So besser nicht: Anders als auf unserem Bild sollte Künstliche Intelligenz (KI) vertrauenswürdig sein und transparente Ergebnisse liefern.

So besser nicht: Anders als auf unserem Bild sollte Künstliche Intelligenz (KI) vertrauenswürdig sein und transparente Ergebnisse liefern. - Bild: Pixabay

| von Stefan Weinzierl

Bürger und Entscheider in Deutschland erkennen laut PwC das Potenzial, das mit Künstlicher Intelligenz verbunden ist – so glauben 60 Prozent, dass Künstliche Intelligenz Antworten auf eine Vielzahl drängender Probleme der heutigen Gesellschaft geben kann, etwa in den Bereichen Gesundheit, Mobilität oder Energie.

Auch 72 Prozent der CEOs, die PwC befragt hat, sind davon überzeugt, dass KI der entscheidende Geschäftsvorteil der Zukunft sein wird.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Unternehmen die KI einsetzen bestätigt, dass die neue Technologie die Produktivität im eigenen Unternehmen bereits erhöht hat.

„Noch steckt KI allerdings in den Kinderschuhen und beschränkt sich in vielen Unternehmen auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Jetzt müssen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Technologie auch Wertschöpfung ermöglicht“, sagt Hendrik Reese, Senior Manager und Experte für Künstliche Intelligenz bei PwC.

Im Whitepaper „Künstliche Intelligenz als Innovationsbeschleuniger im Unternehmen“ analysiert er, wie Unternehmen die Transformation gelingen kann.

KI: Schon heute vielerorts im Einsatz

Künstliche Intelligenz ermöglicht es Unternehmen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, durch Datenanalysen neue Erkenntnisse als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen zu gewinnen und sich mit neuen Produkten und Services an die Erwartungen von Kunden anzupassen.

Bereits heute wird KI in vielen Bereichen eingesetzt, beispielsweise zur Automatisierung von Prozessen in Unternehmen, zur Diagnostik in der Medizin oder zur Vorhersage von Kundenverhalten im Einzelhandel. „Doch die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz sind damit noch lange nicht ausgeschöpft“, sagt PwC-Experte Hendrik Reese. „Wenn Unternehmen das volle Potenzial nutzen wollen, muss ein Umdenken in der gesamten Organisation einsetzen. KI beschränkt sich nicht auf die IT- oder Innovationsabteilung, sondern erfasst das gesamte Unternehmen.“

Künstliche Intelligenz als Teil der Unternehmensstrategie

Gerade weil die Technologie eine neue Denkweise erfordert, muss sie in Einklang mit der Gesamtstrategie eines Unternehmens stehen. „In der Praxis starten zahlreiche Unternehmen zwar einzelne Initiativen. Sie versäumen es aber, grundsätzlich zu überlegen, wie diese das eigene Geschäft prägen“, so Reese.

Das ist ein Prozess, der Zeit erfordert: Unternehmen, die KI nutzen wollen, dürfen keine schnellen Ergebnisse erwarten, sondern müssen viel Zeit in die Beschaffung und Bereinigung von Daten investieren. Auch Mitarbeiter müssen entsprechend geschult werden. Ebenso braucht die Suche nach Partnern, die etwa technologische Lösungen anbieten, Sorgfalt.

Die Software muss transparent und überprüfbar sein

Entscheidend ist, dass Unternehmer vor der Einführung von KI prüfen, ob die Software transparente Ergebnisse liefert. Diese Sicherheit erwarten die Stakeholder im Unternehmen, aber auch Investoren, Kunden und Aufsichtsbehörden. „Ist diese Transparenz nicht gegeben, birgt das Reputations-, Finanz- und operative Risiken“, warnt Reese. „Schon in der Entwurfsphase sollten Unternehmen daher mitdenken, wie Kontrollen möglich sind.“

Insgesamt erfordert die Designphase einen intensiven Austausch zwischen den Entwicklern und dem Auftraggeber, damit die KI-Anwendung die Erwartungen der Nutzer wirklich erfüllt. Für die Entwicklungsphase sollten Unternehmen daher auch Zeit einplanen, um Testläufe von Nutzern zunächst in kleinem Kreis durchführen zu können – und zwar solchen Nutzern, die nicht am Design beteiligt waren. In der Regel sind mehrere Testläufe nötig, bis man zufriedenstellende Ergebnisse erreicht.

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Die neue Technologie unter Kontrolle bringen

Die Steuerung von Künstlicher Intelligenz ist allerdings kein einmaliger Vorgang, sondern ein kontinuierlicher Prozess. „Die Grundlage einer technologiegetriebenen Transformation ist Vertrauen, das gilt auch für KI. Nur wenn Unternehmen größten Wert auf Kontrolle und Sicherheit legen, kann Künstliche Intelligenz ihr Potenzial entfalten und die hohen gesellschaftlichen Erwartungen erfüllen, die mit ihr verbunden sind“, bilanziert Hendrik Reese.

Die fünf Schlüsselfaktoren für den verantwortungsvollen Einsatz von KI:

  1. Klarheit: Unternehmen sind dann erfolgreich, wenn sie genau wissen, welche Ergebnisse sie erzielen wollen und welche gesellschaftlichen und ethischen Auswirkungen mit Künstlicher Intelligenz verbunden sind.
  2. Transparenz: Stakeholder müssen dem Einsatz von KI vertrauen können. Daher ist es wichtig, von Anfang an einen Kontrollrahmen zu entwerfen und Grenzen der KI festzulegen.
  3. Unternehmensstruktur: KI braucht eine übergreifende Zusammenarbeit, Koordination und Kommunikation. Das erfordert entsprechende Strukturen im Unternehmen, um alle betroffenen Mitarbeiter und Abteilungen zu erreichen.
  4. Data Governance: Sie ist das Rahmenwerk für das einheitliche Sammeln, Bereinigen und Kontrollieren von Daten. Hinzu kommt die Besonderheit von Trainingsdaten bei KI Lösungen, denen besondere Aufmerksamkeit erteilt werden muss.
  5. Steuerungsmechanismen: Die Möglichkeiten und Risiken von KI-Plattformen sollten kontinuierlich beobachtet und bewertet werden. Auf dieser Basis können sie weiterentwickelt werden.

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