritten Quartal ließen sich nicht mehr erreichen, teilte das Unternehmen überraschend am Freitag in Ellwangen mit. Zu neuen Prognosen sieht sich der Vorstand derzeit nicht in der Lage. So könne Varta die hohen Energiepreise nur begrenzt und verzögert an die Kunden weitergeben. Zusätzlich verzögerten sich zwei große Aufträge. Der Kurs der Varta-Aktie brach nach den Neuigkeiten um bis zu31 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mai 2019 ein. Damit war Varta Schlusslicht im MDax.

Bereits Anfang August hatte Varta seine Jahresziele gesenkt. Als Begründung nannte das Management dabei trübere Konjunkturaussichten und hohe Rohstoff-, Energie- und Transportkosten. Zudem verzögerten sich zu dem Zeitpunkt bereits Kundenprojekte. Zuletzt hatte Konzernchef Herbert Scheint einen Jahresumsatz von 880 bis 920 Millionen Euro und ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis (Ebitda) von 200 bis 225 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Zugleich kämpfte Varta bereits seit deutlich längerer Zeit mit einer schwachen Nachfrage. Weil unter anderem bei den Kunden Teile fehlten, um etwa kabellose Kopfhörer fertigzustellen, hakte es in dem einst boomenden Hauptgeschäft mit Lithium-Ionen-Knopfzellen schon zum Jahresstart.

Deutsche Unternehmen verarbeiten keine Daten mehr in Russland

Fr., 23.09.2, 09:26: Unternehmen aus Deutschland verarbeiten praktisch keine Daten mehr in Russland. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter Unternehmen aus allen Branchen ab 20 Beschäftigten hervor, die am Freitag in Berlin veröffentlicht wurde. In der Umfrage erklärte keine einzige Firma mehr, personenbezogene Daten nach Russland zu transferieren, um sie zum Beispiel dort von externen Dienstleistern verarbeiten zu lassen.

Vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine spielte Russland als Standort für IT-Dienstleistungen in Deutschland durchaus eine Rolle. Im vergangenen Jahr hatte noch fast jedes zehnte Unternehmen (neun Prozent) personenbezogene Daten nach Russland übertragen und dort verarbeitet. "Russland hat sich mit dem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine selbst isoliert - auch in der digitalen Welt", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Der Umgang mit personenbezogenen Daten setzt Vertrauen und Rechtsstaatlichkeit voraus, beides ist in Russland gleichermaßen zerstört."

IT-Dienstleister aus Deutschland haben sich auch weitgehend vom russischen Markt zurückgezogen. Als prominentes Beispiel hatte im April Europas größter Softwarekonzern SAP entschieden, den russischen Markt zu verlassen. Das Unternehmen nahm dabei auch Gewinnrückgänge in Millionenhöhe in Kauf.

Energiekrise: Habeck kündigt erweiterte Hilfen für Unternehmen an

Do, 22.09.2022, 15:44: Wegen stark gestiegener Energiekosten hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erweiterte Hilfen für Unternehmen angekündigt. Habeck sagte  im Bundestag, die volkswirtschaftliche Substanz in Deutschland müsse erhalten und geschützt werden. Dazu solle ein Energiekosten-Programm des Bundes erweitert werden.

Hilfen sollten künftig nicht mehr nur an Firmen gehen, die im internationalen Handel stehen, sondern auch an Unternehmen, die Verluste machen. Das gelte für die Industrie. Auch für den Mittelstand sollen Hilfen erweitert werden. Außerdem solle es schnell Abschlagszahlungen geben, sagte Habeck.

Der Bund hatte ein Programm aufgelegt, bei dem Firmen einen Zuschuss zu ihren gestiegenen Erdgas- und Stromkosten bekommen können. Das Wirtschaftsministerium hatte bereits erklärt, es seien Erweiterungen für den Mittelstand geplant. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hatte unter Verweis auf eine Umfrage im industriellen Mittelstand mitgeteilt, extrem steigende Energiepreise stellten die Industrie vor fundamentale Probleme.

Habeck sagte, die Bundesregierung habe zur Landesverteidigung ein 100 Milliarden Euro schweres Sondervermögen aufgelegt. Mit der gleichen Entschlossenheit müssten nun zur Verteidigung der volkswirtschaftlichen Substanz Deutschlands finanzielle Möglichkeiten mobilisiert werden.

Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff (CDU), warnte im Bundestag vor einer Insolvenzwelle. Er forderte dringend ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Bewältigung der Krise. Haseloff stellte zugleich die Schuldenbremse in Frage, um auf die Herausforderungen reagieren zu können.

Innerhalb der Ampel-Koalition im Bund gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob im kommenden Jahr die in den vergangenen Jahren wegen der Pandemie ausgesetzte und im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse wieder eingehalten werden soll. Sie erlaubt dem Bund nur in geringem Maße, neue Kredite aufzunehmen. (DPA)

Im Fokus: Gasversorgung in der Industrie

Gaspipeline und Hilfsgeräte in der Gaspumpstation.
(Bild: 63ru78 - stock.adobe.com)

Was passiert, wenn Putin wirklich den Gashahn ganz zudreht? Wie soll die Industrie ohne russisches Gas über den Winter kommen? Welche Maßnahmen werden ergriffen? PRODUKTION hält Sie über alles Wichtige rund um die Gasversorgung auf dem Laufenden. Wir empfehlen Ihnen diese Artikel:

Studie: USA wird voraussichtlich wichtigster LNG-Lieferant für EU

Do, 22.09.2022, 12:32: Die USA werden in Zukunft laut einer Studie voraussichtlich der wichtigste Lieferant für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Deutschland und Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag vorgestellte Untersuchung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) im Auftrag des Branchenverbandes Zukunft Gas. Die Studie untersucht in verschiedenen Szenarien den künftigen Gashandel zwischen der Europäischen Union (EU) und Russland und deren Auswirkungen auf die globalen Handelsbeziehungen. "Klares Ergebnis: Der europäische Bedarf nach LNG steigt deutlich", teilte der Branchenverband mit.

Zusätzliches Pipeline-Gas könne nur in begrenztem Umfang von Norwegen, Aserbaidschan und Algerien bezogen werden. Die Lücke der russischen Gaslieferungen müsse daher mithilfe von LNG-Importen gefüllt werden, hieß es. "Dabei könnten LNG-Lieferungen aus den USA die größte Rolle auf dem europäischen Markt übernehmen."

Importe aus den USA steigen deutlich an

In allen untersuchten Szenarien stiegen die Importe der USA gegenüber dem Jahr 2021 deutlich an. Sollte zwischen Russland und der EU kein Gas gehandelt werden, geht die Studie für 2030 von einem USA-Anteil an den Gesamtimporten der EU von 39 Prozent aus, unter der Voraussetzung, dass bis dahin genügend Verflüssigungsanlagen gebaut werden. "Damit würde sich die EU neben Asien zu einem der wichtigsten Absatzmärkte für Erdgas aus den USA entwickeln." Norwegen kommt in dem Szenario auf 28 Prozent Lieferanteil. Wie sich eine bislang nicht begonnene Förderung von sogenanntem Frackinggas in Deutschland auf die Gasmärkte auswirken würde, wurde in der Studie nicht untersucht.

Die Studienautoren erwarten bei LNG aus Katar nur ein beschränktes Wachstum. Auch zusätzliche Importe aus Australien oder Kanada würden vermutlich für den europäischen Markt nicht bedeutend sein. "Die zusätzlichen Mengen können jedoch helfen, Knappheiten auf den Weltmärkten zu verhindern." Auch eine geringere Nachfrage könnte dazu beitragen, beispielsweise durch Elektrifizierung, eine höhere Effizienz und die Produktion von Biomethan als Erdgas-Ersatz.

Mit einer Entspannung bei den Gaspreisen wird ab 2024 gerechnet. "Der zügige Ausbau der LNG-Terminals in Europa wird Importengpässe beseitigen und die europäischen und asiatischen Preise angleichen", erklärte Zukunft Gas-Vorstand Timm Kehler. Ein Preisniveau wie 2018 erwarten die Studienautoren allerdings frühestens 2026 und auch nur bei einem zumindest teilweise bestehenden Handel mit Russland. Ohne russisches Gas könnten die Großhandelspreise in Nordwesteuropa auch im Jahr 2026 noch über 90 Euro je Megawattstunde liegen. "Bei einer global sinkenden Nachfrage kann jedoch das Preisniveau von 2018 auch ohne russisches Gas bis 2030 wieder erreicht werden." (DPA)

Podcast: VDMA-Vizepräsident Schunk über die Energiekrise

BDI: Industrie hält trotz Energiekrise an Klimazielen fest

Do, 22.09.2022, 9:23: Die deutsche Industrie hält nach Angaben von BDI-Präsident Siegfried Russwurm trotz der Energiekrise an den Klimazielen für 2030 und 2045 fest. "Auch wenn die Energiekrise so ernst ist, dass es in den kommenden Wochen um nichts weniger geht, als das Überleben der Industrie in Deutschland und Europa zu sichern: Klimaschutz muss hohe Priorität behalten", sagte Russwurm vor dem Klimakongress des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin. In der Klimapolitik dürfe jetzt nicht die Pausentaste gedrückt werden: "Der konsequente Einsatz für Klimaschutz liegt im ureigensten Interesse der Unternehmen."

Es dürfe jedoch kein Weiter-so in der Energie- und Klimapolitik geben, mahnte Russwurm. Wirtschaft und Energieversorgung müssten krisenfest und widerstandsfähiger werden. Als existenziell wichtig nannte der BDI-Chef deutlich niedrigere Strompreise. Entlastungen müssten für die gesamte Dauer der Krise gelten - mindestens für zwei Jahre, forderte Russwurm. Zudem müssten alle zur Verfügung stehenden Kraftwerke ans Netz, "um durch Angebotserhöhung die horrenden Preise zu dämpfen - also Steinkohle, Braunkohle und auch alle sicher verfügbaren Kernkraftwerke".

Russwurm wirbt für "Revolution der Planungs- und Genehmigungsverfahren"

Die Investitionen, die Unternehmen, Privathaushalte und Staat für die klimaneutrale Transformation aufbringen müssten, seien schon vor der aktuellen Energiekrise gewaltig gewesen. Unter den veränderten Rahmenbedingungen dürften sie noch höher ausfallen, als es der BDI in einer Studie vor einem Jahr beziffert habe. Diese habe Investitionen im Umfang von 860 Milliarden Euro bis 2030 ergeben, hieß es.

