
Kuka-Chef Till Reuter versucht Bedenken gegen die mögliche Übernahme des Roboterherstellers durch chinesische Investoren auszuräumen. "Kuka ist eine deutsche Firma und wir bleiben eine deutsche Firma." - (Bild: Kuka)
Eigentlich sollte Till Reuter vor einem großen Publikum über den Digitalen Binnenmarkt referieren. Doch der Kuka-Chef ließ die Chance ungenutzt, auf dem Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrates in Berlin zu sprechen. Er sagte seine Teilnahme kurzfristig ab.
In diesen Tagen mehrt sich die Kritik an Reuter. Ende Mail hatte der Manager die Übernahmeofferte des chinesischen Haushaltsgeräteherstellers Midea als "Signal für die gute Arbeit" seines Unternehmens gewertet. Ein solcher Partner könne durchaus positiv für das weitere Wachstum von Kuka sein, erklärte Reuter auf der Kuka-Hauptversammlung in Augsburg.
"Ein Vorstand hat die Pflicht, neutral zu sein"
Investor Friedhelm Loh, der zehn Prozent am Ausgburger Roboterhersteller kontrolliert empfindet die wohlwollende Einschätzung der Midea-Offerte durch Reuter als "nicht ganz glücklich". "Ein Vorstand hat die Pflicht, neutral zu sein", so Loh gegenüber dem "Handelsblatt".
Zuvor hatte schon Hubert Lienhard, Chef des Technologiekonzerns Voith, positive Äußerungen Reuters zu der chinesischen Offerte kritisiert. Voith hält 25,2 Prozent an Kuka.
Kaum Chancen für ein deutsches Gegenangebot
Loh sieht kaum Chancen für ein deutsches Gegenangebot zur milliardenschweren Übernahmeofferte für Kuka. Auf keinen Fall wolle er in einen Bieterwettbewerb um den Roboterhersteller einsteigen. Die Frage nach einem Gebot sei ihm gestellt worden und sicherlich auch dem Großaktionär Voith, so Loh gegenüber dem "Handelsblatt". Das würde sein Unternehmen bei weitem überfordern und die eigenen Investitionsplanungen massiv einschränken.
Die chinesische Midea Group will den Roboterhersteller Kuka für mehr als 4,4 Milliarden übernehmen. Die Chinesen wollen 115 Euro je Kuka-Aktie bieten. Insgesamt ist die Offerte rund 4,5 Milliarden Euro schwer.

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