Ukraine Flagge an der Wand und Schatten von zwei Soldaten darauf.

Der Krieg in der Ukraine begann am 24. Februar. (Bild: raquel - adobe.stock.com)

Krieg führt zu schlechter Stimmung in der Industrie - Konjunkturprognose gesenkt

Do. 19.05.2022, 18:53: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag korrigiert laut dpa seine Konjunkturprognose unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs erneut nach unten. Für das laufende Jahr erwartet der DIHK nun nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,0 bis 1,5 Prozent, wie das "Handelsblatt" berichtet. Mitte Februar, vor Beginn des Krieges, hatte der Verband noch 3,0 Prozent vorausgesagt - auch diese Prognose war aber bereits von zuvor 3,6 Prozent nach unten korrigiert.

Dem Bericht zufolge rechnet ein Drittel der 25.000 Unternehmen, die an der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage teilgenommen haben, in den kommenden zwölf Monaten mit einer Verschlechterung der Geschäfte. Eine Verbesserung erwarten demnach nur 19 Prozent. Besonders groß sei der Pessimismus am Bau und in der Industrie.

"Einen solchen Stimmungseinbruch haben wir in der Industrie bislang nur während der Finanzkrise und beim ersten Lockdown 2020 erlebt", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem "Handelsblatt". Zu schaffen machen der Wirtschaft den Angaben nach vor allem die stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe: 78 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten diese als eines ihrer größten Geschäftsrisiken, in der Industrie sind es sogar 93 Prozent. "Wir müssen aufpassen, dass hier nicht etwas ins Rutschen gerät und wir Kernbranchen verlieren", sagte Wansleben.

Werk von deutscher Firma bombardiert

Mi, 18.05.2022, 7:53: Nach ukrainischen Angaben wurde am Dienstag das Werk des Familienunternehmens Knauf in der Ostukraine von der russischen Luftwaffe bombardiert. "Durch die Luftschläge wurden Geschäftsräume beschädigt, und es brach Feuer aus", schrieb der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, im Nachrichtendienst Telegram. Verletzt wurde niemand. Der Gipshersteller Knauf hatte das Werk kurz nach Beginn des Krieges stillgelegt.

Das Unternehmen bestätigte inzwischen, dass das Werk von einer Rakete getroffen und in Brand gesetzt wurde.

Heil ermutigt Kriegsflüchtlinge zum Sprung auf Arbeitsmarkt

Di, 17.05.2022, 15:41: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will ukrainische Kriegsflüchtlinge zum Sprung auf den deutschen Arbeitsmarkt ermutigen. Gleichzeitig stimmte er die Menschen in Deutschland darauf ein, dass viele Geflüchtete länger im Land bleiben und auch arbeiten. Heil äußerte sich am Dienstag bei einem Besuch einer Job-Beratungsstelle der Deutschen Bahn und der Bundesagentur für Arbeit für ukrainische Flüchtlinge am Dienstag in Berlin.

Heil kündigte an, dass sich Bundesregierung und Bundesländer weiter um Erleichterungen bei der Anerkennung ukrainischer Abschlüsse in Deutschland bemühen würden. "Da müssen wir besser werden mit der Anerkennung, damit die Ukrainerinnen und Ukrainer auch gute Berufe finden."

Beispiel Bahn: In Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit bietet das Staatsunternehmen an sechs Standorten Orientierung und Beratung - unter anderem in einem gläsernen Bahngebäude am Berliner Hauptbahnhof. Insgesamt seien bis Mitte Mai 900 Beratungsgespräche geführt worden und mehr als zwei Dutzend Personen eingestellt worden, berichtete Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. "Wir wollen hier ein klares Signal setzen, dass Menschen, die aus verheerenden Umständen geflüchtet sind, hier Anteilnahme und Schutz erfahren", so Seiler.

In Berlin bereitet sich beispielsweise Tetyana Kononenko darauf vor, bei der Bahn als Elektrotechnikerin anzufangen. Die 38-Jährige arbeitete vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine bereits seit 15 Jahren für die ukrainische Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja. "Ich möchte in dem Beruf arbeiten, den ich gelernt und ausgeübt habe", sagte sie. In Schytomyr - rund 140 Kilometer westlich von Kiew - war sie in der Leit- und Sicherungstechnik tätig, also in der Koordination des Schienenverkehrs.

Nach Deutschland ist die 38-Jährige Anfang März mit ihren zwei Kindern geflohen. Die Arbeit sei für sie auch wichtig, um zumindest vorübergehend die Sorgen um ihre Heimat in den Hintergrund zu drängen, sagte Kononenko.

Aus Sicht Heils zeigen solche Beispiele, "wie es gehen kann und sie ermutigen auch andere Menschen". Der Zugang zum Arbeitsmarkt solle zwar in erster Linie zur Unterstützung der Flüchtlinge beitragen - aber Heil bekräftigte, dass Zuwanderung qualifizierter Menschen grundsätzlich auch wichtig sei für die Fachkräftesicherung in Deutschland.

Um ukrainischen Geflüchteten bei der Jobsuche zu helfen, gibt es inzwischen einige Projekte. Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel: Wie ukrainische Geflüchtete unterstützt werden

Daimler Truck trotz Ukraine-Kriegs zuversichtlicher als bisher

Di, 17.05.2022, 13:24: Die frühere Lkw-Sparte von Daimler erhöht die Preise. Bei den knappen Halbleitern erwarten die Schwaben eine Verbesserung. Für den Ausstieg aus dem Russlandgeschäft fallen jedoch Kosten in Millionenhöhe an. Mehr dazu lesen Sie hier.

Renault übergibt Russlandgeschäft an den Staat

Mo, 16.05.2022, 10:25: Der französische Autobauer Renault hat sein Russlandgeschäft an den russischen Staat übergeben. Renault erklärte, seinen Anteil von knapp 68 Prozent am Lada-Hersteller Avtovaz an das staatliche russische Forschungsinstitut Nami abzugeben. Das Renault-Werk in Russland geht an die Stadt Moskau.

"Wir haben heute eine schwierige, aber notwendige Entscheidung getroffen. Wir treffen eine verantwortungsvolle Entscheidung für unsere 45.000 Mitarbeiter in Russland und wahren gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Gruppe und unsere Fähigkeit, in Zukunft in einem anderen Kontext in das Land zurückzukehren", sagte CEO Luca de Meo. Für seine AvtoVAZ-Beteiligung hat sich der Autobauer eine sechsjährige Rückkaufoption gesichert.

Zum Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben, sprach aber von einer Abschreibung von rund 2,2 Milliarden Euro auf die russischen Geschäfte.

Elektroindustrie: Handel mit Russland und Ukraine bricht im März ein

Mo, 16.05.2022, 7:37: Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben auch im März 2022 – dem ersten vollständig in den Russland-Ukraine-Krieg gefallenen Berichtsmonat – weiter zugelegt. Mit 20,7 Milliarden Euro übertrafen sie ihren entsprechenden Vorjahreswert um 5,1 Prozent. Im gesamten ersten Quartal dieses Jahres summierten sich die aggregierten Branchenausfuhren auf 57,3 Milliarden Euro, womit sie ebenfalls um 5,1 Prozent höher lagen als vor einem Jahr.

„Erwartungsgemäß ist der Elektro-Außenhandel mit Russland und der Ukraine im März 2022 eingebrochen“, so ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann, „Die Exporte nach Russland verfehlten mit 67 Millionen Euro ihren Vorjahreswert um vier Fünftel, und die Lieferungen in die Ukraine gingen mit 23 Millionen Euro um mehr als die Hälfte zurück.“ Die deutschen Einfuhren von Elektroprodukten aus Russland und der Ukraine waren im März um 20,8 Prozent auf 18 Millionen Euro beziehungsweise um 31,8 Prozent auf 41 Millionen Euro rückläufig.

Im gesamten ersten Quartal dieses Jahres. kamen die Branchenlieferungen nach Russland nur noch auf 647 Millionen Euro und lagen damit um 20,1 Prozent unter Vorjahr. Die Ausfuhren in die Ukraine gaben hier um 16,9 Prozent auf 111 Millionen Euro nach. Dagegen entwickelten sich die Importe sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine zwischen Januar und März noch positiv. Erstere erhöhten sich um 9,1 Prozent auf 59 Millionen Euro und letztere um 1,2 Prozent auf 168 Millionen Euro.

Die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland entwickelten sich erneut dynamischer als die Exporte. Im März wuchsen sie um 10,5 Prozent gegenüber Vorjahr auf 20,4 Milliarden Euro. Kumuliert von Januar bis März 2022 kamen die Elektroimporte auf 59,7 Milliarden Euro – ein Plus von 12,7 Prozent. „Somit wies die deutsche Elektro-Außenhandelsbilanz im ersten Quartal 2022 ein Defizit aus“, sagte Gontermann. „Zuletzt hatte es einen quartalsweisen Importüberschuss vor mehr als 20 Jahren gegeben.“

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

Flaggen von der Ukraine und Russland
(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert und hat auch Auswirkungen auf die deutsche Industrie und Wirtschaft. Hier finden Sie weitere Informationen:

 

Russische Sanktionen weiterhin ohne Auswirkung auf Gasversorgung

Fr, 13.05.2022, 14:12: Die von Russland angekündigten Sanktionen gegen Unternehmen im Energiesektor zeigen weiterhin keine Auswirkungen auf die Gasversorgung in Deutschland. Nach Angaben der Bundesnetzagentur vom Freitag ist die Versorgung stabil und die Versorgungssicherheit ist weiter gewährleistet.

Durch Sanktionsmaßnahmen ausbleibende Gasmengen würden aktuell in vollem Umfang über den europäischen Gasmarkt beschafft. Allerdings sei ein moderater Anstieg der Großhandelspreise zu beobachten, die Steigerung bewege sich aber in der Schwankungsbreite der vergangenen Wochen.

Russland hatte am Mittwoch Sanktionen gegen die Firma Gazprom Germania und andere ehemalige Tochterunternehmen des russischen Gaskonzerns verhängt. Aus Moskau hieß es, die sanktionierten Firmen seien komplett vom Gashandel mit Russland ausgeschlossen. Bereits vorher war der Gas-Transit durch das Gebiet Luhansk im Osten der Ukraine gedrosselt worden.

Siemens Healthineers bleibt in Russland

Fr, 13.05.2022, 10:32: Wie berichtet, hat Siemens diese Woche angekündigt, sich komplett aus Russland zurückzuziehen. Der Medizintechnik-Hersteller Siemens Healthineers wird aber weiter in Russland aktiv sein. Das kündigte Siemens-Chef Roland Busch laut AHK Russland an. Siemens Healthineers bilde eine Ausnahme, weil sie sich auf die humanitäre Gesundheitsversorgung konzentriere und als eigenständiges Unternehmen agiere.

Japan verbietet High-Tech-Exporte nach Russland

Fr, 13.05.2022, 9:53: Die japanische Regierung hat laut AHK Russland den Export von weiteren Produkten und Technologien nach Russland verboten. Die neue Sanktionsliste des japanischen Wirtschaftsministeriums wurde um 3D-Drucker, Quantenrechner und andere Hightech-Geräte erweitert und gilt ab 20. Mai.

Welche Sanktionen die EU und die USA gegen Russland verhängt haben, lesen Sie hier: Diese Sanktionen gibt es gegen Russland

Warum das Ende der Chip-Engpässe noch auf sich warten lassen kann

Fr, 13.05.2022, 8:44: Die Milliarden-Investitionen gegen Chip-Engpässe in der Corona-Krise dürften bald Früchte tragen. Aber noch hört man von Waschmaschinen, die für Halbleiter ausgeschlachtet werden. Und die russischen Angriffe auf Mariupol stören auch die Chip-Produktion im Westen. Hier lesen Sie mehr.

Habeck hält Auswirkungen der russischen Sanktionen für "überschaubar"

Do, 12.05.2022, 13:53: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hält die Auswirkungen der von Russland verhängten Sanktionen gegen ehemalige Tochtergesellschaften von Gazprom im Ausland für "überschaubar". Täglich würden jetzt zehn Millionen Kubikmeter Gas aus Russland nicht mehr geliefert, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag. "Das ist eine Menge, die kompensierbar ist, und die Unternehmen sind dabei, das Gas über andere Quellen zu beschaffen." Der Großhandelspreis sei um 14 Prozent gestiegen. "Das ist nicht schön, aber es entspricht den normalen Schwankungen seit Kriegsbeginn."

Die Sanktionierung der Gazprom Germania-Töchter bedeute, dass Lieferverträge neu geschlossen werden müssten. "Diese Lieferverträge werden dann möglicherweise zu höheren Preisen geschlossen werden. Damit diese Preise erbracht werden können, braucht es finanzielle Garantien, und die werden wir geben."

Am Mittwoch hatte die russische Regierung Geschäfte mit Gazprom Germania und anderen ehemaligen Tochtergesellschaften des russischen Staatskonzerns Gazprom im Ausland untersagt. Die Regelung betrifft insgesamt 31 Firmen. Gazprom Germania war Anfang April unter staatliche deutsche Kontrolle gestellt worden.

Wie Roboter die Knappheit bei Kabelbäumen beheben können

Do, 12.05.2022, 12:13: Durch den Ukrainekrieg sind Autohersteller wie zum Beispiel BMW in Probleme geraten, weil dort produzierte Kabelbäume zeitweise nicht mehr geliefert werden konnten. Kabelbäume werden nach wie vor von Hand produziert. Nun scheint ein Durchbruch zu einer automatisierten Herstellung gelungen zu sein. Mehr dazu lesen Sie auf unserem Schwesterportal KOLLEGE ROBOTER: Wie Roboter die Knappheit bei Kabelbäumen beheben können

Siemens zieht sich aus Russland zurück

Do, 12.05.2022, 9:00: Siemens zieht sich komplett aus Russland zurück. Nachdem der Konzern die Geschäfte mit dem Staat bereits eingestellt hatte, will er das Land nun komplett verlassen, wie Siemens am Donnerstagmorgen mitteilte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kabelbäume: Leoni nähert sich bei Fertigung Vorkriegsniveau

Mi, 11.05.2022, 12:52: Leoni erreicht bei Kabelbäumen bald wieder Fertigungszahlen wie vor dem Krieg. Dabei hilft, dass die Werke in der Ukraine wieder arbeiten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ramelow unterstützt Sanktionen gegen Russland trotz Jobverlusten

Mi, 11.05.2022, 9:23: Trotz der Gefahr von Jobverlusten befürwortet Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Sanktionen gegen Russland. "Wir gehen ja Schritt für Schritt in Sanktionen rein mit der Zielstellung, Wladimir Putin deutlich zu machen, dass er mit dem Krieg aufhören soll", sagte Ramelow im ARD-'Morgenmagazin'. "An kriegsbedingten Ausfällen" sei dadurch jedoch in der Thüringer Glasindustrie mit einem Wegfall von 7.000 Arbeitsplätzen zu rechnen.

Dennoch will der Ministerpräsident alles unterstützen, "was dazu führt, Herrn Putin daran zu hindern, den Krieg weiter zu führen". So forderte Ramelow, "den Oligarchen den Geldhahn" zuzudrehen. Außerdem sei ein Umbau der Energiewirtschaft notwendig. "Man hat auf Nord Stream 2 gesetzt, hat zur Kenntnis genommen, dass wir billige, fossile Energie bekommen und hat die Umstellung einfach nicht eingeleitet."

Baltische Staaten hätten dies anders gemacht. "Die wussten, sie werden von Russland erpresst, sie hatten immer eine konkrete Angst und haben deswegen ihre Energiewirtschaft umgestellt." Die Umstellung sei eine "Herausforderung, an der wir jetzt gerade stehen."

Wirtschaftsministerium zu Gas-Transit: Versorgung gesichert

Mi, 11.05.2022, 8:57: Deutschland drohen auch bei Einschränkungen des Transits von russischem Gas durch die Ukraine nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit keine Engpässe. "Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist aktuell weiter gewährleistet", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Kriegsbedingt wollte die Ukraine ab Mittwoch den Transit von russischem Gas im Gebiet Luhansk im Osten des Landes einstellen. Damit fielen bis zu 32,6 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag weg - das sei fast ein Drittel der täglich über die Ukraine nach Europa transportierbaren Höchstmenge, hatte der ukrainische Gasnetzbetreiber am Dienstag mitgeteilt. Aufgrund der russischen Besatzung sei es unmöglich geworden, den Punkt Sochraniwka sowie die Verdichterstation Nowopskow zu kontrollieren, hieß es. Der Betreiber berief sich auf einen Fall "höherer Gewalt".

"Wir beobachten die Lage genau", sagte die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Bundesnetzagentur solle in ihrem täglichen Lagebericht, der in der Regel gegen Mittag veröffentlicht wird, eine Einschätzung abgeben.

In der nun anstehenden wärmeren Jahreszeit wird Deutschland weniger Gas verbrauchen. Allerdings müssen die Speicher für den kommenden Winter aufgefüllt werden. Ein neues Gesetz sieht Mindestfüllmengen zu bestimmten Stichtagen vor: Am 1. Oktober eines Jahres 80 Prozent, am 1. November 90 Prozent und am 1. Februar 40 Prozent.

Rheinmetall-Chef: Erste Marder-Panzer in drei Wochen fertig

Di, 10.05.2022, 16:41: Rheinmetall will die ersten instandgesetzten Schützenpanzer vom Typ Marder in drei Wochen liefern können. Die Details lesen Sie hier.

Heil ruft zu langfristiger Willkommenskultur für Ukrainer auf

Di, 10.05.2022, 11:33: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat zu einer langfristigen Willkommenskultur gegenüber den Ukrainerinnen und Ukrainern in Deutschland aufgerufen. "Es ist Zeit, großherzig zu sein - und das nicht nur drei Tage, sondern länger", sagte Heil am Dienstag auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin.

Deutschland müsse zeigen, dass das Land nicht nur kurzfristig Willkommenskultur habe. Ein Abflauen der Willkommenskultur habe das Land "schon mal erlebt", sagte Heil mit Blick auf die Zeit nach 2015 und damals teils stärker auftretende negativere Einstellungen gegenüber Flüchtlingen aus Syrien. Heil bekräftigte, dass die ukrainischen Kriegsflüchtlinge Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Sprachkursen und zur Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) bekommen sollten. "Wir müssen den Menschen beistehen, auch wenn sie hier sind."

Wie Wirtschaft und Industrie ukrainischen Geflüchteten helfen möchte, erfahren Sie in diesem Artikel: Jobsuche: Wie ukrainische Geflüchtete unterstützt werden

Elektro- und Digitalindustrie spürt Ukraine-Krieg zunächst kaum

Mo, 09.05.2022, 8:51: Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat im März Umsatz und Produktion ausgeweitet. Im ersten vollen Berichtsmonat unter Einfluss des Ukraine-Kriegs wuchsen zudem die Auftragseingänge um 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der Branchenverband ZVEI berichtete. Stark war vor allem die Order aus dem Ausland. Bei einem Umsatz von 19,7 Milliarden Euro (+6,9 Prozent) verlangsamte sich der Zuwachs der preisbereinigten Produktion spürbar. Sie lag noch 1,1 Prozent über dem Wert aus dem Vorjahresmonat. Die Auftragsreichweite erreichte den Höchstwert von 5,7 Monaten. Bei den Geschäftserwartungen sind die Verbandsunternehmen hingegen nicht mehr so optimistisch.

G7 vereinbaren Ausstieg aus russischem Öl: Ölpreise starten stabil in die Woche

Mo, 09.05.2022, 7:52: Die Ölpreise sind am Montag stabil in die neue Woche gegangen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 112,60 US-Dollar. Das waren 21 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um acht Cent auf 109,85 Dollar.

Die Rohölpreise bewegen sich seit längerem auf hohem Niveau. Getrieben werden sie durch die anhaltend hohe Unsicherheit wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Russland ist einer der weltgrößten Erdölförderer und ist von vielen, vornehmlich westlichen Staaten mit scharfen Sanktionen belegt worden. Am Wochenende erklärten die G7-Länder, zu denen auch Deutschland gehört, über kurz oder lang kein russisches Erdöl mehr beziehen zu wollen. In der EU wird derzeit an einem entsprechenden Verbot gearbeitet, das jedoch in einzelnen Ländern auf Widerstand trifft.

Belastung kommt am Ölmarkt aus China, da die Volksrepublik nach wie vor besonders strikt gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vorgeht. Wochenlange Ausgangssperren in Millionen-Metropolen sorgen für eine erhebliche Belastung der Binnenkonjunktur. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und einer der größten Ölnachfrager.

Die aktuelle Lage bei den Rohstoffen zeigt der stetig aktualisierte Ticker auf unserem Schwesterportal TECHNIK+EINKAUF: Zum Rohstoff-Ticker

Dort können Sie ebenfalls lesen, welche Rohstoffe im Zuge der Sanktionen gegen Russland knapper werden könnten: Diese Rohstoffe kommen aus Russland

Diese Sanktionen gibt es gegen Russland

Fr, 06.05.2022, 13:41: Wegen des Angriffs auf die Ukraine verhängen die Europäische Union und die USA weiter Sanktionen gegen Russland. Welche das sind, erfahren Sie hier: Überblick zu den Sanktionen gegen Russland

Von der Leyen: EU muss sich aus Abhängigkeit von russischem Gas lösen

Fr, 06.05.2022, 10:48: Die EU-Staaten müssen sich nach den Worten von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nicht nur aus der Abhängigkeit von russischen Öl-, sondern auch Gaslieferungen lösen. "Russland ist kein zuverlässiger Partner mehr", sagte sie am Freitag beim Kongress der 'Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)' zum Thema "Die Zukunft Europas". "Wir dürfen uns nicht mehr von so einem Lieferanten abhängig machen", sagte von der Leyen mit Verweis auf den kürzlich von Russland verkündeten Gaslieferstopp für Polen und Bulgarien.

Einen konkreten Zeitplan nannte von der Leyen nicht. Die Kommissionspräsidentin hatte erst am Mittwoch wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine einen Importstopp für russisches Öl vorgeschlagen, der Moskau Milliarden kosten könnte.

Die EU habe ihr Gas zuletzt zu 90 Prozent aus Importen bezogen, rund 45 Prozent kämen aus Russland, sagte von der Leyen. Zwar könne der Import von Flüssiggas diese Abhängigkeit verringern, die beste Antwort sei aber der Umstieg auf erneuerbare Energien. Die Preisanstiege auf dem Energiemarkt lägen vor allem an fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle. "Die Kosten für erneuerbare Energien sinken seit Jahren kontinuierlich", sagte von der Leyen.

Kurzarbeit in Deutschland trotz Ukraine-Kriegs deutlich gesunken

Fr, 06.05.2022, 8:04: Trotz des Ukraine-Kriegs ist die Kurzarbeit in Deutschland nach Erkenntnissen des Ifo-Instituts im April deutlich gesunken. Die Zahl der Betroffenen sank auf 426.000 von 696.000 im März, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag mitteilte. Das waren noch 1,3 Prozent der Beschäftigten statt 2,1 Prozent im Vormonat. "Die deutlichsten Rückgänge gab es erneut in den kontaktintensiven Branchen, die sich weiter von Corona erholen", sagte Ifo-Experte Stefan Sauer. Das Gastgewerbe konnte die Zahl mehr als halbieren. Auch in der Verkehrsbranche gab es einen erheblichen Rückgang. Selbst in der Industrie, die besonders unter Lieferengpässen leidet, gab es ein Minus.

Habeck: Staat kann nicht alle höheren Kosten der Firmen ausgleichen

Do, 05.05.2022, 17:35: Unternehmen und Verbraucher sind wegen der spürbaren Inflation deutlich unter Druck geraten. Ein Verband fordert mehr Hilfe vom Staat. Was Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner dazu sagen, lesen Sie hier.

Größter deutscher Gasspeicher wird wieder befüllt

Do, 05.05.2022, 15:38: Der bundesweit größte Gasspeicher im niedersächsischen Rehden soll wieder deutlich mehr Gas auf Vorrat halten als zuletzt. "In einem ersten Schritt werden ab heute täglich relativ kleine Mengen Gas in Rehden eingespeichert. An der Beschaffung größerer Gasmengen für diesen Speicher wird intensiv gearbeitet", teilte die Bundesnetzagentur am Donnerstag mit. Ziel sei es, die Füllstandsvorgaben des Gasspeichergesetzes zu erreichen: Demnach soll der Speicher zum 1. Oktober zu 80 Prozent, zum 1. November zu 90 Prozent und am 1. Februar zu 40 Prozent gefüllt sein. Anfang der Woche war der Speicher in Rehden zu 0,6 Prozent gefüllt. Zuerst hatte der 'Business Insider' über die Pläne berichtet.

Betrieben wird der Gasspeicher vom Unternehmen Astora - einer hundertprozentigen Tochter der Gazprom Germania, bei der seit dem 4. April die Netzagentur als Treuhänderin das Sagen hat. Der russische Staatskonzern Gazprom hat dadurch keine Möglichkeit, der Befüllung zu widersprechen. Zwar liegen die Nutzungsrechte für den Rehdener Speicher bei Gazprom Export in Russland. Doch das Unternehmen hat über mehrere Monate hinweg nur geringste Mengen Gas dort eingespeichert. Solange Gazprom Export die Befüllung nicht selbst wieder hochfährt, kann der Speicher auch aus anderen Quellen beliefert werden.

Nach Angaben des Betreibers Astora verfügt Rehden über eine Kapazität von rund vier Milliarden Kubikmetern Gas. Das entspreche rund einem Fünftel der gesamten Speicherkapazität in Deutschland und dem Jahresverbrauch von rund zwei Millionen Einfamilienhäusern.

Beschränkungen für ausländische Gesellschafter in Russland

Do, 05.05.2022, 11:32: Ausländische Gesellschafter russischer GmbHs werden ihre Einnahmen künftig nicht mehr frei ins Ausland überweisen können, schreibt die AHK Russland. Demnach hat Präsident Wladimir Putin einen Erlass unterschrieben, wonach Gesellschafter aus den „unfreundlichen“ Staaten - also auch aus Deutschland - ihre künftigen Einkünfte aus russischen Beteiligungen vorübergehend auf ein sogenanntes C-Konto eingezahlt bekommen sollen, von dem aus kein Transfer ins Ausland möglich ist. Ausnahmen sind nur mit Zustimmung der Zentralbank und des Finanzministeriums möglich.

Trotz Ukraine-Krieg: Europäischer Arbeitsmarkt bleibt auf Erholungskurs

Do, 05.05.2022, 10:28: Trotz des Krieges in der Ukraine verzeichnet das European Labour Market Barometer im April 2022 den vierten Anstieg in Folge. Der Arbeitsmarkt-Frühindikator des Europäischen Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nimmt gegenüber März um einen Punkt auf 104,4 Punkte zu und erreicht damit den dritthöchsten Wert seit Beginn der Zeitreihe im Sommer 2018.

Der zweite Barometerwert des Frühindikators nach Beginn des Ukraine-Kriegs ist im April gegenüber März in den meisten teilnehmenden Ländern gestiegen oder gleichgeblieben. Alle Länder, deren Barometer im März nachgegeben hatte, haben im April wieder zugelegt. Dabei sind Abweichungen zwischen den Barometerwerten der teilnehmenden Länder momentan sehr niedrig. „Viele europäische Arbeitsverwaltungen schätzen die Arbeitsmarktaussichten in ihren Ländern derzeit ähnlich positiv ein“, berichtet Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.

Die Aussichten für die Arbeitslosigkeits- sowie die Beschäftigungsentwicklung für die nächsten Monate verbessern sich insgesamt weiter. Große Risiken bestehen allerdings hinsichtlich einer möglichen weiteren geopolitischen Ausweitung der Ukraine-Krise oder eines Energie-Lieferstopps. Der Teilindikator für die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen nimmt im Vergleich zum März um 1,1 Punkte auf 103,7 Punkte zu. Der Wert deutet damit weiterhin auf sinkende Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten hin. Der Teilindikator für die Beschäftigung steigt um 0,8 Punkte auf 105 Punkte und liegt deutlich im positiven Bereich. „Der europäische Arbeitsmarkt bleibt bisher trotz der Rückschläge durch den Ukraine-Krieg auf Erholungskurs“, unterstreicht Weber.

Das European Labour Market Barometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer seit Juni 2018 gemeinsam von den 17 Arbeitsverwaltungen und dem IAB durchgeführten Befragung unter den lokalen oder regionalen Arbeitsagenturen der teilnehmenden Länder basiert.

EU plant neues Sanktionspaket

Do, 05.05.2022, 07:56: Auf EU-Ebene versprach Kommissionschefin von der Leyen Hilfe für den Wiederaufbau der Ukraine. "Ich glaube, Europa hat gegenüber der Ukraine eine ganz besondere Verantwortung", sagte sie im EU-Parlament in Straßburg. Im Mittelpunkt stand dort aber das neue Sanktionspaket der EU gegen Moskau, das insgesamt sechste seit Kriegsbeginn. Das von ihr vorgeschlagene Embargo gegen russisches Öl soll in sechs Monaten wirksam werden. In acht Monaten soll auch der Import von Ölprodukten enden.

Nun folgen Verhandlungen der 27 EU-Staaten. Dabei geht es auch um Ausnahmen für Länder wie Ungarn und die Slowakei, die sehr von russischem Öl abhängen. Deutschland hält einen Importstopp mit Übergangsfrist inzwischen für verkraftbar. Darüber hinaus sieht das Paket Strafmaßnahmen gegen russische Staatsmedien sowie gegen Verantwortliche für Kriegsverbrechen vor. Auch das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kirill soll auf die Sanktionsliste kommen. Zudem sollen die Sberbank - die mit Abstand größte russische Bank - und zwei weitere große Banken vom internationalen Finanzkommunikationssystem Swift abgekoppelt werden.

Der Kreml reagierte zurückhaltend und betonte, das Sanktionspaket sei noch nicht beschlossen. "Wir beobachten das, wir kalkulieren eine Vielzahl von Optionen", sagte Peskow.

