Zwei Mitarbeitende kontrollieren Dinge in einem Werk

Alle wichtigen Meldungen aus der Industrie und für die Industrie erfahren Sie in unserem News-Blog. (Bild: littlewolf1989 - stock.adobe.com)

Leoni-CEO Kamper verlässt überraschend Unternehmen und übernimmt Führung von AMS-Osram

Di, 31.01.2023, 8:04: Der Automobilzulieferer Leoni braucht einen neuen Chef. Der Vorstandsvorsitzende Aldo Kamper werde das Unternehmen Ende März verlassen, um kurzfristig eine neue Aufgabe zu übernehmen, teilte Leoni am Montagabend mit. "Der Aufsichtsrat nimmt unverzüglich Gespräche auf, um die Nachfolge zu regeln."

Der Kabelspezialist Leoni beschäftigt rund 100.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro. Aufsichtsratschef Klaus Rinnerberger sagte, Kamper habe das Amt 2018 in einer schwierigen Lage übernommen und sich als Krisenmanager bewährt. Er bedauere seinen Weggang sehr.

Kamper sagte: "Ich hätte die Restrukturierung dieses zukunftsträchtigen Unternehmens gern als CEO abgeschlossen. Die sich mir bietende Herausforderung ist allerdings die konsequente Fortsetzung meiner beruflichen Laufbahn. Da konnte ich nicht Nein sagen."

Kamper wechselt zum Technologiekonzern AMS Osram und löst Alexander Everke ab, der nach nach sieben Jahren als CEO zurücktritt. (DPA/Leoni/Ams Osram)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2023

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet auch der Maschinenbau-Gipfel 2023 wieder Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels am 07. und 08. November 2023 in Berlin.

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels.

Hier geht es direkt auf die Anmeldeseite zum Maschinenbau-Gipfel 2023.

Stabilus bestätigt Jahresprognosen - Umsatz legt im ersten Quartal deutlich zu

Mo, 30.01.2023, 7:57: Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus sieht sich nach einem guten Auftakt in das bis Ende September laufende Geschäftsjahr auf Kurs zu seinen Zielen. Demnach soll der Umsatz im Geschäftsjahr 2022/23 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro erreichen, nachdem er im vergangenen Geschäftsjahr um fast ein Fünftel auf 1,12 Milliarden Euro geklettert war, wie das im Mdax notierte Unternehmen mitteilte. Bei der Marge basierend auf dem um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde weiter ein Wert zwischen 13 und 14 Prozent erwartet, nach 14,0 Prozent im Vorjahr.

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres profitierte der Konzern weiter von einer lebhaften Nachfrage. Der Umsatz zog im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf knapp 291 Millionen Euro an. Der operative Gewinn legte um elf Prozent auf 32,6 Millionen Euro zu. Da das Gewinnwachstum hinter dem Umsatzplus zurückblieb, sackte die Marge um 0,8 Prozentpunkte auf 11,2 Prozent ab. (DPA)

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Rheinmetall schließt den Verkauf des Großkolbenbereichs an Koncentra Verkstads AB erfolgreich ab

Fr, 27.01.2023, 10:53: Rheinmetall hat seine Aktivitäten im Bereich der Produktion von Großkolben wie geplant an die schwedische Unternehmensgruppe Koncentra Verkstads AB (KVAB), Göteborg übertragen. Im Oktober 2022 hatte Rheinmetall den Verkauf, der im Zuge einer strategischen Neuausrichtung des Düsseldorfer Technologiekonzerns erfolgt, angekündigt. Nach Prüfung und Freigabe durch die entsprechenden Behörden konnte das Closing der Transaktion nun rückwirkend zum 1. Januar 2023 erfolgen. Gleichzeitig treibt Rheinmetall den Verkauf weiterer Bereiche der Kolbenproduktion – nun insbesondere Kleinkolben – unverändert voran. Rheinmetall folgt damit seiner strategischen Zielsetzung, sich – was die zivilen Aktivitäten anbetrifft – künftig vorrangig auf neue Technologiefelder und alternative Antriebsformen zu konzentrieren.

Am 24. Oktober 2022 hatten Rheinmetall und KVAB eine entsprechende Vereinbarung (Share Purchase Agreement) unterzeichnet. Der Kaufvertrag umfasst den Großkolbenbereich von Rheinmetall mit drei Produktionswerken in Deutschland, USA und China sowie einer Stahlkolben-Linie aus dem Kleinkolbenwerk Marinette/USA.

Der jetzt vereinbarte Verkauf erfolgt im Zuge der im Jahr 2021 gestarteten Neuorientierung des Rheinmetall-Konzerns, die u.a. auch darauf abzielt, das frühere Geschäft mit Produkten rund um den Verbrennungsmotor zu reduzieren. Mit dem nun erfolgten Closing konnte das Ziel, die Aktivitäten aus dem Bereich Großkolben in gute Hände zu geben, erreicht werden. Die KVAB Unternehmensgruppe kennt den Großmotorenmarkt sehr gut und möchte langfristig investieren. KVAB betrachtet die hochqualifizierten Mitarbeiter als wichtigstes Kapital des Unternehmens und unterstreicht den Willen, die gesamte Belegschaft zu übernehmen.

KVAB führt seine Unternehmen als eigenständige „stand alone“ Einheiten mit separater Organisation und legt deshalb großen Wert auf die Zusammenarbeit mit dem existierenden Management-Team. Die Marken Kolbenschmidt und KS bleiben auch zukünftig dem Unternehmen „KS Large Bore Pistons“ erhalten, so dass sich auch im Außenauftritt keine großen Änderungen ergeben werden. Für das deutsche Werk wurde die neue Gesellschaft KS Large Bore Pistons Germany GmbH gegründet, während die beiden bestehenden Gesellschaften in den USA (KS Large Bore Pistons LLC) und China (KSLP China Co. Ltd) direkt übergehen. (Rheinmetall)

Im Fokus: Rüstungsindustrie

Intel mit Umsatzeinbruch und Verlust - Aktie fällt

Fr, 27.01.2023, 10:35: Der Chip-Riese Intel wird vom Schrumpfen des PC-Marktes schwer erwischt und schwächelt auch im Geschäft mit Rechenzentren. In den beiden wichtigsten Standbeinen des Konzerns fiel der Umsatz im vergangenen Quartal um mehr als 30 Prozent und der operative Gewinn bracht um mehr als 80 Prozent ein. Intel-Chef Pat Gelsinger verwies auf die schwache Konjunktur und stellte für das laufende Vierteljahr keine Besserung in Aussicht. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel am Donnerstag um fast zehn Prozent.

Intel lag mit den Quartalszahlen unter den Schätzungen von Analysten und verfehlte auch mit der Prognose für das laufende Vierteljahr die Erwartungen. Der Konzern rechnet mit Erlösen von 10,5 bis 11,5 Milliarden Dollar (9,6 bis 10,6 Milliarden Euro), während Analysten eher mit knapp 14 Milliarden gerechnet hatten.

Im Geschäft mit PC-Chips fiel Intels Umsatz um fast 36 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar. Die Verkäufe von Personal Computern brachen im vergangenen Quartal nach Berechnungen der Analysefirma Gartner um gut 28 Prozent ein. Das war der schärfste Rückgang seit Gartner Mitte der 90er Jahr begann, den Markt zu erfassen. In den ersten Jahren der Corona-Pandemie war der Verkauf von Computern - vor allem Notebooks - explosiv gewachsen. Inzwischen ließ die Nachfrage stark nach.

Das operative Ergebnis von Intels PC-Bereich brach auf nur noch 699 Millionen Dollar ein - von rund 3,8 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Der Konzern nennt als Grund unter anderem Investitionen in künftige Chips und Produktionsprozesse.

Bei Technik für Rechenzentren fielen die Erlöse um rund ein Drittel auf 4,3 Millionen Dollar. Intel kämpft in dem lukrativen Markt gegen angreifende Rivalen wie AMD. Auch in dieser Sparte gab es einen Ergebniseinbruch mit 371 Millionen Dollar statt 2,3 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Der Konzernumsatz fiel im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 32 Prozent auf 14 Milliarden Dollar (12,8 Milliarden Euro). Unterm Strich gab es einen Verlust von 664 Millionen Dollar nach einem Gewinn von gut 4,6 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, wie Intel nach US-Börsenschluss mitteilte. (DPA)

Energie-Härtefallfonds für Firmen nicht für Öl und Pellets

Do, 26.01.2023, 14:12: Die finanzielle Unterstützung des Bundes zu Energiekosten-Härtefallregelungen für kleine und mittlere Unternehmen umfasst keine Hilfen für Heizöl und Pellets. Das geht aus einem Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestags hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Der Ausschuss hatte am Mittwoch eine erste Tranche an Geldern freigegeben.

Im Beschluss heißt es, die Härtefallregelungen seien auf die Entlastung von Strom und leitungsgebundenen Energieträgern (Gas, Wärme) zu begrenzen und nicht auf leitungsungebundene Energieträger wie Heizöl und Pellets auszuweiten.

Aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums hieß es am Donnerstag zur Anpassung der Förderbedingungen, diese Entscheidung überrasche. Sie sei von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den Ministerpräsidenten der Länder im Anschluss an eine Konferenz am 8. Dezember 2022 öffentlich anders kommuniziert worden. Die Entscheidung für die erste Tranche sei aber gefallen. Die mit dem den Ländern bereits abgestimmte Verwaltungsvereinbarung müsse nun angepasst werden.

Ziel der Härtefallhilfen ist es, dass kleinere und mittlere Unternehmen zusätzliche finanzielle erhalten Hilfen, wenn sie die Energiekrise besonders hart trifft. Der Bund stellt den Ländern über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds Gelder zur Verfügung. Die konkrete Auszahlung und Ausgestaltung der Härtefallhilfen erfolgt über die Länder.

Aus Koalitionskreisen hieß es mit Blick auf Öl und Pellets, bei größeren Problemen könne man jederzeit beraten. Der Haushaltsausschuss hatte zunächst jeweils 375 Millionen Euro für die Härtefallunterstützung kleiner und mittlerer Firmen sowie für Kultureinrichtungen bereitgestellt. (DPA)

Das sind die Industrietrends 2023

Fachkräftemangel, Energiekrise, Ukrainekrieg und natürlich die Inflation: Der Industrie steht ein herausforderndes Jahr bevor.

 

PRODUKTION hat nachgehakt und Verbände und Unternehmen nach Wachstumsmärkten, Wettbewerbsfähigkeit und den Konjunkturerwartungen gefragt. Einen Einblick geben neben dem VDMA, VDW und ZVEI folgende Unternehmen: Trumpf, Schunk, Franke, Beckhoff und Benteler.

 

Chinesischer CATL-Konzern startet Werk für Batteriezellen

Do, 26.01.2023, 09:03: Der chinesische Batteriehersteller CATL nimmt am Donnerstag bei Arnstadt sein erstes europäisches Werk für Lithium-Ionen-Zellen in Betrieb. In das Thüringer Werk, in dem die Großserienproduktion in diesem Jahr hochgefahren werden soll, werden nach Unternehmensangaben bis zu 1,8 Milliarden Euro investiert und etwa 2.000 Arbeitsplätze geschaffen. Mehrere Fertigungslinien sollen in dem etwa einen halben Kilometer langen Neubaukomplex entstehen. CATL ist nach eigenen Angaben einer der größten Produzenten von Batteriezellen weltweit.

Von Arnstadt aus sollen alle namhaften europäischen Autohersteller mit Zellen oder Batteriemodulen für ihre E-Autos beliefert werden, sagte CATL-Europapräsident Matthias Zentgraf. Bisher arbeiteten rund 1.000 Menschen in dem Werk, darunter rund 400 Fachleute aus China. (DPA)

Kritische Rohstoffe: Der große Überblick

Salzsee Salar de Uyuni -
(Bild: Gerd Mischler)

Sie wollen alles zum Thema kritische Rohstoffe wissen? In unserem großen Überblick erfahren Sie, welche es gibt, warum sie kritisch sind und welche Industriebranchen sie einsetzen - und bei einem Mangel am stärksten betroffen sind. Plus: Rohstoff-Steckbriefe und ein aktueller Rohstoff-Ticker.

Hier kommen Sie zum großen Überblick "Kritische Rohstoffe"

Ifo-Umfrage: Exportindustrie wird hoffnungsvoller

Do, 26.01.2023, 8:06: Die deutsche Industrie blickt wieder mit steigendem Optimismus auf das Auslandsgeschäft. Die Stimmung unter den Exporteuren hat sich laut der am Donnerstag veröffentlichten Januar-Umfrage des Ifo-Instituts unter den Unternehmen weiter verbessert. Der von den Münchner Ökonomen monatlich berechnete Index der Exporterwartungen stieg im Vergleich zum Dezember von 2,0 auf 4,3 Punkte.

Höhere Ausfuhren erwarten demnach unter anderem Auto- und Chemieindustrie. Im Maschinenbau zeichnet sich laut Ifo im Moment"wenig Dynamik" ab. Der Index basiert auf der monatlichen Befragung von gut 2.300 Industrieunternehmen. (DPA)

Jungheinrich übernimmt Storage-Solutions-Gruppe in den USA

Mi, 25.01.2023, 8:18: Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich baut mit einem Zukauf sein Geschäft in den USA aus. Für rund 375 Millionen US-Dollar werde die Storage-Solutions-Gruppe, ein Anbieter für Regalsysteme und Lagerautomatisierung, übernommen, teilte Jungheinrich mit. Zudem werde Jungheinrich einen erfolgsabhängigen Bonus an das Management des US-Unternehmens in den ersten drei Jahren zahlen. Die Übernahme soll aus vorhandenen Barmitteln und Fremdkapital finanziert werden. Der Abschluss der Akquisition wird für das zweite Quartal 2023 erwartet.

Die Hamburger erwarten, dass sich der Zukauf von Beginn an positiv auf den Gewinn je Aktie, den Free Cashflow je Aktie und die bereinigte Ebit-Marge auswirken wird. (DPA)

Airbus liefert 2022 mehr Hubschrauber aus - weniger Neuaufträge

Mi, 25.01.2023, 8:13 Beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat sich die Erholung von der Corona-Krise im Jahr 2022 fortgesetzt. Die Zahl der Auslieferungen stieg im Vergleich zum Vorjahr von 338 auf 344 Hubschrauber, wie die Sparte Airbus Helicopters mitteilte. Schon 2021 hatten die Auslieferungen das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 übertroffen. Die Auftragsbilanz fiel 2022 allerdings schwächer aus als im Vorjahr. Nach Abzug von Stornierungen kamen Aufträge über 362 Maschinen herein. Im Vorjahr waren es 414 gewesen - nach nur 268 im ersten Corona-Jahr 2020. (DPA)

Podcast: Airbus-Führungskraft Christina Reuter über Digitalisierung

Der Krieg kostet die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr 175 Milliarden Euro

Di, 24.01.2023, 14:24: Nach drei Jahren haben die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie endlich nachgelassen – das trifft aber noch längst nicht auf den Ukrainekrieg zu: Neue IW-Berechnungen beziffern die wirtschaftlichen Einbußen in 2023 auf 175 Milliarden Euro. Das entspricht Wohlstandsverlusten von 2.000 Euro je Einwohner.

Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Zeitenwende, fürchtet die Förderbank KFW: Besonders der Fachkräftemangel und eine mäßige Produktivitätsentwicklung bedrohen den deutschen Wohlstand. Neue IW-Berechnungen beziffern, welche Einbußen schon in 2023 zu erwarten sind: Demnach kosten der Ukrainekrieg und alle damit verbundenen wirtschaftlichen Bedrohungen rund 175 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Das entspricht preisbereinigt etwa 4,5 Prozent des BIP. Für die Berechnung wird die aktuelle Lage mit einem kontrafaktischen Konjunkturverlauf verglichen, also einer Welt, in der es keinen Krieg und damit keine hohen Energiepreise oder Lieferengpässe gibt. Die direkten Wohlstandsverluste lassen sich somit auf 2.000 Euro je Einwohner beziffern.

Schon in den vergangenen drei Jahren mussten die Deutschen enorme Wohlstandsverluste hinnehmen, wie die Berechnungen zeigen: Bereits auf das Pandemiejahr 2020 entfiel infolge von Lockdowns und Unsicherheit ein Wertschöpfungsverlust von 175 Milliarden Euro. 2021 ergab sich ein weiterer BIP-Verlust von 125 Milliarden Euro, für 2022 dürften sich Einbußen auf knapp 120 Milliarden Euro belaufen haben. Insgesamt summieren sich die Produktionsausfälle somit bis Ende 2023 auf 595 Milliarden Euro.

Dabei lassen sich vor allem drei verschiedene kriegsbedingte Probleme identifizieren:

  • Zum einen ist Energie nach wie vor unsicher, Unternehmer befürchten Störungen und Notlagen, beispielsweise bei kritischen Infrastrukturen.
  • Hinzu kommen hohe Kosten, nicht nur für Strom und Gas, sondern auch für Vorleistungen und Rohstoffe – das bedroht die Wettbewerbsfähigkeit. „Nicht alle Kosten lassen sich an Käufer weitergeben“, sagt IW-Konjunkturchef Michael Grömling. Die Folge: Unternehmen entscheiden sich im Zweifel gegen geplante Investitionen.
  • Gleichzeitig belastet die Situation aber auch Käufer: Private Haushalte fragen weniger Güter nach, der Kauf des nächsten Autos wird aufgeschoben, wenn er nicht unumgänglich ist.

„Die Situation ist nach wie vor sehr fragil“, sagt IW-Ökonom Michael Grömling in einer Pressemitteilung. „Die Ausnahmesituation wird uns auch in den kommenden Monaten beschäftigen und den Wohlstand belasten.“ (IW Köln)

Deutsch-französische Erklärung zu Industrie und Wasserstoff

Mo, 23.01.2023, 10:32: Deutschland und Frankreich wollen ihre Zusammenarbeit hinsichtlich des Kriegs in der Ukraine, bei der Energieversorgung sowie in Wirtschaftsfragen vorantreiben. Am Rande eines Ministertreffens in Paris haben beide Länder am Sonntag eine gemeinsame Erklärung vorgelegt. Die wichtigsten Punkt für die Industrie:

Wasserstoff-Pipeline nach Deutschland

Deutschland und Frankreich haben vereinbart, die zwischen Spanien und dem südfranzösischen Marseille geplante Wasserstoff-Pipeline nach Deutschland zu verlängern. Das Pipeline-Thema hatte vergangenes Jahr für Streit gesorgt. Spanien und Deutschland hatten darauf gedrängt, dass eine seit längerem konzipierte Gaspipeline von Spanien nach Frankreich gebaut wird, um Gas weiter nach Deutschland zu bringen. Frankreich lehnte dies ab und vereinbarte mit Spanien stattdessen den Bau der Wasserstoff-Pipeline.

In ihrer Erklärung sprechen Deutschland und Frankreich sich nun für die Schaffung eines europäischen Wasserstoff-Rückgrats mit der Ausweitung und Anbindung von Pipelines über Grenzen hinweg aus. Auch das Stromnetz innerhalb der EU soll ausgeweitet und verstärkt werden.

Klimafreundliche Energien

Beide Länder wollen zudem den klimafreundlichen Umbau ihrer Wirtschaft vorantreiben und den Ausbau erneuerbarer Energien - allerdings "unter Achtung des Prinzips der Technologieneutralität". Im Gegensatz zu Deutschland setzt Frankreich bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen nämlich stark auf Atomstrom. Diese unterschiedliche Ausrichtung erkennen beide Seiten an. Bei künftigen EU-Klimazielen soll "sowohl erneuerbarer als auch kohlenstoffarmer Wasserstoff" berücksichtigt werden.Auf Wasserstoff beruhen große Hoffnungen als Energieträger der Zukunft. Zu seiner Gewinnung ist aber Strom nötig, der nach dieser Formulierung entweder aus erneuerbaren Quellen oder Atomkraft kommen soll. Beide Staaten wollen auch bei der Windenergie in der Nordsee zusammenarbeiten.

Industrie und Wirtschaft

Beide Länder wollen die Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Produktion in der EU mit einer ehrgeizigen Strategie sowie durch vereinfachte und beschleunigte Verfahren für staatliche Hilfen und ausreichende Finanzierung stärken. Dass es dabei auch um eine Reaktion auf das US-Inflationsbekämpfungsgesetz mit milliardenschweren Investitionen in den Klimaschutz und einer befürchteten Benachteiligung europäischer Firmen geht, wird in der Erklärung allerdings nicht gesagt. Vor dem Spitzentreffen hatte Frankreich bereits einen "Made in Europe"-Aktionsplan mit einer Lockerung der europäischen Finanzierungs- und Beihilferegeln gefordert. (DPA)

Dossier Klimaneutrale Industrie - hier zum Download

Frau hält ein Tablet in der Hand und wählt auf dem Display Beiträge aus, die außerhalb des Tablets virtuell angezeigt werden
(Bild: mi connect)

Entdecken Sie, wie Sie den steigenden Energiekosten entkommen und gleichzeitig Ihr Unternehmen klimaneutral für die Zukunft aufstellen. Wie das geht, ist in dem Dossier Klimaneutrale Industrie verständlich erklärt. Hier gelangen Sie zur Leseprobe. Weitere Informationen und den Link zum Download der Studie gibt es hier.

Das erwartet Sie:

 

  • Wirtschaftliche Vorteile eines klimaneutralen Unternehmens
  • Welche pragmatischen Lösungen es für die Reduzierung von CO2-Emissionen gibt
  • Wie Sie an die richtigen Fördertöpfe kommen
  • Experteninterviews mit Tipps aus der täglichen Praxis und gezielten Lösungsstrategien zu Fragen wie „Was will ich erreichen, was kann ich erreichen und wo fange ich überhaupt an?“
  • Best Practice-Cases aus der Industrie

Forschungszulage gewinnt an Fahrt: Maschinenbau ist stärkster Nutzer

Do, 19.01.2023, 10:19: Die im Jahr 2020 eingeführte steuerliche Forschungsförderung für Unternehmen (Forschungszulage) wird zunehmend stärker genutzt. Bislang haben mehr als 7.200 Unternehmen über 14.000 Vorhaben zur Genehmigung eingereicht. Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit 953 Antragstellern und 2.337 Vorhaben die Branche mit der stärksten Nutzung. Die Anzahl der Antragsteller im Maschinen- und Anlagenbau hat sich in den zurückliegenden zwölf Monaten um 94 Prozent und die Anzahl der gestellten Anträge um 125 Prozent erhöht. Eine weitere Dynamisierung ist zu erwarten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des ZEW Mannheim im Auftrag des VDMA.

Für die Wirtschaftsjahre 2021 und 2022 können die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus mit einem Fördervolumen aus der Forschungszulage von etwa 50 Millionen Euro pro Jahr rechnen. Dies entspricht etwa einem Viertel des Umfangs, den die Branche aus Programmen der direkten FuE-Förderung bislang erhalten hat. „Das neue Instrument hilft den Unternehmen, Transformationsprozesse bottom-up, themenoffen und noch schneller anzugehen“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. „Der Maschinenbau hält das Innovationstempo hoch und investiert die zusätzlichen Mittel in die Zukunftssicherung am Standort Deutschland.“

Warum viele Unternehmen noch keinen Antrag gestellt haben

Gleichwohl liegt der Mittelabfluss aus der Forschungszulage insgesamt noch deutlich hinter den Budgetzahlen der Bundesregierung zurück. Über alle Branchen hinweg sind wohl erst rund zehn Prozent der insgesamt budgetierten Mittel von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr abgeflossen. Dass zunächst nur ein kleinerer Teil der forschenden Unternehmen das neue Instrument genutzt hat, liegt auch daran, dass die Unternehmen bis zu vier Jahre Zeit haben, um einen Antrag zu stellen.

„Auffällig ist, dass viele grundsätzlich förderfähige Unternehmen derzeit keine Antragstellung planen“, sagt Dr. Christian Rammer, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ sowie Projektleiter. „So gibt es selbst im Maschinen- und Anlagenbau geschätzt etwa noch 1.900 Unternehmen, die für eine Antragstellung in Frage kommen“. Dies entspricht 55 Prozent der förderfähigen Unternehmen in dieser Branche. Die wichtigsten Verzichtsgründe sind der Umfrage zufolge fehlende Informationen zur Forschungszulage, Unsicherheit und fehlende personelle Ressourcen für die Antragstellung. Auch wird das Antrags- und Genehmigungsverfahren als aufwendig wahrgenommen. Der größte Teil dieser Unternehmen verfügt über keine Erfahrung aus der direkten FuE-Förderung, sodass die Erstellung von Anträgen zu FuE-Vorhaben Neuland für diese Unternehmen ist.

Hohe Bewilligungsquote für Forschungszulage

Dabei weist die Forschungszulage gegenüber der direkten FuE-Förderung sehr hohe Bewilligungsquoten von 84 Prozent im Maschinen- und Anlagenbau und 76 Prozent im Mittel aller Branchen auf. Auch verspricht diese Förderung hohe positive Effekte auf die Stärkung der FuE-Tätigkeit. 85 Prozent der Maschinenbauunternehmen wollen die Mittel aus der Forschungszulage für zusätzliche FuE-Aktivitäten einsetzen. „Damit kann ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des Ziels der Bundesregierung geleistet werden, bis 2025 gesamtstaatlich eine Summe von 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts für Forschung und Entwicklung aufzuwenden“, unterstreicht Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt und Leiter der Steuerabteilung des VDMA. „Im Sinne von Wettbewerbsfähigkeit und künftigem Wachstum sollten jetzt alle Stellschrauben genutzt werden, die für eine möglichst breite Inanspruchnahme der Forschungszulage in Frage kommen“.

Aus der Perspektive der Unternehmen wird deutlich: Die Umsetzung der Forschungszulage sollte vereinfacht und als Instrument attraktiver ausgestaltet werden. So könnte durch die weitere und dauerhafte Anhebung des Deckels, der derzeit bei vier Millionen Euro an förderfähigen FuE-Aufwendungen pro Jahr liegt, die Wirkung der Forschungszulage deutlich stärker in die Gruppe der Midrange-Unternehmen mit 250 bis 3.000 Beschäftigten hineingetragen werden. (ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
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Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2023

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet auch der Maschinenbau-Gipfel 2023 wieder Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels am 07. und 08. November 2023 in Berlin.

 

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Deutz verlängert Vertrag von CEO Sebastian Schulte

Do, 19.01.2023, 10:03: Der Aufsichtsrat von Deutz hat am Mittwoch beschlossen, das Mandat des Vorstandsvorsitzenden Dr. Sebastian C. Schulte vorzeitig um weitere fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2028 zu verlängern. Dazu sagt Dr. Dietmar Voggenreiter, Vorsitzender des Aufsichtsrats, in einer Pressemitteilung: „Nach der Komplettierung des Vorstands Ende letzten Jahres ist dies ein nächster wichtiger Schritt, um Deutz zukunftssicher aufzustellen." Die erfreuliche Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf 2022 zeige, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg sei. Mit der Mandatsverlängerung sei der Vorstand optimal aufgestellt.

Schulte ist seit dem 1. Januar 2021 Mitglied des Vorstands und seit dem 12. Februar 2022 Vorstandsvorsitzender. Unter seiner Führung hat der Konzern vergangenes Jahr das Strategieprogramm „Powering Progress“ eingeleitet. Es zielt darauf ab, den Konzern für die anstehende Transformation der Mobilität fit zu machen, das Servicegeschäft weiter auszubauen und gleichzeitig Wachstumspotenziale im klassischen Motorenbereich auszuschöpfen. (Deutz AG)

Continental steigert Umsatz deutlich - Marge aber unter Druck

Mi, 18.01.2023, 7:57: Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat im vergangenen Jahr seine Geschäfte wieder deutlich ausgeweitet - blieb wegen hoher Kosten aber unter Druck. Der Umsatz legte laut vorläufigen Zahlen um rund 17 Prozent auf 39,4 Milliarden Euro zu, wie der Dax-Konzern überraschend am Dienstagabend mitteilte. Die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern lag mit voraussichtlich 5,0 Prozent jedoch 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Hannoveraner hatten schon früh vor milliardenschweren Mehrkosten für Energie, Frachten und Material gewarnt.

Mit den Werten erreichte Conti seine Erlös- und Gewinnziele - verfehlte aber beim für Investoren wichtigen Barmittelzufluss (Free Cashflow) die Planungen deutlich, weil vor dem Stichtag spürbar weniger Zahlungen auf den Konzernkonten landeten als erwartet. Letztlich erwirtschaftete der Konzern vor Ein- und Auszahlungen für den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen insgesamt rund 200 Millionen Euro an Finanzzuflüssen. Zuletzt angepeilt hatte das Management zwischen 600 und 800 Millionen Euro. Dass Conti im vierten Quartal noch gehörig Boden gutgemacht hat, reichte nicht mehr. Die Aktie lag nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate 1,1 Prozent unter dem Xetra-Schluss.

Continental hatte in der jüngeren Zeit vor allem in der Autozulieferung zu kämpfen, weil die weltweite Autoproduktion infolge von Teileknappheit und chinesischen Covid-Lockdowns immer wieder stotterte. Im abgelaufenen Jahr besserte sich das Umfeld schließlich zwar. Auch im vierten Quartal schrieb die Autozuliefersparte wieder operativ schwarze Zahlen - auf Jahressicht dürften aber erneut leichte Verluste angefallen sein.

Der Gewinnbringer des Konzerns, das Reifengeschäft, schnitt 2022 sogar etwas besser ab als in Aussicht gestellt - und machte damit Schwächen bei der Marge im Kunststofftechnikgeschäft der Sparte Contitech wett. Dort belasteten gestiegene Produktionskosten, ein unvorteilhafter Produktmix und Covid-Einschränkungen in China.

Zum Nettoergebnis machte Conti mit den Eckdaten noch keine Angaben. Nach neun Monaten hatte der Konzern vor allem wegen hoher Abschreibungen einen Verlust von 216 Millionen Euro angesammelt. Ob das Schlussquartal die Wende brachte, wird der Konzern den Anlegern mit den detaillierten Jahreszahlen am 8. März mitteilen. Grundsätzlich schüttet das Unternehmen zwischen 15 und 30 Prozent des Nettogewinns aus. In Vorjahren mit roten Zahlen war Conti aber auch schon von der Dividendenpolitik abgewichen und hatte den Aktionären dennoch eine Dividende gezahlt. Größter Aktionär von Conti ist die Industriellenfamilie Schaeffler mit 46 Prozent der Anteile. (DPA)

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Industriepräsident: Für Unternehmen bleibt es weiterhin schwierig

Di, 17.01.2023, 8:26: Trotz der gestiegenen Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr sieht der Bundesverband der Deutschen Industrie weiter großere Herausforderungen für die Unternehmen hierzulande. "Wir hatten im vierten Quartal gesamtwirtschaftlich gute Zahlen, aber das war wesentlich befeuert durch privaten Konsum und durch den Dienstleistungssektor", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm im ARD-Morgenmagazin. Die Menschen hätten im vergangenen Jahr aufgrund des "Nachholgefühls" wieder mehr konsumiert - die industrielle Produktion sei nicht in diesem Maße gewachsen.

"Es bleibt weiterhin schwierig", betonte der BDI-Präsident. Der Verband erwarte in diesem Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent und somit "eine rote Null", sagte Russwurm. "Viele Mieter werden zum ersten Mal höhere Energiepreise auf ihrer Rechnung sehen." Auch für die Industrie bleiben nach seinen Worten die Rohstoffsituation und die hohen Energiepreise schwierig.

Der Verband wollte sich am Dienstagvormittag unter anderem zur Lage der Industrie zu Jahresbeginn äußern. (DPA)

TSMC erwägt Bau von Chipfabrik in Dresden

Fr, 13.01.2023, 9:16: Der weltgrößte Chipauftragsfertiger TSMC prüft einem Zeitungsbericht zufolge den Bau einer Spezialchipfabrik in Dresden. Der taiwanesische Konzern habe bereits im vergangenen Jahr das Interesse von Kunden in Deutschland abgefragt, berichtete die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' unter Berufung auf eigene Informationen. Das Interesse sei groß gewesen, hieß es demnach. Delegationen von TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Co.) hätten im vergangenen Jahr mehrfach in Dresden und Berlin mit der sächsischen Landes- und der Bundesregierung gesprochen. Eine mögliche Fläche stehe vor den Toren Dresdens zur Verfügung, berichtete die Zeitung. Anschubfinanzierung und Beihilfen stünden bereit.

TSMC-Chef C. C. Wei sagte am Donnerstag in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, der Konzern prüfe in Europa mit Kunden und Partnern den Bau einer Spezialfabrik, die auf Technologien für die Automobilindustrie ausgerichtet sei. Als europäische Kunden für eine solche Spezialfabrik kämen nach Schilderung der 'FAZ' Automobilzulieferer wie Bosch, Infineon oder NXP infrage.

Das Geschäft mit Chips für Autos ist bei den großen Chipfertigern wie TSMC, Samsung oder Globalfoundries bisher nur ein vergleichsweise kleiner Posten - was den Autokonzernen zu Zeiten des lange grassierenden Chipmangels einiges Kopfzerbrechen bereitete, weil die Chipfertiger die Probleme der Autobranche nicht als oberste Priorität ansahen. TSMC ist unter anderem Hauslieferant für Siliziumchips von Apples iPhones und Mac-Computern. Derzeit stellt sich TSMC mit seiner Produktion breiter auf, unter anderem baut die Firma eine Fabrik in Japan. Eine Fertigung in Dresden wäre die erste Produktionsstätte in Europa.

Üblich ist für große Investitionen wie in Chipfabriken eine staatliche Förderung. Der US-Chipriese Intel etwa soll für sein geplantes Werk in Magdeburg milliardenschwere Beihilfen erhalten, zuletzt gab es aber Streit um die Finanzierung wegen gestiegener Energiekosten. Dresden ist bereits ein großer Standort für Chipfertigung mit Fabriken von unter anderem Infineon und Bosch. (DPA)

Autozulieferer Hella legt bei Umsatz und Betriebsgewinn deutlich zu

Fr, 13.01.2023, 8:19: Der Autozulieferer Hella hat im ersten Halbjahr seines Rumpfgeschäftsjahres 2022/2023 bei Umsatz und operativem Ergebnis einen Sprung hingelegt. In den Monaten zwischen Juni und November erhöhte sich der Konzernerlös gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25,7 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie der im Mdax notierte Scheinwerferspezialist mitteilte. Dabei kamen dem Konzern erhöhte Produktionskapazitäten bei Lichtprodukten sowie eine größere Nachfrage im Elektronikgeschäft zu Gute.

Bereinigt um Sondereffekte blieben vom Erlös als operatives Ergebnis (ber Ebit) 202 Millionen Euro hängen, was fast 30 Prozent mehr ist als noch ein Jahr zuvor. Die Prognose behielt der Vorstand bei. Zum Jahreswechsel hatte Hella sein Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr umgestellt. (DPA)

Bosch baut wichtigen Standort in China aus

Fr, 13.01.2023, 7:58: Der Technologiekonzern Bosch will ein neues Entwicklungszentrum in China aufbauen und dort Teile für Elektromobilität und automatisiertes Fahren fertigen. Hauptabnehmer sollen chinesische Autobauer sein, teilte der Stuttgarter Konzern mit. Insgesamt seien Investitionen von rund 950 Millionen Euro geplant. Ein erster Teil soll bis Mitte 2024 fertig sein.

"Mit unserem neuen Mobilitätsstandort in Suzhou stärken wir sowohl unsere Entwicklungs- und Fertigungskompetenz für den lokalen Markt wie auch unsere Wettbewerbsfähigkeit weltweit", sagte Bosch-Chef Stefan Hartung laut Mitteilung. Bosch betreibt in der Stadt nahe Shanghai bereits vier Werke und beschäftigt dort knapp 10.000 Menschen. Es sei einer der größten Fertigungs- und Entwicklungsstandorte von Bosch weltweit. (DPA)

Podcast: Lisa Reehten (Bosch Climate Solutions) über Nachhaltigkeit

Küchenausstatter Rational übertrifft Prognosen

Do, 12.01.2023, 16:59: Das Schlussquartal hat den Großküchenausstatter Rational kräftig angeschoben. Die vorläufigen Jahreszahlen übertreffen die Prognose des Managements bei Umsatz und Gewinn, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Dank des vollen Auftragsbuchs in Kombination mit der ausreichenden Versorgung mit Elektronikbauteilen im zweiten Halbjahr hätten die hohen Auftragsbestände abgebaut werden können. Die im MDax-notierte Aktie legte um 4,8 Prozent zu.

Mit einem Plus von fast einem Drittel im Vergleich zu 2021 setzte Rational im vergangenen Jahr über eine Milliarde Euro um. Dabei halfen auch Währungseffekte und Preiserhöhungen. Das Management hatte mit einem Wachstum von maximal 28 Prozent gerechnet. Vom Umsatz blieb laut Rational vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein Rekordwert von 235 Millionen Euro. (DPA)

Rational ist Sieger der Fabrik des Jahres. Mehr dazu lesen Sie hier:

Fabrik des Jahres

Logo Fabrik des Jahres
(Bild: SV Veranstaltungen)

Die Fabrik des Jahres zählt zu den renommiertesten Industrie-Wettbewerben in Europa. Auf dem gleichnamigen Kongress werden jedes Jahr die Gewinner geehrt. Der nächste Kongress wird am 22. und 23. März 2023 im Hochhaus der Süddeutschen Zeitung in München stattfinden.

 

Wer die Sieger 2022 sind, erfahren Sie in diesem Artikel: Rational-Werk ist die Fabrik des Jahres 2022

 

Mehr zu den Gewinnern 2021 lesen Sie in diesen Artikeln: "Was die Sieger der 'Fabrik des Jahres' auszeichnet" und "Von Siemens bis Brose: Die besten Fabriken des Jahres"

 

Weitere Informationen zur Fabrik des Jahres gibt es auf der Website des Wettbewerbs: Hier klicken! Tickets für die Veranstaltung gibt es unter diesem Link.

IG Metall besorgt über Arbeitsbedingungen bei Tesla

Do, 12.01.2023, 16:54: Die IG Metall ist besorgt über die Arbeitsbedingungen beim E-Autobauer Tesla in Grünheide bei Berlin. Beschäftigte berichteten der Gewerkschaft von Unmut über belastende Schichtsysteme, häufige Mehrarbeit an Wochenenden, eine sehr hohe Arbeitsbelastung insgesamt und zu wenig Personal, sagte Irene Schulz, Bezirksleiterin der IG Metall für Berlin, Brandenburg und Sachsen.

Die Beschäftigten müssten mit dem Arbeitsvertrag eine Geheimhaltungserklärung unterzeichnen, auf die im Unternehmensalltag auch immer wieder hingewiesen werde. Sie seien dadurch verunsichert, ob sie mit der Gewerkschaft überhaupt über die Arbeitsverträge sprechen dürften. "Dass überhaupt solche Fragen gestellt werden, das kennen wir aus anderen Unternehmen so in der Form und in der Häufigkeit nicht", sagte Schulz. Tesla äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Die Bezirksleiterin der Gewerkschaft berichtete zudem von einer Stellenausschreibung für einen Security Intelligence Investigator, die im Unternehmen für viele Fragen sorge. "Sie führen sowohl proaktive als auch reaktive Ermittlungen durch und gehen aktiv gegen interne und externe Bedrohungen für die geschützten und vertraulichen Informationen von Tesla vor", heißt es in der Stellenausschreibung des Unternehmens. Viele Beschäftigten fragten sich nun, was genau Inhalt dieser Ermittlungen sein soll - und ob sie womöglich selbst ins Blickfeld geraten, sagte Schulz. (DPA)

Wechsel im Vorstand von Heller: Thorsten Schmidt übernimmt von Reinhold Groß

Do, 12.01.2023, 11:24: Dr. Thorsten Schmidt wird mit sofortiger Wirkung neuer Vorstandsvorsitzender der Heller Management SE, Nürtingen. Sein Vorgänger Reinhold Groß hat das Unternehmen im beiderseitigen Einvernehmen verlassen.

Schmidt übernimmt in Personalunion den Vorsitz des Vorstands der Heller Management SE und der Geschäftsführung der Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH. Er berät das Unternehmen bereits seit Juli 2022 als geschäftsführender Gesellschafter der Kerkhoff Group GmbH und verfügt über langjährige Erfahrung im Werkzeugmaschinenbau. Von Oktober 2006 bis Dezember 2015 war Schmidt Vertriebsvorstand der Gildemeister AG, Bielefeld. Im Anschluss war er als CEO bei DMG Mori für die Weiterentwicklung des US-Geschäfts verantwortlich. Darüber hinaus stand Schmidt an der Spitze einer Stiftung für den Nachwuchs des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW).

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Heller Management SE, Klaus Winkler, dankt Groß im Namen des Gremiums für sein Engagement und wünscht ihm persönlich alles Gute und beruflich weiterhin viel Erfolg. "Unter der Führung von Thorsten Schmidt wollen wir unser Unternehmen auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wetterfest machen", so Winkler zur Rolle des neuen Heller-CEO. "Dazu gehören unter anderem profitables Wachstum und der weitere Ausbau neuer Geschäftsfelder. Für seine neuen Aufgaben im Vorstandsgremium wünschen wir Thorsten Schmidt viel Erfolg."

Heller ist einer der größten Hersteller zerspanender Werkzeugmaschinen in Europa, wie unser exklusives Umsatzranking zeigt. Hier geht's zu den Top 15 der Branche: "Das sind die größten Werkzeugmaschinen-Hersteller Europas". (Heller/jd)

ZF erwirbt Smart-Tachograph-Hersteller Intellic

Mi, 11.01.2023, 14:14: ZF übernimmt die intellic Germany GmbH. Das 20-köpfige Berliner Unternehmen entwickelt moderne Fahrtenschreiber, die in 25 europäischen Länder verfügbar sind. Die Smart-Tachograph-Produkte von Intellic ergänzen das bestehende Portfolio von ZF im Segment des digitalen Flottenmanagements. Damit stärkt ZF seine Marktposition als bevorzugter Partner der Nutzfahrzeugbranche entlang der gesamten Wertschöpfungskette und für Transportation as a Service (TaaS).

Es ist die Technologie der Zukunft: Der intelligente Fahrtenschreiber wird der digitale Dreh- und Angelpunkt, um künftig Nutzfahrzeuge effektiv zu managen. Ab Herbst 2023 sind europäische Hersteller verpflichtet, die kommende Generation smarter Tachographen in neuzugelassenen Lkw zu verbauen. Spätestens 2024 wird die Technologie ihre analogen Vorgänger vollständig ersetzen.

Die Übernahme von Intellic ist somit ein weiterer wichtiger Schritt für ZF in der Strategie, die „Next Generation Mobility“ in der Nutzfahrzeugbranche voranzutreiben. „Smarte Tachographen sind im Flottenmanagement bereits etabliert. Als vertrauenswürdige, gesetzlich regulierte Daten-Schnittstelle nehmen sie dabei eine immer wichtigere Rolle im Ökosystem des Straßenverkehrs ein“, so Hjalmar Van Raemdonck, Leiter des Bereichs Digitale Systemlösungen in der ZF-Division Commercial Vehicle Solutions. „Und mit der Integration der intelligenten Tachographen-Technologie von Intellic in unser Telematik-Portfolio baut ZF seine führende Position als 'One-Stop-Shop' für Nutzfahrzeughersteller, Fuhrparks und Industriepartner weiter aus“, so Raemdonck weiter.

Die nächste Generation intelligenter Fahrtenschreiber eröffnet neue Möglichkeiten in der Logistik sowie bei der Optimierung der Infrastruktur von Straße und Flotte. Als 'Black Box' des Fahrzeugs vereinen die Geräte verifizierte Daten wie Ortszeiten, präzise Echtzeit-Taktung sowie ein sicheres globales Satellitennavigationssystem (GNSS) und eine Schnittstelle für intelligente Verkehrssysteme (ITS). So sind sie in der Lage, als „Connectivity Hub“ Informationen von einer Vielzahl von Fahrzeugsensoren und Datenquellen, einschließlich Fahrerassistenzsystemen (ADAS) und EBS-Signalen, zuverlässig und genau zu erfassen und weiterzuleiten. Updates können flexibel und sicher „over the air“ installiert werden. „Damit ergänzen intelligente Tachographen perfekt SCALAR, unsere kürzlich eingeführte Plattform für die digitale Flottensteuerung", fügt Van Raemdonck hinzu. Das führt zu effizienterer Routen-, Kapazitäts- und Fahrerplanung, was wiederum die Flotteneffizienz erheblich steigert. Darüber hinaus erfassen die intelligenten Fahrtenschreiber Informationen zu Geschwindigkeits-, Lenk- und Pausenzeiten. Dies hilft, gesetzlichen Vorschriften im laufenden Betrieb gerecht zu werden. (ZF)

Dossier Klimaneutrale Industrie - hier zum Download

Frau hält ein Tablet in der Hand und wählt auf dem Display Beiträge aus, die außerhalb des Tablets virtuell angezeigt werden
(Bild: mi connect)

Entdecken Sie, wie Sie den steigenden Energiekosten entkommen und gleichzeitig Ihr Unternehmen klimaneutral für die Zukunft aufstellen. Wie das geht, ist in dem Dossier Klimaneutrale Industrie verständlich erklärt. Hier gelangen Sie zur Leseprobe. Weitere Informationen und den Link zum Download der Studie gibt es hier.