Zum Erreichen der Klimaziele ist aus Sicht des BDI ein deutlich beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien und Netze erforderlich. Russwurm warb hier für eine "Revolution der Planungs- und Genehmigungsverfahren". Auch sei ein schneller Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft im industriellen Maßstab einschließlich des Imports erforderlich. Der BDI spricht sich zudem für sogenannte Klimaschutzverträge für die Industrie aus, um die durch klimaneutrale Lösungen verursachten Betriebskosten abzufedern und Investitionen nicht auszubremsen. Im Verkehrssektor sei ein schnellerer Ausbau von Schiene- sowie Lade- und Tank-Infrastruktur erforderlich, im Gebäudesektor ein langfristiges und verlässliches Förderprogramm. (DPA)

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Softwarespezialist Suse bekommt Flaute zu spüren und senkt Auftragsprognose

Do, 22.09.2022, 8:31: Der Linux-Softwareanbieter Suse hat nach einem schwachen Quartal seine Jahresziele für die Auftragslage gesenkt. Im Gesamtjahr erwarten die Nürnberger nun noch ein währungsbereinigtes Wachstum des jährlichen Vertragswerts bei Kernprodukten von um die zehn Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Vorher wurde ein Anstieg im mittleren Zehnerprozentbereich angepeilt. In der Sparte mit aufstrebenden Softwareprodukten geht das Management um Chefin Melissa Di Donato nun noch von einem Plus von um die 20 Prozent statt wie vorher 50 Prozent aus. Am Markt geriet die Aktie vorbörslich stark unter Druck. Den Ausblick für Umsatz und operative Marge bestätigte Suse.

Im dritten Geschäftsquartal (Ende Juli) ging der jährliche Auftragswert von Verträgen um vier Prozent zurück, wozu auch der starke Dollar beitrug. Um Wechselkurse bereinigt sank das Vertragsvolumen um ein Prozent. Der bereinigte Umsatz wuchs derweil um 13 Prozent auf 171,2 Millionen US-Dollar. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie bereinigt um Sonderposten verdiente Suse 65,1 Millionen Dollar und damit 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich konnte die im Sdax notierte Firma den Nettoverlust auf 12,9 Millionen Dollar reduzieren nach 30,3 Millionen vor einem Jahr. (DPA)

Salesforce rechnet 2026 mit Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar

Do, 22.09.2022, 8:03: Der US-Softwarehersteller Salesforce blickt überraschend positiv nach vorn. Im Geschäftsjahr 2026 sei mit einem Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar zu rechnen, teilte der SAP-Rivale am Mittwoch nach US-Börsenschluss in einer Investorenpräsentation mit. Der Aktienkurs von Salesforce sprang im nachbörslichen Handel in einer ersten Reaktion um fast drei Prozent nach oben.

Vor rund einem Monat hatte Salesforce mit einer Senkung der Jahresziele die Anleger noch massiv enttäuscht. Angesichts des starken Dollar und verschärfter Konkurrenz im Cloud-Geschäft rechnete der Konzern mit weniger Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr. Die Erlöse dürften bei maximal 31 Milliarden Dollar liegen, warnte Salesforce damals. (DPA)

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Roboter-Installationen in China steigen um 44 Prozent

Mi, 21.09.2022, 11:47: In China ist die Zahl der installierten Industrie-Roboter 2021 auf einen neuen Rekord von 243.300 Einheiten gestiegen – das ist ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigen vorläufige Daten der International Federation of Robotics. „China hat die konjunkturelle Erholung nach der Covid-19-Pandemie global angeführt und installierte 2021 die Hälfte aller Industrie-Roboter weltweit", sagt Präsidentin Marina Bill. „Das Wachstum ist branchenübergreifend stark, wobei die Elektro- und Elektronikindustrie mit einem Anstieg von 30 Prozent auf 81.600 Installationen der Hauptkunde war. Aber auch die Automobilindustrie verzeichnete 2021 einen starken Aufschwung mit einem Plus von 89 Prozent auf 50.700 Installationen. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen in China zurückzuführen.“

Chinesische Regierung unterstützt Roboterautomation

Die demografische Alterung der Bevölkerung führt im Reich der Mitte zu einem Mangel an Arbeitskräften und steigert damit die Nachfrage nach Roboterautomation. Die Regierung kündigte Anfang des Jahres eine fortschreitende Robotisierung der Industrie an: Der Fünfjahresplan für die Roboterindustrie, der vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) in Peking veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf die Förderung von Innovationen und soll China zu einem weltweit führenden Land im Bereich der Robotertechnologie und des industriellen Fortschritts machen.

Neuer Beruf: "Robotik-Ingenieur"

Gleichzeitig wollen die staatlichen Behörden Beschäftigung fördern und unternehmerische Möglichkeiten für Hochschulabsolventen schaffen. Im Juni kündigte das Ministerium für Personal- und Sozialversicherungsangelegenheiten (MoHRSS) 18 neue Berufe an, darunter den des „Robotik-Ingenieurs". Der Beruf legt seinen Fokus auf die Erforschung und Entwicklung von Steuerungsalgorithmen und Betriebssystemen für Roboter sowie auf den Einsatz digitaler Simulationstechnik.

„China hat großes Potenzial für weiteres Wachstum", sagte Marina Bill. „Die Roboterdichte in der verarbeitenden Industrie liegt bei 246 Industrie-Robotern pro 10.000 Beschäftigte und rangierte damit 2020 weltweit an neunter Stelle. Vor zehn Jahren lag die Roboterdichte in China erst bei 15 Einheiten." (International Federation of Robotics)

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Gasumlage wackelt - Habeck hat 'finanzverfassungsrechtliche Bedenken'

Dienstag, 20.09.2022, 10:10: Durch die Schließung der Gaspipeline Nord Stream 1 hat sich die Lage von Deutschlands wichtigstem Gasimporteur Uniper verschärft. Eine Verstaatlichung des Energiekonzerns ist im Gespräch. Was wiederum Fragen zu der bisher ab Oktober geplanten Umlage aufwirft.

Die umstrittene Gasumlage zur Stützung großer Gasimporteure steht angesichts einer möglichen Verstaatlichung des angeschlagenen Versorgers Uniper auf dem Prüfstand. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 'finanzverfassungsrechtliche Zweifel'. Auch soll Habeck demnach angedeutet haben, dass der Finanzierungsbedarf für die Gasversorger deutlich höher liege als noch bei der Aushandlung des ersten Rettungspakets für Uniper.

Es werde zunehmend deutlich, dass die instabile Lage 'die Macht und die Garantie des Staates sowie alle Finanzkraft des Staates' brauche, die nötig sei, heißt es nach dpa-Informationen vom Dienstag. Die finale Prüfung und Zuständigkeit für das Finanzverfassungsrecht obliege allerdings dem Bundesfinanzministerium. Zuvor hatte das ARD-Hauptstadtbüro darüber berichtet.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte auf Anfrage, natürlich müsse «man auch im Blick behalten, wie sich der sich abzeichnende Stabilisierungsbedarf von systemrelevanten Unternehmen auf dem Gasmarkt auswirkt, welche Fragen er aufwirft und welche Antworten nötig sind». Sie verwies darauf, dass derzeit Anpassungen an der geplanten Gasumlage vorgenommen würden und der Kreis der antragsberechtigten Unternehmen so reduziert werde, dass Trittbrettfahrer davon nicht erfasst seien. Zudem würden beihilferechtliche Fragen geklärt.

Mit der Gasumlage sollen Gasimporteure gestützt werden, die wegen der hohen Einkaufspreise für russisches Gas in Schwierigkeiten geraten. Derzeit ist die Umlage für alle Gasnutzer auf rund 2,4 Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Die ersten Abschlagszahlungen sollen nach bisherigem Stand Ende Oktober fällig werden. Eingeführt werden soll die Umlage zum 1. Oktober dieses Jahres. Habeck bemüht sich, den Kreis der berechtigten Firmen so einzuschränken, dass nur Unternehmen profitieren, die wirklich in Not sind.

Uniper ist in Schieflage geraten, weil Russland praktisch kein Gas mehr nach Deutschland pumpt, Uniper seine langfristigen Verträge aber erfüllen muss und sich das fehlende Gas teuer auf dem Markt kauft. Durch die erneute Schließung der Gaspipeline Nord Stream 1 hat sich die Lage von Deutschlands wichtigstem Gasimporteur verschärft.

Nach Angaben des Unternehmens ist ein stärkeres Engagement des Bundes im Gespräch. Die Beteiligten prüften unter anderem 'eine direkte Kapitalerhöhung, die zu einer signifikanten Mehrheitsbeteiligung des Bundes an Uniper führen würde', hatte Uniper kürzlich mitgeteilt. Im Juli hatten sich Bundesregierung, der Konzern sowie dessen finnische Mutter Fortum auf ein Milliarden-Rettungspaket geeinigt, das auch den Einstieg des Bundes vorsieht. (dpa)

Konzerne erlauben Beschäftigten bis 60 Tage Arbeit aus dem Ausland

Dienstag, 20. September, 10:05: Ob vom Strand oder aus dem Hotelzimmer: Immer mehr große Unternehmen erlauben ihren Beschäftigten zeitweise aus dem Ausland zu arbeiten. So können Angestellte bei Bosch seit April bis zu 54 Tage im Jahr außerhalb Deutschlands arbeiten, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Beim Pharmakonzern Merck sind es 60 Tage. Der Zulieferer Continental erlaubt seit Jahresanfang bis zu 40 Tage, beim Software-Riesen SAP sind es 30 Tage. Beide erhoffen sich damit auch eine größere Attraktivität als Arbeitgeber. Adidas macht 10 Tage möglich.

Andere große Unternehmen prüfen derzeit solche Möglichkeiten, darunter etwa die Autobauer VW und Mercedes-Benz. Noch fehlten rechtliche Rahmenbedingungen, was zu aufwendigen Einzelfallprüfungen und rechtlichen Risiken führe, hieß es von Mercedes. Auch bei der Deutschen Bank ist mobiles Arbeiten derzeit nur in Deutschland möglich - die Bank beobachte aber die laufenden Rechtsentwicklungen. (dpa)

Arnd Franz
Arnd Franz wird neuer CEO bei Mahle. (Bild: Mahle)

Arnd Franz wird neuer Chef beim Autozulieferer Mahle

Montag, 19. September, 15:30: Die monatelange Suche nach einem neuen Chef beim Autozulieferer Mahle hat ein Ende. Arnd Franz werde zum 1. November das Amt als CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung übernehmen, teilte das Unternehmen am Montag in Stuttgart mit. Der 57-Jährige war seit 2019 Chef des Ersatzteilhändlers LKQ Europe und zuvor bereits 18 Jahre für Mahle tätig, wie der Konzern mitteilte.

Die Stelle war seit Ende April dieses Jahres vakant, nachdem die Zusammenarbeit mit Matthias Arleth nach nur vier Monaten im Amt beendet worden war. Übergangsweise hatte Finanzchef Michael Frick den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen. Frick wiederum verlässt nun das Unternehmen. Der Grund: Frick wird zum 1. Dezember Vorstand für Finanzen beim Automobilzulieferer ZF, wie das Unternehmen aus Friedrichshafen am Montag bekanntgab. Seine Stelle bei Mahle wird von Markus Kapaun besetzt, der seit 2003 im Konzern tätig ist.

2021 belief sich der Verlust bei Mahle auf 108 Millionen Euro. 2020 hatte der Verlust noch bei 434 Millionen Euro gelegen. Allerdings stieg der Umsatz um 11,9 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Auch das operative Ergebnis (Ebit) entwickelte sich positiv, von Minus 192 Millionen Euro auf ein Plus von 169 Millionen Euro. (dpa)

Markus Heyn
Dr.-Ing. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. (Bild: Bosch)

Bosch: Plädoyer für Batterie-Alternativen

Montag, 19. September, 08:30: Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn hält eine allzu einseitige Ausrichtung der Autoindustrie auf die Batterie-Elektromobilität für riskant. "Wir sehen ja gerade, welche Folgen der Gasmangel für Deutschland und Europa hat, weil wir zu wenig Alternativen vorbereitet haben", sagte Heyn den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung". "In der Autoindustrie sollten wir uns aus diesem Anlass fragen, was wir tun können, sollte es einmal zu wenig Batteriezellen geben." In diesem Fall wünsche sich «sicher jeder eine Alternative zum Batterieantrieb. Diese wird es aber nur geben, wenn wir sie rechtzeitig vorbereitet haben.»