DIHK erwartet spürbare Folgen für deutsche Unternehmen bei Ölembargo

Mi, 04.05.2022, 14:54: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet bei einem europäischen Embargo für russisches Öl mit spürbaren Folgen für deutsche Unternehmen. Zwar könne der Ölbedarf auch aus anderen Quellen gedeckt werden, steigende Ölpreise erhöhten aber den finanziellen Druck auf die Betriebe, sagte DIHK-Präsident Peter Adrian. "Insbesondere für die energieintensive Industrie und die Logistikbetriebe würde das Geschäft damit häufig noch unrentabler." Zusätzliche Kosten könnten oft nicht eins zu eins an die Kunden weitergegeben werden. "Im Extremfall sind Unternehmen gezwungen, aus Kostengründen ihren Betrieb still zu legen."

Adrian appellierte an die Politik, gravierende Folgen für die Betriebe abzufedern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Mittwoch die neuen Pläne für Wirtschaftssanktionen gegen Russland bestätigt. "Wir schlagen jetzt ein Embargo für russisches Öl vor. Dabei geht es um ein vollständiges Einfuhrverbot für sämtliches russisches Öl", sagte sie im Europaparlament. Man wolle russische Rohöllieferungen innerhalb von sechs Monaten und den Import raffinierter Erzeugnisse bis Ende des Jahres auslaufen lassen.

Habeck: Deutschland will auch geflohenen Russen Arbeitsplatz bieten

Mi, 04.05.2022, 14:48: Nach Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sollen auch Menschen, die aus Russland fliehen, einen Arbeitsplatz in Deutschland finden können. "Wir bieten aber auch denjenigen einen Arbeitsplatz an, die aus Russland fliehen oder schon geflohen sind, die also vor dem Putin-Regime das Land verlassen haben", sagte Habeck nach einer Kabinettsklausur in Schloss Meseberg, dem Gästehaus der Bundesregierung.

Die Bundesregierung wolle diese Menschen "bewusst ansprechen", sagte der Grünen-Politiker. "Wir können sie gut gebrauchen in Deutschland." Damit die Aufnahme von geflohenen Russen in Deutschland schnell gelingen könne, müssten "eine Menge von Ressorts" kooperieren, erklärte der Wirtschaftsminister. Das gelte etwa für das Bundesarbeitsministerium, das die Hürden für die Beschäftigung und die Anerkennung von Berufsabschlüssen absenken müsse, oder auch für das Auswärtige Amt, das die Erteilung von Einreisevisa schnell abwickeln müsse. Auch das Innenministerium sei gefragt, wenn es darum gehe, dass nicht "die Falschen zu uns kommen und wir uns auf einmal hier lauter Spione ins Land holen", sagte Habeck.

Sein Ministerium habe wiederum die Aufgabe, mit Wirtschaftsverbänden zu kooperieren, um den Menschen aus Russland Arbeit anzubieten.

Wie die Wirtschaft Geflüchteten aus der Ukraine helfen will, erfahren Sie in diesem Artikel: "Jobsuche: Wie ukrainische Geflüchtete unterstützt werden"

VDMA für schnelleres Ölembargo gegen Russland

Mi, 04.05.2022, 12:03: Der deutsche Maschinenbauverband VDMA begrüßt die Pläne der EU-Kommission für weitere Wirtschaftssanktionen gegen Russland, mahnt aber mehr Tempo bei der Umsetzung an. "Endlich nimmt sich die EU eine der Haupteinnahmequellen des Aggressors Russlands vor und kündigt das Ende des Imports von russischem Öl an. Dieser Schritt ist überfällig und nötig", sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen an Mittwoch. Die geplante schrittweise Einführung bis zum Jahresende sei aber nicht ambitioniert genug. "Wenn man die Einnahmequellen für Putins Kriegsmaschinerie effektiv treffen will, muss das Embargo wesentlich schneller greifen."

Obwohl das Öl-Embargo auch den Maschinen- und Anlagenbau indirekt weiter belasten werde, sehe der VDMA "angesichts des aggressiven und menschenverachtenden Verhaltens Russlands in der Ukraine keine Alternative zu einer weiteren Verschärfung der Sanktionen", sagte Haeusgen.

Öl-Embargo gegen Russland: Chemieindustrie erwartet steigende Preise

Mi, 04.05.2022, 11:34: Die deutsche Chemieindustrie befürchtet bei einem Öl-Embargo der Europäischen Union gegen Russland weiter steigende Rohöl- und Rohstoffpreise. Zwar scheine die Versorgung über veränderte Bezugsquellen gesichert, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Wolfgang Große Entrup. "Sorgen machen uns aber die dadurch zu erwartenden weiteren Preisanstiege für Rohöl und damit auch der Rohstoffpreise. Die Wettbewerbsfähigkeit der Branche wird mehr und mehr belastet." Der Verband unterstütze aber einen Boykott.

Erdöl – beziehungsweise der für die Chemie relevante Bestandteil Rohbenzin – ist den Angaben zufolge auf dem Weltmarkt aus verschiedenen Regionen verfügbar. Es müssten allerdings noch Probleme bei der Logistik innerhalb Deutschlands insbesondere zur Versorgung von Ostdeutschland gelöst werden. Die chemisch-pharmazeutische Industrie benötigt nach eigenen Angaben mehr als 14 Millionen Tonnen Naphtha (Rohbenzin) im Jahr. Daraus werden verschiedene Grundchemikalien erzeugt, zum Beispiel für die Herstellung von Kunststoffen, Chemiefasern, Medikamenten oder Autoreifen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Mittwoch die neuen Pläne für Wirtschaftssanktionen gegen Russland bestätigt. "Wir schlagen jetzt ein Embargo für russisches Öl vor. Dabei geht es um ein vollständiges Einfuhrverbot für sämtliches russisches Öl", sagte sie im Europaparlament. Man wolle russische Rohöllieferungen innerhalb von sechs Monaten und den Import raffinierter Erzeugnisse bis Ende des Jahres auslaufen lassen.

Erdöl: Wichtigster Rohstoff der Industriegesellschaft

Mi, 04.05.2022, 9:38: Die EU-Kommission schlägt ein Öl-Embargo gegen Russland vor. Alle Informationen zum wichtigsten fossilen Rohstoff der modernen Industriegesellschaft, gibt es hier.

Deutsche Exporte fallen - Ausfuhr nach Russland bricht ein

Mi, 04.05.2022, 8:17: Die deutschen Exporte sind im März spürbar gefallen. Gegenüber Februar gingen die Ausfuhren um 3,3 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt  mitteilte. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, im Schnitt allerdings nur um 2,1 Prozent. Die Einfuhren nach Deutschland stiegen hingegen um 3,4 Prozent.

Die Exporte nach Russland brachen unterdessen ein. Sie fielen im Monatsvergleich um 62,3 Prozent. Das Statistikamt erklärte die Entwicklung mit Sanktionen wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine, anderen Maßnahmen zur Exportbeschränkung und "nicht sanktioniertem Verhalten der Marktteilnehmer". Die Importe aus Russland sanken lediglich um 2,4 Prozent.

Was passiert mit PCK-Raffinerie Schwedt bei einem Öl-Embargo?

Di, 03.05.2022, 11:40: Shell führt Gespräche mit dem Land Brandenburg und dem Bund über eine mögliche Unterstützung der PCK-Raffinerie Schwedt/Oder im Fall eines Embargos gegen russisches Erdöl. In Schwedt endet die russische Druschba-Pipeline, die das Werk ausschließlich mit russischem Erdöl versorgt. Die Raffiniere wiederum versorgt Unternehmen und Tankstellen in Berlin und Brandenburg mit Sprit. Experten wie das IW Köln halten es für schwierig, einen Volllastbetrieb aufrecht zu erhalten, sollte es einen kompletten Importstopp russischen Öls geben.

Deutschland bereit für Öl-Embargo - EU-Vorschlag spätestens Mittwoch

Di, 03.05.2022, 9:40: Auf dem Weg zu einem Öl-Embargo gegen Russland galt Deutschland lange als Bremser. Nun wäre ein Importstopp verkraftbar, heißt es aus der Regierung - doch andere EU-Mitglieder seien noch nicht so weit.

Nach dem deutschen Ja zu einem Öl-Embargo gegen Russland nimmt die europaweite Diskussion darüber an Fahrt auf. Eine Einigung in der Europäischen Union gibt es aber noch nicht. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Montag, Deutschland könne ein Öl-Embargo zwar tragen. Andere Länder seien aber noch nicht so weit. Er gehe davon aus, dass die Kommission an diesem Dienstag ein sechstes Sanktionspaket inklusive dem Ausstieg vom russischem Öl vorschlagen werde, sagte Habeck. Die EU-Kommission unter Leitung von Ursula von der Leyen will spätestens am Mittwoch ihren Vorschlag für ein neues Paket mit Russland-Sanktionen präsentieren.

Indiens Haltung zum Ukraine-Krieg erschwert Zusammenarbeit

Mo, 02.05.2022, 11:05: Indien vertritt eine neutrale Haltung im Ukraine-Krieg, das Land hat den Angriff Putins weder verurteilt, noch trägt es Sanktionen mit. Für den BDI werde dadurch die Zusammenarbeit schwieriger. Mehrere Verbände wollen auf den 6. deutsch-indischen Regierungskonsultationen die Zusammenarbeit bei Rohstoffen und Energie intensivieren. Das Treffen findet heute in Berlin statt, Indiens Premierminister Narendra Modi ist extra dafür angereist.

Gas-Auktionen für die Industrie?

Mo, 02.05.2022, 10:35: Wie aus der Bundesregierung zu hören ist, soll die EU nun doch ein Ölembargo gegen Russland vorbereiten. Schon am Mittwoch könnte die EU-Kommission ein neues Sanktionspaket vorlegen. Bundeswirtschaftsminister Habeck hat nach eigenen Angaben die Öllieferungen so umgemodelt, dass der Einfluss auf die deutsche Wirtschaft verkraftbar sei. Doch was, wenn es zu einem Gas-Engpass im Zuge der weiteren Sanktionen kommen sollte? Hier hat der Präsident der Bundesnetzagentur nun ein Versteigerungsmodell für Gas-Verbrauchsrechte ins Spiel gebracht.

Trotz Ukraine-Krieg: Materialmangel in Industrie geht etwas zurück

Fr, 29.04.2022, 7:53: Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich trotz des Ukraine-Krieges und der Sanktionen gegen Russland nach Erkenntnissen des Ifo-Institutes etwas entspannt. 75 Prozent der Firmen klagten im April über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen, wie die Münchner Wirtschaftsforscher mitteilten. Im März waren es 80,2 Prozent. "Von einer durchgreifenden Entspannung kann nicht gesprochen werden", sagte aber Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Neben dem Ukraine-Krieg bereite der Blick nach China zunehmend Sorgen. Dort gibt es Einschränkungen wegen des Corona-Lockdowns.

Die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sind laut Ifo mit 91,9 Prozent am stärksten vom Materialmangel betroffen. Auch in der Autoindustrie sei der Anteil mit 89,1 Prozent sehr hoch. Bei den Herstellern von Nahrungsmitteln stieg der Anteil demnach auf rund drei Viertel. In der Chemieindustrie sei er hingegen auf 61,7 von 70,5 Prozent im März gesunken. "Im Moment gibt es keine Anzeichen, dass es in den kommenden Monaten zu einer substanziellen Entlastung kommt", sagte Wohlrabe laut Mitteilung.

Aussichten auf Arbeitsmarkt trotz Ukraine-Krieg verbessert

Do, 28.04.2022, 11:16: Trotz des Kriegs in der Ukraine haben sich die Aussichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt im April weiter verbessert. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Punkte auf 106,1 Punkte - einen höheren Stand hatte es nur im Sommer 2021 erreicht.

"Der generelle Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt und die Corona-Erholung sind derzeit offenbar stark genug, um dämpfende Effekte infolge der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs zu überlagern", sagte der Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen, Enzo Weber. Betroffene Betriebe könnten Liefer- und Auftragsausfälle mit Kurzarbeit abfedern. Große Risiken gebe es aber hinsichtlich einer geopolitischen Ausweitung der Krise oder eines Energie-Lieferstopps.

Das Arbeitsmarktbarometer gibt es seit November 2008. Es basiert auf einer monatlichen Umfrage unter allen deutschen Arbeitsagenturen zu ihren Erwartungen für die bevorstehenden drei Monate zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Ein Wert von 100 spiegelt dabei eine neutrale Situation wider, 90 entspricht einer sehr schlechten Entwicklung, 110 einer sehr guten.

"Wirtschaftsweise": Moskaus Forderung zu Gaslieferung nicht nachgeben

Do, 28.04.2022, 10:00: Die "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm hat die Bundesregierung und die EU nach dem Gaslieferstopp für Polen und Bulgarien aufgefordert, den Forderungen Russlands nach einer Bezahlung der Gaslieferungen in Rubel weiterhin nicht nachzugeben. "Russland testet mit dem Lieferstopp wieder einmal den Zusammenhalt in der EU", sagte Grimm der 'Rheinischen Post' (Donnerstag). "Es ist klar: was immer wir tun, um die Zahlungen für Energielieferungen an Russland zu beschränken - wir müssen bereit sein, derartige Drohszenarien auszuhalten." Wichtig sei nun, dass der Zusammenhalt nicht aufbreche und die EU zusammenstehe, sagte die Regierungsberaterin und Ökonomin, die dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört.

FDP-Politiker: Gaslieferstopp auch für Deutschland möglich

Mi, 27.04.2022, 10:07: Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff rechnet nach dem Gaslieferstopp Russlands nach Polen und Bulgarien in Zukunft auch mit so einem Schritt für Deutschland. "Sobald wir uns dem Punkt nähern, an dem wir von russischen Lieferungen unabhängig sind, muss man mit so etwas rechnen, mit solchen politischen Gesten", sagte Lambsdorff im Deutschlandfunk. "Wir sollten uns aber davon nicht einschüchtern oder gar nervös machen lassen. Wir sind sowieso auf dem Weg, uns von diesen Lieferungen zu verabschieden."

So sei bereits ein Kohleembargo beschlossen, sagte der Bundestagsabgeordnete. Für Öl und Gas fahre Wirtschaftsminister Robert Habeck um die Welt, um andere Quellen zu erschließen. "Und die Frage ist dann in der Tat: Ist es nicht ein Hinterherrufen einiger Parolen, hinter Kunden, die ohnehin den Laden verlassen", fragte Lambsdorff.

Russland hatte am Dienstag (26.04.) angekündigt, seine Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien ab Mittwoch einzustellen.

Schneider Electric muss wegen Rückzug aus Russland 300 Millionen abschreiben

Mi, 27.04.2022, 8:14: Der französische Elektrokonzern Schneider Electric will sein Geschäft in Russland an das Management vor Ort verkaufen. Der Verkauf und Rückzug aus dem Land, das im Februar den Nachbarstaat Ukraine angegriffen hat, werde das Ergebnis mit 300 Millionen Euro durch eine Abschreibung belasten, teilte das mit Siemens konkurrierende Unternehmen mit. Auf der anderen Seite könnte eine Rücklage für Währungsumrechnungen in Höhe von voraussichtlich 120 Millionen Euro aufgelöst werden.

Der französische Konzern beschäftigt 3.500 Mitarbeiter in Belarus und Russland, die bei dem Transfer zu den neuen Eigentümern unterstützt werden sollen. Schneider Electric erzielte zuletzt rund zwei Prozent seiner Erlöse in den beiden Ländern.

Kiel kündigt schwimmendes LNG-Terminal an

Di, 26.04.2022, 10:38: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kündigt für Anfang nächsten Jahres die Inbetriebnahme eines schwimmenden LNG-Terminals in Brunsbüttel an, mit dessen Hilfe jährlich fünf Milliarden Kubikmeter Gas in das deutsche Netz eingespeist werden können.

Der CDU-Politiker fordert im 'Welt'-Interview zudem, die Ölförderung vor der deutschen Nordseeküste auszubauen. „Wenn wir schnell unabhängig werden wollen von russischem Erdgas, dann müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die wir haben“, sagt Günther zwei Wochen vor der Landtagswahl in Kiel.

BMW stoppt Produktion im Werk Regensburg

Mo, 25.04.2022, 11:37: BMW stoppt wegen fehlender Teile die Produktion im Werk Regensburg für mindestens eine Woche. Ein Sprecher sagte, seit Montag ruhe die Arbeit in Presswerk, Lackiererei, Karosseriebau und Montage. Ein Drittel der 9.000 Mitarbeiter in Regensburg sei betroffen. Ursache seien Lieferprobleme bei Halbleitern und Bauteilen aus der Ukraine. Normalerweise laufen in Regensburg täglich rund 1.000 Autos der Modelle X1, X2 und 1er vom Band. Wie es in der kommenden Woche weitergeht, ist den Angaben nach noch offen.

Mapal hilft ukrainischen Flüchtlingskindern

Fr, 22.04.2022, 11:05: IT-Ausrüstung im Umfang einer kompletten Lkw-Ladung hat Mapal an seinen Standorten in Deutschland gesammelt, um es an ukrainische Flüchtlingskinder zu spenden. Darunter Computer und Laptops sowie weitere Hardware – alles voll funktionsfähig, aber im Unternehmen nicht mehr im Einsatz. Auch die Beschäftigten folgten dem Aufruf der Geschäftsleitung und spendeten ihre nicht mehr genutzten IT-Geräte aus privatem Besitz.

Das gesammelte Material wurde inzwischen an die polnische Niederlassung von Mapal in Posen weitergeleitet. In Polen wollen ukrainische und polnische Lehrkräfte geflüchteten Kindern durch Onlineangebote schnellstmöglich wieder ein Lernen ermöglichen. Mitarbeiter und Auszubildende der IT-Abteilung am Standort Aalen hatten das Equipment im Vorfeld geprüft und auf den Wiedereinsatz vorbereitet. Die Kollegen in Posen übernehmen nun die Übergabe an die einzelnen Lerninitiativen und stellen sicher, dass die IT-Geräte direkt bei den ukrainischen Kindern und Jugendlichen ankommen.

Verladung eines Teils des IT-Equipments zum Versand an Mapal Polen
Bei der Verladung eines Teils des IT-Equipments zum Versand an Mapal Polen: v. l. n. r.: Philipp Rottenbiller, Auszubildender zum Fachinformatiker, Dr. Erwin Schuster, Vice President Business Processes and IT, Jacek Kruszynski, CTO, und Andreas Enzenbach, Vice President Marketing and Corporate Communications. (Bild: Mapal)

Deutschland exportierte 2021 Kriegswaffen für 1,5 Milliarden Euro

Fr, 22.04.2022, 09:29: Deutschland hat im vergangenen Jahr Kriegswaffen für 1,51 Milliarden Euro exportiert - der höchste Wert seit 2017. Mehr als 60 Prozent davon gingen in Staaten außerhalb der Nato, der Europäischen Union und vergleichbare Länder. Lieferungen in diese sogenannten Drittstaaten sind besonders umstritten, weil einige von ihnen wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik stehen oder in regionale Konflikte verwickelt sind.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen hervor. Danach stieg der Wert der Kriegswaffenlieferungen 2021 das dritte Jahr in Folge. 2020 wurden noch Exporte für 1,38 Milliarden Euro verzeichnet.

Die zehn Hauptempfängerländer waren im vergangenen Jahr Ägypten, Israel, Katar, die Türkei, Großbritannien, Norwegen und die EU-Länder Italien, Niederlande, Lettland und Österreich. Die Linken-Politikerin Dagdelen kritisierte vor allem die Lieferungen an den Nato-Partner Türkei. "Die Tatsache, dass die Türkei trotz völkerrechtswidriger Invasionen in Irak, Syrien und Libyen und militärischer Drohgebärden gegenüber Griechenland und Zypern einer der größten Empfänger deutscher Kriegswaffen ist, macht jedes Beschwören einer wertegeleiteten Außenpolitik durch die Ampelregierung zur bloßen Farce", sagte sie.

Mörser statt Panzer: 210 Angebote der deutschen Industrie an Ukraine

Do, 21.04.2022, 14:15: Die Bundesregierung hat der ukrainischen Regierung bereits Ende März eine Liste mit 210 Angeboten für Rüstungslieferungen der deutschen Industrie im Gesamtwert von 307 Millionen Euro vorgelegt. Darauf finden sich Panzerabwehrwaffen, Granaten, Drohnen, Schutzausrüstung und Munition. Die schwersten dort aufgeführten Waffen sind 12 Mörser mit einem Kaliber von 120 Millimeter. Panzer, schwere Artilleriegeschütze, Kampfhubschrauber oder Kampfflugzeuge sind darauf nicht zu finden. Die Liste mit der Überschrift "Unterstützungsmöglichkeiten Industrie - Konsolidiert" vom 29. März liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, zuerst hatte "Bild" darüber berichtet.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Dienstag angekündigt, dass die Bundesregierung Rüstungsgüter der deutschen Industrie in die Ukraine liefern werde. Er sprach von einer Liste, auf der stehe, was die deutschen Rüstungsunternehmen in nächster Zeit liefern könnten. Darunter seien wie bisher Panzerabwehrwaffen, Luftabwehrgeräte, Munition "und auch das, was man in einem Artilleriegefecht einsetzen kann".

Konkret stehen auf der Liste 5.150 Panzerabwehrwaffen, die bis zu 500 Meter weit schießen können. Außerdem zählen zu den Angeboten 18 kleine Aufklärungsdrohnen, 3.000 Nachtsichtgeräte, mehr als 3.000 Handfeuerwaffen, 30 Anti-Drohnen-Gewehre sowie gepanzerte Fahrzeuge. Der größte Teil der Angebote fällt in die Kategorien Aufklärungstechnik (circa 162 Millionen Euro), persönliche Schutzausrüstung (circa 79 Millionen Euro) und Handfeuerwaffen (circa 41 Millionen Euro).

Die Ukraine fordert von der Bundesregierung schwere Waffen wie Luftabwehrsysteme, Kampf- und Schützenpanzer sowie schwere Artillerie, um der erwarteten russischen Offensive in der Ostukraine standhalten zu können.

Exporte nach Russland um mehr als die Hälfte eingebrochen

Do, 21.04.2022, 09:21: Die deutschen Exporte nach Russland sind im ersten Monat nach Beginn des Ukraine-Krieges um mehr als die Hälfte eingebrochen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag verringerten sich die Ausfuhren unter anderem wegen der Sanktionen gegen Moskau im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 57,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Damit lag die Russische Föderation nur noch auf Rang 12 der wichtigsten Länder für deutsche Exporte außerhalb der Europäischen Union (EU). Im Februar hatte Russland noch Rang 5 belegt. Die mit Abstand größte Absatzregion für Waren "Made in Germany" ist die EU, die in den vorläufigen Daten nicht enthalten ist.

Russische Cybertruppen können Sanktionen aushebeln

Do, 21.04.2022, 09:15: Im Auftrag Russlands aktive Hacker können nach Einschätzung von Sicherheitsexperten die wirtschaftlichen Sanktionen wegen des Angriffs auf die Ukraine zumindest teilweise aushebeln. Die russischen Cybertruppen seien beispielsweise in der Lage, Geld über Finanzmarktmanipulationen zu besorgen, sagte Sandro Gaycken, Gründer des Digital Society Institute an der European School of Management and Technology (ESMT) Berlin der Deutschen Presse-Agentur. "Denkbar ist auch, dass sie mit kriminellen Ransomware-Gangs zusammenarbeiten, um von attackierten Firmen im Westen Lösegelder zu erpressen."

Zuvor hatten bereits mehrere US-Experten davor gewarnt, dass der Kreml die Sanktionen mit gezielten Cyberangriffen beantworten werde. Daraufhin hatte US-Präsident Joe Biden Unternehmen und Organisationen dazu aufgerufen, sofort die Cyber-Verteidigung zu verstärken.

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HWWI warnt vor tiefer Rezession

Mi, 20.04.2022, 14:15: Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut hat vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine seine Konjunkturerwartungen gesenkt und vor der Gefahr einer tiefen Rezession in Deutschland gewarnt. Zum einen belaste die Omikron-Variante des Corona-Virus durch hohe Krankenstände weiter Teile der Produktion und der Logistik, sagte der wissenschaftliche Direktor des HWWI, Michael Berlemann, am Mittwoch in Hamburg. Zudem werde der noch Anfang des Jahres erwartete Erholungskurs durch den Ukraine-Krieg noch stärker unterbrochen.

"Wir müssen konstatieren, dass voraussichtlich auch im ersten Quartal 2022 das deutsche Bruttoinlandsprodukt gesunken sein wird." Da auch im Schlussquartal 2021 das BIP gesunken sei, "befinden wir uns definitionsgemäß bereits in einer Rezession, aller Voraussicht nach." Zusätzliche Unsicherheit schafften drohende Embargos gegen russisches Öl oder Gas. "Bei anhaltendem Krieg in der Ukraine und zunehmendem Umfang gegenseitiger Sanktionen droht die Gefahr einer tiefen Rezession."

Auch werde der inflationäre Druck, der durch den Preisanstieg bei Energie und Rohstoffen entstehe, nicht schnell abebben. In Bezug auf die Endverbraucherpreise gebe es eine Wirkungsverzögerung von circa drei Monaten, sagte Berlemann. "Wir werden in den nächsten Monaten weiterhin kräftige Preissteigerungen bei Endprodukten sehen." Vor diesem Hintergrund wäre es "sehr wünschenswert", dass die Europäische Zentralbank ihre ultralockere Geldpolitik überdenkt, um eine drohende Lohn-Preis-Spirale zu verhindern.

NRW-Wirtschaftsminister für ergebnisoffene Prüfung des Gas-Frackings

Mi, 20.04.2022, 08:53: Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) fordert angesichts des Krieges gegen die Ukraine eine Prüfung des umstrittenen Gas-Frackings. "Wenn Deutschland durch Fracking gewonnenes Gas zum Beispiel aus den USA importiert, könnte es nachhaltiger sein, wenn wir Gas aus heimischen Quellen mit möglichst risikoarmen Methoden gewinnen und die Umweltverträglichkeit sicherstellen", sagte Pinkwart der 'Rheinischen Post' (Mittwoch).

Beim Fracking wird Gas oder Öl mit Hilfe von Druck und Chemikalien aus Gesteinsschichten herausgeholt, was Gefahren für die Umwelt birgt. Kritik wird auch an der Verflüssigung durch starkes Abkühlen geübt, weil dies nach Angaben von Umweltschützern bis zu 25 Prozent des Energiegehalts des Gases kostet.

Durch die große Abhängigkeit von russischen Erdgasimporten müssten alle Möglichkeiten geprüft werden, um die Auswirkungen des Krieges auf die deutsche Energieversorgung zeitnah abzufedern und Deutschlands Energieversorgung zukunftssicher aufzustellen, sagte Pinkwart. Dabei würden alle denkbaren Optionen sorgsam und ergebnisoffen geprüft. Zuvor hatte CSU-Chef Markus Söder eine ergebnisoffene Prüfung des Frackings gefordert.

Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sprach sich für eine ernsthafte Prüfung des Frackings aus. "Grundsätzlich muss für einen schnellen Ausstieg aus russischem Gas jede Option geprüft und ernsthaft erwogen werden. Das gilt selbstverständlich für das Fracking und die Gasförderung in Deutschland", sagte Hüther dem Blatt.

Sigmar Gabriel räumt Fehler im Zusammenhang mit Nord Stream 2 ein

Mi, 20.04.2022, 08:30: Der ehemalige Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) sieht Fehler der früheren Bundesregierung im Zusammenhang mit der Gas-Pipeline Nord Stream 2. "Es war ein Fehler, bei den Einwänden gegenüber Nord Stream 2 nicht auf die Osteuropäer zu hören. Das war auch mein Fehler", sagte Gabriel der 'Welt'.

"Wir haben die Verantwortung für Energiesicherheit mit der Liberalisierung im Jahr 2002 in ganz Europa vom Staat an die privaten Energieunternehmen übertragen. Und die haben sich die preiswerteste Quelle gesucht: russisches Pipeline-Gas", sagte der frühere Wirtschafts- und Außenminister. Deshalb seien die Flüssiggas-Terminals unterausgelastet. "Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien steigerte die Bedeutung von Gas ja sogar noch. Da hätten wir 2014 beginnen müssen, die völlige Liberalisierung wieder infrage zu stellen und aus Gründen der nationalen Sicherheit unseren Gasbezug zu diversifizieren", so Gabriel.

Litauen nimmt Gespräche über den Kauf von deutschen Radpanzern auf

Mi, 20.04.2022, 08:05: Litauen plant den Kauf weiterer Transport-Radpanzer vom Typ "Boxer" aus Deutschland. Eine Delegation unter der Leitung von Vize-Verteidigungsminister Vilius Semeska nahm dazu am Dienstag in München erste Gespräche mit dem Hersteller Artec sowie den Rüstungsfirmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall auf. Auch Vertreter der europäischen Beschaffungsagentur Occar nahmen nach Angaben des litauischen Verteidigungsministeriums an dem Treffen teil.

Litauen hatte 2016 im größten Rüstungsgeschäft seiner Geschichte insgesamt 88 "Boxer" erworben. Nun soll die Armee des baltischen EU- und Nato-Landes mit mehr als 120 weiteren Radpanzern aufgerüstet werden, wie es in der Mitteilung hieß. Ein Vertrag über die Lieferung könnte demnach noch in diesem Sommer unterzeichnet werden.

Continental fährt Produktion in Russland temporär wieder hoch

Mi, 20.04.2022, 06:04: Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat seine Produktion in Russland wieder hochgefahren. Das Unternehmen bestätigte am Dienstag einen Bericht der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' (Mittwoch), wonach die Reifenproduktion in Kaluga südwestlich von Moskau schon Ende vergangener Woche wieder angelaufen sei. "Die derzeitige Situation ist für international agierende Unternehmen wie Continental, die in Russland Produktionsstätten betreiben, äußerst komplex. So drohen unseren Mitarbeitern und Führungskräften in Russland harte strafrechtliche Konsequenzen, sollten wir darauf verzichten, die lokale Nachfrage zu bedienen", hieß es in einer Stellungnahme des Konzerns.

Conti hatte die Arbeit in Kaluga Anfang März eingestellt, ebenso wie das gesamte Im- und Exportgeschäft mit der Russischen Föderation, wie es damals hieß. Jetzt werde an dem Standort "im Bedarfsfall temporär" wieder produziert. Es gehe um eine Menge deutlich unter der früheren Auslastung des Werks. Conti verfolge mit der temporären Aufnahme der Fertigung im Reifenwerk in Kaluga "keinerlei Gewinnerzielungsabsicht".