Das erwartet Sie:

 

  • Wirtschaftliche Vorteile eines klimaneutralen Unternehmens
  • Welche pragmatischen Lösungen es für die Reduzierung von CO2-Emissionen gibt
  • Wie Sie an die richtigen Fördertöpfe kommen
  • Experteninterviews mit Tipps aus der täglichen Praxis und gezielten Lösungsstrategien zu Fragen wie „Was will ich erreichen, was kann ich erreichen und wo fange ich überhaupt an?“
  • Best Practice-Cases aus der Industrie

Infineon verkauft Geschäft mit HiRel-Gleichspannungswandlern an Micross

Mi, 11.01.2023, 13:53: Infineon hat sein Geschäft mit HiRel- (High Reliability) Gleichspannungswandlern einschließlich Dickschicht-Hybrid-Produkten und kundenspezifischer auf Leiterplatten montierter Leistungshalbleiter an Micross verkauft. Der Verkauf ermöglicht es Infineon laut eigener Aussage, seinen Fokus und entsprechende Investitionen auf die Entwicklung von Halbleitern für Anwendungen in rauen Umgebungen auszuweiten, zulasten des Angebots von kundenspezifischen Produkten für Anwendungen in rauen Umgebungen. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal des Kalenderjahres 2023 erwartet.

„Wir freuen uns über die Vereinbarung mit Micross, die unserem bisherigen Geschäft mit HiRel-Gleichspannungswandlern ein strategisch günstigeres Umfeld bietet“, sagte Bob LeFort, President von Infineon Technologies Americas. „Diese Transaktion ermöglicht Infineon weiterhin die Konzentration auf diejenigen HiRel-Geschäftsbereiche, die von den führenden Halbleitertechnologien von Infineon profitieren.“

Vince Buffa, Chairman und CEO von Micross, sagte: „Wir sind begeistert von dem bedeutenden proprietären IP zum Leistungsmanagement, das zusammen mit den hochmodernen Fertigungskapazitäten und dem Produkt­portfolio von Infineon die Entwicklung innovativer Lösungen ermöglichen wird. Dadurch sind wir künftig besser positioniert, um unseren Kunden eine noch breitere Palette an hochwertigen Produkten anzubieten. Gemeinsam wollen wir eine Reihe interessanter Möglichkeiten nutzen, um unsere Wachstums­aussichten weiter zu verbessern und gleichzeitig die hervorragende Qualität und den Service für unsere Kunden aufrechtzuerhalten.“

Der Bereich der HiRel-Gleichspannungswandler ist führend bei Lösungen mit hochzuverlässigen Gleichspannungswandlern für raue Umgebungen, einschließlich des Weltraums, und wird künftig unter dem Geschäftssegment Micross Hi-Rel Products geführt. Bei diesen Produkten handelt es sich um komplette Stromversorgungslösungen, einschließlich Hauptspannungswandlern, Regelkreisen, Filtern und Gehäusen.

„Wir sind ganz unseren Kunden und Partnern verpflichtet und werden auch künftig unsere Ressourcen und Talente nutzen, um gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln“, sagte Chris Opoczynski, Senior Vice President und General Manager der HiRel Business Line von Infineon. „In den verbleibenden Geschäftsbereichen für Anwendungen in rauen Umgebungen konzentriert sich Infineon verstärkt auf Zielanwendungen, die unter anderem höchste Zuverlässigkeit und höchste Leistung erfordern. Damit liefern wir einen entscheidenden Beitrag für die Industriezweige Raumfahrt, Verteidigung und Luftfahrt.“ (Infineon)

Podcast Industry Insights: Hören Sie rein!

Cover Industry Insights mit Anja Ringel und Julia Dusold

Im Podcast Industry Insights sprechen wir gemeinsam über alles, was die Industrie beschäftigt. Unsere Redakteurinnen Julia Dusold und Anja Ringel haken nach, welche Karrierethemen und Technik-Trends bei Technologieunternehmen und Maschinenbauern gerade aktuell sind. Dafür laden wir in jede Folge eine prominente Branchengröße ein, um mit ihr zu diskutieren.

Einige Highlights:

Alle Folgen von Industry Insights finden Sie hier. Abonnieren Sie uns gerne auch auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Sie am liebsten Podcasts hören.

Milliardenauftrag für Siemens Energy

Mi, 11.01.2023, 8:44: Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat einen Milliardenauftrag bei der Anbindung von Windparks in der deutschen Nordsee erhalten. Zusammen mit dem spanischen Unternehmen Dragados Offshore werden die Münchner Konverterstationen für eine Leistung von bis zu vier Gigawatt errichten. Der Gesamtauftrag, der auch die Instandhaltung über zehn Jahre enthält, hat demnach ein Volumen von mehr als vier Milliarden Euro. Branchenkreisen zufolge soll etwa die Hälfte davon auf Siemens Energy entfallen.

Konkret geht es um Konverter für zwei Netzanbindungssysteme mit je zwei Gigawatt Leistung, die für den Netzbetreiber Amprion gebaut werden. Laut Siemens Energy ist es der größte Auftrag zur Offshore-Netzanbindung, den das Unternehmen je erhalten habe. Die zuletzt von den Münchner umgesetzten Projekte hatten mit 900 Megawatt nicht einmal die Hälfte dieser Leistung ermöglicht.

Die Konverter wandeln den in Windparks erzeugten Strom auf See in Gleichstrom und am Ende der Leitung an Land wieder in Wechselstrom um. Das ermöglicht eine sehr viel verlustärmere Übertragung. Die Anbindungssysteme sollen ab 2029 beziehungsweise 2030 Strom nach Wehrendorf in Niedersachsen beziehungsweise Westerkappeln in Nordrhein-Westfalen übertragen. (DPA)

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Boeing arbeitet sich weiter aus der Krise - Jet-Bestellungen sprudeln

Mi, 11.01.2023, 8:13: Der Flugzeughersteller Boeing hat 2022 nach schwierigen Jahren wieder deutlich mehr Passagier- und Frachtjets ausgeliefert. Insgesamt fanden 480 Flugzeuge den Weg zu den Kunden und damit rund 41 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der US-Konzern am Dienstag in Arlington mitteilte. Damit blieb Boeing aber immer noch deutlich hinter dem weltgrößten Flugzeugbauer Airbus aus Europa zurück, der diese Marke schon im Herbst übertroffen hatte. Unterdessen holte Boeing neue Bestellungen über 935 Maschinen herein. Nach Abzug von Stornierungen waren es noch 774.

Vor allem bekam Boeing mehr Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max vom Hof, die nach zwei tödlichen Abstürzen ab März 2019 lange Zeit weltweit nicht abheben durften. Allein 387 Auslieferungen entfielen auf diese Modellreihe. Vom Langstreckenjet 787 "Dreamliner" lieferte Boeing 31 Exemplare aus und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, nachdem ein mehr als einjähriger Auslieferungsstopp im August ausgelaufen war. (DPA)

Einblicke in die Zukunft der Mobilität

Autonomes Fahren, Flugtaxis, Hyperloop - die Mobilität der Zukunft wird vielfältig. Eine Chance für die deutsche Industrie, sich zu positionieren. Aktuelle Entwicklungen und praktische Überblicke finden Sie in unserem Fokusthema - hier entlang!

Der Kuka-Vorstand: CFO Alexander Tan (links) und CEO Peter Mohnen (rechts).
Der Kuka-Vorstand: CFO Alexander Tan (links) und CEO Peter Mohnen (rechts). (Bild: Kuka)

Kuka verlängert Vorstands-Verträge vorzeitig

Di, 10.01.2023, 10:39: Der Aufsichtsrat von Kuka hat in seiner letzten Sitzung des vergangenen Jahres die vorzeitige Verlängerung der Vorstandsverträge von CEO Peter Mohnen und CFO Alexander Tan beschlossen. Beide erhielten einen Kontrakt über drei Jahre, der bis Ende 2025 gilt. Aufsichtsratsvorsitzender Andy Gu sagt in einer Pressemitteilung: „Peter Mohnen und Alexander Tan haben das Unternehmen Kuka in schwierigen Verhältnissen stabilisiert und den Kurs auf globales Wachstum selbst unter herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen gesetzt. Wir freuen uns, weiter mit den beiden Top-Führungskräften bei Kuka zu planen.“

Kuka hat im vergangenen Jahr Rekorde in Auftragseingang und Umsatz verzeichnet. So konnte das Unternehmen trotz Lieferengpässen, großer Mehraufwendungen in der Beschaffung von Vorprodukten sowie hohen Teuerungsraten sein operatives Ergebnis ausbauen. Besonders in Nordamerika sowie in China wuchsen die Auftragszahlen stark an. Zudem überzeugt Kuka in immer mehr Branchen, von Elektronik bis zu Logistik und Konsumgüter, sodass neben dem Automotive-Bereich mittlerweile mehr als 50 Prozent des Umsatzes in der General Industry generiert werden. Auch legte die Zahl der Beschäftigten an allen großen Standorten zu. (Kuka)

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

BMW will nach starkem Schlussquartal 2023 wieder wachsen

Di, 10.01.2023, 9:13: BMW will seine Absatzzahlen in diesem Jahr wieder steigern. 2022 hatte der Autobauer mit knapp 2,4 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen dagegen einen Rückgang um 4,8 Prozent hinnehmen müssen, wie er am Dienstag mitteilte. Im Schlussquartal zeigten die Zahlen allerdings deutlich nach oben: 651.798 ausgelieferte Fahrzeuge der Konzernmarken bedeuteten ein Plus von 10,6 Prozent. Für dieses Jahr nannte der Konzern keine konkrete Zielmarke. Vertriebsvorstand Pieter Nota kündigte aber an, den "Kurs des profitablen Wachstums" fortzusetzen.

Besonders stark will BMW bei vollelektrischen Autos zulegen. Hier soll der Anteil am Gesamtabsatz 2023 auf 15 Prozent steigen. Im vergangenen Jahr lag er mit 215.755 Fahrzeugen bei neun Prozent. Dies war mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2021. "Besonders bei unseren vollelektrischen Modellen verzeichnen wir weiterhin hohe Auftragseingänge", betonte Nota.

In den großen Märkten entwickelten sich die Absatzzahlen im Gesamtjahr ähnlich. Den stärksten Rückgang erlebte der Konzern mit 7,5 Prozent in Europa. Der Absatz in China sank um 6,4 Prozent, in Amerika um 2,3 Prozent. Es gab auch Ausnahmen: Dass der Absatz in Asien insgesamt deutlich langsamer als im größten Teilmarkt China sank, verdankte BMW unter anderem starken Absatzzahlen aus Südkorea.

BMW hatte bereits in der vergangenen Woche erste Zahlen genannt, unter anderem das Gesamtvolumen auf Konzernebene und von 2,1 Millionen Fahrzeugen für die Kernmarke BMW. (DPA)

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Deutsche Industrie steigert Produktion leicht

Mo, 09.01.2023, 11:44: Die deutsche Industrie hat sich etwas von ihrem schwachen Auftakt ins Schlussquartal erholt. Im November stieg die Gesamtproduktion zum Vormonat um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Zuwachs folgt auf einen Rückgang um 0,4 Prozent im Oktober. Bankökonomen hatten aktuell mit einem etwas deutlicheren Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Gegenüber dem Vorjahresmonat war die Produktion erneut rückläufig.

"Die Industrieproduktion stabilisierte sich im November nach dem schwachen Start ins vierte Quartal", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Die Stimmung in den Unternehmen habe sich zuletzt aufgehellt. In den kommenden Monaten könnten langsam schwindende Materialengpässe die Entwicklung stützen. "Dennoch bleibt der Ausblick auf die Industriekonjunktur im ersten Quartal verhalten." Darauf deuteten die zuletzt schwachen Auftragseingänge sowie die sich abkühlende Weltwirtschaft hin, erklärte das Ministerium.

Im Detail stieg die Warenherstellung in der Industrie ebenso wie die Energieproduktion. Die Aktivität am Bau ging dagegen zurück, allerdings nach einem deutlichen Zuwachs im Monat zuvor. Die Herstellung in der Automobilindustrie stieg spürbar an, im Maschinenbau stagnierte die Entwicklung.

Bankvolkswirte kommentierten tendenziell positiv: "Das bemerkenswerte ist eigentlich, dass diese Zahlen so unauffällig sind", erklärte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Vor ein paar Monaten gab es Befürchtungen, dass die Industriekonjunktur angesichts einer drohenden Gasmangellage einknicken könnte. Dass es nicht so gekommen sei, "zeigt die bemerkenswerte Flexibilität der Industrie, die in einem erheblichen Maße zur Senkung des Gasverbrauchs beigetragen hat".

Auch Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, zeigte sich zuversichtlich. "Die Lieferketten funktionieren wieder besser. Die Industrie kann die aufgrund des Materialmangels liegengebliebenen Aufträge abarbeiten." Die Corona-Pandemie und der Krieg Russlands gegen die Ukraine hatten den internationalen Handel lange Zeit stark belastet. Die Probleme sind in den vergangenen Monaten jedoch etwas kleiner geworden. (DPA)

Netzagentur: Gasspeicher im Frühjahr zu mehr als 50 Prozent gefüllt

Mo, 09.01.2023, 10:37: Die Bundesnetzagentur erwartet bei den Erdgasspeichern in Deutschland in diesem Frühjahr einen relativ hohen Füllstand. "Ich gehe inzwischen davon aus, dass die Speicher am Ende des Winters zu mehr als 50 Prozent gefüllt sein werden. Wir konzentrieren uns jetzt auf den nächsten Winter", sagte der Präsident der Behörde, Klaus Müller, der 'Bild am Sonntag'. "Bei aller Restunsicherheit: Ich rechne nicht damit, dass diesen Winter noch etwas schiefgeht", fügte Müller hinzu.

Die Bundesnetzagentur hatte bereits in ihrem am vergangenen Donnerstag vorgelegten Lagebericht zur Gasversorgung festgestellt, dass eine Gasmangellage in diesem Winter "zunehmend unwahrscheinlich" werde. Die Situation sei die Lage sei "weniger angespannt als zu Beginn des Winters".

Müller sagte der Zeitung: "Die Gasspeicher sind zu mehr als 90 Prozent gefüllt - ein bemerkenswerter Wert, so hoch waren sie in einem Januar nur selten." Nach den Angaben der Bundesnetzagentur wurde in Deutschland 2022 insgesamt 14 Prozent weniger Gas verbraucht als 2021. "Das ist eine großartige gemeinsame Leistung aller, die sparsam Gas verbraucht haben", stellte Müller heraus.

Bei den zuletzt stark gefallenen Gaspreisen rechnet Müller mit einem Ende der Schwankungen. "Gas kostet aktuell wieder so viel wie im Dezember 2021. Hauptsächlich, weil Europa seine Gasspeicher erfolgreich aufgefüllt und damit möglichen Spekulationen die Grundlage entzogen hat", erläuterte Müller. "Viel spricht dafür, dass wir ein Preisplateau erreicht haben, mit dem wir die nächsten ein bis zwei Jahre rechnen können."

Es gebe aber drei Risikofaktoren: Der nächste Winter könne kälter werden. Chinas derzeit niedrigerer Gasverbrauch könne wieder steigen. Und für die Gasnetze bestehe ein Sicherheitsrisiko, wie der Anschlag auf die Nordstream-Pipelines im September gezeigt habe, sagte Müller. (DPA)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2023

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet auch der Maschinenbau-Gipfel 2023 wieder Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels am 07. und 08. November 2023 in Berlin.

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels.

Hier geht es direkt auf die Anmeldeseite zum Maschinenbau-Gipfel 2023.

Auftragsfertiger Foxconn setzt auf Autocomputer von Nvidia

Do, 05.01.2023, 8:40: Im Wettstreit der Technik-Lieferanten um den Platz im Auto der Zukunft will der Chipkonzern Nvidia seine Reichweite über eine Partnerschaft mit dem Auftragsfertiger Foxconn ausbauen. Foxconn wird für Autobauer Bordcomputer produzieren, die auf Nvidia-Technik basieren, wie die Unternehmen auf der Technik-Messe CES in Las Vegas mitteilten. Auch sollen bei Foxconn gebaute Fahrzeuge Computer und Sensoren von Nvidia bekommen.

Foxconn ist vor allem bekannt als ein großer Hersteller verschiedener Apple-Geräte, die Firma aus Taiwan versucht aber auch mit Nachdruck, sich im Autogeschäft zu etablieren. Unter anderem soll bei Foxconn das nächste Modell des Elektroauto-Anbieters Fisker gebaut werden - und der Fertiger entwickelte auch eine eigene Fahrzeugplattform, auf die Marken zurückgreifen können.

Mit dem Übergang zu vernetzten und elektrischen Fahrzeugen geht ein Wandel der Autobranche mit dem Bedarf unter anderem an leistungsstarken Computern einher. Nvidia sicherte sich mit seinen 'Orin'-Zentralrechnern bereits unter anderem einen Platz in künftigen Mercedes-Modellen. Auch die Foxconn-Computer sollen auf 'Orin' basieren. Zugleich streben aber Rivalen wie die Intel-Tochterfirma Mobileye und der Chipkonzern Qualcomm ebenfalls in die Fahrzeuge. (DPA)

 

Ausbildung statt Studium: Reinhold Würth wirbt für Handwerk

Do, 05.01.2023, 8:30: Der Unternehmer Reinhold Würth rät jungen Menschen zur Ausbildung im Handwerk. Wäre der 87-Jährige nochmal jung, würde er aber wohl studieren. Das Fach dürfte viele überraschen. Würth hält die Ausbildung gerade im Handwerk bei jungen Menschen für unterschätzt. "Die jungen Leute wollen heute alle studieren", sagte Würth der Deutschen Presse-Agentur. Das sei eben eine Mode, sagte der 87-Jährige. Wenn die Eltern wollten, dass der Nachwuchs studiere und die Schulkameraden auch alle studieren, überlege man selbst eben auch, zu studieren.

Dabei sei das alte Sprichwort 'Handwerk hat goldenen Boden' laut Würth noch immer gültig. Deutschland sei weltweit für seine guten Handwerkerinnen und Handwerker bekannt. Ein tüchtiger Handwerker könne genauso viel verdienen wie ein Universitätsprofessor, vor allem jetzt, wenn er die Möglichkeit habe, einen Betrieb zu übernehmen, wenn die sogenannten Babyboomer in Pension gehen.

Würth selbst würde heute aber wahrscheinlich auch studieren. "Mathematik oder Weltraumforschung, das würde mich interessieren." Am Weltraum interessierten ihn die unvorstellbaren Dimensionen. "Da muss man sich einfach in Bescheidenheit verneigen und sich in Demut als das fühlen, was man eigentlich ist: ein ganz kleines Würstchen."

Die für ihre Schrauben bekannte Würth-Gruppe erzielte 2021 einen Umsatz von rund 17,1 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis vor Steuern von rund 1,3 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigte der Konzern mehr als 83 000 Menschen. Im Alter von 14 Jahren begann Reinhold Würth eine Lehre im damals noch kleinen Betrieb seines Vaters, ehe er diesen nach dessen Tod 1954 als 19-Jähriger übernahm. Heute ist er Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats. Der Milliardär zählt zu den reichsten Deutschen.

Wirtschaft: Deutschland muss schneller und besser werden

Mi, 04.01.2023, 5:12: Wirtschaftsverbände sehen einen großen Reformbedarf in Deutschland. „Wir müssen schneller werden, wir müssen besser werden“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der Deutschen Presse-Agentur: „Wir sind überreguliert, wir sind zu langsam.“ Genehmigungsprozesse müssten beschleunigt werden, die Wirtschaft brauche eine Bürokratiebremse und keine neuen Belastungen.

Aus Sicht von Industriepräsident Siegfried Russwurm muss Deutschland „raus aus dem Krisenmodus und rein in den Gestaltungsmodus“. Für Russwurm geht es um einen handhabbaren Plan für die Zukunft, vor allem die Dekarbonisierung der Wirtschaft. Er stehe zum Ausbau erneuerbarer Energien, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie: „Aber wir kommen mit den Stromleitungen nicht weiter. Wir kommen mit den Backup-Kraftwerken nicht weiter. Es gibt keinen nennenswerten Stromspeicher.“ Wolle die Ampel eine echte Fortschrittskoalition sein, müsse sie umgehend Reformen einleiten vor allem für Investitionen und Innovationen - etwa in die künftige Energiewirtschaft und so für Klimaschutz. Deutschland brauche den „Umsetzungsturbo“, um die Klimaziele 2030 und 2045 zu erreichen.

DGB-Chefin Yasmin Fahimi hat nach eigenem Bekunden „überhaupt nichts gegen Entbürokratisierung“, wo es Entlastung schaffe: „Das darf aber nicht das Tor öffnen für eine allgemeine Deregulierung. Wenn man als Unternehmer weniger gesetzliche Vorgaben und Verordnungen will, dann ist es das Beste, in eigener Verantwortung dafür zu sorgen, dass sie gar nicht erst notwendig werden.“

Die Bundesregierung müsse ihr Versprechen einhalten und Bremsen lösen für die Wirtschaft, so Dulger. Das versprochene Belastungsmoratorium finde in weiten Teilen nicht statt, kritisierte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. „Es wird genau das Gegenteil von dem geliefert, was wir eigentlich bräuchten.“ Weil ab 2025 die Babyboomer in Rente gehen, wird es Dulger zufolge zu einem Wohlstandsverlust kommen. „Wir werden ohne Zuwanderung und ohne steigende Erwerbsquote im Wohlstandswettbewerb zurückfallen.“ Dadurch gingen auch Beiträge und Steuern verloren. „Und die Demografie ist nicht verhandelbar. Das wird so kommen, wenn wir nicht gegensteuern.“ (DPA)

Erster Tanker mit Flüssiggas in Wilhelmshaven angekommen

Di, 03.01.2023, 9:47: Weniger als einen Monat nach Inbetriebnahme des neuen Flüssiggas-Terminals in Wilhelmshaven hat erstmals ein Tanker ihn erreicht. Für Wilhelmshaven ist das eine Premiere. Von Umweltschützern kommt Kritik.

Erstmals seit der Eröffnung des Terminals in Wilhelmshaven ist am Dienstag ein Tanker mit Flüssigerdgas (LNG) dort angekommen. Das bestätigte der Betreiber Uniper am Morgen. Der Tanker 'Maria Energy' wurde auf den letzten Metern von Polizeischiffen zum Terminal eskortiert.

Nach nur knapp zehn Monaten Planungs- und Bauzeit war das erste deutsche Terminal für den Import von Flüssigerdgas (LNG) in Wilhelmshaven Mitte Dezember eröffnet worden. Wenige Tage später wurde der Testbetrieb aufgenommen. Das schwimmende Terminal vor der niedersächsischen Nordseeküste soll dazu beitragen, die durch ausbleibende Lieferungen aus Russland entstandene Lücke bei der Gasversorgung Deutschlands zu schließen.

Herzstück des Terminals ist das fast 300 Meter lange Spezialschiff 'Höegh Esperanza', das das von Tankschiffen angelieferte verflüssigte Erdgas in den gasförmigen Zustand umwandeln und in das deutsche Gasnetz einspeisen soll. Bei seiner Ankunft im Dezember hatte auch das Spezialschiff bereits eine Ladung LNG an Bord und in das deutsche Netz eingespeist. Bei dem Schiff, das am Dienstag in Wilhelmshaven angekommen ist, handelt es sich laut Uniper um das erste dieser Tankschiffe.

Umweltschützer wollten am Abend gegen die Ankunft des LNG-Tankers protestieren. Sie kritisieren unter anderem, dass das aus den USA stammenden Gas an Bord des Schiffes mit der umstrittenen Fracking-Methode gewonnen wurde. "Dass Deutschland heute zum ersten Mal direkt Fracking-Gas aus den USA bezieht, ist kein Grund zur Freude, sondern ein historischer Tiefschlag für Klima- und Naturschutz", teilte etwa die Deutsche Umwelthilfe am Dienstag mit.

 

Tesla verfehlt Auslieferungsziel trotz Rabatten - Aktie dürfte fallen

Di, 03.01.2023, 8:57: Der Elektrofahrzeugbauer Tesla hat 2022 trotz Preisnachlässen seine Verkaufsziele verfehlt. Im vierten Quartal übergab das Unternehmen um Chef und Tech-Milliardär Elon Musk zwar deutlich mehr Autos an die Kunden als vor Jahresfrist, und auch im Gesamtjahr erzielte der US-Elektroautopionier hohe Zuwächse - die Erwartungen von Analysten und die eigenen Prognosen verfehlten die Amerikaner jedoch. Für die Aktien zeichneten sich am Dienstagvormittag Verluste von mehr als vier Prozent ab.

Tesla lieferte im Schlussquartal weltweit 405 278 Fahrzeuge an die Kunden aus, fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Vorabend mitteilte. Das ist zwar ein Quartalsrekord, Experten hatten jedoch mit rund 421 000 Auslieferungen gerechnet.

Im Gesamtjahr kommt der Autobauer auf rund 1,31 Millionen verkaufte Wagen, ein Plus von 40 Prozent. Musk hatte als Ziel allerdings eine Jahressteigerung um 50 Prozent ausgerufen und ein "episches" viertes Quartal angekündigt. Die Produktion zog um 47 Prozent auf 1,37 Millionen Autos an. Zu den Finanzzahlen machte das Unternehmen mit Hauptsitz in Austin (Texas) noch keine Angaben, Tesla will die Zahlen am 25. Januar vorlegen.

Die Tesla-Aktie hat im vergangenen Jahr zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt. Investoren sorgten sich im Umfeld steigender Zinsen und hoher Inflation nicht nur um die vergleichsweise immer noch hohe Bewertung der Tesla-Papiere. Musk musste zudem Anteile für fast 40 Milliarden Dollar auf den Markt werfen, um den umstrittenen Kauf des Kurznachrichtendienstes Twitter finanzieren zu können. Musk hatte Twitter im vergangenen Jahr nach langem Hin und Her für 44 Milliarden Dollar gekauft und nach Abschluss der Übernahme die Führung des Unternehmens an sich gerissen. Tesla-Anleger nahmen Musk auch den medienträchtigen Wirbel darum übel, weil er Twitter viel Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken schien.

Dabei hatte auch Tesla 2022 gut zu tun und mit Widrigkeiten zu kämpfen. Zwei neue Werke liefen an - eines in Grünheide bei Berlin, das andere in Austin in den USA. Im wichtigen Markt China machten die harschen Anti-Corona-Maßnahmen der Pekinger Regierung Probleme. Letztlich griff Tesla zu einem für das Unternehmen ungewöhnlichen Schritt und räumte Kunden in China und den USA Rabatte für den Autokauf ein.

"Wir glauben, dass Tesla einem bedeutenden Nachfrageproblem gegenübersteht", schrieb Bernstein-Analyst Toni Sacconaghi, der weiter mit einer unterdurchschnittlichen Entwicklung der Tesla-Aktien rechnet. Trotz der Preisnachlässe habe Tesla im Schlussquartal wohl deutlich weniger Aufträge hereinbekommen als Umsatz gemacht. Tesla dürfte entweder die Wachstumsziele kappen müssen und damit auch die Fabriken schlecht auslasten. Oder das Unternehmen müsse weiter auf Rabatte setzen und diese möglicherweise weltweit ausweiten, was die Margen belasten würde.

Am 1. März will Tesla nun einen Kapitalmarkttag ausrichten - dann dürfte etwas klarer werden, wie der Konzern selbst die nähere Zukunft angehen will. (DPA)

Rekord bei Zahl der Erwerbstätigen - Corona-Delle aufgeholt

Mo, 01.01.2023, 10:39: In der deutschen Volkswirtschaft waren im vergangenen Jahr so viele Menschen erwerbstätig wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl im Jahresdurchschnitt um 1,3 Prozent auf 45,6 Millionen Menschen gestiegen. Damit ist die Corona-Delle aufgeholt und die bisherige Höchstzahl aus dem Vorkrisenjahr 2019 von 45,3 Millionen übertroffen, wie das Amt am Montag weiter berichtete. Die Zahl der Erwerbstätigen war im ersten Jahr der Corona-Krise 2020 eingebrochen und hatte sich 2021 zunächst langsam erholt.

Neue Jobs fanden die Menschen vor allem im Dienstleistungsbereich, wo 93 Prozent des Zuwachses stattfanden. Hier kletterte die Zahl der Erwerbstätigen um 1,6 Prozent gegenüber einem Plus von nur 0,4 Prozent im Produzierenden Gewerbe. Am Bau gab es 0,5 Prozent mehr Erwerbstätige als ein Jahr zuvor, während ihre Zahl in Fischerei sowie der Land- und Forstwirtschaft um 0,5 Prozent zurückging. Erneut ging auch die Zahl der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Angehörigen zurück, und zwar um 1,4 Prozent. Sie machten noch 3,9 Millionen Menschen aus.

Die zusätzliche Beschäftigung wurde unter anderem durch zugewanderte Arbeitskräfte bewältigt. Bei der inländischen Bevölkerung stieg der Anteil der Erwerbstätigkeit. Rückgängig war die Zahl der Erwerbslosen: Sie sank nach internationalen Vergleichsmaßstäben sehr deutlich um 209 000 Menschen oder 13,6 Prozent auf 1,3 Millionen. (DPA)

 

Europäischer Gaspreis fällt - Deutsche Reserven über 90 Prozent

Mo, 01.01.2023, 09:33: Der europäische Gaspreis hat zum Jahresauftakt seine Talfahrt dank ungewöhnlich milder Wintertemperaturen fortgesetzt. Am Montag startete der Terminkontrakt TTF für niederländisches Erdgas mit 70,30 Euro je Megawattstunde in den Handel. So günstig war europäisches Gas zuletzt im Februar 2022 vor Beginn des Krieges in der Ukraine.

Im frühen Handel stieg der Preis wieder etwas auf 73 Euro. Seit Anfang Dezember hat er sich etwa halbiert. Das Rekordhoch wurde im vergangenen Sommer bei 345 Euro erreicht. Damals löste ein Lieferstopp durch Russland einen Höhenflug aus.

Das milde Wetter dämpft den Verbrauch. So gab es zum Jahreswechsel in Deutschland regional Temperaturen von über 20 Grad. Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete den wärmsten Silvestertag seit Beginn der Aufzeichnungen. Außerdem wurde zuletzt deutlich mehr Energie aus Windkraft gewonnen, was den Verbrauch von Gas zur Stromerzeugung verringert.

In Deutschland wird auch Gas eingespeichert. Dem europäischen Speicherverband GIE zufolge betrug der Füllstand in allen deutschen Speichern zu Silvester 90,12 Prozent. Die Reserven sind damit den elften Tag in Folge gestiegen. (DPA)

Industrie sieht Gefahr einer Gasmangellage noch nicht gebannt

Fr, 23.12.2022, 09:40: Industriepräsident Siegfried Russwurm sieht die Gefahr einer Gasmangellage in Deutschland noch nicht gebannt. "Für eine Entwarnung gibt es keinen Anlass", sagte Russwurm der Deutschen Presse-Agentur. "Niemand kann ausschließen, dass wir vor einem harten Winter stehen. Deshalb ist es unerlässlich, dass Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger, aber auch die öffentliche Hand Energie sparen – wann und wo immer möglich."

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie sagte: "Es war immer klar, dass es zwei große Unwägbarkeiten gibt: das Wetter und wie viel Energie wir an unsere europäischen Nachbarn exportieren müssen, gegenwärtig vor allem nach Frankreich. Der ultimative Stresstest ist nicht die Theorie, sondern die Realität dieses und des kommenden Winters. Wir müssen durch diesen Winter kommen, dann die Speicher wieder füllen und auch den nächsten Winter überstehen. Die Sache ist noch nicht erledigt."

Eine Gasmangellage wäre mehr als nur unangenehm, sagte Russwurm. "Zwangsweise Abschaltungen für Unternehmen wären hochgradig schädlich. Das heißt, Sparanstrengungen aller müssen unbedingt weitergehen." Die Industrie habe Gas eingespart, zum einen durch Effizienzanstrengungen und den Ersatz von Gas etwa durch Öl. "Zum anderen gab es erhebliche Produktionsrückgänge. Das spart zwar Gas, ist aber das Letzte, was das Industrieland Deutschland als Perspektive braucht."

Eigentlicher Stresstest steht noch bevor

Für den Winter 2023/2024 müssten die Gasspeicher wieder so voll sein, wie sie es im November dieses Jahres waren. "Da steht der eigentliche Stresstest erst noch bevor. Denn wir müssen Nachschub herbeischaffen aus anderen Quellen als Russland. Alle vorgesehenen LNG-Terminals müssen ans Netz." Mit dem ersten neuen Terminal in Wilhelmshaven sei die Gefahr einer Gasmangellage noch längst nicht gebannt. "Für eine sichere Energieversorgung müssen wir international weitere Partner finden, die bereit sind, uns ausreichend Gas zu liefern. Und schließlich wir müssen die heimische Gasförderung stabilisieren."

Russwurm forderte außerdem mehr Tempo bei der Energiewende. "Die Politik muss vor allem angemessene Randbedingungen für die notwendigen Investitionen schaffen. Bei der Energiewende hakt es in Deutschland nicht am Willen, sondern an der Umsetzung - und an vielfältigen lokalen Befindlichkeiten. Notwendige politische und regulatorische Veränderungen dauern zu lang. Der Ausbau muss das bisherige Tempo bei Weitem übertreffen."

Bundeskanzler Olaf Scholz habe die 'sehr erfreulich schnelle' Realisierung des ersten LNG-Terminals in Wilhelmshaven als 'neues Deutschland-Tempo' bezeichnet, so Russwurm. "Das brauchen wir in der Tat - auch für den Ausbau von Netzen und erneuerbaren Energien. Das hohe Ambitionsniveau der Bundesregierung allein baut noch kein neues Windrad. Die Dekarbonisierung gelingt nur, wenn ab jetzt alles wie am Schnürchen läuft." (DPA)

 

Südwestmetall-Chef: Energiepreisbremse entlastet nur gering

Fr, 23.12.2022, 09:33: Die Produktion in Deutschland ist deutlich teurer geworden, woran die steigenden Energiepreise einen großen Anteil haben. Der Staat will mit Preisbremsen helfen. Der Chef des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Joachim Schulz, erwartet, dass nur ein geringer Teil der Unternehmen von den beschlossenen Entlastungen bei Strom und Gas profitiert. Schulz sagte der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: "Von der Energiepreisbremse wird beim Mittelstand wenig ankommen. Es wird zwar sicherlich die Spitze der gestiegenen Preise für Strom und Gas abgefedert, aber es kommt zu keiner spürbaren Entlastung." Wichtig seien wettbewerbsfähige Preise, ohne die die Unternehmen ihrer Konkurrenz im Ausland nur schwer Paroli bieten könnten.

Zugleich sieht Schulz enge Handlungsspielräume des Staats bei dem Thema. Er könne Unternehmen bei den Energiepreisen nicht dauerhaft bezuschussen. "Er hat die Mittel dazu gar nicht und muss daher anders für wettbewerbsfähige Energiepreise sorgen." Die hohen Preise würden dazu beitragen, dass Produktion ins Ausland abwandere. "Aber das ist dann nur der Tropfen, der den Krug zum Überlaufen bringt." Großunternehmen mit Auslandsstandorten könnten viel einfacher Fertigung aus Baden-Württemberg abziehen. Generell sei es in den letzten Jahrzehnten einfacher geworden, ins Ausland zu gehen. (DPA)

Experten untersuchen Schützenpanzer Puma: Industrie mobilisiert Kräfte für kurzfristige Instandsetzung

Do, 22.12.2022, 10:00: Aktuell befunden Experten von KMW und Rheinmetall einen Teil der schadhaften Puma-Schützenpanzer der Bundeswehr, unter anderem am Standort Unterlüß der Rheinmetall AG in unmittelbarer Nähe zum Truppenübungsplatz Munster. Ziel der Experten ist es zuallererst, ein qualifiziertes Schadensbild entstehen zu lassen, um davon ausgehend die umgehende Instandsetzung in die Wege zu leiten.

Die Industrie hat in enger Abstimmung mit dem BMVg bereits weitergehende Maßnahmen eingeleitet. Alle Kräfte sind nun darauf gerichtet, die Fahrzeuge in den nächsten zwei bis drei Wochen instand zu setzen. Die Analyse der Ursachen der offenbar sehr distinktiven Schadensfälle und Schadenausmaße wurde unmittelbar nach Bekanntwerden auch auf der industriellen Seite sofort angestoßen.

Von Anfang an agiert die Industrie in diesem Prozess der Analyse engstens mit dem BMVg und der Bundeswehr. In Abstimmung mit dem Verteidigungsministerium wurden seitens der industriellen Partner Sofortmaßnahmen vorgeschlagen und diese in einem Maßnahmenpaket vorgelegt. Im Zuge der Umsetzung des besagten Maßnahmenpakets wurde fachkundiges Personal von KMW und Rheinmetall an die Bundeswehr-Standorte entsandt, an denen sich weitere defekte Puma-Fahrzeuge befinden.

Herzstück der Landstreitkräfte der Bundeswehr

Das System Puma stellt das Herzstück der verbundenen digitalisierten Landstreitkräfte der Bundeswehr dar. Die Kriegstauglichkeit des Systems wurde im Jahr 2021 im Zuge einer aufwendigen technischen Prüfung bestätigt. Um die Bereitschaft der VJTF-Kräfte über den gesamten Zeitraum des Einsatzes verlässlich zu gewährleisten, sollte die Industrie zur Begleitung des Schützenpanzers Puma als Teil des Verbandes kontinuierlich vor Ort bereitstehen und hinzugezogen werden.

Die Industrie will alles daransetzen, dass der Puma weiter Rückgrat der deutschen Panzergrenadiertruppe bleibt. Zugleich ist der Puma für das deutsche Heer integraler und unverzichtbarer Bestandteil des Systems Panzergrenadier. KMW und Rheinmetall sehen die erfolgreiche Zusammenarbeit mit BMVg und Bundeswehr bei Entwicklung und Zertifizierung des Schützenpanzers Puma als Garanten für die Lösung der aktuell aufgetretenen Probleme.

Deutsche Autobauer verlieren in China Marktanteile

Do, 22.12.2022, 08:36: Während sich der Autoabsatz in China kräftig erholt hat, hinken deutsche Autobauer auf ihrem wichtigsten Markt weiter hinterher. Um rund 15 Prozent legte der Automarkt im Reich der Mitte von Januar bis September dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer mitteilte. Volkswagen, BMW/Mini und Mercedes-Benz verkauften in dem Zeitraum seinen Zahlen zufolge jedoch weniger Autos als noch 2021.

Mit Blick auf die Marktanteile haben die deutschen Hersteller demnach in den ersten neun Monaten ordentlich Federn gelassen: Der Marktanteil von VW schrumpfte von 17,5 auf 14,1 Prozent, bei Mercedes ging es von 4,1 auf 3,4 Prozent nach unten, bei BMW von 4,6 auf 3,5 Prozent. Im Zeitraum von Juli bis September berichteten die drei Hersteller jedoch von wieder anziehenden Verkaufszahlen.

"Das Wettbewerbsumfeld ist deutlich gestiegen, und die Produkte der Deutschen haben ein Stück weit Glanz verloren", sagte Dudenhöffer. Im Batteriegeschäft seien die Deutschen gerade einmal im Mittelfeld - batterieelektrische Fahrzeuge in China würden vom US-Konzern Tesla oder von den chinesischen Herstellern BYD oder Nio gemacht. Auch bei den in China beliebten Softwarefunktionen und beim autonomen Fahren hinkten die Hersteller aus Deutschland hinterher. (DPA)

Erstes Gas an LNG-Terminal Wilhelmshaven in Gasnetz eingespeist

Mi, 21.12.2022, 11:33: Das erste deutsche Importterminal für Flüssigerdgas hat seinen Betrieb aufgenommen: Erstmals wird nun regasifiziertes LNG im Rahmen einer Testphase in das Gasnetz eingespeist. Der nächste wichtige Schritt für die Industrieanlage steht laut Uniper schon bald bevor.

Einen Tag früher als geplant hat der Gasimporteur Uniper mit der Inbetriebnahme des ersten deutschen Importterminals für Flüssigerdgas (LNG) in Wilhelmshaven begonnen. Am Mittwochmorgen um kurz nach 9.00 Uhr wurde nach Angaben des Düsseldorfer Unternehmens das erste Gas von dem Terminalschiff 'Höegh Esperanza' in die neu gebaute Anbindungspipeline gespeist.

"Dass heute schon das erste Gas über unser LNG-Terminal in Wilhelmshaven fließt, ist ein weiterer Beweis dafür, mit welcher Entschlossenheit alle Beteiligten das Projekt vorantreiben. Jetzt beginnt die Testphase, die Ende Februar beendet sein soll", sagte der für Investitionsplanung zuständige Uniper-Manager Holger Kreetz der Deutschen Presse-Agentur.

Ursprünglich hatte Uniper anvisiert, am 22. Dezember das erste Mal Gas in das deutsche Gasnetz einzuspeisen. Dass es nun zügiger geht, liegt laut einem Uniper-Sprecher an der engen Zusammenarbeit von Behörden und Unternehmen bei der Realisierung des Terminals.

165 000 Kubikmeter LNG für das deutsche Gasnetz

Das Spezialschiff 'Höegh Esperanza' hatte Wilhelmshaven vergangenen Donnerstag voll beladen mit rund 165 000 Kubikmetern LNG an Bord erreicht und am neugebauten Anleger festgemacht. Das Schiff ist das technische Herzstück des Terminals, das das angelieferte verflüssigte Gas wieder regasifiziert und an Land pumpt. Die Menge LNG, die das Schiff an Bord hat, reicht laut Uniper, um 50 000 bis 80 000 Haushalte in Deutschland ein Jahr lang zu versorgen.

In der Inbetriebnahmephase wird das Schiff laut Marktmitteilungen täglich zwischen 15 und 155 Gigawattstunden Erdgas in das Gasnetz abgeben. Das Gas dient dann auch zur Inbetriebnahme der neu gebauten, rund 26 Kilometer langen Anbindungsleitung von Wilhelmshaven bis ins ostfriesische Etzel. Es steht dann aber auch dem Markt zur Verfügung. Ab Mitte Januar ist der kommerzielle Betrieb des schwimmenden Terminals geplant mit einer maximalen Kapazität von etwa 155 Gigawattstunden pro Tag. "Der nächste Meilenstein ist die Ankunft des ersten LNG-Schiffes Mitte Januar", sagte Kreetz. (DPA)

 

Schiff mit erster LNG-Ladung für Lubmin vor Rügen eingetroffen

Mi, 21.12.2022, 8:40: Vor Rügen ist ein Tanker mit der ersten Ladung Flüssigerdgas für das Terminal in Lubmin eingetroffen. Die 'Seapeak Hispania' hat nach Aussage des Unternehmens Deutsche Regas 140 000 Kubikmeter Flüssigerdgas (LNG) aus Ägypten geladen. Nach Angaben von Schiffsortungsdiensten im Internet hat der 280 Meter lange Tanker in der Nacht zu Mittwoch die Ostsee vor Mukran auf Rügen erreicht. Nach früheren Aussagen eines Sprechers der Deutschen Regas sollte er dort zunächst auf Reede gehen.

Noch fehlen Genehmigungen für die Inbetriebnahme des LNG-Terminals in Lubmin. Die Deutsche Regas hat inzwischen einen Probebetrieb beantragt. Die Genehmigung dafür könnte gegebenenfalls in wenigen Tagen erteilt werden, hatte der Schweriner Umweltminister Till Backhaus (SPD) Anfang der Woche gesagt. Die 'Seapeak Hispania' soll künftig als Zwischenlager auf der Ostsee liegen. Kleinere Tanker sollen das LNG von dort durch den flachen Greifswalder Bodden zum eigentlichen Terminal in Lubmin transportieren. (DPA)

Schützenpanzer Puma im Gelände
Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall haben den Schützenpanzer Puma entwickelt. (Bild: KMW)

Lambrecht droht Industrie mit Ende des Schützenpanzers Puma

Di, 20.12.2022, 7:55: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat die Industrie zur schnellen Behebung der Pannen beim Schützenpanzer Puma aufgefordert und andernfalls mit einer Ausmusterung des Gefechtsfahrzeugs gedroht. Im ZDF-'heute journal' sagte sie am Montagabend: "Wir können uns nicht immer von einer Instandsetzung zur anderen hangeln, wir brauchen verlässliche Lösungen oder die Entscheidung, nicht mehr länger auf den Puma zu setzen." Die Instandsetzung des Schützenpanzers müsse sehr schnell gehen. "Da erwarte ich keine Zusagen innerhalb vieler Wochen, sondern innerhalb weniger."