Zu diesen Alternativen zählt Heyn den Blättern zufolge die Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff und dem Luftsauerstoff Strom erzeugt, der den E-Motor antreibt. Die entstehende Infrastruktur für Langstrecken-Lkw sei sehr gut als "Rückgrat für die Versorgung von Pkw geeignet", sagte Heyn, der Vorsitzender des Bosch-Unternehmensbereichs Mobility Solutions ist. Auch die Infrastruktur beim Diesel sei zunächst nur für Lkw gebaut und erst später um Zapfsäulen für Pkw erweitert worden. (dpa)

Tesla Gigafabrik Brandenburg
Die Tesla-Gigafabrik in Grünheide. Um die geplante Erweiterung des Standortes mit einer eigenen Batteriefertigung gibt es Irritationen. (Bild: wideeyes - stock.adobe.com)

Tesla-Batterie-Fabrik in Brandenburg gestoppt?

Freitag, 16.09.2022, 09:30: Der US-Elektroautobauer Tesla wird nach Ansicht der Brandenburger Landesregierung trotz möglicher Steuererleichterungen in den USA seine Batteriefabrik in Deutschland mit eigener Fertigung errichten. Das erklärte das Ministerium am Donnerstag in Potsdam. Das "Wall Street Journal" schrieb am Mittwoch, Tesla pausiere mit dem Vorhaben, eigene Batterien in der neuen Autofabrik Grünheide bei Berlin herzustellen. Die Herstellung von mehr Batterien in den USA könne Tesla helfen, sich für zusätzliche Steuererleichterungen aus dem sogenannten Inflationsbekämpfungsgesetz von US-Präsident Joe Biden zu qualifizieren. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht.

Das Wirtschaftsministerium erklärte, es habe am Donnerstag erste Informationen dazu erhalten, sagte Sprecherin Irene Beringer. "Möglich scheint, dass Tesla einzelne Prozessschritte in den Werken neu priorisiert, der Standort Grünheide jedoch in Aufbau und mit seinen Arbeitsplätzen so erhalten bleibt." Den Bericht wollte sie nicht kommentieren.

Der Kongress in Washington hatte im August ein Gesetzespaket über Milliardeninvestitionen in den Klimaschutz und den Sozialbereich verabschiedet. Es sieht unter anderem finanzielle Anreize auch für den Bau von Werken für Elektroautos vor, die Energieforschung soll vorangetrieben werden. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium forderte eine Reaktion der EU, weil das US-Inflationsreduktionsgesetz zu einem Wettbewerbsnachteil in Europa führe. "Hier muss die EU beihilferechtlich reagieren, um wieder Augenhöhe herzustellen."

Der Bau der Batteriefabrik in Grünheide in Brandenburg ist schon weit fortgeschritten - der Zeitplan für eine Eröffnung war aber unklar. Tesla-Chef Elon Musk wollte das Werk bei Berlin auch zur weltgrößten Batteriefabrik machen, wie er im November 2020 sagte. Geplant ist dort bisher die Massenfertigung neuartiger Batteriezellen mit einer Herstellung von Trockenelektroden, die mit deutlich weniger Flächenverbrauch und Energieaufwand auskommen sollten.

Für die Batteriefertigung hatte Tesla 2021 überraschend auf eine mögliche staatliche Förderung in Milliardenhöhe verzichtet. Für eine solche Förderung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Das Vorhaben muss zum Beispiel einen wichtigen Beitrag zu Zielen der EU leisten wie dem Forschungsraum und der Klimapolitik. (dpa)

Rob van Gils
(Bild: Aluminium Deutschland)

Rob van Gils neuer Präsident von Aluminium Deutschland

Do, 15.09.2022, 13:37: Am Donnerstag fand in Berlin die Mitgliederversammlung von Aluminium Deutschland (AD) statt. Zum letzten Mal nach sieben Jahren im Amt richtete Dr. Hinrich Mählmann, Vorsitzender der Beiräte von Otto Fuchs und der Schüco International KG, als Präsident das Wort an die Mitglieder. Dementsprechend stand insbesondere die Wahl eines neuen Verbandspräsidenten im Fokus der Veranstaltung. Die Wahl fiel einstimmig auf Rob van Gils, CEO von Hammerer Aluminium Industries.

Der neue AD-Präsident Rob van Gils betonte: „Ich bedanke mich für das Vertrauen der Verbandsmitglieder und freue mich auf die neue Aufgabe, die mit einer enormen Herausforderung verbunden ist." Er erklärte weiter: "Nie war es drängender als heute: Die Aluminiumindustrie steht aktuell vor der wohl härtesten Belastungsprobe ihrer Geschichte. Die Preisentwicklung auf den Energiemärkten entzieht weiten Teilen der deutschen Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit – mit entsprechenden Folgen für die Beschäftigung in den Unternehmen. Gerade in dieser Situation kommt dem Amt eine besondere Verantwortung zu.“

Umfrage unterstreicht Dringlichkeit zu schnellem politischem Handeln

Aus einer jüngst von AD durchgeführten Mitgliederbefragung geht hervor, dass sich etwa vier von zehn Unternehmen der deutschen Aluminiumindustrie bis Ende des Jahres 2022 mit Strom abgesichert haben und bereits ab 2023 – also in etwas über drei Monaten – zu deutlich höheren Preisen einkaufen müssen. Gleiches gilt für die Beschaffung von Gas. Für weitere 30 Prozent ist dies ab Mitte 2023 der Fall.

Van Gils weiter: „Bereits jetzt beobachten wir wegen der hohen Gas- und Strompreise erste Betriebsschließungen in Deutschland und Europa. Die meisten Unternehmen der Aluminiumindustrie haben sich durch vorausschauendes Handeln für einen gewissen Zeitraum mit Energie abgesichert. Bei einigen brennt der Baum jedoch schon.“

Der Zeitraum für politisches Handeln ist also sehr begrenzt. Van Gils: „Wir sprechen – wenn überhaupt – von wenigen Monaten. Die Politik muss nun schnell Entlastungen für die energieintensive Industrie auf den Weg bringen, damit Deutschland nicht zum 'Rust Belt' Europas wird." Sie sollte auch bedenken, dass die Nachfrage nach Aluminium im Zuge der Energie- und Verkehrswende steigen werde und dass damit auch Potenziale für Standort und Beschäftigung verbunden seien. "Mit den richtigen Rahmenbedingungen können wir zum Jobmotor in der Transformation der europäischen Industrie werden", so Van Gils. (Aluminium Deutschland)

Elektro- und Digitalindustrie: Exportwert weiter im Plus

Do, 15.09.2022, 8:27: Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie konnte ihre Exporte im Juli gegenüber Vorjahr um 8,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro steigern. In den gesamten ersten sieben Monaten dieses Jahres belief sich der Wert der aggregierten Branchenausfuhren auf 135,9 Milliarden Euro, womit er das Vorjahresniveau um 6,6 Prozent übertraf.

Die Importe von elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen nach Deutschland kamen im Juli 2022 auf 20,2 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 21,2 Prozent zum Vorjahresmonat. „Damit lagen die Elektroeinfuhren jetzt den vierten Monat in Folge auch absolut höher als die Ausfuhren“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann in einer Pressemitteilung.

Im Gesamtzeitraum von Januar bis Juli erhöhten sich die Importe um 16,3 Prozent auf 143,2 Milliarden Euro. „Angesichts der bereits aufgelaufenen Differenz zwischen Im- und Exporten dürfte es auch für das Gesamtjahr auf einen Einfuhrüberschuss hinauslaufen. Das wäre das erste Mal in diesem Jahrtausend“, so Gontermann.

Lieferungen nach Russland und in die Ukraine weiter rückläufig

Die Elektroexporte in die Industrieländer stiegen im Juli um 10,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 12,7 Milliarden Euro. Besonders stark legten die Lieferungen nach Taiwan (+ 44,2 Prozent), in die Niederlande (+ 31,6 Prozent) und nach Japan (+ 27,6 Prozent) zu. Die Elektroausfuhren in die Schwellenländer erhöhten sich im Juli gegenüber Vorjahr um 4,6 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Hier wurden die größten Anstiege bei den Lieferungen in die Türkei (+ 24,3 Prozent), nach Rumänien (+ 20,8 Prozent), Malaysia (+ 19,4 Prozent) und Thailand (+ 18,9 Prozent) erzielt.

Die Lieferungen nach Russland und in die Ukraine waren im Juli weiter rückläufig. Dabei brachen die Exporte nach Russland (- 73,6 Prozent) deutlich stärker ein als jene in die Ukraine (- 8,9 Prozent). „Im Abnehmer-Ranking ist Russland inzwischen auf Position 29 abgestürzt“, sagte Gontermann. „Vor der Invasion war das Land hier noch an 16. Stelle und vor zehn Jahren noch unter den Top-ten.“ (ZVEI)

Podcast: ZVEI-Präsident über Halbleitermangel und die Elektroindustrie

Industrieproduktion in Eurozone sinkt deutlich

Mi, 14.09.2022, 13:06: In der Eurozone ist die Industrieproduktion im Juli deutlich stärker gesunken als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat sei die Gesamtherstellung um 2,3 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang um 1,1 Prozent gerechnet.

Allerdings wurde die Zahlen für den Juni etwas nach oben revidiert. Die Produktion war damals um 1,1 Prozent gestiegen, nachdem zunächst ein Anstieg von 0,7 Prozent ermittelt worden war.

Die Produktion von Investitionsgütern sank besonders deutlich und gab um 4,2 Prozent nach. Zudem ist auch die Produktion von Vorleistungs- und Gebrauchsgütern gefallen. Die Erzeugung von Energie und Verbrauchsgütern stieg hingegen an.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel die Industrieproduktion im Juli insgesamt um 2,4 Prozent. Hier war ein unveränderter Wert prognostiziert worden. (DPA)

Kion erwartet Verlust im dritten Quartal - Prognose für 2022

Mi, 14.09.2022, 8:49: Der Gabelstapler-Hersteller Kion rechnet im dritten Quartal wegen gestiegener Kosten im Projektgeschäft mit einem Verlust im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Störungen in den Lieferketten und deutlich gestiegene Kosten wirkten sich negativ aus, teilte der Konzern am Dienstag nach Börsenschluss überraschend in Frankfurt mit. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte bei minus 100 Millionen bis minus 140 Millionen Euro liegen. Ein Jahr zuvor hatte Kion hier noch 228,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Auftragseingang werde deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals von gut 3,1 Milliarden Euro liegen. Den Konzernumsatz sieht Kion auf dem Vorjahresniveau von rund 2,6 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Umsätzen von 10,45 bis 11,25 Milliarden Euro. Der Auftragseingang dürfte bei 11,6 bis 12,5 Milliarden Euro liegen. Beim bereinigten Ebit werden 200 bis 310 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die ursprüngliche Prognose hatte Kion Anfang April wegen der Konjunkturunsicherheit zurückgezogen.