Conti betreibt zudem Vertriebsbüros in Moskau und ist an einem Gemeinschaftsunternehmen in Tschistopol bei Kazan beteiligt, das Fahrtenschreiber für Nutzfahrzeuge endmontiert. Insgesamt beschäftigt der Dax-Konzern rund 1.300 Menschen in Russland, in der Ukraine gibt es keine eigenen Standorte.

Die Kampfhandlungen müssten schnellstmöglich beendet werden, hieß es weiter in der Stellungnahme: "Continental unterstützt und befolgt alle geltenden Sanktionen sowie rechtliche Vorschriften, die in Folge des Krieges in der Ukraine verhängt worden sind."

SAP will sich aus Russland zurückziehen

Di, 19.04.2022, 16:04: Der Softwarekonzern SAP will angesichts des russischen Agriffskriegs auf die Ukraine den russischen Markt verlassen. Das Unternehmen mit Sitz in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) kündigte am Dienstag in einer Mitteilung zwei weitere Schritte "für den geordneten Ausstieg aus unserem Geschäft in Russland" an. Zuvor hatte SAP bereits sein Neu- und Cloud-Geschäft in dem Land eingestellt.

Hinsichtlich seiner Cloud-Dienste hatte SAP nicht von Sanktionen betroffene Unternehmen bereits vor die Wahl gestellt, Daten löschen zu lassen, diese in Eigenregie zu übernehmen oder sie in ein Rechenzentrum außerhalb von Russland zu überführen. SAP kündigte nun an, die Verträge russischer Firmen, die sich für eine Migration der Daten ins Ausland entschieden hätten, nach Ablauf der Abonnementlaufzeit nicht zu verlängern.

Zudem beabsichtige SAP, den Support und die Wartung für Produkte, die auf lokalen Servern in Russland installiert sind (On-Premise), einzustellen. "Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen, wie sich diese Entscheidung umsetzen lässt", teilte das Unternehmen mit. Das Hauptaugenmerk liege darauf, den rechtlichen Verpflichtungen gegenüber nicht-sanktionierten Kunden weiter nachzukommen.

Laut Finanzchef Luka Mucic machen die Geschäfte in Russland, der Ukraine und Belarus zusammen nur einen geringen Teil der SAP-Erlöse aus, dem Manager zufolge beliefen sie sich zuletzt auf rund 1,5 Prozent des Gesamtumsatzes. SAP hat im vergangenen Jahr 27,8 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

SPD-Chefs treffen ukrainischen Botschafter Melnyk

Di, 19.04.2022, 11:07: Nach erneut scharfer Kritik des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk an der Russland-Politik der Sozialdemokraten will sich die SPD-Spitze ein weiteres Mal mit dem Diplomaten treffen. Bereits am 6. April hatte es ein Gespräch gegeben, wie Melnyk am Dienstag mitteilte. An diesem Mittwoch sei ein weiteres Treffen vereinbart, sagte der Botschafter auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Gerade in Zeiten, in denen uns die Herzen schwer sind und die Debatten manchmal hitzig, ist es umso wertvoller, das offene und vertrauensvolle Gespräch zu pflegen", twitterte die SPD-Vorsitzende Saskia Esken am Dienstagmorgen. Dazu stellte sie ein Bild, dass sie und Co-Parteichef Lars Klingbeil an der Seite von Melnyk zeigt, und bedankte sich für das Gespräch. Laut Melnyk stammt das Foto vom 6. April.

Der Botschafter hatte in den vergangenen Wochen immer wieder mit scharfen Worten den früheren Russland-Kurs der SPD verurteilt und mehr deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine gefordert. Am Wochenende kam es zu einem harten Schlagabtausch, als der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) in einem Gastbeitrag für den 'Spiegel' "gezielte Angriffe" auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kritisierte und Melnyk "Verschwörungstheorien" vorwarf.

Greenpeace erwartet Rekordsumme für russische Energielieferungen

Di, 19.04.2022, 11:00: Die Umweltorganisation Greenpeace erwartet, dass aus Deutschland in diesem Jahr Rekordsummen für russisches Gas und Öl überwiesen werden. Wie Greenpeace am Dienstag unter Berufung auf eine eigene Analyse mitteilte, drohen die Ausgaben für russisches Öl in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr von 11,4 Milliarden Euro auf 14,3 Milliarden Euro anzusteigen. Die Importrechnung für Gas könnte sich aufgrund steigender Preise verdoppeln, von 8,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 17,6 Milliarden Euro. Dazu kommen laut Analyse rund zwei Milliarden Euro für russische Kohle. Die Zahlen basieren auf Schätzungen. Zuerst hatte die 'Süddeutsche Zeitung' darüber berichtet.

Eon-Chef weiterhin gegen Gasembargo - "Europa hätte massives Problem"

Di, 19.04.2022, 10:39: Der Chef des Energiekonzerns Eon, Leonhard Birnbaum, hat sich erneut gegen ein Embargo von russischem Erdgas ausgesprochen. "Es ist ja nicht so, dass nur Deutschland durch so einen Schritt hart getroffen würde, Europa hätte ein massives Problem", sagte Leonhard in einem Interview dem 'Handelsblatt' (Dienstag). So sei zum Beispiel die Slowakei komplett abhängig von russischem Gas. Tschechien und Österreich bezögen den größten Teil ihres Erdgases aus Russland.

"Wenn wir glauben, wir könnten die deutsche Versorgung sicherstellen, ohne uns auch gemeinsam um die anderen Staaten zu kümmern, dann wird das die EU zerreißen", sagte der Energiemanager. "Wir dürfen das nicht als nationales Thema behandeln." Er finde es weiterhin "richtig und verantwortungsvoll", dass die Bundesregierung ein Gasembargo ablehne.

Er glaube, dass Deutschland in drei Jahren unabhängig von russischen Energieimporten sein könne. "Wenn wir schneller sind, ist das schön, aber es ist in jedem Fall keine Frage von drei Monaten."

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Vier von fünf Unternehmen erwarten Belastungen durch Ukraine-Krieg

Do, 14.04.2022, 17:20: Fast 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland erwarten finanzielle Belastungen durch den Ukraine-Krieg. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichen German-Business-Panel-Monitor für den April hervor, an dem sich gut 1.000 Unternehmen beteiligten. Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine seien die Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich eingebrochen, heißt es in der Studie. Daran hätten auch die weitreichenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen am 20. März nichts ändern können.

Sorgen machen den Unternehmen der Umfrage zufolge vor allem die steigenden Energiekosten und die drohenden Lieferkettenprobleme. Beeinträchtigungen der eigenen Geschäfte in der Ukraine und in Russland sowie Umsatzeinbußen in den beiden Ländern spielten dagegen nur selten eine Rolle.

Trotz aller Belastungen unterstützte eine Mehrheit der Unternehmen die bisherigen Sanktionen. Mehr als 60 Prozent der Firmen bewerteten sie "eher positiv" oder "sehr positiv", nur gut 15 Prozent "eher negativ" oder "sehr negativ".

Ein möglicher Importstopp von Rohstoffen wie Erdöl oder Erdgas aus Russland traf dagegen bei den Unternehmen auf ein geteiltes Echo. Zwar bewerteten 41 Prozent der Unternehmen einen solchen Schritt als positiv, doch fast genauso viele - 36 Prozent - beurteilten ihn negativ. Vor allem in Industrien, die stärker auf Gas aus Russland angewiesen waren, wurde ein Rohstoffembargo abgelehnt.

Die Ablehnung habe in den vergangenen Wochen sogar noch zugenommen, berichteten die Verfasser der Studie. "Während in der zweiten Kriegswoche noch mehr als die Hälfte der Unternehmen Unterstützung für ein Rohstoff-Embargo bekundeten, ist der Anteil positiver Bewertungen bis zur sechsten Kriegswoche auf 32 Prozent gefallen."

Das German Business Panel ist ein langfristig angelegtes Befragungspanel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes "Accounting for Transparency".

DGB-Chef gegen Einfuhrstopp von Öl und Gas aus Russland

Do, 14.04.2022, 10:24: Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann hat sich gegen einen Einfuhrstopp von Öl und Gas aus Russland ausgesprochen. "Ich glaube ein Einfuhrstopp macht überhaupt gar keinen Sinn", sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) am Donnerstag im ARD-'Morgenmagazin'. Russlands Präsident Wladimir Putin führe eine hybride Kriegsführung, mit der er versuche die Demokratie in Europa zu destabilisieren.

Ein Energie-Embargo "würde dazu beitragen, dass er ein Stück weit seinem Ziel näher käme und die wirtschaftlichen Folgen für uns in Europa und Deutschland deutlich größer wären als die Folgen für Russland selber", warnte Hoffmann. Zudem würde seiner Meinung nach ein Einfuhrstopp den Krieg "so schnell überhaupt nicht beeinflussen oder gar stoppen".

Darüber hinaus würde es "deutliche Einbrüche auf dem Arbeitsmarkt mit sich bringen" und dazu führen, dass "ganze Lieferketten zusammenbrechen würden". "Was wir machen müssen, ist eine Diversifizierung langfristig", so Hoffmann. Dabei sprach er sich insbesondere für einen "Ausbau erneuerbarer Energien" aus. Dieser Ausbau sollte Hoffmann zufolge durch eine Vermögenssteuer finanziert werden. "Den Soli jetzt wieder einzuführen, halten wir für absolut sozial nicht gerechtfertigt", sagte Hoffmann.

VBW-Umfrage: Bei Gas-Boykott droht Rezession in Bayern und Deutschland

Fr, 14.04.2022, 09:31: Laut einer aktuellen Umfrage der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), an der sich mehr als 1.100 bayerische Unternehmen mit über einer Million Beschäftigten aller Branchen beteiligt haben, müssten 22 Prozent der Betriebe bei einer kurzfristigen Nichtverfügbarkeit von Gas den Geschäftsbetrieb einstellen. Von den energieintensiven Betrieben wäre es sogar jedes dritte Unternehmen. Weitere 17 Prozent wären in hohem Maße negativ betroffen. Insgesamt sind damit von einem Gas-Stopp knapp 40 Prozent der Unternehmen dramatisch betroffen.

„Im Falle eines Lieferstopps von russischem Gas befürchten die betroffenen Unternehmen einen Umsatzrückgang von 40 Prozent. Ein Gasembargo würde in Deutschland und Bayern zur Rezession führen. Nur eine starke Wirtschaft kann aber helfen. Wir blicken auf dieses Szenario mit allerhöchster, extremster Sorge“, sagt VBW Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt einer Pressemitteilung zufolge. Im Schnitt geben die mindestens leicht betroffenen Unternehmen an, im Fall eines Erdgasstopps noch 49 Tage weiterproduzieren zu können.

Allein in Bayern wären Branchen mit mindestens 220.000 Beschäftigten direkt betroffen. Noch viel stärker sind die indirekten Effekte, weil Gas als unersetzlicher Rohstoff zur Herstellung von Vorprodukten benötigt wird, etwa in der Chemieindustrie zur Herstellung von Grundstoffen aller Art oder in der Metall- und Elektroindustrie. Das Fehlen dieser Vorprodukte hätte gewaltige soziale und ökonomische Konsequenzen“, erklärt Brossardt. Die Gesamtauswirkungen eines Lieferstopps von Erdgas inklusive der Sekundäreffekte auf die Lieferketten dürften immens sein. Die meisten Unternehmen überprüfen derzeit ihre Lieferketten über alle Stufen auf die Verwendung von Gas, um ein umfassendes Bild der gesamten Wertschöpfungskette zu erhalten. „Es ist vielmals noch nicht abschließend geklärt, wo genau überall Gas in der Zulieferkette verwendet wird. Wir müssen daher damit rechnen, dass die Betroffenheit entlang der Wertschöpfungsketten noch schwerer wiegt als uns das die Umfrage widerspiegelt “, so Brossardt.

Laut Umfrage sind bereits jetzt drei Viertel der Unternehmen durch die enormen Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen direkt betroffen – im Schnitt stiegen die Preise um 47 Prozent. Brossardt: „In energieintensiven Industrien wie der Metallerzeugung, Chemie, Glas, Keramik und Steine/Erden muss jedes vierte Unternehmen zehn Prozent und mehr seines Umsatzes für den Energiebezug ausgeben. Ein Erdgaslieferstopp betrifft die gesamte Wertschöpfungskette.“

Im Fokus der Unternehmen steht die Diversifizierung des Energiebezugs. Fast 60 Prozent der Unternehmen wollen fehlendes Erdgas durch erneuerbares Gas (zum Beispiel Biogas) kompensieren. Für 38 Prozent kommt auch eine Umstellung auf Strom, für 28,5 Prozent auf andere fossile Energieträger in Frage. „Kurzfristig ist eine Umstellung kaum möglich, langfristig nur mit hohen Kosten. Diese werden pro Anlage im Schnitt auf 350.000 Euro geschätzt. Und auch nach einer erfolgreichen Umrüstung könnten durchschnittlich nur drei Viertel der ursprünglichen Produktionskapazitäten erreicht werden“, erläutert Brossardt und ergänzt: „Jedes vierte Unternehmen befürchtet durch einen Erdgasausfall Schäden an den Anlagen, bestimmte Produktionsöfen wären unwiederbringlich beschädigt. Für rund zehn Prozent gibt es keine Alternativen zum Gas. Die Einstellung der Produktion wäre die Folge.“

Zur Wahrung der energetischen Versorgungssicherheit, die für die bayerische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist, würde jedes zweite Unternehmen eine Laufzeitverlängerung von Kohlekraftwerken begrüßen. 38 Prozent fordern einen Ausbau erneuerbarer Energien, 36 Prozent sprechen sich für eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke aus.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

Flaggen von der Ukraine und Russland
(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert und hat auch Auswirkungen auf die deutsche Industrie und Wirtschaft. Hier finden Sie weitere Informationen:

 

Union fordert Sofortprogramm für Unternehmen und Beschäftigte

Mi, 13.04.2022, 16:12: Die Union fordert angesichts steigender Inflationsraten, der Energiepreiskrise und mauer Konjunkturaussichten ein Sofortprogramm für Unternehmen und Beschäftigte. "Die Ampel muss jetzt liefern", sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion, Julia Klöckner, der Deutschen Presse-Agentur. Zentrale Maßnahmen seien ein Belastungsmoratorium, erhebliche Planungsbeschleunigungen sowie Entlastungen bei Steuern und Abgaben. Außerdem müssten Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung stärker unterstützt werden und die Digitalisierung müsse vorangetrieben werden.

"Nur mit mehr Krisenresilienz, mehr Investitionen und mehr Innovationen wird Made in Germany über die Krisenzeit hinaus erfolgreich sein", sagte Klöckner. Sie kritisierte, dass die Ampel-Regierung erst Ende April ihre Frühjahrsprognose vorlegen wolle. "In einer Krisensituation wie der jetzigen müssen solche Prozesse beschleunigt werden", betonte sie. "Wie viele Prognosen braucht die Ampel noch, um zu erkennen, dass die Wachstumskräfte schwinden und eine Wirtschaftskrise droht?"

Antragsstellung für Bewertung ukrainischer Abschlüsse vereinfacht

Mi, 13.04.2022, 11:58: Für ukrainische Hochschulabsolventen wird das Verfahren zur Bewertung ihres Abschlusses in Deutschland vereinfacht, damit sie möglichst schnell Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen. Die zuständige Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) der Kultusministerkonferenz (KMK) hat die entsprechenden Internetseiten zur Antragsstellung auf ukrainisch freigeschaltet, wie die KMK am Mittwoch mitteilte.

Für Hochschulabsolventen aus dem Ausland stellt die ZAB auf Antrag eine sogenannte Zeugnisbewertung aus. Diese Bescheinigung ist als Ergänzung für Bewerbungsunterlagen gedacht. Arbeitgeber oder eine Arbeitsvermittlungsstellen können darin sehen, welcher deutschen Qualifikation der ausländische Hochschulabschluss entspricht und in welchen Bereichen ein Einsatz möglich ist. Die Zeugnisbewertung kostet 200 Euro.

Airbus warnt vor Boykott russischer Titan-Lieferungen

Mi, 13.04.2022, 9:33: Airbus hat davor gewarnt, russische Titan-Lieferungen zu boykottieren. Ein Lieferstopp für das Leichtmetall würde die westliche Industrie viel härter treffen als die russische, erklärte der europäische Flugzeughersteller laut AHK Russland. Airbus kauft rund 60 Prozent des benötigten Titans aus Russland. Das Metall ist bislang nicht von den Sanktionen betroffen. Boeing hatte bereits Anfang März angekündigt, kein russisches Titan mehr zu kaufen.

Scholz dankt Unternehmen für Unterstützung bei Russland-Sanktionen

Mi, 13.04.2022, 9:08: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der deutschen Wirtschaft für ihre Unterstützung bei den Maßnahmen der Bundesregierung im Ukraine-Krieg gedankt. Die Sanktionen gegen Russland seien notwendig und wirksam, schrieb Scholz in einem Tweet am Dienstagabend nach einem Treffen mit Vorstandsvorsitzenden von Unternehmen, die im deutschen Leitindex Dax notiert sind. "Großer Dank an die Wirtschaft für die breite Unterstützung", heißt es in der kurzen Botschaft. Einer Mitteilung der Bundesregierung zufolge nahmen an dem Gespräch im Kanzleramt auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) teil.

Die Unternehmen hätten bei dem Treffen ihre Unterstützung für die beschlossenen Sanktionsmaßnahmen bekräftigt, aber auch auf bereits auftretende Einschränkungen in den Lieferketten hingewiesen. "Die Unternehmen beschrieben bestehende Herausforderungen angesichts hoher Energiepreise, insbesondere für die energieintensive Industrie", heißt es zudem in der Mitteilung. Auch die Bedeutung der Wirtschaft bei der Integration geflüchteter Ukrainerinnen und Ukrainer betonte Scholz demnach.

LNG-Terminal in Stade: Planung im Turbo-Tempo

Mo, 11.04.2022, 15:25: Niedersachsen will bei den Genehmigungsverfahren für das geplante Import-Terminal für Flüssigerdgas (LNG) in Stade Gas geben. "Es muss jetzt schnell gehen", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Dienstag in Stade. Dort nahm er aus den Händen von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) die mehrere Tausend Seiten umfassenden Antragsunterlagen für die Genehmigung zum Bau eines Anlegers in Stade entgegen.   

Lies forderte eine neue "Deutschland-Geschwindigkeit" und schloss nicht aus, dass die Bauarbeiten für den Anleger möglicherweise parallel und schon vor dem Vorliegen einer Genehmigung beginnen könnten. Nach Worten von Althusmann sollen seitens der öffentlichen Gesellschaft Niedersachsen Ports in den kommenden Jahren Mittel von 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden - für die Planung und Vorbereitung des Projekt Stade sowie für den zweiten geplanten LNG-Terminalstandort Wilhelmshaven. Es gehe primär darum, von russischem Erdgas unabhängig zu werden.  

Das Terminal Hanseatic Energy Hub (HEH) in Stade soll bis 2026 in unmittelbarer Nachbarschaft des US-Chemieunternehmens Dow in Stade direkt am Elbeufer entstehen. Dow stieg inzwischen als neuer Minderheitsgesellschafter bei HEH ein. In der Endstufe soll die Anlage über eine maximale Regasifizierungskapazität von 13,3 Milliarden Kubikmetern pro Jahr verfügen, was einem Anteil von bis zu 15 Prozent des deutschen Gasbedarfes entspräche. Auch in Wilhelmshaven und in Brunsbüttel laufen konkrete Planungen für Flüssigerdgas-Terminals.

Habeck: Schnell weitere Waffen an die Ukraine liefern

Mo, 11.04.2022, 14:00: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat sich dafür ausgesprochen, die Ukraine zügig mit zusätzlichen Waffenlieferungen zu unterstützen. Der Grünen-Politiker machte am Montag in Berlin deutlich, er gehe davon aus, dass ein russischer Großangriff im Osten der Ukraine bevorstehe. Deswegen müssten schnell Waffen geliefert werden.

"Worum es jetzt geht, ist, die Truppen zügig zu unterstützen und die Wehrfähigkeit, die Abwehrfähigkeit, die ja mit vielen Menschenleben bezahlt wird und mit einem großen Heldenmut durchgefochten wird, zu unterstützen", sagte Habeck. "Diese Verpflichtung ist Deutschland eingegangen und der muss sich Deutschland auch stellen und wird sich auch stellen." Es gehe darum, der Ukraine in einer "unmittelbaren Gefahrensituation" zu helfen.

Habeck sagte weiter, die Bundesregierung habe aus gutem Grund verabredet, nicht über konkrete Waffengattungen oder Lieferwege zu reden.

Außenministerin Annalena Baerbock hatte sich für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. "Die Ukraine braucht weiteres militärisches Material - vor allen Dingen auch schwere Waffen", sagte die Grünen-Politikerin am Montag am Rande eines EU-Außenministertreffens in Luxemburg.

 

Rheinmetall verkauft 100 weitere Boxer-Radpanzer nach Großbritannien

Mo, 11.04.2022, 10:15: Großbritannien hat 100 weitere Radpanzer vom Typ Boxer bei deutschen Rüstungsschmieden bestellt. Ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) soll die 100 Boxer-Radpanzer bis zum Jahr 2024 liefern, wie es in einer Mitteilung der beiden Firmen am Montag hieß.

Der Großteil der Produktion findet in Großbritannien statt. 2019 hatte London bereits 523 Boxer geordert, nun wird die Zusammenarbeit fortgesetzt. Bisher stellte das Gemeinschaftsunternehmen insgesamt 1.500 Boxer-Panzer für fünf Staaten her, neben Deutschland und Großbritannien waren dies auch die Niederlande, Litauen und Australien.

Folgen des Kriegs: Bundesregierung will "Schutzschild" für Firmen

Fr, 08.04.2022, 14:11: Die Bundesregierung will einen milliardenschweren "Schutzschild" für Firmen errichten, die von Folgen des Ukraine-Kriegs und hohen Energiepreisen belastet sind. Ein Maßnahmenpaket sieht unter anderem einen "zeitlich befristeten und eng umgrenzten" Kostenzuschuss zur temporären Kostendämpfung des Erdgas- und Strompreisanstiegs für besonders betroffene Unternehmen vor. Das teilten Finanz- sowie Wirtschaftsministerium mit. Finanzminister Christian Lindner (FDP) sagte, es werde bei diesem Zuschuss mit Kosten für den Steuerzahler in Höhe von fünf Milliarden Euro gerechnet.

Außerdem soll es für belastete Firmen ein Kreditprogramm über die staatliche Förderbank KfW geben mit einem Volumen von bis zu sieben Milliarden Euro sowie Bürgschaften. Geplant ist auch ein Finanzierungsprogramm für durch hohe Sicherheitsleistungen gefährdete Unternehmen. Die Bundesregierung will standardisierte Kriterien erarbeiten, um Unternehmen kurzfristig Kreditlinien der KfW zu gewähren, die mit einer Bundesgarantie unterlegt sind. Dafür sei ein Kreditvolumen von insgesamt bis zu 100 Milliarden Euro vorgesehen.

Lindner sagte, es sollten Schäden durch die Folgen des Kriegs auf die deutsche Wirtschaft begrenzt werden. "Wir wollen Härten abfedern und Strukturbrüche verhindern." Er sprach von einem wirtschaftspolitischen "Stoßdämpfer". Die Hilfen seien aber zielgenau, mit dem Geld der Steuerzahler werde man sorgfältig umgehen. Das Paket sei für den Steuerzahler schonend, für die Wirtschaft sehr wirksam.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte, das Paket sei zielgenau, solle aber Fehlanreize vermeiden. Es werde nicht jede Härte weggenommen. Die Unternehmen müssten infolge des Kriegs auch eine Last tragen. Man werde nicht ohne Verluste durch diese Zeit kommen.

Rusal-Chef fordert Ende des "brudermörderischen" Konflikts

Fr, 08.04.2022, 10:54: Bernard Zonneveld, der Vorstandsvorsitzende des russischen Aluminiumkonzerns Rusal, fordert eine unabhängige Untersuchung zur Tötung von Zivilisten in Bucha, die er als Verbrechen bezeichnete. "Wir unterstützen eine objektive und unparteiische Untersuchung dieses Verbrechens und fordern eine harte Bestrafung der Täter", sagte er. Der Niederländer forderte außerdem ein Ende des "brudermörderischen" Konflikts.

Laut der Nachrichtenagentur 'Reuters' ging der CEO in seiner Erklärung zwar nicht darauf ein, wer die Schuld am Tod der Zivilisten trägt, doch es sei ungewöhnlich, dass ein großes russisches Unternehmen öffentlich zu dem Krieg Stellung nimmt.

Ifo: Kohle-Embargo "kurzfristig unangenehm, aber verkraftbar"

Fr, 08.04.2022, 9:37: Das beschlossene Kohle-Embargo gegen Russland ist nach Ansicht des Münchner Ifo-Instituts "kurzfristig unangenehm, aber verkraftbar". Das sagte Ifo-Forscherin Karen Pittel unter Berufung auf die bisher bekannten Eckdaten zu den Kohlevorräten und den Möglichkeiten für den Ersatz der russischen Importe. "Die Auswirkungen dürften im Vergleich zu einem Importstopp für russisches Erdgas wesentlich geringer ausfallen." Zudem geht sie davon aus, dass Preiserhöhungen durch das Embargo "eher kurzfristigen Charakter" haben werden.

So könne beim Strom Steinkohle bei Bedarf durch Braunkohle ersetzt werden, was wiederum kurzfristig Mengen verfügbar mache, um Nachfrage in der Industrie zu decken, sagte Pittel. Zwar hätten die Importe aus Russland im vergangenen Jahr 57 Prozent der deutschen Steinkohle-Importe ausgemacht. "Aber es ist zu erwarten, dass dies zumindest im Laufe der kommenden Monate durch Einfuhren aus anderen Ländern ausgeglichen werden könnte". Zu einer längerfristigen globalen Verknappung von Kohle käme es aufgrund des Embargos voraussichtlich nicht.

Russland werde versuchen, auf Abnehmer auszuweichen, die die Sanktionen nicht unterstützen, erwartet Pittel. Dann würden zwar einerseits die Auswirkungen auf die weltweiten Kohlepreise überschaubar bleiben - allerdings auch die Auswirkungen auf Russland. Daher - und wegen der geringen finanziellen Bedeutung - erscheine ein Embargo für Russland wenig bedrohlich.

Bundesregierung einigt sich auf Hilfspaket für Firmen

Fr, 08.04.2022, 9:20: Die Bundesregierung hat sich auf ein Hilfspaket für Unternehmen geeinigt, die unter den Folgen des Ukraine-Krieges leiden. Finanzminister Christian Lindner (FDP) sagte am Freitag im Bundestag, er werde am Mittag mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) öffentlich machen, welche zusätzlichen Unternehmenshilfen die Bundesregierung auf den Weg bringe.

Ukraine-Krieg: Geschäftserwartungen in Elektroindustrie brechen ein

Fr, 08.04.2022, 9:07: Die Auftragsbücher der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben sich vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine weiter gefüllt. Der Wert der Orders lag im Februar 8,6 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie der Branchenverband ZVEI am Freitag mitteilte. "In den ersten beiden Monaten dieses Jahres zusammengenommen nahmen die Auftragseingänge um 15 Prozent zu", berichtete ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. "Erste etwaige Auswirkungen des Ukraine-Kriegs werden sich zeigen, sobald die Daten für den März vorliegen."

Die Geschäftsaussichten der Unternehmen trübten sich bereits deutlich ein. Zwar hätten die Firmen die aktuelle Lage im März nochmals leicht besser beurteilt als im Vormonat, "die allgemeinen Geschäftserwartungen brachen jedoch ein und fielen erstmals seit Juni 2020 wieder in negatives Terrain", sagte Gontermann. "Neun von zehn Firmen berichten zudem weiter von Versorgungsengpässen, die sich infolge des Kriegs noch verschärfen könnten."

Materialknappheiten und Lieferengpässe belasteten bereits vor Kriegsbeginn die Produktion. Dennoch zog diese im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,5 Prozent an. Der Branchenumsatz kletterte um 11,7 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres summierte sich der Umsatz auf 33,0 Milliarden Euro und lag damit 12,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Telekom: Viele russische Software-Entwickler haben das Land verlassen

Do, 07.04.2022, 12:27: Viele russische Software-Entwickler der Deutschen Telekom haben Russland inzwischen verlassen und arbeiten von anderen Ländern aus weiter für den deutschen Telekommunikationsriesen. Telekom-Chef Tim Höttges sagte auf der Hauptversammlung des Konzerns, die Telekom habe zwar kein Geschäft in Russland gehabt, dort aber rund 2.000 Software-Entwickler beschäftigt. "Sie können von anderen Ländern aus für uns tätig sein. Und ein Großteil der Beschäftigten hat dieses Angebot bereits angenommen und das Land verlassen."

BMW-Absatz geht zurück: Ukraine-Krieg und Lockdown in China bremsen

Do, 07.04.2022, 9:00: BMW hat im ersten Quartal weniger Autos an seine Kunden ausgeliefert. 596.907 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce bedeuten einen Rückgang von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Donnerstagmorgen mitteilte. Allerdings habe es sich im Jahr 2021 auch um das beste erste Quartal der Unternehmensgeschichte gehandelt. Im Gesamtjahr will BMW einen Absatz auf Vorjahresniveau erreichen.

Vor allem der Ukraine-Krieg und Auswirkungen der Corona-Lockdowns in China hätten gebremst, hieß es von BMW. Der Rückgang beschränkt sich dabei auf die Kernmarke, deren Absatz um 7,3 Prozent auf 519.796 Fahrzeuge zurückging. Mini lag minimal im Plus, Rolls-Royce deutlich. Zudem konnte BMW den Absatz vollelektrischer Fahrzeuge mehr als verdoppeln. 35.289 dieser Autos bedeuten ein Plus von 149 Prozent.

US-Regierung verhängt neue Sanktionen gegen Russland

Do, 07.04.2022, 7:55: Die neuen US-Sanktionen gegen Russland richten sich gegen die große russische Sberbank und die von Oligarchen gegründete Alfa-Bank. Die US-Regierung verbietet auch neue Investitionen in Russland durch US-Personen. Von Sanktionen betroffen sind zudem die Frau und die Tochter von Außenminister Sergej Lawrow, der frühere russische Staatschef Dmitri Medwedew sowie Premierminister Michail Mischustin. Auch russische Staatsunternehmen werden einbezogen.

