Konkurs als Wort beim Spiel Scrabble.

Konkurs als Wort beim Spiel Scrabble. In der realen Welt rechnet ein großer Kreditversicher mit einer Pleitewelle. - Bild: Pixabay

| von Gabriel Pankow

Um rund sechs Prozent sollen die Insolvenzen weltweit ansteigen, heißt es in einem Bericht von dpa. Das wäre der vierte Anstieg in Folge, teilte die deutsche Regionalorganisation des weltweiten Konzerns in Hamburg mit. Gegenüber dem Vorjahr mit neun Prozent mehr Insolvenzen habe sich der Anstieg zwar etwas verlangsamt, dafür sei er jedoch fast überall zu beobachten.

In vier von fünf Ländern sei mit mehr Firmenpleiten zu rechnen. "Das bedeutet, dass Exportrisiken praktisch überall lauern", sagte Ron van het Hof, Chef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Einen sicheren Hafen gibt es kaum noch."

Firmenpleite: Das ist die Prognose für China und Deutschland

Die Ursachen für den weltweiten Anstieg der Insolvenzen sieht die Allianz-Tochter in der anhaltenden Konjunkturschwäche, vor allem in den Industriestaaten und dem produzierenden Gewerbe. Auch die Folgen aus Handelskonflikten, politischen Unsicherheiten und sozialen Spannungen würden die Unternehmen in diesem Jahr in Atem halten. Spitzenreiter bei den erwarteten Insolvenzen ist Chile mit einem Zuwachs von 21 Prozent, vor der Slowakei und Indien mit zwölf und elf Prozent.

Auch in China werden die Insolvenzen um zehn Prozent steigen. In Europa ebenso wie in Deutschland erwartet Euler Hermes ein Plus von drei Prozent. Damit steigen die Insolvenzen in Deutschland erstmals seit zehn Jahren wieder an.

Weitere Fakten aus dem Global Insolvency Report (pdf/engl.) von Euler Hermes finde Sie hier.

Bereits im Februar vergangenen Jahres teilte die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel mit, dass Handelsstreit, Brexit-Sorgen und die allgemeine Abkühlung der Konjunktur die seit Jahren anhaltende Tendenz zum Sinken der Insolvenzfälle stoppen. 

"2019 wird die Trendumkehr eingeleitet und wir erwarten einen Anstieg bei den Firmeninsolvenzen", erklärte Crifbürgel-Geschäftsführerin Ingrid Riehl damals. Gefährdet seien unter anderem "Zombie-Unternehmen", die das derzeitige Niedrigzinsumfeld am Markt halte, die aber unter normalen Bedingungen nicht wettbewerbsfähig wären.

Wo es 2018 in Deutschland die meisten Insolvenzen gab

Im Jahr 2018 meldeten nach Crifbürgel-Angaben 19.552 Unternehmen in Deutschland Insolvenz an. Die meisten Firmenpleiten gab es nach Crifbürgel-Berechnungen 2018 in Bremen mit 105 Fällen je 10.000 Unternehmen, die wenigsten in Bayern mit 41 je 10.000 Unternehmen. Der Bundesschnitt lag bei 59 Fällen je 10.000 Firmen.

Die Firma geht, die Marke bleibt. Denn: Verbraucher vertrauen ihnen. Deshalb überleben viele Marken Wirtschaftskrisen, technische Umbrüche und sogar die Pleite des Unternehmens, dessen Namen sie tragen. Zwei Beispiele: Den einstigen Weltkonzern AEG gibt es schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Doch das markante Logo findet sich noch heute auf zahlreichen Hausgeräten. Ganz ähnlich ist es bei dem einstiegen Rundfunkpionier Grundig - dessen Name heute von einem türkischen Elektrogerätehersteller genutzt wird.

Wie groß auch das Unternehmen ist und wie bekannt auch die Marke ist: Insolvenzen sind - leider - normal. Doch manche Pleiten wirbeln mehr Staub auf als andere. Die größten Firmenpleiten der jüngeren Vergangenheit haben wir in diesem Ranking zusammengefasst.