Das Management bestätigte das Ziel, eine zweistellige Ebit-Marge bereinigt von 10 bis 12 Prozent zu erwirtschaften. Der Zeitrahmen dafür werde aufgrund des volatilen makroökonomischen Umfelds weiter überprüft, hieß es dazu. Die endgültigen Kennzahlen will Kion am 27. Oktober veröffentlichen. (DPA)

Podcast: Kion-Aufsichtsrätin über Frauen in Führungspositionen

Bauer passt Prognose für das Geschäftsjahr 2022 an

Mi, 14.09.2022, 9:03: Der Vorstand der Bauer Aktiengesellschaft hat am Mittwoch (13.9.) beschlossen, die am 7. April mit Veröffentlichung des Geschäftsberichts gegebene Prognose für das Geschäftsjahr 2022 anzupassen. Aufgrund der zunehmenden Verschärfung der Sanktionen der Europäischen Union und der hieraus folgenden Kundenzurückhaltung sind der Verkauf von Bohrgeräten und Bohrwerkzeugen nach Russland sowie die Umsätze der verbundenen Unternehmen in Russland zunehmend eingebrochen. Ebenso ist die Nachfrage nach Bauleistungen stark zurück gegangen.

Nach Einschätzung des Vorstands ist in absehbarer Zeit keine Besserung der Geschäftsentwicklung im russischen Markt zu erwarten. Infolgedessen hat die Bauer AG für die in Russland ansässigen Tochterfirmen aufgrund der nun eingeschränkten Geschäftsmöglichkeiten die Werthaltigkeit der Beteiligungen und die Zukunftsaussichten untersucht. Als Ergebnis der Prüfung wird zum nächsten Abschlussstichtag eine außerplanmäßige Abschreibung auf den jeweiligen Firmenwert für die in Russland ansässigen Gesellschaften im Segment Maschinen und Bau vorgenommen werden müssen. In Summe wird sich daraus ein negativer Ergebnisbeitrag in Höhe von rund 15 Millionen Euro ergeben.

Durch diese außerplanmäßige Abschreibung und die bereits mit dem Halbjahresbericht erläuterte schwächere operative Entwicklung in den Segmenten Bau und Resources geht der Vorstand im Rahmen der Hochrechnung für das Gesamtjahr 2022 nun davon aus, dass die mit dem Geschäftsbericht 2021 gegebene Prognose für das Geschäftsjahr 2022 nicht mehr erreicht werden kann. Man hatte bislang eine deutliche Steigerung bei der Gesamtkonzernleistung und beim EBIT erwartet. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass das EBIT deutlich unter dem Vorjahr (Jahresende 2021: 36 Mio. EUR) liegen wird. Die Prognose für die Gesamtkonzernleistung bleibt unverändert. (Bauer AG)

Fachkonferenz: Die CO2-neutrale Fabrik

Weltkugel mit Elementen zur Erneuerbaren Energie
(Bild: lassedesignen - stock.adobe.com)

Am 11. und 12. Oktober 2022 treffen sich Experten aus Wissenschaft, Forschung und Industrie in Augsburg, um alle relevanten Themen zur Erreichung der Klimaziele für produzierende Unternehmen zu besprechen.

 

Um diese Themen geht es unter anderem:

  • Energieversorger und ihr Beitrag zur CO2-Neutralität von Fabriken
  • Umsetzungsbeispiele zur CO2-Neutralität
  • Scope 3
  • Sektorkopplung

Highlight der Veranstaltung ist die Werksführung bei Kuka in Augsburg.

 

Alle weiteren Informationen und die Anmeldung finden Sie hier: Fachkonferenz CO2-neutrale Fabrik

Bosch-Brennstoffzellen-Transporter auf der Straße
Bosch testet derzeit Brennstoffzellen-Transporter. (Bild: Bosch)

Bosch testet Brennstoffzellen-Transporter

Di, 13.09.2022, 13:34: Transporter bringen Waren schnell ans Ziel – idealerweise mit einem lokal emissionsfreien Antrieb. Aber je länger die Fahrt dauert und je schwerer das Fahrzeug ist, desto mehr stößt ein batteriebasierter Elektroantrieb an seine Grenzen. Hier spielt die Brennstoffzelle ihre Stärken aus. Bosch hat jetzt zwei Transporter mit dieser Technik ausgerüstet und den Testbetrieb auf der Straße gestartet.

„Die Brennstoffzelle ermöglicht große Reichweiten und kurze Tankzeiten, was lange Fahrten wirtschaftlicher macht“, sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions, in einer Pressemitteilung. „Mit den beiden Brennstoffzellen-Transportern erweitern wir unser Systemverständnis und zeigen, dass die Brennstoffzelle auch bei leichten Nutzfahrzeugen eine passende Antriebslösung sein kann.“ Partner im Projekt ist die Abt eLine GmbH, die zusammen mit Bosch Engineering den Umbau der Fahrzeuge konzipiert und durchgeführt hat.

Überwiegend Bosch-Komponenten im Einsatz

Für das Brennstoffzellensystem konnten die Entwickler fast durchgängig auf Bosch-Komponenten zurückgreifen. Zum Einsatz kommt ein sogenanntes Fuel Cell Kit, welches den Stack, das Anoden-Versorgungsmodul inklusive Wasserstoff-Dosierventil und Rezirkulationsgebläse, das Steuergerät, den elektrischen Luftkompressor und Speicherkomponenten bis zu einer Vielzahl an Sensoren umfasst. Die technische Basis beider Fahrzeuge bilden frei am Markt erhältliche, rein elektrisch angetriebene Transporter.

Die Batterien samt Peripherie wurden nun durch die Brennstoffzelle, fünf Speichertanks für insgesamt über zehn Kilogramm Wasserstoff und einer kleineren Lithium-Ionen-Batterie ersetzt. „Die Brennstoffzellen-Komponenten im vorhandenen Bauraum unterzubringen war eine große Herausforderung“, sagt Dr. Uwe Gackstatter, Vorsitzender des verantwortlichen Bosch-Geschäftsbereichs Powertrain Solutions. Der Partner ABT eLine hat dabei unter anderem die Kühlung sowie die Fahrzeugsteuerung und das elektrische Bordnetz angepasst. Bosch hat das Brennstoffzellen-System ausgelegt, es zusammen mit dem Wasserstoff-Speichersystem ins Fahrzeug integriert und die zugehörige Ansteuerung entwickelt. Nach den erforderlichen technischen Prüfungen ist den Fahrzeugen die Straßenzulassung erteilt worden.

Das Projekt liefert bereits wichtige Erkenntnisse: Auch beladen kommen die Fahrzeuge bis zu 540 Kilometer weit, nach sechs Minuten sind sie wieder vollgetankt. Für Flottenbetreiber, deren Transporter besonders weite Strecken am Tag zurücklegen und abends auf den Betriebshof zurückkehren, kann die Brennstoffzelle künftig damit eine gute Ergänzung zum batterieelektrischen Antrieb sein.

Brennstoffzelle und Wasserstoff bereit für den nächsten Schritt

Erste Bosch-Komponenten für Brennstoffzellen sind bereits in Serie. Doch damit ist die Arbeit nicht getan. „Für die Weiterentwicklung brauchen wir möglichst viele Daten aus dem realen Fahrbetrieb“, erklärt Gackstatter. Dank Cloud-Anbindung liefern die beiden Testfahrzeuge diese nun in Echtzeit auf die Rechner der Entwickler und ergänzen damit die Messwerte der Prüfstände. Mit diesem Wissen kann Bosch Kunden künftig noch früher erprobte Komponenten sowie umfassende Unterstützung bei der Systemauslegung anbieten.

Für den Durchbruch der Brennstofftechnik bedarf es allerdings noch weiterer Schritte. „Industrie und Politik müssen gemeinsam Hindernisse für Wasserstofftechnologien aus dem Weg räumen“, mahnt Gackstatter. So bleiben unter anderem der Aufbau einer Tank-Infrastruktur und die Produktion von grünem Wasserstoff in größeren Mengen Aufgaben, die nur gemeinsam gelöst werden können. (Bosch)

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Metall-Tarifrunde hat begonnen - Gewerkschaft erwartet nun Angebot

Di, 13.09.2022, 9:02: Die ersten regionalen Tarifgespräche für die Metall- und Elektroindustrie mit bundesweit fast vier Millionen Beschäftigten sind noch ohne greifbares Ergebnis geblieben. Gewerkschaft und Arbeitgeber vertagten ihre Verhandlungen nach dem Auftakt im Bezirk Niedersachsen/Sachsen-Anhalt auf den 11. Oktober. Vertreter der IG Metall und des Verbands Niedersachsen-Metall hatten die Tarifrunde am Montag in Hannover gestartet, konnten sich in gut eineinhalb Stunden Austausch bisher allerdings nicht auf konkrete Punkte einigen.

Der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Thorsten Gröger, forderte sein Gegenüber Torsten Muscharski auf, zum nächsten Treffen ein Angebot vorzulegen: "Wir erwarten ein zielführendes Auftreten, das der aktuellen Situation Rechnung trägt." Der Tarifkonflikt könne sich sonst weiter zuspitzen. Weil es nach Darstellung Grögers aufseiten der Arbeitgeber Bestrebungen in Richtung einer realen Null- oder gar Minusrunde gibt, sprach er von einem "katastrophalen Fehlstart".

Arbeitgeber: Kaum Spielraum für Lohnzuwächse

Die Arbeitgeber machten klar, dass es aus ihrer Sicht kaum Spielraum für Lohnzuwächse gibt. "Volle Auftragsbücher heißen nicht automatisch auch gute Auslastung und auch nicht Gewinne", erklärte Muscharski. Niedersachsen-Metall-Chef Volker Schmidt verlangte von der IG Metall, sich auf eine sachliche Debatte über das Leistbare einzulassen.

Die Gewerkschaft will acht Prozent mehr Geld und diese Steigerung in einem möglichst über zwölf Monate laufenden Tarifvertrag verankern. Einmalzahlungen lehnt sie ab. Diese wären angesichts der rasanten Inflation bei Energie und Lebensmitteln wohl "schnell aufgebraucht", glaubt Gröger. "Die Preise aber bleiben hoch." Nötig sei vielmehr ein länger angelegtes Lohnplus, um die Kaufkraft zu stabilisieren und die Verbraucher zu entlasten, argumentierte der Gewerkschafter.

Die Teuerung treffe zunehmend auch Bezieher mittlerer Einkommen, während der Konsum die zentrale Stütze der Konjunktur sei. "Uns ist wichtig, dass wir nachhaltige Entgeltsteigerungen haben", sagte Gröger. "Acht Prozent - das ist machbar, und das passt in die Zeit."

Staat soll weiter unterstützen

Schmidt sieht das völlig anders. Die Lohnforderung sei "aus der Zeit gefallen", hielt er dagegen. Er könne verstehen, dass ein Ausgleich für die Inflation verlangt werde. "Aber das würde in dieser Höhe für viele Unternehmen das Aus bedeuten. Wir reden ja von Rettungsschirmen und Insolvenzwellen. Jetzt ist vor allem Pragmatismus gefragt."