US-Präsident Joe Biden warf Russland erneut "massive Kriegsverbrechen" vor. Russlands Eliten und Oligarchen hätten eine "unglaubliche Menge Geld gestohlen". Diese Oligarchen und ihre Familienmitglieder dürften ihr Vermögen in Europa und in den Vereinigten Staaten nicht behalten.

Auch die britische Regierung verhängte weitere Sanktionen. Wie das Außenministerin in London mitteilte, wird das Kapital der Sberbank sowie der Credit Bank of Moscow eingefroren. Britische Investitionen in Russland sollen untersagt werden. Die Regierung bekräftigte auch ihre Pläne, den Import von russischer Kohle und russischem Öl Ende dieses Jahres auslaufen zu lassen.

Scholz: Russland wird neue Sanktionen wegen Ukraine-Krieg spüren

Mi, 06.04.2022, 13:59: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich grundsätzlich hinter die geplanten neuen Sanktionen gegen Russland nach den Kriegsgräueln in der ukrainischen Stadt Butscha gestellt, sich zu Details aber nicht geäußert. Das fünfte Sanktionspaket sei in der finalen Debatte, "es wird noch einmal präzise dazu beitragen, dass Russland die Folgen dieses Krieges spürt, auch um zu erreichen, dass es den Krieg beendet", sagte Scholz im Bundestag. Zu Details der geplanten Sanktionen äußerte sich der Kanzler nicht.

"Es muss unser Ziel bleiben, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnt", sagte Scholz. Dies stehe hinter den Aktivitäten der Bundesregierung, wenn es um Waffenlieferungen, finanzielle und humanitäre Unterstützung, die Aufnahme der Flüchtlinge oder um die Sanktionspakete gehe, die global und weltweit vereinbart würden.

Zugleich betonte der Kanzler das Ziel der Reduzierung der Abhängigkeit vom Import russischer Energie. "Wir wissen alle: Diese Abhängigkeiten sind über Jahrzehnte gewachsen, und sie lassen sich nicht von einem Tag auf den anderen beenden." Deshalb sei hier ein gemeinsamer europäischer Kurs wichtig. Die Weichen seien gestellt, "und sie werden auch nach dem Krieg weiter einen Kurs vorgeben, den wir zu gehen haben".

Die EU-Kommission hatte ein Embargo gegen Kohle aus Russland vorgeschlagen. Beschließen kann das EU-Parlament solche Sanktionen jedoch nicht, das machen die EU-Staaten.

Ifo-Chef Fuest: Gasimport-Stopp aus Russland nur sofort sinnvoll

Mi, 06.04.2022, 11:23: Ifo-Präsident Clemens Fuest hat den Kurs der Bundesregierung mit Blick auf russische Gasimporte kritisiert. "Falls es überhaupt sinnvoll ist, Gasimporte aus Russland einzustellen, dann sofort", schreibt Fuest in einem am Mittwoch veröffentlichten Aufsatz des Ifo-Institus für Wirtschaftsforschung. "Ob wir 2024 diese Importe beenden wollen, wie die Bundesregierung jetzt plant, erscheint heute sehr zweifelhaft."

Denn nach dem Ende des Ukraine-Krieges sei es klüger, wieder Gas aus Russland zu importieren - sowohl wegen der Kosten der Energieversorgung als auch strategisch, schrieb Fuest. Wenn die EU andere Bezugsquellen aufbaue, um Gasimporte aus Russland notfalls schnell und zu tragbaren Kosten unterbrechen zu können, würde aus der heutigen beidseitigen Abhängigkeit "eine Abhängigkeit Russlands von der EU". Mit einem dauerhaften Ende der Gasimporte entfiele dagegen die Möglichkeit, auf Russland Druck auszuüben.

Mehr Aufträge für Maschinenbau aber Sorge wegen Ukraine-Krieg

Mi, 06.04.2022, 11:02: Deutschlands Maschinenbauer haben vor Beginn des Ukraine-Krieges ihre Auftragsbücher noch einmal kräftig gefüllt. "Die Auftragsbestände der Unternehmen waren zuvor bereits sehr hoch, und ein weiteres zweistelliges Wachstum verstärkt die gute Ausgangslage für das laufende Jahr", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. "Aber angesichts der ungewissen Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie der wachsenden russischen Aggression hat dieser Monatswert nur wenig Aussagekraft für die Zukunft." Die Details lesen Sie hier.

Deutsche Industrie unterstützt Sanktionskurs gegen Russland

Mi, 06.04.2022, 10:00: Die deutsche Industrie unterstützt den Sanktionskurs der Bundesregierung und der Europäischen Union gegen Russland. "Die Gräueltaten in Butscha verlangen nach einer entschiedenen, unmissverständlichen Reaktion des Westens", sagte Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ein vollständiges, europaweit abgestimmtes Embargo auf russische Kohle geht über die von den Unternehmen bereits umgesetzte Reduzierung russischer Kohlelieferungen noch einmal deutlich hinaus. Die Umsetzung ist nicht einfach und hat ihren Preis, aber die Entscheidung ist vor dem Hintergrund der Eskalation der Gewalt mehr als nachvollziehbar."

Die EU-Kommission hatte einen Vorschlag für ein umfangreiches Paket mit neuen Russland-Sanktionen vorgestellt. Es beinhaltet nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unter anderem ein Importverbot für Kohle aus Russland, eine Hafensperre für russische Schiffe sowie weitere Handelsbeschränkungen. Ob die Sanktionen wie vorgeschlagen verhängt werden, müssen nun die 27 EU-Staaten entscheiden.

Beim Importverbot für russische Kohle ist offen, ab wann es gelten soll. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte erklärt, bis zum Herbst könne Deutschland unabhängig von russischer Kohle sein.

Industriepräsident Russwurm sagte mit Blick auf Russland: "Es braucht zielgenaue und langfristig durchhaltbare Sanktionen, die den Aggressor stärker bestrafen als uns Europäer. Für Kohle trifft das zu: Sie lässt sich auf dem Weltmarkt durch Lieferungen aus anderen Ländern ersetzen und prinzipiell mit der vorhandenen Transport-Infrastruktur zu den Nutzern bringen."

Die Bundesregierung müsse nun gemeinsam mit den europäischen Partnern dafür sorgen, die logistischen Herausforderungen, die sich durch den Verzicht auf russische Kohleimporte ergeben, ohne wirtschaftliche Schäden zu bewältigen.

Völlig anders sei die Situation beim Gas, so Russwurm: "Ein Komplettausfall russischer Gaslieferungen, die andere Lieferanten nicht kurzfristig ersetzen können, wäre ein gewaltiger Stresstest für die EU - mit unabsehbaren Folgen für Versorgungssicherheit, Wachstum, Beschäftigung und unsere politische Handlungsfähigkeit." Auch die Bundesregierung lehnt ein Embargo russischer Gasimporte ab und warnt vor schweren Schäden für die Wirtschaft.

Importeure: Russische Kohle ersetzbar - aber höhere Preise

Mi, 06.04.2022, 8:10: Die deutschen Kohlenimporteure halten bis zum Jahresende einen vollständigen Verzicht auf russische Kohle für möglich. "Die russische Steinkohle kann durch Kohle aus anderen Ländern wie USA, Südafrika, Australien, Kolumbien, Mosambik und Indonesien ersetzt werden", sagte Alexander Bethe, Vorstandsvorsitzender des Vereins der Kohlenimporteure, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Der komplette Verzicht auf russische Kohle sollte demnach bis zum nächsten Winter möglich sein. Allerdings drohten höhere Preise.

Die EU-Kommission plant eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. Unter anderem ist ein Importstopp für Kohle vorgesehen. Offen ist, ab wann er gelten soll. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte erklärt, bis zum Herbst könne Deutschland unabhängig von russischer Kohle sein. Ob die Sanktionen wie vorgeschlagen verhängt werden, müssen nun die 27 EU-Staaten entscheiden.

Die Kohlenimporteure seien nicht unvorbereitet, sagte Bethe. Schon seit dem Herbst 2021 komme es bei russischer Kohle zu Lieferengpässen. "Seitdem suchen Handel und Verbraucher nach Alternativen." Es gebe einen gut funktionierenden Weltmarkt mit etwa einer Milliarde Tonnen Steinkohle. Deutschland habe im vergangenen Jahr rund 18 Millionen Tonnen Steinkohle aus Russland importiert.

Ende März hatte sich bereits die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae, mit Blick auf Alternativen zu Steinkohle aus Russland optimistisch gezeigt.

Was ein Importstopp russischer Kohle bedeuten würde, lesen Sie hier.

Kein russischer Stahl mehr: Palettenbauern droht Produktionsstopp

Mi, 06.04.2022, 7:51: Weil ihre Nagel-Lieferanten keinen Stahl mehr aus Russland bekommen, droht deutschen Palettenherstellern eine extreme Materialknappheit. Schon in einigen Wochen könnten die ersten Firmen deswegen gezwungen sein, ihre Produktion runterzufahren, teilte der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten und Exportverpackung (HPE) am Mittwoch in Bad Honnef mit. 90 Prozent des sogenannten Drahtstahls, aus dem die für Paletten genutzten Nägel gemacht werden, kommen aus Russland. Stahllieferungen sind wegen der aktuellen Russland-Sanktionen aber untersagt. Kurzfristige Alternativen gibt es dem Verband zufolge nicht, da spezielle Nägel nötig seien.

Paletten haben in der Industrie und im Handel eine große Bedeutung. Ob Lebensmittel, Elektronik oder Medikamente - alles wird in Kartons befördert, die auf Paletten in Lastwagen, Güterzügen oder Flugzeugen transportiert werden. Vergangenes Jahr stellte die hiesige Palettenbranche rund 120 Millionen solcher Holzkonstruktionen her. Etwa die Hälfte davon sind Mehrwegpaletten, vor allem die "Europalette" ist bekannt. Die andere Hälfte sind Einwegprodukte.

Die Palettenbranche ist mittelständisch geprägt, in Deutschland gibt es rund 180 Hersteller mit durchschnittlich 35 Beschäftigten. "Es ist derzeit eine sehr schwierige Lage", sagt HPE-Vorstandsmitglied Joachim Hasdenteufel. Die Branche sei angesichts stark gestiegener Kosten für Holz ohnehin unter Druck, der Preis einer Europalette habe sich seit 2019 von knapp zehn Euro auf derzeit etwa 25 Euro erhöht. Mit den Nägeln komme ein weiteres Problem hinzu. Hierbei gehe es nicht um den Preis, betont Hasdenteufel. "Sondern darum, dass wir überhaupt etwas produzieren können."

Habeck: Weitere Russland-Sanktionen "dringend erforderlich"

Di, 05.04.2022, 17:56: Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) hält weitere Sanktionen gegen Russland für "dringend erforderlich". Der Wirtschafs- und Klimaschutzminister verwies am Dienstag in Berlin auf laufende Beratungen der EU-Kommission mit den EU-Staaten dazu. "Die Gräueltaten von Butscha dürfen nicht ungesühnt bleiben."

Daher erwarte und wolle er «ein scharfes Sanktionspaket», sagte Habeck. Es sei richtig, dass auch darüber geredet werde, Kohle in dieses Paket mit hineinzunehmen.

Die EU-Kommission hatte zuvor ein umfangreiches Paket mit neuen Russland-Sanktionen vorgestellt. Es beinhaltet nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unter anderem ein Importverbot für Kohle aus Russland, eine Hafensperre für russische Schiffe sowie weitere Handelsbeschränkungen. Ob die Sanktionen wie vorgeschlagen verhängt werden, müssen nun die 27 EU-Staaten entscheiden.

Schrittweise sei die Abhängigkeit Deutschlands von Kohleimporten aus Russland bereits vermindert worden, sagte Habeck. "Insofern war immer die Maßgabe, dass wir im Herbst frei von russischer Kohle sein können."

Welche Auswirkungen die Sanktionen bisher für andere Länder hatten, erfahren Sie hier.

Was ein Importstopp russischer Kohle bedeuten würde

Di, 05.04.2022, 16:21: Auch bei der Kohle ist Deutschland zu einem großen Teil abhängig von Russland. Die Importe können und sollen schnell ersetzt werden. Viel hängt aber davon ab, ab wann ein Importstopp russischer Kohle gilt. Hier lesen Sie mehr.

Warum Endress+Hauser in Russland bleibt

Di, 05.04.2022, 15:17: Der Messtechnik-Spezialist hält an seinem Russland-Geschäft fest. CEO Matthias Altendorf erklärt die Gründe und spricht auch über Diversität und Nachhaltigkeit. Hier klicken.

EU-Kommission schlägt Importverbot für Kohle aus Russland vor

Di, 05.04.2022, 14:43: Die EU-Kommission hat einen Vorschlag für ein umfangreiches Paket mit neuen Russland-Sanktionen vorgestellt. Es beinhaltet nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unter anderem ein Importverbot für Kohle aus Russland, eine Hafensperre für russische Schiffe sowie weitere Beschränkungen für den Handel mit Russland. Ob die Sanktionen wie vorgeschlagen verhängt werden, müssen nun die 27 EU-Staaten entscheiden.

Kreise: Habeck unterstützt möglichen Lieferstopp russischer Kohle

Di, 05.04.2022, 13:18: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) unterstützt einen möglichen EU-Lieferstopp russischer Kohle. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Kreisen des Ministeriums erfuhr, sind das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium und die Bundesregierung im engen Austausch mit der EU-Kommission. Es gebe Überlegungen, Kohle-Importe zu einem noch zu benennenden Zeitpunkt zu stoppen.

Es entspreche der Linie des Bundeswirtschaftsministeriums, die Unabhängigkeit von russischen Energieimporten Sparte für Sparte und schrittweise zu erreichen, hieß es weiter. Das Ministerium arbeite seit Wochen hart daran, die Voraussetzungen zu schaffen, um den "Cut" jeweils so früh wie möglich zu vollziehen. Verwiesen wurde auf einen vor zehn Tagen vorgelegten "Fortschrittsbericht Energiesicherheit", wonach die Unabhängigkeit bei Kohle am schnellsten gehen werde. In dem Bericht hieß es: "Bis zum Herbst kann Deutschland unabhängig von russischer Kohle sein."

Entsprechend sei ein Importverbot für Kohle als erstes möglich, wie es in den Kreisen hieß. Das Ministerium prüfe derzeit, wie es die dafür nötigen Voraussetzungen noch beschleunigen könne. Habeck habe am Sonntag deutlich gemacht, dass die "Kriegsverbrechen" von Butscha nicht unbeantwortet bleiben könnten und die Sanktionen gegen Russland verschärft werden müssten.

Rückzug ausländischer Firmen: 200.000 russische Beschäftigte betroffen

Di, 05.04.2022, 9:06: Rund 200.000 russische Mitarbeitende sind laut AHK Russland direkt vom Rückzug ausländischer Unternehmen aus dem Land betroffen. Auf diese Zahl komme die russische Ausgabe der Zeitschrift 'Forbes', so die Außenhandelskammer. Die meisten Mitarbeitenden als ausländischer Konzern hat demnach McDonald's mit 62.000 Beschäftigten. Unter den Top 30 sind auch fünf deutsche Unternehmen: Volkswagen (5.751), Adidas (5.539), Siemens (3.469), Mercedes-Benz (1.854) und die Deutsche Bank (1.700).

Rüstungsindustrie: Alle wichtigen Zahlen und Fakten

Di, 05.04.2022, 8:01: Wegen des Ukraine-Krieges will Deutschland seine Militärausgaben erhöhen. Das ist auch eine Chance für die Industrie. Alle Hintergründe lesen Sie hier.

Kion streicht wegen Ukraine und Corona Jahresprognose

Di, 05.04.2022, 7:51: Der Gabelstapler-Hersteller Kion traut sich angesichts anhaltender Unsicherheiten mit Blick auf den Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie keine Aussagen mit Blick auf das Gesamtjahr mehr zu. Der Vorstand habe beschlossen, die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 zurückzuziehen, teilte das Unternehmen mit. Ursprünglich war Kion von einem Umsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro und einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 1,01 und 1,15 Milliarden Euro ausgegangen. Eine neue Prognose soll im weiteren Jahresverlauf gestellt werden.

Mehr zur Kion-Aufsichtsrätin Christina Reuter erfahren Sie im Podcast Industry Insights.

DGB-Chef warnt vor Jobverlusten durch Energie-Embargo gegen Russland

Di, 05.04.2022, 7:34: Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann warnt vor Jobverlusten als Folge eines Embargos auf russische Energieträger. "Es kann nicht in unserem Interesse sein, in dieser angespannten Lage zusätzlich unnötige ökonomische Risiken in Kauf zu nehmen, die zu massiven Folgen am Arbeitsmarkt führen können", sagte Hoffmann der 'Passauer Neuen Presse' zu einem möglichen Lieferstopp für russisches Gas. "Unsere Wirtschaftskraft entscheidend zu schwächen, wäre fatal, denn wir werden sie auch über den Krieg hinaus brauchen, etwa für den Wiederaufbau in der Ukraine und die Transformation unseres Landes", mahnte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Das Risiko einer Rezession in Deutschland als Folge des Ukraine-Krieges ist nach Einschätzung von Hoffmann vorhanden. "Das hängt ganz wesentlich davon ab, wie sich die Wirtschaftssanktionen gegen Russland auswirken werden und ob es in absehbarer Zeit zu einem Ende des Kriegsgeschehens kommt", sagte der DGB-Chef.

Eine soziale Zerreißprobe durch Rezessionsgefahr und hoher Inflation sieht Hoffmann nicht. Die Inflation sei zwar hoch, aber keine klassische. Sie bleibe auch nicht dauerhaft hoch. Und zur Entlastung von den hohen Energiekosten habe die Koalition wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht. Weitere würden sich die Gewerkschaften wünschen.

Ukraine-Krieg drückt Geschäftsklima in der Digitalbranche

Mo, 04.04.2022, 16:52: Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine und seiner wirtschaftlichen Folgen hat sich das Geschäftsklima in der Digitalbranche messbar eingetrübt. Im März gab der Index für die aktuelle Geschäftslage um 2,8 auf 39,8 Punkte nach. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate gingen stark zurück und fielen auf -3,9 Punkte und damit in den negativen Bereich. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein Minus von 21,8 Punkten. Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der sich aus der Einschätzung von Geschäftslage und Geschäftserwartungen berechnet, ging um 13,1 Punkte zurück und notierte nun bei 16,8 Punkten.

„Der verbrecherische russische Angriffskrieg in der Ukraine hat die bislang vorherrschende Zuversicht für einen wirtschaftlichen Aufschwung umgekehrt. Trotz einer weiterhin exzellenten aktuellen Geschäftslage sind die Erwartungen an die kommenden sechs Monate verhalten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Da ist wenig tröstlich, dass das Geschäftsklima in der Digitalbranche weiterhin sehr viel besser ist als in der Gesamtwirtschaft. Dieser Krieg führt uns vor Augen, wie wichtig digitale Souveränität und Resilienz sind. Digitale Technologien sind unverzichtbar, um die Sicherheit und Handlungsfähigkeit von Demokratien gerade in Krisen wie der Pandemie und bei militärischen Bedrohungen zu festigen.“

Trotz der eingetrübten Stimmungslage wollen die Unternehmen zusätzliche Jobs schaffen. Die Beschäftigungserwartungen gingen zwar um 4,1 Punkte zurück, blieben mit 30,2 Punkten aber nach wie vor deutlich im Plus. Das bedeutet, dass die weit überwiegende Mehrheit der Unternehmen in den kommenden drei Monaten zusätzliche Arbeitskräfte einstellen will. „Die Nachfrage nach Digital-Fachkräften ist ungebrochen hoch“, sagt Berg.

Als Stabilitätsanker, so Berg, erweise sich die Bitkom-Branche nicht nur im Arbeitsmarkt, sondern auch mit Blick auf die beschleunigte Inflation. Trotz der allgemeinen Teuerung von aktuell mehr als 7 Prozent werden für digitale Güter und Dienstleistungen nur moderat steigende Preise erwartet. Der Preisindex stieg um lediglich 0,7 auf 37,2 Punkte.

In der Gesamtwirtschaft hat sich die Stimmung seit Beginn des Ukraine-Krieges massiv verschlechtert. Das Ifo Geschäftsklima ging um 16,8 Punkte zurück und drehte bei -1,4 Punkten ins Minus. Die Geschäftslage ging um 3,7 auf 21,1 Punkte zurück. Die Erwartungen gingen kräftig um 28,0 Punkte zurück und lagen mit -21,7 Punkten deutlich im negativen Bereich.

Sewing: Gas-Embargo würde deutsche Wirtschaft in die Krise stürzen

Mo, 04.04.2022, 12:11: Deutschlands Privatbanken rechnen im Falle eines Einfuhrstopps für Energie aus Russland mit einem Einbruch der Wirtschaft in Deutschland und Europa. "Emotional kann man jede Forderung nach einem Embargo verstehen", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, in einer Videoschalte. "Wenn es dazu kommen würde, ist es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft und wahrscheinlich auch die europäische Wirtschaft in eine Rezession verfällt mit langfristigen Folgen."

Deswegen bedürfe es "einer balancierten und wohlüberdachten Entscheidung", sagte Sewing. "Man sollte die langfristigen Konsequenzen nicht außer Acht lassen." Eine Rezession in Deutschland wäre im Falle eines Stopps von Gas- und Erdöllieferungen aus Russland nach Einschätzung Sewings kaum zu vermeiden. "Die Frage nach staatlichen Hilfsmaßnahmen für Unternehmen und Branchen würde dann noch drängender."

Die exportorientierte deutsche Wirtschaft ist in vergleichsweise hohem Maße abhängig von Energie aus Russland. Vor Beginn des Ukraine-Krieges deckte Deutschland beispielsweise mehr als die Hälfte seine Erdgasbedarfs aus Russland. Die Bundesregierung ist bemüht, umzusteuern.

Bundesregierung lehnt Energie-Lieferstopp aus Russland weiter ab

Mo, 04.04.2022, 10:44: Die Bundesregierung lehnt einen Stopp russischer Energielieferungen weiterhin ab. Ein sofortiges Embargo mit einem Stopp von Gaslieferungen würde die deutsche Wirtschaft deutlich mehr schädigen als dies Putins Wirtschaft schade, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Oliver Krischer (Grüne), bei einem Online-Pressetermin der nordrhein-westfälischen Grünen.

"Aber wir werden nach den Bildern des Wochenendes noch mal überprüfen, wie wir schneller mit weiteren Maßnahmen unsere Abhängigkeit reduzieren können und dadurch, dass wir es Putin nicht mehr abkaufen, quasi ein Embargo de facto durch Nichtkauf und Nichtverbrauch mit konkreten Einspar- und Ersatz- und Diversifizierungsmaßnahmen voranbringen." Es werde im Moment diskutiert, "welche Maßnahmen wir da noch gemeinsam auch europäisch ergreifen", um am Ende auch Putin dazu zu zwingen oder einen entscheidenden Beitrag zu leisten, "dass er von seinem Tun ablässt", so Krischer weiter.

Umfrage: Viele Beschäftigte sehen Folgen des Kriegs für Betriebe

Mo, 04.04.2022, 8:16: Der Krieg in der Ukraine wird sich nach Einschätzung vieler Beschäftigter in Deutschland auch auf ihr Unternehmen auswirken. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Instituts Civey im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die Hälfte der bundesweit 2.500 befragten Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft rechnet mit Folgen für den Betrieb nach dem russischen Angriff. Dagegen erwarten 37 Prozent, dass es keine Konsequenzen geben wird. Bei der Befragung vom 14. bis 29. März zeigten sich Unterschiede nach Unternehmensgröße.

In kleineren Betrieben mit maximal 50 Beschäftigten glauben knapp 45 Prozent, der Krieg habe für den eigenen Arbeitgeber Folgen. Ihnen stehen 43 Prozent gegenüber, die von keinen Auswirkungen ausgehen. In großen Unternehmen schätzen die Beschäftigten die Situation laut Umfrage negativer ein: Gut 56 Prozent befürchten Folgen, nur 31 Prozent haben die gegenteilige Erwartung.

Fast 37 Prozent aller Befragten gehen davon aus, dass Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Lieferanten neu aufgestellt werden müssen. Ein Viertel der Beschäftigten sagt, Energieeffizienz brauche nun in ihren Unternehmen noch höhere Aufmerksamkeit. Nur rund neun Prozent der Beschäftigten sind der Ansicht, dass angesichts des Krieges Innovationen stärker ins Blickfeld rücken sollten. Und etwa 16 Prozent der Befragten finden, dass auch die Verantwortung für Demokratie für ihren Betrieb auf die Agenda gehört.

Ukraines Außenminister: Geplante neue EU-Sanktionen reichen nicht aus

Mo, 04.04.2022, 08:03: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba erhofft sich nicht viel von den für die nächsten Tage angekündigten verschärften EU-Sanktionen gegen Russland. Er kenne die aktuellen Entwürfe für das geplante fünfte Paket mit Strafmaßnahmen schon. Daher könne er vorhersagen, dass sie nicht ausreichten, sagte er am Sonntag in einer auf Twitter veröffentlichten Videobotschaft. Nötig seien jetzt insbesondere ein Öl-, Gas- und Kohle-Embargo gegen Russland, ein Ausschluss aller russischen Banken aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift sowie eine Schließung aller Häfen für russische Schiffe und Waren. Diese Forderung richte sich auch an die Wirtschaftsmächte der G7.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte zuvor am Abend neue Sanktionen gegen Russland in Aussicht gestellt, das vor gut fünf Wochen in das Nachbarland Ukraine einmarschiert war. "Wir werden im Kreis der Verbündeten in den nächsten Tagen weitere Maßnahmen beschließen", kündigte der SPD-Politiker an, ohne weitere Details zu nennen.

Kuleba sagte außerdem, gerade angesichts der Gräueltaten an Bewohnern der ukrainischen Stadt Butscha könne es nun keine Ausreden und kein Zögern mehr geben bei Waffenlieferungen an sein Land. "Wir brauchen Waffen - jetzt!", sagte er, und zwar besonders Flugzeuge, Panzer sowie schwere Flugabwehrsysteme.

Wirtschaftsminister: EU-Sanktionen in ganzer Bandbreite möglich

Mo, 04.04.2022, 7:34: Die angekündigten weiteren Sanktionen der EU gegen Russland werden nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zügig kommen. "Schnell, noch diese Woche", sagte der Grünen-Politiker am Sonntagabend im ZDF. Das dann fünfte Sanktionspaket könne Maßnahmen umfassen "n der ganzen Bandbreite von persönlichen Sanktionen gegen weitere Menschen aus dem Putin-Regime über technische Güter; den Finanzmarkt werden wir uns auch noch einmal anschauen".

Deutschland warte mit der Abkoppelung von der Energieversorgung aus Russland auch nicht, sondern sei in den letzten vier Wochen "ein gutes Stück vorangekommen". "Die nächsten Schritte werden sein, das russische Eigentum an der (deutschen Energie-)Infrastruktur - Gazprom oder Rosneft - nicht der russischen Willkür auszusetzen", sagte er. "Wir schaden damit dem russischen Regime, genau wie es gefordert wird. Nur gehen wir so vor, dass erst die abgewogenen Schritte erfolgen und dann, dass weniger Gas, dass weniger Öl kommt. Und das scheint mir auch angemessen."

Der russische Präsident Wladimir "Putin hat doch den Krieg jetzt schon praktisch verloren", meinte Habeck. Zwar werde er möglicherweise noch Schlachten gewinnen. "Aber dass er Russland gedient hat, gestärkt aus dem Krieg hervorgeht - das ist doch ausgeschlossen."

Mehr zu den Sanktionen lesen Sie hier und hier.

Deutsch-ukrainische Wirtschaftsbeziehungen

Flaggen der Ukraine und Deutschlands nebeneinander
(Bild: Denis Rozhnovsky - stock.adobe.com)

Der deutsch-ukrainische Handel erreichte 2021 mit einem Warenumsatz von 8,5 Milliarden Euro einen neuen Rekord. Der Handelsumsatz wuchs gegenüber dem Vorjahr um 19,3 Prozent. Insgesamt gibt es nach Schätzungen der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer rund 2.000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung in der Ukraine, die dort rund 50.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Die wichtigsten deutschen Importe aus der Ukraine waren 2020 Rohstoffe (ohne Brennstoffe), Elektrotechnik und Nahrungsmittel, auf die gut rund 55 Prozent der deutschen Importe entfielen. Geliefert wurden vor allem chemische Erzeugnisse, Maschinen sowie Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, zusammen 56 Prozent der deutschen Ausfuhren.

(Quelle: Ost-Ausschuss)

Volkswagen Bratislava steht wegen Ukraine-Kriegs eine Woche still

Fr, 01.04.2022, 12:58: Das Volkswagen-Werk in Bratislava muss für eine Woche seine gesamte Produktion unterbrechen. Grund dafür ist neben dem anhaltenden Chipmangel auf dem Weltmarkt auch der Krieg in der Ukraine, wie Firmensprecherin Lucia Kovarovic Makayova auf DPA-Anfrage mitteilte. "Infolge fehlender Bauteile wird die Fahrzeugproduktion in allen Segmenten vom 4. bis zum 8. April eingestellt."

Die Unterbrechung werde genutzt, "um Lieferketten logistisch aufzufüllen und eine höhere Versorgungsstabilität in den darauffolgenden Wochen zu erreichen". Schon am 21. und 22. März war die Produktion für zwei Tage unterbrochen. Die Experten von Volkswagen Slowakei arbeiteten in enger Kooperation mit dem Gesamtkonzern und den betroffenen Zulieferern an Alternativlösungen, um den Kunden eine höchstmögliche Liefersicherheit zu gewährleisten, hatte es damals geheißen.

Der Standort Bratislava nimmt innerhalb des weltweiten Volkswagen-Konzerns eine Schlüsselposition ein, weil dort Autos von fünf Marken zugleich hergestellt werden und das Werk bei Bedarf in der Lage ist, auch Produktionen anderer internationaler Standorte zu übernehmen. Derzeit bauen die rund 12.000 Mitarbeitende von Volkswagen Slovakia in der Hauptstadt Bratislava und zwei kleineren Standorten unter anderem den VW Touareg und Porsche Cayenne sowie Audi Q7 und Q8 zusammen sowie auch die Modelle Volkswagen Up, Seat Mii und Skoda Citigo.