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass bei einer Schießübung der Bundeswehr für die Beteiligung an der Nato-Eingreiftruppe VJTF alle 18 der genutzten Panzer ausgefallen waren. Der von vielen technischen Problemen geplagte Puma war erst 2021 für gefechtstauglich erklärt worden. Das von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der Rheinmetall Landsysteme GmbH (RLS) entwickelte und produzierte Gefechtsfahrzeug hatte zuvor schon als "Pannenpanzer" Schlagzeilen gemacht.

Die Ministerin erklärte, dass man mit dem Puma in den vergangenen Jahren und bei verschiedenen Übungen eigentlich vielversprechende Ergebnisse erzielt habe. "Von daher glaube ich, ist es doch noch mal die Mühe wert, mit der Industrie zu beraten, ob es denn in irgendeiner Weise Verlässlichkeit geben kann." Bei der Verlässlichkeit erwarte sie, dass man sich in wenigen Wochen auf eine Lösung verständigen werde. "Ansonsten kann ich die Verantwortung nicht übernehmen. Wir müssten ansonsten investieren in eine Nachrüstung. Diese Verträge werden wir nicht unterschreiben. Und auch ein zweites Los, sprich weitere Bestellungen wird es nicht geben."

Die Industrie sei in der Pflicht, sagte Lambrecht. "Diesen Weg werden wir gemeinsam gehen oder dann ihn eben auch abbrechen, wenn es sein muss." (DPA)

Im Fokus: Rüstungsindustrie

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tesla wegen Gefahrstofflager

Mo, 19.12.2022, 14:55: Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen den US-Elektroautobauer Tesla wegen des Verdachts des unerlaubten Betreibens von Anlagen. Das Ermittlungsverfahren beruhe auf einer Strafanzeige des Landesumweltamtes gegen das Unternehmen und stehe im Zusammenhang mit dem Betrieb eines temporären Gefahrstofflagers auf dem Gelände der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin, teilte die Staatsanwaltschaft Potsdam am Montag auf Anfrage mit. Zuerst hatte der RBB berichtet.

Geprüft werde, ob und gegebenenfalls wem im Hinblick auf notwendige Genehmigungen ein strafrechtlicher Vorwurf gemacht werden könne, erklärte die Staatsanwaltschaft. Wegen des laufenden Verfahrens könnten keine weiteren Angaben gemacht werden. Tesla äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. Das Unternehmen hatte die Produktion in Grünheide im März begonnen. (DPA)

Audi-Betriebsrat kämpft für neuen Kleinwagen aus Ingolstadt

Mo, 19.12.2022, 8:09: Der Audi-Betriebsrat kämpft für den Bau eines neuen elektrischen Kleinwagens unterhalb des A3. "Audi darf die untere Mittelklasse nicht vernachlässigen, zumal Einstiegsautos wie der A1 und der Q2 wegfallen", sagte Betriebsratschef Peter Mosch der 'Augsburger Allgemeinen' (Freitag). Der Unternehmensvorstand in Ingolstadt ziehe bei dem Thema nicht - aber "vielleicht gibt es jetzt bessere Chancen für einen solchen kleineren Elektro-Audi, weil der VW-Konzern durchgerüttelt und durchgeschüttelt wird", sagte Mosch.

Ein kleines Elektroauto sei für Audi und die Auslastung der Werke wichtig. Ende 2023 laufe der Q6 E-Tron in Ingolstadt vom Band und im Jahr darauf der A6 E-Tron. "Das sind für den Standort wichtige, volumenstarke Modelle, die zur Beschäftigungssicherung beitragen", sagte Mosch. Danach brauche Ingolstadt ein zusätzliches Modell.

Für den neuen Konzernchef Oliver Blume ist Mosch voll des Lobes. Blumes Strategie, Autos erst dann zu verkaufen, wenn die Software halte, was sie verspreche, sei logisch und besser als die seines Vorgängers Herbert Diess. "Herr Diess war ein großer Ankündiger", sagte Mosch. "Doch leider konnte er nur wenige seiner Ankündigungen auf die Straße bringen. Es kam zu einigen gravierenden Fehlern."

Die Umsetzung ändere sich unter Blume. Einige neue Modelle könnten zwar später kommen, doch "dafür können wir sicherstellen, dass Autos, die jetzt geplant werden, auch auf die Straße kommen". Blume sei zudem bodenständig und habe ein positiveres Verhältnis zur Mitbestimmung als Diess, sagte Mosch. "Da sind wir als Arbeitnehmervertreter mit von der Partie." (DPA)

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Ex-VW-Chef Diess soll neuer Infineon-Aufsichtsratschef werden

Fr, 16.12.2022, 8:54: Der ehemalige VW-Chef Herbert Diess soll neuer Aufsichtsratsvorsitzender beim Halbleiterkonzern Infineon werden. Der bisherige Amtsinhaber Wolfgang Eder wird bei der Hauptversammlung am 16. Februar nicht mehr zur Neuwahl für den Aufsichtsrat antreten, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Diess soll dafür neu in das Gremium gewählt und danach vom Aufsichtsrat zum Vorsitzenden bestimmt werden.

"Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Veränderungen im Aufsichtsrat vorzunehmen", sagte Eder, der das Amt seit 2019 inne hatte. In Anbetracht des "sehr herausfordernden Umfelds" freue er sich, dass mit Diess der "ideale Kandidat" für die Nachfolge bereitstehe. "Er kennt das Unternehmen und das industrielle Umfeld sehr gut." Die Autoindustrie ist der größte Kunde des Unternehmens aus Neubiberg bei München.

Neben Eder wird auch Hans-Ulrich Holdenried nicht mehr für den Aufsichtsrat antreten. Als weiterer neuer Kandidat wurde der früherer Siemens-Manager Klaus Helmrich benannt. Infineon-Vorstandschef Jochen Hanebeck lobte Diess und Helmrich als "ausgewiesene Experten für die großen Themen, die die Zukunft unseres Geschäfts bestimmen". (DPA)

Podcast: Leoni-COO Ingo Spengler zur Zukunft des Zulieferers

Gewerkschaftschef: Preisbremsen "gutes Paket", aber nachschärfen

Fr, 16.12.2022, 8:30: Der IG-BCE-Chef und Co-Vorsitzende der Gaskommission, Michael Vassiliadis, sieht mit den vom Bundestag beschlossenen Energiepreisbremsen einen wichtigen Schritt zur Entlastung von Verbrauchern und Industrie. "Das ist so, wie es verabschiedet wurde, insgesamt wirklich ein gutes Paket", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Jedoch sollte die Ampelkoalition auch in weiteren Gesprächen auf EU-Ebene versuchen, in zwei wichtigen Punkten nachzusteuern. Diese beträfen vor allem große Betriebe, die gleichermaßen auf hohe Strom- wie Gasmengen angewiesen seien.

"Einige große energieintensive Unternehmen drohen aus den Hilfsprogrammen herauszufallen", mahnte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie. Denn in bestimmten Bereichen werde ein recht spezielles Kriterium für die Inanspruchnahme der Unterstützung im kommenden Jahr zugrundegelegt: "Nur wenn sie im Gesamtjahr 2022 einen Einbruch um mindestens 40 Prozent beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen haben, greifen die Hilfen für solche Firmen."

Das helfe zum Beispiel Betrieben nicht, die in der ersten Hälfte des Jahres relativ gut dagestanden hätten - dann aber im dritten oder vierten Quartal wegen der verschärften Energie- und Rohstoffpreis-Inflation in Schwierigkeiten geraten seien. Vassiliadis warb dafür, hier präzisere Konditionen zu formulieren.

Skeptisch sieht er den geforderten Dividendenverzicht für finanzmarktnotierte Großunternehmen, wenn diese hohe Hilfssummen erhalten wollen. Ein Einfrieren oder Absenken der bisherigen Ausschüttungshöhe wäre machbar gewesen, sagte er. Ein gänzliches Streichen dürfte hingegen in solchen Fällen problematisch werden, in denen Anleger diese Firmen dann durch Anteilsverkäufe abstrafen und ihnen so weiteres benötigtes Geld entziehen könnten.

"Entweder gefährdet man also das Unternehmen, das staatliche Unterstützung braucht, oder man verärgert den Kapitalmarkt", sagte Vassiliadis. Alle anderen Elemente der Preisbremsen - insbesondere die Hilfen für Verbraucher, Haushalte und kleinere Firmen - findet der Gewerkschafter angesichts des Zeitdrucks unterm Strich gelungen.

Die Entlastungen unter anderem bei Gas, Strom und Wärme sollen am Freitag den Bundesrat passieren. Bei der Gaspreisbremse beispielsweise sollen Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen für 80 Prozent ihres bisherigen Verbrauchs einen Bruttopreis von zwölf Cent pro Kilowattstunde garantiert bekommen. Für die restlichen 20 Prozent des Verbrauchs soll der normale Vertragspreis gelten. Die Strompreisbremse funktioniert ähnlich.

Firmen, die staatliche Unterstützung bekommen, müssen Auflagen bei Boni und Dividenden hinnehmen. Ab 50 Millionen Euro Hilfe sollen diese nicht mehr ausgezahlt werden dürfen. (DPA)

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Leoni geht Sparten-Verkauf für 400 Millionen Euro durch die Lappen

Mi, 14.12.2022, 11:33: Der bereits beschlossene Verkauf der Kabelsparte des Nürnberger Autozulieferers Leoni ist am gestrigen Dienstag geplatzt. Der potenzielle Käufer, die thailändische Stark-Gruppe, habe die Vertragsunterzeichnung verweigert, teilte Leoni mit. Der Verkauf hätte eine Summe von mehr als 400 Millionen Euro in die Kassen des einst angeschlagenen und gerade auf dem Weg der Gesundung befindlichen Nürnberger Kabel- und Bordnetzspezialisten spülen sollen.

Der Verkauf war Teil eines Refinanzierungskonzeptes für Leoni, einem der weltweit führenden Anbieter von Bordnetzen für Autos. Ein Teil der Summe hätte in Absprache mit Banken und anderen Gläubigern zur Tilgung von Schulden dienen sollen. Dies sei Grundlage des bis 2025 ausgelegten Finanzierungskonzeptes gewesen. Die Gläubiger hätten zugestimmt, die zum Jahresende fälligen Kreditlinien zunächst einmal zu verlängern. Das Finanzierungskonzept müsse neu verhandelt werden.

Leoni vertritt nach eigenen Angaben die Ansicht, dass der abgesprungene Käufer vertragsbrüchig geworden ist. Die verlangten Änderungen im Kaufvertrag seien so weitreichend gewesen, dass eine Einigung nicht mehr möglich gewesen sei. Leoni werde "alle Maßnahmen zur Durchsetzung seiner Rechte" ergreifen. Eine Vereinbarung mit Stark zur Übernahme der Leoni-Sparte war bereits im Mai unterzeichnet worden.

Die börsennotierte Unternehmensgruppe beschäftigt rund 100.000 Mitarbeitende in 28 Ländern und erzielte 2021 einen Konzernumsatz von 5,1 Milliarden Euro. Leoni bezeichnet sich als Marktführer in Europa für Bordnetze. Zuletzt hatte das Geschäft vor allem wegen Problemen bei der Beschaffung von Halbleitern gelitten. In den ersten neun Monaten 2022 war bei einem im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent reduzierten Umsatz von 2,841 Milliarden Euro ein Verlust von 88 Millionen erwirtschaftet worden. (DPA)

Industrie warnt vor zu späten Entlastungen bei Preisbremsen

Mi, 14.12.2022, 8:12: Die deutsche Industrie warnt davor, dass Entlastungen wegen der hohen Energiepreise zu spät oder gar nicht bei energieintensiven Firmen ankommen. Die Gaspreisbremse, die für große Industrieverbraucher ab Januar greifen soll, sei viel zu bürokratisch angelegt, sagte Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI): "Die Preisbremse ist kein Zurück zu alten Zeiten. Sie soll die größten Ausschläge nach oben abfangen. Der Bundeshaushalt ist quasi eine Versicherung dagegen. Sie hat aber inzwischen so viele Randbedingungen, dass sie für eine ganze Reihe von Firmen wohl nicht funktionieren wird." Es bestehe die Gefahr, dass die Unterstützung wegen komplexer Regeln schleppend anlaufe.

Russwurm war Co-Vorsitzender einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission zur Gas- und Strompreisbremse. Er kritisierte nun: "Was seit dem Vorschlag der Kommission passiert ist, ist eine Verschlimmbesserung. Vieles, was wir in dieser Runde intensiv diskutiert und dann der Bundesregierung empfohlen haben - etwa wenig Bürokratie, zunächst Entlasten und erst hinterher die Verifikation - kommt jetzt anders." Für manche Unternehmen könnte es wirklich eng werden. "Unsere Absicht war, den Unternehmen klar zuzusichern: Auf diesen Preis könnt ihr euch verlassen, den bekommt ihr, ob ihr den Standort aufrechterhalten könnt, sehen wir hinterher. Das Unternehmen, das dann trotzdem schließt, muss zurückzahlen. Nun soll es aber genau andersherum kommen", sagte der BDI-Präsident.

Russwurm verwies auf EU-Vorgaben. Jetzt müsse ein Unternehmen schon vorher wissen, ob der Gewinn um mindestens 40 Prozent zurückgehe. Außerdem sei die Begrenzung auf maximal 150 Millionen Euro Subvention bei Strom und Gas für energieintensive Unternehmen schnell erreicht.

Der Industriepräsident kritisierte außerdem, dass bei den Preisbremsen nun eine Regelung für Boni und Dividenden der betreffenden Unternehmen eingeführt werden soll. Darüber hatte sich die Koalition verständigt.

Die Industrie sei "tief enttäuscht", sagte Russwurm. "Das ist bitter. Die Politik legt mit ihrer Ignoranz gegenüber den betrieblichen Realitäten die Axt an die Grundpfeiler des Standorts Deutschland an." In vielen Familienunternehmen sei die Dividende der Hauptbestandteil des Familieneinkommens und erfülle dort dieselbe Funktion wie das Gehalt der Beschäftigten im Unternehmen. Variable Einkommensbestandteile seien keine Geschenke, sondern es handle sich um eine leistungsabhängige Komponente des regulären Gehalts. (DPA)

BMW-Batteriezell-Zentrum in Parsdorf läuft hoch

Mi, 14.12.2022, 7:39: BMW startet die Inbetriebnahme seines Kompetenzzentrums für Batteriezellfertigung in Parsdorf bei München. Die ersten Anlagen seien aufgebaut, derzeit würden die Anlagen für die Elektrodenproduktion installiert und eingefahren, teilte der Autobauer mit. Mit den Kompetenzzentren in München und Parsdorf will BMW sein Wissen über Technik und Produktion von Batteriezellen für E-Autos so vertiefen, dass es seinen Zulieferern auf Augenhöhe Vorgaben machen kann.

Der Autobauer will Batteriezellen dort einkaufen, wo auch die Produktion stattfindet. Im Gegensatz zu anderen Autoherstellern plant BMW keine eigene Serienproduktion von Zellen, weil sich die Technik schnell weiterentwickele und die hohen Investitionen für einen kleinen Autobauer eine Innovationsbremse wären.

Das Zentrum in Parsdorf soll Zellmuster für die nächste, leistungsfähigere Batteriegeneration herstellen, die ab 2025 in den Automodellen der "Neuen Klasse" von BMW eingesetzt wird. "Aktuell treiben wir die Entwicklung von Feststoffbatterien voran", sagte der Leiter der Batterieproduktion, Markus Fallböhmer. Langfristiges Ziel sei eine vollständig kreislauffähige Batteriezelle. (DPA)

Mehr Aufträge und Corona-Lockerungen: Voith bleibt auf Wachstumskurs

Di, 13.12.2022, 12:32: Der Technologiekonzern Voith hat trotz gestiegener Kosten seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr deutlich steigern können. "Wir konnten alle Kennzahlen verbessern", sagte Konzernchef Toralf Haag. Laut dem Unternehmen stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 4,88 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen.

Positiv wirkten sich laut dem Produzenten von Großanlagen die hohen Auftragseingänge der Vorjahre aus, die nach dem Auslaufen der Corona-Beschränkungen wieder besser abgearbeitet werden konnten. Zu schaffen machten Voith vor allem Störungen in den Lieferketten sowie massiv gestiegene Materialpreise und Logistikkosten.

Das Konzernergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag: 30. September) betrug 30 Million Euro, nach einer Millionen Euro im Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 21 Prozent auf 200 Millionen Euro.

Das Geschäft mit Papiermaschinen bescherte dem Unternehmen besonders gute Zahlen. Voith Paper sorgte für 45 Prozent des Konzernumsatzes. Auftragseingänge gebe es vor allem im Verpackungs- und Kartonbereich, sagte Haag. Viele Aufträge gebe es aus China. Der konzernweite Auftragseingang stieg um drei Prozent auf 5,16 Milliarden Euro. Der Bestand erhöhte sich damit auf 7,03 Milliarden Euro und knackte damit erstmals die Sieben-Milliarden-Euro-Marke.

Für das kommende Jahr sieht der Konzern viele Unsicherheiten angesichts des Krieges in der Ukraine und der hohen Inflation. Voith rechnet mit etwas weniger Aufträgen. Für das Geschäftsjahr 2022/23 geht das Unternehmen, das mehr als 21 000 Menschen in 60 Ländern beschäftigt, von einem leichten Wachstum des Konzernumsatzes aus. (DPA)

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Dürr-Chef warnt vor Folgen von US-Investitionsprogramm

Mo, 12.12.2022, 10:27: Nach Ansicht des Chefs vom Maschinen- und Anlagenbauers Dürr, Jochen Weyrauch, nimmt das milliardenschwere US-Investitionsprogramm einen "dramatischen Einfluss auf Investitionsentscheidungen". Investitionsprojekte von Kunden, die in Deutschland oder Europa geplant waren, wanderten in die USA ab, sagte Weyrauch der 'Stuttgarter Zeitung' und den 'Stuttgarter Nachrichten'.

Durch den "Inflation Reduction Act" hätten sich die Kosten "zuungunsten von Europa verschoben". Den Unternehmen bliebe also gar nichts anderes übrig. Vor allem Kunden aus der Autobranche seien betroffen. Besonders deutlich sei das bei Kunden im Bereich der E-Mobilität der Fall, "beispielsweise bei Herstellern von Batterien und Batteriezellen".

Zwar müsse Dürr wegen des großen Bedarfs an E-Mobilität in Europa seine Kapazitäten dort nicht reduzieren. "Ich frage mich aber, wo wir stärker aufbauen werden", sagte Weyrauch. Bisher sei Dürr davon ausgegangen, dass der nächste Schub in Europa und in Deutschland stattfinde. Das sei wegen der Pläne von US-Präsident Joe Biden nun fraglich. (DPA)

Im Fokus: Industrie & Politik

Deutsche Industrie will Beteiligung bei Betrieb von F-35-Jets

Fr, 09.12.2022, 10:28: Die deutsche Industrie will bei der Wartung und Instandhaltung der für die Luftwaffe geplanten US-Tarnkappenjets F-35 beteiligt werden. Für die Unternehmen heiße es jetzt, "an die gewohnt partnerschaftliche Arbeit" mit der Luftwaffe, dem Verteidigungsministerium und dem Beschaffungsamt BAAINBw anzuknüpfen und beim Betrieb der neuen Waffensysteme zu unterstützen, teilte der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) mit.

"Luftwaffe und deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie verbindet eine bewährte Kooperation", so der Verband. Die Unternehmen arbeiteten sowohl bei der Wartung und Instandsetzung komplexer Waffensysteme als auch bei der Betreuung auf der Komponentenebene eng mit der Luftwaffe zusammen, teilweise in vollintegrierten gemeinsamen Arbeitsteams.

Der BDLI-Präsident und Chef der Rüstungssparte von Airbus, Michael Schöllhorn, verwies darauf, dass die deutsche Industrie bereits US-Modelle wie F4 und F-104G betreut habe. "Auch zukünftig wollen wir als Partner im engen Schulterschluss an der Seite der Luftwaffe unseren Beitrag leisten."

Die Bundesregierung will in den USA 35 Tarnkappenjets kaufen. Die ersten Maschinen sollen von 2026 an in den USA für die Ausbildung von deutschen Piloten eingesetzt werden. Ab 2027 soll ein Betrieb von Deutschland aus beginnen. Die Tarnkappenjets ersetzen dann die überalterte Tornado-Flotte. (DPA)

Im Fokus: Rüstungsindustrie

Stabilus verlängert Chef-Vertrag vorzeitig nach erfolgreichem Geschäftsjahr

Fr, 09.12.2022, 9:37: Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus hat nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr den Vertrag mit seinem Chef vorzeitig verlängert. Michael Büchsner bleibe weitere vier Jahre bis zum 31. Oktober 2027 an der Unternehmensspitze, teilte das im Index der mittelgroßen Werte Mdax notierte Unternehmen mit. Die seit November bekannten vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22 (Ende September) wurden bestätigt. Auch der Ausblick auf das neue, laufende Geschäftsjahr wurde bekräftigt.

In den zwölf Monaten bis Ende September steigerte Stabilus den Umsatz im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf rund 1,12 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern das im Sommer angehobene eigene Ziel. Den weitaus größten Teil des Umsatzwachstums generierte Stabilus aus eigener Kraft. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie bereinigt um Sondereffekte blieben vom Umsatz 14 Prozent hängen, was einen Anstieg des operativen Ergebnisses um knapp 16 Prozent auf 156 Millionen Euro bedeutete. Damit lag Stabilus deutlich über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Der Gewinn stieg um gut 41 Prozent auf 104 Millionen Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz trotz des derzeit schwierigen Konjunkturumfeldes und teils schwer vorhersagbarer Nachfragetrends für Autos mindestens in etwa stabil bleiben. Stabilus peilt 2022/23 einen Umsatz von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro an, sowie eine bereinigte operative Gewinnmargen von 13 bis 14 Prozent. (DPA)

Entscheidung über VW-Batteriefabrik in Mittelosteuropa verzögert sich

Fr, 09.12.2022, 8:27: Der Volkswagen-Konzern und seine Batterie-Tochter PowerCo haben noch keine Entscheidung über einen Standort für eine mögliche Elektroauto-Akkufabrik in Mittelosteuropa getroffen. Es gebe keinen Druck zu handeln, hieß es in einer Stellungnahme für tschechische Medien, welche der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Der Evaluationsprozes dauere an. Die Roadmap für verschiedene Regionen werde in den nächsten Wochen und Monaten überarbeitet. Auf den geplanten Beginn der Bauarbeiten und der Produktion werde dies keinen Einfluss haben.

Tschechien hat im Rennen um die Großinvestition einen früheren Militärflugplatz bei Pilsen (Plzen) als Standort angeboten. Der Flughafen Plzen-Line mit einer 1.550 Meter langen Beton-Landebahn wurde bisher noch als strategische Reserve der Armee vorgehalten. Die sogenannte "Gigafabrik" würde rund 4.500 Arbeitsplätze in der Batteriezellenproduktion schaffen. Die Autoindustrie trägt fast zehn Prozent zum tschechischen Bruttoinlandsprodukt bei.

Der Vorstandsvorsitzende der tschechischen VW-Tochter Skoda, Klaus Zellmer, hatte Ende Oktober erklärt, dass er bis zum Jahresende eine Grundsatzentscheidung des VW-Konzerns zur Standortwahl erwarte. Neben Tschechien wurden zuletzt auch Polen und Ungarn als mögliche Kandidaten genannt. Allein in Europa rechnet VW mit dem Bau von sechs Gigafabriken bis 2030. (DPA)

Studie: Fachkräfte nur selten im Ausland gesucht

Do, 08.12.2022, 7:58: Deutsche Unternehmen klagen zunehmend über Fachkräftemangel, aber lediglich ein Sechstel von ihnen rekrutiert aktiv im Ausland. 73 Prozent der Betriebe berichteten zuletzt über Engpässe bei Fachkräften, wie aus dem Fachkräftemigrationsmonitor 2022 der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es noch 60 Prozent und 2020 lag der Wert bei 55 Prozent. In der gleichen Zeit blieb der Anteil der Unternehmen, die Fachkräfte aus dem Ausland rekrutierten, in etwa gleich. 2022 bejahen das 17 Prozent der Betriebe.

"Die niedrigen Geburtenraten der Vergangenheit holen uns jetzt ein", sagte Susanne Schultz, Expertin für Migrationspolitik bei der Bertelsmann Stiftung. "Mit dem Renteneintritt der Generation der Babyboomer wird das Problem nun noch größer. Ohne Zuwanderung kann Deutschland den Wohlstand nicht sichern."

Besonders fehlen den Betrieben laut der Erhebung Menschen mit Berufsausbildung. Während 2020 noch 37 Prozent der Unternehmen über Engpässe in dem Bereich klagten, sind es in diesem Jahr 58 Prozent. Von Engpässen im Bereich der Mitarbeiter mit Hochschulabschluss berichteten 29 Prozent. An Fachkräften fehlt es vor allem in der Kranken- und Altenpflege, im Bau und im Handwerk, in der Industrie und Logistik sowie im Tourismus.

Als Hindernisse für eine Rekrutierung im Ausland nennen die Betriebe vor allem sprachliche Verständigungsschwierigkeiten (65 Prozent) und die Schwierigkeit, Qualifikationen einzuschätzen (45 Prozent). 57 Prozent wünschen sich mehr Vereinbarungen zwischen Deutschland und anderen Staaten zur Vermittlung von ausgebildeten Fachkräften.

Die Bertelsmann Stiftung wertete für den Monitor Zahlen zur Zu- und Abwanderung aus. Außerdem ließ sie über das Meinungsforschungsunternehmen Civey von August bis Oktober 2022 Vertreter von Unternehmen befragen. (DPA)

Weiteres E-Modell soll VW-Stammwerk besser auslasten - Trinity wartet

Mi, 07.12.2022, 13:56: Am zuletzt chronisch unterausgelasteten Stammsitz von Volkswagen soll ein weiteres Elektromodell die Beschäftigung absichern. Damit will der Konzern auch die teuren Verzögerungen in der Entwicklung eigener Software sowie beim künftigen Kernprodukt Trinity überbrücken. Angedacht sei ein vollelektrisches SUV für Wolfsburg, das die bestehende ID-Reihe "hervorragend ergänzen" könne, sagte VW-Markenchef Thomas Schäfer bei einer Betriebsversammlung. Das Werk wird schon für einen Überlauf der ID.3-Produktion vorbereitet. Bis zum Beginn des Jahres 2025 will Deutschlands größtes Unternehmen hier nun etwa 460 Millionen Euro investieren.

Der Wagen soll auf einer Weiterentwicklung des E-Baukastensystems MEB basieren ("MEB plus"). "Unser Ziel ist es, die Plattform auf das nächste Level zu heben", erklärte Schäfer, der von der Tochter Skoda kam und den bisherigen VW-Kernmarkenchef Ralf Brandstätter im Sommer abgelöst hatte. Die durchgehend neu konzipierte und digitalisierte Plattform SSP für den Trinity bleibe parallel dazu ein zentrales Vorhaben. "Der Start erfolgt entsprechend der zeitlich entzerrten Software-Entwicklung", hieß es. "Eine Entscheidung, wo das Fahrzeug in Wolfsburg gefertigt wird, ist noch nicht getroffen."

Die geplante Extra-Fabrik für den Trinity könnte nach Informationen aus Konzernkreisen auf der Kippe stehen. Alternativ ließe sich die Verzögerung nutzen, um Teile des Stammwerks umzurüsten. VW betonte aber, man halte sich auch die Neubau-Option bis auf Weiteres offen. (DPA)

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Airbus verabschiedet sich von Auslieferungsziel

Mi, 07.12.2022, 7:40: Der Flugzeugbauer Airbus wird sein Auslieferungsziel in diesem Jahr nicht schaffen. Das Ziel, rund 700 Flugzeuge 2022 zu übergeben, sei nicht mehr zu erreichen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Toulouse mit. Airbus gehe nun von etwas weniger Maschinen aus. In den zwölf Monaten per Ende November habe das Unternehmen 565 Flugzeuge ausgeliefert, davon 68 im November. Airbus hatte bereits im Juli unter anderem auch wegen Problemen in der Lieferkette das ursprüngliche Ziel von 720 Maschinen kassieren müssen.

Die Prognose für das laufende Jahr für das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sowie den freien Mittelzufluss bekräftigte Airbus hingegen. So peilt die Konzernspitze für 2022 weiterhin einen bereinigten operativen Gewinn von etwa 5,5 Milliarden Euro an, der freie Barmittelzufluss vor Fusionen und Kundenfinanzierungen soll bei 4,5 Milliarden Euro liegen.

Im November erhielt Airbus den Angaben zufolge Aufträge für 29 Maschinen sowie 14 Stornierungen. Der Auftragsbestand liege nun bei 7344 Flugzeugen. Die Aktie fiel am Abend bei der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um mehr als zwei Prozent. (DPA)

Podcast: Airbus-Führungskraft Christina Reuter über Digitalisierung

Investitionen in europäische Tech-Firmen brechen nach Rekordjahr ein

Mi, 07.12.2022, 6:00: Nach einem Rekordjahr sind die Investitionen in europäische Tech-Firmen eingebrochen. Dieses Jahr belaufen sich die Geldspritzen nach Berechnungen des Risikokapitalgebers Atomico auf knapp 85 Milliarden Dollar - 18 Prozent weniger als der Höchststand von rund 104 Milliarden Dollar 2021. Die Summe sei aber immer noch die zweithöchste aller Zeiten. Atomico-Partner Tom Wehmeier sprach bei der Vorstellung des jährlichen Branchenreports vom «härtesten ökonomischen Umfeld seit der globalen Finanzkrise». Gemessen daran sei das Ergebnis bemerkenswert.

Der deutsche Markt bekam mit einem Rückgang der Investments von knapp 19 auf rund 11 Milliarden Euro die Krise besonders zu spüren. Das habe auch am exorbitanten Vorjahr gelegen, erklärte Wehmeier. Die hiesige Branche habe sich seit 2015 stark entwickelt und ihr gelinge es zunehmend, ausländische Tech-Talente anzuziehen.

Start-ups haben in der Pandemie einen Boom erlebt. Sie profitierten davon, dass die Digitalisierung einen Schub bekam - etwa bei Finanzgeschäften, Online-Shopping oder Essenslieferungen. Bei Investoren saß das Geld mit den Niedrigzinsen locker, was zu zahlreichen üppigen Finanzierungsrunden führte. Doch mit Ukraine-Krieg, schwächelnder Konjunktur und dem Zinsanstieg hat sich der Markt gedreht. Investoren hielten sich zurück. Die Bewertungen großer Start-ups, darunter der Bezahldienst Klarna, brachen ein, Firmen wie der Berliner E-Roller-Anbieter Tier strichen Jobs.

Mit der schlechten Stimmung brach laut Atomico die Zahl der großen Finanzierungsrunden in Europa mit mehr als 100 Millionen Dollar ein. Auch bei «Einhörnern» - Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar - wurde ein heftiger Rückgang verzeichnet: Gab es 2021 noch 105 neue Einhörner am Markt, waren es dieses Jahr bis Ende Oktober erst 31. Darunter befanden sich vier deutsche: Das Steuer-Startup Taxfix, die Sport-App OneFootball, die Firma Grover, die Elektronikgeräte zur Miete anbietet, und die Gastro-App Choco.

Insgesamt habe das raue Branchenumfeld mindestens 14 000 Menschen bei europäischen Tech-Firmen den Job gekostet, mehr als 400 Milliarden Dollar Bewertung seien ausgelöscht worden, hieß es in der Studie. Dennoch zeige sich die Branche robust. In einer Umfrage gaben 77 Prozent an, sie seien optimistischer oder genauso optimistisch für die Zukunft, 23 Prozent waren pessimistischer als vor einem Jahr. (DPA)

Mercedes will Kapazitäten für E-Antriebe in Untertürkheim verdoppeln

Di, 06.12.2022, 15:32: Der Autobauer Mercedes-Benz will künftig in Untertürkheim deutlich mehr elektrische Antriebseinheiten produzieren als bislang geplant. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter hätten sich im Rahmen einer neuen Betriebsvereinbarung auf eine Verdopplung der geplanten Kapazitäten geeinigt. Ab 2024 beginne der Hochlauf, insgesamt könnten so eine Million E-Antriebe produziert werden, teilte das Unternehmen mit.

Mercedes stelle damit seinen "Traditionsstandort im Neckartal zukunftsfähig auf", sagte Vorstand Jörg Burzer laut Mitteilung. Dies untermauere die Ausrichtung des Werks im globalen Produktionsnetzwerk für Antriebsstränge, so Burzer. Die Transformation des Standorts schreite mit großen Schritten voran, sagte der Standortverantwortliche Frank Deiß. Der Standort sei an der Transformation des Unternehmens nicht nur beteiligt, sondern ein essenzieller Bestandteil, sagte der Vorsitzende des Betriebsrats in Untertürkheim, Michael Häberle.

Mercedes produziert nach eigenen Angaben in Untertürkheim mit rund 16.000 Mitarbeitenden Antriebskomponenten wie Motoren, Batterien, Achsen und Getriebe. Rund 3.000 Mitarbeitende seien in diesem Bereich in der Forschung und Entwicklung tätig. Bereits heute würden Teile der elektrischen Antriebssysteme entwickelt und erprobt. Der Aufbau der neuen Montagelinien beginne im kommenden Jahr. (DPA)

Podcast: Leoni-COO Ingo Spengler zur Zukunft des Zulieferers

Deutsche Industrie erhält wieder mehr Aufträge

Di, 06.12.2022, 8:23: Die deutsche Industrie hat im Oktober nach zwei Dämpfern in Folge wieder mehr Aufträge bekommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Dienstag lag der Auftragseingang 0,8 Prozent höher als im Monat zuvor. Ökonomen hatten zwar einen Anstieg erwartet, aber im Schnitt nur um 0,1 Prozent.

Das Bundeswirtschaftsministerium sprach in einer Stellungnahme von einer Stabilisierung der Bestellungen. "Das leichte Plus im Vormonatsvergleich ist vor allem auf eine Erholung der Auslandsnachfrage zurückzuführen", hieß es.

Während sich die Aufträge aus dem Inland im Oktober nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent verringert haben, stiegen die Auslandsaufträge hingegen um 2,5 Prozent. Dabei erhöhten sich die Auftragseingänge aus der Eurozone um 2,6 Prozent und die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland um 2,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Im September war der Auftragseingang noch um 2,9 Prozent im Monatsvergleich gefallen und im August um 2,0 Prozent. Allerdings wurde der Wert für September deutlich nach oben revidiert, nachdem zuvor ein Rückgang um 4,0 Prozent gemeldet worden war. Im Jahresvergleich fiel der Auftragseingang im Oktober um 3,2 Prozent, wie es weiter in der Mitteilung hieß. (DPA)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2023

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet auch der Maschinenbau-Gipfel 2023 wieder Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels am 07. und 08. November 2023 in Berlin.

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels.

Hier geht es direkt auf die Anmeldeseite zum Maschinenbau-Gipfel 2023.

Spezialschiff für LNG-Terminal Wilhelmshaven kommt Mitte Dezember

Mo, 05.12.2022, 14:37: Der Gasimporteur Uniper erwartet Mitte Dezember das Spezialschiff "Hoegh Esperanza" als technisches Herzstück für das neue LNG-Anlandeterminal in Wilhelmshaven. Das sagte ein Firmensprecher am Montag. Er dementierte Berichte, wonach der Tanker bereits am kommenden Samstag (10.12.) in Wilhelmshaven festmachen solle.

Die 294 Meter lange "Hoegh Esperanza" soll in Wilhelmshaven als schwimmender Tank und Regasifizierungs-Einheit (Floating Storage & Regasification Unit/FSRU) dienen. An Bord wird flüssig angeliefertes Erdgas LNG wieder in Gas umgewandelt und an Land gepumpt. Aus der mitgebrachten Ladung des Schiffs könnte noch vor Jahresende Erdgas ins deutsche Netz eingespeist werden, wie Uniper vergangene Woche mitgeteilt hatte.

Der erste Frachter, der LNG nur transportiert, soll dann Mitte Januar Wilhelmshaven anlaufen. Uniper errichtet und betreibt das Terminal mit Unterstützung der Bundesregierung. Die Anlage ist Teil der deutschen Bemühungen, unabhängig zu werden von russischem Erdgas. (DPA)

Studie: Fachkräftemangel geht leicht zurück

Mo, 05.12.2022, 8:03: Der Fachkräftemangel in Deutschland ist im dritten Quartal leicht zurückgegangen. Im September sei die Zahl der offenen Stellen, für die es rechnerisch bundesweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen gab, auf 573.0000 gesunken, berichtete das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Zum Vergleich: Im Juni betraf die Fachkräftelücke noch knapp 600.000 Stellen.

Der Fachkräftemangel verharre aber weiter auf hohem Niveau, betonten die Experten. Für fast die Hälfte (45,4 Prozent) der offenen Stellen fehle es an passend qualifizierten Arbeitslosen. Je höher das gesuchte Qualifikationsniveau für eine Stelle sei, desto schwerer seien passende Fachkräfte zu finden.

Vor allem im Bereich "Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung" mangelte es im September weiterhin an Fachkräften. Hier konnte mehr als die Hälfte der offenen Stellen rechnerisch nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden. Ähnlich groß war der Fachkräftemangel auch in den Bereichen "Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik", "Naturwissenschaft, Geografie und Informatik" sowie "Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung".

Händeringend gesucht werden der Studie zufolge zur Zeit aber auch Triebfahrzeugführer im Eisenbahnverkehr. Hier kamen im September auf 100 offene Stellen nur 15 entsprechend qualifizierte Arbeitslose. Nicht viel besser sah es bei Fachkräften für regenerative Energietechnik aus. (DPA)

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Siemens bündelt Qualifizierung in eigener Digitalisierungsakademie

Fr, 02.12.2022, 8:18: Siemens will seine Belegschaft mit einer eigenen Digitalisierungsakademie durch die Transformation der Wirtschaft begleiten. In der "SiTecSkills Academy" sollen deutschlandweit 19 regionale Trainingszentren Kompetenzen für den "digitalen Wandel im Arbeitsumfeld" schärfen, wie der Konzern mitteilte. Damit will Siemens die "Beschäftigungsfähigkeit" seiner Mitarbeiter sichern - also dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft das können, was das Unternehmen braucht.

"In passgenaue Fort- und Weiterbildung zu investieren, ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch aus Unternehmenssicht sinnvoller, da wir auf bereits bestehendem Know-how unserer Mitarbeitenden aufsetzen können", sagt Judith Wiese, die im Siemens-Vorstand unter anderem für Personalthemen zuständig ist. "Damit bieten wir einen Mehrwert für alle: die Menschen, das Unternehmen und unsere Gesellschaft." (DPA)

Chip-Produktion: EU-Länder einig bei Position zu Milliardenhilfen

Fr, 02.12.2022, 8:03: Die EU-Staaten haben sich auf ihre Linie zu einem geplanten Milliardenprogramm zur Förderung der EU-Mikrochipproduktion geeinigt. Das Vorhaben soll 43 Milliarden Euro aus öffentlichen und privaten Quellen mobilisieren, um die EU weniger abhängig von Importen vor allem aus Asien zu machen. "Wir schließen uns jetzt in Europa zusammen, um die Produktionsbedingungen zu verbessern", sagte Sven Giegold (Grüne), Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. "Das ist gut für Deutschland. Das ist gut für den Industriestandort Europa."

Die ursprünglichen Pläne hatte die EU-Kommission bereits im Februar vorgestellt. Das Ziel ist ambitioniert: Der EU-Anteil auf dem Weltmarkt für Chips soll bis 2030 von knapp 10 auf 20 Prozent wachsen. Dafür müsste sich die Produktion vervierfachen, da erwartet wird, dass sich der Markt bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppelt. Der sogenannte Chips Act soll verhindern, dass Europa von anderen Regionen wie Asien oder Amerika weiter abgehängt wird. Auch Staaten wie die USA oder China investieren viel Geld in diesen Industriezweig.

Das Europaparlament muss seine Position zum Chips Act noch beschließen. Danach können die EU-Staaten und das Parlament Verhandlungen über die finale Version des Vorhabens aufnehmen. (DPA)

Podcast: ZVEI-Präsident über Halbleitermangel und die Elektroindustrie

Maschinenbauer im Südwesten mit weniger Aufträgen

Do, 01.12.2022, 14:32: Die unsicheren Konjunkturaussichten belasten die Maschinenbauer im Südwesten. Im Oktober lagen die Bestellungen bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 14 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats, wie der Landesverband des VDMA mitteilte. Während man sich auf das Jahresende zubewege, gebe der Auftragseingang weiter nach, der Rückgang sei jedoch nicht dramatisch.

"Unter dem Eindruck vielfältiger Herausforderungen ist die Investitionslaune vieler Kunden derzeit getrübt. Die Unternehmen werden von ihren hohen Auftragsbeständen getragen", so der Verband weiter.

Der Auftragseingang im statistisch stabileren Drei-Monats-Zeitraum von August bis Oktober 2022 lag um sieben Prozent unter Vorjahreszeitraum. Von Januar bis Oktober 2022 verzeichneten die Bestellungen ein Minus von vier Prozent. (DPA)

Uniper: Über Wilhelmshaven könnte Ende 2022 erstes LNG-Gas fließen

Do, 01.12.2022, 8:24: Über das neue LNG-Anlandeterminal in Wilhelmshaven könnte noch Ende des Jahres erstes Erdgas ins deutsche Ferngasnetz eingespeist werden. Damit rechnet der Energiekonzern Uniper - wenn das Wetter mitspielt. "Wenn es gut läuft, dann wird noch dieses Jahr erstes Gas fließen", sagte der Uniper-Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Maubach. Das Spezialschiff zur Regasifizierung werde nach bisheriger Planung bereits voll beladen nach Wilhelmshaven kommen und dann Ende des Jahres Gas in das System einspeisen können. Der erste LNG-Tanker werde dann "im besten Fall" Mitte Januar kommen. Uniper errichtet und betreibt das Terminal mit Unterstützung der Bundesregierung.

Herzstück des Anlandeterminals ist das Spezialschiff, die sogenannte "Floating Storage & Regasification Unit" (FSRU). Die eigentlichen Flüssiggastanker übergeben ihre Fracht an dieses Schiff, das es wieder in einen gasförmigen Zustand versetzt und an Land pumpt. (DPA)

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IG-Metall-Chef befürwortet erleichterte Fachkräftezuwanderung

Mi, 30.11.2022, 9:17: Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann unterstützt die Regierungspläne für eine erleichterte Zuwanderung von Fachkräften. "Als Gesellschaft profitieren wir davon, wenn qualifizierte Arbeitskräfte nach Deutschland kommen", sagte Hofmann der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sei es an der Zeit, das Thema anzupacken. "Bürokratische Hürden - beginnend bei der Visa-Beantragung bis zur Anerkennung von Berufsabschlüssen - behindern heute den Zuzug", bemängelte der Vorsitzende der größten deutschen Einzelgewerkschaft.

Das Bundeskabinett will am heutigen Mittwoch eine Reihe von Eckpunkten beschließen. So sollen anerkannte Fachkräfte mit einem gültigen Arbeitsvertrag einfacher als bisher nach Deutschland kommen können. Auf der Basis eines Punktesystems sollen zudem auch Menschen ohne Arbeitsvertrag einreisen dürfen, wenn sie bei bestimmten Kriterien wie Sprachkenntnissen oder Berufserfahrung besonders gut abschneiden.

Nach Hofmanns Worten ist Zuwanderung aber nicht der einzige Weg, den Fachkräftemangel zu bekämpfen: "Konsequente Aus- und Weiterbildung, Arbeitszeiten, die Familie und Beruf vereinbar machen sowie gute, gesundheitsfreundliche Arbeitsbedingungen sind ebenfalls von großer Bedeutung." (DPA)

Kion plant Ausbau der Produktion am Standort Reutlingen

Di, 29.11.2022, 15:34: Die Kion Group stärkt ihren Standort in Reutlingen und plant dazu ihr Werk vor Ort auszubauen. Dafür investiert der Intralogistik-Konzern laut Pressemitteilung einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. „Mit dem Ausbau der Produktion um gut 60 Prozent setzen wir ein wichtiges Zeichen für die Zukunft. Wir erwarten im Bereich der Hochregalstapler und Vertikalkommissionierer ein nachhaltiges Marktwachstum und haben unsere Planungen entsprechend darauf ausgerichtet“, sagt CEO Rob Smith. „Die Erweiterung des Standorts wird unsere hervorragende Position als globaler Intralogistik-Anbieter weiter stärken.“

Die im Ortsteil Mittelstadt ansässige Unternehmenstochter Kion Warehouse Systems (KWS) ist innerhalb der Gruppe das Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Systemtechnik-Geräten der Kion Marken. Bei einem Vororttermin mit Thomas Keck, Oberbürgermeister der Stadt Reutlingen, Finanz- und Wirtschaftsbürgermeister Roland Wintzen sowie Wilhelm Haug, Bezirksbürgermeister von Mittelstadt, stellte Volker Bonk, Geschäftsführer von Kion Warehouse Systems, den Stand der Planungen vor.