Es treffe überdies nicht zu, dass zahlreiche Betriebe die enorm gestiegenen Beschaffungskosten für Strom, Gas und Rohstoffe einfach an die Kunden weitergeben könnten. "Das geht voll in die Margen und Investitionsmöglichkeiten", meinte Schmidt. Die IG Metall wies darauf hin, Unternehmen hätte meist ganz andere Möglichkeiten als Arbeitnehmer, auf Energiekrise und Teuerung zu reagieren. Die Erzeugerpreise lägen in der Industrie auch teils weit über der allgemeinen Inflationsrate.

Überwiegend einig sind sich beide Seiten in der Feststellung, dass Tarifabschlüsse allein die brenzlige Lage nicht entschärfen können. Auch der Staat müsse nach dem dritten Entlastungspaket mit weiterer Unterstützung nachlegen. "Wir brauchen unbedingt einen verbindlichen Energiepreisdeckel für normale Verbräuche", sagte Gröger. Dieser könne dann auch für Firmen gelten und diese mit entlasten.

Entgelt-Tarifverträge laufen Ende September aus

Am Verhandlungsort versammelten sich viele Gewerkschaftsmitglieder und untermauerten ihre Erwartungen mit Fahnen, Transparenten und Trillerpfeifen. Schmidt warnte vor einer "Kernschmelze" in der Metall- und Elektrobranche: "Ich mache mir so große Sorgen um die Zukunft unserer Industrie wie noch nie. Wir stehen jetzt wirklich gemeinsam in der Verantwortung." Wichtigstes Ziel müsse es sein, Arbeitsplätze zu erhalten.

Die weiteren Verhandlungen dürften kompliziert und möglicherweise langwierig werden. Hier und da sind in der Branche Überlegungen zu hören, ähnlich wie für die Chemieindustrie im Frühjahr vielleicht zunächst einen Teilabschluss anzupeilen. So könnte man Zeit gewinnen, um im oder nach dem Winter ein vollständiges Tarifpaket zu schnüren.

Die Entgelt-Tarifverträge laufen in den Bezirken zum 30. September aus. Warnstreiks wären ab dem 28. Oktober möglich. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt selbst geht es um rund 120.000 Beschäftigte. In der Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen. (DPA)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet der Maschinenbau-Gipfel 2022 Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik. Hier finden Sie das Programm.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels 2022 am 11. & 12. Oktober 2022 in Berlin.

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels 2022

Hier geht es direkt auf die Anmeldeseite zum Maschinenbau-Gipfel 2022.

 

Mit freundlicher Unterstützung von: Capgemini (Hauptsponsor), Dassault (Premium-Partner), Ernst & Young (Premium-Partner), KPMG (Premium-Partner) und Roland Berger (premium Partner).

Metall-Tarifrunde beginnt - Streit über Konsequenzen hoher Inflation

Mo, 12.09.2022, 11:07: Unter dem Eindruck der rasanten Teuerung starten am Montag (15 Uhr) die Tarifgespräche für die deutsche Metall- und Elektrobranche. Arbeitnehmer und Arbeitgeber kommen zum bundesweiten Auftakt in Hannover zusammen, zunächst wird hier für den Bezirk Niedersachsen/Sachsen-Anhalt verhandelt. Vor Beginn der Beratungen wollen Vertreter der IG Metall und des Verbands Niedersachsen-Metall am frühen Nachmittag noch einmal ihre Erwartungen erläutern.

Es zeichnet sich ein zähes Ringen um die Höhe der künftigen Löhne in der Schlüsselindustrie ab. Die Region ist diesmal die erste in Deutschland, in der die Tarifpartner konkret miteinander sprechen.

Insgesamt geht es um die Arbeitsbedingungen von fast vier Millionen Beschäftigten. Die IG Metall fordert acht Prozent mehr Geld und will diese Steigerung in einem neuen, möglichst über zwölf Monate laufenden Tarifvertrag verankern. Einmalzahlungen steht sie skeptisch gegenüber - nötig sei vielmehr ein länger angelegtes Lohnplus, um die Kaufkraft zu erhalten und die Verbraucher zu entlasten.

Gewerkschaft offen für Kompromisse

Das Arbeitgeberlager wiederum hatte bereits mehrfach betont, dass man deutliche Einkommenszuwächse derzeit kaum stemmen könne. Zahlreiche Betriebe seien wegen der enormen Zunahme der Kosten für Energie und Rohstoffe schon stark belastet, teilweise sogar insolvenzbedroht.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann deutete an, dass die Gewerkschaft in den Verhandlungen offen für Kompromisse sein werde, wenn es um die kritische Lage besonders betroffener Unternehmen geht. Daneben führe jedoch kein Weg an einer grundsätzlichen, kräftigen Entgelterhöhung vorbei. Wegen der Verteuerung von Energie, Sprit und Lebensmitteln sei die Stimmung unter den Mitgliedern "ausgesprochen aufgeheizt".

Metallindustrie: Ab wann Warnstreiks möglich sind

Viele Menschen merkten die Inflation im Alltag. "Das staut sich in einer Erwartungshaltung." Die Wirtschaft müsse Verantwortung zeigen, so Hofmann. "Sonst sehe ich, dass die Gesellschaft in dieser Frage zusammenbricht, auseinanderbricht - und wir das Feld Populisten überlassen, die bei dieser Frage keinen Platz haben sollten."

Niedersachsen-Metall-Chef Volker Schmidt sprach sich für Vorsicht und Augenmaß in den bevorstehenden Verhandlungen aus. "Viele Betriebe sind bereits massiv in ihrer Existenz gefährdet", berichtete er über aktuelle Rückmeldungen aus Mitgliedsunternehmen. "Die Unsicherheiten sind größer denn je." Das gelte für Beschaffungs- und Energiepreise oft gleichermaßen wie für die Versorgung mit wichtigen Zulieferungen.

Schmidt wies die Darstellung zurück, Firmen könnten Erhöhungen der Preise einfach weiterreichen. Das treffe in den meisten Fällen nicht zu. "Auch die Unternehmen sind stark betroffen", sagte er zu den Folgen der Inflation, die jetzt nach einer langen Phase der Nullzinspolitik auch wieder zu Zinsanhebungen der Notenbanken führen.

Die regionalen Entgelt-Tarifverträge in der Branche laufen in den Bezirken zum 30. September aus. Warnstreiks wären ab dem 28. Oktober möglich. In der Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen. (DPA)

Im Fokus: Gasversorgung in der Industrie

Gaspipeline und Hilfsgeräte in der Gaspumpstation.
(Bild: 63ru78 - stock.adobe.com)

Was passiert, wenn Putin wirklich den Gashahn ganz zudreht? Wie soll die Industrie ohne russisches Gas über den Winter kommen? Welche Maßnahmen werden ergriffen? PRODUKTION hält Sie über alles Wichtige rund um die Gasversorgung auf dem Laufenden. Wir empfehlen Ihnen diese Artikel:

Ifo-Institut erwartet Rezession und steigende Inflation

Mo, 12.09.2022, 10:30: Das Ifo-Institut geht von weiter steigenden Inflationsraten und einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung in Deutschland aus. Für dieses Jahr rechnen die Münchner Ökonomen mit einer Teuerungsrate von 8,1 Prozent und im kommenden Jahr von 9,3 Prozent. Die Wirtschaft wird nach der am Montag vorgelegten Ifo-Konjunkturprognose in diesem Jahr nur noch um 1,6 Prozent zulegen und im kommenden Jahr sogar um 0,3 Prozent schrumpfen.

"Wir gehen in eine Winter-Rezession", sagte der Leiter der Ifo-Konjunkturforschung, Timo Wollmershäuser. Die Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und die folgenden drastischen Preissteigerungen "verhageln die wirtschaftliche Erholung nach Corona", sagte er. "Erst 2024 erwarten wir eine Normalisierung mit 1,8 Prozent Wachstum und 2,5 Prozent Inflation."

Die Energieversorger passten ihre Strom- und Gaspreise Anfang nächsten Jahres spürbar an die hohen Beschaffungskosten an. Das werde die Inflationsrate im ersten Vierteljahr sogar auf etwa elf Prozent hochtreiben. Damit gingen die realen Haushaltseinkommen kräftig zurück, und die Kaufkraft sinke spürbar, so die Konjunkturforscher. Das Entlastungspaket dürfte dies bei weitem nicht ausgleichen. "Der Kaufkraftverlust, gemessen am Rückgang der realen Pro-Kopf-Löhne in diesem und im kommenden Jahr um jeweils etwa drei Prozent, ist so hoch wie nie zuvor seit dem Beginn der heutigen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im Jahre 1970", sagte Wollmershäuser.

Für den Arbeitsmarkt erwartet das Ifo-Institut aber keine schweren Auswirkungen. Der Beschäftigungsaufbau werde sich nur vorübergehend verlangsamen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte im kommenden Jahr zwar um 50.000 Personen steigen. Aber das gehe vor allem auf Ukrainer zurück, die nur allmählich in den Arbeitsmarkt integriert würden. (DPA)

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Schunk Group kauft Hyprostatik Schönfeld

Fr, 09.09.2022, 11:38: Die Schunk Group hat die Hyprostatik Schönfeld GmbH erworben. Das Unternehmen ist Technologieführer auf dem Gebiet hydrostatischer Systeme und produziert unter anderem hydrostatische Führungen, Gewindetriebe und Spindellagerungen. Die Lösungen des Unternehmens finden in hochpräzisen Werkzeug-, Ultra-Präzisionsdreh- und Optikmaschinen in verschiedenen Industrien (wie zum Beispiel Automobil, Schiffsbau, Turbinenbau) Anwendung. Hydrostatische Lagerungen bieten den Vorteil niedriger Gleitwiderstände, niedrigen Verschleißes und sehr guter Dämpfungseigenschaften insbesondere bei hohen Lasten. Hyprostatik wurde 1982 gegründet, hat seinen Sitz in Göppingen in Deutschland und beschäftigt 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Hyprostatik und OptoTech verbindet eine intensive Entwicklungspartnerschaft“, sagt Peter R. Manolopoulos, Mitglied der Unternehmensleitung der Schunk Group und verantwortlich für die Division Machinery & Equipment. OptoTech verwendet Komponenten von Hyprostatik in unterschiedlichen Feinoptik-Maschinen, die hier für höchste Genauigkeit in der mechanischen Bearbeitung sorgen. „Durch den Kauf von Hyprostatik gewinnt OptoTech das Unternehmen als langfristigen strategischen Partner und sichert sich so einen technologischen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb“, so Manolopoulos weiter. (Schunk Group)

BMW kündigt Batterien mit deutlich mehr Leistung an

Fr, 09.09.2022, 9:21: BMW will die Reichweite und Ladezeit seiner Elektroautos ab 2025 mit neuen Batteriezellen deutlich verbessern und die Herstellungskosten der Batterien halbieren. Entwicklungsvorstand Frank Weber sagte am Freitag: "Die Energiedichte wird um mehr als 20 Prozent erhöht, die Ladegeschwindigkeit um bis zu 30 Prozent gesteigert und die Reichweite um bis zu 30 Prozent verbessert." Zudem sinke der CO2-Ausstoß bei der Zellproduktion um bis zu 60 Prozent.