Deutsche Unternehmen unterstützen die ukrainische Wirtschaft

Fr, 01.04.2022, 11:33: Die wichtigsten deutschen Unternehmen in der Ukraine halten trotz des Krieges ihre Produktion aufrecht. Dies ist das Ergebnis einer Abfrage des Ost-Ausschusses, an der sich 35 in der Ukraine aktive Unternehmen beteiligten. Dabei sind die Kämpfe der vergangenen vier Wochen auch an den Unternehmen nicht spurlos vorübergegangen: Über zwei Drittel waren insbesondere in den ersten Kriegstagen von Produktionsausfällen betroffen, gut 40 Prozent haben bereits Vermögensschäden erlitten. Liquiditätsengpässe und die Aufrechterhaltung von Logistikketten unter anderem auf Grund fehlender Fahrer und Fahrzeuge sowie von Problemen mit der Versicherung stellen eine tägliche Herausforderung dar.

„Unter schwierigsten Umständen versuchen die deutschen Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ukraine alles, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Diesem Mut und Durchhaltewillen zollen wir allergrößten Respekt“, sagt der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Oliver Hermes. Insgesamt würden in den Unternehmen je nach Branche weiterhin zwischen 60 und 70 Prozent des Produktionsniveaus der Vorkriegszeit erreicht. „Dieser Einsatz ist für die Ukraine ganz wichtig“, sagt Hermes. „Nur funktionierende Unternehmen können Steuern und Löhne bezahlen und die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten.“

Unter anderem Leoni ist in der Ukraine aktiv. Wie das Unternehmen die Produktion trotz Krieg aufrechterhält, erfahren Sie hier.

Die EU hatte vor wenigen Tagen einen Solidaritätsfonds für die Ukraine beschlossen. „Die deutsche Wirtschaft steht bereit, sich für den Wiederaufbau der Ukraine zu engagieren und gleichzeitig die wirtschaftliche Annäherung an die EU zu begleiten“, betont der Ost-Ausschuss-Vorsitzende.  Eine weitere Integration der Ukraine in den EU-Binnenmarkt sei ein wichtiger Motor für die wirtschaftliche Erholung nach dem Krieg. Dass dieser Prozess nicht in Wochen, sondern erst in Jahren abgeschlossen sein werde und auch schmerzhafte Anpassungsleistungen erforderlich mache, müsse man den Ukrainern klar sagen. „Entscheidend ist es, dem Land eine klare Perspektive für einen zukünftigen EU-Beitritt zu geben“, so Hermes. „Das ist ein starker Reformmotor“.

Jobsuche: Wie ukrainische Geflüchtete unterstützt werden

Fr, 01.04.2022, 11:18: Hunderttausende Geflüchtete sind bereits nach Deutschland gekommen. Um bei der Jobsuche zu helfen, gibt es inzwischen einige Projekte. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Gaszahlungen über russische Konten: Große Sorgen in der Industrie

Fr, 01.04.2022, 10:05: Noch ist unklar, ob Putins Anordnung "Gas nur für Rubel" ein Papiertiger ist oder dem Westen große Versorgungsprobleme bringt. Die Wirtschaft ist alarmiert: Ein kurzfristiger Wegfall russischer Lieferungen wäre verheerend. Hier lesen Sie mehr.

Ifo: Materialmangel in Industrie verschärft sich wegen Ukraine-Krieg

Fr, 01.04.2022, 8:21: Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich nach Erkenntnissen des Wirtschaftsforschungsinstitutes Ifo weiter verschärft. 80,2 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen, teilten die Münchner Experten mit. Im Februar waren es 74,6 Prozent. "Die Attacke auf die Ukraine hat die Lage für viele Unternehmen nochmals verschlechtert", sagte Ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe laut Mitteilung. Es seien neue Probleme in den Lieferketten hinzugekommen. 17 Prozent der Industriefirmen importierten zum Beispiel aus Russland.

In den Schlüsselbranchen blieben die Anteile laut Umfrage auf sehr hohem Niveau nahezu unverändert. So berichteten rund 90 Prozent der Unternehmen aus der Autoindustrie, dem Maschinenbau und der Elektroindustrie von Lieferproblemen. In der chemischen Industrie stieg der Anteil laut Ifo von 58,4 auf 70,5 Prozent. Auch bei den Herstellern von Bekleidung berichteten deutlich mehr Unternehmen von Knappheiten. "Ursprünglich hatten die Unternehmen für den Sommer mit einer Entspannung gerechnet. Die wird sich nun weiter verzögern", sagte Wohlrabe.

Gas aus Russland: Expertin warnt vor "Triage" in deutscher Wirtschaft

Fr, 01.04.2022, 7:45: Die Bau- und Energie-Expertin Lamia Messari-Becker warnt für den Fall eines Stopps von russischen Gaslieferungen nach Deutschland vor verheerenden Folgen für die deutsche Wirtschaft. "Wenn Grundstoff-Industrien zum Erliegen kämen, würde ein Dominoeffekt entstehen, der nicht mehr aufzuhalten und nur schwer reparabel wäre", sagte Messari-Becker der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben der Expertin, die die Bundesregierung in Bau-und Energiefragen berät, hängt etwa die Bauwirtschaft "maßgeblich" an gasintensiven Industrien wie der Chemie-, Stahl- und Zementindustrie. "Im Hauptbaugewerbe wären knapp eine halbe Million Jobs betroffen", sagte Messari-Becker in Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Sie forderte die Politik auf, "ideologiefrei alle nationalen Reserven zu mobilisieren" und notfalls auch Laufzeitverlängerungen konventioneller Kraftwerke, etwa von Kohlekraftwerken, in Erwägung zu ziehen. Das wäre aus ihrer Sicht "allemal verkraftbarer als eine über Jahrzehnte aufgebaute soziale Marktwirtschaft zu schädigen", sagte die Expertin.

Oberstes Ziel müsse es sein, "mit allen Mitteln eine drohende Wirtschaftstriage zu verhindern", sagte Messari-Becker. Damit meint die Expertin ein Szenario, bei dem im Falle von Versorgungsengpässen gewisse Unternehmen und Einrichtungen bevorzugt mit Gas versorgt würden - in Anlehung an den medizinischen Begriff "Triage".

Solch eine Priorisierung würde etwa greifen, wenn in Deutschland die Notfallstufe des Notfallplans Gas ausgerufen würde. Die Bundesregierung hatte in dieser Woche vorsorglich bereits die Frühwarnstufe dieses Plans aktiviert. Hintergrund ist die Vorbereitung auf mögliche Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine auf die Gasversorgung in Deutschland.

Am Donnerstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit Wirkung zum 1. April angeordnet, dass westliche Staaten Konten bei der Gazprombank eröffnen müssen, um weiter russisches Gas zu erhalten. Andernfalls würden die Lieferungen für die "unfreundlichen" Länder eingestellt, sagte er.

Die Bundesregierung wolle die jüngsten Forderungen der russischen Regierung zur Bezahlung von Gas-Lieferungen prüfen, hieß es dazu am Donnerstag aus dem Wirtschafts- und Klimaschutzministerium.

SAP-Chef Christian Klein: Ukraine-Krieg ist auch ein Cyber-War

Fr, 01.04.2022, 7:41: Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges haben Hacker-Attacken auch gegen den Walldorfer Softwarekonzern SAP zugenommen. Das sagte Vorstandssprecher Christian Klein in einem Interview mit dem 'Mannheimer Morgen'. "Es herrscht nicht nur der physische Krieg in der Ukraine, sondern auch ein Cyber-War." Für SAP sei es als Technologieunternehmen wichtig, bei der Cyber-Sicherheit vorne dabei zu sein. "Da investieren wir viel Geld und Zeit", sagt er dem Blatt. Viele Unternehmen wollen Klein zufolge in die SAP-Cloud, da vor allem Mittelständler aus eigener Kraft kaum Möglichkeiten hätten, sich gegen immer ausgefeiltere Attacken zu wehren. Die Nachfrage sei durch den Krieg gestiegen.

Der Softwarekonzern SAP mit Sitz in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) feiert am 1. April sein 50-jähriges Bestehen. Die Firma wurde von Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther unter dem Namen "Systemanalyse Programmentwicklung" gegründet. Ziel war es, eine Standardsoftware zu entwickeln, mit der Geschäftsprozesse in Echtzeit abgebildet werden. Aus SAP wurde einer der wertvollsten Konzerne Deutschlands und Europas größter Softwarehersteller. 2021 erwirtschaftete SAP einen Umsatz von rund 28 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von etwa 5,4 Milliarden Euro.

Mehr zu 50 Jahre SAP lesen Sie hier.

Wie sich Industrie-Unternehmen vor Cyberattacken schützen können, erfahren Sie hier.

Habeck kündigt weitere Sanktionen gegen Russland an

Do, 31.03.2022, 15:55: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weitere Sanktionen gegen Russland angekündigt. Das letzte Sanktionspaket sollte nicht das letzte gewesen sein, sagte er nach einem Treffen mit dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire. Es sei darüber gesprochen worden, welche weiteren Sanktionen den russischen Präsidenten Wladimir Putin hindern könnten, den "barbarischen" Krieg in der Ukraine fortzusetzen. Es seien Punkte identifiziert worden. Einzelheiten nannte Habeck nicht.

Habeck sagte weiter, Le Maire und er hätten einen täglichen Austausch zwischen Deutschland und Frankreich zur Gasversorgung vereinbart. Falls gravierendere Maßnahmen ergriffen werden müssten, solle diese koordiniert passieren. Habeck hatte am Mittwoch die Frühwarnstufe eines Notfallplans Gas ausgerufen, die erste von drei Stufen. Damit soll die Vorsorge für einen möglichen russischen Lieferstopp gestärkt werden.

Zur Forderung Putins, dass Gaslieferungen in Rubel gezahlt werden müssten, sagte Habeck, entscheidend sei, dass die Verträge eingehalten werden. "Wichtig ist für uns, dass wir nicht das Signal geben: Wir lassen uns von Putin erpressen." Der Versuch Putins, den Westen zu spalten, sei gescheitert. Auch Le Maire sagte, die Gasverträge müssten streng eingehalten werden.

Putin: Gas-Zahlungen westlicher Staaten künftig über russische Konten

Do, 31.03.2022, 15:46: Kremlchef Wladimir Putin hat mit Wirkung zum 1. April angeordnet, dass westliche Staaten Konten bei der Gazprombank eröffnen müssen, um weiter russisches Gas zu erhalten. Andernfalls würden die Lieferungen für die "unfreundlichen" Länder eingestellt, sagte Putin im russischen Staatsfernsehen. Unklar war zunächst, ob die Staaten selbst bereits in Rubel zahlen müssen oder eine Euro-Zahlung direkt konvertiert wird.

EU-Ermittler durchsuchen nach Vorwürfen gegen Gazprom Unternehmen

Do, 31.03.2022, 13:30: Ermittler der EU-Kommission haben nach Vorwürfen gegen den russischen Energiekonzern Gazprom mehrere Unternehmen in Deutschland durchsucht. Es gebe die Befürchtung, dass die Unternehmen ihre beherrschende Stellung auf dem Markt missbraucht haben könnten, teilte die für die Einhaltung von EU-Wettbewerbsrecht zuständige Brüsseler Behörde mit. Es gehe um Unternehmen, die mit Fernleitungen beziehungsweise mit der Lieferung oder Speicherung von Erdgas Geschäfte machten. Bei den Inspektionen seien auch Beamte des Bundeskartellamts dabei gewesen.

Über Ergebnisse der bereits am Dienstag erfolgten Inspektionen und zu den Namen der betroffenen Unternehmen äußerte sich die Kommission zunächst nicht. "Die Tatsache, dass die Kommission solche Kontrollen durchführt, bedeutet weder, dass sich die Unternehmen wettbewerbswidrig verhalten haben noch greift sie dem Untersuchungsergebnis vor", hieß es in der Mitteilung. Unangekündigte Inspektionen seien nur ein erster Ermittlungsschritt. Zu den Tochterunternehmen des Gazprom-Konzerns in Deutschland zählen unter anderem die im Bereich Gashandel und -speicherung tätige Gazprom Germania und der Erdgasversorger Wingas.

Die EU-Kommission untersucht angesichts gestiegener Energiepreise seit Monaten mögliche Manipulationen und Spekulationen auf dem Gasmarkt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete das Geschäftsgebaren von Gazprom zuletzt als "sehr sonderbar" und wies darauf hin, dass das Unternehmen trotz Spitzenpreisen und überbordender Nachfrage offenbar keinerlei Interesse habe, die Lieferungen zu erhöhen. Gazprom und die russische Regierung haben wiederholt erklärt, man erfülle langfristige Lieferverträge.

In einer Mitteilung der EU-Kommission vom 8. März hieß es: "Die Kommission setzt ihre Untersuchung des Gasmarktes fort, da die Befürchtung besteht, dass einige Akteure, insbesondere Gazprom, die Wettbewerbsbedingungen verfälschen."

Umfrage: Unternehmen mit Osteuropa-Geschäften leiden unter Sanktionen

Do, 31.03.2022, 7:57: Für fast drei Viertel der in Osteuropa tätigen deutschen Unternehmen haben die Sanktionen und Gegensanktionen zwischen Russland und dem Westen negative wirtschaftliche Auswirkungen. Vor allem der Maschinen- und Anlagenbau ist betroffen, wie aus einer Umfrage hervorgeht, die der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft veröffentlicht hat. An der Befragung des Verbands zwischen dem 11. und dem 25. März haben sich demnach knapp 130 Unternehmen beteiligt. Knapp 72 Prozent von ihnen gaben an, von den Sanktionen betroffen zu sein.

Größtes Problem für diese Unternehmen sind dabei die Einschränkungen im Zahlungsverkehr. Außerdem berichten sie von unterbrochenen Lieferketten, Zahlungsausfällen und Problemen mit Lieferanten. "Besondere Probleme ergeben sich für die Unternehmen daraus, dass sich die einzelnen Konsequenzen summieren", teilte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Oliver Hermes mit.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen unterhielten demnach Geschäftsbeziehungen sowohl nach Russland und Belarus als auch in die Ukraine. Die Firmen leiden dabei wirtschaftlich nicht nur unter den Auswirkungen der westlichen Sanktionen. Auch etwa vom russischen Zwang zur Rubelzahlung sind fast die Hälfte von ihnen betroffen.

Sie wünschen sich deshalb vor allem direkte Finanzhilfen durch die Bundesregierung sowie rechtliche Unterstützung.

Gas-Versorgung: Auch Aluminiumindustrie in Sorge

Do, 31.03.2022, 7:15: Die bei einem Lieferstopp für russisches Erdgas möglichen Gas-Versorgungsengpässe bereiten auch der deutschen Aluminiumindustrie Kopfzerbrechen. "Die Verfügbarkeit von Gas ist für die Aluminiumindustrie und ihre Produktionsprozesse von enorm hoher Bedeutung", teilte der Branchenverband Aluminium Deutschland mit. Die Produkte durchliefen in der Fertigung eine mehrmalige Wärmebehandlung. "Diese Prozesse erfordern eine hohe Präzision und sind auf den Einsatz von Gasöfen zugeschnitten", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Um die erforderlichen Eigenschaften zu erreichen, könnten Gasöfen nicht ohne Weiteres durch Elektro- oder Wasserstoff-Öfen ersetzt werden. Ein Ersatz sei ein aufwendiger Prozess, der außerdem mit einem hohen Investitionsaufwand verbunden wäre. Die Aluminiumindustrie beobachte die jüngsten Entwicklungen daher "mit großer Sorge".

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

Flaggen von der Ukraine und Russland
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Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert und hat auch Auswirkungen auf die deutsche Industrie und Wirtschaft. Hier finden Sie weitere Informationen:

 

Notfallplan Gas: Die Folgen für die Industrie

Mi, 30.03.2022, 14:22: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat die Frühwarnstufe des Gas-Notfallplans aktiviert. Alle Hintergründe und was das für die Industrie bedeutet, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Industrie fordert staatliche Krisenhilfen wegen Ukraine-Krieg

Mi, 30.03.2022, 14:12: Die deutsche Industrie fordert wegen der Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine staatliche Hilfen. Die Bundesregierung müsse die wirtschaftliche Stärke der Unternehmen bewahren und ihnen helfen, die Krise abzufedern, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BDI, Joachim Lang. "Die deutsche Industrie sieht die Gefahr, dass Unternehmen wegen der Energiepreise oder aufgrund eines russischen Exportstopps von Energierohstoffen in existenzielle Schwierigkeiten geraten."

Schon jetzt seien einige energieintensive Unternehmen gezwungen, ihre Produktion wegen der hohen Kosten für Gas und Strom zu drosseln. Für solche Fälle fordert der Verband Bürgschaften, Garantien, Kredite und staatliche Beteiligungen an gefährdeten Unternehmen - ähnlich wie in der Corona-Krise. Außerdem müssten Bürger und Firmen bei den Netzentgelten entlastet werden.

Die Wirtschaftsweisen hatten ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich nach unten geschraubt. Der Sachverständigenrat erwartet wegen des Kriegs in der Ukraine nur noch ein Wachstum der Wirtschaft von 1,8 Prozent. Sollte sich der Konflikt verschärfen und zum Beispiel Gaslieferungen nach Deutschland ausbleiben, drohe eine Rezession.

Produktionsausfall und Kurzarbeit für 11.000 Mitarbeiter bei MAN

Mi, 30.03.2022, 13:51: Der Lastwagen- und Bushersteller MAN ist von einem mehrwöchigen Produktionsausfall wegen des Ukraine-Krieges betroffen. Dies bedeute in der Spitze für rund 11.000 Mitarbeitende in Deutschland Kurzarbeit, erklärte das Unternehmen. Zudem sei eine nicht näher benannte Zahl an Beschäftigten im Ausland betroffen. Weltweit hat das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen rund 34.000 Mitarbeiter, 14.000 davon in Deutschland.

Bereits seit dem 14. März gibt es laut MAN in den Lkw-Werken München und Krakau Stillstand und signifikante Ausfälle an den Standorten Nürnberg, Salzgitter und Wittlich. Damit drohe "ein mehrwöchiger Ausfall der Lkw-Produktion und eine deutliche Einschränkung der Fertigung im zweiten Quartal". Die Bus-Produktion sei dagegen "nicht wesentlich beeinträchtigt".

Ursache für den Stillstand ist laut MAN, dass Lieferanten von Kabelsträngen an ihren ukrainischen Standorten nicht oder nur noch stark eingeschränkt produzieren können. Man habe zwar unmittelbar nach Kriegsbeginn begonnen, Zuliefererstrukturen in anderen Ländern zu "duplizieren", dies nehme aber mehrere Monate in Anspruch, sagte der Vorstandsvorsitzende Alexander Vlaskamp.

Weitere Maßnahmen zur Bewältigung der Krise sind ein umfassender Ausgabenstopp für nicht-geschäftskritische Aktivitäten und ein Einstellungsstopp. Auch der Vorstand will in den nächsten drei Monaten auf Teile seines Gehalts verzichten.

Bundesregierung ruft Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus

Mi, 30.03.2022, 8:30: Die Bundesregierung bereitet sich vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vor. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck rief deswegen die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus. Die Versorgungssicherheit sei weiter gewährleistet.

DGB lehnt Energieembargo gegen Russland ab

Mi, 30.03.2022, 8:18: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat vor einer Destabilisierung in Deutschland gewarnt, sollten russische Energieimporte gestoppt werden. "Es ist zweifelhaft, dass ein Embargo unmittelbare Auswirkungen auf den Kriegsverlauf hat und dem Ziel dient, diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu beenden", sagte DGB-Vorstand Stefan Körzell der 'Rheinischen Post'.

Demgegenüber hätte ein Importstopp gravierende wirtschaftliche und soziale Auswirkungen, sagte der Gewerkschaftsvertreter: "Es drohen irreparable Schäden an den industriellen Wertschöpfungsketten und ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit". Eine derartige Destabilisierung würde aus Sicht von Körzell weit über Deutschland hinaus zu einer schweren Hypothek für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Europas werden und den Spielraum von humanitären und friedenssichernden Maßnahmen unnötig einengen.

Auch der Außenhandelsverband BGA geht von erheblichen Verwerfungen bei einem sofortigen Ende russischer Gaslieferungen aus. Weite Teile der Industrie seien auf Gas angewiesen, insbesondere die Chemie- und die Nahrungsmittelindustrie. "Ein Lieferstopp über Nacht kann nicht kurzfristig kompensiert werden und hätte auch erhebliche Auswirkungen für alle Haushalte in Deutschland", sagte BGA-Präsident Dirk Jandura.

Die Bundesregierung lehnt ein Embargo ab. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte mehrfach deutlich gemacht, dass aus Sicht der Regierung in einem solchen Fall ganze Industriezweige in Deutschland bedroht seien. Auch Ökonomen hatten zuletzt darauf verwiesen, dass ein Stopp russischer Energielieferungen die deutsche Wirtschaftsleistung mittelfristig um bis zu drei Prozent einbrechen lassen würde. Aber auch für Russland hätte ein Embargo oder Lieferstopp Folgen.

Arbeitsmarktgipfel soll Integration von Ukraine-Flüchtlingen fördern

Mi, 30.03.2022, 8:05: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will bei einem Spitzentreffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften an diesem Mittwoch vor allem praktische Fragen der Arbeitsmarktintegration ukrainischer Flüchtlinge lösen. "Wir haben schon dafür gesorgt, dass diese Menschen mit dem Aufenthaltstitel das Recht haben zu arbeiten", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Damit dies aber auch tatsächlich möglich ist, müssen jetzt schnell und pragmatisch ganz praktische Fragen gelöst werden." Es werde etwa über den Zugang zu Sprachkursen, die Anerkennung beruflicher Qualifikationen und Weiterbildungen gesprochen werden. Und: "Da zurzeit vor allem viele Frauen mit Kindern zu uns kommen, geht es etwa um verlässliche Kinderbetreuung."

Zu dem Treffen sind neben DGB-Chef Reiner Hoffmann, Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und Industrie-und-Handelskammertag-Präsident Peter Adrian auch der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, und Vertreter der Länder eingeladen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sieht für Geflüchtete aus der Ukraine ausreichend Möglichkeiten, an Sprach- und Integrationskursen teilzunehmen, wie ein Sprecher dem RND sagte. Da die finanzielle Förderung durch das Bundesamt von der Zahl der Teilnehmenden abhänge, könnten die Träger ohne vorherige Abstimmung mit dem Bundesamt jederzeit mehr Teilnehmer aufnehmen und mehr Kurse anbieten. "Bei steigender Nachfrage wird sich das Angebot erhöhen, ohne dass dafür ein längerer zeitlicher Vorlauf oder Planungsaufwand nötig wäre." Auch die Geschäftsführerin des Berufsverbandes für Integrations- und Berufssprachkurse, Christiane Carstensen, äußerte sich beim RND ähnlich.

Industriegewerkschaften fordern kurzfristige Liquiditätshilfen

Mi, 30.03.2022, 07.50: Für die besonders von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges betroffenen Industriebranchen in Deutschland haben mehrere Gewerkschaften kurzfristige Hilfen des Bundes gefordert. Um Insolvenzen zu verhindern, brauche es schnelle Liquiditätshilfen, heißt es in einem Positionspapier, das die Industriegewerkschaften Bau, Metall sowie Bergbau, Chemie, Energie gemeinsam vorlegten. Darüber hinaus fordern sie die Möglichkeit von Kurzarbeit im Falle von Produktionsdrosselungen und eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas.

Der Industriestandort Deutschland sei insbesondere durch die steigenden Energiepreise in Folge des Krieges stark gefährdet. Die Folgen für energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie müssten abgefedert werden.

Neben kurzfristigen Hilfen brauche es auch mittel- und langfristige Maßnahmen, schreiben die Gewerkschaften. Der Ausbau erneuerbarer Energien müsse nochmals beschleunigt werden, ebenso wie Planungs- und Genehmigungsverfahren für entsprechende Projekte. Erneut warnten die Gewerkschaften vor einem Embargo der Bundesregierung auf Gas oder Öl. Das würde die Industrie hart treffen, hieß es.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

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(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert und hat auch Auswirkungen auf die deutsche Industrie und Wirtschaft. Hier finden Sie weitere Informationen:

 

Merkels Wirtschaftsberater verteidigt Russland-Politik

Di, 29.03.2022, 15:53: Der frühere Wirtschaftsberater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Lars-Hendrik Röller, hat deren Russland-Politik und die damit einhergehende Energieabhängigkeit Deutschlands verteidigt. "Es gab einen innenpolitischen Konsens, an dem alle beteiligt waren", sagte er dem 'Handelsblatt'. "Klimaneutralität bis 2045, raus aus Atom und raus aus der Kohle - dann bleibt nur Gas übrig, zumindest, solange erneuerbare Energien nicht entsprechend zur Verfügung stehen."

Die Bundesregierung habe bei ihrer Energie- und Wirtschaftspolitik gegenüber Russland immer auf Kritik aus dem Ausland gehört, etwa bei der umstrittenen Pipeline Nord Stream 2, sagte Röller. Deutschland habe sich deshalb unter anderem für einen neuen Gasvertrag für die Ukraine eingesetzt. "Damit wollten wir sicherstellen, dass Gas weiter durch die Ukraine fließt", sagte Röller.

Er zeigte sich überrascht vom Krieg des Kreml-Chefs Wladimir Putin in der Ukraine. "Dass er so auch gegen russische ureigene Interessen handelt, hatte ich mir nicht vorstellen können", sagte Röller. Ein Energieembargo gegen Russland sieht der Wirtschaftsfachmann kritisch. "Wenn die Industrie kein Gas mehr für ihre Produktion bekommt, sind Arbeitsplätze und Wohlstand nachhaltig gefährdet."

Kühnert warnt vor wirtschaftlichen Folgen bei russischem Gas-Stopp

Di, 29.03.2022, 11:02: SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat vor den Folgen möglicher Gas-Engpässe für die deutsche Wirtschaft gewarnt. "Natürlich überlegen sich Unternehmen auch, wenn sie hier auf mittlere Sicht keine Produktionsperspektive haben, ob sie nicht woanders hingehen", sagte er in der Sendung 'Frühstart' von RTL/N-TV. Man müsse diese Debatte "offen" führen, forderte er: "Immer in dem Wissen, dass wir wirklich über die industrielle Substanz unserer Volkswirtschaft sprechen."

Sollte der russische Präsident Wladimir Putin das Gas für Deutschland abdrehen, könne die deutsche Industrie aber noch versorgt werden. "Nach meinem Kenntnisstand ist dafür genug vorhanden", sagte Kühnert. Der Blick richte sich deswegen auf die nächste Winterperiode: "Dafür müssen Vorkehrungen auf allen Ebenen getroffen werden".

Die Bundesregierung arbeitet daran, die Abhängigkeit Deutschlands von Energie aus Russland zu reduzieren. Der Anteil der russischen Gaslieferungen ist laut Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) von 55 auf 40 Prozent gesunken. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte jüngst betont, es gebe aktuell keine Versorgungsengpässe bei Gas.

Experten der Hans-Böckler-Stiftung rechnen derweil mit noch höheren Schäden bei einem Lieferstopp für russische Energierohstoffe als von vielen Ökonomen angenommen. In einem Risikoszenario könnten stark gestiegene Kosten in Folge eines Lieferstopps oder eines Embargos demnach «einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Basisszenario in der Spitze von mehr als 4 Prozent» verursachen, heißt es in der Analyse des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Stiftung. In einem weiteren Szenario, in dem die Energiekosten in Folge eines Lieferstopps noch stärker steigen, ergebe sich für das Jahr 2022 ein «Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um mehr als 6 Prozent.»

Angesichts dessen plädierte IMK-Direktor Sebastian Dullien in der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' dafür, die Abhängigkeit von Energielieferungen aus Russland "entschlossen und so schnell wie möglich zu reduzieren - aber kurzfristig kein Embargo zu verhängen."

Putin hatte zuletzt verkündet, dass Russland Gas an Deutschland und weitere Staaten nur noch gegen Zahlung in Rubel liefern wolle. "Keine Bezahlung - kein Gas", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montagabend im amerikanischen TV-Sender PBS. Die Gruppe der G7-Wirtschaftsmächte lehnt Zahlungen in Rubel für Gas jedoch ab.

Über 350 Firmen haben ihre Geschäfte in Russland gestoppt

Mo, 28.03.2022, 13:13: Eine Auswertung der Yale School of Management zeigt: Inzwischen haben über 350 Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen zu Russland gestoppt. Dabei haben die Firmen durchaus unterschiedlich reagiert, wie die Grafik zeigt.

Welche deutsche Firmen aus der Industrie ihre geschäftlichen Aktivitäten in Russland gestoppt haben, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ifo: Ukraine-Krieg lässt Stimmung deutscher Exporteure abstürzen

Mo, 28.03.2022, 11:50: Die Stimmung unter deutschen Exporteuren ist laut einer Umfrage des Ifo-Instituts infolge des Ukraine-Krieges eingebrochen. Der vom Ifo-Institut ermittelte Index für die Exporterwartungen stürzte von 17,0 Punkten im Februar auf minus 2,3 Punkte im März ab, wie das Forschungsinstitut am Montag mitteilte. Einen stärkeren Einbruch gab bisher nur zu Beginn der Corona-Krise im April 2020.

Generell seien in allen Branchen der Industrie die Exporterwartungen gefallen, hieß es in der Mitteilung. Einen deutlichen Rückschlag mussten die Autohersteller und ihre Zulieferer verkraften. Sie rechnen mit einem Rückgang der Exporte. Davon gehen laut der Ifo-Umfrage auch die Gummi- und Kunststoffindustrie sowie die Drucker aus. "Insbesondere Unternehmen mit wirtschaftlichen Verbindungen zu Russland blicken deutlich pessimistischer auf die kommenden Monate", hieß es.

Dagegen halten sich die positiven und negativen Antworten in der chemischen Industrie "gegenwärtig in etwa die Waage", schreiben die Ifo-Experten. Gleiches gilt für den Maschinenbau. Die Elektroindustrie rechnet weiter mit steigenden Auslandsumsätzen, jedoch weniger stark noch als zuletzt.