Geplant ist eine Erweiterung der bestehenden Produktionshallen mit Verlegung der Werksumfahrung. Ziel ist es, die Produktionsfläche in Richtung Süden auszubauen. Das bewaldete Gelände befindet sich derzeit im Besitz der Stadt Reutlingen und soll von KWS erworben werden. Die innerbetrieblichen Produktionsabläufe könnten mit dieser Lösung mit geringem Flächenbedarf deutlich optimiert werden. Die Erweiterung insgesamt umfasst mindestens 2.600 Quadratmeter, davon rund 2.200 Quadratmeter für den Ausbau der Produktionshalle. Zusätzlich sind umfangreiche Investitionen in bestehende Anlagen und Maschinen sowie eine allgemeine Modernisierung der Prozesse am Standort geplant. Der Baubeginn ist – nach Zustimmung aller Gremien – für Herbst 2023 vorgesehen, die erweiterte Produktion soll im Jahr 2025 aufgenommen werden.

„Die Standortpolitik und Unternehmensstrategie von Kion zeichnet sich durch Anpassungsfähigkeit und Verlässlichkeit aus. Der Intralogistik-Konzern sendet mit dem Produktionsausbau erneut ein positives Signal in Richtung Konjunktur, Arbeitsmarkt und ganz besonders für den Wirtschaftsstandort Reutlingen“, sagt Thomas Keck, Oberbürgermeister der Stadt Reutlingen.

Mehr als 400 Arbeitsplätze werden in Reutlingen gesichert

Der Ausbau der Produktionskapazität hat auch Einfluss auf die Beschäftigung am Standort: Von 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Jahr 2010 ist die Belegschaft bereits auf mehr als 400 gewachsen. Von den Beschäftigten der KWS kommen aktuell rund 130 aus dem Gebiet der Stadt Reutlingen und circa 280 aus dem Landkreis Reutlingen. Mit dem Ausbau werden die bestehenden Arbeitsplätze abgesichert und darüber hinaus neue ermöglicht.

„Reutlingen ist der größte und wichtigste Standort für unser globales Geschäft mit Hochregalstaplern“, sagt KWS-Geschäftsführer Volker Bonk. Die geplante Investition zeige deutlich: „Unser Herz schlägt hier in der Stadt. Diese Erweiterung wird unsere Flexibilität weiter erhöhen und sicherstellen, dass KWS im dynamischen Intralogistik-Markt optimal aufgestellt bleibt.“ (Kion Group)

Podcast: Kion-Aufsichtsrätin über Frauen in Führungspositionen

DIHK sieht große Risiken durch Null-Covid-Politik Chinas

Di, 29.11.2022, 09:00: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht große wirtschaftliche Risiken durch die Null-Covid-Politik Chinas. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sagte der Deutschen Presse-Agentur : "Die jetzt wieder einsetzenden Lockdowns, aber auch die zunehmend protektionistische Wirtschaftspolitik sind für die deutschen Unternehmen in China eine große Belastung."

Viele deutsche Unternehmen richteten gerade ihre Lieferketten neu aus. "Mehr als ein Drittel der deutschen Unternehmen in China plant den Ausbau und die Diversifizierung seiner Lieferantennetzwerke außerhalb des Landes", so Treier. Besonders im Blick seien dabei andere asiatische Märkte. "Ganz auf den Markt China zu verzichten ist für viele Unternehmen aber keine Option. Vielmehr geht es für die deutsche Wirtschaft darum, sich breiter aufzustellen. Deutschland ist bei Rohstoffen stark abhängig von China, beispielsweise bei Silizium oder Seltenen Erden. Freihandelsabkommen können helfen, den Prozess der Diversifizierung zu beschleunigen. Wir brauchen sie aber nicht nur mit Staaten wie Kanada oder Neuseeland, sondern auch mit weiteren wichtigen Partnern wie Mercosur, Indonesien oder Indien."

In China hat die strenge Corona-Politik zu den größten Protesten seit Jahrzehnten geführt. In der Hauptstadt Peking und anderen Millionenstädten gingen Demonstranten zu Hunderten auf die Straßen. (DPA)

Mehr zum Thema: China und die deutsche Industrie

Container mit chinesischer Flagge darauf
(Bild: Destina - stock.adobe.com)

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Autohersteller fahren weiter Rekordgewinne ein - auch China stark

Mo, 28.11.2022, 10:45: Die weltweit größten Autobauer fahren einer Studie der Beratungsgesellschaft EY zufolge weiter Rekordgewinne ein. "Unterm Strich war das dritte Quartal trotz der abflauenden Konjunktur und einer sehr schwierigen geopolitischen Lage für die Autoindustrie ein Traumquartal", sagte der Leiter der Mobilitätssparte Westeuropa bei EY, Constantin Gall. Die Versorgung mit Halbleitern verbessere sich langsam und gerade die Nachfrage nach Premium-Fahrzeugen sei weiter hoch.

Vor allem der Markt für Volumenhersteller könnte nach Einschätzung von EY-Branchenberater Peter Fuß künftig jedoch unter Druck geraten. "Wir erleben gerade, dass breite Bevölkerungsschichten in wichtigen Absatzmärkten erhebliche Kaufkraftverluste hinnehmen müssen. Das heißt, dass immer weniger Menschen sich ein neues Auto leisten können oder wollen." Hersteller von hochpreisigen Autos werde es hingegen eher gelingen, Rabattschlachten zu vermeiden.

Zwischen Juli und September lagen sowohl der Gesamtgewinn im laufenden Geschäft, als auch der Gesamtumsatz der 16 analysierten Unternehmen EY zufolge auf dem höchsten Stand, der je in einem dritten Quartal verzeichnet wurde. Beim operativen Gewinn hatte Mercedes-Benz weltweit die Nase vorne und lag mit rund 5,2 Milliarden Euro deutlich vor Volkswagen, die mit 4,7 Milliarden Euro an zweiter Stelle rangierten. BMW lag mit 3,7 Milliarden Euro auf Rang fünf. Der weltgrößte Autobauer Toyota hingegen schwächelte und musste einen Gewinnrückgang von 25 Prozent hinnehmen.

Auch im zuletzt zurückhaltenden chinesischen Markt ging es für die Autobauer wieder bergauf. Beim Absatz legten die deutschen Hersteller um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu, nachdem sich die Zahlen zuletzt eher rückläufig entwickelt hatten. Am stärksten wuchs Mercedes-Benz mit einem Plus von 67 Prozent. Jedoch mussten die Stuttgarter zuletzt für einige Modelle in China auch die Preise senken. "In China wachsen die Bäume längst nicht mehr in den Himmel, der Markt ist sehr wettbewerbsintensiv und anspruchsvoll", sagte Fuß. (DPA)

Podcast: Trumpf CEO Werkzeugmaschinen über China und Blechbearbeitung

Ifo-Institut: "kleiner Hoffnungsschimmer" für Exportindustrie

Mo, 28.11.2022, 8:26: Ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Lage sind die Exporterwartungen der deutschen Industrie ein weiteres Mal leicht gestiegen. Nach der monatlichen Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts lag der Saldo der Exporterwartungen im November bei plus 0,4 Punkten, nach minus 4,6 Punkten im Vormonat. Für die deutsche Exportindustrie zeichneten sich "kleine Hoffnungsschimmer" ab, hieß es am Montag. Zuwächse erwartet laut Ifo-Präsident Clemens Fuest die Autoindustrie. Mit rückläufigem Geschäft hingegen rechnet unter anderem die unter hohen Energiepreisen leidende Chemie.

Der Saldo wird gebildet aus den jeweiligen Prozentsätzen der Unternehmen, die in den kommenden Monaten bessere beziehungsweise schlechtere Auslandsgeschäfte erwarten. Ist der Saldo negativ, sind die Pessimisten in der Mehrheit. Der Exporterwartungsindex hatte seit Juli vier Monate kontinuierlich im Minusbereich gelegen, im November war er nun erstmals wieder ganz leicht positiv. (DPA)

Vestas-Beschäftigte zu fünftägigem Streik aufgerufen

Mo, 28.11.2022, 7:44: Die IG Metall hat die Beschäftigten beim Windanlagenbauer Vestas für den heutigen Montag zu einem fünftägigen Streik aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind in den kommenden Tagen Aktionen an verschiedenen Orten geplant, unter anderem Kundgebungen am Montag im schleswig-holsteinischen Husum und in Thalfang in Rheinland-Pfalz.

Am Donnerstag werden Beschäftigte aus dem gesamten Bundesgebiet zur Kundgebung vor der Deutschlandzentrale von Vestas in Hamburg erwartet. Die Gewerkschaft will bei Vestas Tarifverhandlungen erzwingen. Das Unternehmen will dagegen über Entgeltfragen nur mit dem Betriebsrat sprechen. (DPA)

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Netzbetreiber: LNG-Anschluss an Ferngasnetz in Lubmin fertiggestellt

Freitag, 25.11.22, 11:59: Der für den Import von Flüssigerdgas (LNG) im vorpommerschen Lubmin nötige Anschluss an das europäische Ferngasnetz ist nach Angaben des Gasnetzbetreibers Gascade einsatzbereit. Die Anbindungsleitung für das private LNG-Projekt des Betreibers Deutsche Regas sei in nur wenigen Wochen fertiggestellt worden und könne im Dezember in Betrieb gehen, teilte Gascade am Freitag in Kassel mit.

Das für die Umwandlung des importierten, stark gekühlten Flüssigerdgases in den gasförmigen Zustand nötige FSRU-Spezialschiff (Floating Storage Regasification Unit) war am Mittwoch im Hafen Mukran auf Rügen angekommen. Ab Dezember soll die 'Neptune' auf dem Festland in Lubmin bei Greifswald als schwimmendes Terminal zum Einsatz kommen.

Laut Gascade kann das Schiff in die nun fertiggestellte 450 Meter lange Leitung einspeisen, die wiederum mit der Anlandestation der Fernleitungen Opal (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) und NEL (Nordeuropäische Erdgasleitung) verbunden ist. "Das Projekt war zeitlich sehr anspruchsvoll und wir sind stolz, bereits in diesem Winter unseren Beitrag zur Versorgungssicherheit für Deutschland und Europa leisten zu können", sagte Gascade-Projektleiter Stefan Petter.

Damit das LNG-Terminal in Lubmin jedoch - wie ursprünglich geplant - am 1. Dezember starten kann, müssen alle nötigen Genehmigungen erteilt sein. Dies war bis zuletzt noch nicht der Fall. (DPA)

Siemens Energy bekommt Großauftrag bei neuer Stromleitung nach Irland

Freitag, 25.11.22, 11:42: Siemens Energy hat für den Bau einer Stromleitung von Frankreich nach Irland einen Großauftrag erhalten. Das Unternehmen wird an den Endpunkten bei Knockraha im Süden Irlands und La Martyre im Nordwesten Frankreichs Konverterstationen errichten, wie es am Freitag mitteilte. Das Volumen des Auftrags liegt laut Siemens Energy bei einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag. In Branchenkreisen ist von einer knappen halben Milliarde die Rede.

Die Konverterstationen spielen für die Langstreckenübertragung in der 575 Kilometer langen Leitung durch die Keltische See eine wichtige Rolle. Sie wandeln Wechselstrom aus den jeweiligen Stromnetzen in Hochspannungs-Gleichstrom um. Dieser kann über große Entfernungen mit geringeren Verlusten transportiert werden.

Die Stationen erlauben einen Stromfluss von bis zu 700 Megawatt. Das entspricht laut Siemens Energy der Versorgung von 450 000 Haushalten. Ziel des Leitungsprojekts namens Celtic Interconnector, das bis 2026 fertiggestellt werden soll, ist die Verbindung des französischen mit dem irischen Stromnetz. In Zukunft könne Irland dann französischen Strom importieren, um die Grundlast im Netz zu sichern oder überschüssige erneuerbare Energien nach Europa exportieren, erklärte das Unternehmen.

"Wir können es uns absolut nicht leisten, Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu verschwenden", betonte Vorstandsmitglied Tim Holt. "Die Verbraucher profitieren durch die zunehmende Vernetzung Europas von einem offeneren Strommarkt, höherer Energiesicherheit und niedrigeren Stromkosten." (DPA)

Wirtschaftsministerium will wichtige Rohstoffe sichern

Donnerstag, 24.11.22, 13:00: Das Wirtschaftsministerium macht sich für eine 'aktivere Rolle' der Bundesregierung bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen stark. Das geht aus einem Entwurf von Eckpunkten für eine Aktualisierung der Rohstoffstrategie der Bundesregierung aus dem Haus von Minister Robert Habeck (Grüne) hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Zuvor hatte das 'Handelsblatt' darüber berichtet.

"Während in Zeiten der freien Märkte und einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage Unternehmen sicherlich am besten ihre konkreten Bedarfe an Rohstoffen sichern können, ist dies in Zeiten der digitalen und grünen Transformation und sich verändernden geopolitischen Lagen nicht unbedingt der Fall", heißt es in dem Papier.

Um unabhängiger von Importen zu werden, soll beispielsweise die Wiederverwertung von Rohstoffen vorangetrieben werden. So werde Bauschutt häufig nur im Straßenbau weiterverwendet anstatt dass enthaltene Materialien zurückgewonnen würden. Dabei sei die nötige Technik vorhanden, im Weg stünden aber hohe Kosten und gesetzliche Vorgaben.

Stresstests, um Engpässe zu ermitteln

Mithilfe von 'Stresstests' will das Ministerium ermitteln, bei welchen wichtigen Rohstoffen es zu Engpässen kommen könnte. Unternehmen, in deren Lieferketten Probleme drohen, sollen angeben müssen, wie sie mit diesen Risiken mittelfristig umgehen wollen.

Zur etwaigen Schließung kurzfristiger Lücken soll die Lagerung kritischer und strategischer Rohstoffe bei Unternehmen gefördert und falls nötig staatlich etabliert werden. Ein staatlich-privater Fonds soll Rohstoffprojekte im In- und Ausland unterstützen. "Der Fonds soll Eigenkapital, Darlehen und Bürgschaften zur Finanzierung von Projekten zur Rohstoffgewinnung, Verarbeitung und Recycling - insbesondere in der kapitalintensiven Skalierungsphase - bereitstellen" - also in jener Phase, in der bestehende Projekte ausgebaut werden.

Um einseitige Abhängigkeiten von Lieferländern zu vermindern, will das Ministerium die Zusammenarbeit mit Ländern und Regionen ausbauen, "die als Wertepartner für die deutsche Bundesregierung gelten". (DPA)

Ifo-Geschäftsklima steigt erneut - Pessimismus lässt 'merklich' nach

Donnerstag, 24.11.22, 12:55: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November unerwartet deutlich verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 1,8 Punkte auf 86,3 Zähler, wie das Ifo-Institut am Donnerstag in München mitteilte. Außerdem wurde der Indexwert für den Vormonat nach oben revidiert. Demnach war das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer bereits im Oktober erstmal seit Mai wieder gestiegen.

"Mit den laufenden Geschäften waren die Unternehmen zwar weniger zufrieden, aber der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate ließ merklich nach", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Rezession dürfte weniger tief ausfallen als viele erwartet haben.

Ökonomen hatten im November mit einer besseren Unternehmensstimmung gerechnet, waren aber nur von einem Indexwert von 85,0 Punkten ausgegangen. In den vergangenen Monaten hatten eine hohe Inflation und Probleme mit Lieferketten den Stimmungsindikator belastet, der auf einer Umfrage unter rund 9000 Unternehmen basiert.

Die befragten Unternehmen haben die aktuelle Geschäftslage im November etwas schlechter beschrieben, als im Monat zuvor. Ausschlaggebend für das insgesamt bessere Geschäftsklima waren die Erwartungen an die künftigen Geschäfte, die deutlich besser eingeschätzt wurden. Der entsprechende Indexwertwert stieg auf 80,0 Punkte, nach 75,9 Zähler im Monat zuvor.

Stimmung in allen Bereichen verbessert

Wie das Ifo-Institut weiter mitteilte, hat sich die Stimmung in allen Bereichen der deutschen Wirtschaft verbessert. Demnach stiegen die Indexwerte für das Bauhauptgewerbe und den Handel, während sie für das verarbeitende Gewerbe und den Bereich Dienstleistungen 'merklich' zulegten.

"Die Rezession verliert ihren Schrecken", kommentierte Chefvolkswirt Ulrich Kater von der Dekabank die Umfrageergebnisse. Seiner Einschätzung gehe die Unsicherheit über die Energieversorgung und damit die Sorgen um die Produktionsbedingungen in den kommenden Monaten zurück. "Die Rezession mag mild bleiben, die langfristigen Herausforderungen für die deutschen Unternehmen sind es nicht", sagte Kater.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, verwies auf das Entlastungspaket der Bundesregierung und darauf, dass das Risiko einer Gasrationierung deutlich gesunken sei. "Ich erwarte unverändert eine Rezession, mehr denn je aber keinen wirtschaftlichen Kollaps", sagte Krämer.

HP streicht 6.000 Stellen

Mittwoch, 23.11.22, 01:25: Der Computer- und Druckerhersteller HP plant angesichts einer sinkenden PC-Nachfrage Stellenstreichungen. In den kommenden drei Jahren will der Konzern 4.000 bis 6.000 Jobs abbauen, wie er am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die Stellenstreichungen sind Teil eines Sparplans, der die jährlichen Kosten bis Ende des Geschäftsjahrs 2025 um 1,4 Milliarden Dollar pro Jahr senken soll. Zunächst rechnet HP jedoch damit, dass der Konzernumbau zu Belastungen von rund einer Milliarde Dollar führt.

Andere große Tech-Unternehmen, darunter die Facebook-Mutter Meta, der weltgrößte Online-Versandhändler Amazon und der von Elon Musk übernommene Kurznachrichtendienst Twitter, hatten in den vergangenen Wochen ebenfalls bedeutende Personaleinschnitte bekanntgegeben. (DPA)

Ingenieurmangel im Maschinenbau verschärft sich

Dienstag, 22.11.2022, 08:30: Ingenieure und Ingenieurinnen händeringend gesucht: Trotz hoher Energiepreise und Sorgen um die Konjunktur ist der Bedarf bei Deutschlands Maschinenbauern so hoch wie nie zuvor. Das geht aus einer Ingenieurserhebung hervor, die der Branchenverband VDMA alle drei Jahre durchführt. Demnach haben derzeit etwa zwei von drei Unternehmen (67 Prozent) offene Stellen. Bei der letzten Erhebung 2019 war es noch etwa jeder zweite Maschinenbauer. In den kommenden Jahren dürfte der Bedarf weiter steigen.

"Trotz vieler konjunktureller Unsicherheiten etwa im Zusammenhang mit den Energiepreisen ist der Bedarf an Ingenieurinnen immens", berichtete VDMA-Vizepräsident Henrik Schunk. Nur noch jedes dritte befragte Unternehmen kann offene Stellen demnach wie geplant besetzen. Besonders große Hürden sind der Arbeitskräftemangel und mangelnde Qualifikation. Jeder vierte Maschinenbauer gab an, keine Kräfte mit den benötigten Qualifikationen finden zu können.

Die Mehrheit der 519 befragten Unternehmen (rund 60 Prozent) rechnet der Erhebung zufolge bis 2027 mit einer weiter wachsenden Beschäftigung von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Dies gilt vor allem für die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie die Konstruktion. "Auf längere Sicht liegt das Nachwuchsproblem bei den Maschinenbauern auf Platz eins der größten Herausforderungen. Das gilt nicht nur für Ingenieure, sondern auch für Facharbeiter", sagte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer der Deutschen Presse-Agentur.

Gründe für den Ingenieurmangel sieht er vor allem in der demografischen Entwicklung, dem Wettbewerb mit anderen Branchen um Hochschulabsolventen sowie im Wachstum des Maschinenbaus insgesamt. "Die These von der Deindustrialisierung Deutschlands ist eine Mär", sagte Rauen.

Größter industrieller Arbeitgeber im Land

Die exportorientierte deutsche Schlüsselindustrie ist nach eigenen Angaben mit mehr als einer Million Beschäftigten der größte industrielle Arbeitgeber im Land. Der Anteil der Ingenieure hat nach einer Delle im Corona-Krisenjahr inzwischen wieder nahezu das Rekordniveau aus dem Jahr 2019 erreicht. Aktuell sind mehr als 180 000 Ingenieurinnen und Ingenieure in der Branche beschäftigt.

"Der Ingenieurberuf ist Teamwork, er ist international, sinnstiftend und gut bezahlt. Es ist ein attraktives Berufsbild", warb Rauen. "Der Maschinenbau steht im Zentrum des Transformationsprozesses zur klimaneutralen Gesellschaft."

Der VDMA wirbt dafür, bereits in der Schule für Technik zu begeistern. "Leider gibt es in den wenigsten Bundesländern Technik als eigenes Schulfach", sagte Rauen. "Die Zuwanderung qualifizierter Kräfte ist ebenfalls ein Thema, wenn wir das Niveau als Technik-Nation halten wollen."

Die Maschinenbauer selbst versuchen der Befragung zufolge mit Studien- oder Abschlussarbeiten, Praktika und Praxissemestern, dualen Studiengängen sowie Firmenbesichtigungen für Studierende, die Spezialisten frühzeitig für sich zu gewinnen.

Luft nach oben sieht Rauen bei der Gewinnung von Ingenieurinnen. Der Umfrage zufolge setzen 14 Prozent der Unternehmen spezifische Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils weiblicher Kräfte um, zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, Teilzeit und Homeoffice. Der Frauenanteil unter den Ingenieuren im Maschinenbau liegt aktuell bei 11,3 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der Erhebung 2019. (DPA)

Rolls-Royce Power Systems: Boom bei Notstromaggregate

Montag, 21.11.2022, 04:30: Beim Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen am Bodensee boomt das Geschäft mit Notstromaggregaten. Im ersten Halbjahr 2022 sei man schon für das komplette Jahr 2023 so gut wie ausverkauft, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Die Wartezeiten für die Aggregate betragen aktuell 6 bis 12 Monate", sagte er.

Mit den Dieselaggregaten der Marke MTU sicherten sich etwa Krankenhäuser, Rechenzentren oder Flughäfen vor möglichen Stromausfällen ab. Produziert werden die Serien-Stromaggregate in Bayern und den USA. Der große Run auf die Aggregate habe auch schon vor dem Ukraine-Krieg begonnen, sagte der Sprecher. "Der Datenverkehr nimmt fast in allen Branchen zu - Mittelständer wollen so wie große Konzerne den Datenfluss absichern."

Im vergangenen Jahr hat Rolls-Royce Power Systems rund 2,75 Milliarden Pfund (knapp 3,2 Milliarden Euro) umgesetzt - etwa ein Drittel davon im Geschäftsfeld Power Generation, zu dem auch die Notstromaggregate zählen. Der Anteil steige weiter. Wie viele Notstromaggregate in diesem Jahr verkauft wurden, wollte der Motorenhersteller nicht sagen.

Unter der Marke MTU vertreibt Rolls-Royce Power Systems als Geschäftsbereich des britischen Mutterkonzerns schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme zur Energieerzeugung für Schiffe sowie schwere Land-, Schienen- und Militärfahrzeuge. Weltweit arbeiten rund 9.000 Menschen für den Konzern. (DPA)

China-Geschäft deutscher Autobauer schwächelt

Freitag, 18.11.2022, 08:00 Uhr: Der chinesische Automobilmarkt ist 2021 erstmals seit 2017 wieder gewachsen. Die Verkäufe der deutschen Hersteller sind entgegen der Marktentwicklung insgesamt jedoch rückläufig: Der Absatz von Volkswagen, BMW und der Mercedes-Benz-Group ist gegenüber 2020 um 9 Prozent gesunken. Auch 2020 haben die deutschen Hersteller weniger Autos in China verkauft als im Jahr zuvor. Der China-Anteil am Gesamtabsatz der drei deutschen Hersteller ist 2021 auf 37,4 Prozent gesunken (2020: 39,4 Prozent). Bei Volkswagen ist der China-Anteil am Gesamtabsatz mit 40 Prozent am höchsten. Datenbasis ist eine EY-Studie zu den größten Automobilherstellern der Welt.

China nimmt heute den größten Anteil an der weltweiten Pkw-Produktion ein. Fast 30 Prozent der weltweit produzierten Pkw wurden dort zuletzt hergestellt. Die Produktionszahlen in China sind nicht zuletzt deswegen so rasant gestiegen, weil die gesamte Automobilbranche einer starken Internationalisierung unterworfen ist und deutsche Hersteller wie die Volkswagen AG ihre Produktion in China immer mehr ausweiten.

Auch die Daimler AG und die BMW Group haben sich in den letzten Jahren immer mehr China zugewendet. Die elektrisch angetriebenen nächsten Versionen ihrer Kleinwagenserien Mini und Smart etwa bauen sie mit Partnern in China. Von dort exportieren sie sie in die ganze Welt. Werke in Europa haben das Nachsehen und mit der Produktion wandert auch Know-how ab. Deutsche Hersteller gehen mit chinesischen Unternehmen so genannte Joint Ventures ein, bei denen in der Regel ein Technologietransfer inkludiert ist.

Die IG Metall war Mitte September mit ihrer höchsten Forderung seit 2008 in die Gespräche gegangen: Acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber hatten im Laufe der Tarifverhandlungen 3000 Euro als Einmalzahlung angeboten. Dazu hatten sie eine unbezifferte Erhöhung der Gehaltstabellen bei einer Laufzeit von 30 Monaten in Aussicht gestellt. (Statista)

Habeck will Investitionen außerhalb Chinas fördern

Donnerstag, 17.11.2022, 8:36 Uhr: Die Bundesregierung will deutsche Auslandsinvestitionen verstärkt in Märkte außerhalb Chinas umlenken. Das soll die vorhandenen Abhängigkeiten reduzieren. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck plant dafür, die Investitionsgarantien zu überarbeiten. Mit den Investitionsgarantien des Bundes können deutsche Unternehmen Investitionen in Schwellen- und Entwicklungsländern gegen politische Risiken absichern. Diese sind zum Beispiel Enteignungen oder Kapital- und Transferbeschränkungen. Geplant seien günstigere Garantiekonditionen.

Gleichzeitig sollen Deckungskonditionen in solchen Staaten verschärft werden, in denen es zu einer „übermäßigen Ballung“ an abgesicherten Projekten gekommen sei, hieß es mit Blick auf China. Konkret solle in solchen Staaten das Entgelt für neue Garantien erhöht werden. Dieses zahlen Unternehmen jährlich für die Investitionsgarantie. Zusätzlich soll ein Unternehmen in der Regel nicht mehr als drei Milliarden Euro in einem bestimmten Land absichern dürfen.

Ziel der Überarbeitung sei, dass der Bund deutsche Unternehmen stärker bei der Erschließung neuer Märkte unterstützen will. Es soll ein klarer Anreiz zur Diversifizierung geschaffen werden, die angesichts der aktuellen geopolitischen Lage dringend nötig sei. Zudem sollen Übernahmen deutscher Firmen in Schlüsseltechnologien durch chinesische Investoren erschwert werden.

Wie gefährlich die (vornehmlich einseitigen) Abhängigkeiten zwischen deutschen Konzernen und der chinesischen Regierung sein können, lesen Sie hier.

Erstes Schiff zur Flüssiggas-Umwandlung auf Weg nach Deutschland

Mittwoch, 16.11.22, 07:42: Das erste Tanklagerschiff für verflüssigtes Erdgas befindet sich auf dem Weg zu seinem Einsatzort in Lubmin an der deutschen Ostseeküste. Die 'Neptune' soll als schwimmendes Terminal möglichst bald zum Einsatz kommen und importiertes, stark gekühltes Flüssigerdgas wieder in den gasförmigen Zustand verwandeln.

Bevor es in Vorpommern eintreffe, werde das Schiff noch mindestens einen Zwischenstopp einlegen, unter anderem um Treibstoffreserven abzulassen, sagte der Aufsichtsratschef des Projektbetreibers Deutsche Regas, Stephan Knabe, der Deutschen Presse-Agentur. Diese würden in Lubmin nicht mehr benötigt.

Aus Wales kommend befand sich die mehr als 280 Meter lange 'Neptune' laut Schiffsortungsdiensten im Internet am Dienstagabend im westlichen Teil des Kanals zwischen England und Frankreich. Bis das Schiff die Ostsee erreiche, werde es noch ein paar Tage dauern, sagte Knabe.

Die «Neptune» kann Flüssigerdgas zwischenspeichern, erwärmen und so wieder in Gas umwandeln. Das schwimmende Terminal soll im Industriehafen Lubmin festmachen und an das in direkter Nachbarschaft verlaufende Gasfernleitungsnetz angebunden werden.

Kleinere Schiffe sollen das Flüssigerdgas von einem auf der Ostsee liegenden Speicherschiff abnehmen, das wiederum von Tankern beliefert werden soll. Die kleineren Schiffe sollen das Flüssigerdgas dann durch den relativ flachen Greifswalder Bodden in den Lubminer Hafen zur 'Neptune' transportieren.

"Wir werden technisch am 1.12. bereit sein", sagte Stephan Knabe. Allerdings stehen noch Genehmigungen des zuständigen Landesamtes und der Bundesnetzagentur aus. Derzeit liegen die Antragsunterlagen zur Öffentlichkeitsbeteiligung aus. Deutschland setzt beim Ersatz russischen Pipeline-Gases unter anderem auf per Schiff geliefertes Flüssigerdgas und baut für den Import mehrere Terminals. (DPA)

Mehr Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe

Dienstag, 15.11.22, 08:00: Ende September 2022 waren knapp 5,6 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten tätig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, stieg die Zahl der Beschäftigten gegenüber September 2021 um 55.800 oder ein Prozent. Damit wuchs die Beschäftigtenzahl bereits zum neunten Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. Im Vergleich zum August 2022 erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um 26.600 oder 0,5 Prozent.

Deutlich überdurchschnittlich stieg die Beschäftigtenzahl im September 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+4,5 Prozent) sowie in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+3,8 Prozent). Weiterhin leicht überdurchschnittlich waren die Zuwächse in der Metallerzeugung und -bearbeitung (+1,5 Prozent) sowie im Maschinenbau (+1,1 Prozent). In der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln lag der Anstieg der Beschäftigtenzahl mit 0,8 Prozent knapp unter dem Durchschnitt. Dagegen ging die Zahl der Beschäftigten in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 0,9 Prozent zurück.

Die Zahl der im September 2022 im Verarbeitenden Gewerbe geleisteten Arbeitsstunden stieg gegenüber September 2021 bei gleicher Zahl an Arbeitstagen um 2,2 Prozent auf 700 Millionen Stunden.

Die Entgelte für die Beschäftigten lagen im September 2022 bei rund 24,1 Milliarden Euro. In den vergangenen zwölf Monaten, also von Oktober 2021 bis September 2022, stieg die Entgeltsumme im Vergleich zu den zwölf Monaten davor um 4,3 Prozent. (Destatis)

Hermle in den ersten drei Quartalen 2022 mit starker Nachfrage

Montag, 14.11.22, 08:31: Hermle hat verzeichnete im bisherigen Verlauf 2022 eine deutliche Nachfragebelebung gegenüber Vorjahr verzeichnet. Der Auftragseingang des Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialisten wuchs in den ersten drei Quartalen 2022 konzernweit um 35,6 Prozent auf 420,2 Millionen Euro (Vorjahr 309,9 Millionen Euro). Die neuen Bestellungen erhöhten sich im Inland um 29,8 Prozent auf 151,0 Millionen Euro (Vorjahr 116,3 Millionen Euro) und aus dem Ausland um 39,0 Prozent auf 269,2 Millionen Euro (Vorjahr 193,6 Millionen Euro). Besonders stark war der Bedarf an kundenindividuellen Automationslösungen. Der Auftragsbestand des Hermle-Konzerns lag per 30. September 2022 bei 211,5 Millionen Euro, das waren 64,7 Prozent mehr als am Vorjahresstichtag (30.09.2021: 128,4 Millionen Euro) und 96,0 Prozent mehr als Ende 2021 (31.12.2021: 107,9 Millionen Euro).

Den Konzernumsatz steigerte Hermle in den ersten neun Monaten 2022 um 39,9 Prozent auf 316,7 Millionen Euro (Vorjahr 226,4 Millionen Euro). Davon entfielen 115,6 Millionen Euro auf das Inland (Vorjahr 92,4 Millionen Euro) und 201,1 Millionen Euro auf das Ausland (Vorjahr 134,0 Millionen Euro), was einer Exportquote von 63,5 Prozent entsprach (Vorjahr 59,2 Prozent).

Die Zahl der Beschäftigten nahm in der Hermle-Gruppe per 30. September 2022 auf 1.375 Personen zu (30.09.2021: 1.309, 31.12.2021: 1.320).

Im Schlussquartal 2022 wird sich die dynamische Entwicklung wegen der unsicheren Konjunktur, zunehmender Belastungen in der Lieferkette und des wegfallenden Basiseffekts weiter abschwächen, so das Unternehmen. Die Risiken für die verbleibenden Wochen des Jahres sind inzwischen jedoch besser abschätzbar und schlagen sich, wie im Halbjahresbericht bereits als günstiges Szenario dargestellt, weniger stark nieder als ursprünglich erwartet. Daher scheint für Hermle im Gesamtjahr 2022 aus heutiger Sicht ein Umsatzplus von rund 20 Prozent erreichbar. Das Ergebnis dürfte sich hierzu unterproportional entwickeln, da im vierten Quartal wegen der sehr hohen Auslastung anders als in den Vorquartalen kein zusätzlicher Kapazitätseffekt mehr zu erwarten ist. (DPA)

Salzgitter: Ausblick auf 2023 zunächst verhalten

Fr, 11.11.2022, 9:27: Der Stahlkonzern Salzgitter geht angesichts einer hohen Inflation und steigenden Energiepreisen insbesondere in Europa von einem sich weiter eintrübendes Umfeld aus. Finanzvorstand Burkhard Becker erwartet daher in den kommenden Quartalen "eine verhaltene Geschäftsentwicklung". Die Jahresprognose bestätigte der Konkurrent von Thyssenkrupp am Freitag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen dank der robusten Entwicklung vor allem in der ersten Jahreshälfte.

In den ersten neun Monaten stieg der Außenumsatz von Salzgitter vor allem preisbedingt um 40 Prozent auf rund 9,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das Ergebnis vor Steuern wurde mit 1,15 Milliarden Euro fast verdoppelt. Damit hat der Konzern die Ernte für 2022 so gut wie eingefahren, geht das Management doch weiter von einem Vorsteuergewinn von 1 bis 1,2 Milliarden Euro für dieses Jahr aus. Unter dem Strich verdiente Salzgitter im Zeitraum Januar bis September 945,8 Millionen Euro, nach 467,7 Millionen Euro im Vorjahr. (DPA)

Podcast: Katja Windt über die Transformation in der Stahlbranche

Stabilus knackt Umsatzmilliarde - geht zuversichtlich ins neue Geschäftsjahr

Fr, 11.11.2022, 9:21: Gute Geschäfte mit Powerise-Antrieben zum elektrischen Öffnen von Auto-Heckklappen vor allem in Übersee haben den Auto- und Industriezulieferer Stabilus im abgelaufenen Geschäftsjahr angetrieben. Der Umsatz stieg auf Basis vorläufiger Zahlen in den zwölf Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 1,12 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit knackte der Konzern erstmals die Milliardenschwelle und übertraf das im Sommer angehobene eigene Ziel. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie bereinigt um Sondereffekte blieben vom Umsatz 14 Prozent hängen, was einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 15,7 Prozent auf 156,2 Millionen Euro bedeutet. Damit übertraf Stabilus die durchschnittliche Analystenschätzung deutlich.

Im neuen Geschäftsjahr soll der Umsatz trotz des derzeit schwierigen Konjunkturumfeldes und teils schwer vorhersagbarer Nachfragetrends für Autos mindestens in etwa stabil bleiben. Stabius-Chef Michael Büchsner peilt 2022/23 einen Umsatz von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro an sowie eine bereinigte operative Gewinnmargen von 13 bis 14 Prozent. (DPA)

Einblicke in die Zukunft der Mobilität

Autonomes Fahren, Flugtaxis, Hyperloop - die Mobilität der Zukunft wird vielfältig. Eine Chance für die deutsche Industrie, sich zu positionieren. Aktuelle Entwicklungen und praktische Überblicke finden Sie in unserem Fokusthema - hier entlang!

Volle Auftragsbücher wegen Teilemangel schieben Jungheinrich an

Fr, 11.11.2022, 9:15: Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich erholt sich weiter von einem holprigen Jahresstart. Eine hohe Nachfrage nach Automatik-Systemen und Preissteigerungen ließen den Konzern im dritten Quartal um fast 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro wachsen. Produktionsunterbrechungen konnten weitgehend vermieden werden, teilte das Unternehmen am Freitag bei der Vorlage seines Neunmonatsberichts mit.

In diesem Zeitraum bewegte sich der Auftragseingang nur auf Vorjahresniveau, im dritten Quartal ging er gar leicht zurück. Wegen der mangelnden Teileverfügbarkeit hat Jungheinrich aber weiter einen sehr hohen Auftragsbestand. Die operative Marge (Ebit-Rendite) verbesserte sich wegen der hohen Materialkosten im dritten Quartal nur leicht, auf neun-Monats-Sicht ist sie mit 7,8 Prozent etwas schlechter als ein Jahr zuvor. Der Vorstand bestätigte die Ende September konkretisierte Prognose. (DPA)

Inflation steigt im Oktober über 10 Prozent

Fr, 11.11.2022, 8:25: Die Inflation in Deutschland hat im Oktober die Marke von zehn Prozent überschritten. Die Verbraucherpreise legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,4 Prozent zu. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Freitag eine erste Schätzung. Es war der stärkste Anstieg seit etwa 70 Jahren. Hohe Energie- und Lebensmittelpreise schieben die Inflation seit Monaten an. Im September war eine Teuerungsrate von 10,0 Prozent verzeichnet worden.

"Hauptursachen für die hohe Inflation sind nach wie vor enorme Preiserhöhungen bei den Energieprodukten. Aber wir beobachten zunehmend auch Preisanstiege bei vielen anderen Waren und Dienstleistungen", erläuterte Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Energie verteuerte sich im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 43,0 Prozent. Die Preise für Erdgas legten mit 109,8 Prozent um mehr als das Doppelte zu, Fernwärme verteuerte sich um 35,6 Prozent. Die auf sieben Prozent verringerte Umsatzsteuer für Erdgas und Fernwärme aus dem dritten Entlastungspaket sei durch die erneuten Preisanstiege überkompensiert worden, erläuterte die Behörde. Für Nahrungsmittel mussten Verbraucherinnen und Verbraucher 20,3 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor.

Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Oktober insgesamt um 0,9 Prozent.

Hohe Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, diese können sich für einen Euro weniger leisten. Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern wurden Raten von zehn Prozent und mehr Anfang der 1950er Jahre gemessen, allerdings hat sich die Berechnungsmethode im Laufe der Zeit geändert.

Die Bundesregierung will die größten Härten für Bürger und Wirtschaft mit Entlastungspaketen und einem 200-Milliarden-Euro-Programm inklusive Gaspreisbremse abfedern. (DPA)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2023

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet auch der Maschinenbau-Gipfel 2023 wieder Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels am 07. und 08. November 2023 in Berlin.

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels.

Hier geht es direkt auf die Anmeldeseite zum Maschinenbau-Gipfel 2023.

Knorr-Bremse trotz Umsatzzuwachs mit weniger Ergebnis

Do, 10.11.2022, 9:14: Der Lkw- und Zugbremsenhersteller Knorr-Bremse hat im dritten Quartal höhere Umsätze nicht in steigende Gewinne ummünzen können. Zwar wirkten die eingeleiteten Sparmaßnahmen und Preiserhöhungen bereits, hieß es vom Mdax-Konzern am Donnerstag in München. Doch die Probleme in China wegen der Null-Covid-Strategie der Volksrepublik sowie generelle Lieferschwierigkeiten belasteten nach wie vor. Der Umsatz wuchs in den Monaten Juli bis September im Jahresvergleich um rund 13 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank dagegen um 6 Prozent auf 200 Millionen Euro. Analysten hatten mit Zahlen in dieser Größenordnung gerechnet. Der Nettogewinn ging von 150 auf 147 Millionen Euro leicht zurück. Knorr-Bremse bestätigte den Jahresausblick. (DPA)

 

Heidelberg setzt Wachstum fort und steigert Umsatz und Ergebnis

Do, 10.11.2022, 8:32: Die Heidelberger Druckmaschinen AG konnte im zweiten Quartal an den starken Jahresauftakt anknüpfen und weist für das erste Halbjahr einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg aus. So verbesserte sich der Umsatz auch währungsbedingt im zweiten Quartal auf 590 Millionen Euro (Vorjahr: 542 Millionen Euro). Im ersten Halbjahr liegt der Umsatz mit 1,1 Milliarden Euro rund 14 Prozent über dem Vorjahr. Besonders stark wuchs dabei das Segment Packaging Solutions.

Auch der Auftragseingang konnte im zweiten Quartal auf rund 622 Millionen Euro (plus fünf Prozent) weiter steigen, was durch Währungseffekte und eine hohe Nachfrage aus Zentraleuropa und Nordamerika unterstützt wurde. Zum Halbjahr erreicht der Auftragseingang 1,3229 Milliarden Euro, wodurch der Auftragsbestand erstmals seit Jahren bei über einer Milliarden Euro liegt. Der hohe Auftragsbestand und die Halbjahreszahlen sind eine gute Grundlage für das Erreichen der Gesamtjahresziele. Für das zweite Halbjahr erwartet Heidelberg allerdings auch weitere Kostensteigerungen, insbesondere in den Bereichen Personal und Energie.

„Trotz eines anspruchsvollen Umfelds haben wir die Herausforderungen im ersten Halbjahr erfolgreich gemeistert und konnten weiter wachsen. Allerdings bleiben wir weiterhin vorsichtig, denn die künftige Entwicklung der weltweiten Rahmenbedingungen ist heute noch nicht vollständig absehbar“, sagte CEO Ludwin Monz. „Heidelberg hat mit dem ersten Halbjahr eine gute Basis für das Erreichen unserer finanziellen Ziele gelegt. Dazu konzentrieren wir uns darauf, unsere Lieferketten weiter aufrechtzuerhalten, durch höhere Verkaufspreise unsere Marge zu sichern sowie unsere Kostendisziplin beizubehalten.“

Prognose für das Geschäftsjahr 2022/23 bestätigt

Heidelberg bestätigt seine Prognose für das Geschäftsjahr 2022/23. Unter der Annahme, dass sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht deutlich verschlechtern, geht das Unternehmen weiter von einem Umsatzanstieg auf rund 2,3 Milliarden aus (2021/22: 2,183 Milliarden Euro). Auch die Profitabilität soll sich trotz der erwartbaren Kostensteigerungen im zweiten Halbjahr weiter verbessern. (Heidelberg)

Podcast: Rainer Hundsdörfer über Transformation bei Heidelberg

Tarifstreit in Metall- und Elektroindustrie ohne Einigung

Di., 08.11.22, 20:40: Der bundesweite Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie geht weiter. Am 17. November wollen die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall in Baden-Württemberg versuchen, sich zu einigen. Sollten dann keine konkreten Lösungen auf dem Tisch liegen, sei eine weitere Eskalation über Warnstreiks hinaus sehr wahrscheinlich, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger nach der vierten Gesprächsrunde am Dienstagabend.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Harald Marquardt, sagte, man habe eine Verantwortung für die knapp vier Millionen Beschäftigten in Deutschland. Er warf der Gewerkschaft eine "Verweigerungshaltung" vor. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass es bald zu einer Einigung kommt.

Auch in Bayern wurden die Verhandlungen ohne Ergebnis vertagt. Ein neuer Termin wurde dort noch nicht vereinbart.

Seit dem Ende der Friedenspflicht Ende Oktober haben sich der IG Metall zufolge mehr als 96 000 Beschäftigte allein in Baden-Württemberg an Warnstreiks beteiligt. Am Dienstag nahmen etwa 28 700 Menschen an Protesten im Südwesten teil, wie die Gewerkschaft mitteilte. Auch für Mittwoch hatte die IG Metall mehrere Warnstreiks angekündigt - und zwar vor dem Start der vierten Verhandlungsrunde. Das habe ihn irritiert und verärgert und die Gespräche nicht einfacher gemacht, sagte Marquardt. "Wozu benötigen wir heute eine Verhandlung, wenn ab morgen unabhängig vom Ergebnis gestreikt und gewarnstreikt wird?"

Nach Angaben von Zitzelsberger und Marquardt wollen beide Seiten in den kommenden Tagen informelle Gespräche führen. Am 14. November will der Vorstand der IG Metall in Frankfurt über das weitere Vorgehen entscheiden, wie Zitzelsberger sagte.

Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hatte - wie die Verbände in anderen Tarifgebieten - eine Einmalzahlung von 3000 Euro und eine unbezifferte Erhöhung der Gehaltstabellen bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten.