Zum ersten Mal will BMW für die Batterien seiner "Neuen Klasse" runde Zellen verwenden statt der bisherigen Prisma-Zellen. Sie wurden von BMW selbst entwickelt und enthalten weniger Kobalt und mehr Nickel und Silizium als die bisher verwendeten Zellen. Zugleich spart BMW Bauteile - die Batteriepacks werden einfach in den Unterboden der Karosserie eingebaut.

BMW lässt die neuen Zellen von Partnern fertigen, die dafür sechs Fabriken mit einer jährlichen Kapazität von jeweils bis zu 20 Gigawattstunden (GWh) errichten: Je zwei in Europa, in China und in Nordamerika. Damit könne der Bedarf für die E-Autos der "Neuen Klasse" langfristig gedeckt werden, sagte Einkaufsvorstand Joachim Post.

Ein zweistelliger Milliardenbetrag sei bereits an CATL und EVE Energy vergeben für den Bau der Fabriken in China und Europa. Eine davon entsteht im ungarischen Debrecen, wo BMW 2025 die ersten Fahrzeuge der auf einer Elektroplattform stehenden "Neuen Klasse" vom Band laufen lassen will. Der Partner für die beiden Fabriken in Nordamerika soll bis Jahresende feststehen.

"Wir wollen keine eigene Zellfertigung", sagte Weber. Die Technik entwickle sich so schnell, dass das für einen kleinen Autobauer wie BMW angesichts der hohen Investitionen eine Innovationsbremse wäre.

Die Herstellung der neuen Hochvoltbatterie soll nur noch halb soviel kosten wie die der aktuellen Generation. Das E-Auto müsse für BMW «am Ende auf dem Profitabilitätsniveau eines Verbrenners sein», sagte Weber. Um den CO2-Austoß zu senken, müssen die BMW-Partner auch recyceltes Lithium, Kobalt und Nickel einsetzen und dürfen in der Produktion nur Grünstrom verwenden.

Energiespeicher, Antrieb und Ladetechnik der «Neuen Klasse» sollen über eine höhere Spannung verfügen und das Laden an Gleichstrom-Schnellladestationen verbessern. Pro Minute könne dann Strom für 50 Kilometer Reichweite geladen werden, sagte Weber. (DPA)

Mehr zu BMW:

Auftragsplus für deutsche Elektroindustrie - Ausblick trübt sich ein

Fr, 09.09.2022, 9:11: Die Auftragsbücher der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben sich im Juli wieder ordentlich gefüllt. Nachdem die Neubestellungen zuletzt stagniert hatten, gingen nach Angaben des Branchenverbandes ZVEI in dem Monat 16,7 Prozent mehr Aufträge ein als ein Jahr zuvor. "Der wertmäßige Anstieg fiel damit höher aus als im Durchschnitt des ersten Halbjahrs", erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. "Zu verdanken war dies auch, aber nicht nur, Großaufträgen."

Die Inlandsbestellungen legten den Angaben zufolge im Juli zum Vorjahresmonat um 19,5 Prozent zu, aus dem Ausland gingen 14,3 Prozent mehr Orders ein als vor einem Jahr. In den sieben Monaten von Januar bis einschließlich Juli übertrafen die Bestellungen den Wert des Vorjahreszeitraums nach ZVEI-Berechnungen um 13,3 Prozent. Die Umsätze der Branche lagen demnach in den sieben Monaten in Summe mit 123,8 Milliarden Euro um 9,1 Prozent über Vorjahresniveau.

Wie andere Branchen hat auch die Elektroindustrie mit Materialknappheit und Lieferengpässen zu kämpfen. Im August bewertete nach Angaben des Verbandes der Elektro- und Digitalindustrie dennoch die Hälfte der Firmen in der Branche ihre wirtschaftliche Situation als gut. 45 Prozent beschrieben sie als stabil, fünf Prozent als schlecht. Mit Blick auf die nächsten sechs Monate erwarten elf Prozent der Unternehmen anziehende Geschäfte, 52 Prozent rechnen mit gleichbleibenden und 37 Prozent mit rückläufigen Aktivitäten. Damit fiel die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage besser aus als im Juli, der Ausblick jedoch ist trüber geworden. (DPA)

Podcast: ZVEI-Präsident über Halbleitermangel und die Elektroindustrie

Airbus liefert im August weniger Maschinen aus - Letzter Qatar-Auftrag storniert

Fr, 09.09.2022, 8:00: Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus muss sich nach rückläufigen Auslieferungen im August für sein Jahresziel weiter ranhalten. Im abgelaufenen Monat fanden 39 Verkehrsflugzeuge den Weg zu den Kunden, wie der Dax-Konzern am Donnerstagabend mitteilte. Im Juli hatte Airbus noch 46 Verkehrsjets an seine Kunden übergeben, im Juni sogar 60 Stück. In den ersten acht Monaten hat der Hersteller damit 382 Maschinen ausgeliefert. Das ist nur etwas mehr als die Hälfte der 700 Jets, die Vorstandschef Guillaume Faury Ende Juli als neues Auslieferungsziel für das laufende Jahr genannt hatte.

Üblicherweise ziehen die Auslieferungszahlen gegen Jahresende deutlich an. Von den für 2022 ursprünglich angepeilten 720 Auslieferungen musste sich Airbus wegen Problemen in den Lieferketten jedoch bereits verabschieden.

Im August holte der Konzern keine neuen Bestellungen herein. Unterdessen strich der Konzern die letzte verbliebene Bestellung der arabischen Fluggesellschaft Qatar Airways über 19 Großraumflugzeuge vom Typ A350 aus dem Auftragsbuch. Branchenkreisen zufolge hat der Hersteller den Vertrag mit seiner Großkundin nach monatelangem öffentlichen Streit wegen Schäden an der Oberfläche mehrerer Maschinen der Reihe gekündigt.

Qatar Airways hatte den weltgrößten Flugzeugbauer im Dezember in London wegen der Mängel auf Schadenersatz verklagt und diese öffentlich als Sicherheitsproblem bezeichnet. Airbus und die europäische Luftfahrtbehörde Easa beurteilten die Sache jedoch anders. Der Hersteller hatte angeboten, die Schäden auf eigene Kosten zu beheben, Qatar Airways hatte dies jedoch abgelehnt. Airbus hatte in diesem Zuge bereits im Januar eine Bestellung der Araber über 50 Mittelstreckenjets vom Typ A321neo storniert. (DPA)

Mercedes-Benz und Rivian wollen bei E-Transportern kooperieren

Do, 08.09.2022, 15:02: Mercedes-Benz will mit dem US-Elektroautobauer Rivian bei der Produktion elektrischer Transporter kooperieren. Beide Unternehmen hätten eine entsprechende Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, teilte Mercedes-Benz am Donnerstag mit. Man wolle ein Gemeinschaftsunternehmen für die Produktion gründen, in eine gemeinsame Fabrik in Europa investieren und diese gemeinsam betreiben.

Transporter beider Unternehmen sollen dort "bereits in wenigen Jahren" produziert werden. Für die Fabrik, die ausschließlich für rein elektrische Transporter vorgesehen ist, solle ein bereits bestehender Standort von Mercedes-Benz in Mittel-/Osteuropa genutzt werden. Dieser böte "signifikante Kostenvorteile", sagte Mathias Geisen, Leiter von Mercedes-Benz Vans. Zum geplanten Zeitrahmen, genauen Standort und der Summe der Investitionen äußerte sich Geisen auf Nachfrage nicht im Detail.

Die Zusammenarbeit ermögliche es, operative Synergien zu heben und die Kosteneffizienz erheblich zu steigern, hieß es laut Mitteilung. Gewerblichen Kunden könnten damit wettbewerbsfähige Produkte angeboten werden. (DPA)

Einen Monat nach Cyberangriff auf IHK: Noch immer Einschränkungen

Do, 08.09.2022, 13:06: Auch gut einen Monat nach dem Cyberangriff auf die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Deutschland gibt es dort noch Einschränkungen. Bis alle Industrie- und Handelskammern deutschlandweit wieder voll funktionsfähig arbeiten können, werde es noch einige Wochen dauern, teilte deren IT-Servicedienstleister IHK-GfI am Donnerstag mit.

Essenzielle Services würden aber bereits kurzfristiger wieder zur Verfügung gestellt oder seien bereits verfügbar: So seien die Websites der meisten IHK inzwischen wieder online und 47 der insgesamt 79 Industrie- und Handelskammern (Stand 6. September) wieder per E-Mail erreichbar. Auch die wesentlichen internen Anwendungen stünden zur Verfügung.

Der am 3. August entdeckte Angriff habe zwar durch das Trennen aller IHK vom Internet abgewehrt werden können, die Software-Anwendungen und IT-Systeme der IHK würden aber nur nach intensiver Prüfung schrittweise hochgefahren, erklärte die IHK-GfI. Grund ist die Sorge vor weiteren Attacken.

"Hinter dem Cyber-Angriff stecken nach Erkenntnissen der IT-Forensiker und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik extrem professionelle Hacker", heißt es in der Mitteilung der IHK-GfI. Der Angriff sei von langer Hand vorbereitet worden. Die Vorgehensweise der Hacker deute auf Spionage oder Sabotage als Zweck hin. Ein finanzielles Motiv sei aber noch nicht auszuschließen.

Habeck: Werden breiten Rettungsschirm für Unternehmen aufspannen

Do, 08.09.2022, 11:37: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Unternehmen in der Energie- und Preiskrise Unterstützung zugesagt. "Wir werden einen breiten Rettungsschirm aufspannen, und wir werden ihn breit aufspannen, so dass vor allem die Kleinen und die KMUs unter diesen Rettungsschirm runterfallen können", sagte der Grünen-Politiker im Bundestag in der Debatte zum Haushalt seines Ministeriums. Die Regierung aus SPD, Grünen und FDP hatte sich beim Koalitionsausschuss am Wochenende bereits auf weitere Hilfen geeinigt.

Das sogenannte Energiekostendämpfungsprogramm, das energie- und handelsintensiven Unternehmen mit Zuschüssen hilft, solle für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geöffnet werden, sagte Habeck. Auch die "Handelsbezogenheit" solle als Kriterium wegfallen. Zudem solle die Unterstützung nicht auf bestimmte Branchen begrenzt sein. Kriterien, um von den Hilfen zu profitieren, könnten beispielsweise der Anteil der Energiekosten am Produkt oder am Umsatz sein, sagte Habeck.

Das Programm werde zeitlich befristet sein, weil man an anderen Instrumenten arbeite, um den Preisanstieg zu stoppen und so Bürger und Unternehmen zu entlasten, sagte Habeck. "Es kann also keine Dauersubvention sein." Er versprach: "Wir werden die deutschen Unternehmen und den deutschen Mittelstand schützen."

Habeck betonte, es gebe auch einen Nachfrageschock, weil Menschen bei knapper Kasse weniger konsumierten. Auch daran arbeite die Regierung, damit der Konsum wieder steige. Für Oktober kündigte er einen Mechanismus an, wonach Unternehmen, die ihre Produktion zurückfahren und so Gas sparen, finanziell entschädigt werden sollen. "Putins Angriff zielt auch auf unser Wirtschaftssystem", sagte Habeck mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. (DPA)

Podcast Industry Insights: Hören Sie rein!