In der vergangenen Woche hatte das Institut einen Absturz des Ifo-Geschäftsklimas gemeldet. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer war im März von 98,5 auf 90,8 Punkte gefallen. Das Forschungsinstitut sprach von einem "historischen Einbruch".

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

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Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert und hat auch Auswirkungen auf die deutsche Industrie und Wirtschaft. Hier finden Sie weitere Informationen:

 

Russland liefert weiter Gas über Ukraine nach Westen

Mo, 28.03.2022, 10:45: Auch viereinhalb Wochen nach Kriegsbeginn setzt Russland die Gaslieferungen durch die Ukraine in unvermindertem Umfang fort. Am Montag würden 109,5 Millionen Kubikmeter Gas durch das Leitungssystem des Nachbarlandes gepumpt, sagte der Sprecher des Energieriesen Gazprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Interfax zufolge. Das entspricht der vertraglich möglichen maximalen Auslastung pro Tag.

Die Ukraine bezieht aus dem Transit des russischen Gases für den eigenen Staatshaushalt wichtige Durchleitungsgebühren. Seit Kriegsbeginn am 24. Februar wurden nach Angaben des staatlichen ukrainischen Betreibers für das Gastransportsystem deutlich mehr als drei Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland nach Westen transportiert.

Inflationsangst wächst: Ukraine-Krise trifft deutsche Wirtschaft

Mo, 28.03.2022, 08:40: Benzinpreise von weit über zwei Euro pro Liter und teure Lebensmittel - die Angst vor einer dauerhaften Inflation wird größer. Ökonomen schauen inzwischen genauer auf die Lohnabschlüsse der Tarifpartner. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Ukraine bietet Speicher für europäische Gasreserve an

Mo, 28.03.2022, 08:13: Die Ukraine bietet ihre Erdgasspeicher zur Einlagerung einer strategischen europäischen Energiereserve an. Sein Land habe die größten unterirdischen Speicheranlagen in Europa, schrieb der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko auf Facebook. "Trotz der umfassenden militärischen Aggression Russlands ist die Ukraine weiterhin ein starker und zuverlässiger Partner Europas in Sachen Energiesicherheit."

Er begrüße, dass die Europäische Union sich von russischen Gaslieferungen lösen und gemeinsam bei anderen Anbietern kaufen wolle, schrieb Haluschtschenko. Die Ukraine könne mit ihren Speichern zu diesem Solidaritäts- und Ausgleichsmechanismus beitragen.

Auf den gemeinsamen Einkauf im Kampf gegen hohe Energiepreise hatte sich ein EU-Gipfeltreffen am Donnerstag (24.3.) geeinigt. Die USA und andere Staaten wollen mehr Flüssiggas (LNG) liefern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte Katar und andere Staaten am Persischen Golf als "zuverlässige und solide Lieferanten von Energieträgern". Sie könnten damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Lage in Europa leisten, sagte er in einer Videoansprache für ein Wirtschaftsforum in Doha, der Hauptstadt von Katar. Selenskyj forderte energieproduzierende Länder aber auch dazu auf, ihre Fördermengen zu steigern. So könne kein Land Energie als Waffe nutzen, um die Welt zu erpressen, sagte er weiter.

Wegen des russischen Angriffskriegs drängt die Ukraine die europäischen Staaten dazu, Energielieferungen aus Russland sofort zu boykottieren. Gleichzeitig strömt aber weiter russisches Gas durch das ukrainische Pipeline-Netz Richtung Westen. Es ist auch nicht bekannt, dass Moskau die Zahlungen für diesen Transit eingestellt hat. Für die Ukraine war und ist der Gastransit eine wichtige Einnahmequelle. Für den Eigenbedarf an Gas wird die Ukraine seit einiger Zeit von der EU aus beliefert.

Grafik, die zeigt, welche Unternehmen ihr Russland-Geschäft stoppen

Zeppelin-Chef: In Russland droht Enteignung

Fr, 25.03.2022, 15:25: Für Zeppelin war Russland ein wichtiger Markt. Seit Kriegsbeginn sieht das anders aus. Wie die Lage derzeit ist und wie es den Beschäftigten in der Ukraine geht, lesen Sie hier.

BDI warnt: Firmen könnten wegen Energiekosten in existenzielle Schwierigkeiten geraten

Fr, 25.03.2022, 15:00: Zum zweiten Entlastungspaket für Energiekosten der Bundesregierung sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm: "Es ist richtig und wichtig, dass die Bundesregierung die Bürgerinnen und Bürger in der aktuellen Energiepreiskrise mit einem umfangreichen Paket entlastet. Es ist aber auch die Verantwortung der Politik, in der akuten Energiepreiskrise die Stärke unserer Unternehmen am Standort Deutschland effizient und dauerhaft zu schützen.

Die deutsche Industrie sieht die Gefahr, dass Unternehmen wegen der Energiepreisexplosion in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Schon jetzt sind einige energieintensive Unternehmen gezwungen, ihre Produktion wegen überbordender Gas- und Stromkosten zu drosseln.

Die Politik sollte schnellstmöglich die Energie- und Stromsteuer reduzieren und Unternehmen sowie private Verbraucherinnen und Verbraucher bei den Stromnetzentgelten entlasten. Sinnvoll ist, dass die Politik besonders getroffenen Unternehmen zinsgünstige Darlehen zur Liquiditätsbeschaffung und direkte Unterstützung bei den Energiekosten in Aussicht stellt. Die Leistungsfähigkeit der Industrie wird gerade jetzt gebraucht, damit der Umbau zur Klimaneutralität gelingt und Deutschland unabhängiger von russischen Energielieferungen wird."

SAP stellt Cloud-Geschäft in Russland ein

Fr, 25.03.2022, 11:27: Angesichts des Krieges in der Ukraine stellt der Softwarekonzern SAP sein Cloud-Geschäft in Russland ein. Wie ein Sprecher auf DPA-Anfrage mitteilte, finden gerade Gespräche mit Kunden darüber statt, wie sich angesichts der Sachlage ein reibungsloser Übergang sicherstellen lässt. Zu Details könne sich SAP nicht äußern. Der Konzern aus Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) hatte die Einstellung des Cloudgeschäfts in Russland am Donnerstag mitgeteilt.

Anfang März hatte SAP bereits sein Neugeschäft in Russland teilweise eingestellt. Bestandskunden, die nicht unter die Sanktionen fallen, sollten aber im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen weiter bedient werden.

Komplett zieht sich SAP jedoch nicht aus Russland zurück. So wird etwa der Support für Software, die auf lokalen Servern installiert ist, nicht eingestellt.

SAP wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Einen Bericht dazu lesen Sie hier.

Deutschland: Ifo-Geschäftsklima bricht wegen Ukraine-Krieg ein

Fr, 25.03.2022, 10:21: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich angesichts des Ukraine-Kriegs stark verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, fiel von Februar auf März um 7,7 Punkte auf 90,8 Zähler, wie das Ifo-Institut mitteilte. Analysten hatten zwar mit einer Eintrübung gerechnet, allerdings mit einer moderateren auf im Schnitt 94,2 Punkte.

"Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist eingebrochen", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unternehmen in Deutschland rechneten mit harten Zeiten. Besonders stark trübten sich die Erwartungen der Unternehmen ein, die aktuelle Lage verschlechterte sich dagegen moderater. Das Geschäftsklima trübte sich in allen betrachteten Bereichen ein. Im verarbeitenden Gewerbe sei es so stark gefallen wie noch nie, erklärte das Ifo-Institut.

Habeck: Energieabhängigkeit von Russland bereits deutlich verringert

Fr, 25.03.2022, 9:54: Deutschland kommt nach Darstellung von Wirtschaftsminister Robert Habeck voran auf dem Weg zu weniger russischem Gas, Öl und Kohleimport. Der Grünen-Politiker sprach am Freitag in Berlin von erheblichen Erfolgen. "Deutschland ist dabei, seine Energieabhängigkeit von Russland in hohem Tempo zu verringern und die Energieversorgung auf eine breitere Basis zu stellen", heißt es in einem Papier des Ministeriums.

Habeck sagte, mit Ende des Sommers und zum Herbst hin könne Deutschland bereits komplett auf russische Kohle verzichten. Beim Öl erwarte er eine Halbierung der russischen Importe zum Sommer hin. Beim Gas könne es gelingen, bis zum Sommer 2024 bis auf wenige Anteile unabhängig von russischen Lieferungen zu werden. Über die Fortschritte hatte zuerst der 'Spiegel' berichtet.

Telekom stellt Software-Entwicklung in Russland ein

Fr, 25.03.2022, 08:14:  Wegen des Ukraine-Krieges zieht sich die Deutsche Telekom aus Russland zurück. Man stelle seine Tätigkeiten in dem Land ein, teilte das Unternehmen mit. Die Telekom hat in Sankt Petersburg einen großen Standort zur Software-Entwicklung sowie zwei kleinere Ableger in anderen russischen Städten mit insgesamt rund 2.000 Beschäftigten, die Dienstleistungen für Kunden außerhalb Russlands erbringen. Zu Unternehmen in dem Land hat die Telekom nach eigenen Angaben keine Geschäftsbeziehungen.

Man habe den dortigen Beschäftigten angeboten, außerhalb Russlands weiterzuarbeiten. "Viele Mitarbeitende haben diese Möglichkeit genutzt und das Land verlassen." Die Arbeit, die bisher in Sankt Petersburg verrichtet wird, wird auf andere Standorte in anderen Staaten verlagert. Man habe sichergestellt, "dass wir die Dienstleistungen für unsere internationalen Kunden bestmöglich ohne den Standort in Russland aufrechterhalten", hieß es in der Mitteilung. Die Deutsche Telekom hat weltweit rund 217.000 Beschäftigte.

Welche Unternehmen sich noch aus Russland zurückziehen, erfahren Sie hier.

Selenskyj-Berater fordert Energieimport-Embargo

Fr, 25.03.2022, 07:50: Der ukrainische Präsidentenberater Alexander Rodnyansky hält einen Stopp der europäischen Importe von russischem Öl und Gas für unumgänglich. Der Westen müsse verhindern, dass die Sanktionen gegen Russland von Moskau umgangen würden, sagte Rodnyansky am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung 'Maybrit Illner'. Mit der Ankündigung, Zahlungen für Energieimporte künftig nur noch in Rubel zu akzeptieren, kämpfe die russische Führung gegen die Inflation im Land, was ihr auch teilweise gelinge.

Russlands Präsident Wladimir Putin finanziere seinen Krieg gegen die Ukraine nach wie vor mit den Exporten von Öl und Gas, beklagte Rodnyansky. Wenn diese nicht gestoppt würden, werde "die Kriegsmaschinerie nicht zum Stillstand" kommen, sagte der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Ein Handelsembargo dagegen würde nicht nur den Krieg stoppen, sondern auch Repressionen im Inneren Russlands ein Ende setzen, argumentierte Rodnyansky. "Wir verfolgen damit beide Ziele gleichzeitig. Wir stoppen einerseits den Krieg und fördern eine demokratische Entwicklung innerhalb Russlands." Mit einem "zukünftigen demokratischen Russland" könne man dann "vielleicht auch reden".

Kremlchef Putin hatte am Mittwoch angekündigt, für Gaslieferungen aus Russland müssten "unfreundliche Staaten" wie Deutschland und die übrigen EU-Mitglieder künftig in Rubel bezahlen. Die Ankündigung hat im Westen für neue Unruhe gesorgt. Mehrere europäische Länder, darunter auch Deutschland, lehnen einen Import-Stopp für russische Energie als Druckmittel gegen Moskau ab.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

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Daimler-Truck-Chef: Haben uns aus Russlandgeschäft rausgezogen

Do, 24.03.2022, 12:19: Der Lastwagen- und Bushersteller Daimler Truck macht angesichts des Ukraine-Kriegs keine Geschäfte mehr in Russland. "Wir haben uns komplett rausgezogen aus dem Russland-Geschäft", sagte Vorstandschef Martin Daum bei der Bilanzvorlage.

Daimler Truck hatte lange mit dem russischen Hersteller Kamaz kooperiert und Teile für zivile Fahrzeuge geliefert. Daum machte deutlich, dass für ein Verschieben von Unternehmensanteilen in Russland die Genehmigung der dortigen Regierung nötig sei.

In früheren Verträgen sei festgelegt worden, dass die Fahrzeuge nur für eine zivile Nutzung bestimmt seien. Im Zusammenhang mit Kamaz plant Daimler Truck im laufenden Jahr Abschreibungen in Höhe von rund 220 Millionen Euro.

Daum sagte, es gebe ein gemeinsames Werk mit Kamaz, wo bisher Kabinen für Kamaz-Lkw und für importierte Lkw der Schwaben hergestellt wurden. Die Produktion sei erst einmal stillgelegt. Das Engagement von Daimler Truck in Russland und in der Ukraine sei vergleichsweise gering - es habe bisher nur rund ein Prozent des weltweiten Umsatzes ausgemacht. Eine Prognose zur Zukunft des Russlandgeschäfts machte Daum nicht. "Wir bewerten das jeden Tag neu", sagte er.

Welche Unternehmen ihr Russlandgeschäft auch gestoppt haben, erfahren Sie hier.

Grafik: So könnte die EU Gas-Importe aus Russland reduzieren
Die Internationale Energieagentur IEA hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Reduzierung der europäischen Gas-Importe aus Russland vorgelegt. Damit könnte die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zeitnah verringert werden. (Bild: Statista)

KfW-Umfrage: Ukraine-Krieg macht vielen Mittelständlern Sorge

Do, 24.03.2022, 11:00: Steigende Energiepreise, gestörte Lieferketten, wegbrechende Absatzmärkte: Jeder dritte Mittelständler in Deutschland sieht wegen des Ukraine-Krieges und der Sanktionen gegen Russland Risiken für sein Geschäft. Zugleich ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage der staatlichen Förderbank KfW unter mehr als 2.200 kleinen und mittleren Unternehmen: Die Mehrheit der Mittelständler hierzulande macht sich trotz des Krieges im Osten Europas derzeit wenig Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation.

Etwa 14 Prozent der befragten Unternehmen sehen den Angaben zufolge im Ukraine-Konflikt ein hohes Risiko für die Entwicklung ihrer Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten. Weitere 22 Prozent stufen den Krieg mit Blick auf ihr eigenes Geschäft als mittleres Risiko ein. Besorgt äußerten sich insbesondere Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Handel. «Von Relevanz für den Mittelstand in der Breite und gleichzeitig schwer abzuschätzen sind die konjunkturellen Folgen des Ukraine-Krieges für Deutschland», warnte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib in einer Mitteilung.

Renault setzt Industrieaktivität in Russland aus

Do, 24.03.2022, 08:17: Der französische Autobauer Renault setzt seine Industrieaktivitäten in Russland wegen des Krieges in der Ukraine aus. Als Folge werde die Prognose für die operative Marge der Gruppe im laufenden Jahr auf rund drei Prozent gesenkt, teilte der Konzern in Boulogne-Billancourt mit. Bisher hatte das Ziel bei mindestens vier Prozent gelegen. Die Maßnahmen betreffen die Produktion in Moskau. Mit Blick auf den Anteil an Avtovaz würden die möglichen Optionen bewertet, hieß es weiter.

Renault hatte in der Corona-Krise im Jahr 2020 einen Rekordverlust von acht Milliarden Euro eingefahren. Die Pandemie verstärkte dabei vorhandene hausgemachte Probleme. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte Renault eine staatlich gestützte Kreditlinie von fünf Milliarden Euro eingeräumt bekommen. Vier Milliarden davon hatte das Unternehmen in Anspruch genommen und bereits eine Milliarde wieder zurückgezahlt.

Leoni fährt Werke in Ukraine wieder hoch

Mi, 23.03.2022, 17:23: Die zwei Leoni-Werke in der Ukraine produzieren wieder Kabelbäume. Wie die Lage vor Ort ist und wie das Jahr 2021 für den Zulieferer verlief, erfahren Sie hier.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

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Teilweise Kurzarbeit in Sindelfinger Mercedes-Werk

Mi, 23.03.2022, 14:19: Angesichts des Ukraine-Kriegs und dessen Folgen für Zulieferer hat Mercedes-Benz in Teilbereichen des schwäbischen Werks Sindelfingen Kurzarbeit beantragt. Die neue Schichtplanung der großen Fabrik werde in der laufenden Woche für die Beschäftigten auch über sogenannte Arbeitszeitinstrumente ausgeglichen. Das teilte eine Sprecherin des Autoherstellers auf DPA-Anfrage mit. Das Magazin 'Wirtschaftswoche' hatte zuvor darüber berichtet.

Details wurden vom Hersteller nicht genannt. Die Fabrik mit rund 25.000 Beschäftigen inklusive des neuen Werks "Factory 56" laufe weiter, hieß es in Stuttgart. In Sindelfingen bei Stuttgart wird unter anderem die Luxuslimousine S-Klasse gebaut.

Mercedes-Benz hatte bereits zu Monatsbeginn die Schichtplanung in Teilbereichen von Sindelfingen angepasst. Beeinträchtigungen in anderen deutschen Werken gebe nicht, teilte die Sprecherin nun mit.

Man arbeite unter anderem mit Zulieferern in der Ukraine zusammen, die verschiedene Komponenten für die Fahrzeugproduktion lieferten. Der Hersteller sei in engem Kontakt mit Lieferanten, um gemeinsam an "Lösungen zur Absicherung unserer Lieferketten zu arbeiten". Dazu gehöre auch das Verlagern von bestimmten Produktionen an andere Standorte der Zulieferer.

OHB: Russlands Angriffskrieg beeinträchtigt Raumfahrt

Mi, 23.03.2022, 13:46: Infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine fallen in diesem Jahr auch geplante Starts für Galileo-Satelliten mit der Sojus-Rakete aus. Insgesamt seien noch zehn Satelliten der ersten Generation am Boden, sagte Marco Fuchs, Vorstandschef des für diese Galileo-Satelliten zuständigen Konzerns OHB bei der Bilanzpressekonferenz. Die Satelliten hätten von Kourou aus mit russischen Sojus-Trägerraketen oder der künftigen Ariane 6 auf eine Höhe von 24.000 Kilometern in den Weltraum gebracht werden sollen.

"In diesem Jahr fallen die Starts mit den Sojus-Rakten aus." Und die Ariane 6 sei noch nicht ganz fertig. Derzeit würden deshalb viele Alternativen geprüft, auch eventuelle Starts mit der amerikanischen SpaceX oder der indischen Trägerrakete PSLV. "Ich glaube aber nicht, dass es möglich ist, das ganz kurzfristig zu realisieren." Die Satelliten müssten nun erstmal eingelagert werden. Auswirkungen gebe es auch auf das europäische Raumsondenprojekt ExoMars, bei dem ein Rover von Baikonur auf den Mars gebracht werden soll. Auch dieses Projekt sei von den aktuellen Restriktionen betroffen.

Geschäftlich zeigte sich OHB mit dem zurückliegenden Jahr 2021 sehr zufrieden. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um drei Prozent auf 905 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss kletterte um 41 Prozent auf 27,7 Millionen Euro. Zum hohen Anstieg trugen unter anderem geringere Finanzierungskosten als 2020 bei. Fuchs sprach von einem sehr guten Jahr, das die Erwartungen übertroffen habe. Den Auftragsbestand bezifferte er aktuell auf ein Volumen von 2,1 Milliarden Euro.

Total will kein Erdöl aus Russland mehr kaufen

Mi, 23.03.2022, 07:51: Der französische Energieriese Total will bis zum Jahresende kein russisches Erdöl mehr kaufen. Es sollten keine neuen Verträge mehr geschlossen oder bestehende verlängert werden, teilte der Konzern mit. Bereits zuvor hatte Total bekannt gemacht, kein russisches Erdöl mehr auf dem Spotmarkt, also kurzfristig, zu kaufen.

Von dem Schritt wird auch die Raffinerie im sachsen-anhaltinischen Leuna betroffen sein. Man werde für diese eine Alternative schaffen, hieß es von Total.

Welche Unternehmen noch Ihre Geschäfte mit Russland gestoppt haben, erfahren Sie hier.

VW Bratislava unterbricht Produktion wegen Ukraine-Krieg

Di, 22.03.2022, 14:28: Das Volkswagen-Werk in Bratislava hat für zwei Tage seine Produktion unterbrochen. Grund dafür sei neben dem Chipmangel auch der Krieg in der Ukraine, der die Zulieferung von Teilen behindere, teilte eine Firmensprecherin der slowakischen Nachrichtenagentur TASR mit. Die Unterbrechung habe am Montag und Dienstag alle Teile der Produktion im größten Autowerk der Slowakei betroffen. Die Einkaufsabteilung des Gesamtkonzerns sei aber in intensivem Kontakt mit den betroffenen Zulieferern, um Alternativen zu finden. VW plant dem Bericht zufolge, die Produktion am Mittwoch fortzusetzen.

Bratislava nimmt im VW-Konzern eine Schlüsselposition ein, weil dort Autos von fünf Marken hergestellt werden und das Werk bei Bedarf auch Produktionen anderer Standorte übernehmen kann. Derzeit bauen die rund 12.000 Mitarbeiter von Volkswagen Slovakia in der Hauptstadt Bratislava und zwei kleineren Standorten unter anderem den VW Touareg, den Porsche Cayenne, den Audi Q7 und Q8 sowie den VW Up, Seat Mii und Skoda Citigo.

Lindner will Belastungsmoratorium für die Wirtschaft

Di, 22.03.2022, 10:32: Finanzminister Christian Lindner will wegen des Kriegs in der Ukraine ein Belastungsmoratorium für die deutsche Wirtschaft. Es müsse alles vermieden werden, "was Menschen und Betriebe in dieser Lage weiter belasten könnte", sagte der FDP-Politiker in der Haushaltsdebatte im Bundestag. Bürokratische Belastungen müssten hinter der Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung zurückstehen.

Lindner beschrieb die Gefahr eines ausbleibenden Wirtschaftswachstums bei zugleich hoher Inflation und versprach, die Bundesregierung werde alles tun, um ein solches Szenario zu verhindern. Dazu gehörten etwa eine Steigerung der Produktivität, eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, Entlastungen aber auch eine moderne, offene Einwanderungspolitik.

VW-Produktion im Werk Wolfsburg nimmt wieder Fahrt auf

Di, 22.03.2022, 08:05: Volkswagen fährt vor dem Hintergrund einer stabilisierten Versorgungslage bei Teilen seine Fertigung im Stammwerk Wolfsburg in den nächsten zwei Wochen schneller hoch als geplant. Schon von diesem Mittwoch an starte eine zweite Schicht der Golf-Fertigung, teilte der Autobauer mit.

In der nächsten Woche werde der Golf dann im Drei-Schicht-Betrieb produziert, um Kundenfahrzeuge so schnell wie möglich ausliefern zu können. In den Folgewochen werde die Produktion je nach Versorgungslage gesteuert. Wegen des Ukraine-Krieges hatten sich die Zulieferprobleme auch bei Volkswagen ausgeweitet. Unter anderem waren ausbleibende Lieferungen für Kabel zum Problem geworden.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

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So ist die Lage für den Großanlagenbau in Russland

Mo, 21.03.2022, 17:05: Für den deutschen Großanlagenbau zählt Russland zum wichtigsten Auslandsmarkt. Mit welchen Problemen die Unternehmen derzeit konfrontiert sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

EZB: Wirtschaft wächst trotz des Krieges - Preisniveau bleibt hoch

Mo, 21.03.2022, 16:04: Die Wirtschaft im Euroraum wird nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) trotz Belastungen infolge des Ukraine-Krieges in diesem Jahr wachsen. Selbst im "düstersten Szenario" gehe die Notenbank von einer wachsenden Wirtschaft aus, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Paris. Ein solches Szenario umschrieb sie mit inflationären Zweitrundeneffekten in Form deutlich steigender Löhne, einem Boykott russischer Energie sowie einem lang andauernden Krieg.

Auch EZB-Vizepräsident Luis de Guindos befürchtet kein Abrutschen der Euro-Wirtschaft in die Stagflation - also Wachstumsschwäche gepaart mit hohen Teuerungsraten. "In unseren jüngsten Prognosen sehen wir selbst in unserem schlechtesten Szenario für das laufende Jahr im Euroraum immer noch ein Wachstum von über zwei Prozent voraus, insofern also keine Stagflation", sagte de Guindos dem 'Handelsblatt' (Montag). "Aber es gibt voraussichtlich für einen längeren Zeitraum als vor dem Krieg erwartet eine höhere Inflation."

Der Krieg in der Ukraine heizt unter anderem die Energiepreise, die bereits zuvor Haupttreiber der Teuerung waren, weiter an. Zudem nehmen Lieferengpässe wieder zu. "Die Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine dürften die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland ab März spürbar belasten", fasst die Bundesbank in ihrem Monatsbericht März zusammen. Im ersten Quartal 2022 könnte die Wirtschaftsleistung in Europas größter Volkswirtschaft "in etwa stagnieren", schreiben die Volkswirte der Bundesbank in Frankfurt. "Die für das zweite Vierteljahr angelegte starke Erholung dürfte aus heutiger Sicht (...) deutlich schwächer ausfallen."

Mit schneller Entspannung bei den Preisen rechnet die Bundesbank nicht: "Aufgrund des Krieges in der Ukraine dürfte die Inflationsrate in den nächsten Monaten noch etwas weiter steigen, was insbesondere den Energiepreisen geschuldet sein dürfte." Im Februar lagen die Verbraucherpreise in Deutschland um 5,1 Prozent über Vorjahresniveau.

Die EZB strebt für den gesamten Währungsraum der 19 Euroländer stabile Preise bei einer jährlichen Teuerungsrate von zwei Prozent an. Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können.

Selenskyj ruft Deutsche zu Boykott von russischem Gas auf

Mo, 21.03.2022, 12:42: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Deutschen zu einem Boykott von russischem Gas und anderen Waren aufgerufen. "Ohne Handel mit Ihnen, ohne Ihre Unternehmen und Banken wird Russland kein Geld für diesen Krieg haben", sagte der 44-Jährige am Montag in einer in sozialen Netzwerken verbreiteten Videobotschaft. Niemand habe das Recht, Völker zu vernichten und Europa aufzuteilen.

"Sponsert bitte nicht die Kriegsmaschine von Russland", sagte Selenskyj weiter. Es dürfe keinen Euro für die Besatzer geben. Alle Häfen sollten für Russland geschlossen, keine Waren nach Russland geliefert und auf russische Energieressourcen verzichtet werden.

Laut Angaben des Betreibers des ukrainischen Gastransportsystems sind seit Kriegsbeginn am 24. Februar knapp 2,5 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas in Richtung Westen gepumpt worden.

Kreml: Mögliches Öl-Embargo der EU hätte weltweite Folgen

Mo, 21.03.2022, 12:37: Der Kreml hat vor den Folgen eines möglichen EU-Embargos für Lieferungen von Öl aus Russland gewarnt. "Ein solches Embargo hätte sehr schwerwiegende Auswirkungen auf den weltweiten Ölmarkt und auf die Energiebilanz des europäischen Kontinents", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Die USA hätten bereits einen Lieferstopp für russisches Öl verhängt. Die Amerikaner würden dabei nichts verlieren und am Ende besser dastehen als die Europäer.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hat ein Embargo für russische Energie-Lieferungen abgelehnt und vor schweren Schäden für die deutsche Wirtschaft gewarnt. Er will nun aber die Lieferstruktur auf eine breitere Basis stellen, damit Deutschland weniger abhängig von russischer Energie wird.

Lindner: Werden Schocks durch Ukraine-Krise abfedern

Mo, 21.03.2022, 08:02: Bundesfinanzminister Christian Lindner hat vor überzogenen Erwartungen an den Staat in der Ukraine-Krise gewarnt. "Klar ist: Wir werden reagieren", sagte der FDP-Vorsitzende der 'Augsburger Allgemeinen' (Montag). Deshalb werde er demnächst einen Haushalt vorlegen, der die Folgen der Ukraine-Krise enthalten werde. Er könne versichern, "dass wir Schocks abfedern und Menschen vor dem Verlust ihrer Existenz schützen werden". Der Staat habe dazu die Möglichkeiten. Lindner machte zugleich deutlich: "Langfristig ist realistischerweise klar, dass der Staat einen allgemeinen Verlust an Wohlstand, der sich aus steigenden Weltmarktpreisen für Energieimporte ergibt, ebenso wenig ausgleichen kann wie das individuelle unternehmerische Risiko."

Wirtschaftsforscher: Krieg bringt erhebliche Kosten für alle

Fr, 18.03.2022, 13:26: Russlands Krieg in der Ukraine wird für die Bundesbürger nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) teuer werden. Es sei "mit erheblichen Kosten zu rechnen, die wir alle zu tragen haben", sagte IW-Ökonomin Galina Kolev am Freitag auf einem Wirtschaftsforum in Berlin.

"Wenn der Gaspreis auf heutigem Niveau bleibt, dann haben wir eine zusätzliche Inflationsrate von etwa zweieinhalb Prozentpunkten", sagte Kolev. Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise stiegen, in der Industrie komme es wegen fehlender Vorprodukte zu Produktionsstillständen, das Wirtschaftswachstum werde erheblich beeinträchtigt. Hinzu kämen die Kosten für die rasche Anpassung der Energieversorgung, um die Abhängigkeit von russischem Gas und Öl zu senken: "All das wird sich dauerhaft auswirken."

Bosch schränkt Russlandgeschäft massiv ein

Fr, 18.03.2022, 13:26: Angesichts des Ukraine-Krieges hat der Autozulieferer Bosch sein Russlandgeschäft massiv eingeschränkt. Das betreffe sowohl Lieferungen in das Land als auch die dortige Fertigung, teilte der Technologiekonzern am Freitag in Gerlingen bei Stuttgart mit. Der Handel mit Ersatzteilen sei bereits zum Erliegen gekommen.

Der Konzern liefere auch keine Lastwagen-Komponenten mehr in Russland und an russische Kunden. Nachdem es Hinweise gegeben habe, dass Bosch-Teile missbräuchlich "in nicht-zivilen Anwendungen" verbaut worden seien, laufe eine Überprüfung.

