Die Herstellung flexibler Foliendisplays schematisch dargestellt: Der Strahl eines UV-Nanosekundenlasers trifft von unten durch die Glasplatte hindurch die Oberfläche der Polyimidfolie. Sie löst sich ab und die empfindlichen OLEDs bleiben völlig unberührt.
Die Herstellung flexibler Foliendisplays schematisch dargestellt: Der Strahl eines UV-Nanosekundenlasers trifft von unten durch die Glasplatte hindurch die Oberfläche der Polyimidfolie. Sie löst sich ab und die empfindlichen OLEDs bleiben völlig unberührt. - Bild: trumpf

"In den vergangenen fünf Jahren haben vor allem die Ultrakurzpulslasersysteme zu neuen fertigungstechnischen Anwendungen in der Präzisions- und Mikrobearbeitung geführt", erläutert Dr. Siegfried Pause, Geschäftsführer des Lasys-Ausstellers LLT Applikation. Gerade bei der Mikrobearbeitung kommt es darauf an, thermische Defekte in den Randbereichen der Bearbeitungszone und damit Verformungen zu vermeiden.

Deshalb setzen einige Maschinenhersteller hier immer mehr auf Ultrakurzpulslaser (UKP-Laser). Bei extrem kurzen Laserpulsen, die auf das Material einwirken, entstehen nichtlineare Wechselwirkungsprozesse, die praktisch zu einem Materialabtrag ohne Wärmeeinwirkung führen, was auch als Ablation oder kalte Bearbeitung bezeichnet wird. Kleinste und filigrane Teile können gratfrei und ohne Wärmeverzug gefertigt werden. "Mit dem Einsatz von UKP-Lasersystemen ist es erstmals möglich geworden", so Dr. Pause weiter, "dünne Schichten etwa auf optischen Elementen mit dem Laser in sehr kleinen Dimensionen zu strukturieren, ohne jegliche Schädigung des Substrats." Hiervon profitieren viele Branchen wie etwa die Automobil-, Medizintechnik-, Feinmechanik-, Optik- und Elektronikindustrie, Umwelt- und Messtechnik sowie die Schmuck- und Designindustrie.

Weitere Vorteile nennt Jan Wieduwilt, Branchenmanager Mikrobearbeitung bei Trumpf: "Ultrakurzpulslasersysteme bearbeiten schonend, präzise und hoch produktiv nahezu jedes Material. Sie bohren haarfeine Löcher in Metalle oder Leiterplatten, schneiden medizinische Gefäßstützen aus Polymer-Röhrchen oder bruchfeste Displaygläser für Smartphones, strukturieren Oberflächen von Dünnschicht-Solarzellen, trennen hauchdünne Kunststofffolien und bearbeiten spröde Keramikteile, ja sogar Diamanten".

In der Medizintechnik schneiden Laser Stents, und zwar gratfrei und in kleinsten Dimensionen mit Rohrdurchmessern kleiner als 0,5 mm und Wanddicken von 0,1 mm. "Herkömmliche Nassschneidprozesse sind hier technisch nicht realisierbar", sagt der LLT-Chef. Er erklärt weiter: "Die wirtschaftliche Fertigung von Stents in der Medizintechnik ist durch das Mikro-Laserschneiden überhaupt erst möglich geworden. Implantate können immer kleiner werden und sind in Blutgefäßen im Kopfbereich oder sogar im Auge einsetzbar." Der Aussteller LLT wird zu diesem Themenkomplex auf der Lasys 2016 fortschrittliche Laseranlagen präsentieren.