Cover Industry Insights mit Anja Ringel und Julia Dusold

Im Podcast Industry Insights sprechen wir gemeinsam über alles, was die Industrie beschäftigt. Unsere Redakteurinnen Julia Dusold und Anja Ringel haken nach, welche Karrierethemen und Technik-Trends bei Technologieunternehmen und Maschinenbauern gerade aktuell sind. Dafür laden wir in jede Folge eine prominente Branchengröße ein, um mit ihr zu diskutieren.

Einige Highlights:

Alle Folgen von Industry Insights finden Sie hier. Abonnieren Sie uns gerne auch auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Sie am liebsten Podcasts hören.

Deutsche Industrie fährt aufgrund der Energiekrise die Produktion runter

Mi, 07.09.2022, 14:02: Fast jedes zehnte mittelständische Industrieunternehmen hat einer Umfrage des BDI zufolge seine Produktion in Deutschland wegen hoher Preise unterbrochen oder gedrosselt. Extrem steigende Energiepreise stellten die Industrie vor fundamentale Probleme, erklärte der BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Von den knapp 600 befragten Unternehmen gaben mehr als 90 Prozent in einer Branchenumfrage an, dass die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise eine existenzielle oder starke Herausforderung für sie seien.

Wegen der Preissteigerungen denkt jedes fünfte der befragten Firmen über eine Verlagerung von Teilen oder des gesamten Unternehmens ins Ausland nach. Der BDI hatte schon im Februar vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor einem Abwandern der Industrie gewarnt. Damals war der Anteil der Betriebe, die über einen Wechsel oder eine teilweise Verlagerung ins Ausland nachdachten, mit 26,5 Prozent noch höher.

Die Preisanstiege haben laut der Umfrage auch konkrete Auswirkungen auf die Investitionen. So gaben rund 40 Prozent der Unternehmen an, Investitionen in die ökologische Transformation zurückzustellen. Ein Fünftel beschleunigt sie dagegen.

(DPA)

Containerschiff-Stau in der Deutschen Bucht wieder größer

Di, 06.09.2022, 14:44: Der Stau von Containerschiffen in der Deutschen Bucht löst sich nach Beobachtungen des Kiel Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) nicht auf - und ist zuletzt sogar wieder gewachsen. "Lieferengpässe und Staus in der Containerschifffahrt verfestigen sich und belasten den weltweiten Warenaustausch", berichtete der IfW-Ökonom Vincent Stamer im jüngsten 'Kiel Trade Indicator' vom Dienstag. "In der deutschen Bucht warten wieder mehr Containerschiffe als noch vor 14 Tagen."

Nach IfW-Berechnungen stecken derzeit weltweit rund elf Prozent aller verschifften Waren in Staus vor wichtigen Containerhäfen fest. Dabei sei in den beobachteten Wartebereichen "erstmals der Stau in der Nordsee am gravierendsten", so das Kieler Institut. Deutlich über zwei Prozent der globalen Frachtkapazität stünden dort still und könnten weder be- noch entladen werden. Alleine in der Deutschen Bucht warten demnach derzeit 19 Containerschiffe auf Löschung ihrer Waren, zwei mehr als noch vor zwei Wochen.

Zudem schnelle die Warteschlange vor den US-Bundesstaaten South Carolina und Georgia in die Höhe, berichtete IfW-Forscher Stamer. Dort liegt der wichtige Containerhafen Savannah. "Vor Chinas Häfen sind die Staus zyklisch bedingt rückläufig."

Weil mehr als 90 Prozent aller Güter weltweit per Schiff transportiert werden, ist der Containerschiffsverkehr eine Lebensader des Welthandels. Sie ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor zweieinhalb Jahren zunehmend aus dem Takt geraten. Jede Störung, etwa Lockdowns in einzelnen Häfen, eine Havarie wie die der "Ever Given" im Suezkanal oder Arbeitskämpfe wie zur Zeit im größten englischen Containerhafen Felixstowe, bringt zusätzlich Sand ins Getriebe und mindert die Pünktlichkeit der Schiffe.

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Institut IWH rechnet mit mehr Insolvenzen im Herbst

Di, 06.09.2022, 12:35: Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist kräftig gestiegen. Sie lag im August bei 718 und somit gut ein Viertel (26 Prozent) über dem Vorjahreswert, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Dienstag mitteilte. Der Wert liegt laut dem IWH über den Schätzungen der Wirtschaftsexperten vom Vormonat.

Angesichts der aktuellen Zahlen korrigierte das IWH seine Voraussagen für die kommenden Monate nach oben. Für Oktober ließen die Frühindikatoren bereits deutlich höhere Insolvenzzahlen erwarten, die etwa ein Drittel über denen vom Oktober 2021 liegen könnten. "Von einer drohenden Insolvenzwelle kann trotz steigender Zahlen derzeit nicht gesprochen werden", fügte Steffen Müller, Leiter der IWH-Abteilung Strukturwandel, hinzu.

"Nach lange Zeit niedrigen Insolvenzzahlen hat nun eine Trendwende eingesetzt", so Müller. Das liege insbesondere an stark steigenden Preisen für wichtige Produktionsfaktoren. Während der Ukrainekrieg zu steigenden Energiekosten führe, seien Unterbrechungen der internationalen Lieferketten für die Verteuerung vieler importierter Vorleistungsgüter verantwortlich. Zudem werde die von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgerufene Zinswende die Refinanzierungskosten von Unternehmen erhöhen. Die Mindestlohnerhöhung belaste die Finanzen der Firmen zusätzlich. (DPA)

Deutsche Industrie erhält erneut weniger Aufträge

Di, 06.09.2022, 8:16: Die Auftragslage der deutschen Industrie trübt sich weiter ein. Im Juli gingen erneut weniger Aufträge ein, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts vom Dienstag hervorgeht. Der Auftragseingang fiel gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent. Es ist bereits der sechste Rückgang in Folge. Analysten hatten mit einem Rücksetzer von im Schnitt 0,7 Prozent gerechnet. Die Nachfrage habe sich angesichts des Ukraine-Kriegs und der hohen Gaspreise schwach entwickelt, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. (DPA)

Tarifabschluss für Hafenarbeiter endgültig unter Dach und Fach

Mo, 05.09.2022, 15:22: Der neue Tarifvertrag für die rund 12.000 Hafenarbeiter an den deutschen Nordseehäfen ist endgültig unter Dach und Fach. Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi stimmte dem mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) vor knapp zwei Wochen vereinbarten Tarifabschluss am Montag "nach eingehender Diskussion" zu, wie die Gewerkschaft mitteilte. Damit ist für die ohnehin gestressten Logistikunternehmen in den Häfen die Gefahr weiterer Streiks für zwei Jahre vom Tisch. Vorausgegangen war eine beispiellose Warnstreikserie, die im Juni und Juli die Abfertigung in den Häfen für insgesamt 80 Stunden lahmgelegt hatte.

Der nach zehn Runden gefundene Abschluss sieht deutliche Entgelterhöhungen in diesem und im kommenden Jahr vor. Zudem enthält der Abschluss eine Klausel für den Fall, dass die aktuell extrem hohe Inflationsrate von fast acht Prozent auch im kommenden Jahr ausufern sollte. "Unser Ziel war ein echter Inflationsausgleich, um die Beschäftigten nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerungen allein zu lassen", sagte die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, Maya Schwiegershausen-Güth. "Das ist uns für die allermeisten Betriebe gelungen."

Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft hatte nach der Einigung in Bremen schon mit großer Mehrheit die Annahme empfohlen. Vor einer endgültigen Zustimmung sollte aber noch die Meinung der Gewerkschaftsmitglieder in den betroffenen Betrieben eingeholt werden. (DPA)

Drittes Entlastungspaket: So sollen Unternehmen unterstützt werden

Mo, 05.09.2022, 9:06: Einige der Entlastungsschritte, auf die sich die Ampel-Koalition neu geeinigt hat, haben Wirkungen bis weit über den Winter hinaus. Andere sollen kurzfristig greifen. Diese Maßnahmen betreffen Unternehmen:

  • Unternehmenshilfen: Energieintensive Unternehmen, die Kostensteigerungen nicht weitergeben können, sollen mit einem neuen Programm unterstützt werden. Der Spitzenausgleich bei den Strom- und Energiesteuern soll um ein weiteres Jahr verlängert werden. Bestehende Unternehmenshilfen unter anderem mit zinsgünstigen Krediten und erweiterten Bürgschaften sollen bis 31. Dezember verlängert werden. Geprüft werden Schritte für Unternehmen, die aufgrund von Gasmangel und hoher Energiepreise die Produktion temporär einstellen müssen.
  • Strompreisbremse: Privathaushalte sollen die Strommenge für einen Basisverbrauch zu einem vergünstigten Preis erhalten. Für kleine und mittlere Unternehmen mit Versorgertarif soll dies auch gelten. Finanziert werden soll die Preisbremse mit Einnahmen durch eine neue Erlösobergrenze für Energieunternehmen. Zudem sollen die beim Strompreis relevanten, voraussichtlich steigenden Netzentgelte damit bezuschusst werden.
  • Kurzarbeit: Ein wegen des Corona-Abschwungs eingeführter erleichterter Zugang zur Kurzarbeit soll verlängert werden.
  • Steuerfreie Prämie: Der Bund bietet Arbeitgebern und Beschäftigten an, dass er auf Steuern und Abgaben verzichtet, wenn Unternehmen zusätzliche Zahlungen an ihre Beschäftigten bis zu 3000 Euro leisten. (DPA)

IG Metall will bei Vestas "Schlagzahl erhöhen" - neue Warnstreiks

Mo, 05.09.2022, 7:30: Mit neuen Warnstreiks will die IG Metall im Kampf um einen Tarifvertrag den Druck auf die deutsche Tochter des dänischen Windanlagenherstellers Vestas erhöhen. Bundesweit ruft die Gewerkschaft alle Beschäftigten dazu auf, an diesem Montag abermals die Arbeit für drei Stunden niederzulegen. Ein weiterer Warnstreik soll noch in derselben Woche folgen, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, der Rendsburger IG-Metall-Geschäftsführer Martin Bitter, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gewerkschaft reagiert damit auf die Weigerung der Vestas Deutschland GmbH (Hamburg), in Verhandlungen über die tarifliche Regelung von Arbeitsbedingungen und Entlohnung einzutreten. Ein Vestas-Sprecher teilte dazu auf Anfrage mit: "Vestas arbeitet eng mit dem Betriebsrat zusammen, um neue Maßnahmenpakete und Initiativen umzusetzen, um ein attraktiver, moderner und wettbewerbsfähiger Arbeitgeber in Deutschland zu bleiben. Wir sind der Meinung, dass dieser Ansatz den Bedürfnissen der gesamten Belegschaft gerecht wird. Eine Diskussion über weitere Verbesserungen der Betriebsvereinbarung ist im Gange."