In der Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss die übrigen Regionen übernehmen. Zitzelsberger und Marquardt machten deutlich, dass der Grundstein zur Einigung im Tarifstreit im Südwesten gelegt werden soll. Baden-Württemberg habe bei Tarifabschlüssen eine lange Tradition, sagte Zitzelsberger. (dpa)

Autozulieferer Schaeffler baut 1.300 weitere Stellen ab

Di, 08.11.20222, 08:46: Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler baut bis 2026 insgesamt 1.300 weitere seiner knapp 83.000 Stellen ab, davon 1.000 in Deutschland. Das Unternehmen begründete die Maßnahme am Dienstag mit einer schneller als erwartet voranschreitenden Transformation weg von Verbrenner-Antrieben hin zur E-Mobilität. Es ist das zweite Transformationsprogramm innerhalb kurzer Zeit bei dem fränkischen Konzern. 2020 hatte er den Abbau von 4400 Stellen bekanntgegeben. Werksschließungen seien diesmal nicht beabsichtigt.

Von den Stellenstreichungen, die bis 2026 sozialverträglich umgesetzt werden sollen, sind nach Angaben des Unternehmens vor allem die drei Standorte Herzogenaurach, Bühl in Baden und Homburg im Saarland. Drei Viertel der wegfallenden Stellen kämen aus den Bereichen Forschung und Entwicklung von Teilen für Verbrennerantriebe oder aus Zentralfunktionen. Das Programm wird nach Angaben von Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld 130 Millionen Euro kosten und soll ab 2026 im Jahr 100 Millionen Euro einsparen.

Die Transformation hin zu Elektroantrieben gehe viel schneller als vor kurzem angenommen - getrieben vor allem von Entwicklungen in China und in den USA, sagte Rosenfeld. Deshalb müssten Überkapazitäten in diesem Bereich abgebaut werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig komme der Aufbau neuer Technologien voran. Rosenfeld nannte ein neues Zentrallabor in Herzogenaurach, ein Wasserstoffzentrum sowie ein Zentrum für E-Mobilität als Beispiele.

Der Auftragseingang bei Lösungen für die E-Mobilität übertreffe die Erwartungen deutlich, sagte er. Derzeit stünden Aufträge im Wert von 4,7 Milliarden Euro in den Büchern. Geplant seien 2 Milliarden bis 3 Milliarden gewesen. Insgesamt sei das dritte Quartal gut gelaufen, vor allem dank guter Geschäfte im Bereich Industrie. Die Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum demnach um 20,2 Prozent.

Für das Gesamtjahr bleibt Schaeffler bei seiner Prognose eines Umsatzwachstums von sechs bis acht Prozent. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Anstieg um 9,7 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro geschafft. Nach drei Quartalen liegt Schaeffler in diesem Jahr bei 11,8 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sondereffekten sank zugleich von 962 Millionen auf 813 Millionen Euro. (DPA)

DMG Mori zieht positive Quartalsbilanz und hebt Prognosen für 2022 an

Mo, 07.11.20222, 11:21: Beim Werkzeugmaschinen-Hersteller DMG Mori hält die hohe Nachfrage weiterhin an. Zum 30. September 2022 erzielte DMG Mori ein neues Allzeithoch beim Auftragseingang: Dieser stieg um 21 Prozent auf 2.340,1 Millionen Euro (Vorjahr: 1.928,6 Millionen Euro), wie das Unternehmen in seinem Quartalsbericht bekannt gab. Besonders gut habe sich die Nachfrage nach den nachhaltigen Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen entwickelt.

Im dritten Quartal 2022 allein lag der Auftragseingang mit 664,9 Millionen Euro leicht unter dem Rekordwert des Vorjahres (679,9 Millionen Euro); bedingt durch Gasverknappung, hohe Inflationsraten, steigende Zinsen und höhere Kosten für Rohstoffe, Transport, Logistik sowie Energie.

Dennoch stieg der Umsatz stieg im dritten Quartal um 11 Prozent auf 573,5 Millionen Euro an (Vorjahr: 517,4 Millionen Euro). Dies freut den Vorstandsvorsitzenden: „In einem Umfeld großer globaler Herausforderungen erzielt DMG Mori erneut eine gute Performance“, so Christian Thönes. „Mit unserem strategischen Fit aus Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind wir stark aufgestellt. Unsere Kunden profitieren von hochqualitativen, kosten- und energieeffizienten Fertigungstechnologien mit hoher Prozess-Integration.“ Daher würde das Unternehmen die ambitionierten Ziele 2022 erreichen.

„Die Prognose für den Auftragseingang heben wir sogar nochmals an“, verkündet Thönes. Während DMG im August noch mit 2,7 Milliarden rechnete, erwartet der Werkzeugmaschinenbauer nun rund 2,9 Milliarden Euro Auftragseingang. Der Umsatz soll weiterhin rund 2,3 Milliarden Euro betragen. (jd)

Produktion steigt im September leicht

Mo, 07.11.2022, 8:22: Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im September gegenüber August saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent gestiegen, nachdem sie im August gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent gesunken war (vorläufiger Wert: -0,8 Prozent). Im Vergleich zum September 2021 war die Produktion im September 2022 kalenderbereinigt 2,6 Prozent höher.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) ist im September gegenüber August saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent gestiegen. Innerhalb der Industrie stieg die Produktion von Konsumgütern um 1,4 Prozent und die Produktion von Investitionsgütern um 1,1 Prozent. Die Produktion von Vorleistungsgütern sank um 0,1 Prozent. Im Vergleich zum September 2021 war die industrielle Produktion im September 2022 kalenderbereinigt 4,2 Prozent höher.

Außerhalb der Industrie lag die Energieerzeugung im September 2022 um 1,7 % höher. Die Bauproduktion lag um 0,3 % niedriger als im Vormonat.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gesunken

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im September 2022 gegenüber August 2022 entgegen der Entwicklung in der Industrie insgesamt um 0,9 Prozent gesunken. Im Vergleich zum September 2021 war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen im September 2022 kalenderbereinigt 9,7 Prozent niedriger.

Lieferengpässe beeinträchtigen weiterhin die Produktion vieler Branchen

Die Produktion ist nach wie vor durch die hohe Knappheit an Vorprodukten beeinträchtigt. Gestörte Lieferketten infolge des Kriegs in der Ukraine und anhaltende Verwerfungen durch die Coronakrise führen nach wie vor zu Problemen beim Abarbeiten der Aufträge. Laut dem Ifo Institut für Wirtschaftsforschung gaben 65,8 Prozent der befragten Industrieunternehmen im September an, von Engpässen und Problemen bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen betroffen zu sein. (Statistisches Bundesamt)

Deutsche Industrie erhält erneut weniger Aufträge

Fr, 04.11.2022, 9:10: Die deutsche Industrie hat im September erneut einen Dämpfer beim Auftragseingang verzeichnet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Freitag lag der Auftragseingang 4,0 Prozent niedriger als im Monat zuvor. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, aber nur um 0,5 Prozent.

Die Entwicklung im August fiel allerdings nicht so schwach aus, wie bislang bekannt. Der Rückgang wurde von 2,4 Prozent im Monatsvergleich auf nur noch 2,0 Prozent revidiert.

Im Jahresvergleich fiel der Auftragseingang im September um 10,8 Prozent, wie es weiter in der Mitteilung hieß. Allerdings war der Wert vor einem Jahr durch Corona-Nachholeffekte bei gleichzeitig starker Knappheit an Vorprodukten außergewöhnlich hoch gewesen. (DPA)

Anlagenbauer Gea erhöht Prognose - Drittes Quartal besser als erwartet

Fr, 04.11.2022, 8:21: Der Anlagenbauer Gea wird nach einem unerwartet starken dritten Quartal zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Das Umsatzwachstum habe sich trotz der gestörten Lieferketten und den Folgen des Ukrainekriegs fortgesetzt, sagte Konzernchef Stefan Klebert am Freitag laut Mitteilung in Düsseldorf. Statt über fünf Prozent, will Gea aus eigener Kraft nun mehr als sieben Prozent wachsen. Das operative Ergebnis (Ebitda) vor Restrukturierungsaufwand und zu konstanten Wechselkursen wird am oberen Ende der bislang avisierten Spanne von 630 bis 690 Millionen Euro erwartet. Damit dürfte die Gewinnerwartung des Managements nun ein wenig optimistischer sein als die durchschnittliche Analystenschätzung von 674 Millionen Euro. Im dritten Quartal schnitt Gea besser ab als von den Analysten erwartet.

Im dritten Quartal konnte Gea um knapp über zehn Prozent organisch wachsen, also vor Zukäufen und Wechselkurseinflüssen. Insgesamt stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Insbesondere die Kundenindustrien New Food, Dairy Farming, Pharma sowie Chemicals trugen zu diesem Wachstum bei, hieß es. Vom Umsatz blieben vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie vor Restrukturierungskosten fast 199 Millionen Euro und damit mehr als 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. (DPA)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2023

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet auch der Maschinenbau-Gipfel 2023 wieder Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels am 07. und 08. November 2023 in Berlin.

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels.

Hier geht es direkt auf die Anmeldeseite zum Maschinenbau-Gipfel 2023.

Conti-Konkurrent Pirelli profitiert massiv von steigenden Preisen

Fr, 04.11.2022, 7:42: Der italienische Reifenhersteller Pirelli hat im dritten Quartal massive Preiserhöhungen an die Kunden durchgedrückt. In den Monaten Juli bis September legte der Umsatz bei nur leicht steigendem Absatz um fast 30 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu, wie der Konkurrent des deutschen Autozulieferers Continental am Donnerstag in Mailand mitteilte. Rund zwei Drittel des Umsatzanstiegs resultierten aus höheren Preisen und einem für das Unternehmen günstigeren Produktmix mit hochwertigen Reifen.

Der schwache Euro, der sich bei Geschäften im Ausland mit Dollar-Abrechnungen positiv auf den Umsatz auswirkt, steuerte knapp neun Prozentpunkte zum Wachstum bei. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um 23 Prozent auf 272 Millionen Euro zu. Erlös und operatives Ergebnis übertrafen die Erwartungen der Experten. Unter dem Strich stieg der Gewinn um ein Fünftel auf 126 Millionen Euro.

Dank des guten Geschäfts bis Ende September erhöhte das Unternehmen seine Umsatzprognose. Pirelli rechnet im laufenden Jahr jetzt mit einem Umsatz von rund 6,5 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als 2021. Bislang hatte das Unternehmen einen Erlös zwischen 6,2 Milliarden Euro und 6,3 Milliarden Euro gerechnet.

Die Marge auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll weiter bei 15 Prozent liegen. Rechnerisch ergibt dies einen Wert von 975 Millionen Euro nach 816 Millionen Euro vor einem Jahr. Die in Aussicht gestellten Ergebnisse liegen etwas über den Analystenerwartungen. (DPA)

Podcast: Leoni-COO Ingo Spengler zur Zukunft des Zulieferers

Großküchenausstatter Rational mit Umsatz- und Ergebnisrekord im dritten Quartal

Do, 03.11.2022, 7:41: Beim Großküchenausstatter Rational normalisiert sich nach langwierigen Lieferkettenproblemen die Lage. Dank einer verbesserten Versorgung mit elektronischen Bauteilen konnte der Mdax-Konzern zuletzt wieder mehr Kochsysteme produzieren und verkaufen, wie Firmenchef Peter Stadelmann laut Mitteilung zur Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal in Landsberg am Lech sagte. Auch die Auftragssituation normalisiere sich. In den drei Monaten von Juli bis September erzielte Rational dadurch Bestwerte bei Umsatz und Betriebsergebnis.

Der Erlös kletterte den Angaben zufolge im Vorjahresvergleich um 33 Prozent auf 274,2 Millionen Euro. Damit erzielte Rational noch etwas mehr, als von Analysten erwartet und das Unternehmen selbst Ende September in Aussicht gestellt hatte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich auf 70,3 Millionen Euro, nach 49,7 Millionen Euro vor einem Jahr. Die entsprechende Marge zog um 1,6 Prozentpunkte auf 25,6 Prozent an. Nach Steuern erwirtschaftete der Konzern 53,8 Millionen Euro Gewinn, das waren 42 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die erst Ende September angehobene Prognose wurde bestätigt. (DPA)

Rational ist der Sieger der Fabrik des Jahres 2022. Warum das Unternehmen gewonnen hat und alles zum Wettbewerb lesen Sie in folgenden Artikeln:

Fabrik des Jahres

Logo Fabrik des Jahres
(Bild: SV Veranstaltungen)

Die Fabrik des Jahres zählt zu den renommiertesten Industrie-Wettbewerben in Europa. Auf dem gleichnamigen Kongress werden jedes Jahr die Gewinner geehrt. Der nächste Kongress wird am 22. und 23. März 2023 im Hochhaus der Süddeutschen Zeitung in München stattfinden.

 

Wer die Sieger 2022 sind, erfahren Sie in diesem Artikel: Rational-Werk ist die Fabrik des Jahres 2022

 

Mehr zu den Gewinnern 2021 lesen Sie in diesen Artikeln: "Was die Sieger der 'Fabrik des Jahres' auszeichnet" und "Von Siemens bis Brose: Die besten Fabriken des Jahres"

 

Weitere Informationen zur Fabrik des Jahres gibt es auf der Website des Wettbewerbs: Hier klicken! Tickets für die Veranstaltung gibt es unter diesem Link.

Stahlpreisrückgang belastet Klöckner & Co

Do, 03.11.2022, 7:25: Ein schwächeres wirtschaftliches Umfeld, deutlich sinkende Stahlpreise sowie die Reduzierung der Bestände und daraus folgende Abschreibungen haben den Stahlhändler Klöckner & Co im dritten Quartal belastet. Unter dem Strich stand ein Verlust von 22 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Duisburg mitteilte. Ein Jahr zuvor stand noch ein Gewinn von 185 Millionen zu Buche. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank, wie bereits bei den vorläufigen Zahlen im Oktober berichtete, von 277 auf 16 Millionen Euro. Dagegen legte der Umsatz leicht von 2,0 auf 2,37 Milliarden Euro zu. Der Absatz war hingegen deutlich rückläufig.

Klöckner hatte wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes und der Stahlpreiskorrektur bereits seine Prognose für das Jahr gesenkt. Für das Schlussquartal geht der Konzern dabei bei Absatz und Umsatz von einem deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorquartal aus. (DPA)

Wie entwickeln sich die Preise verschiedener Stahlerzeugnisse in Deutschland? Auf unserem Schwesterportal FERTIGUNG erfahren Sie es: "Die aktuellen Stahlpreisindizes im Überblick"

Leoni legt Zahlen vor und konkretisiert Ausblick

Do, 03.11.2022, 7:22: Der Konzernumsatz von Leoni lag im dritten Quartal 2022 rund sieben Prozent über dem Vorjahr. Hintergrund war laut Mitteilung ein deutliches Umsatzwachstum in der Wiring Systems Division (WSD) bedingt durch organisches Wachstum, positive Effekte aus der Weiterbelastung von Kupferpreissteigerungen an Kunden, Währungsumrechnungen und von Kunden getätigten Kompensationszahlungen für Volatilitäts-Mehrkosten und inflationsgetriebene Kostensteigerungen. Dem stand  konsolidierungsbedingt ein deutlicher Rückgang des Umsatzes der fortgeführten Geschäftsbereiche in der Wire & Cable Solutions Division gegenüber.

Im dritten Quartal wirkten sich die sehr volatilen Produktabrufe infolge anhaltender Lieferkettenstörungen auf Kundenseite sowie gestiegene Rohmaterial- und Logistikkosten erneut deutlich auf das Ergebnis aus. Diese Ergebnisbelastungen wurden im dritten Quartal teilweise dadurch ausgeglichen, dass mit Kunden Vereinbarungen über eine Beteiligung an den Kostensteigerungen erfolgten, die in den vorangegangenen Quartalen angefallen waren. Ein einmaliger Ergebniseffekt in Höhe von rund minus sieben Millionen Euro ergab sich zudem durch die Veränderung von Währungspositionen im Rahmen des Carve-Outs der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche.

Zudem belastete die Bildung nicht zahlungswirksamer Drohverlustrückstellungen das Ergebnis in Höhe von 31 Millionen Euro. Auslöser sind erwartete weitere Steigerungen bei Materialkosten, erhöhte Personalkosten durch inflationsgetriebene Lohnerhöhungen und negative Wechselkurseffekte ab dem Geschäftsjahr 2023. Leoni will in den nächsten Quartalen daran arbeiten, diesen potenziellen negativen Effekt zu kompensieren.

Der Vorstand hat darüber hinaus beschlossen, die Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf Basis der fortgeführten Geschäftsbereiche zu konkretisieren.

Aus heutiger Sicht wird der Konzernumsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche für das Geschäftsjahr 2022 bei rund 3,8 Milliarden Euro erwartet. Das EBIT vor Sondereffekten der fortgeführten Geschäftsbereiche wird im hohen, negativen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet. Der Free Cashflow der fortgeführten Geschäftsbereiche wird aus heutiger Sicht im hohen positiven zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen, darin enthalten ist der Free Cashflow-Effekt von 278 Millionen Euro aus dem Verkauf der Geschäftseinheit BG IN. Noch nicht berücksichtigt ist der erwartete FCF-Effekt aus dem Verkauf der Geschäftseinheit BG AM, der Abschluss dieser Transaktion wird im vierten Quartal erwartet. (Leoni)

Leoni hat im September sein neues Innovation Industrialization Center eröffnet. Alles dazu lesen Sie im Exklusiv-Interview mit COO Ingo Spengler: "Wie in einer Hexenküche: Das steckt hinter Leonis neuem Center"

Mehr Einblicke gibt es auch im Podcast:

Tanja von der Goltz
(Bild: Heidelberg)

Tania von der Goltz wird CFO der Heidelberger Druckmaschinen

Mi, 02.11.2022, 12:17: Der Aufsichtsrat der Heidelberger Druckmaschinen AG ernannte in seiner heutigen Sitzung Tania von der Goltz mit Wirkung zum 01.01.2023 zur CFO. Sie tritt zum gleichen Zeitpunkt bei Heidelberg ein und wird Mitglied des Vorstands. Tania von der Goltz folgt damit Marcus A. Wassenberg, dessen Ausscheiden aus dem Unternehmen kürzlich bekanntgegeben worden war (wir berichteten). Der Vorstandsvorsitzende, Dr. Ludwin Monz, übernimmt zum gleichen Zeitpunkt die Funktion des Arbeitsdirektors.
Tania von der Goltz war zuletzt bei Fresenius Medical Care als Senior Vice President Global Financial Strategy für die globale Finanzstrategie ihres Unternehmens verantwortlich. Sie initiierte und leitete unter anderem internationale Wertsteigerungsprogramme und hatte einer Pressemitteilung zufolga als Leiterin des globalen Akquisitions- und Investmentkomitees prägenden Einfluss auf die M&A Aktivitäten des DAX-Konzerns.

Monz erklärte: „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Tania von der Goltz. Gemeinsam werden wir die begonnene strategische Neuaufstellung, die finanzielle Stärkung und kulturelle Transformation von Heidelberg vorantreiben.“ (Heidelberger Druckmaschinen)

Mehr zu Heidelberger Druck erfahren Sie auch in dieser Podcast-Folge mit dem ehemaligen CEO: "Rainer Hundsdörfer über die Transformation des Konzerns"

Deutsche Exporte sinken im September überraschend

Mi, 02.11.2022, 8:17: Der deutsche Außenhandel hat sich im September schwach entwickelt. Sowohl die Exporte als auch die Importe waren im Monatsvergleich rückläufig, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch hervorgeht. Die Exporte sanken demnach im Monatsvergleich um 0,5 Prozent. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt mit einem Anstieg der Ausfuhren um 0,5 Prozent gerechnet. Im August waren die deutschen Exporte noch deutlich gestiegen, und zwar um 2,9 Prozent im Monatsvergleich.

Auch bei den Importen zeigte sich im September eine unerwartet schwache Entwicklung. Hier meldete das Bundesamt einen Rückgang um 2,3 Prozent, während Analysten nur einen leichten Dämpfer von minus 0,6 Prozent erwartet hatten.

In der Handelsbilanz für September meldete das Bundesamt einen Überschuss von 3,7 Milliarden Euro. (DPA)

Podcast: Deguma-Chefinnen über New Work im Maschinenbau

Volkswagen-Konzern verschiebt Investitionsplanungsrunde auf 2023

Fr, 28.10.2022, 11:12: Der VW-Konzern verschiebt seine üblicherweise im November anstehende große Investitionsplanungsrunde in das kommende Jahr. Angesichts der starken Veränderungen in der Weltwirtschaft seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs hinsichtlich Inflationserwartungen, Rohstoffpreisen, Energiekosten und des allgemeinen Wirtschaftsausblicks brauche der Konzern etwas mehr Zeit, sagte Volkswagen-Finanzchef Arno Antlitz am Freitag in einer Telefonkonferenz. "Wir haben eher lange Planungszyklen und müssen erst einen Plan erarbeiten, wie wir mit all dem umgehen. Das ist aber kein Grund zur Sorge", versicherte der Manager. VW-Chef Oliver Blume kündigte an, dass der Konzern seine Pläne im Frühjahr des kommenden Jahres vorstellen will.

In der sogenannten Planungs- oder Budgetrunde legt der Konzern fest, wie die Investitionsmittel der kommenden fünf Jahre auf die einzelnen Bereiche des Geschäfts verteilt werden. Dabei geht es um Summen in der Größenordnung von zuletzt rund 160 Milliarden Euro. Darin enthalten ist auch die Werksbelegung mit den zu produzierenden Modellen. Mit der Investitionsplanung ist meist auch die Formulierung von Mittelfristzielen für das operative Geschäft verbunden. Im Frühjahr plant VW einen Kapitalmarkttag, um Investoren und Analysten im Detail über Strategie und Details zu informieren. (DPA)

Rüstungsentwicklung: Marine schießt Drohne mit Laserwaffe vom Himmel

Do. 27.10.22, 9:09: Mit einer auf der Fregatte 'Sachsen' installierten Laserwaffe hat die Bundeswehr erstmals eine Drohne vom Himmel geschossen. Nach umfangreichen Auswertungen bewerteten die an der Entwicklung beteiligten Rüstungsunternehmen MBDA und Rheinmetall den bereits im August in der Ostsee vor dem Truppenübungsplatz Putlos durchgeführten Test am Donnerstag als Erfolg. "Es ist ein großer Schritt in Richtung einsatzfähiger Laserwaffen", teilten die beiden Unternehmen mit. Ein zukünftiges Hochenergielaser-Waffensystem für die Marine eignet sich demnach insbesondere zur Abwehr von Drohnen, Drohnenschwärmen oder angreifenden Schnellbooten im Nah- und Nächstbereich. Es könne aber auch leistungsfähiger ausgestattet und zur Zerstörung von Lenkflugkörpern oder Mörsergranaten eingesetzt werden. (dpa)

Elektrokonzern Schneider Electric wächst dank Preiserhöhungen

Do, 27.10.22, 9:06: Trotz anhaltender Lieferkettenprobleme hat der französische Elektrokonzern Schneider Electric im dritten Quartal einen Umsatzsprung hingelegt. Der Erlös stieg auch dank höherer Preise kräftig. Organisch lag das Wachstum bei 12,1 Prozent auf knapp 8,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Rueil-Malmaison bei Paris mitteilte. Es schnitt damit besser ab als von Analysten erwartet. Zu dem Wachstum hätten alle Regionen des Konzerns beigetragen, hieß es. Allerdings belastete der Rückzug aus Russland infolge des Angriffskrieges auf die Ukraine den Umsatz.

Das dritte Quartal sei das letzte gewesen, in dem die Geschäfte in dem Land noch konsolidiert werden. Der Verkauf an das Management vor Ort wurde den Angaben nach Ende September abgeschlossen. Für das laufende Jahr bestätigte das Management seine Ziele. (dpa)

Mercedes-Benz hebt Ergebnisausblick erneut an

Mi, 26.10.2022, 10:26: Der Autobauer Mercedes-Benz kann trotz der unsicheren Konjunkturlage weiter auf hohe Verkaufspreise setzen und erhöht seinen Ergebnisausblick für das Gesamtjahr erneut. So erwarten die Stuttgarter nun in der Pkw-Sparte eine um Sondereffekte bereinigte Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern zwischen 13 und 15 Prozent statt bisher 12 bis 14 Prozent, wie das Dax-Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auch bei den Vans und im Gesamtkonzern sollen die Ergebnisse besser ausfallen als bisher gedacht. Analysten hatten mit einer weiteren Erhöhung der Margenprognose in der wichtigsten Sparte mit Autos gerechnet.

Im dritten Quartal hat Mercedes-Benz den Konzernumsatz dank eines gestiegenen Absatzes, des gestiegenen Anteils teurerer Autos und dank einer "guten Preisdurchsetzung" um 19 Prozent auf 37,7 Milliarden Euro gesteigert. Dabei sind Effekte aus der Abspaltung von Daimler Truck im Vorjahr ausgeklammert. Vor einem Jahr hatten fehlenden Elektronikchips die Produktion und die Verkäufe des Autobauers deutlich eingeschränkt. Der Konzerngewinn aus fortgeführten Geschäften verdoppelte sich auf knapp vier Milliarden Euro. (DPA)

SAP trotz gesunkener Bewertungen im Tech-Bereich zurückhaltend

Mi, 26.10.2022, 09:52: Europas größter Softwarehersteller SAP gibt sich beim Thema Übernahmen trotz gesunkener Bewertungen im Tech-Sektor zurückhaltend. "Gesunkene Bewertungen sind hilfreich, aber nicht hinreichend", sagte Finanzchef Luka Mucic der 'Börsen-Zeitung' (Mittwochausgabe). Entscheidend sei, dass eine Akquisition das Portfolio sinnvoll strategisch ergänzen müsse.

"Wir sind inzwischen abgekommen von dieser binären Strategie, dass wir uns entweder auf organisches Wachstum oder auf Zukäufe konzentrieren", sagte der Manager weiter. Das dritte Element Partnerschaften wolle man ausbauen. "Wenn wir zukaufen, geht es darum, unsere Stärken weiter auszubauen, und nicht in Geschäftsbereiche vorzustoßen, in denen die SAP bisher nicht tätig ist." (DPA)

Podcast: EOS Chief Business Officer über Vorteile des 3D-Drucks

Bauindustrie rechnet 2022 mit deutlichem Umsatzrückgang

Di, 25.10.2022, 12:45: Die deutsche Bauindustrie rechnet damit, dass der um die hohen Preissteigerungen bereinigte Umsatz im Jahr 2022 deutlich zurückgehen wird. "Wir halten einen realen Umsatzrückgang von fünf Prozent für realistisch", sagte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag).

Hohe Materialpreise, steigende Zinsen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten hatten zuletzt den Höhenflug am Bau gestoppt, die realen Umsätze waren gesunken. Nur die stark gestiegenen Preise für Bauleistungen hatten zuletzt noch dafür gesorgt, dass Erlöse nominal höher ausfielen als im Vorjahreszeitraum. So waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die preisbereinigten Umsätze (real) im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent rückläufig, nominal stiegen sie um 12,6 Prozent.

Besonders hart getroffen ist der Wohnungsbau. Nach Angaben aus der Branche müssen private Bauherren neben hohen Baukosten und steigenden Zinsen noch die steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten stemmen. "Im Augenblick geht es dem Bau noch gut", sagte Hübner weiter. "Aber wir befürchten, dass den Bauherren das Geld ausgeht." (DPA)

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IG Metall startet bei Vestas Urabstimmung über unbefristeten Streik

Di, 25.10.2022, 11:49: Der Streit zwischen der IG Metall und der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenbauers Vestas über die Aufnahme von Tarifverhandlungen spitzt sich zu. Seit Dienstag ruft die Gewerkschaft die Beschäftigten zu einer dreitägigen Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf auf. "Urabstimmung und Streik sind immer das letzte Mittel", sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Martin Bitter, am Dienstag der DPA. Die Urabstimmung sei eine Reaktion auf die die unveränderte Haltung der Vestas Deutschland GmbH, keine Tarifgespräche mit der Gewerkschaft führen zu wollen.

Die Vestas-Geschäftsführung hatte laut IG Metall im Juli Gespräche abgebrochen. Daraufhin gab es seitens der Gewerkschaft insgesamt vier Warnstreiks, zuletzt im September ganztägig während der Branchenmesse Windenergy in Hamburg.

Der Konflikt betrifft laut IG Metall insgesamt rund 1.700 Beschäftigte, darunter 700 Monteure, die im ganzen Bundesgebiet mit Service und Wartung von Windkraftanlagen beschäftigt sind.

Die IG Metall beklagt seit langem, dass zwar viele Zulieferer der Windindustrie, zum Beispiel Maschinenbauer, traditionell dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie unterliegen. Bei Herstellern und im Servicebereich habe sich die Windbranche aber bisher weitgehend einer Tarifbindung verweigert. (DPA)

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Unternehmensstimmung in der Eurozone erreicht tiefsten Stand seit zwei Jahren

Mo, 24.10.2022, 13:29: Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im Oktober weiter verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel zum Vormonat um 1,0 Punkte auf 47,1 Zähler, wie die Marktforscher am Montag in London nach einer ersten Umfragerunde mitteilten. Der Indikator ist damit den sechsten Monat in Folge gefallen und liegt so tief wie seit fast zwei Jahren nicht mehr.

Zudem wird die Wachstumsschwelle von 50 Punkten klar unterschritten, was auf eine schrumpfende Wirtschaft hindeutet. Analysten hatten zwar mit einem erneuten Stimmungsdämpfer gerechnet. Sie waren aber von einem etwas höheren Indexwert von 47,6 Punkten ausgegangen.

"Angesichts des verstärkten Produktionsrückgangs und der weiter nachlassenden Nachfrage dürfte die Wirtschaftsleistung der Eurozone im vierten Quartal 2022 schrumpfen, was die Spekulation anheizt, dass eine Rezession immer unvermeidbarer wird", erklärte S&P-Chefökonom Chris Williamson. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor trübte sich die Wirtschaftslage ein.

In den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone hat sich die Unternehmensstimmung ebenfalls eingetrübt. Dabei liegen die Stimmungsindizes in Deutschland tiefer als in Frankreich. In Frankreich konnte sich der Bereich Dienstleistungen noch im Expansionsbereich halten. Nach Einschätzung des Analysehauses S&P Global wird die Konjunktur im gemeinsamen Währungsraum durch die hohe Inflation und durch die Energiekrise belastet.

"Es gibt kaum noch Zweifel. Die Wirtschaft im Euroraum befindet sich in der Rezession", kommentierte Commerzbank-Experte Christoph Weil die Stimmungsdaten. Demnach dürfte die Wirtschaft im Schlussquartal 2022 "spürbar schrumpfen". Nach Einschätzung von Weil dürfte der hohe Inflationsdruck in den kommenden Monaten nur sehr langsam nachlassen. (DPA-AFX/jd)

Im Fokus: Industrie & Politik

Kion findet neuen Finanzvorstand: Manager kommt von Heideldruck

Do, 20.10.2022, 15:41: Der Gabelstapler-Hersteller Kion hat den seit Frühjahr offenen Finanzvorstand-Posten besetzt. Der 55-jährige Marcus Wassenberg werde vom Maschinenbauer Heidelberger Druck zu Kion wechseln. Dort ist er ebenfalls Finanzvorstand. Seine neue Aufgabe werde Wassenberg spätestens zum 1. April antreten, teilte Kion am Donnerstag mit. Bei dem Mdax-Konzern ist der Posten seit dem Frühjahr durch Vorstandschef Rob Smith besetzt, nachdem die bis dahin amtierende Finanzvorständin Anke Groth den Konzern vorzeitig verlassen hatte. (DPA)

Energiekrise belastet Mittelständler: Weniger Investitionen erwartet

Do, 20.10.2022, 14:13: Die Energiekrise setzt kleineren und mittleren Unternehmen in Deutschland zu, nachdem sie gerade den Corona-Schock überwunden haben. "Die Unternehmen kommen unter Druck, es ist ein schwieriges Umfeld", sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW bei der Vorstellung KfW-Mittelstandspanels. Dank der Erholung nach der Coronakrise seien die Mittelständler im Durchschnitt zwar gut aufgestellt. Zudem zeigten sie eine hohe Anpassungsfähigkeit. Die Auswirkungen der Energiekrise seien allerdings heftig.

Zuletzt ging eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Firmen der KfW-Umfrage zufolge davon aus, die momentan hohen Energiepreise auch langfristig tragen zu können. "Doch die vollen Preiseffekte werden erst noch durchschlagen und schon jetzt ist ein Teil der Unternehmen finanziell überfordert", sagte Köhler-Geib. So gaben 13 Prozent der Befragten im September an, die hohen Energiekosten überforderten sie auf die Dauer finanziell.

Vor allem bei energieintensiven Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes ist die Belastung den Angaben zufolge hoch. Dort machten sich Preissteigerungen besonders stark bemerkbar. Der KfW zufolge ist die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des mittelständischen Industrie vergleichsweise hoch. "Wenn eine Vielzahl gerade dieser Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geriete, wären die Auswirkungen entsprechend überproportional", warnte die Ökonomin.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hat sich die Stimmung in den knapp 3,8 Millionen kleineren und mittleren Unternehmen erheblich eingetrübt. "Nach einem sehr guten Jahr 2021 zeichnet sich für das laufende Jahr das Platzen von Investitionsplänen, Druck auf die Eigenkapitalquoten und ein erschwerter Kreditzugang ab", erläuterte Köhler-Geib. Wegen der großen Unsicherheit dürften im laufenden Jahr so viele Investitionspläne platzen wie noch nie. "Schätzungsweise 59 Milliarden Euro an Investitionen könnten der Volkswirtschaft verloren gehen."

Im vergangenen Jahr machten die kleineren und mittleren Firmen die Einbußen aus dem Corona-Krisenjahr 2020 der KfW zufolge weitgehend wett. Die Umsätze stiegen in der Summe um 242 Milliarden Euro auf 4580 Milliarden Euro. Der Erlöse näherten sich damit deutlich dem Vorkrisenniveau 2019 von 4.615 Milliarden Euro an.

Zugleich lief der Jobmotor Mittelstand rund. Der KfW zufolge waren 32,3 Millionen Menschen in mittelständischen Unternehmen erwerbstätig und damit in etwa genauso viele wie vor der Corona-Krise. Die Bedeutung der kleinen und mittleren Firmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro für die Gesamtbeschäftigung habe mit 71,9 Prozent sogar einen Höchststand erreicht. (DPA)

Kritische Rohstoffe: Der große Überblick

Salzsee Salar de Uyuni -
(Bild: Gerd Mischler)

Sie wollen alles zum Thema kritische Rohstoffe wissen? In unserem großen Überblick erfahren Sie, welche es gibt, warum sie kritisch sind und welche Industriebranchen sie einsetzen - und bei einem Mangel am stärksten betroffen sind. Plus: Rohstoff-Steckbriefe und ein aktueller Rohstoff-Ticker.

Hier kommen Sie zum großen Überblick "Kritische Rohstoffe"

Deutsche Industrie fordert strategische Rohstoffpolitik

Do, 20.10.2022, 9:45: Die deutsche Industrie hat einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt, um die Versorgung mit kritischen Rohstoffen zu stärken - auch mit einem heimischen Rohstoffabbau. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Der Wettlauf nach strategisch wichtigen Rohstoffen ist in vollem Gang. Dabei drohen Deutschland und Europa im Wettbewerb mit anderen Ländern wichtige Rohstoffquellen zu verlieren. Die Folge: Abhängigkeiten vergrößern sich."

Die Versorgung mit kritischen Rohstoffen müsse als strategisch für die nationale Sicherheit gelten. Zu einem Rohstoffkongress des BDI am Donnerstag wird auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) als Redner erwartet.

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine habe die Abhängigkeit und Verwundbarkeit Deutschlands von russischen Energieträgern deutlich gemacht, so Russwurm. "Aber nicht nur hier: Bei kritischen mineralischen Rohstoffen wie seltenen Erden ist die Abhängigkeit, insbesondere aus China, bereits wesentlich größer." Ohne Rohstoffe werde es aber keine Energiewende, keine E-Mobilität oder Digitalisierung geben.

Konkret schlägt der BDI vor, den heimischen Bergbau zu fördern und "gesellschaftsfähig" zu machen. "Jede Tonne heimischen Rohstoffabbaus reduziert die Importabhängigkeit und stärkt die Resilienz und Versorgungssicherheit Deutschlands", heißt es in einem Papier. Bergbau müsse raumplanerisch ermöglicht, Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten beschleunigt werden.

Der Schritt wissenschaftlich begleiteter Fracking-Probebohrungen müsse gegangen werden, heißt es zudem. Eine heimische Schiefergasförderung unter Einsatz modernster Fracking-Verfahren mit höchsten Standards sollte einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Importabhängigkeit leisten und als bezahlbarer Energieträger die Energieversorgung in Deutschland sichern. Eine solche Fracking-Förderung ist in Deutschland heftig umstritten. Weiter heißt es in dem BDI-Papier, internationale Rohstoffkooperationen und der Abbau kritischer Rohstoffe im Ausland sollten gefördert werden. (DPA)

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Neu gegründete Upcell – European Battery Manufacturing Alliance will europäische Batterieherstellung fördern

Mi, 19.10.2022, 9:47: Gemeinsam eine Wertschöpfungskette für die Entwicklung der europäischen Batterieindustrie aufbauen und Europa wirtschaftlich autonomer machen – das ist das Ziel der neuen Upcell – European Battery Manufacturing Alliance. Am 6. Oktober 2022 wurde die Non-Profit-Organisation in Paris gegründet. Unter der Leitung von Claude Laperiere, dem Präsidenten der Upcell Alliance, kamen dazu die 38 Gründungsmitglieder aus Industrie und Wissenschaft zusammen. Mit der Universität Oldenburg und Dürr Megtec, einem Mitglied der Dürr Group, sind auch Vertreter aus Deutschland dabei.

Ohne Batterie keine Mobilitätswende

Leistungsfähige, möglichst leichte Stromspeicher sind essenziell für die Mobilitätswende. Die Mitglieder und Partner der neuen Upcell Alliance haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, eine europäische Wertschöpfungskette für Energiespeicher aufzubauen und so den Übergang zur Elektromobilität zu beschleunigen. Dass damit gerade die europäische Batterieproduktion weiter gefördert wird, steht letztlich auch im Zusammenhang mit dem geplanten Verkaufsverbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor in der EU. Gleichzeitig soll so auch eine gewisse Unabhängigkeit von globalen Lieferketten sowie eine höhere Krisenresilienz geschaffen werden.

Zu diesem Zweck wird sich die Non-Profit-Organisation künftig europaweit bei Projekten einbringen, die sich thematisch mit der Energiespeicherherstellung befassen. Zudem plant die Upcell Alliance, mithilfe öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen, Werbeaktionen und Konferenzen, auf die Vorteile eines wirtschaftlich autonomen Europas aufmerksam zu machen und den internationalen Austausch zu fördern.

Mitglieder aus Forschung und Industrie

Abgesehen von ihrem Engagement für eine europäische Batterieherstellung, ist die Upcell Alliance auch als Austauschplattform für Branchenvertreter gedacht. Hier kommen Forschung und Industrie zusammen. So sind insgesamt sieben verschiedene Hochschulen und Universitäten sowie die Forschungsinitiative Battech Teil der neuen Organisation. Vonseiten der Industrie sind zudem Unternehmen vertreten, die den gesamten Prozess der Batterieherstellung abdecken – inklusive der drei entscheidenden Schritte Elektrodenherstellung, Montage der Batteriezellen sowie Zusammenbau der Batteriepacks.

Neben den Batterieherstellern Verkor, BasqueVolt, Blue Solutions, Freyr, InoBat Sunlight und ACC gehören auch das Chemie-Unternehmen Arkema, der Zentrifugenhersteller Rousselet Robatel und der Recyclingspezialist MTB Recycling zu den Gründungsmitgliedern. Mit Alfi Technologies, Bühler, Caire Automation, Cleia, Comexi, Comau, Groupe Huguet, Dürr Megtec, Eltronic, Fives Group, In-Core Systemes, Ingecal, Jorgensen Engineering, Lazpiur, NPB Automation, Ose Group, Technax sowie Xano engagieren sich darüber hinaus auch insgesamt 19 Hersteller von Anlagen und Maschinen bei der Upcell Alliance. Der französische Tech-Konzern Schneider Electric wird als Lieferant für elektrische Komponenten und Automatisierungslösungen eingebunden sein.

„Für uns ist es ein wichtiges Anliegen, von Anfang an Teil der Upcell Alliance zu sein,“ betont Christophe de Maistre, Zone President DACH bei Schneider Electric. „Gemeinsam mit anderen europäischen Unternehmen wollen wir die hiesige Batterieproduktion weiter ausbauen und dafür sorgen, dass die europäische Industrie im Wettbewerb um die beste Fertigung mithalten kann. Als Impact Company ist es uns dabei ein ganz besonderes Anliegen, mit unserem Engagement zu einer erfolgreichen Mobilitätswende beitragen zu können.“ (Schneider Electric)

Deutsche Industrie stellt Atomausstieg im April in Frage

Di, 18.10.2022, 14:44: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Entscheidung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) für ein Weiterlaufen der drei noch verbliebenen Kernkraftwerke bis Mitte April 2023 begrüßt. Sie sei angesichts der schweren Energiekrise richtig und überfällig, erklärte der BDI. "Pragmatismus statt Ideologie ist das Gebot der Stunde, um Deutschland sicher ohne gesellschaftliche Verwerfungen und schwere wirtschaftliche Schäden durch diese Energiekrise zu bringen."

Zugleich hieß es vom BDI weiter: "Ob ein Weiterlaufen der Kernkraftwerke über den April hinaus notwendig wird, muss abhängig der Versorgungs- und Preislage im Frühjahr 2023 offen und sachlich diskutiert werden."

Scholz hatte am Montag einen tagelangen Streit innerhalb der Ampel-Koalition insbesondere zwischen den Grünen und der FDP mit einer klaren Ansage für beendet erklärt. Der Kanzler wies die zuständigen Minister an, Gesetzesvorschläge zu machen, damit die drei Kernkraftwerke Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland über das Jahresende hinaus maximal bis zum 15. April 2023 weiterlaufen können. Scholz machte damit von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch. (DPA)

Marcus Wassenberg
CFO Marcus Wassenberg verlässt die Heidelberger Druckmaschinen AG. (Bild: Heidelberg)

Heidelberg CFO Marcus Wassenberg verlässt das Unternehmen

Di, 18.10.2022, 12:57: Marcus Wassenberg, Finanzvorstand und Arbeitsdirektor der Heidelberger Druckmaschinen, wird spätestens zum 1. April 2023 aus dem Unternehmen
ausscheiden und in den Vorstand eines anderen Industrieunternehmens wechseln. Dieser Schritt erfolgt laut Unternehmen in bestem Einvernehmen. In der Zeit bis zum tatsächlichen Ausscheiden wird Wassenberg gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und dem Vorstandsvorsitzenden einen geordneten Übergang seiner Aufgaben und Verantwortung in neue Hände sicherstellen. Der Aufsichtsrat plant eine rasche Neubesetzung der Position.

"In den vergangenen drei Jahren hat Marcus Wassenberg sowohl in der Restrukturierung des Unternehmens als auch im Vorantreiben der Transformation wirkungsvolle Arbeit geleistet. Sein bevorstehender Wechsel ist auch Ausdruck der erreichten Meilensteine, der erzielten finanziellen Erfolge und der wiedergewonnenen Zukunftsfähigkeit von Heidelberg," sagt Dr. Martin Sonnenschein, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Heidelberger Druckmaschinen AG.

"Mit Marcus Wassenberg verlieren wir einen engagierten Erneuerer und ich einen sehr geschätzten Vorstandskollegen. Er hat trotz unerwarteter Herausforderungen der Pandemie und der aktuell unsicheren geopolitischen Lage die robuste wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens mit den Kollegen wiederhergestellt," ergänzt CEO Dr. Ludwin Monz. (Heidelberg)

Gesamtmetall: Streben keinen dritten Krisenabschluss an

Mo, 17.10.2022, 14:40: Im laufenden Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie gibt sich die Arbeitgeberseite mit Blick auf eine Einigung zuversichtlich. "Ein dritter Krisenabschluss in Folge ist nicht unser Ziel", sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander. Die Entlastungspakete der Bundesregierung gäben beiden Seiten die Möglichkeit, "zu Lösungen zu kommen".

Gleichwohl betonte Zander die weiter angespannte Lage in der Metall- und Elektrobranche. Erst ab 2024 sei wieder mit einer wirtschaftlichen Entspannung zu rechnen. Der künftige Tarifvertrag müsse zudem auch Extremszenarien wie einer Gasnotlage in Deutschland Rechnung tragen. "Wir werden darauf dringen, dass wir einen Mechanismus entwickeln, der beide Seiten nicht überfordert, aber die Möglichkeit schafft, sich bei Bedarf die Lage noch einmal anzuschauen", sagte Zander.

Bislang hat die Arbeitgeberseite in zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) fordert eine Tariferhöhung von acht Prozent. Die nächste Tarifrunde ist für Ende Oktober angesetzt. Dann endet auch die Friedenspflicht und die Gewerkschaft kann zu Warnstreiks aufrufen.