Bosch hatte zu Wochenbeginn den Vorwurf des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba zurückgewiesen, wonach das Unternehmen Komponenten für russische Infanteriefahrzeuge geliefert haben soll. Die genannte Komponente sei nicht von Bosch an den Hersteller geliefert worden, auch wenn es sich dabei um ein Teil aus der eigenen Produktion handele, hatte es geheißen.

"Selbstverständlich halten wir uns an alle bisherigen und künftigen rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben – dazu gehören auch Sanktionen", hieß es nun in der Mitteilung.

Bosch fertigt neben Bauteilen für die Autoindustrie auch Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge sowie Industrie- und Gebäudetechnik. Laut Geschäftsbericht 2020 führen die Schwaben mehrere Standorte in Russland, unter anderem in St. Petersburg und Moskau.

DIHK-Umfrage: Wirtschaft spürt Folgen des Kriegs in ganzer Breite

Fr, 18.03.2022, 13:00: Fast 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland sehen sich laut einer Umfrage geschäftlich betroffen von den Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. "Der schreckliche Krieg schlägt auch auf die deutsche Wirtschaft durch", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Martin Wansleben, am Freitag in Berlin. Die deutsche Wirtschaft spüre die Auswirkungen der russischen Invasion in der ganzen Breite. Konjunkturprognosen seien nun Makulatur. "Trotz dieser schmerzlichen Einbußen hören wir kaum Kritik an den verhängten Sanktionen."

Nach einer DIHK-Blitzumfrage unter 3.700 Unternehmen aus allen Branchen berichten 60 Prozent der Unternehmen von Auswirkungen wie steigenden Preisen oder gestörten Lieferketten. 18 Prozent nennen direkte Folgen, etwa den Verlust von Kunden oder Lieferanten. Die Umfrage fand laut DIHK von Dienstag bis Donnerstag statt.

Wer Russland noch sanktioniert

Fr, 18.03.2022, 12:11: Nicht nur die USA und die Europäische Union: Auch viele andere Länder haben Sanktionen gegen Russland verhängt. Ein Überblick dazu finden Sie hier.

Fuchs Petrolub stellt wegen Ukraine-Krieg keine belastbare Prognose

Fr, 18.03.2022, 10:13: Trotz robuster Geschäfte will der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub mit Blick auf den Ukraine-Krieg keine belastbare Prognose für das laufende Jahr ausgeben. Zwar strebt der Konzern 2022 ein weiteres Umsatz- und Ergebnisplus an, die Entwicklung ist jedoch mit Unsicherheiten behaftet. Die unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen ließen sich derzeit noch nicht abschätzen, erklärte Konzernchef Stefan Fuchs dazu am Donnerstag bei der Veröffentlichung der Jahreszahlen in Mannheim. Die Zahlen für das vergangene Jahr übertrafen unterdessen die Erwartungen des Konzerns und die der Analysten.

An der Börse wurden die Nachrichten gut aufgenommen. Die Aktie kletterte zwischenzeitlich um 1,7 Prozent. Einen Teil der Gewinne gaben die Papiere danach wieder ab. Mit einem Plus von gut 0,8 Prozent setzte die Aktie damit ihren Erholungskurs fort. Anfang März war sie auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Pandemie gerutscht.

Ukraine oder Ukra-ine? Wie wird das Land richtig ausgesprochen?

Über kein anderes Land wurde zuletzt so viel geredet und geschrieben, aber wie spricht man es eigentlich korrekt aus? Ukra-ine oder Ukraine? Im Duden ist die Variante mit der Betonung auf dem "i" erstgenannt. Die andere Form ist demnach aber auch möglich.

"Ein Richtig oder Falsch gibt es eigentlich nicht", sagt der österreichische Slawist Hubert Bergmann, langjähriges Mitglied im Ständigen Ausschuss für geographische Namen in Frankfurt am Main. Er persönlich bevorzuge allerdings die Variante Ukra-ine. "Das ist die Aussprache, die mir spontan von der Zunge geht, denn auch bei den ukrainischen und russischen Bezeichnungen für die Ukraine liegt die Betonung auf dem 'i''. Bei der zweiten Variante handle es sich dagegen eher um eine "eingedeutschte Form".

Und auch die ARD-Aussprachedatenbank (ADB) favorisiert die Variante mit der Betonung des "i" . Eine Aussprache der Buchstabenfolge "ai" als Doppellaut sei nicht angemessen, heißt es dort. In der ADB ist die korrekte Aussprache von über 400.000 Eigennamen, Bezeichnungen und Begriffen für Journalisten der ARD, aber auch von ZDF oder ORF abrufbar.

Scheichs statt Putin: Habeck auf Mission am Golf

Fr, 18.03.2022, 5:30: Im Schatten des Ukraine-Kriegs ist Robert Habeck unterwegs als Handlungsreisender. Die Bundesregierung will möglichst schnell die Abhängigkeit vom Gas des russischen Kriegsherren Wladimir Putin verringern. Deswegen fliegt der Wirtschafts- und Klimaschutzminister am Samstag nach Katar und von dort weiter in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Begleitet wird er von einer Wirtschaftsdelegation. Katar ist einer der weltweit größten Exporteure von Flüssiggas (LNG). In den VAE soll es vor allem um eine Kooperation bei grünem Wasserstoff gehen.

Wetec spendet für die Ukraine

Do, 17.03.2022, 15:10: Wie schon bei der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr hat Wetec, der Systemlieferant für die Elektronikfertigung, gemeinsam mit der Schwesterfirma Dönges auch für die Ukraine Geld- und Sachspenden auf den Weg gebracht. Insgesamt gingen 55.000 Euro an verschiedene Hilfsorganisationen.

"Wir setzen uns seit Jahrzehnten aktiv und mit vollem Engagement für den Zivilschutz ein und dafür, Menschen in Not zu helfen und Schaden von ihnen abzuwenden. Das, was derzeit in der Ukraine geschieht, steht im krassen Widerspruch zu unseren Werten", erklärt Thomas Pletsch, einer der drei Geschäftsführer beider Unternehmen

RWI: Ukraine-Krise bremst Wirtschaftswachstum in Deutschland

Do, 17.03.2022, 13:41: Der Krieg in der Ukraine wird nach Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstitutes RWI das Wirtschaftswachstum in Deutschland spürbar bremsen. Das Institut senkte am Donnerstag seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 3,9 auf 2,5 Prozent. Insbesondere die kräftig gestiegenen Öl- und Gaspreise belasteten Unternehmen und Haushalte.

Nach Einschätzung der Konjunkturforscher dürfte die Inflation in diesem Jahr aufgrund der Energiepreise 5,2 Prozent erreichen und erst im kommenden Jahr wieder auf 2,3 Prozent zurückgehen.

Der deutsche Arbeitsmarkt dürfte sich aber nach Einschätzung der Experten auch in der Krise als robust erweisen. Im Verlauf des Jahres werde die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten voraussichtlich um fast 300.000 steigen. Die Arbeitslosenquote werde von 5,7 Prozent 2021 auf 5 Prozent in diesem Jahr und 4,9 Prozent im kommenden Jahr sinken.

Spahn zur Energieversorgung: "Wir müssen Putin-frei werden"

Do, 17.03.2022, 12:32: Die Union hat die Bundesregierung aufgefordert, zeitnah ein umfassendes Konzept vorzulegen, wie Deutschland bis spätestens zum Winter 2023/24 unabhängig von russischen Gas-, Kohle- und Öllieferungen werden kann. Unionsfraktionsvize Jens Spahn sagte am Donnerstag im Bundestag: "Wir müssen Putin-frei werden."

Dazu gehöre, Kohlekraftwerke aus der Reserve zu holen, sagte Spahn. Es sei außerdem eine ideologiefreie Debatte über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke nötig.

Rheinmetall stellt sich auf Extra-Aufträge ein

Do, 17.03.2022, 11:09: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges rechnet der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall schon in diesem Jahr mit einem kräftigen Umsatzplus. Bisher habe man bei militärischen Gütern für 2022 im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatzplus von 10 Prozent gerechnet. Nun gehe man von 20 Prozent aus, sagte Konzernchef Armin Papperger am Donnerstag. Aus dem Sondervermögen von 100 Milliarden Euro, das die Bundesregierung zur Ertüchtigung der Bundeswehr bereitstellen will, werde Rheinmetall schon in diesem Jahr erste Umsätze erzielen. Es lägen schon "erhebliche Anfragen" aus Deutschland vor.

Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges bot Rheinmetall dem Bund ein langfristiges, 42 Milliarden Euro schweres Produktpaket an. Es geht um Panzer, Munition, Militär-Lastwagen und andere Güter. Rheinmetall macht grob gesagt zwei Drittel seines Umsatzes mit Rüstungsgütern. Ein Drittel des Geschäfts erwirtschaftet die Firma als Autozulieferer.

Papperger stellte am Donnerstag Jahreszahlen des Konzerns vor, der schon seit langem auf Wachstumskurs ist und dabei bisher vor allem von Auslandsaufträgen profitiert. So hat Rheinmetall Schützenpanzer an Ungarn verkauft.

2021 stieg der Konzernumsatz um 4,7 Prozent auf 5,7 Milliarden. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg etwa um die Hälfte auf 608 Millionen Euro. Der Nettogewinn schnellte von einer Million Euro auf 332 Millionen Euro in die Höhe. Die Firma mit Sitz in Düsseldorf hat große Produktionsstätten für militärische Güter in Unterlüß (Niedersachsen/2.090 Mitarbeiter), Bremen (1.910 Mitarbeiter), Kassel (1.130) und Kiel (680). Weltweit hat Rheinmetall rund 24.000 Beschäftigte.

Audi gibt keine Prognose für 2022

Do, 17.03.2022, 11:03: Die Volksagen-Tochter Audi wagt angesichts des Ukraine-Kriegs keine Prognose für dieses Jahr. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger sagte am Donnerstag in Ingolstadt: "Im März und im April sehen wir deutliche Belastungen auf der Produktionsseite." Wie das im zweiten Halbjahr aufzuholen sei und welche weltwirtschaftlichen Auswirkungen der Krieg haben werde, sei derzeit nicht absehbar.

Vorstandschef Markus Duesmann sagte, bisher habe Audi alle kundenspezifischen Kabelbäume für die in Europa gebauten Autos aus der Ukraine bezogen. Die Zulieferer in der Ukraine versuchten weiter zu produzieren: "In Laufweite zu einem Bunker wird dort weiter produziert, teilweise in drei Schichten. Das macht mich sprachlos, in welchen Umfang die Ukrainer dort agieren." Die Audi-Zulieferer erhöhten jetzt ihre Kapazitäten in Rumänien, Ungarn, Tunesien und Marokko, und auch aus China und Mexiko werde nach Europa geliefert.

DIHK: Krieg verschärft Probleme in Lieferketten teils dramatisch

Do, 17.03.2022, 10:42: Die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sorgen aus Sicht der deutschen Wirtschaft für eine teils dramatische Verschärfung von Lieferengpässen. Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag mitteilte, melden rund 60 Prozent der Firmen zusätzliche Störungen in der Lieferkette und Logistik als Folge des Krieges. Das zeige ein erster Trend aus einer laufenden DIHK-Blitzbefragung zu den wirtschaftlichen Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine.

"Der Stress in der Wirtschaft ist momentan sehr groß", sagte DIHK-Vizepräsident Ralf Stoffels. Die steigenden Energie- und Rohstoffkosten könne kein Mittelständler schlucken. Stoffels ist Chef der BIW Isolierstoffe GmbH, die Silikonkautschuk verarbeitet. "Ohne uns fährt kein Auto vom Band und heizt keine Heizung." Engpässe bei Rohstoffen gebe es seit dem Spätsommer, durch den Krieg habe sich dies aber nun noch verschärft. Lieferzeiten seien zum Teil "gigantisch". Stoffels nannte ein Beispiel: Wenn bei einem Gabelstapler das Warnlicht kaputt sei, das nach deutschem Recht blinken müsse, warte die Firma 24 Wochen auf ein Ersatzteil.

Der industrielle Mittelstand schiebe ein Auftragspolster vor sich her, das wegen der Lieferengpässe nicht abgearbeitet werden könne. Dazu käme eine Kostenexplosion auch der Energiepreise. "Für uns ist das gerade eine dramatische Situation", sagte Stoffels.

Ukraine-Krieg trifft Thyssenkrupp

Do, 17.03.2022, 10:20: Der Ukraine-Krieg trifft den Industriekonzern Thyssenkrupp. Dieser sieht seine Geschäftsentwicklung erheblich beeinträchtigt, insbesondere im Stahlsegment. Das Unternehmen setzt deswegen einen Teil seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr aus - den Ausblick auf den freien Barmittelzufluss, eine von Analysten stark beachtete Kennziffer. Zudem wurde die Entscheidung über eine mögliche Verselbständigung der Stahlsparte zunächst auf Eis gelegt. Die Aktie brach am Donnerstagvormittag um fast elf Prozent ein.

Graphitabbau in Westukraine seit der Invasion unterbrochen

Do, 17.03.2022, 8:54: Der Graphitproduzent und Entwickler von Batterieanodenmaterial Volt Resources Limited hat ein Update in Bezug auf das Graphitunternehmen Zavalievsky Graphite (ZG) und seine Geschäftstätigkeiten in der Westukraine veröffentlicht. Demnach steht seit dem Beginn der Invasion Volt weiterhin in regelmäßigem Kontakt mit dem Management von ZG, um sich ein Bild von der Situation zu machen, die das ZG-Team und das Graphitgeschäft betrifft. Volt teilt mit, dass sich das Management, die Buchhaltungs- und Marketingmitarbeiter von ZG und ihre Familien derzeit an relativ sicheren Orten befinden, da sie von Kiew nach Lwiw und in die umliegenden Gebiete nahe der polnischen Grenze in der Westukraine umgezogen sind.

Der Graphitabbau und die Graphitverarbeitung in Zavallya sind nach dem Beginn der Invasion weiterhin unterbrochen und alle Mitarbeiter sind zu Hause. Die Stadt Zavallya liegt in einem ländlichen Gebiet, in dem es keine militärischen oder größeren infrastrukturellen Ziele gibt. In der Nähe von Zavallya hat es keine Militäraktionen gegeben, und zum gegenwärtigen Zeitpunkt sieht das Management von ZG nur ein minimales Risiko für die Mitarbeiter von ZG, ihre Familien und die Vermögenswerte des Unternehmens durch den Konflikt.

Volt hat die Zahlung der Gehälter der ZG-Mitarbeiter genehmigt, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter auch während der Unterbrechung des Betriebs ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Volt wird den Konflikt in der Ukraine weiterhin genau beobachten und die Situation mit unserem lokalen Managementteam bewerten und besprechen, um zu klären, welche weitere Unterstützung Volt für die ZG-Mitarbeiter und ihre Familien leisten kann.

Ölpreise steigen wieder

Do, 17.03.2022, 7:56: Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 100,12 US-Dollar. Das waren 2,10 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,78 Dollar auf 96,82 Dollar.

In den vergangenen Wochen war der Rohölmarkt durch erhebliche Preisschwankungen gekennzeichnet. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine waren die Preise zunächst stark gestiegen und hatten das höchste Niveau seit dem Jahr 2008 erreicht. Ein Fass Brent hatte bis zu rund 139 Dollar gekostet. In den vergangenen Tagen haben die Preise aber wieder deutlich nachgegeben.

Der Krieg in der Ukraine bleibt marktbestimmend, allerdings haben zuletzt auch andere Themen das Geschehen am Erdölmarkt mitbestimmt. Größeren Einfluss hatten etwa neue scharfe Maßnahmen Chinas gegen regionale Corona-Ausbrüche. Die "No-Covid-Strategie" des Landes gilt als konjunkturschädlich und belastet damit auch die Ölpreise.

Umfrage: Energieversorgung wird wichtigstes Thema

Do, 17.03.2022, 6:00: Die Energieversorgung ist zum wichtigsten Thema für die Bürgerinnen und Bürger geworden. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts YouGov hervor. Demnach sagten 17 Prozent der Befragten, dass die Energieversorgung, beispielsweise durch Strom oder Gas, das wichtigste Thema sei, um das sich Politikerinnen und Politiker in Deutschland kümmern sollten.

Dieser Wert ist der Umfrage zufolge in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen: Mitte Dezember trafen nur 3 Prozent der Befragten diese Aussage. Damit hat die Energieversorgung den Umwelt- und Klimaschutz überholt, der seit Februar 2021 für die Bürgerinnen und Bürger die wichtigste Aufgabe gewesen ist, um das sich Politiker kümmern sollten. 13 Prozent der Befragten nannten demnach Umwelt- und Klimaschutz, 10 Prozent Verteidigung und Sicherheit sowie fünf Prozent die Gesundheitsversorgung als bedeutungsvollstes Thema.

Institut: Krieg hat erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen

Do, 17.03.2022, 4:00: Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen für Deutschland wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Das Ausmaß sei nicht absehbar. Die bereits bestehenden Probleme bei internationalen Lieferketten würden durch neue Versorgungsengpässe weiter verschärft, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln).

Aus Russland fehlten wichtige Rohstofflieferungen. Auch aus der Ukraine seien bisher wichtige Stoffe und Vorprodukte geliefert worden. Palladium, Nickel, Neon oder Kabelbäume seien Beispiele für neu entstandene Engpässe. "Wenn diese länger andauern, weil Ersatz nur begrenzt mobilisiert werden kann, drohen anhaltende Produktionsausfälle in der deutschen Wirtschaft."

Die Studie basiert auf den Ergebnissen einer Befragung von 1.900 Unternehmen. Demnach sehen sich rund drei Viertel der Firmen durch hohe Energiepreise belastet. Weit mehr als ein Drittel seien in ihren Geschäftsabläufen durch ausfallende Lieferungen von Vorleistungen oder drohende Engpässe in der Energieversorgung bedroht. Seit der ersten Kriegswoche hätten sich die Sorgen tendenziell erhöht. "Für die mittlere Frist werden weiter ansteigende Belastungen durch den Krieg für die Unternehmen in Deutschland erwartet", hieß es.

LBBW-Chefökonom: Keine Rezession in Sicht

Mi, 16.03.2022, 15:14: LBBW-Chefökonom Moritz Kraemer teilt explizit nicht die Sorge einer drohenden Rezession. Zwar haben auch die Stuttgarter Volkswirte ihre Prognose von einst 4 Prozent Wachstum auf jetzt 3 Prozent nach unten revidiert, "eine Rezession ist aber nicht in Sicht". Allerdings schickt Kraemer hinterher, dass beim Eintreten eines Nato-Falls neu gerechnet werden müsse. "Aber dann haben wir andere Sorgen."

Darüber hinaus hält Kraemer einen Benzinpreis in Deutschland von jenseits der 3 Euro pro Liter für nicht realistisch, wie es auf der Internetseite der LBBW zu lesen ist. Hinter den Kulissen würden bereits intensive Gespräch mit Venezuela, dem Iran oder Algerien geführt, um den Öl- und Benzinbedarf Deutschlands zu decken. Seine klare Prognose: „Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte wird der Preis pro Barrel wieder zweistellig sein.“

Sparkassen: Ukraine-Krieg stellt uns alle vor Herausforderungen

Mi, 16.03.2022, 14:01: Nach einem Gewinnzuwachs im vergangenen Jahr stellen sich die Sparkassen in Deutschland auf Folgen durch den Ukraine-Krieg ein. "Wir alle werden in diesem Jahr politisch, aber auch wirtschaftlich und gesellschaftlich vor immense Herausforderungen gestellt werden", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Helmut Schleweis, am Mittwoch. Zwar spiele das direkte Russland-Geschäft bei Sparkassen praktisch keine Rolle und das Russland- und Ukraine-Engagement der Landesbanken sei sehr gering. Es werde aber zu deutlichen Zweit- und Drittrundeneffekten kommen.

"Diese werden erst langsam spürbar, sie werden uns aber vermutlich auf längere Sicht belasten", sagte Schleweis. Als ein Beispiel nannte er den massiven Anstieg der Energiekosten, der Verbraucher und die energieintensive Industrie belasteten. Die Sanktionen gegen Russland bezeichnete Schleweis als richtig und unverzichtbar. "Wir sollten aber nicht glauben, dass es nicht auch Rückwirkungen auf uns selbst gibt."

Eon rechnet mit höheren Preisen für Strom und Gas

Mi, 16.03.2022, 13:56: Deutschlands größter Energieversorger Eon rechnet mit höheren Preisen für Strom und Gas. "Beschaffungspreise für Strom und Gas sind seit Längerem extrem hoch", sagte Eon-Vorstandschef Leonhard Birnbaum am Mittwoch in Essen. "Wenn wir dauerhaft ein deutlich höheres Niveau als in der Vergangenheit sehen, dann wird das irgendwann auch auf die Kunden durchschlagen müssen. Es ist völlig unmöglich, die Kunden davor zu schützen." Die Belastung müsse aber in einem vertretbaren Rahmen geschehen. Birnbaum sprach sich in diesem Zusammenhang für eine Senkung von Steuern und Abgaben vor allem auf Strom, aber auch auf Gas aus. Die zum 1. Juli beschlossene Aussetzung der EEG-Umlage werde Eon "selbstverständlich" umsetzen.

Wie hoch die Erhöhung ausfallen wird, könne man noch nicht sagen. Birnbaum betonte, dass Eon aufgrund einer vorausschauenden Absicherung bei der Beschaffung die Erhöhungen nur schrittweise mit der Zeit weitergeben müsse.

Eon beliefert in Deutschland rund 14 Millionen Privat- und Geschäftskunden mit Strom und Gas. Im übrigen Europa zählt der Konzern weitere rund 36 Millionen Kunden.

 

Unternehmensberater rechnen mit deutlich mehr Geschäft

Mi, 16.03.2022, 12:39: Was könnte der Ukraine-Krieg samt Russland-Sanktionen für Folgen haben für das Beratergeschäft? Hierzu und zu weiteren Entwicklungen sagte BDU-Chef Ralf Strehlau: "Der Angriffskrieg Putins in der Ukraine, die Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit, aber auch die weiterlaufende Corona-Pandemie wirken sich zwangsläufig auf das Wirtschaftsgeschehen aus."

Die daraus folgende Notwendigkeit für Unternehmen und Organisationen zu Anpassungen erweise sich als Treiber für die Consultingbranche, so Strehlau weiter. "Denn: Aus Veränderung entsteht oft ein höherer Beratungsbedarf." Wie stark die deutsche Wirtschaft von den Kriegsauswirkungen mittel- und langfristig betroffen sein wird, sei allerdings noch schwer abzusehen.

Preis für Opec-Öl fällt deutlich

Mi, 16.03.2022, 12:17: Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist deutlich gefallen. Wie das Opec-Sekretariat am Mittwoch in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Dienstag 102,86 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 7,81 Dollar weniger als am Tag zuvor. Die Opec berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

Munich Re zieht sich aus Russland-Geschäft zurück

Mi, 16.03.2022, 11:46: Der Rückversicherer Munich Re zieht sich wegen des Ukraine-Kriegs aus seinem Russland-Geschäft zurück. "Bestehende Verträge in Russland und Belarus werden nicht erneuert", teilte der Münchner Dax-Konzern am Mittwoch auf seiner Internetseite mit.

Das Neugeschäft sei bereits eingestellt. Mit seinen Kapitalanlagen in der Region werde die Munich Re ebenso verfahren. Ausnahmen solle es nur geben, wenn von der Einstellung des Geschäfts "schützenswerte Personen oder Unternehmen negativ betroffen wären" und es sanktionsrechtlich zulässig ist.

IEA: Deutlich weniger russisches Öl und schwächere Nachfrage

Mi, 16.03.2022, 11:26: Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet wegen des Ukraine-Kriegs sowohl mit einer deutlich niedrigeren Ölförderung in Russland als auch mit einer schwächeren Ölnachfrage. Die Tagesproduktion in Russland könnte demnach im kommenden Monat um drei Millionen Barrel (je 159 Liter) auf 8,6 Millionen Barrel zurückgehen, teilte die IEA am Mittwoch in Paris mit.

"Die Auswirkungen eines potenziellen Verlusts russischer Ölexporte auf die Weltmärkte dürfen nicht unterschätzt werden", erklärte die Organisation. Zwar sei es noch zu früh, um die konkreten Auswirkungen abschätzen zu können. Der Ukraine-Krieg könnte jedoch zu dauerhaften Veränderungen auf den Energiemärkten führen.

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine haben russische Anbieter große Schwierigkeiten, Abnehmer für ihr Erdöl zu finden. Ein wesentlicher Grund sind Sanktionen vornehmlich westlicher Länder. Große Abnehmer wie einige Ölkonzerne haben angekündigt, den Bezug russischen Öls zu verringern oder beenden zu wollen.

Der Krieg in der Ukraine gefährdet die weltweite Lebensmittel­versorgung und Tierfutter­produktion. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet als Folge des Krieges in der Ukraine mit einer sinkenden Wirtschaftsleistung in Deutschland und noch stärker steigenden Preisen. "Ich erwarte, dass die deutsche Wirtschaft jetzt wieder in eine Rezession abgleitet", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher im Gespräch mit der 'Neue Osnabrücker Zeitung'. Neben den Preisen für Lebensmittel sind vor allem auch die Energiepreise gestiegen, wie diese Statista-Grafik zeigt. (Bild: Statista)

Habeck reist nach Norwegen - Ausbau der Energiepartnerschaft

Mi, 16.03.2022, 9:39: Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) reist an diesem Mittwoch nach Norwegen. Ziel ist der Ausbau der Energiepartnerschaft. Die Bundesregierung will angesichts des Ukraine-Krieges die Abhängigkeit von russischen Energieimporten verringern.

Habeck trifft sich in Oslo unter anderem mit Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sowie norwegischen Unternehmensvertretern, wie das Ministerium mitteilte. Die Reise bilde den Auftakt zu einer Reihe von Auslandsreisen - mit dem Ziel, deutsche Energieimporte auf eine breitere Grundlage zu stellen sowie den zukünftigen Bezug von "grünem Wasserstoff" und dazu gehöriger Ausgangsprodukte sicherzustellen.

Habeck will dazu auch nach Katar reisen. Eine wichtige Rolle bei den Reisen spielt nach Angaben des Ministeriums der Import von verflüssigtem Gas (LNG) und eine enge Kooperation beim Ausbau der Wasserstoff- und weiterer Klimaschutz- und Umwelttechnologien.

Kabinett gibt grünes Licht für Lindners Haushaltspläne

Mi, 16.03.2022, 9:18: Das Bundeskabinett hat grünes Licht für die Etatpläne von Finanzminister Christian Lindner gegeben. Im laufenden Jahr sollen damit wegen der Corona-Krise im Kernhaushalt noch einmal 99,7 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen werden. Allerdings ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Lindner hat bereits angekündigt, dass es einen Ergänzungshaushalt geben soll, um die Folgen des Kriegs in der Ukraine abzumildern.

Damit könnten weitere Entlassungen für die Bürger etwa wegen der hohen Energiepreise bezahlt werden. Außerdem ist ein 100 Milliarden Euro schweres Sondervermögen zur Stärkung der Bundeswehr geplant. Im kommenden Jahr will Lindner 7,5 Milliarden Euro neue Kredite aufnehmen und damit die Schuldenbremse wieder einhalten.

BMW steckt Ziele wegen Ukraine-Krieg vorsichtiger

Mi, 16.03.2022, 7:51: BMW rechnet mit deutlichen Belastungen durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Im laufenden Jahr geht der Konzern wegen der Auswirkungen auf die eigene Produktion bei der wichtigen Gewinnnmarge vor Zinsen und Steuern im Automobilgeschäft von 7 bis 9 Prozent aus, wie die Münchener am Mittwoch mitteilten. Ohne die Probleme aus dem Konflikt hätte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, dass zwischen 8 und 10 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn hängenbleibt. Analysten trauten BMW im Schnitt hier zuvor um die 9 Prozent Marge zu. Die Nachfrage sei weltweit hoch, hieß es vom Konzern - dennoch rechnet BMW wegen der geopolitischen Lage in Osteuropa nur mit Auto-Auslieferungen auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Konzern insgesamt dürfte den Vorsteuergewinn deutlich steigern, prognostiziert das Management um Chef Oliver Zipse. Das liegt auch an der Vollkonsolidierung des chinesischen Produktions-Joint-Ventures BMW Brilliance, an dem die Bayern im Februar die Mehrheit übernommen haben.

Störung bei Fernwartung von Windkraftanlagen dauert an

Mi, 16.03.2022, 7:00: Rund drei Wochen nach einer mutmaßlichen Cyber-Attacke dauert die Störung der Fernwartung von Tausenden Windkraftanlagen in Zentraleuropa an. Mittlerweile seien jedoch rund 15 Prozent der insgesamt 5800 betroffenen Anlagen wieder an die Satellitenkommunikation angebunden, teilte ein Sprecher des Windenergieanlagen-Herstellers Enercon in Aurich in Ostfriesland der Deutschen Presse-Agentur mit.

Demnach habe man mit Partnerfirmen begonnen, Modems, also die beschädigte Hardware in den Anlagen, auszutauschen. Bei einigen Windparks wurde die Kommunikation über den LTE-Standard im Mobilfunknetz wieder aufgebaut. Die verbleibenden Windparks, die für die Fernsteuerung nicht erreichbar sind, will Enercon nach und nach abarbeiten.

US-Notenbank dürfte Leitzins trotz Ukraine-Krieg anheben

Mi, 16.03.2022, 5:45: Trotz des Ukraine-Kriegs wird die US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch wohl den Leitzins erhöhen. Angesichts der zuletzt sehr hohen Inflation dürfte die Fed ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent anheben. Vor zwei Jahren hatte die Fed zu Beginn der Corona-Krise den Leitzins auf fast Null gesenkt. Der Abbau der wegen Corona-Hilfsprogrammen stark angestiegenen Bilanz der Fed dürfte nach ersten Zinserhöhungen später im Jahr beginnen.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte Anfang März vor dem Kongress deutlich gemacht, dass der Krieg in der Ukraine wohl keine wesentliche Änderung im geldpolitischen Kurs nach sich ziehen wird. Es sei "angemessen" auf der nächsten Sitzung den Leitzins zu erhöhen. "Allerdings sorgte der Krieg in der Ukraine dafür, dass Spekulationen über einen großen Zinsschritt mit 0,50 Prozentpunkten vom Tisch sind", schreiben die Experten der Dekabank. Ungeachtet dessen wird an den Finanzmärkten im Jahresverlauf eine Reihe von Zinserhöhungen erwartet.