Bitter nannte dies eine "Nebelkerze", denn es gehe bei Gesprächen mit dem Betriebsrat nicht um die verbindliche Festlegung tariflicher Regelungen. "Das Preisschild setzt der Arbeitgeber fest", sagte der Gewerkschafter. Der Betriebsrat habe dem Unternehmen mehrfach signalisiert, dass Tarifthemen Sache der Gewerkschaft und nicht der Arbeitnehmervertretung seien. "Der Betriebsrat sagt klar, dass er das gewerkschaftlich geregelt haben will, und die Mehrheit der Beschäftigten will das auch", sagte Bitter. "Deswegen wollen wir die Schlagzahl erhöhen, um zu zeigen, dass wir es ernst meinen."

Der Konflikt betrifft laut IG Metall insgesamt rund 1.700 Beschäftigte, darunter 700 Monteure, die im ganzen Bundesgebiet mit Service und Wartung von Windkraftanlagen beschäftigt sind.

Die IG Metall beklagt seit langem, dass zwar viele Zulieferer der Windindustrie, zum Beispiel Maschinenbauer, traditionell dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie unterliegen. Bei Herstellern und im Servicebereich habe sich die Windbranche aber bisher weitgehend einer Tarifbindung verweigert. (DPA)

Download: Dossier Kritische Rohstoffe

Frau schaut sich Dossier Kritische Rohstoffe auf einem Tablet PC an
(Bild: mi connect)

Welche Rohstoffe werden als kritisch eingestuft? Und warum? In unserem Dossier Kritische Rohstoffe erklären wir die aktuelle Versorgungslage, warum sie eng mit der geopolitischen Situation verwoben ist, und stellen mögliche Strategien vor, wie Unternehmen reagieren können.

Neugierig geworden? Dann kommen Sie hier zur Leseprobe.

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Das erwartet Sie:

  • Warum die Klima- und Verkehrswende neue Abhängigkeiten schafft
  • Welche Schlüsselrolle China bei der Rohstoffversorgung spielt
  • Welche Maßnahmen die Politik für die Rohstoffsicherheit plant
  • Welche Alternativen es zum Einkauf von Primärrohstoffen gibt
  • Gesamtüberblick: Welche kritischen Rohstoffe es gibt, wo sie in welchen Mengen gefördert und wie sie verwendet werden

DIHK: Energiepreise gefährden Unternehmen - Regierung zu zögerlich

Fr, 02.09.2022, 8:06: Die deutsche Wirtschaft gerät wegen der hohen Energiepreise nach Darstellung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zunehmend unter Druck. Nach einer DIHK-Erhebung sähen sich aktuell 16 Prozent der Industriebetriebe gezwungen, die Produktion aufgrund der hohen Energiepreise herunterzufahren oder einzuschränken, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, auf der Vollversammlung der Handelskammer Hamburg.

"Eine Energiekrise, wie wir sie derzeit erleben, hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nicht gegeben", sagte Adrian laut Redemanuskript. Die Bundesregierung habe es auf der Kabinettsklausur in Meseberg erneut versäumt, klare Antworten auf die Herausforderungen zu geben. "Die Maßnahmen der Bundesregierung sind an vielen Stellen zu langsam und zu zögerlich", kritisierte er.

Je länger die Gaspreise so exorbitant hoch bleiben, desto größer dürfte der Verlust an Wertschöpfung in Deutschland sein, warnte Adrian. "Zu allem Unglück kommt hinzu, dass es bei den Strompreisen inzwischen eher noch schlimmer aussieht." Deshalb stünden in den nächsten Monaten viele Firmen vor ernsten Herausforderungen. "Und wenn ein Betrieb erst einmal geschlossen ist, dann wird es in diesem schwierigen Umfeld nur schwer möglich, ihn wieder zu öffnen. Das trifft im Übrigen nicht nur die Industrie, sondern auch Bäckereien oder Lebensmittelläden", sagte der DIHK-Präsident laut den Angaben.

Notwendig sei eine Verlängerung und Ausweitung der Notfallzahlungen, bekräftigte der DIHK. Die Energiezuschüsse müssten demnach bis zum Jahresende verlängert werden. Die Gasumlage sollte besser aus dem Bundeshaushalt bestritten werden, forderte Adrian weiter. Zudem sollte die Energiesteuer auf den europäischen Mindestsatz gesenkt werden. Schließlich sei mehr Tempo bei Genehmigungen erforderlich: "Wir müssen von der Standspur auf die Überholspur wechseln, wenn wir trotz der wirtschaftlichen Folgen des Angriffskriegs Russlands bis 2045 klimaneutral werden wollen."

Der DIHK-Chef sprach sich zudem für eine "Neugestaltung der Globalisierung" aus. Die Weiterentwicklung der internationalen Arbeitsteilung sei für alle eine Chance und für Unternehmen Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und Erhalt der Arbeitsplätze in Deutschland. Gerade aktuell – in Zeiten von Pandemie und Krieg – ist es nach den Worten von Adrian für Unternehmen "essenziell, ihre Produktion über möglichst viele Länder zu verteilen, um das Risiko von Produktionsausfällen zu streuen". Daher komme es gerade jetzt auf eine kluge EU-Handelspolitik an, die auf die Absicherung und Diversifizierung von wichtigen Handelsbeziehungen setzt und gleichzeitig souveräne EU-Interessen vertritt. (DPA)

Im Fokus: Gasversorgung in der Industrie

Gaspipeline und Hilfsgeräte in der Gaspumpstation.
(Bild: 63ru78 - stock.adobe.com)

Was passiert, wenn Putin wirklich den Gashahn ganz zudreht? Wie soll die Industrie ohne russisches Gas über den Winter kommen? Welche Maßnahmen werden ergriffen? PRODUKTION hält Sie über alles Wichtige rund um die Gasversorgung auf dem Laufenden. Wir empfehlen Ihnen diese Artikel:

Exporte sinken im Juli

Fr, 02.09.2022, 8:00: Im Juli 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt um 2,1 Prozent und die Importe um 1,5 Prozent gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2021 um 14,3 Prozent und die Importe um 29,3 Prozent.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im Juli 2022 gegenüber Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt um 15,1 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2021 nahmen sie um 55,1 Prozent ab. Die Importe aus Russland nahmen im Juli 2022 gegenüber Juni 2022 um 17,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ab. (Statistisches Bundesamt)

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Auftragsminus im Maschinenbau - Produktionsrückgang 2023 erwartet

Do, 01.09.2022, 10:24: Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer bekommen die schwächelnde Weltwirtschaft zunehmend zu spüren und rechnen 2023 mit einem Rückgang ihrer Produktion. Preisbereinigt müsse mit einem Produktionsminus von zwei Prozent gerechnet werden, prognostizierte der VDMA. Ein deutlich schwächeres Wachstum in China, der Krieg in der Ukraine, hohe Inflationsraten und die daraus resultierenden Bremsmanöver der Notenbanken ließen auf Zurückhaltung bei Investitionen schließen, begründete der Verband.

Im Juli des laufenden Jahres verbuchte die exportorientierte Branche nach Angaben des Verbandes preisbereinigt (real) 14 Prozent weniger neue Aufträge als ein Jahr zuvor. "Die Investitionslaune hat sich weltweit eingetrübt, was bei den geopolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen nicht verwundert", erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Aus dem Inland kamen im Juli 17 Prozent weniger Aufträge, die Bestellungen aus dem Ausland gingen zum Vorjahresmonat um zwölf Prozent zurück. Für den Zeitraum von Januar bis einschließlich Juli 2022 ergibt sich den Angaben zufolge in realer Betrachtung eine Stagnation im Auftragseingang, nominal gesehen steht für diesen Zeitraum ein Plus von 8 Prozent in den Büchern.

Der VDMA verweist zugleich darauf, dass der Auftragsbestand historisch hoch sei. Daher rechnet die Branche für das laufende Jahr weiterhin damit, dass trotz Lieferengpässen, Fachkräftemangel und steigenden Energiepreisen die Produktion 2022 zulegen wird. Die gesenkte Prognose von einem Prozent reales Produktionswachstum im Gesamtjahr 2022 hält der Verband aufrecht. (dpa)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet der Maschinenbau-Gipfel 2022 Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik. Hier finden Sie das Programm.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels 2022 am 11. & 12. Oktober 2022 in Berlin.

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels 2022

Hier geht es direkt auf die Anmeldeseite zum Maschinenbau-Gipfel 2022.

 

Mit freundlicher Unterstützung von: Capgemini (Hauptsponsor), Dassault (Premium-Partner), Ernst & Young (Premium-Partner), KPMG (Premium-Partner) und Roland Berger (premium Partner).

Ausbildungsstart bei Siemens: Mehr Raum für persönliche Kompetenzentwicklung

Do, 01.09.2022, 9:34: Wie im Vorjahr starten bei Siemens bundesweit mehr als 1.300 Auszubildende und dual Studierende in die Berufswelt. Die Ausbildungsstellen verteilen sich dabei auf über 800 Stellen bei der Siemens AG, 190 bei Siemens Mobility und 130 bei den Siemens Healthineers. Hinzu kommen 200 Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger von externen Partner-Unternehmen, die bei der Siemens Professional Education eine Ausbildung absolvieren. Insgesamt entfallen mehr als die Hälfte der Ausbildungsstellen auf duale Studienplätze. Siemens ist einer der größten und innovativsten privaten Ausbildungsbetriebe weltweit und investiert hierfür jährlich rund 160 Millionen Euro.

Die digitale Transformation beschleunigt technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen und zeigt sich ebenso in einer kontinuierlichen Veränderung unserer Arbeitswelt. Mit dem Start des Jahrgangs 2022 wird die individuelle Kompetenzentwicklung in den Mittelpunkt gestellt und noch stärker als bisher gefördert. „Wir passen bei Siemens unsere Ausbildungsinhalte regelmäßig an neue Anforderungen an und vermitteln unseren Auszubildenden die nötigen Kompetenzen, um im Arbeitsleben langfristig erfolgreich und engagiert zu sein“, sagte Judith Wiese, Chief People and Sustainability Officer (CPSO). „Experimentierfreude und Offenheit für Neues sind wichtige Voraussetzungen für lebenslanges, eigenverantwortliches Lernen“, ergänzte sie in einer Pressemitteilung.

Die Ausbildungs-Philosophie von Siemens bietet individuelle Gestaltungsspielräume: Sowohl der Inhalt als auch die Dauer einer Ausbildungssequenz können gezielt auf die Gruppe der jeweiligen Auszubildenden abgestimmt werden – abhängig vom Lernerfolg. Die Sequenzen variieren stark in ihrer Länge und dauern je nach Umfang des Themenbereichs zwischen einer Woche und maximal 27 Wochen.

Eine Ausbildungssequenz zum Thema Verdrahtungstechniken dauert beispielsweise vier Wochen. Lernt eine Gruppe hierbei besonders schnell, kann die Zeit der Sequenz auf zwei Wochen verkürzt werden. Benötigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr Zeit, kann das Modul auch verlängert werden.

Im Fokus der Ausbildung stehen folgende Inhalte: Digitale Medien- und Fachkompetenz, Selbstorganisation, Lösungsorientierung, Umgang mit Veränderungen, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Dokumentations- und Präsentationstechnik, Lern- und Arbeitsmethoden und Projektmanagement. In regelmäßigen Abständen schätzen die Lernenden ihre Kompetenzen selbst ein und erhalten dazu jeweils Feedback von ihren Ausbilderinnen und Ausbildern. (Siemens)

Podcast: Siemens CEO Process Automation Eberle über 5G und Industrie 4.0

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