Während die Arbeitnehmerseite insbesondere die gute Auftragslage der Branche betont, verweist Gesamtmetall auf die nach wie vor schwächelnde Produktion und die hohe Belastung durch die Energiekosten für viele Unternehmen. Ein Großteil der Unternehmen könne diese Mehrbelastung gar nicht oder nicht kostendeckend weiter geben, wie aus der aktuellen Branchenumfrage des Verbands hervorgeht. Zudem sieht sich ein knappes Viertel der befragten Unternehmen im starken oder sogar existenzbedrohenden Umfang von Stornierungen und Auftragsverschiebungen betroffen.

Hauptproblem der Branche seien vor allem die hohen Stromkosten, betonte Zander. Beim Gas wiederum brächten die Maßnahmen der Bundesregierung in diesem und im kommenden Jahr eine Entlastung von zusammen rund 4,7 Milliarden Euro für die Betriebe. (DPA)

Elektroexporte legen zuletzt zweistellig zu

Mo, 17.10.2022, 8:52: Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im August zweistellig gewachsen. Sie erhöhten sich gegenüber Vorjahr um 15,8 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro. „Wie zu erwarten war, haben sich die Exportzahlen der Branche damit im August ähnlich positiv entwickelt wie Auftragseingänge, Produktion und Umsatz“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Im Gesamtzeitraum von Januar bis August 2022 lagen die kumulierten Elektroausfuhren bei 156,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Produkte nach Deutschland legten im Vergleich zu den Ausfuhren erneut doppelt so stark zu: Mit 21,2 Milliarden Euro übertrafen die Importe im August 2022 ihr Vorjahresniveau um 30,1 Prozent. In den gesamten ersten acht Monaten dieses Jahres sind sie um 18 Prozent gegenüber Vorjahr auf 165,5 Milliarden Euro gestiegen. „Damit steuert der diesjährige deutsche Elektro-Außenhandel auf sein erstes Defizit seit der Jahrtausendwende zu“, so Gontermann.

Die Elektroexporte in die Länder der Eurozone lagen im August dieses Jahres bei 5,9 Milliarden Euro, ein Plus von 11,2 Prozent gegenüber Vorjahr. Hier stiegen insbesondere die Lieferungen in die Slowakei, nach Portugal und Slowenien um jeweils mehr als ein Fünftel.

In den ersten acht Monaten dieses Jahres beliefen sich die Branchenlieferungen in den Euroraum auf 50,7 Milliarden Euro, womit sie 7,3 Prozent über ihrem Vorjahreswert rangierten.

Die Elektroausfuhren in die Länder außerhalb der Eurozone kamen im August auf 14,5 Milliarden Euro (+ 17,8 Prozent zum Vorjahr). Vor allem die Branchenausfuhren nach Taiwan, in die Türkei, nach Rumänien, in die USA, nach Südkorea und Ungarn stiegen hier stark an.

Kumuliert von Januar bis August 2022 lagen die Ausfuhren in Drittländer bei 106,1 Milliarden Euro und somit 7,9 Prozent über Vorjahr. (ZVEI)

Podcast: ZVEI-Präsident über Halbleitermangel und die Elektroindustrie

Viele ostdeutsche Fachkräfte verdienen weniger als westdeutsche

Fr, 14.10.2022, 7:51: Mehr als 71 Prozent der Fachkräfte in Ostdeutschland verdienen weniger als die westdeutschen Fachkräfte im Mittel. Insgesamt sind dies 1,59 Millionen Fachkräfte in den neuen Ländern, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten René Springer hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Mehr als ein Drittel der Fachkräfte in Ostdeutschland (38 Prozent) verdienen zudem weniger als Helfer in Westdeutschland im Mittel. In Sachsen trifft dies auf 44 Prozent der Fachkräfte zu. Helfertätigkeiten umfassen dabei in der Regel einfachere Arbeiten, die keinen einschlägigen formalen Berufsausbildungsabschluss voraussetzen. Die Angaben basieren auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Insgesamt habe sich die Lohnspreizung zwischen Ost und West in den vergangenen 20 Jahren nur geringfügig verkleinert, wie Springer unter Berufung auf die Angaben betonte. Springer sieht darin einen wesentlichen Grund für die "Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien im Osten". (DPA)

Knorr-Bremse macht früheren Daimler-Manager zum neuen Chef

Fr, 14.10.2022, 7:37: Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse hat einen Nachfolger für seinen Vorstandschef Jan Mrosik gefunden. Der frühere Daimler- und Mitsubishi-Manager Marc Llistosella (55) werde zum 1. Januar Vorstandsvorsitzender, teilte das MDax-Unternehmen am gestrigen Donnerstag mit. Dies habe der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen. Die Berufung gelte für drei Jahre. Vorgänger Mrosik hatte Knorr-Bremse im Frühjahr überraschend verlassen. Seit Mitte März führt Finanzvorstand Markus Weber das Unternehmen übergangsweise.

Llistosella war den Angaben zufolge bis 2018 Chef der Mitsubishi Fuso Truck & Bus und Leiter von Daimler Trucks in Asien. Zuletzt sei er als Investor und Gründer aktiv gewesen, etwa bei dem auf elektrische Antriebe spezialisierten Start-up Vaionic und dem schwedischen Unternehmen Einride, das elektrische und selbstfahrende Nutzfahrzeuge entwickelt. Seine Positionen in Beirat und Aufsichtsrat dieser beiden Unternehmen soll er behalten. (DPA)

Industriepräsident: Vorschlag der Kommission ist Gratwanderung

Mo, 10.10.2022, 11:59: Industriepräsident Siegfried Russwurm hat den Vorschlag der Kommission zur Gaspreisbremse als Gratwanderung bezeichnet. Es gehe zum einen um eine Entlastung angesichts der hohen Preise und zum anderen darum, weiter Sparanreize zu setzen, sagte Russwurm als Co-Vorsitzender der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission am Montag. Viele Firmen stünden unter großem Kosten- und Wettbewerbsdruck. Die hohen Preise seien für eine wachsende Zahl von Firmen existenziell. Die Leistungskraft der deutschen Industrie müsse erhalten bleiben. Deutschland drifte in eine Rezession, sagte Russwurm. (DPA)

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Gesamtmetall: Müssen über Nullrunde in Metall-Tarifrunde nachdenken

Mo, 10.10.2022, 11:14: In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber ihre Forderung nach einer Nullrunde bekräftigt. "Wenn absehbar ist, dass wir in eine Gasnotlage mit Produktionsstopps und Lieferkettenabrissen hineinlaufen, Betriebe massiv in Schwierigkeiten geraten und hohe Arbeitslosigkeit droht, dann müssen wir auch über eine Nullrunde nachdenken", sagte Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf dem 'Handelsblatt' (Montag).

"Unabdingbar ist für uns bei einem Abschluss, dass Unternehmen mit schlechter Ertragslage automatisch vom Flächentarif abweichen können", sagte Wolf. Der Tarifvertrag müsse dafür geöffnet werden, «auf betrieblicher Ebene das Volumen bestimmter wiederkehrender Leistungen schwanken zu lassen», erläuterte Wolf. "Wir müssen aber angesichts des Fachkräftemangels auch über mehr Arbeitszeitflexibilität reden und dafür einen Instrumentenkasten haben."

Die IG Metall ist mit einer Forderung nach acht Prozent mehr Geld über eine Laufzeit von einem Jahr in die Verhandlungen für die bundesweit fast vier Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie gegangen. Nur so könnten erhebliche Einbußen der realen Einkommen inmitten der anhaltenden Teuerung bei Energie, Sprit und Nahrungsmitteln vermieden werden, argumentiert die Gewerkschaft. Die regionalen Tarifverhandlungen laufen seit Mitte September.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte in einem am Samstag veröffentlichten Interview der 'Augsburger Allgemeinen' gewarnt: "Es wird zu Warnstreiks kommen, wenn wir bis Ende Oktober nicht deutliche Fortschritte in den Gesprächen erzielt haben." Gesamtmetall-Präsident Wolf sagte im Gespräch mit dem 'Handelsblatt': "Die Gewerkschaft muss sich entscheiden, ob sie mit uns gemeinsam Rahmenbedingungen für einen weiterhin attraktiven Industriestandort schafft oder lieber Rabatz machen will." (DPA)

Podcast Industry Insights: Hören Sie rein!

Cover Industry Insights mit Anja Ringel und Julia Dusold

Im Podcast Industry Insights sprechen wir gemeinsam über alles, was die Industrie beschäftigt. Unsere Redakteurinnen Julia Dusold und Anja Ringel haken nach, welche Karrierethemen und Technik-Trends bei Technologieunternehmen und Maschinenbauern gerade aktuell sind. Dafür laden wir in jede Folge eine prominente Branchengröße ein, um mit ihr zu diskutieren.

Einige Highlights:

Alle Folgen von Industry Insights finden Sie hier. Abonnieren Sie uns gerne auch auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Sie am liebsten Podcasts hören.

Vom Airport ins Stadtzentrum: Volocopter testet Flugtaxi in Rom

Fr, 07.10.2022, 8:13: In 20 Minuten vom Römer Flughafen Fiumicino ins Zentrum der italienischen Hauptstadt: Volocopter will das im Jahr 2024 anbieten und ist dafür erstmals testweise mit einem elektrischen Flugtaxi im Luftraum Italiens geflogen. Vor den Augen von Journalisten und Vertretern der Stadt Rom sowie vor Unternehmen hob das weiße Fluggerät mit seinen 18 Motoren und einem Mann an Bord am Donnerstagvormittag am Flughafen Fiumicino ab und schwebte einige Minuten über dem Landeplatz. Ins historische Zentrum der "Ewigen Stadt" flog das Gefährt aber nicht.

Das Unternehmen aus Bruchsal in Baden-Württemberg entwickelt elektrische, vertikalstartende Flugtaxis (eVTOL-Flugtaxis) und Lastendrohnen, die autonom fliegen. Die Firma wollte mit dem Testflug sehen, wie sich der Volocopter im Umfeld des Airports mit laufendem Flugbetrieb verhält, wie der für Risiko und Zertifizierung zuständige Vertreter von Volocopter, Oliver Reinhardt, erklärte. Das Unternehmen verfügt über einen Zweisitzer, Viersitzer und eine Transportdrohne. Passagiere sollen die Flugtaxis einmal mit dem Handy buchen können und an gewisse Landepunkte in der Stadt gelangen.

Mit dem Start 2024 würden die Flugtaxis noch vor dem Heiligen Jahr 2025 in Rom abheben, zu dem laut des Assessors der Stadt für Mobilität, Eugenio Patanè, rund 40 Millionen Touristen erwartet werden. Derzeit erreichen ankommende Passagiere das Stadtzentrum vom rund 30 Kilometer entfernten Flughafen Fiumicino mit dem Zug oder dem Auto und brauchen dafür gut 45 Minuten. Nehmen sie eine direkte Zugverbindung vom Flughafen zum Hauptbahnhof Roma Termini, dauert die Fahrt gut 30 Minuten. (DPA)

Einblicke in die Zukunft der Mobilität

Autonomes Fahren, Flugtaxis, Hyperloop - die Mobilität der Zukunft wird vielfältig. Eine Chance für die deutsche Industrie, sich zu positionieren. Aktuelle Entwicklungen und praktische Überblicke finden Sie in unserem Fokusthema - hier entlang!

IfW: Containerschiff-Staus werden weniger - Frachtraten sinken

Do, 06.10.2022, 14:06: Die nach Ausbruch der Pandemie stark gestiegenen Frachtraten in der Containerschifffahrt sinken deutlich. Außerdem löst sich der Frachterstau in der Deutschen Bucht langsam auf, wie das Kiel Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) mitteilte. Hintergrund ist der stagnierende Welthandel. Nach IfW-Berechnungen stecken weltweit aber immer noch rund zwölf Prozent aller verschifften Waren in Staus vor wichtigen Containerhäfen fest.

Laut dem jüngsten Kiel Trade Indicator waren die Septemberwerte im Vergleich zum August für Deutschlands Im- und Exporte mit minus 0,5 beziehungsweise minus 0,1 Prozent leicht negativ. Für die EU zeichne sich ein ähnliches Bild ab. Mehr Bewegung gebe es dagegen in den USA, wo bei den Importen ein klares Minus von 4,4 Prozent stehe, sowie in China mit einem Plus von 3,9 Prozent bei den Importen. Russland könne sowohl bei den Im- als auch Exporten ein leichtes Plus erwarten.

"Der Septemberhandel ist durch eine schwache Nachfrage nach Waren aus China durch Europa und Nordamerika geprägt", erklärte der Leiter des Kiel Trade Indicators, Vincent Stamer. Dies zeige sich vor allem in den stark rückläufigen Frachtraten für Warentransporte von China nach Nordamerika und Europa. Diese fallen den Angaben zufolge seit rund vier Monaten rapide, auf der Route von China zur US-Westküste lägen sie schon fast wieder auf dem Vor-Corona-Niveau, auf der Route von China nach Westeuropa noch nicht ganz.

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 waren Angebot und Nachfrage im globalen Warenverkehr durcheinandergeraten - die Verfügbarkeit von Frachtkapazität sank, die Nachfrage insbesondere nach Gütern und deren Transport aus China stieg. Die Folge: Die Frachtraten stiegen auf bis zum Zehnfachen der lange Jahre üblichen Transportkosten.

"Eine Abkühlung des globalen Handels könnte auch etwas Positives darstellen, wenn sich überspannte Lieferketten und Verkehrsstaus durch die Atempause erholen", sagte Stamer. Denn trotz des hohen Auftragsbestandes bremsten Lieferengpässe einen höheren Zuwachs bei den preisbereinigten Exporten Deutschlands noch immer aus. Die Werte seien nun bereits den dritten Monat in Folge negativ.

Der gravierendste Containerschiffstau befindet sich nach IfW-Beobachtungen nach wie vor in der Nordsee und bindet mehr als zwei Prozent der weltweiten Frachtkapazität. In der Deutschen Bucht sei der Stau dagegen zurückgegangen - statt 19 warteten nur noch 12 Containerschiffe auf Abfertigung in Hamburg oder Bremerhaven. (DPA)

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Ifo: Unternehmen mit neuen Lieferstrategien

Do, 06.10.2022, 13:47: Wegen Lieferkettenproblemen haben die meisten Unternehmen in Deutschland ihre Einkaufsstrategie geändert. Bei einer Umfrage des Ifo-Instituts unter 4000 Unternehmen gaben 68 Prozent der Industriebetriebe an, sie hätten ihre Lagerbestände erhöht. 65 Prozent verbreiterten ihre Zulieferbasis mit neuen Lieferanten und Bezugsquellen. 13 Prozent holten ausgelagerte Produktionsprozesse zurück ins Unternehmen, teilten die Münchner Wirtschaftsforscher am Donnerstag mit.

"Großunternehmen haben mehr Maßnahmen infolge von Lieferkettenstörungen ergriffen als kleine und mittlere Unternehmen", sagte Ifo-Forscher Andreas Baur. "Zudem haben Großunternehmen vor allem Zuliefererstrukturen diversifiziert und überwachen ihre Lieferketten stärker. Kleine und mittlere Unternehmen setzten dagegen eher auf eine verstärkte Lagerhaltung."

Im Mai 2021 hatte nicht einmal die Hälfte der Unternehmen eine Anpassung ihrer Beschaffungsstrategie geplant, wie die Erhebung ergab. Bei der jüngsten Umfrage vor drei Monaten sagten 87 Prozent der Industrieunternehmen, 76 Prozent der Großhändler und 63 Prozent der Einzelhändler, sie hätten ihre Strategie verändert. "Dies deutet darauf hin, dass viele Unternehmen Risiken in Lieferketten inzwischen neu bewerten", sagte Baur.

Siemens Energy: Übernahmeangebot für Gamesa verzögert sich

Do, 06.10.2022, 8:29: Der Übernahmeplan von Siemens Energy für seine Mehrheitsbeteiligung Siemens Gamesa verzögert sich. Ursprünglich hatten die Münchner gehofft, das offizielle Angebot Mitte September starten zu können - sofern die spanische Börsenaufsicht CNMV mitspielt. Doch deren Einverständnis stand bis Mittwochabend aus.

Siemens Energy hatte im Mai bekanntgegeben, seine Windkrafttochter Gamesa für rund vier Milliarden Euro komplett übernehmen und von der Börse nehmen zu wollen. Damals veröffentlichten die Münchner, die rund zwei Drittel an Gamesa halten, auch einen vorläufigen Zeitplan, der einen Abschluss der Transaktion bis Jahresende vorsah. Dieses Ziel dürfte nun wackeln.

"Die Zeitplanung der spanischen Regulierungsbehörde CNMV können wir nicht kommentieren. Siemens Energy hat hierauf keinen Einfluss", sagte ein Sprecher des Energietechnikkonzerns. "Natürlich hätten wir gern so schnell wie möglich eine positive Rückmeldung, da wir unsere Ziele schnellstmöglich umsetzen möchten. Wenn unser Angebot mit der gebotenen Sorgfalt geprüft wird, ist das aber im Sinne aller Aktionäre und damit auch in unserem Interesse. Der Austausch mit der CNMV jedenfalls ist konstruktiv und professionell."

Die CNMV hielt sich auf Nachfrage bedeckt: Man könne derzeit keine Voraussage treffen, bis wann es eine Entscheidung geben werde.

In den vergangenen Quartalen haben die Gamesa-Zahlen auch Siemens Energy das Ergebnis verhagelt. Mit der Übernahme wollen die Münchner die Probleme dort schneller in den Griff bekommen. (DPA)

IG Metall: Frauenanteil in Betriebsräten gestiegen

Do, 06.10.2022, 8:17: Betriebsratsgremien im Organisationsbereich der IG Metall sind weiblicher geworden. Der Frauenanteil in den Arbeitnehmervertretungen stieg bei den diesjährigen Betriebsratswahlen auf 24,5 Prozent (2018: 23,6 Prozent), wie die IG Metall am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Fast ein Viertel der Gremienmitglieder seien nach der endgültigen Auswertung der Wahlergebnisse damit weiblich. Der Anteil der wahlberechtigten Frauen liege nur bei etwa einem Fünftel (20,8 Prozent) der Gesamtheit.

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in den Gremien verbesserte sich gegenüber der letzten Wahl ebenfalls. Den Angaben zufolge sind inzwischen 16,4 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden weiblich (2018: 14,8 Prozent). Bei den stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden sind es 21,0 Prozent (2018: 19,7 Prozent). "Die Ergebnisse der Kolleginnen zeigen, wie sehr sich gezielte Frauenförderung und damit Fortschritte in der Gleichstellung für die Durchschlagskraft weiblicher Betriebsratsarbeit bezahlt machen", sagte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall. (DPA)

Mehr zum Thema:

Podcast: Christina Reuter über Frauen in Führungspositionen

Regierung will wegen Krise Insolvenzregeln lockern

Do, 06.10.2022, 7:43: Im Lichte der Energie- und Wirtschaftskrise will die Bundesregierung Unternehmen bei der Stellung von Insolvenzanträgen mehr Luft verschaffen. Einen entsprechenden Vorschlag verabschiedete das Kabinett am Mittwoch in Berlin, nötig ist die Zustimmung des Bundestags.

"Bislang besteht die Pflicht, wegen einer Überschuldung einen Insolvenzantrag zu stellen, wenn die Fortführung des Unternehmens nicht über einen Zeitraum von zwölf Monaten hinreichend wahrscheinlich ist", erklärte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP). "Diesen Prognosezeitraum verkürzen wir nun auf vier Monate. So gewinnen Unternehmen Zeit, sich auf die aktuellen Gegebenheiten einzustellen."

Die Höchstfrist zur Stellung eines Insolvenzantrags wegen Überschuldung soll von derzeit sechs auf acht Wochen hochgesetzt werden. Diese Höchstfrist darf allerdings nicht ausgeschöpft werden, wenn zu einem früheren Zeitpunkt feststeht, dass eine nachhaltige Beseitigung der Überschuldung nicht erwartet werden kann. Die Höchstfrist zur Antragstellung wegen Zahlungsunfähigkeit soll unverändert bleiben. Die Erleichterungen sollen im Prinzip bis zum 31. Dezember 2023 gelten. (DPA)

Maersk bestellt sechs weitere Containerschiffe mit Methanol-Antrieb

Mi, 05.10.2022, 13:19: Die dänische Reederei Maersk hat sechs weitere Containerschiffe mit Methanol-Antrieb bestellt. Die Schiffe werden von Hyundai Heavy Industries (HHI) gebaut und haben eine Kapazität von jeweils 17.000 Standardcontainern (TEU), wie die Reederei am Mittwoch mitteilte. Die Neubauten sollen 2025 ausgeliefert werden.

Wenn alle 19 bislang bestellten methanol-fähigen Neubauten im Einsatz sind und ältere Schiffe ersetzt haben, sparen sie nach Maersk-Angaben jährlich rund 2,3 Millionen Tonnen CO2 ein. Die Reederei will nach eigenen Angaben bis 2040 klimaneutral sein.

"Grünes Methanol ist die am besten skalierbare grüne Brennstofflösung für dieses Jahrzehnt, und wir freuen uns, dass mehrere andere Reedereien auch diesen Weg gewählt haben", sagte der Leiter des Maersk-Flottenbereichs, Palle Laursen. Durch eine schnelle Skalierung in der Produktion könne der Aufpreis für grünes Methanol im Vergleich zu herkömmlichen Brennstoffen sinken. Nach Angaben der Reederei sind die Investitionskosten im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben um acht bis zwölf Prozent höher. (DPA)

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Ifo: Kein Ende der hohen Inflation in Sicht

Mi, 05.10.2022, 10:28: Die Preise in Deutschland werden nach Erwartung des Ifo-Instituts in den kommenden Monaten nahezu flächendeckend weiter steigen. Nach der monatlichen Unternehmensumfrage des Instituts wollen im Lebensmittelhandel alle Unternehmen durchgängig die Preise erhöhen. Auch Gas und Strom werden sich laut Einschätzung der Münchner Ökonomen weiter verteuern, ebenso wie die Preise in der Gastronomie. "Die Inflationswelle dürfte daher leider noch nicht abebben", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Das Ifo-Institut befragt für seine Konjunkturprognosen monatlich mehrere tausend Unternehmen, dabei geht es auch um Preiserwartungen. Demnach planen im Saldo 100 Prozent der Lebensmittelhändler Preiserhöhungen und über 92 Prozent der Drogerien. Bei Blumen, Pflanzen waren es knapp 90 Prozent, bei Fahrrädern und Schreibwaren jeweils deutlich über 80 Prozent. In der Gastronomie waren es über 87 Prozent, bei Hotels gut 62 Prozent. Ähnlich verhält es sich in einigen Industriezweigen wie der Bekleidungs- oder Elektroindustrie. (DPA)

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Brüssel billigt deutsche Milliarden-Subvention für CO2-armen Stahl

Mi, 05.10.2022, 9:53: Deutschland darf die klimafreundlichere Stahlproduktion mit einer Milliarde Euro unterstützen. Die EU-Kommission genehmigte ein Vorhaben, mit dem eine Tochter des Salzgitter-Konzerns den Treibhausgasausstoß ihrer Stahlproduktion durch Wasserstoff senken soll, wie die Wettbewerbshüter am Dienstag mitteilten. Mit der Genehmigung war gerechnet worden.

Wenn der Staat ein Unternehmen etwa mit Geld oder Steuervorteilen unterstützen will, gelten in der EU eigentlich strenge Regeln. Das soll verhindern, dass der Wettbewerb verzerrt wird und beispielsweise ein EU-Land durch seine Hilfe dafür sorgt, dass ein Konkurrent aus einem anderen Land aus dem Markt gedrängt wird. Deswegen müssen solche Projekte von der EU-Kommission genehmigt werden.

Die deutsche Maßnahme werde zur Ökologisierung eines sehr energieintensiven Sektors beitragen, sagte EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Zudem werde so die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieimporten verringert. Das Geld soll dem Unternehmen als Zuschuss zugutekommen.

Wasserstoff gilt - richtig hergestellt - als klimafreundlicher Energieträger der Zukunft und zugleich als wichtiges Speichermedium. In der Stahlindustrie etwa lässt er sich anstelle von Kokskohle zur Roheisen-Produktion einsetzen. Statt großer Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids wird dabei Wasserdampf frei. Für eine grüne CO2-Bilanz muss vorher aber Wasser energieintensiv mit Ökostrom aufgespalten werden. (DPA)

Podcast: Katja Windt über die Transformation in der Stahlbranche

IG Metall: Viele Betriebe im Osten auf Weg zur 35-Stunden-Woche

Di, 04.10.2022, 9:16: Bei der Angleichung der Arbeitszeiten ans West-Niveau sind die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland aus Sicht der IG Metall auf einem guten Weg. Rund ein Jahr nach einer entsprechenden Rahmentarif-Vereinbarung mit den Arbeitgebern habe die Gewerkschaft inzwischen "für fast 80 Prozent unserer Mitglieder in den verbandsgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Berlin, Brandenburg und Sachsen die schrittweise Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden durchgesetzt", teilte Bezirksleiterin Irene Schulz am Montag mit. "Nun peilen wir die 100 Prozent an."

Aktuellstes Beispiel sei Siemens. Seit dem 1. Oktober arbeiten die Beschäftigten an sieben Standorten des Technikkonzerns in Berlin, Chemnitz und Leipzig laut IG Metall bereits eine Stunde weniger. "Im Oktober 2024 sinkt die Wochen-Arbeitszeit auf 36 Stunden, im Oktober 2026 auf 35 Stunden", hieß es.

"Inzwischen haben wir Stufenpläne zur Senkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden für alle großen Standorte und bei allen großen Konzernen im Bezirk durchgesetzt", teilte Schulz weiter mit. Neben Siemens sei der Weg zur Angleichung inzwischen auch bei Autobauern wie VW, Porsche oder BMW sowie bei Mercedes in Ludwigsfelde vereinbart.

Gewerkschaft und Arbeitgeber hatten für die Metall- und Elektrobranche jahrzehntelang über die 35-Stunden-Woche im Osten gerungen. Erst im vergangenen Sommer fanden beide Seiten zu einer Lösung - in Form einer Öffnungsklausel für die Flächentarifverträge in den Bezirken Berlin, Brandenburg und Sachsen. Unternehmen und Arbeitnehmervertreter können seither auf Betriebsebene vereinbaren, die Arbeitszeit schrittweise auf 35 Stunden zu verkürzen.

Auch in den Ländern Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen gibt es inzwischen gleiche oder vergleichbare Regelungen. In Thüringen wurde eine solche im vergangenen Juni getroffen. Wie weit die Betriebe in diesen Ländern sind, blieb zunächst offen. (DPA)

Tesla: Wochenproduktion in Grünheide bei 2.000 Autos

Di, 04.10.2022, 8:37: Tesla hat im Werk Grünheide bei Berlin gut ein halbes Jahr nach dem Start eine wöchentliche Produktion von 2.000 Fahrzeugen erreicht. Der Elektroauto-Hersteller gab die Marke am Wochenende bei Twitter bekannt. Dazu gab es ein Foto von Mitarbeitern neben einem Tesla mit dem aufgeklebten Schriftzug "2000" - wie schon bei Erreichen der 1000er-Marke Mitte Juni.

Das im März eröffnete Werk ist die einzige europäische Fabrik von Tesla-Chef Elon Musk. Das Unternehmen will dort einmal mit 12.000 Mitarbeitern 500.000 Elektroautos im Jahr herstellen. Die Produktion ist weiterhin im Aufbau. Nach DPA-Informationen wird für das erste Quartal 2023 die Marke von 5.000 Fahrzeugen pro Woche angepeilt. (DPA)

Eurozone: Arbeitslosenquote verharrt auf Rekordtief

Fr, 30.09.2022, 11:07: In der Eurozone ist die Arbeitslosigkeit auf einem historisch niedrigen Niveau geblieben. Im August lag die Arbeitslosenquote unverändert bei 6,6 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Niedriger war die Quote seit Einführung des Euro noch nie. Volkswirte hatten diese Quote erwartet.

Im Jahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit im gemeinsamen Währungsraum deutlich gesunken. Im August 2021 hatte die Quote noch bei 7,5 Prozent gelegen. Damals war die Wirtschaft durch die Corona-Maßnahmen belastet worden. Wie das Statistikamt weiter mitteilte, waren im August 10,97 Millionen Menschen in der Eurozone arbeitslos. Das waren 30 000 weniger als im Vorjahresmonat.

Von den 19 Ländern der Eurozone hat Spanien weiterhin die höchste Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 12,4 Prozent. In Deutschland ist sie mit 3,0 Prozent am niedrigsten. Die Arbeitsmarktdaten von Eurostat basieren auf Kennzahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die Quote für Deutschland ist daher deutlich niedriger als die Quote, die von der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wird. (dpa)

Steigende Energiepreise erhöhen Druck im Maschinenbau

Fr, 30.09.2022, 09:30: Die rasant steigenden Preise zum Beispiel für Erdgas und die Schwierigkeiten bei der Energieversorgung werden für Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer zunehmend zur Belastung. Aktuell gebe es zwar bei rund 90 Prozent der Unternehmen keine Einschränkungen in der Produktion aufgrund der Probleme in der Energieversorgung», erläuterte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers, am Freitag die Ergebnisse einer Umfrage unter 641 Mitgliedsunternehmen. "Doch die Aussichten verdüstern sich: 57 Prozent der Unternehmen, also mehr als jedes zweite, erwartet eine Verschärfung der Situation in den nächsten sechs Monaten."

Etwa drei von vier Unternehmen rechnen nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) trotz der widrigen Umstände im laufenden Jahr mit einem nominalen, wenngleich vornehmlich inflationsgetriebenen Umsatzwachstum. Für 2023 erwarten dies zwei von drei Maschinenbaubetrieben. Dennoch bräuchten die Unternehmen 'wieder mehr Planungssicherheit' bei der Energieversorgung, mahnte der VDMA.

Rohstoffe und Vorprodukte zu beziehen, bleibt für die Branche eine zusätzliche Herausforderung. "Immer noch melden rund vier von fünf Unternehmen merkliche oder gravierende Beeinträchtigungen in ihren Lieferketten, und nur wenige Maschinenbauer erwarten eine nachhaltige Entspannung in den nächsten Monaten", fasste Wiechers zusammen. (dpa)

Silke Maurer
(Bild: MTU Aero Engines)

MTU Aero Engines: Lars Wagner wird CEO, Silke Maurer COO

Do, 29.09.2022, 14:37: Dr. Silke Maurer übernimmt bei der MTU Aero Engines AG das Vorstandsressort OEM Operations und wird damit Chief Operating Officer (COO) des Triebwerksherstellers. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat sie in einer außerordentlichen Sitzung am 28. September mit Wirkung zum 1. Februar 2023 für drei Jahre in den MTU-Vorstand berufen. Ihr Ressort umfasst weitgehend die Aufgaben des bisherigen Technikvorstands Lars Wagner, der zum 1. Januar 2023 den Vorstandsvorsitz übernehmen und auch zukünftig Entwicklung und Technologie sowie Nachhaltigkeit führen wird.

Silke Maurer war zuletzt Chief Operating Officer und Mitglied der Geschäftsführung der Webasto-Gruppe. Der MTU-Aufsichtsratsvorsitzende Gordon Riske sagte in einer Pressemitteilung: „Mit Silke Maurer konnten wir eine hochprofilierte Managerin für die anspruchsvollen Aufgaben im Hochtechnologieunternehmen MTU gewinnen. Sie bringt umfassende Erfahrungen in den relevanten Feldern der Operations mit und hat den Aufsichtsrat durch ihren klaren und gleichzeitig verbindlichen Führungsstil überzeugt.“

Der Vorstand der MTU Aero Engines AG besteht damit weiterhin aus vier Mitgliedern. Das Vorstandsressort OEM Operations umfasst zukünftig die Operations der Standorte München und Rzeszów (Polen), sowie gruppenweit die Zuständigkeit für Procurement & Logistics, Value Stream Management, Enablement und Corporate Quality. (MTU Aero Engines)

Inflation in Deutschland springt auf 10 Prozent

Do, 29.09.2022, 14:10: Die Inflation in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit etwa 70 Jahren gesprungen. Angetrieben von steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen legten die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,0 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im August war noch ein Anstieg um 7,9 Prozent verzeichnet worden. Volkswirte rechnen auch in den nächsten Monaten mit zweistelligen Teuerungsraten.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern wurden Raten von 10 Prozent und mehr Anfang der 1950er Jahre gemessen, allerdings hat sich die Berechnungsmethode im Laufe der Zeit geändert. (DPA)

Gaspreisbremse soll kommen

Do, 29.09.2022, 13:39: Die Bundesregierung will die steigenden Gaspreise in Deutschland mit einer Gaspreisbremse dämpfen. Die Regierung habe sich auf ein Paket von 150 Milliarden bis 200 Milliarden Euro geeinigt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Koalitionskreisen erfuhr. Die Finanzierung soll über den bestehenden Wirtschafts- und Stabilisierungsfonds (WSF) sichergestellt werden.

Die Koalitionspartner waren wegen des Ausbleibens russischer Gaslieferungen nach Deutschland im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine in den letzten Tagen unter wachsenden Druck geraten. Mit einer Gasumlage sollten ursprünglich große Gasversorger vor der Insolvenz bewahrt werden. Befürchtet wurden unter anderem aber enorme Kosten durch eine Umlage, die auf Verbraucherinnen und Verbraucher zukommen würden.

Zunächst war am Donnerstag bekannt geworden, dass sich SPD, Grüne und FDP in der Debatte über die umstrittene Gasumlage und mögliche Alternativen geeinigt hätten. Das Bundeskanzleramt hat für Donnerstagnachmittag zu einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sowie Finanzminister Christian Lindner (FDP) zu "aktuellen Fragen der Energieversorgung in Deutschland" eingeladen.

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute warnten davor, dass eine Gaspreisbremse die ohnehin schon hohe Inflation weiter anfachen könnte. Eine solche Bremse ist zudem in der Kritik, weil es nach Ansicht von Kritikern dann weniger Anreize gebe, das knappe Gas zu sparen. Wegen des hohen Importanteils erfordere eine Senkung des Gaspreises "massive Subventionen, die ihrerseits natürlich dann neue Kaufkraft in den Privatsektor pumpen würden", sagte Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft Kiel bei Vorstellung des Herbstgutachtens der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Damit werde der gesamtwirtschaftliche Preisauftrieb abermals angefacht.

Die umstrittene Gasumlage dagegen sei besser als ihr Ruf. Es gehe dabei lange nicht nur darum, die Gasversorger zu retten. Indem die höheren Gaspreise schneller an die Bevölkerung weitergegeben würden, setze man einen Anreiz zum Gassparen auch bei Kunden mit Altverträgen. (DPA)

Hella sieht weiter einige Fragezeichen hinter der Prognose

Do, 29.09.2022, 8:27: Der Autozulieferer Hella hat die Prognose bestätigt, sieht aber weiter viele Risiken. Der Unternehmensausblick für den Zeitraum von Anfang Juni bis Ende Mai 2023 stehe weiter im Einklang mit den zuletzt veröffentlichen Zielen, teilte die Tochter des französischen Konzerns Faurecia mit.

Angesichts der hohen Unabwägbarkeiten im Branchenumfeld beruhe dieser Ausblick aber weiter auf der Annahme, dass es zu keinen wesentlichen Auswirkungen infolge von Bauteilknappheiten oder Corona-Lockdowns kommen wird. Auch im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg dürfe es zu keinen relevanten weiteren Beeinträchtigungen kommen, die vor allem von möglichen Gasknappheiten und weiteren Kostensteigerungen hervorgerufen werden könnten. Das zuletzt wieder in den Mdax aufgestiegene Unternehmen bekräftigte damit seine Aussagen aus dem Sommer. (DPA)

VW-Tarif: IG Metall erwartet zähe Verhandlungen mit dem Autobauer

Mi, 28.09.2022, 9:33: Angesichts der Krisenlage rechnet die IG Metall mit schwierigen Tarifgesprächen für rund 125.000 Beschäftigte von Volkswagen. Es zeichneten sich zähe Verhandlungen mit dem Gegenüber ab, sagte der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Thorsten Gröger, der Deutschen Presse-Agentur. Verhandlungsauftakt für den nächsten VW-Haustarifvertrag ist ihm zufolge am 25. Oktober in Braunschweig.

Dass die Gewerkschaft für den VW-Haustarif - wie für die gesamte deutsche Metall- und Elektroindustrie - acht Prozent mehr Geld verlangt, ist seit einigen Wochen bekannt. Von VW-Seite gebe es aber eher das Signal, dass erfolgreiche Bilanzen kein Grund für Lohnerhöhungen seien. "Was, wenn nicht ein Milliardengewinn, ist denn ein besserer Grund für Steigerungen der Gehälter?", fragte der Verhandlungsführer für die Gewerkschaft.

VW-Finanzchef Arno Antlitz hatte Ende Juli indirekt Erwartungen an hohe Lohnzuwächse gedämpft. "Die Mitarbeiter profitieren bereits von unseren guten operativen Ergebnissen. Dies sollte mit berücksichtigt werden", sagte der Manager damals. Die Tarifbeschäftigten von VW erhalten jährlich einen Bonus, der sich im Kern am Betriebsgewinn bei der Hauptsparte orientiert. Nach Antlitz’ Einschätzung ist zudem ein größerer Teil der aktuellen Teuerung kein dauerhaftes, sondern eher ein vorübergehendes Phänomen.

Der Konzern sei bislang robust durch die, internationalen Krisen navigiert und habe die Aktionäre mit einer Rekorddividende an der prächtigen Geschäftslage teilhaben lassen, sagte Gröger. Ihm zufolge leiden aber viele Beschäftigte massiv unter den gestiegenen Preisen für Lebensmittel, Energie und Benzin. Es brauche daher nachhaltig mehr Geld, um die Kaufkraft in der Gesellschaft und damit auch bei den VW-Kolleginnen und Kollegen zu stärken, forderte Gröger.

Verhandelt wird für die Stammbelegschaft der sechs westdeutschen VW-Standorte in Braunschweig, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg sowie einigen Töchtern. Die Friedenspflicht endet demnach zum 30. November 2022. (DPA)

Umfrage: Viele Mittelständler fürchten um ihre Existenz

Mi, 28.09.2022, 8:47: Der Mittelstand schlägt wegen der Preisexplosion an den Energiemärkten Alarm. Die Lage verschlechtere sich zunehmend, viele Firmen fürchteten um ihre Existenz, erklärte der Bundesverband mittelständische Wirtschaft unter Verweis auf eine "Blitzumfrage". An dieser nahmen mehr als 1.100 Unternehmen teil.

Demnach gaben rund 52 Prozent der Firmen an, dass die Preisexplosion an den Energiemärkten ihre Existenz gefährdet. Bei einer ähnlich gelagerten Umfrage im August habe dieser Wert bei 42 Prozent gelegen. Jedes vierte Unternehmen bestätigte aktuell, dass sich die Energiepreise bereits jetzt schon deutlich vervielfacht hätten. Verbandschef Markus Jerger forderte die Bundesregierung zu schnellen Hilfen auf. So schlug er einen Mittelstandsnotfallfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro vor. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte zusätzliche Hilfen des Bundes für Firmen angekündigt. (DPA)

Lecks an Nord-Stream-Leitungen - Sabotage nicht ausgeschlossen

Di, 27.09.2022, 14:14: Nachdem in kurzer Zeit für die beiden Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 ein Druckabfall festgestellt wurde, sind mittlerweile drei Lecks ausgemacht. Es mehren sich die Zweifel an einem Unfall.

Nach der Beschädigung der Nord-Stream-Gaspipelines unter der Ostsee suchen Behörden in Deutschland und Dänemark weiter nach der Ursache. Die dänische Marine und deutsche Spezialisten bemühten sich um Aufklärung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagmorgen aus Sicherheitskreisen. Bislang sei die Ursache für die Vorfälle nicht geklärt. Jedoch spreche einiges für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen. Darüber hatte zuvor der 'Tagesspiegel' berichtet.

Polen schließe nicht aus, dass die von dänischen Behörden entdeckten Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 auf eine russische Provokation zurückzuführen seien. Man befinde sich in einer Situation hoher internationaler Spannung, sagte Polens Vize-Außenminister Marcin Przydacz am Dienstag in Warschau. "Leider verfolgt unser östlicher Nachbar ständig eine aggressive Politik. Wenn er zu einer aggressiven militärischen Politik in der Ukraine fähig ist, ist es offensichtlich, dass keine Provokationen ausgeschlossen werden können, auch nicht in den Abschnitten, die in Westeuropa liegen."

Auch Russland schließt Sabotage oder andere Gründe nicht aus. "Jetzt kann keine Variante ausgeschlossen werden", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag auf die Frage, ob Sabotage der Grund sein könne für den Druckabfall. (DPA)

Laut einer Umfrage schwindet die Lust am Arbeiten in Deutschland zusehends

Di, 27.09.2022, 9:10: Deutschland fehlen Fachkräfte: 1,9 Millionen offene Stellen gab es nach Nürnberger Zahlen im Sommer. Doch den Arbeitnehmern ist nicht nach Mehrarbeit zumute - im Gegenteil.

Einer steigenden Zahl von Menschen in Deutschland vergeht nach einer neuen Umfrage die Lust am Arbeiten. Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer (48 Prozent) würde demnach in Teilzeit wechseln, wenn ihr Arbeitgeber das erlaubte. Und 56 Prozent erklärten, dass sie schnellstmöglich die Arbeit an den Nagel hängen würden, wenn sie finanziell nicht auf den Job angewiesen seien. Das hat das Umfrageinstitut Yougov für eine alljährliche Berufestudie ermittelt, die der Versicherer HDI am Dienstag in Hannover veröffentlichte. Die Demoskopen befragten im Juni und Juli 3891 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 15 Jahren.

Vor Beginn der Corona-Pandemie 2019 hatten nur 41 Prozent gesagt, dass sie bei ausreichenden Finanzen das Arbeiten am liebsten einstellen würden. Mehr als drei Viertel sagten, dass sie die Einführung der vier Tage-Woche in ihrer jeweiligen Firma begrüßen würden, eine große Mehrheit allerdings nur bei vollem Lohnausgleich.

Die Bindung an die Arbeit nimmt demnach vor allem bei jungen Arbeitnehmern ab: So sagten 58 Prozent der unter 25-Jährigen, dass sie sich ein Leben ohne Beruf nicht vorstellen könnten - 2020 waren es noch 69 Prozent gewesen.

Sowohl der Auftraggeber HDI als auch die Bundesagentur für Arbeit sehen die Umfrage als Beleg des raschen Wandels der Arbeitswelt: "Es verwundert nicht, dass die Anforderung von Unternehmen wie auch die Erwartungen er Beschäftigten an ihr Arbeits- und Alltagsleben sich rasant verändern", sagte Torsten Withake, Chef der nordrhein-westfälischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

"Besonders junge Berufstätige in Deutschland streben den Ergebnissen unserer Studie zufolge vehement nach mehr Freiräumen im Beruf", berichtete HDI-Deutschlandchef Christopher Lehmann.

Die Erwartungen der Arbeitnehmer stehen dabei im Gegensatz zu den Anforderungen des Arbeitsmarkts. Nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gab es im zweiten Quartal dieses Jahr 1,9 Million offene Stellen, so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebungen. Angespannt ist die Personalsituation demnach in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, aber auch Handwerk und IT-Branche melden viele offene Stellen. (DPA)

VW und Umicore investieren Milliarden in gemeinsame Batteriematerialienfirma

Mo, 26.09.2022, 9:03: Die Batteriesparte des Volkswagen-Konzerns und der belgische Materialtechnologiekonzern Umicore gründen ein milliardenschweres Gemeinschaftsunternehmen für Batteriematerialien. Das Joint Venture aus der VW-Tochter PowerCo und Umicore mit Sitz in Brüssel will drei Milliarden Euro investieren und Ende des Jahrzehnts Materialien für 2,2 Millionen Elektroautos jährlich liefern, wie die Unternehmen mitteilten.

Mit den Batteriekomponenten wollen die Firmen einen großen Teil des Bedarfs von Volkswagens geplanten europäischen Batteriezellfabriken decken. Vorwiegend geht es dabei um Batterie-Kathoden und Vormaterialien für 160 Gigawattstunden an Zellkapazität. VW will mit Partnern gemeinsam bis Ende des Jahrzehnts in sechs europäischen Fabriken Elektroauto-Akkus mit einer Leistung von 240 Gigawattstunden jährlich herstellen. (DPA)

Habeck macht Druck auf Lindner: Dürfen Firmen nicht allein lassen

Mo, 26.09.2022, 8:33: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck dringt auf eine Ausweitung des Rettungsschirms für kleine und mittlere Unternehmen, deren Existenz durch die Energiekrise gefährdet ist. Habeck machte wegen der Finanzierung dieser Maßnahme Druck auf Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). "Ich hoffe, dass wir in der Bundesregierung eine Klärung in dem Sinne herbeiführen können", sagte Habeck in einer Videobotschaft für den Parteitag der Südwest-Grünen am Sonntag in Donaueschingen. "Würden wir das nicht tun, müsste man sagen: Wir lassen die Unternehmen allein. Und das lasse ich als Wirtschaftsminister nicht zu. Wir lassen die Unternehmen nicht allein - nicht in dieser Zeit, nicht in Deutschland."

Habeck will etwa eine Million kleine und mittlere Firmen wie etwa Bäcker unter den Rettungsschirm nehmen. Die zusätzlichen Kosten werden auf einen zweistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Die Maßnahme diene auch dem Ziel, die Rezession "einzubremsen", sagte der Minister.

Zuvor hatte Grünen-Chefin Ricarda Lang in Donaueschingen gesagt: "Aus so einer Krise kann man sich nicht raussparen." Der wirtschaftliche Kern Deutschlands dürfe nicht gefährdet werde, von der Krise bedrohten Unternehmen müsse wie von Habeck geplant geholfen werden. An die Adresse von Lindner sagte Lang: "Dann lassen Sie uns jetzt diese Unternehmen retten. Dann lassen Sie uns jetzt dieses Geld in die Hand nehmen." (DPA)

Podcast: VDMA-Vizepräsident Schunk über die Energiekrise

Batteriehersteller Varta kassiert Jahresziele

Fr., 23.09.22, 14:26: Der weitere Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise zwingt den Batteriehersteller Varta zur Aussetzung seiner Ziele. Die bisherigen Prognosen für den Umsatz und das Ergebnis im laufenden Jahr und dem dritten Quartal ließen sich nicht mehr erreichen, teilte das Unternehmen überraschend am Freitag in Ellwangen mit. Zu neuen Prognosen sieht sich der Vorstand derzeit nicht in der Lage. So könne Varta die hohen Energiepreise nur begrenzt und verzögert an die Kunden weitergeben. Zusätzlich verzögerten sich zwei große Aufträge. Der Kurs der Varta-Aktie brach nach den Neuigkeiten um bis zu31 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mai 2019 ein. Damit war Varta Schlusslicht im MDax.

Bereits Anfang August hatte Varta seine Jahresziele gesenkt. Als Begründung nannte das Management dabei trübere Konjunkturaussichten und hohe Rohstoff-, Energie- und Transportkosten. Zudem verzögerten sich zu dem Zeitpunkt bereits Kundenprojekte. Zuletzt hatte Konzernchef Herbert Scheint einen Jahresumsatz von 880 bis 920 Millionen Euro und ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis (Ebitda) von 200 bis 225 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Zugleich kämpfte Varta bereits seit deutlich längerer Zeit mit einer schwachen Nachfrage. Weil unter anderem bei den Kunden Teile fehlten, um etwa kabellose Kopfhörer fertigzustellen, hakte es in dem einst boomenden Hauptgeschäft mit Lithium-Ionen-Knopfzellen schon zum Jahresstart.

Deutsche Unternehmen verarbeiten keine Daten mehr in Russland

Fr., 23.09.2, 09:26: Unternehmen aus Deutschland verarbeiten praktisch keine Daten mehr in Russland. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter Unternehmen aus allen Branchen ab 20 Beschäftigten hervor, die am Freitag in Berlin veröffentlicht wurde. In der Umfrage erklärte keine einzige Firma mehr, personenbezogene Daten nach Russland zu transferieren, um sie zum Beispiel dort von externen Dienstleistern verarbeiten zu lassen.

Vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine spielte Russland als Standort für IT-Dienstleistungen in Deutschland durchaus eine Rolle. Im vergangenen Jahr hatte noch fast jedes zehnte Unternehmen (neun Prozent) personenbezogene Daten nach Russland übertragen und dort verarbeitet. "Russland hat sich mit dem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine selbst isoliert - auch in der digitalen Welt", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Der Umgang mit personenbezogenen Daten setzt Vertrauen und Rechtsstaatlichkeit voraus, beides ist in Russland gleichermaßen zerstört."

IT-Dienstleister aus Deutschland haben sich auch weitgehend vom russischen Markt zurückgezogen. Als prominentes Beispiel hatte im April Europas größter Softwarekonzern SAP entschieden, den russischen Markt zu verlassen. Das Unternehmen nahm dabei auch Gewinnrückgänge in Millionenhöhe in Kauf.

Energiekrise: Habeck kündigt erweiterte Hilfen für Unternehmen an

Do, 22.09.2022, 15:44: Wegen stark gestiegener Energiekosten hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erweiterte Hilfen für Unternehmen angekündigt. Habeck sagte  im Bundestag, die volkswirtschaftliche Substanz in Deutschland müsse erhalten und geschützt werden. Dazu solle ein Energiekosten-Programm des Bundes erweitert werden.

Hilfen sollten künftig nicht mehr nur an Firmen gehen, die im internationalen Handel stehen, sondern auch an Unternehmen, die Verluste machen. Das gelte für die Industrie. Auch für den Mittelstand sollen Hilfen erweitert werden. Außerdem solle es schnell Abschlagszahlungen geben, sagte Habeck.

Der Bund hatte ein Programm aufgelegt, bei dem Firmen einen Zuschuss zu ihren gestiegenen Erdgas- und Stromkosten bekommen können. Das Wirtschaftsministerium hatte bereits erklärt, es seien Erweiterungen für den Mittelstand geplant. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hatte unter Verweis auf eine Umfrage im industriellen Mittelstand mitgeteilt, extrem steigende Energiepreise stellten die Industrie vor fundamentale Probleme.

Habeck sagte, die Bundesregierung habe zur Landesverteidigung ein 100 Milliarden Euro schweres Sondervermögen aufgelegt. Mit der gleichen Entschlossenheit müssten nun zur Verteidigung der volkswirtschaftlichen Substanz Deutschlands finanzielle Möglichkeiten mobilisiert werden.

Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff (CDU), warnte im Bundestag vor einer Insolvenzwelle. Er forderte dringend ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Bewältigung der Krise. Haseloff stellte zugleich die Schuldenbremse in Frage, um auf die Herausforderungen reagieren zu können.

Innerhalb der Ampel-Koalition im Bund gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob im kommenden Jahr die in den vergangenen Jahren wegen der Pandemie ausgesetzte und im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse wieder eingehalten werden soll. Sie erlaubt dem Bund nur in geringem Maße, neue Kredite aufzunehmen. (DPA)

Im Fokus: Gasversorgung in der Industrie

Gaspipeline und Hilfsgeräte in der Gaspumpstation.
(Bild: 63ru78 - stock.adobe.com)

Was passiert, wenn Putin wirklich den Gashahn ganz zudreht? Wie soll die Industrie ohne russisches Gas über den Winter kommen? Welche Maßnahmen werden ergriffen? PRODUKTION hält Sie über alles Wichtige rund um die Gasversorgung auf dem Laufenden. Wir empfehlen Ihnen diese Artikel:

Studie: USA wird voraussichtlich wichtigster LNG-Lieferant für EU

Do, 22.09.2022, 12:32: Die USA werden in Zukunft laut einer Studie voraussichtlich der wichtigste Lieferant für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Deutschland und Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag vorgestellte Untersuchung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) im Auftrag des Branchenverbandes Zukunft Gas. Die Studie untersucht in verschiedenen Szenarien den künftigen Gashandel zwischen der Europäischen Union (EU) und Russland und deren Auswirkungen auf die globalen Handelsbeziehungen. "Klares Ergebnis: Der europäische Bedarf nach LNG steigt deutlich", teilte der Branchenverband mit.

Zusätzliches Pipeline-Gas könne nur in begrenztem Umfang von Norwegen, Aserbaidschan und Algerien bezogen werden. Die Lücke der russischen Gaslieferungen müsse daher mithilfe von LNG-Importen gefüllt werden, hieß es. "Dabei könnten LNG-Lieferungen aus den USA die größte Rolle auf dem europäischen Markt übernehmen."

Importe aus den USA steigen deutlich an

In allen untersuchten Szenarien stiegen die Importe der USA gegenüber dem Jahr 2021 deutlich an. Sollte zwischen Russland und der EU kein Gas gehandelt werden, geht die Studie für 2030 von einem USA-Anteil an den Gesamtimporten der EU von 39 Prozent aus, unter der Voraussetzung, dass bis dahin genügend Verflüssigungsanlagen gebaut werden. "Damit würde sich die EU neben Asien zu einem der wichtigsten Absatzmärkte für Erdgas aus den USA entwickeln." Norwegen kommt in dem Szenario auf 28 Prozent Lieferanteil. Wie sich eine bislang nicht begonnene Förderung von sogenanntem Frackinggas in Deutschland auf die Gasmärkte auswirken würde, wurde in der Studie nicht untersucht.

Die Studienautoren erwarten bei LNG aus Katar nur ein beschränktes Wachstum. Auch zusätzliche Importe aus Australien oder Kanada würden vermutlich für den europäischen Markt nicht bedeutend sein. "Die zusätzlichen Mengen können jedoch helfen, Knappheiten auf den Weltmärkten zu verhindern." Auch eine geringere Nachfrage könnte dazu beitragen, beispielsweise durch Elektrifizierung, eine höhere Effizienz und die Produktion von Biomethan als Erdgas-Ersatz.

Mit einer Entspannung bei den Gaspreisen wird ab 2024 gerechnet. "Der zügige Ausbau der LNG-Terminals in Europa wird Importengpässe beseitigen und die europäischen und asiatischen Preise angleichen", erklärte Zukunft Gas-Vorstand Timm Kehler. Ein Preisniveau wie 2018 erwarten die Studienautoren allerdings frühestens 2026 und auch nur bei einem zumindest teilweise bestehenden Handel mit Russland. Ohne russisches Gas könnten die Großhandelspreise in Nordwesteuropa auch im Jahr 2026 noch über 90 Euro je Megawattstunde liegen. "Bei einer global sinkenden Nachfrage kann jedoch das Preisniveau von 2018 auch ohne russisches Gas bis 2030 wieder erreicht werden." (DPA)

Podcast: VDMA-Vizepräsident Schunk über die Energiekrise

BDI: Industrie hält trotz Energiekrise an Klimazielen fest

Do, 22.09.2022, 9:23: Die deutsche Industrie hält nach Angaben von BDI-Präsident Siegfried Russwurm trotz der Energiekrise an den Klimazielen für 2030 und 2045 fest. "Auch wenn die Energiekrise so ernst ist, dass es in den kommenden Wochen um nichts weniger geht, als das Überleben der Industrie in Deutschland und Europa zu sichern: Klimaschutz muss hohe Priorität behalten", sagte Russwurm vor dem Klimakongress des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin. In der Klimapolitik dürfe jetzt nicht die Pausentaste gedrückt werden: "Der konsequente Einsatz für Klimaschutz liegt im ureigensten Interesse der Unternehmen."

Es dürfe jedoch kein Weiter-so in der Energie- und Klimapolitik geben, mahnte Russwurm. Wirtschaft und Energieversorgung müssten krisenfest und widerstandsfähiger werden. Als existenziell wichtig nannte der BDI-Chef deutlich niedrigere Strompreise. Entlastungen müssten für die gesamte Dauer der Krise gelten - mindestens für zwei Jahre, forderte Russwurm. Zudem müssten alle zur Verfügung stehenden Kraftwerke ans Netz, "um durch Angebotserhöhung die horrenden Preise zu dämpfen - also Steinkohle, Braunkohle und auch alle sicher verfügbaren Kernkraftwerke".

Russwurm wirbt für "Revolution der Planungs- und Genehmigungsverfahren"

Die Investitionen, die Unternehmen, Privathaushalte und Staat für die klimaneutrale Transformation aufbringen müssten, seien schon vor der aktuellen Energiekrise gewaltig gewesen. Unter den veränderten Rahmenbedingungen dürften sie noch höher ausfallen, als es der BDI in einer Studie vor einem Jahr beziffert habe. Diese habe Investitionen im Umfang von 860 Milliarden Euro bis 2030 ergeben, hieß es.

Zum Erreichen der Klimaziele ist aus Sicht des BDI ein deutlich beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien und Netze erforderlich. Russwurm warb hier für eine "Revolution der Planungs- und Genehmigungsverfahren". Auch sei ein schneller Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft im industriellen Maßstab einschließlich des Imports erforderlich. Der BDI spricht sich zudem für sogenannte Klimaschutzverträge für die Industrie aus, um die durch klimaneutrale Lösungen verursachten Betriebskosten abzufedern und Investitionen nicht auszubremsen. Im Verkehrssektor sei ein schnellerer Ausbau von Schiene- sowie Lade- und Tank-Infrastruktur erforderlich, im Gebäudesektor ein langfristiges und verlässliches Förderprogramm. (DPA)

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Softwarespezialist Suse bekommt Flaute zu spüren und senkt Auftragsprognose

Do, 22.09.2022, 8:31: Der Linux-Softwareanbieter Suse hat nach einem schwachen Quartal seine Jahresziele für die Auftragslage gesenkt. Im Gesamtjahr erwarten die Nürnberger nun noch ein währungsbereinigtes Wachstum des jährlichen Vertragswerts bei Kernprodukten von um die zehn Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Vorher wurde ein Anstieg im mittleren Zehnerprozentbereich angepeilt. In der Sparte mit aufstrebenden Softwareprodukten geht das Management um Chefin Melissa Di Donato nun noch von einem Plus von um die 20 Prozent statt wie vorher 50 Prozent aus. Am Markt geriet die Aktie vorbörslich stark unter Druck. Den Ausblick für Umsatz und operative Marge bestätigte Suse.

Im dritten Geschäftsquartal (Ende Juli) ging der jährliche Auftragswert von Verträgen um vier Prozent zurück, wozu auch der starke Dollar beitrug. Um Wechselkurse bereinigt sank das Vertragsvolumen um ein Prozent. Der bereinigte Umsatz wuchs derweil um 13 Prozent auf 171,2 Millionen US-Dollar. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie bereinigt um Sonderposten verdiente Suse 65,1 Millionen Dollar und damit 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich konnte die im Sdax notierte Firma den Nettoverlust auf 12,9 Millionen Dollar reduzieren nach 30,3 Millionen vor einem Jahr. (DPA)

Salesforce rechnet 2026 mit Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar

Do, 22.09.2022, 8:03: Der US-Softwarehersteller Salesforce blickt überraschend positiv nach vorn. Im Geschäftsjahr 2026 sei mit einem Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar zu rechnen, teilte der SAP-Rivale am Mittwoch nach US-Börsenschluss in einer Investorenpräsentation mit. Der Aktienkurs von Salesforce sprang im nachbörslichen Handel in einer ersten Reaktion um fast drei Prozent nach oben.

Vor rund einem Monat hatte Salesforce mit einer Senkung der Jahresziele die Anleger noch massiv enttäuscht. Angesichts des starken Dollar und verschärfter Konkurrenz im Cloud-Geschäft rechnete der Konzern mit weniger Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr. Die Erlöse dürften bei maximal 31 Milliarden Dollar liegen, warnte Salesforce damals. (DPA)

Kommen Sie zum Maschinenbau-Gipfel nach Berlin!

Roboter-Installationen in China steigen um 44 Prozent

Mi, 21.09.2022, 11:47: In China ist die Zahl der installierten Industrie-Roboter 2021 auf einen neuen Rekord von 243.300 Einheiten gestiegen – das ist ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigen vorläufige Daten der International Federation of Robotics. „China hat die konjunkturelle Erholung nach der Covid-19-Pandemie global angeführt und installierte 2021 die Hälfte aller Industrie-Roboter weltweit", sagt Präsidentin Marina Bill. „Das Wachstum ist branchenübergreifend stark, wobei die Elektro- und Elektronikindustrie mit einem Anstieg von 30 Prozent auf 81.600 Installationen der Hauptkunde war. Aber auch die Automobilindustrie verzeichnete 2021 einen starken Aufschwung mit einem Plus von 89 Prozent auf 50.700 Installationen. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen in China zurückzuführen.“

Chinesische Regierung unterstützt Roboterautomation

Die demografische Alterung der Bevölkerung führt im Reich der Mitte zu einem Mangel an Arbeitskräften und steigert damit die Nachfrage nach Roboterautomation. Die Regierung kündigte Anfang des Jahres eine fortschreitende Robotisierung der Industrie an: Der Fünfjahresplan für die Roboterindustrie, der vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) in Peking veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf die Förderung von Innovationen und soll China zu einem weltweit führenden Land im Bereich der Robotertechnologie und des industriellen Fortschritts machen.

Neuer Beruf: "Robotik-Ingenieur"

Gleichzeitig wollen die staatlichen Behörden Beschäftigung fördern und unternehmerische Möglichkeiten für Hochschulabsolventen schaffen. Im Juni kündigte das Ministerium für Personal- und Sozialversicherungsangelegenheiten (MoHRSS) 18 neue Berufe an, darunter den des „Robotik-Ingenieurs". Der Beruf legt seinen Fokus auf die Erforschung und Entwicklung von Steuerungsalgorithmen und Betriebssystemen für Roboter sowie auf den Einsatz digitaler Simulationstechnik.

„China hat großes Potenzial für weiteres Wachstum", sagte Marina Bill. „Die Roboterdichte in der verarbeitenden Industrie liegt bei 246 Industrie-Robotern pro 10.000 Beschäftigte und rangierte damit 2020 weltweit an neunter Stelle. Vor zehn Jahren lag die Roboterdichte in China erst bei 15 Einheiten." (International Federation of Robotics)

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Podcast: Andrea Alboni (Universal Robots) über Trends in der Robotik

Gasumlage wackelt - Habeck hat 'finanzverfassungsrechtliche Bedenken'

Dienstag, 20.09.2022, 10:10: Durch die Schließung der Gaspipeline Nord Stream 1 hat sich die Lage von Deutschlands wichtigstem Gasimporteur Uniper verschärft. Eine Verstaatlichung des Energiekonzerns ist im Gespräch. Was wiederum Fragen zu der bisher ab Oktober geplanten Umlage aufwirft.

Die umstrittene Gasumlage zur Stützung großer Gasimporteure steht angesichts einer möglichen Verstaatlichung des angeschlagenen Versorgers Uniper auf dem Prüfstand. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 'finanzverfassungsrechtliche Zweifel'. Auch soll Habeck demnach angedeutet haben, dass der Finanzierungsbedarf für die Gasversorger deutlich höher liege als noch bei der Aushandlung des ersten Rettungspakets für Uniper.

Es werde zunehmend deutlich, dass die instabile Lage 'die Macht und die Garantie des Staates sowie alle Finanzkraft des Staates' brauche, die nötig sei, heißt es nach dpa-Informationen vom Dienstag. Die finale Prüfung und Zuständigkeit für das Finanzverfassungsrecht obliege allerdings dem Bundesfinanzministerium. Zuvor hatte das ARD-Hauptstadtbüro darüber berichtet.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte auf Anfrage, natürlich müsse «man auch im Blick behalten, wie sich der sich abzeichnende Stabilisierungsbedarf von systemrelevanten Unternehmen auf dem Gasmarkt auswirkt, welche Fragen er aufwirft und welche Antworten nötig sind». Sie verwies darauf, dass derzeit Anpassungen an der geplanten Gasumlage vorgenommen würden und der Kreis der antragsberechtigten Unternehmen so reduziert werde, dass Trittbrettfahrer davon nicht erfasst seien. Zudem würden beihilferechtliche Fragen geklärt.

Mit der Gasumlage sollen Gasimporteure gestützt werden, die wegen der hohen Einkaufspreise für russisches Gas in Schwierigkeiten geraten. Derzeit ist die Umlage für alle Gasnutzer auf rund 2,4 Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Die ersten Abschlagszahlungen sollen nach bisherigem Stand Ende Oktober fällig werden. Eingeführt werden soll die Umlage zum 1. Oktober dieses Jahres. Habeck bemüht sich, den Kreis der berechtigten Firmen so einzuschränken, dass nur Unternehmen profitieren, die wirklich in Not sind.

Uniper ist in Schieflage geraten, weil Russland praktisch kein Gas mehr nach Deutschland pumpt, Uniper seine langfristigen Verträge aber erfüllen muss und sich das fehlende Gas teuer auf dem Markt kauft. Durch die erneute Schließung der Gaspipeline Nord Stream 1 hat sich die Lage von Deutschlands wichtigstem Gasimporteur verschärft.

Nach Angaben des Unternehmens ist ein stärkeres Engagement des Bundes im Gespräch. Die Beteiligten prüften unter anderem 'eine direkte Kapitalerhöhung, die zu einer signifikanten Mehrheitsbeteiligung des Bundes an Uniper führen würde', hatte Uniper kürzlich mitgeteilt. Im Juli hatten sich Bundesregierung, der Konzern sowie dessen finnische Mutter Fortum auf ein Milliarden-Rettungspaket geeinigt, das auch den Einstieg des Bundes vorsieht. (dpa)

Konzerne erlauben Beschäftigten bis 60 Tage Arbeit aus dem Ausland

Dienstag, 20. September, 10:05: Ob vom Strand oder aus dem Hotelzimmer: Immer mehr große Unternehmen erlauben ihren Beschäftigten zeitweise aus dem Ausland zu arbeiten. So können Angestellte bei Bosch seit April bis zu 54 Tage im Jahr außerhalb Deutschlands arbeiten, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Beim Pharmakonzern Merck sind es 60 Tage. Der Zulieferer Continental erlaubt seit Jahresanfang bis zu 40 Tage, beim Software-Riesen SAP sind es 30 Tage. Beide erhoffen sich damit auch eine größere Attraktivität als Arbeitgeber. Adidas macht 10 Tage möglich.

Andere große Unternehmen prüfen derzeit solche Möglichkeiten, darunter etwa die Autobauer VW und Mercedes-Benz. Noch fehlten rechtliche Rahmenbedingungen, was zu aufwendigen Einzelfallprüfungen und rechtlichen Risiken führe, hieß es von Mercedes. Auch bei der Deutschen Bank ist mobiles Arbeiten derzeit nur in Deutschland möglich - die Bank beobachte aber die laufenden Rechtsentwicklungen. (dpa)

Arnd Franz
Arnd Franz wird neuer CEO bei Mahle. (Bild: Mahle)

Arnd Franz wird neuer Chef beim Autozulieferer Mahle

Montag, 19. September, 15:30: Die monatelange Suche nach einem neuen Chef beim Autozulieferer Mahle hat ein Ende. Arnd Franz werde zum 1. November das Amt als CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung übernehmen, teilte das Unternehmen am Montag in Stuttgart mit. Der 57-Jährige war seit 2019 Chef des Ersatzteilhändlers LKQ Europe und zuvor bereits 18 Jahre für Mahle tätig, wie der Konzern mitteilte.

Die Stelle war seit Ende April dieses Jahres vakant, nachdem die Zusammenarbeit mit Matthias Arleth nach nur vier Monaten im Amt beendet worden war. Übergangsweise hatte Finanzchef Michael Frick den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen. Frick wiederum verlässt nun das Unternehmen. Der Grund: Frick wird zum 1. Dezember Vorstand für Finanzen beim Automobilzulieferer ZF, wie das Unternehmen aus Friedrichshafen am Montag bekanntgab. Seine Stelle bei Mahle wird von Markus Kapaun besetzt, der seit 2003 im Konzern tätig ist.

2021 belief sich der Verlust bei Mahle auf 108 Millionen Euro. 2020 hatte der Verlust noch bei 434 Millionen Euro gelegen. Allerdings stieg der Umsatz um 11,9 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Auch das operative Ergebnis (Ebit) entwickelte sich positiv, von Minus 192 Millionen Euro auf ein Plus von 169 Millionen Euro. (dpa)

Markus Heyn
Dr.-Ing. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. (Bild: Bosch)

Bosch: Plädoyer für Batterie-Alternativen

Montag, 19. September, 08:30: Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn hält eine allzu einseitige Ausrichtung der Autoindustrie auf die Batterie-Elektromobilität für riskant. "Wir sehen ja gerade, welche Folgen der Gasmangel für Deutschland und Europa hat, weil wir zu wenig Alternativen vorbereitet haben", sagte Heyn den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung". "In der Autoindustrie sollten wir uns aus diesem Anlass fragen, was wir tun können, sollte es einmal zu wenig Batteriezellen geben." In diesem Fall wünsche sich «sicher jeder eine Alternative zum Batterieantrieb. Diese wird es aber nur geben, wenn wir sie rechtzeitig vorbereitet haben.»

Zu diesen Alternativen zählt Heyn den Blättern zufolge die Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff und dem Luftsauerstoff Strom erzeugt, der den E-Motor antreibt. Die entstehende Infrastruktur für Langstrecken-Lkw sei sehr gut als "Rückgrat für die Versorgung von Pkw geeignet", sagte Heyn, der Vorsitzender des Bosch-Unternehmensbereichs Mobility Solutions ist. Auch die Infrastruktur beim Diesel sei zunächst nur für Lkw gebaut und erst später um Zapfsäulen für Pkw erweitert worden. (dpa)

Tesla Gigafabrik Brandenburg
Die Tesla-Gigafabrik in Grünheide. Um die geplante Erweiterung des Standortes mit einer eigenen Batteriefertigung gibt es Irritationen. (Bild: wideeyes - stock.adobe.com)

Tesla-Batterie-Fabrik in Brandenburg gestoppt?

Freitag, 16.09.2022, 09:30: Der US-Elektroautobauer Tesla wird nach Ansicht der Brandenburger Landesregierung trotz möglicher Steuererleichterungen in den USA seine Batteriefabrik in Deutschland mit eigener Fertigung errichten. Das erklärte das Ministerium am Donnerstag in Potsdam. Das "Wall Street Journal" schrieb am Mittwoch, Tesla pausiere mit dem Vorhaben, eigene Batterien in der neuen Autofabrik Grünheide bei Berlin herzustellen. Die Herstellung von mehr Batterien in den USA könne Tesla helfen, sich für zusätzliche Steuererleichterungen aus dem sogenannten Inflationsbekämpfungsgesetz von US-Präsident Joe Biden zu qualifizieren. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht.

Das Wirtschaftsministerium erklärte, es habe am Donnerstag erste Informationen dazu erhalten, sagte Sprecherin Irene Beringer. "Möglich scheint, dass Tesla einzelne Prozessschritte in den Werken neu priorisiert, der Standort Grünheide jedoch in Aufbau und mit seinen Arbeitsplätzen so erhalten bleibt." Den Bericht wollte sie nicht kommentieren.

Der Kongress in Washington hatte im August ein Gesetzespaket über Milliardeninvestitionen in den Klimaschutz und den Sozialbereich verabschiedet. Es sieht unter anderem finanzielle Anreize auch für den Bau von Werken für Elektroautos vor, die Energieforschung soll vorangetrieben werden. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium forderte eine Reaktion der EU, weil das US-Inflationsreduktionsgesetz zu einem Wettbewerbsnachteil in Europa führe. "Hier muss die EU beihilferechtlich reagieren, um wieder Augenhöhe herzustellen."

Der Bau der Batteriefabrik in Grünheide in Brandenburg ist schon weit fortgeschritten - der Zeitplan für eine Eröffnung war aber unklar. Tesla-Chef Elon Musk wollte das Werk bei Berlin auch zur weltgrößten Batteriefabrik machen, wie er im November 2020 sagte. Geplant ist dort bisher die Massenfertigung neuartiger Batteriezellen mit einer Herstellung von Trockenelektroden, die mit deutlich weniger Flächenverbrauch und Energieaufwand auskommen sollten.

Für die Batteriefertigung hatte Tesla 2021 überraschend auf eine mögliche staatliche Förderung in Milliardenhöhe verzichtet. Für eine solche Förderung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Das Vorhaben muss zum Beispiel einen wichtigen Beitrag zu Zielen der EU leisten wie dem Forschungsraum und der Klimapolitik. (dpa)

Rob van Gils
(Bild: Aluminium Deutschland)

Rob van Gils neuer Präsident von Aluminium Deutschland

Do, 15.09.2022, 13:37: Am Donnerstag fand in Berlin die Mitgliederversammlung von Aluminium Deutschland (AD) statt. Zum letzten Mal nach sieben Jahren im Amt richtete Dr. Hinrich Mählmann, Vorsitzender der Beiräte von Otto Fuchs und der Schüco International KG, als Präsident das Wort an die Mitglieder. Dementsprechend stand insbesondere die Wahl eines neuen Verbandspräsidenten im Fokus der Veranstaltung. Die Wahl fiel einstimmig auf Rob van Gils, CEO von Hammerer Aluminium Industries.

Der neue AD-Präsident Rob van Gils betonte: „Ich bedanke mich für das Vertrauen der Verbandsmitglieder und freue mich auf die neue Aufgabe, die mit einer enormen Herausforderung verbunden ist." Er erklärte weiter: "Nie war es drängender als heute: Die Aluminiumindustrie steht aktuell vor der wohl härtesten Belastungsprobe ihrer Geschichte. Die Preisentwicklung auf den Energiemärkten entzieht weiten Teilen der deutschen Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit – mit entsprechenden Folgen für die Beschäftigung in den Unternehmen. Gerade in dieser Situation kommt dem Amt eine besondere Verantwortung zu.“

Umfrage unterstreicht Dringlichkeit zu schnellem politischem Handeln

Aus einer jüngst von AD durchgeführten Mitgliederbefragung geht hervor, dass sich etwa vier von zehn Unternehmen der deutschen Aluminiumindustrie bis Ende des Jahres 2022 mit Strom abgesichert haben und bereits ab 2023 – also in etwas über drei Monaten – zu deutlich höheren Preisen einkaufen müssen. Gleiches gilt für die Beschaffung von Gas. Für weitere 30 Prozent ist dies ab Mitte 2023 der Fall.

Van Gils weiter: „Bereits jetzt beobachten wir wegen der hohen Gas- und Strompreise erste Betriebsschließungen in Deutschland und Europa. Die meisten Unternehmen der Aluminiumindustrie haben sich durch vorausschauendes Handeln für einen gewissen Zeitraum mit Energie abgesichert. Bei einigen brennt der Baum jedoch schon.“

Der Zeitraum für politisches Handeln ist also sehr begrenzt. Van Gils: „Wir sprechen – wenn überhaupt – von wenigen Monaten. Die Politik muss nun schnell Entlastungen für die energieintensive Industrie auf den Weg bringen, damit Deutschland nicht zum 'Rust Belt' Europas wird." Sie sollte auch bedenken, dass die Nachfrage nach Aluminium im Zuge der Energie- und Verkehrswende steigen werde und dass damit auch Potenziale für Standort und Beschäftigung verbunden seien. "Mit den richtigen Rahmenbedingungen können wir zum Jobmotor in der Transformation der europäischen Industrie werden", so Van Gils. (Aluminium Deutschland)

Elektro- und Digitalindustrie: Exportwert weiter im Plus

Do, 15.09.2022, 8:27: Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie konnte ihre Exporte im Juli gegenüber Vorjahr um 8,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro steigern. In den gesamten ersten sieben Monaten dieses Jahres belief sich der Wert der aggregierten Branchenausfuhren auf 135,9 Milliarden Euro, womit er das Vorjahresniveau um 6,6 Prozent übertraf.

Die Importe von elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen nach Deutschland kamen im Juli 2022 auf 20,2 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 21,2 Prozent zum Vorjahresmonat. „Damit lagen die Elektroeinfuhren jetzt den vierten Monat in Folge auch absolut höher als die Ausfuhren“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann in einer Pressemitteilung.

Im Gesamtzeitraum von Januar bis Juli erhöhten sich die Importe um 16,3 Prozent auf 143,2 Milliarden Euro. „Angesichts der bereits aufgelaufenen Differenz zwischen Im- und Exporten dürfte es auch für das Gesamtjahr auf einen Einfuhrüberschuss hinauslaufen. Das wäre das erste Mal in diesem Jahrtausend“, so Gontermann.

Lieferungen nach Russland und in die Ukraine weiter rückläufig

Die Elektroexporte in die Industrieländer stiegen im Juli um 10,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 12,7 Milliarden Euro. Besonders stark legten die Lieferungen nach Taiwan (+ 44,2 Prozent), in die Niederlande (+ 31,6 Prozent) und nach Japan (+ 27,6 Prozent) zu. Die Elektroausfuhren in die Schwellenländer erhöhten sich im Juli gegenüber Vorjahr um 4,6 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Hier wurden die größten Anstiege bei den Lieferungen in die Türkei (+ 24,3 Prozent), nach Rumänien (+ 20,8 Prozent), Malaysia (+ 19,4 Prozent) und Thailand (+ 18,9 Prozent) erzielt.

Die Lieferungen nach Russland und in die Ukraine waren im Juli weiter rückläufig. Dabei brachen die Exporte nach Russland (- 73,6 Prozent) deutlich stärker ein als jene in die Ukraine (- 8,9 Prozent). „Im Abnehmer-Ranking ist Russland inzwischen auf Position 29 abgestürzt“, sagte Gontermann. „Vor der Invasion war das Land hier noch an 16. Stelle und vor zehn Jahren noch unter den Top-ten.“ (ZVEI)

Podcast: ZVEI-Präsident über Halbleitermangel und die Elektroindustrie

Industrieproduktion in Eurozone sinkt deutlich

Mi, 14.09.2022, 13:06: In der Eurozone ist die Industrieproduktion im Juli deutlich stärker gesunken als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat sei die Gesamtherstellung um 2,3 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang um 1,1 Prozent gerechnet.

Allerdings wurde die Zahlen für den Juni etwas nach oben revidiert. Die Produktion war damals um 1,1 Prozent gestiegen, nachdem zunächst ein Anstieg von 0,7 Prozent ermittelt worden war.

Die Produktion von Investitionsgütern sank besonders deutlich und gab um 4,2 Prozent nach. Zudem ist auch die Produktion von Vorleistungs- und Gebrauchsgütern gefallen. Die Erzeugung von Energie und Verbrauchsgütern stieg hingegen an.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel die Industrieproduktion im Juli insgesamt um 2,4 Prozent. Hier war ein unveränderter Wert prognostiziert worden. (DPA)

Kion erwartet Verlust im dritten Quartal - Prognose für 2022

Mi, 14.09.2022, 8:49: Der Gabelstapler-Hersteller Kion rechnet im dritten Quartal wegen gestiegener Kosten im Projektgeschäft mit einem Verlust im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Störungen in den Lieferketten und deutlich gestiegene Kosten wirkten sich negativ aus, teilte der Konzern am Dienstag nach Börsenschluss überraschend in Frankfurt mit. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte bei minus 100 Millionen bis minus 140 Millionen Euro liegen. Ein Jahr zuvor hatte Kion hier noch 228,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Auftragseingang werde deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals von gut 3,1 Milliarden Euro liegen. Den Konzernumsatz sieht Kion auf dem Vorjahresniveau von rund 2,6 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Umsätzen von 10,45 bis 11,25 Milliarden Euro. Der Auftragseingang dürfte bei 11,6 bis 12,5 Milliarden Euro liegen. Beim bereinigten Ebit werden 200 bis 310 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die ursprüngliche Prognose hatte Kion Anfang April wegen der Konjunkturunsicherheit zurückgezogen.

Das Management bestätigte das Ziel, eine zweistellige Ebit-Marge bereinigt von 10 bis 12 Prozent zu erwirtschaften. Der Zeitrahmen dafür werde aufgrund des volatilen makroökonomischen Umfelds weiter überprüft, hieß es dazu. Die endgültigen Kennzahlen will Kion am 27. Oktober veröffentlichen. (DPA)

Podcast: Kion-Aufsichtsrätin über Frauen in Führungspositionen

Bauer passt Prognose für das Geschäftsjahr 2022 an

Mi, 14.09.2022, 9:03: Der Vorstand der Bauer Aktiengesellschaft hat am Mittwoch (13.9.) beschlossen, die am 7. April mit Veröffentlichung des Geschäftsberichts gegebene Prognose für das Geschäftsjahr 2022 anzupassen. Aufgrund der zunehmenden Verschärfung der Sanktionen der Europäischen Union und der hieraus folgenden Kundenzurückhaltung sind der Verkauf von Bohrgeräten und Bohrwerkzeugen nach Russland sowie die Umsätze der verbundenen Unternehmen in Russland zunehmend eingebrochen. Ebenso ist die Nachfrage nach Bauleistungen stark zurück gegangen.

Nach Einschätzung des Vorstands ist in absehbarer Zeit keine Besserung der Geschäftsentwicklung im russischen Markt zu erwarten. Infolgedessen hat die Bauer AG für die in Russland ansässigen Tochterfirmen aufgrund der nun eingeschränkten Geschäftsmöglichkeiten die Werthaltigkeit der Beteiligungen und die Zukunftsaussichten untersucht. Als Ergebnis der Prüfung wird zum nächsten Abschlussstichtag eine außerplanmäßige Abschreibung auf den jeweiligen Firmenwert für die in Russland ansässigen Gesellschaften im Segment Maschinen und Bau vorgenommen werden müssen. In Summe wird sich daraus ein negativer Ergebnisbeitrag in Höhe von rund 15 Millionen Euro ergeben.

Durch diese außerplanmäßige Abschreibung und die bereits mit dem Halbjahresbericht erläuterte schwächere operative Entwicklung in den Segmenten Bau und Resources geht der Vorstand im Rahmen der Hochrechnung für das Gesamtjahr 2022 nun davon aus, dass die mit dem Geschäftsbericht 2021 gegebene Prognose für das Geschäftsjahr 2022 nicht mehr erreicht werden kann. Man hatte bislang eine deutliche Steigerung bei der Gesamtkonzernleistung und beim EBIT erwartet. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass das EBIT deutlich unter dem Vorjahr (Jahresende 2021: 36 Mio. EUR) liegen wird. Die Prognose für die Gesamtkonzernleistung bleibt unverändert. (Bauer AG)

Fachkonferenz: Die CO2-neutrale Fabrik

Weltkugel mit Elementen zur Erneuerbaren Energie
(Bild: lassedesignen - stock.adobe.com)

Am 11. und 12. Oktober 2022 trafen sich Experten aus Wissenschaft, Forschung und Industrie in Augsburg, um alle relevanten Themen zur Erreichung der Klimaziele für produzierende Unternehmen zu besprechen. Infos zum nächsten Kongress in dieser Reihe gibt es weiter unten.

 

Um diese Themen ging es unter anderem:

  • Energieversorger und ihr Beitrag zur CO2-Neutralität von Fabriken
  • Umsetzungsbeispiele zur CO2-Neutralität
  • Scope 3
  • Sektorkopplung

Basis des vorliegenden Beitrags war ein Vortrag des Redners auf dem Kongress.

 

Alle weiteren Informationen und die Anmeldung finden Sie hier: Fachkonferenz CO2-neutrale Fabrik

Bosch-Brennstoffzellen-Transporter auf der Straße
Bosch testet derzeit Brennstoffzellen-Transporter. (Bild: Bosch)

Bosch testet Brennstoffzellen-Transporter

Di, 13.09.2022, 13:34: Transporter bringen Waren schnell ans Ziel – idealerweise mit einem lokal emissionsfreien Antrieb. Aber je länger die Fahrt dauert und je schwerer das Fahrzeug ist, desto mehr stößt ein batteriebasierter Elektroantrieb an seine Grenzen. Hier spielt die Brennstoffzelle ihre Stärken aus. Bosch hat jetzt zwei Transporter mit dieser Technik ausgerüstet und den Testbetrieb auf der Straße gestartet.

„Die Brennstoffzelle ermöglicht große Reichweiten und kurze Tankzeiten, was lange Fahrten wirtschaftlicher macht“, sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions, in einer Pressemitteilung. „Mit den beiden Brennstoffzellen-Transportern erweitern wir unser Systemverständnis und zeigen, dass die Brennstoffzelle auch bei leichten Nutzfahrzeugen eine passende Antriebslösung sein kann.“ Partner im Projekt ist die Abt eLine GmbH, die zusammen mit Bosch Engineering den Umbau der Fahrzeuge konzipiert und durchgeführt hat.

Überwiegend Bosch-Komponenten im Einsatz

Für das Brennstoffzellensystem konnten die Entwickler fast durchgängig auf Bosch-Komponenten zurückgreifen. Zum Einsatz kommt ein sogenanntes Fuel Cell Kit, welches den Stack, das Anoden-Versorgungsmodul inklusive Wasserstoff-Dosierventil und Rezirkulationsgebläse, das Steuergerät, den elektrischen Luftkompressor und Speicherkomponenten bis zu einer Vielzahl an Sensoren umfasst. Die technische Basis beider Fahrzeuge bilden frei am Markt erhältliche, rein elektrisch angetriebene Transporter.

Die Batterien samt Peripherie wurden nun durch die Brennstoffzelle, fünf Speichertanks für insgesamt über zehn Kilogramm Wasserstoff und einer kleineren Lithium-Ionen-Batterie ersetzt. „Die Brennstoffzellen-Komponenten im vorhandenen Bauraum unterzubringen war eine große Herausforderung“, sagt Dr. Uwe Gackstatter, Vorsitzender des verantwortlichen Bosch-Geschäftsbereichs Powertrain Solutions. Der Partner ABT eLine hat dabei unter anderem die Kühlung sowie die Fahrzeugsteuerung und das elektrische Bordnetz angepasst. Bosch hat das Brennstoffzellen-System ausgelegt, es zusammen mit dem Wasserstoff-Speichersystem ins Fahrzeug integriert und die zugehörige Ansteuerung entwickelt. Nach den erforderlichen technischen Prüfungen ist den Fahrzeugen die Straßenzulassung erteilt worden.

Das Projekt liefert bereits wichtige Erkenntnisse: Auch beladen kommen die Fahrzeuge bis zu 540 Kilometer weit, nach sechs Minuten sind sie wieder vollgetankt. Für Flottenbetreiber, deren Transporter besonders weite Strecken am Tag zurücklegen und abends auf den Betriebshof zurückkehren, kann die Brennstoffzelle künftig damit eine gute Ergänzung zum batterieelektrischen Antrieb sein.

Brennstoffzelle und Wasserstoff bereit für den nächsten Schritt

Erste Bosch-Komponenten für Brennstoffzellen sind bereits in Serie. Doch damit ist die Arbeit nicht getan. „Für die Weiterentwicklung brauchen wir möglichst viele Daten aus dem realen Fahrbetrieb“, erklärt Gackstatter. Dank Cloud-Anbindung liefern die beiden Testfahrzeuge diese nun in Echtzeit auf die Rechner der Entwickler und ergänzen damit die Messwerte der Prüfstände. Mit diesem Wissen kann Bosch Kunden künftig noch früher erprobte Komponenten sowie umfassende Unterstützung bei der Systemauslegung anbieten.

Für den Durchbruch der Brennstofftechnik bedarf es allerdings noch weiterer Schritte. „Industrie und Politik müssen gemeinsam Hindernisse für Wasserstofftechnologien aus dem Weg räumen“, mahnt Gackstatter. So bleiben unter anderem der Aufbau einer Tank-Infrastruktur und die Produktion von grünem Wasserstoff in größeren Mengen Aufgaben, die nur gemeinsam gelöst werden können. (Bosch)

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Metall-Tarifrunde hat begonnen - Gewerkschaft erwartet nun Angebot

Di, 13.09.2022, 9:02: Die ersten regionalen Tarifgespräche für die Metall- und Elektroindustrie mit bundesweit fast vier Millionen Beschäftigten sind noch ohne greifbares Ergebnis geblieben. Gewerkschaft und Arbeitgeber vertagten ihre Verhandlungen nach dem Auftakt im Bezirk Niedersachsen/Sachsen-Anhalt auf den 11. Oktober. Vertreter der IG Metall und des Verbands Niedersachsen-Metall hatten die Tarifrunde am Montag in Hannover gestartet, konnten sich in gut eineinhalb Stunden Austausch bisher allerdings nicht auf konkrete Punkte einigen.

Der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Thorsten Gröger, forderte sein Gegenüber Torsten Muscharski auf, zum nächsten Treffen ein Angebot vorzulegen: "Wir erwarten ein zielführendes Auftreten, das der aktuellen Situation Rechnung trägt." Der Tarifkonflikt könne sich sonst weiter zuspitzen. Weil es nach Darstellung Grögers aufseiten der Arbeitgeber Bestrebungen in Richtung einer realen Null- oder gar Minusrunde gibt, sprach er von einem "katastrophalen Fehlstart".

Arbeitgeber: Kaum Spielraum für Lohnzuwächse

Die Arbeitgeber machten klar, dass es aus ihrer Sicht kaum Spielraum für Lohnzuwächse gibt. "Volle Auftragsbücher heißen nicht automatisch auch gute Auslastung und auch nicht Gewinne", erklärte Muscharski. Niedersachsen-Metall-Chef Volker Schmidt verlangte von der IG Metall, sich auf eine sachliche Debatte über das Leistbare einzulassen.

Die Gewerkschaft will acht Prozent mehr Geld und diese Steigerung in einem möglichst über zwölf Monate laufenden Tarifvertrag verankern. Einmalzahlungen lehnt sie ab. Diese wären angesichts der rasanten Inflation bei Energie und Lebensmitteln wohl "schnell aufgebraucht", glaubt Gröger. "Die Preise aber bleiben hoch." Nötig sei vielmehr ein länger angelegtes Lohnplus, um die Kaufkraft zu stabilisieren und die Verbraucher zu entlasten, argumentierte der Gewerkschafter.

Die Teuerung treffe zunehmend auch Bezieher mittlerer Einkommen, während der Konsum die zentrale Stütze der Konjunktur sei. "Uns ist wichtig, dass wir nachhaltige Entgeltsteigerungen haben", sagte Gröger. "Acht Prozent - das ist machbar, und das passt in die Zeit."

Staat soll weiter unterstützen

Schmidt sieht das völlig anders. Die Lohnforderung sei "aus der Zeit gefallen", hielt er dagegen. Er könne verstehen, dass ein Ausgleich für die Inflation verlangt werde. "Aber das würde in dieser Höhe für viele Unternehmen das Aus bedeuten. Wir reden ja von Rettungsschirmen und Insolvenzwellen. Jetzt ist vor allem Pragmatismus gefragt."

Es treffe überdies nicht zu, dass zahlreiche Betriebe die enorm gestiegenen Beschaffungskosten für Strom, Gas und Rohstoffe einfach an die Kunden weitergeben könnten. "Das geht voll in die Margen und Investitionsmöglichkeiten", meinte Schmidt. Die IG Metall wies darauf hin, Unternehmen hätte meist ganz andere Möglichkeiten als Arbeitnehmer, auf Energiekrise und Teuerung zu reagieren. Die Erzeugerpreise lägen in der Industrie auch teils weit über der allgemeinen Inflationsrate.

Überwiegend einig sind sich beide Seiten in der Feststellung, dass Tarifabschlüsse allein die brenzlige Lage nicht entschärfen können. Auch der Staat müsse nach dem dritten Entlastungspaket mit weiterer Unterstützung nachlegen. "Wir brauchen unbedingt einen verbindlichen Energiepreisdeckel für normale Verbräuche", sagte Gröger. Dieser könne dann auch für Firmen gelten und diese mit entlasten.

Entgelt-Tarifverträge laufen Ende September aus

Am Verhandlungsort versammelten sich viele Gewerkschaftsmitglieder und untermauerten ihre Erwartungen mit Fahnen, Transparenten und Trillerpfeifen. Schmidt warnte vor einer "Kernschmelze" in der Metall- und Elektrobranche: "Ich mache mir so große Sorgen um die Zukunft unserer Industrie wie noch nie. Wir stehen jetzt wirklich gemeinsam in der Verantwortung." Wichtigstes Ziel müsse es sein, Arbeitsplätze zu erhalten.

Die weiteren Verhandlungen dürften kompliziert und möglicherweise langwierig werden. Hier und da sind in der Branche Überlegungen zu hören, ähnlich wie für die Chemieindustrie im Frühjahr vielleicht zunächst einen Teilabschluss anzupeilen. So könnte man Zeit gewinnen, um im oder nach dem Winter ein vollständiges Tarifpaket zu schnüren.

Die Entgelt-Tarifverträge laufen in den Bezirken zum 30. September aus. Warnstreiks wären ab dem 28. Oktober möglich. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt selbst geht es um rund 120.000 Beschäftigte. In der Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen. (DPA)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2023

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet auch der Maschinenbau-Gipfel 2023 wieder Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels am 07. und 08. November 2023 in Berlin.

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels.

Hier geht es direkt auf die Anmeldeseite zum Maschinenbau-Gipfel 2023.

Metall-Tarifrunde beginnt - Streit über Konsequenzen hoher Inflation

Mo, 12.09.2022, 11:07: Unter dem Eindruck der rasanten Teuerung starten am Montag (15 Uhr) die Tarifgespräche für die deutsche Metall- und Elektrobranche. Arbeitnehmer und Arbeitgeber kommen zum bundesweiten Auftakt in Hannover zusammen, zunächst wird hier für den Bezirk Niedersachsen/Sachsen-Anhalt verhandelt. Vor Beginn der Beratungen wollen Vertreter der IG Metall und des Verbands Niedersachsen-Metall am frühen Nachmittag noch einmal ihre Erwartungen erläutern.

Es zeichnet sich ein zähes Ringen um die Höhe der künftigen Löhne in der Schlüsselindustrie ab. Die Region ist diesmal die erste in Deutschland, in der die Tarifpartner konkret miteinander sprechen.

Insgesamt geht es um die Arbeitsbedingungen von fast vier Millionen Beschäftigten. Die IG Metall fordert acht Prozent mehr Geld und will diese Steigerung in einem neuen, möglichst über zwölf Monate laufenden Tarifvertrag verankern. Einmalzahlungen steht sie skeptisch gegenüber - nötig sei vielmehr ein länger angelegtes Lohnplus, um die Kaufkraft zu erhalten und die Verbraucher zu entlasten.

Gewerkschaft offen für Kompromisse

Das Arbeitgeberlager wiederum hatte bereits mehrfach betont, dass man deutliche Einkommenszuwächse derzeit kaum stemmen könne. Zahlreiche Betriebe seien wegen der enormen Zunahme der Kosten für Energie und Rohstoffe schon stark belastet, teilweise sogar insolvenzbedroht.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann deutete an, dass die Gewerkschaft in den Verhandlungen offen für Kompromisse sein werde, wenn es um die kritische Lage besonders betroffener Unternehmen geht. Daneben führe jedoch kein Weg an einer grundsätzlichen, kräftigen Entgelterhöhung vorbei. Wegen der Verteuerung von Energie, Sprit und Lebensmitteln sei die Stimmung unter den Mitgliedern "ausgesprochen aufgeheizt".

Metallindustrie: Ab wann Warnstreiks möglich sind

Viele Menschen merkten die Inflation im Alltag. "Das staut sich in einer Erwartungshaltung." Die Wirtschaft müsse Verantwortung zeigen, so Hofmann. "Sonst sehe ich, dass die Gesellschaft in dieser Frage zusammenbricht, auseinanderbricht - und wir das Feld Populisten überlassen, die bei dieser Frage keinen Platz haben sollten."

Niedersachsen-Metall-Chef Volker Schmidt sprach sich für Vorsicht und Augenmaß in den bevorstehenden Verhandlungen aus. "Viele Betriebe sind bereits massiv in ihrer Existenz gefährdet", berichtete er über aktuelle Rückmeldungen aus Mitgliedsunternehmen. "Die Unsicherheiten sind größer denn je." Das gelte für Beschaffungs- und Energiepreise oft gleichermaßen wie für die Versorgung mit wichtigen Zulieferungen.

Schmidt wies die Darstellung zurück, Firmen könnten Erhöhungen der Preise einfach weiterreichen. Das treffe in den meisten Fällen nicht zu. "Auch die Unternehmen sind stark betroffen", sagte er zu den Folgen der Inflation, die jetzt nach einer langen Phase der Nullzinspolitik auch wieder zu Zinsanhebungen der Notenbanken führen.

Die regionalen Entgelt-Tarifverträge in der Branche laufen in den Bezirken zum 30. September aus. Warnstreiks wären ab dem 28. Oktober möglich. In der Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen. (DPA)

Im Fokus: Gasversorgung in der Industrie

Gaspipeline und Hilfsgeräte in der Gaspumpstation.
(Bild: 63ru78 - stock.adobe.com)

Was passiert, wenn Putin wirklich den Gashahn ganz zudreht? Wie soll die Industrie ohne russisches Gas über den Winter kommen? Welche Maßnahmen werden ergriffen? PRODUKTION hält Sie über alles Wichtige rund um die Gasversorgung auf dem Laufenden. Wir empfehlen Ihnen diese Artikel:

Ifo-Institut erwartet Rezession und steigende Inflation

Mo, 12.09.2022, 10:30: Das Ifo-Institut geht von weiter steigenden Inflationsraten und einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung in Deutschland aus. Für dieses Jahr rechnen die Münchner Ökonomen mit einer Teuerungsrate von 8,1 Prozent und im kommenden Jahr von 9,3 Prozent. Die Wirtschaft wird nach der am Montag vorgelegten Ifo-Konjunkturprognose in diesem Jahr nur noch um 1,6 Prozent zulegen und im kommenden Jahr sogar um 0,3 Prozent schrumpfen.

"Wir gehen in eine Winter-Rezession", sagte der Leiter der Ifo-Konjunkturforschung, Timo Wollmershäuser. Die Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und die folgenden drastischen Preissteigerungen "verhageln die wirtschaftliche Erholung nach Corona", sagte er. "Erst 2024 erwarten wir eine Normalisierung mit 1,8 Prozent Wachstum und 2,5 Prozent Inflation."

Die Energieversorger passten ihre Strom- und Gaspreise Anfang nächsten Jahres spürbar an die hohen Beschaffungskosten an. Das werde die Inflationsrate im ersten Vierteljahr sogar auf etwa elf Prozent hochtreiben. Damit gingen die realen Haushaltseinkommen kräftig zurück, und die Kaufkraft sinke spürbar, so die Konjunkturforscher. Das Entlastungspaket dürfte dies bei weitem nicht ausgleichen. "Der Kaufkraftverlust, gemessen am Rückgang der realen Pro-Kopf-Löhne in diesem und im kommenden Jahr um jeweils etwa drei Prozent, ist so hoch wie nie zuvor seit dem Beginn der heutigen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im Jahre 1970", sagte Wollmershäuser.

Für den Arbeitsmarkt erwartet das Ifo-Institut aber keine schweren Auswirkungen. Der Beschäftigungsaufbau werde sich nur vorübergehend verlangsamen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte im kommenden Jahr zwar um 50.000 Personen steigen. Aber das gehe vor allem auf Ukrainer zurück, die nur allmählich in den Arbeitsmarkt integriert würden. (DPA)

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Schunk Group kauft Hyprostatik Schönfeld

Fr, 09.09.2022, 11:38: Die Schunk Group hat die Hyprostatik Schönfeld GmbH erworben. Das Unternehmen ist Technologieführer auf dem Gebiet hydrostatischer Systeme und produziert unter anderem hydrostatische Führungen, Gewindetriebe und Spindellagerungen. Die Lösungen des Unternehmens finden in hochpräzisen Werkzeug-, Ultra-Präzisionsdreh- und Optikmaschinen in verschiedenen Industrien (wie zum Beispiel Automobil, Schiffsbau, Turbinenbau) Anwendung. Hydrostatische Lagerungen bieten den Vorteil niedriger Gleitwiderstände, niedrigen Verschleißes und sehr guter Dämpfungseigenschaften insbesondere bei hohen Lasten. Hyprostatik wurde 1982 gegründet, hat seinen Sitz in Göppingen in Deutschland und beschäftigt 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Hyprostatik und OptoTech verbindet eine intensive Entwicklungspartnerschaft“, sagt Peter R. Manolopoulos, Mitglied der Unternehmensleitung der Schunk Group und verantwortlich für die Division Machinery & Equipment. OptoTech verwendet Komponenten von Hyprostatik in unterschiedlichen Feinoptik-Maschinen, die hier für höchste Genauigkeit in der mechanischen Bearbeitung sorgen. „Durch den Kauf von Hyprostatik gewinnt OptoTech das Unternehmen als langfristigen strategischen Partner und sichert sich so einen technologischen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb“, so Manolopoulos weiter. (Schunk Group)

BMW kündigt Batterien mit deutlich mehr Leistung an

Fr, 09.09.2022, 9:21: BMW will die Reichweite und Ladezeit seiner Elektroautos ab 2025 mit neuen Batteriezellen deutlich verbessern und die Herstellungskosten der Batterien halbieren. Entwicklungsvorstand Frank Weber sagte am Freitag: "Die Energiedichte wird um mehr als 20 Prozent erhöht, die Ladegeschwindigkeit um bis zu 30 Prozent gesteigert und die Reichweite um bis zu 30 Prozent verbessert." Zudem sinke der CO2-Ausstoß bei der Zellproduktion um bis zu 60 Prozent.

Zum ersten Mal will BMW für die Batterien seiner "Neuen Klasse" runde Zellen verwenden statt der bisherigen Prisma-Zellen. Sie wurden von BMW selbst entwickelt und enthalten weniger Kobalt und mehr Nickel und Silizium als die bisher verwendeten Zellen. Zugleich spart BMW Bauteile - die Batteriepacks werden einfach in den Unterboden der Karosserie eingebaut.

BMW lässt die neuen Zellen von Partnern fertigen, die dafür sechs Fabriken mit einer jährlichen Kapazität von jeweils bis zu 20 Gigawattstunden (GWh) errichten: Je zwei in Europa, in China und in Nordamerika. Damit könne der Bedarf für die E-Autos der "Neuen Klasse" langfristig gedeckt werden, sagte Einkaufsvorstand Joachim Post.

Ein zweistelliger Milliardenbetrag sei bereits an CATL und EVE Energy vergeben für den Bau der Fabriken in China und Europa. Eine davon entsteht im ungarischen Debrecen, wo BMW 2025 die ersten Fahrzeuge der auf einer Elektroplattform stehenden "Neuen Klasse" vom Band laufen lassen will. Der Partner für die beiden Fabriken in Nordamerika soll bis Jahresende feststehen.

"Wir wollen keine eigene Zellfertigung", sagte Weber. Die Technik entwickle sich so schnell, dass das für einen kleinen Autobauer wie BMW angesichts der hohen Investitionen eine Innovationsbremse wäre.

Die Herstellung der neuen Hochvoltbatterie soll nur noch halb soviel kosten wie die der aktuellen Generation. Das E-Auto müsse für BMW «am Ende auf dem Profitabilitätsniveau eines Verbrenners sein», sagte Weber. Um den CO2-Austoß zu senken, müssen die BMW-Partner auch recyceltes Lithium, Kobalt und Nickel einsetzen und dürfen in der Produktion nur Grünstrom verwenden.

Energiespeicher, Antrieb und Ladetechnik der «Neuen Klasse» sollen über eine höhere Spannung verfügen und das Laden an Gleichstrom-Schnellladestationen verbessern. Pro Minute könne dann Strom für 50 Kilometer Reichweite geladen werden, sagte Weber. (DPA)

Mehr zu BMW:

Auftragsplus für deutsche Elektroindustrie - Ausblick trübt sich ein

Fr, 09.09.2022, 9:11: Die Auftragsbücher der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben sich im Juli wieder ordentlich gefüllt. Nachdem die Neubestellungen zuletzt stagniert hatten, gingen nach Angaben des Branchenverbandes ZVEI in dem Monat 16,7 Prozent mehr Aufträge ein als ein Jahr zuvor. "Der wertmäßige Anstieg fiel damit höher aus als im Durchschnitt des ersten Halbjahrs", erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. "Zu verdanken war dies auch, aber nicht nur, Großaufträgen."

Die Inlandsbestellungen legten den Angaben zufolge im Juli zum Vorjahresmonat um 19,5 Prozent zu, aus dem Ausland gingen 14,3 Prozent mehr Orders ein als vor einem Jahr. In den sieben Monaten von Januar bis einschließlich Juli übertrafen die Bestellungen den Wert des Vorjahreszeitraums nach ZVEI-Berechnungen um 13,3 Prozent. Die Umsätze der Branche lagen demnach in den sieben Monaten in Summe mit 123,8 Milliarden Euro um 9,1 Prozent über Vorjahresniveau.

Wie andere Branchen hat auch die Elektroindustrie mit Materialknappheit und Lieferengpässen zu kämpfen. Im August bewertete nach Angaben des Verbandes der Elektro- und Digitalindustrie dennoch die Hälfte der Firmen in der Branche ihre wirtschaftliche Situation als gut. 45 Prozent beschrieben sie als stabil, fünf Prozent als schlecht. Mit Blick auf die nächsten sechs Monate erwarten elf Prozent der Unternehmen anziehende Geschäfte, 52 Prozent rechnen mit gleichbleibenden und 37 Prozent mit rückläufigen Aktivitäten. Damit fiel die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage besser aus als im Juli, der Ausblick jedoch ist trüber geworden. (DPA)

Podcast: ZVEI-Präsident über Halbleitermangel und die Elektroindustrie

Airbus liefert im August weniger Maschinen aus - Letzter Qatar-Auftrag storniert

Fr, 09.09.2022, 8:00: Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus muss sich nach rückläufigen Auslieferungen im August für sein Jahresziel weiter ranhalten. Im abgelaufenen Monat fanden 39 Verkehrsflugzeuge den Weg zu den Kunden, wie der Dax-Konzern am Donnerstagabend mitteilte. Im Juli hatte Airbus noch 46 Verkehrsjets an seine Kunden übergeben, im Juni sogar 60 Stück. In den ersten acht Monaten hat der Hersteller damit 382 Maschinen ausgeliefert. Das ist nur etwas mehr als die Hälfte der 700 Jets, die Vorstandschef Guillaume Faury Ende Juli als neues Auslieferungsziel für das laufende Jahr genannt hatte.

Üblicherweise ziehen die Auslieferungszahlen gegen Jahresende deutlich an. Von den für 2022 ursprünglich angepeilten 720 Auslieferungen musste sich Airbus wegen Problemen in den Lieferketten jedoch bereits verabschieden.

Im August holte der Konzern keine neuen Bestellungen herein. Unterdessen strich der Konzern die letzte verbliebene Bestellung der arabischen Fluggesellschaft Qatar Airways über 19 Großraumflugzeuge vom Typ A350 aus dem Auftragsbuch. Branchenkreisen zufolge hat der Hersteller den Vertrag mit seiner Großkundin nach monatelangem öffentlichen Streit wegen Schäden an der Oberfläche mehrerer Maschinen der Reihe gekündigt.

Qatar Airways hatte den weltgrößten Flugzeugbauer im Dezember in London wegen der Mängel auf Schadenersatz verklagt und diese öffentlich als Sicherheitsproblem bezeichnet. Airbus und die europäische Luftfahrtbehörde Easa beurteilten die Sache jedoch anders. Der Hersteller hatte angeboten, die Schäden auf eigene Kosten zu beheben, Qatar Airways hatte dies jedoch abgelehnt. Airbus hatte in diesem Zuge bereits im Januar eine Bestellung der Araber über 50 Mittelstreckenjets vom Typ A321neo storniert. (DPA)

Mercedes-Benz und Rivian wollen bei E-Transportern kooperieren

Do, 08.09.2022, 15:02: Mercedes-Benz will mit dem US-Elektroautobauer Rivian bei der Produktion elektrischer Transporter kooperieren. Beide Unternehmen hätten eine entsprechende Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, teilte Mercedes-Benz am Donnerstag mit. Man wolle ein Gemeinschaftsunternehmen für die Produktion gründen, in eine gemeinsame Fabrik in Europa investieren und diese gemeinsam betreiben.

Transporter beider Unternehmen sollen dort "bereits in wenigen Jahren" produziert werden. Für die Fabrik, die ausschließlich für rein elektrische Transporter vorgesehen ist, solle ein bereits bestehender Standort von Mercedes-Benz in Mittel-/Osteuropa genutzt werden. Dieser böte "signifikante Kostenvorteile", sagte Mathias Geisen, Leiter von Mercedes-Benz Vans. Zum geplanten Zeitrahmen, genauen Standort und der Summe der Investitionen äußerte sich Geisen auf Nachfrage nicht im Detail.

Die Zusammenarbeit ermögliche es, operative Synergien zu heben und die Kosteneffizienz erheblich zu steigern, hieß es laut Mitteilung. Gewerblichen Kunden könnten damit wettbewerbsfähige Produkte angeboten werden. (DPA)

Einen Monat nach Cyberangriff auf IHK: Noch immer Einschränkungen

Do, 08.09.2022, 13:06: Auch gut einen Monat nach dem Cyberangriff auf die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Deutschland gibt es dort noch Einschränkungen. Bis alle Industrie- und Handelskammern deutschlandweit wieder voll funktionsfähig arbeiten können, werde es noch einige Wochen dauern, teilte deren IT-Servicedienstleister IHK-GfI am Donnerstag mit.

Essenzielle Services würden aber bereits kurzfristiger wieder zur Verfügung gestellt oder seien bereits verfügbar: So seien die Websites der meisten IHK inzwischen wieder online und 47 der insgesamt 79 Industrie- und Handelskammern (Stand 6. September) wieder per E-Mail erreichbar. Auch die wesentlichen internen Anwendungen stünden zur Verfügung.

Der am 3. August entdeckte Angriff habe zwar durch das Trennen aller IHK vom Internet abgewehrt werden können, die Software-Anwendungen und IT-Systeme der IHK würden aber nur nach intensiver Prüfung schrittweise hochgefahren, erklärte die IHK-GfI. Grund ist die Sorge vor weiteren Attacken.

"Hinter dem Cyber-Angriff stecken nach Erkenntnissen der IT-Forensiker und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik extrem professionelle Hacker", heißt es in der Mitteilung der IHK-GfI. Der Angriff sei von langer Hand vorbereitet worden. Die Vorgehensweise der Hacker deute auf Spionage oder Sabotage als Zweck hin. Ein finanzielles Motiv sei aber noch nicht auszuschließen.

Habeck: Werden breiten Rettungsschirm für Unternehmen aufspannen

Do, 08.09.2022, 11:37: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Unternehmen in der Energie- und Preiskrise Unterstützung zugesagt. "Wir werden einen breiten Rettungsschirm aufspannen, und wir werden ihn breit aufspannen, so dass vor allem die Kleinen und die KMUs unter diesen Rettungsschirm runterfallen können", sagte der Grünen-Politiker im Bundestag in der Debatte zum Haushalt seines Ministeriums. Die Regierung aus SPD, Grünen und FDP hatte sich beim Koalitionsausschuss am Wochenende bereits auf weitere Hilfen geeinigt.

Das sogenannte Energiekostendämpfungsprogramm, das energie- und handelsintensiven Unternehmen mit Zuschüssen hilft, solle für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geöffnet werden, sagte Habeck. Auch die "Handelsbezogenheit" solle als Kriterium wegfallen. Zudem solle die Unterstützung nicht auf bestimmte Branchen begrenzt sein. Kriterien, um von den Hilfen zu profitieren, könnten beispielsweise der Anteil der Energiekosten am Produkt oder am Umsatz sein, sagte Habeck.

Das Programm werde zeitlich befristet sein, weil man an anderen Instrumenten arbeite, um den Preisanstieg zu stoppen und so Bürger und Unternehmen zu entlasten, sagte Habeck. "Es kann also keine Dauersubvention sein." Er versprach: "Wir werden die deutschen Unternehmen und den deutschen Mittelstand schützen."

Habeck betonte, es gebe auch einen Nachfrageschock, weil Menschen bei knapper Kasse weniger konsumierten. Auch daran arbeite die Regierung, damit der Konsum wieder steige. Für Oktober kündigte er einen Mechanismus an, wonach Unternehmen, die ihre Produktion zurückfahren und so Gas sparen, finanziell entschädigt werden sollen. "Putins Angriff zielt auch auf unser Wirtschaftssystem", sagte Habeck mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. (DPA)

Podcast Industry Insights: Hören Sie rein!

Cover Industry Insights mit Anja Ringel und Julia Dusold

Im Podcast Industry Insights sprechen wir gemeinsam über alles, was die Industrie beschäftigt. Unsere Redakteurinnen Julia Dusold und Anja Ringel haken nach, welche Karrierethemen und Technik-Trends bei Technologieunternehmen und Maschinenbauern gerade aktuell sind. Dafür laden wir in jede Folge eine prominente Branchengröße ein, um mit ihr zu diskutieren.

Einige Highlights:

Alle Folgen von Industry Insights finden Sie hier. Abonnieren Sie uns gerne auch auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Sie am liebsten Podcasts hören.

Deutsche Industrie fährt aufgrund der Energiekrise die Produktion runter

Mi, 07.09.2022, 14:02: Fast jedes zehnte mittelständische Industrieunternehmen hat einer Umfrage des BDI zufolge seine Produktion in Deutschland wegen hoher Preise unterbrochen oder gedrosselt. Extrem steigende Energiepreise stellten die Industrie vor fundamentale Probleme, erklärte der BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Von den knapp 600 befragten Unternehmen gaben mehr als 90 Prozent in einer Branchenumfrage an, dass die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise eine existenzielle oder starke Herausforderung für sie seien.

Wegen der Preissteigerungen denkt jedes fünfte der befragten Firmen über eine Verlagerung von Teilen oder des gesamten Unternehmens ins Ausland nach. Der BDI hatte schon im Februar vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor einem Abwandern der Industrie gewarnt. Damals war der Anteil der Betriebe, die über einen Wechsel oder eine teilweise Verlagerung ins Ausland nachdachten, mit 26,5 Prozent noch höher.

Die Preisanstiege haben laut der Umfrage auch konkrete Auswirkungen auf die Investitionen. So gaben rund 40 Prozent der Unternehmen an, Investitionen in die ökologische Transformation zurückzustellen. Ein Fünftel beschleunigt sie dagegen.

(DPA)

Containerschiff-Stau in der Deutschen Bucht wieder größer

Di, 06.09.2022, 14:44: Der Stau von Containerschiffen in der Deutschen Bucht löst sich nach Beobachtungen des Kiel Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) nicht auf - und ist zuletzt sogar wieder gewachsen. "Lieferengpässe und Staus in der Containerschifffahrt verfestigen sich und belasten den weltweiten Warenaustausch", berichtete der IfW-Ökonom Vincent Stamer im jüngsten 'Kiel Trade Indicator' vom Dienstag. "In der deutschen Bucht warten wieder mehr Containerschiffe als noch vor 14 Tagen."

Nach IfW-Berechnungen stecken derzeit weltweit rund elf Prozent aller verschifften Waren in Staus vor wichtigen Containerhäfen fest. Dabei sei in den beobachteten Wartebereichen "erstmals der Stau in der Nordsee am gravierendsten", so das Kieler Institut. Deutlich über zwei Prozent der globalen Frachtkapazität stünden dort still und könnten weder be- noch entladen werden. Alleine in der Deutschen Bucht warten demnach derzeit 19 Containerschiffe auf Löschung ihrer Waren, zwei mehr als noch vor zwei Wochen.

Zudem schnelle die Warteschlange vor den US-Bundesstaaten South Carolina und Georgia in die Höhe, berichtete IfW-Forscher Stamer. Dort liegt der wichtige Containerhafen Savannah. "Vor Chinas Häfen sind die Staus zyklisch bedingt rückläufig."

Weil mehr als 90 Prozent aller Güter weltweit per Schiff transportiert werden, ist der Containerschiffsverkehr eine Lebensader des Welthandels. Sie ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor zweieinhalb Jahren zunehmend aus dem Takt geraten. Jede Störung, etwa Lockdowns in einzelnen Häfen, eine Havarie wie die der "Ever Given" im Suezkanal oder Arbeitskämpfe wie zur Zeit im größten englischen Containerhafen Felixstowe, bringt zusätzlich Sand ins Getriebe und mindert die Pünktlichkeit der Schiffe.

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Institut IWH rechnet mit mehr Insolvenzen im Herbst

Di, 06.09.2022, 12:35: Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist kräftig gestiegen. Sie lag im August bei 718 und somit gut ein Viertel (26 Prozent) über dem Vorjahreswert, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Dienstag mitteilte. Der Wert liegt laut dem IWH über den Schätzungen der Wirtschaftsexperten vom Vormonat.

Angesichts der aktuellen Zahlen korrigierte das IWH seine Voraussagen für die kommenden Monate nach oben. Für Oktober ließen die Frühindikatoren bereits deutlich höhere Insolvenzzahlen erwarten, die etwa ein Drittel über denen vom Oktober 2021 liegen könnten. "Von einer drohenden Insolvenzwelle kann trotz steigender Zahlen derzeit nicht gesprochen werden", fügte Steffen Müller, Leiter der IWH-Abteilung Strukturwandel, hinzu.

"Nach lange Zeit niedrigen Insolvenzzahlen hat nun eine Trendwende eingesetzt", so Müller. Das liege insbesondere an stark steigenden Preisen für wichtige Produktionsfaktoren. Während der Ukrainekrieg zu steigenden Energiekosten führe, seien Unterbrechungen der internationalen Lieferketten für die Verteuerung vieler importierter Vorleistungsgüter verantwortlich. Zudem werde die von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgerufene Zinswende die Refinanzierungskosten von Unternehmen erhöhen. Die Mindestlohnerhöhung belaste die Finanzen der Firmen zusätzlich. (DPA)

Deutsche Industrie erhält erneut weniger Aufträge

Di, 06.09.2022, 8:16: Die Auftragslage der deutschen Industrie trübt sich weiter ein. Im Juli gingen erneut weniger Aufträge ein, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts vom Dienstag hervorgeht. Der Auftragseingang fiel gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent. Es ist bereits der sechste Rückgang in Folge. Analysten hatten mit einem Rücksetzer von im Schnitt 0,7 Prozent gerechnet. Die Nachfrage habe sich angesichts des Ukraine-Kriegs und der hohen Gaspreise schwach entwickelt, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. (DPA)

Tarifabschluss für Hafenarbeiter endgültig unter Dach und Fach

Mo, 05.09.2022, 15:22: Der neue Tarifvertrag für die rund 12.000 Hafenarbeiter an den deutschen Nordseehäfen ist endgültig unter Dach und Fach. Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi stimmte dem mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) vor knapp zwei Wochen vereinbarten Tarifabschluss am Montag "nach eingehender Diskussion" zu, wie die Gewerkschaft mitteilte. Damit ist für die ohnehin gestressten Logistikunternehmen in den Häfen die Gefahr weiterer Streiks für zwei Jahre vom Tisch. Vorausgegangen war eine beispiellose Warnstreikserie, die im Juni und Juli die Abfertigung in den Häfen für insgesamt 80 Stunden lahmgelegt hatte.

Der nach zehn Runden gefundene Abschluss sieht deutliche Entgelterhöhungen in diesem und im kommenden Jahr vor. Zudem enthält der Abschluss eine Klausel für den Fall, dass die aktuell extrem hohe Inflationsrate von fast acht Prozent auch im kommenden Jahr ausufern sollte. "Unser Ziel war ein echter Inflationsausgleich, um die Beschäftigten nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerungen allein zu lassen", sagte die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, Maya Schwiegershausen-Güth. "Das ist uns für die allermeisten Betriebe gelungen."

Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft hatte nach der Einigung in Bremen schon mit großer Mehrheit die Annahme empfohlen. Vor einer endgültigen Zustimmung sollte aber noch die Meinung der Gewerkschaftsmitglieder in den betroffenen Betrieben eingeholt werden. (DPA)

Drittes Entlastungspaket: So sollen Unternehmen unterstützt werden

Mo, 05.09.2022, 9:06: Einige der Entlastungsschritte, auf die sich die Ampel-Koalition neu geeinigt hat, haben Wirkungen bis weit über den Winter hinaus. Andere sollen kurzfristig greifen. Diese Maßnahmen betreffen Unternehmen:

  • Unternehmenshilfen: Energieintensive Unternehmen, die Kostensteigerungen nicht weitergeben können, sollen mit einem neuen Programm unterstützt werden. Der Spitzenausgleich bei den Strom- und Energiesteuern soll um ein weiteres Jahr verlängert werden. Bestehende Unternehmenshilfen unter anderem mit zinsgünstigen Krediten und erweiterten Bürgschaften sollen bis 31. Dezember verlängert werden. Geprüft werden Schritte für Unternehmen, die aufgrund von Gasmangel und hoher Energiepreise die Produktion temporär einstellen müssen.
  • Strompreisbremse: Privathaushalte sollen die Strommenge für einen Basisverbrauch zu einem vergünstigten Preis erhalten. Für kleine und mittlere Unternehmen mit Versorgertarif soll dies auch gelten. Finanziert werden soll die Preisbremse mit Einnahmen durch eine neue Erlösobergrenze für Energieunternehmen. Zudem sollen die beim Strompreis relevanten, voraussichtlich steigenden Netzentgelte damit bezuschusst werden.
  • Kurzarbeit: Ein wegen des Corona-Abschwungs eingeführter erleichterter Zugang zur Kurzarbeit soll verlängert werden.
  • Steuerfreie Prämie: Der Bund bietet Arbeitgebern und Beschäftigten an, dass er auf Steuern und Abgaben verzichtet, wenn Unternehmen zusätzliche Zahlungen an ihre Beschäftigten bis zu 3000 Euro leisten. (DPA)

IG Metall will bei Vestas "Schlagzahl erhöhen" - neue Warnstreiks

Mo, 05.09.2022, 7:30: Mit neuen Warnstreiks will die IG Metall im Kampf um einen Tarifvertrag den Druck auf die deutsche Tochter des dänischen Windanlagenherstellers Vestas erhöhen. Bundesweit ruft die Gewerkschaft alle Beschäftigten dazu auf, an diesem Montag abermals die Arbeit für drei Stunden niederzulegen. Ein weiterer Warnstreik soll noch in derselben Woche folgen, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, der Rendsburger IG-Metall-Geschäftsführer Martin Bitter, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gewerkschaft reagiert damit auf die Weigerung der Vestas Deutschland GmbH (Hamburg), in Verhandlungen über die tarifliche Regelung von Arbeitsbedingungen und Entlohnung einzutreten. Ein Vestas-Sprecher teilte dazu auf Anfrage mit: "Vestas arbeitet eng mit dem Betriebsrat zusammen, um neue Maßnahmenpakete und Initiativen umzusetzen, um ein attraktiver, moderner und wettbewerbsfähiger Arbeitgeber in Deutschland zu bleiben. Wir sind der Meinung, dass dieser Ansatz den Bedürfnissen der gesamten Belegschaft gerecht wird. Eine Diskussion über weitere Verbesserungen der Betriebsvereinbarung ist im Gange."

Bitter nannte dies eine "Nebelkerze", denn es gehe bei Gesprächen mit dem Betriebsrat nicht um die verbindliche Festlegung tariflicher Regelungen. "Das Preisschild setzt der Arbeitgeber fest", sagte der Gewerkschafter. Der Betriebsrat habe dem Unternehmen mehrfach signalisiert, dass Tarifthemen Sache der Gewerkschaft und nicht der Arbeitnehmervertretung seien. "Der Betriebsrat sagt klar, dass er das gewerkschaftlich geregelt haben will, und die Mehrheit der Beschäftigten will das auch", sagte Bitter. "Deswegen wollen wir die Schlagzahl erhöhen, um zu zeigen, dass wir es ernst meinen."

Der Konflikt betrifft laut IG Metall insgesamt rund 1.700 Beschäftigte, darunter 700 Monteure, die im ganzen Bundesgebiet mit Service und Wartung von Windkraftanlagen beschäftigt sind.

Die IG Metall beklagt seit langem, dass zwar viele Zulieferer der Windindustrie, zum Beispiel Maschinenbauer, traditionell dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie unterliegen. Bei Herstellern und im Servicebereich habe sich die Windbranche aber bisher weitgehend einer Tarifbindung verweigert. (DPA)

Download: Dossier Kritische Rohstoffe

Frau schaut sich Dossier Kritische Rohstoffe auf einem Tablet PC an
(Bild: mi connect)

Welche Rohstoffe werden als kritisch eingestuft? Und warum? In unserem Dossier Kritische Rohstoffe erklären wir die aktuelle Versorgungslage, warum sie eng mit der geopolitischen Situation verwoben ist, und stellen mögliche Strategien vor, wie Unternehmen reagieren können.

Neugierig geworden? Dann kommen Sie hier zur Leseprobe.

Sie wollen gleich mehr erfahren? Hier geht's zum Download des Dossiers.

Das erwartet Sie:

  • Warum die Klima- und Verkehrswende neue Abhängigkeiten schafft
  • Welche Schlüsselrolle China bei der Rohstoffversorgung spielt
  • Welche Maßnahmen die Politik für die Rohstoffsicherheit plant
  • Welche Alternativen es zum Einkauf von Primärrohstoffen gibt
  • Gesamtüberblick: Welche kritischen Rohstoffe es gibt, wo sie in welchen Mengen gefördert und wie sie verwendet werden

DIHK: Energiepreise gefährden Unternehmen - Regierung zu zögerlich

Fr, 02.09.2022, 8:06: Die deutsche Wirtschaft gerät wegen der hohen Energiepreise nach Darstellung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zunehmend unter Druck. Nach einer DIHK-Erhebung sähen sich aktuell 16 Prozent der Industriebetriebe gezwungen, die Produktion aufgrund der hohen Energiepreise herunterzufahren oder einzuschränken, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, auf der Vollversammlung der Handelskammer Hamburg.

"Eine Energiekrise, wie wir sie derzeit erleben, hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nicht gegeben", sagte Adrian laut Redemanuskript. Die Bundesregierung habe es auf der Kabinettsklausur in Meseberg erneut versäumt, klare Antworten auf die Herausforderungen zu geben. "Die Maßnahmen der Bundesregierung sind an vielen Stellen zu langsam und zu zögerlich", kritisierte er.

Je länger die Gaspreise so exorbitant hoch bleiben, desto größer dürfte der Verlust an Wertschöpfung in Deutschland sein, warnte Adrian. "Zu allem Unglück kommt hinzu, dass es bei den Strompreisen inzwischen eher noch schlimmer aussieht." Deshalb stünden in den nächsten Monaten viele Firmen vor ernsten Herausforderungen. "Und wenn ein Betrieb erst einmal geschlossen ist, dann wird es in diesem schwierigen Umfeld nur schwer möglich, ihn wieder zu öffnen. Das trifft im Übrigen nicht nur die Industrie, sondern auch Bäckereien oder Lebensmittelläden", sagte der DIHK-Präsident laut den Angaben.

Notwendig sei eine Verlängerung und Ausweitung der Notfallzahlungen, bekräftigte der DIHK. Die Energiezuschüsse müssten demnach bis zum Jahresende verlängert werden. Die Gasumlage sollte besser aus dem Bundeshaushalt bestritten werden, forderte Adrian weiter. Zudem sollte die Energiesteuer auf den europäischen Mindestsatz gesenkt werden. Schließlich sei mehr Tempo bei Genehmigungen erforderlich: "Wir müssen von der Standspur auf die Überholspur wechseln, wenn wir trotz der wirtschaftlichen Folgen des Angriffskriegs Russlands bis 2045 klimaneutral werden wollen."

Der DIHK-Chef sprach sich zudem für eine "Neugestaltung der Globalisierung" aus. Die Weiterentwicklung der internationalen Arbeitsteilung sei für alle eine Chance und für Unternehmen Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und Erhalt der Arbeitsplätze in Deutschland. Gerade aktuell – in Zeiten von Pandemie und Krieg – ist es nach den Worten von Adrian für Unternehmen "essenziell, ihre Produktion über möglichst viele Länder zu verteilen, um das Risiko von Produktionsausfällen zu streuen". Daher komme es gerade jetzt auf eine kluge EU-Handelspolitik an, die auf die Absicherung und Diversifizierung von wichtigen Handelsbeziehungen setzt und gleichzeitig souveräne EU-Interessen vertritt. (DPA)

Im Fokus: Gasversorgung in der Industrie

Gaspipeline und Hilfsgeräte in der Gaspumpstation.
(Bild: 63ru78 - stock.adobe.com)

Was passiert, wenn Putin wirklich den Gashahn ganz zudreht? Wie soll die Industrie ohne russisches Gas über den Winter kommen? Welche Maßnahmen werden ergriffen? PRODUKTION hält Sie über alles Wichtige rund um die Gasversorgung auf dem Laufenden. Wir empfehlen Ihnen diese Artikel:

Exporte sinken im Juli

Fr, 02.09.2022, 8:00: Im Juli 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt um 2,1 Prozent und die Importe um 1,5 Prozent gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2021 um 14,3 Prozent und die Importe um 29,3 Prozent.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im Juli 2022 gegenüber Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt um 15,1 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2021 nahmen sie um 55,1 Prozent ab. Die Importe aus Russland nahmen im Juli 2022 gegenüber Juni 2022 um 17,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ab. (Statistisches Bundesamt)

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Auftragsminus im Maschinenbau - Produktionsrückgang 2023 erwartet

Do, 01.09.2022, 10:24: Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer bekommen die schwächelnde Weltwirtschaft zunehmend zu spüren und rechnen 2023 mit einem Rückgang ihrer Produktion. Preisbereinigt müsse mit einem Produktionsminus von zwei Prozent gerechnet werden, prognostizierte der VDMA. Ein deutlich schwächeres Wachstum in China, der Krieg in der Ukraine, hohe Inflationsraten und die daraus resultierenden Bremsmanöver der Notenbanken ließen auf Zurückhaltung bei Investitionen schließen, begründete der Verband.

Im Juli des laufenden Jahres verbuchte die exportorientierte Branche nach Angaben des Verbandes preisbereinigt (real) 14 Prozent weniger neue Aufträge als ein Jahr zuvor. "Die Investitionslaune hat sich weltweit eingetrübt, was bei den geopolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen nicht verwundert", erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Aus dem Inland kamen im Juli 17 Prozent weniger Aufträge, die Bestellungen aus dem Ausland gingen zum Vorjahresmonat um zwölf Prozent zurück. Für den Zeitraum von Januar bis einschließlich Juli 2022 ergibt sich den Angaben zufolge in realer Betrachtung eine Stagnation im Auftragseingang, nominal gesehen steht für diesen Zeitraum ein Plus von 8 Prozent in den Büchern.

Der VDMA verweist zugleich darauf, dass der Auftragsbestand historisch hoch sei. Daher rechnet die Branche für das laufende Jahr weiterhin damit, dass trotz Lieferengpässen, Fachkräftemangel und steigenden Energiepreisen die Produktion 2022 zulegen wird. Die gesenkte Prognose von einem Prozent reales Produktionswachstum im Gesamtjahr 2022 hält der Verband aufrecht. (dpa)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2023

Der deutsche Maschinenbau steht vor großen Herausforderungen! Internationale Krisen, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, geopolitische Verwerfungen - es steht viel auf dem Spiel für Deutschlands wichtigste Industriebranche.

 

Die Vielzahl der Themen ist für den einzelnen zu groß und darum bietet auch der Maschinenbau-Gipfel 2023 wieder Orientierung, Stärkung des Zusammenhalts im Netzwerk und Austausch mit der Politik.

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION, werden mit der Gestaltung wieder ihrem hohen Anspruch gerecht: Perspektiven und Zukunftsfähigkeit schaffen durch gemeinsames Handeln – das ist die Maxime des Maschinenbau-Gipfels am 07. und 08. November 2023 in Berlin.

 

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Ausbildungsstart bei Siemens: Mehr Raum für persönliche Kompetenzentwicklung

Do, 01.09.2022, 9:34: Wie im Vorjahr starten bei Siemens bundesweit mehr als 1.300 Auszubildende und dual Studierende in die Berufswelt. Die Ausbildungsstellen verteilen sich dabei auf über 800 Stellen bei der Siemens AG, 190 bei Siemens Mobility und 130 bei den Siemens Healthineers. Hinzu kommen 200 Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger von externen Partner-Unternehmen, die bei der Siemens Professional Education eine Ausbildung absolvieren. Insgesamt entfallen mehr als die Hälfte der Ausbildungsstellen auf duale Studienplätze. Siemens ist einer der größten und innovativsten privaten Ausbildungsbetriebe weltweit und investiert hierfür jährlich rund 160 Millionen Euro.

Die digitale Transformation beschleunigt technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen und zeigt sich ebenso in einer kontinuierlichen Veränderung unserer Arbeitswelt. Mit dem Start des Jahrgangs 2022 wird die individuelle Kompetenzentwicklung in den Mittelpunkt gestellt und noch stärker als bisher gefördert. „Wir passen bei Siemens unsere Ausbildungsinhalte regelmäßig an neue Anforderungen an und vermitteln unseren Auszubildenden die nötigen Kompetenzen, um im Arbeitsleben langfristig erfolgreich und engagiert zu sein“, sagte Judith Wiese, Chief People and Sustainability Officer (CPSO). „Experimentierfreude und Offenheit für Neues sind wichtige Voraussetzungen für lebenslanges, eigenverantwortliches Lernen“, ergänzte sie in einer Pressemitteilung.

Die Ausbildungs-Philosophie von Siemens bietet individuelle Gestaltungsspielräume: Sowohl der Inhalt als auch die Dauer einer Ausbildungssequenz können gezielt auf die Gruppe der jeweiligen Auszubildenden abgestimmt werden – abhängig vom Lernerfolg. Die Sequenzen variieren stark in ihrer Länge und dauern je nach Umfang des Themenbereichs zwischen einer Woche und maximal 27 Wochen.

Eine Ausbildungssequenz zum Thema Verdrahtungstechniken dauert beispielsweise vier Wochen. Lernt eine Gruppe hierbei besonders schnell, kann die Zeit der Sequenz auf zwei Wochen verkürzt werden. Benötigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr Zeit, kann das Modul auch verlängert werden.

Im Fokus der Ausbildung stehen folgende Inhalte: Digitale Medien- und Fachkompetenz, Selbstorganisation, Lösungsorientierung, Umgang mit Veränderungen, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Dokumentations- und Präsentationstechnik, Lern- und Arbeitsmethoden und Projektmanagement. In regelmäßigen Abständen schätzen die Lernenden ihre Kompetenzen selbst ein und erhalten dazu jeweils Feedback von ihren Ausbilderinnen und Ausbildern. (Siemens)

Podcast: Siemens CEO Process Automation Eberle über 5G und Industrie 4.0

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