Tatsächlich hat der Krieg in der Ukraine die Ausgangslage verändert. So haben die Kriegshandlungen die Preise für Energie- und viele Rohstoffe noch weiter nach oben getrieben. Dies dürfte auf die bereits sehr hohe Inflation durchschlagen. Die USA haben zudem ein Embargo für russisches Rohöl und Erdgas beschlossen. Andererseits dürfte das Wirtschaftswachstum, beispielsweise durch zusätzliche Probleme in den Lieferketten, merklich gedämpft werden.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

Flaggen von der Ukraine und Russland
(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert und hat auch Auswirkungen auf die deutsche Industrie und Wirtschaft. Hier finden Sie weitere Informationen:

 

Fehlender Ruß aus Russland - Kautschukindustrie warnt vor Engpässen

Di, 15.03.2022, 15:43: Die deutsche Kautschukindustrie warnt vor Produktionseinschränkungen wegen fehlender Lieferungen von Ruß aus Russland. Auch die Hersteller von Produkten aus Gummi, darunter Reifen, Schläuche und Dichtungen, bekämen die Folgen des Ukraine-Konflikts massiv zu spüren, teilte der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WDK) am Dienstag in Frankfurt mit. Besonders die Autozulieferer seien betroffen.

"Ruß ist für unsere Produktion ein unverzichtbarer Stoff und kommt bisher zu über einem Drittel aus Russland", sagte WDK-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt. "Russische Lieferungen fallen aus und die europäischen Kapazitäten reichen nicht aus, den Bedarf zu decken". Der Einkauf von Ruß und anderen Roh- und Hilfsstoffen außerhalb Europas scheitere an der Kurzfristigkeit, aber etwa auch an wegfallenden Transportkapazitäten. Ruß wird als Füllstoff, etwa in der Reifenproduktion, eingesetzt.

Kautschukunternehmen könnten die rasant gestiegenen Produktionskosten nicht mehr an Kunden weitergeben, so der Verband. In Italien und Frankreich hätten erste Branchenfirmen ihre Produktion bereits eingestellt. Auch in Deutschland sei das nur eine Frage der Zeit.

Russische Regierung hebelt Patentschutz aus

Di, 15.03.2022, 14:06: Viele internationale Unternehmen stellen ihr Russlandgeschäft ein und nehmen ihr Know-how und ihre Technologien mit. Die russische Regierung hat daraufhin mit der Verordnung 299 vom 6. März 2022 den Schutz des geistigen Eigentums ausgesetzt. Dies trifft Patentinhaber aus „unfreundlichen“ Ländern.

Der Branchenverband VDMA warnt: Die russische Regierung erlaubt mit dieser Verordnung heimischen Unternehmen und Einzelpersonen, Erfindungen, Gebrauchsmuster und Industriedesigns von Eigentümern aus feindlichen Ländern ohne deren Zustimmung und ohne Zahlung einer Entschädigung zu nutzen. Die russische Regierung erlaubt also die nicht vertraglich vereinbarte Nutzung von Erfindungen ohne Zahlung von Lizenzgebühren für Patente.

Die Verordnung 299 sieht keinerlei Entschädigung der Patentinhaber aus unfreundlichen Staaten vor. Die gilt für Patentinhaber, die entweder Staatsbürger eines "unfreundlichen" Lands haben oder die mit in einem „unfreundlichen“ Land registriert sind oder dort den Hauptort Ihrer Geschäftstätigkeit haben.

Wie die Infografik von Statista zeigt, hat Deutschland in den letzten 70 Jahren mal mehr, mal weniger Waffenausfuhren verzeichnet – 2007 waren die Rüstungsexporte mit 3.273 TIV besonders hoch. Hauptabnehmer deutscher Waffen sind Südkorea, die USA und Ägypten.
Entgegen des europäischen Trends sind Deutschlands Waffenexporte 2021 um rund ein Viertel gesunken. Laut SIPRI hat die Bundesrepublik im vergangenen Jahr etwa 914 TIV (=Trend Indicator Value) an Waffen und Ausrüstung exportiert, damit befindet sich das Exportvolumen auf einem Fünf-Jahres-Tief. Wie die Infografik von Statista zeigt, hat Deutschland in den letzten 70 Jahren mal mehr, mal weniger Waffenausfuhren verzeichnet – 2007 waren die Rüstungsexporte mit 3.273 TIV besonders hoch. Hauptabnehmer deutscher Waffen sind Südkorea, die USA und Ägypten. (Bild: Statista)

Ölpreise fallen unter 100 US-Dollar

Di, 15.03.2022, 12:39: Die Ölpreise haben am Dienstag ihre deutlichen Abschläge vom Vortag ausgeweitet. Die beiden bekannten Ölsorten Brent und WTI kosteten jeweils wieder unter 100 US-Dollar. Am Mittag wurde ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit 98,40 Dollar gehandelt. Das waren 8,50 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass West Texas Intermediate (WTI) fiel um 8,70 Dollar auf 94,31 Dollar.

Schon am Vortag waren die Ölpreise deutlich gefallen. Von ihren mehrjährigen Höchstständen, die sie im Zuge des Ukraine-Kriegs vor gut einer Woche markiert hatten, haben sich die Preise mittlerweile deutlich entfernt. Ein Fass Brent hatte in der Spitze rund 139 Dollar gekostet, ein Fass WTI war mehr als 130 Dollar wert gewesen.

ZEW-Konjunkturerwartungen wegen Ukraine-Krieg mit Rekordeinbruch

Di, 15.03.2022, 12:28: Belastet durch den Krieg in der Ukraine sind die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten so stark eingebrochen wie nie zuvor. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW fiel im März gegenüber dem Vormonat um 93,6 Punkte auf minus 39,3 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Der Rückgang war auch deutlich stärker als erwartet. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf plus 5,0 Punkte prognostiziert.

Es ist der stärkste Rückgang der Erwartungen seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991. Zum Vergleich: Zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 fiel der Indikator um 58,2 Punkte. Nach dem jetzigen Rückgang erreichen die Erwartungen den niedrigsten Stand seit März 2020, also zu Zeiten der ersten Corona-Welle in Deutschland.

Dieselpreis zu hoch: Nord- und Ostseefischer bleiben in Häfen

Di, 15.03.2022, 11:39: Wegen des hohen Dieselpreises bleiben zurzeit viele deutsche Fischer an Nord- und Ostsee mit ihren Kuttern in den Häfen. Der Betrieb ruht weitgehend, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Fischereigenossenschaften ergab. Wegen des Ukraine-Krieges habe sich der Preis für den weitgehend steuer- und zollfreien Schiffsdiesel in den vergangenen Wochen verdoppelt, berichtete der Deutsche Fischerei-Verband am Dienstag in Hamburg.

Daher sei derzeit keine wirtschaftlich auskömmliche Fischerei möglich, sagte Verbandssprecher Claus Ubl. Eine wachsende Zahl von Fischern stelle den Betrieb ein, und viele würden in Kürze folgen, sobald der gebunkerte Treibstoff aufgebraucht sei. Es gebe auch erste Insolvenzen. "Die Situation ist dramatisch", sagte Ubl. Er verlangte möglichst unbürokratische und schnelle Hilfe. Denkbar wären staatliche Prämien für eine befristete Stilllegung eines Betriebs. Diese müssten den Verdienstausfall und damit den Lebensunterhalt der Fischer sichern.

Auch die meisten Krabbenfischer an der deutschen Nordseeküste verzichten momentan auf Fangfahrten. Sie seien für die Betriebe zurzeit nicht mehr wirtschaftlich, sagte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer, Dirk Sander, der dpa. Während in normalen Jahren Kosten für Kraftstoff einen Anteil von bis zu 20 Prozent des Umsatzes eines Betriebes ausmachten, seien es nun 50 bis 60 Prozent. Ob es im Handel zu einem Engpass bei Krabbenfleisch kommen könnte, ist noch offen. Die Saison für die Krabbenfischer beginnt im März und April.

Südkorea ist der größte Abnehmer deutscher Waffenexporte seit 2011. In den vergangenen zehn Jahren hat das asiatische Land rund 2.357 TIV (= Trend Indicator Value) an Waffen und Ausrüstung von der Bundesrepublik erhalten. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten des SIPRI.
Waffenlieferungen an die Ukraine gab es in den vergangenen Jahren seitens Deutschland keine direkten, wie die SIPRI-Daten belegen. Weltweit machten die ukrainischen Waffenimporte zwischen 2017 und 2021 nur etwa 0,1 Prozent aus. Die größte Lieferung waren 12 bewaffnete Bayraktar-Drohnen aus der Türkei. (Bild: Statista)

Warnung vor Verwendung von Kaspersky-Virenschutz

Di, 15.03.2022, 11:18: Um das Risiko russischer Cyberangriffe in Deutschland zu reduzieren, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor der Verwendung von Virenschutz-Software des russischen Herstellers Kaspersky. Die Software dieses Anbieters solle durch alternative Produkte ersetzt werden, riet das BSI am Dienstag.

In einer Mitteilung der Behörde hieß es, das Vorgehen des Militärs und der Nachrichtendienste Russlands sowie "die im Zuge des aktuellen kriegerischen Konflikts von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die Nato und die Bundesrepublik Deutschland sind mit einem erheblichen Risiko eines erfolgreichen IT-Angriffs verbunden".

Ein russischer IT-Hersteller könne in einer solchen Situation entweder selbst offensive Operationen durchführen oder gegen seinen Willen zum Angriff auf bestimmte Systeme gezwungen werden. Ein solcher Hersteller könne womöglich auch selbst als Opfer einer Cyberattacke ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden, warnte das BSI.

Wirtschaftsforscher warnen vor dauerhafter Inflation

Di, 15.03.2022, 10:47: Die im Beratungsgremium EEAG zusammengeschlossenen Wirtschaftsforscher haben rasche und entschlossene Schritte gegen die Inflation gefordert. Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine hätten Energie und viele Güter verknappt. "Es droht ein Szenario der Stagflation", sagte der Konjunkturforscher Jan-Egbert Sturm von der ETH Zürich am Dienstag. Deshalb müsse sich die Politik stärker darauf konzentrieren, Staatsverschuldung zu begrenzen und Inflation zu bekämpfen. Von Stagflation spricht man, wenn eine Wirtschaftskrise und eine hohe Inflation zusammenkommen.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte: "Politik und Öffentlichkeit haben sich daran gewöhnt, ökonomische Probleme mit expansiver Geldpolitik und immer höheren Staatsschulden anzugehen." Harold James von der Princeton University warnte: "Es ist riskant, darauf zu setzen, dass es sich nur um einen einmaligen und vorübergehenden Preisanstieg handelt." Denn steigende Inflation verfestige sich, wenn sich Preiserwartungen anpassten und Tarifparteien die höhere Geldentwertung einpreisten.

Derzeit treiben steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise die Inflationsraten in die Höhe. Die EZB stehe unter Druck, im Interesse einiger Mitgliedsländer die Zinssätze unter Kontrolle zu halten. Aber dies könne im Widerspruch mit dem Ziel der Preisstabilität stehen, heißt es in dem Bericht der European Economic Advisory Group (EEAG). Da große Ausgaben für Klimaschutz und Digitalisierung anstünden und Rüstungsetats erhöht würden, sei das eine große Herausforderung, sagte Cecilia García-Peñalosa, Professorin an der Aix-Marseille School of Economics.

Rückblick: Wie sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zuspitzte

2014: Russland hält ein international nicht anerkanntes Referendum auf der Krim ab und gliedert sie als Landesteil ein. USA und EU verhängen Sanktionen gegen Moskau. In der ostukrainischen Region Donbass rufen die von Moskau unterstützten Separatisten die "Volksrepublik Donezk" aus, Luhansk folgt.

Februar 2015: Das Minsker Abkommen sieht eine Autonomie für die Separatistengebiete vor sowie die Kontrolle der Ukraine über ihre Grenze mit Russland.

Juli 2017: Die prorussischen Separatisten in Luhansk und Donezk rufen einseitig ihren neuen Staat "Kleinrussland" aus.

Januar 2018: Kiew stuft die abtrünnigen Gebiete im Osten als von Russland besetzt ein.

November 2018: Die russische Küstenwache setzt an der Meerenge von Kertsch drei ukrainische Marineschiffe mit 24 Matrosen an Bord fest. Kiew verhängt zeitweise Kriegsrecht. In den Separatistengebieten abgehaltene Wahlen werden international nicht anerkannt.

April 2021: Moskau zieht Truppen im Grenzgebiet zur Ostukraine zusammen und droht mit einem militärischen Eingreifen.

November 2021: Erneut konzentrieren sich ungewöhnlich große Truppenkontingente und moderne Waffen im russischen Grenzgebiet zur Ukraine. Der Westen spricht später von bis zu 150.000 Soldaten.

Januar 2022: Diplomatische Versuche auf verschiedenen Ebenen bringen weiterhin keine Lösung.

16. Februar: Die Nato-Verteidigungsminister billigen Vorbereitungen für eine Entsendung weiterer Kampftruppen ins östliche Bündnisgebiet.

21. Februar: Putin erkennt die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten an. Zudem sollen russische Soldaten in die ostukrainischen Separatistengebiete entsandt werden.

22. Februar: USA und EU sowie Verbündete verhängen Strafmaßnahmen gegen Russland. So legt Berlin die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 für unbestimmte Zeit auf Eis.

24. Februar: Der russische Präsident Wladimir Putin ordnet einen Auslandseinsatz des russischen Militärs in den Regionen Luhansk und Donezk offiziell an.

(Quelle: Dpa)

Wacker Chemie will operatives Ergebnis bestenfalls stabil halten

Di, 15.03.2022, 7:22: Der deutliche Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten wird im laufenden Jahr auch bei Wacker Chemie Spuren hinterlassen. Zudem sorgt der Krieg Russlands gegen die Ukraine für viele Unwägbarkeiten. So rechnet der MDax-Konzern zwar mit einem Umsatzwachstum um knapp 13 Prozent auf etwa 7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebitda) dürfte mit avisierten 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro aber bestenfalls stagnieren. "Dabei belasten höhere Preise für Energie und Rohstoffe die Ergebnisentwicklung voraussichtlich mit rund einer Milliarde Euro", wie der Chemiekonzern am Dienstag mitteilte.

Zudem gibt sich Konzernchef Christian Hartel mit Blick auf die Folgen des Ukraine-Krieges vorsichtig. Die direkten Folgen seien angesichts des geringen Umsatzanteils der Region überschaubar, doch "welche Folgen sich politisch und wirtschaftlich aus dem Überfall Russlands auf die Ukraine noch ergeben könnten, sei gegenwärtig nicht verlässlich abzuschätzen", sagte Hartel.

RWE sieht Unsicherheiten durch Ukraine-Krieg

Di, 15.03.2022, 7:21: Der Energiekonzern RWE geht davon aus, im laufenden Geschäftsjahr an das operative Ergebnis von 2021 anknüpfen zu können. RWE bestätigte am Dienstag die Mitte Februar erhöhte Prognose. Darin seien allerdings die "schwer abzuschätzenden" Folgen des Ukraine-Kriegs nicht enthalten, teilte der Dax-Konzern am Dienstag bei der Vorlage seiner endgültigen Geschäftszahlen für 2021 in Essen mit.

Minister: LNG-Import in Wilhelmshaven noch vor Winter 2023 möglich

Mo, 14.03.2022, 21:03: Der Import von Flüssigerdgas (LNG) über ein geplantes Importterminal in Wilhelmshaven könnte laut Niedersachsens Energieminister Olaf Lies noch vor dem Winter 2023 gelingen. Das sagte der SPD-Politiker nach einem Treffen der Taskforce 'LNG Wilhelmshaven' bestehend aus 30 Vertretern von Behörden und der Hafenwirtschaft am Montag in der Stadt. Bislang gebe es drei Projekte von Unternehmen, die den Import über Terminals in der Stadt organisieren wollen. "Wenn wir sie alle drei umsetzen würden, würden wir wirklich auf eine nennenswerte Leistungsfähigkeit kommen. Wir könnten damit die Hälfte des importierten russischen Gases über die Küste Wilhelmshavens importieren", sagte Lies. Insgesamt gehe es um 25 Milliarden Kubikmeter.

Hinsichtlich des Terminals müsse nun geschaut werden, wie und in welche Reihenfolge die drei Projekte umgesetzt werden können. Laut Lies solle eine Entscheidung dazu noch im März getroffen werden, um das anvisierte Ziel, den Import von LNG bis 2023, zu erreichen.

Bosch weist Vorwurf des ukrainischen Außenministers zurück

Mo, 14.03.2022, 15:19: Bosch hat den Vorwurf des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba zurückgewiesen, Komponenenten für russische Infanteriefahrzeuge geliefert zu haben. Das Unternehmen aus Gerlingen bei Stuttgart teilte dazu am Montag mit, dass die genannte Komponente nicht von Bosch an den Fahrzeughersteller geliefert worden sei, auch wenn es sich dabei um einen Teil aus der eigenen Produktion handele.

Kuleba hatte am Sonntagabend in der ARD-Talksendung 'Anne Will' gesagt, der ukrainische Armee seien vor ein paar Tagen russische Infanterie-Fahrzeuge in die Hände gefallen, und in einem dieser Fahrzeuge habe man Teile der Hauptantriebskomponenten von Bosch gefunden.

"Für die Belieferung von russischen Automobilkunden ist in den lokalen Verträgen grundsätzlich geregelt, dass Bosch-Produkte ausschließlich für zivile Anwendungen eingesetzt werden", teilte Bosch mit. "Grundsätzlich entwickelt, fertigt und vertreibt Bosch im Rahmen seiner weltweiten strategischen Ausrichtung keine Waffen sowie Systeme und Komponenten ausschließlich für wehrtechnische Anwendungen und treibt keine Forschung und Entwicklung im militärtechnischen Bereich."

Hackerangriff auf Deutschland-Tochter von Rosneft

Mo, 14.03.2022, 14:45: Die Hackergruppe Anonymous hat bei einem Cyberangriff auf die deutsche Niederlassung des russischen Energiekonzerns Rosneft nach eigenen Angaben großen Schaden angerichtet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bestätigte am Montag Berichte der 'Welt' und des 'Spiegel', wonach die Rosneft Deutschland GmbH am Wochenende einen IT-Sicherheitsvorfall meldete. Rosneft ist Russlands größter Ölproduzent. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Rosneft Deutschland reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Das Unternehmen zeigte die Cyberattacke am Samstag außerdem beim Landeskriminalamt Berlin an. Noch am Wochenende leitete die Staatsanwaltschaft Berlin ein Verfahren ein und beauftragte das Bundeskriminalamt (BKA) mit den weiteren Ermittlungen, wie eine Sprecherin mitteilte.

Bei dem Angriff erbeutete Anonymous nach eigenen Angaben insgesamt 20 Terabyte Daten, darunter auch Backups der Laptops von Führungskräften des Unternehmens. Außerdem sei es gelungen, aus der Ferne 59 iPhones und andere Geräte zu löschen. Man werde die heruntergeladenen Daten nun sichten, so die Hackergruppe. Eine Veröffentlichung aller Daten sei nicht geplant. Rosneft Deutschland ist an drei deutschen Raffinerien beteiligt, in Schwedt in Brandenburg (PCK), Karlsruhe (MiRO) und Neustadt an der Donau (Bayernoil).

DMG Mori verurteilt Ukraine-Krieg aufs Schärfste

Mo, 14.03.2022, 14:34: Aufsichtsrat und Vorstand der DMG Mori AG haben auf der heutigen Aufsichtsratssitzung den Krieg der russischen Regierung gegen die Ukraine gemeinsam aufs Schärfste verurteilt. Als Reaktion sind sämtliche Geschäftsaktivitäten in Russland eingestellt.

Bereits Ende Februar hatte DMG Mori unverzüglich in Russland sowohl alle Vertriebs- und Serviceaktivitäten als auch die Produktion in Ulyanovsk gestoppt. Dies umfasst darüber hinaus auch alle Lieferungen von Maschinen, Ersatzteilen, Komponenten und Services nach Russland.

Musk fordert Putin zum Kampf heraus

Mo, 14.03.2022, 14:09: Bei Twitter drohte Tesla-Chef Elon Musk dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (69). Er schrieb: „Hiermit fordere ich Wladimir Putin zum Kampf eins gegen eins. Es geht um die Ukraine.“

Leoni AG: Gewinnwarnung wegen des Krieges in der Ukraine

Mo, 14.03.2022, 12:55: Der Vorstand der Leoni AG hat heute beschlossen, seine Prognose für das Geschäftsjahr 20221 aufgrund des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen anzupassen: Leoni erwartet aus heutiger Sicht aufgrund des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen im Jahr 2022 einen niedrigeren Umsatz, ein niedrigeres EBIT vor Sondereffekten und einen niedrigeren Free Cashflow im Vergleich zu der bisherigen Prognose.

Ölpreise geben deutlich nach

Mo, 14.03.2022, 12:46: Die Ölpreise sind am Montag von hohem Niveau aus deutlich gefallen. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 107,08 US-Dollar. Das waren 5,55 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 6,17 Dollar auf 103,11 Dollar.

Der Krieg in der Ukraine dominiert nach wie vor den Ölmarkt. Die Invasion Russlands und scharfe Sanktionen vieler Länder hatten die Preise vor einer Woche auf das höchste Niveau seit dem Jahr 2008 getrieben. Mittlerweile haben sich die Preise wieder etwas von diesen Höchstständen entfernt. Ein Barrel Brent war vergangenen Montag bis auf rund 139 Dollar gestiegen.

"Hintergrund sind positive Signale bei den Gesprächen russischer und ukrainischer Vertreter am Wochenende, die auf eine Annäherung hoffen lassen", kommentierte Carsten Fritsch, Analyst bei der Commerzbank. Zuletzt hatten sich Vertreter der Delegationen zurückhaltend optimistisch zu den Verhandlungen geäußert.

Wie unsere Grafik auf Basis von durch Castellum.AI zusammengestellten Daten zeigt, hat Putins Angriff Russland an einem der größten Widersacher der Vereinigten Staaten in Vorderasien, dem Iran, in Sachen Sanktionen vorbeigeschoben.
Vor dem Einmarsch in der Ukraine war der Iran mit 3.616 aktiven Sanktionen der USA, der UNO, der EU und Ländern wie Australien, Kanada, Indien und Israel der mit Abstand am meisten sanktionierte Staat. Infolge des Kriegs gegen die Ukraine ist Russland nun mit derzeit 5.581 Sanktionen zum am meisten sanktionierten Land der Welt geworden. (Bild: Statista)

Wirtschaftsforscher: Gefährliche Abhängigkeit von russischem Gas

Mo, 14.03.2022, 11:24: Ein Stopp russischer Energielieferungen könnte Deutschland nach Schätzung des Ifo-Forschungsnetzwerks EconPol Europe drei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung kosten. "Deutschland sollte die Abhängigkeit von russischem Gas schnell und entschlossen reduzieren. Ohne entsprechende Maßnahmen heute laufen wir Gefahr, im kommenden Winter erpressbar zu werden", sagte Karen Pittel, Leiterin des Ifo-Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen, am Montag in München.

Die russischen Gasimporte zu ersetzen, sei kompliziert, heißt es in der EconPol-Studie. Mit Atomenergie und Kohle und Gasimporten aus anderen Ländern ließe sich das Defizit kurzfristig nur zum Teil ausgleichen. Dabei hätten sich weite Teile der Industrie noch nicht von den Corona-Folgen erholt, sagte Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

Daher sollte die Politik Anreize zu Ersatz und Einsparung fossiler Energien sofort erhöhen, um die Gefahr noch härterer Anpassungen in diesem oder kommenden Jahr zu vermeiden. "Da die Preise sich im Zuge dessen noch weiter erhöhen, müssten gezielte Unterstützungsmaßnahmen für besonders betroffene Industrien und gesellschaftliche Gruppen ergriffen werden", sagte Pittel.

Deutz verunsichert wegen Russland-Ukraine-Krieg

Mo, 14.03.2022, 8:11: Infolge des Russland-Ukraine-Krieges und der weltweiten Lieferengpässe will der Motorenhersteller Deutz nur einen Ausblick auf das laufende Jahr unter Vorbehalt abgeben. Zwar seien keine direkten Lieferanten in den Regionen ansässig und das Umsatzvolumen von geringem Umfang, teilte der im SDax notierte Konzern am Montag in Köln mit. Indirekt seien die Folgen für das Geschäft aber nicht vorhersehbar. Ohne die Auswirkungen des Krieges rechne das Unternehmen mit einer Umsatzerhöhung auf 1,7 bis 1,85 Milliarden Euro sowie einer höheren Marge zum operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von 3,5 bis 5,5 Prozent.

"Die Versorgungssituation ist weiterhin angespannt und wir rechnen mit weiterem Margendruck auch über die Supply Chain. Gleichzeitig kann niemand die wirtschaftlichen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs vorhersehen. Daher stellen wir uns auf ein herausforderndes Jahr ein", sagte der neue Konzernchef Sebastian Schulte laut Mitteilung.

Hohe Energiepreise: Habeck kündigt weiteres Entlastungspaket an

Mo, 14.03.2022, 6:54: Als Konsequenz aus wegen der Russland-Krise steigenden Energiepreisen geht die Bundesregierung Entlastungen an. Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) kündigte am Sonntagabend ein neues Maßnahmenpaket an. Die Preisanstiege im gesamten Energiebereich seien für viele Menschen erdrückend, sagte der Wirtschafts- und Klimaschutzminister der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Extrem hohe Heizkosten, extrem hohe Strompreise, extrem hohe Spritpreise belasten Haushalte, und je geringer die Einkommen, desto stärker. Die Bundesregierung wird daher ein weiteres Entlastungspaket auf den Weg bringen."

Bundesregierung will F-35-Tarnkappenjets für Bundeswehr beschaffen

Mo, 14.03.2022, 6:39: Die Bundesregierung will die Luftwaffe in einem milliardenschweren Modernisierungsprogramm mit F-35-Tarnkappenjets ausrüsten. Die Maschinen des Herstellers Lockheed Martin sollen als Nachfolgemodell der vor mehr als 40 Jahren eingeführten Tornado-Flotte beschafft werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in Berlin erfuhr.

Die F-35 gilt als modernstes Kampfflugzeug der Welt und wird auch für die sogenannte Nukleare Teilhabe Deutschlands gekauft, ein Abschreckungskonzept der Nato, bei dem Verbündete Zugriff auf US-Atombomben haben. Wegen einer speziellen Form und Außenbeschichtung ist die Maschine für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken.

Vorgesehen ist nach dpa-Informationen, bis zu 35 der Tarnkappenjets zu kaufen. Der bislang genutzte und nur mit immer größeren Aufwand einsatzfähig zu haltende Tornado wird in der Bundeswehr bisher auch für den elektronischen Luftkampf eingesetzt - das Stören, Niederhalten und Bekämpfen gegnerischer Luftabwehrstellungen. Für diese Aufgabe sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur weitere Eurofighter gekauft werden - nach dem Stand des Vorhabens 15 Stück. Der Hersteller Airbus muss diese aber in den nächsten Jahren erst noch technisch ausstatten, was als überaus anspruchsvoll gilt.

Zusammenfassung zum Wochenende

Friedensdemo für die Ukraine
(Bild: stock.adobe.com - dworniczak.at)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

der russische Krieg gegen die Ukraine läuft mit unverminderter Härte weiter, diplomatische Bemühungen verliefen bislang im Sande.

 

Derweil ist die Hilfsbereitschaft der westlichen Industrie ungebrochen. Es fließen Spendengelder für humanitäre Projekte, Lkw werden für Hilfslieferungen zur Verfügung gestellt und Elon Musk schickte sogar weitere Starlink-Stationen ins kriegsgebeutelte Land, damit die Ukrainer weiter über das Internet kommunizieren können.

 

Die hiesige Wirtschaft ist infolge des Krieges aber alles andere als sorgenfrei. Insbesondere Lieferkettenprobleme und Rohstoffknappheit treiben der Industrie die Sorgenfalten auf die Stirn.

 

Maschinenbau: Die exportorientierte Industriebranche stellt sich auf schwächere Geschäfte in diesem Jahr ein. Der Branchenverband VDMA erwartet inzwischen einen preisbereinigten (realen) Anstieg der Produktion von 4 Prozent. Zunächst war ein Plus von 7 Prozent vorhergesagt worden. Probleme bereiten den Unternehmen vor allem weitere Energiepreissprünge, die allgemeine Verunsicherung von Kunden oder die Rubel-Abwertung. Direkte Folgen erwarten 45 Prozent der Firmen durch Projekt-Verschiebungen, weniger Umsätze oder Sanktionen.

 

Autoindustrie: Die Bänder laufen teilweise nur eingeschränkt oder stehen still, weil wichtige Zuliefererteile wie Kabelbäume aus der Ukraine fehlen. „Die Branche wird sich erneut auf ein sehr schwieriges Jahr einstellen müssen“, sagte der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller voraus.

 

Chemieindustrie: Die energieintensive Branche leidet seit längerem unter hohen Energiepreisen. Sie verarbeitet als Rohstoff nicht direkt Erdöl, sondern Rohbenzin, das von den Raffinerien aus Öl destilliert wird. Viele Branchenfirmen könnten den massiven Preisanstieg bei Öl und Gas nach Angaben des Verbands der Chemischen Industrie nicht oder nur teilweise an Kunden weitergeben.

 

Welche Auswirkungen die Sanktionen gegen Russland auf die Industrie hat, PRODUKTION-Wirtschaftsredakteurin Anja Ringel in diesem Artikel anhand von fünf Beispielen erklärt.

 

Der Krieg und die Sanktionen werden nach Einschätzung von Ökonomen die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland in diesem Jahr belasten. „Wir gehen derzeit davon aus, dass das Wachstum zumindest bis zur Jahresmitte einen empfindlichen Dämpfer verkraften muss“, erwarten Volkswirte der DZ Bank.

 

Im Gesamtjahr gehen sie von einem Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent aus nach zunächst vorhergesagten 3,0 Prozent. Ähnlich sieht es das Hamburger Forschungsinstitut HWWI: „Die Unsicherheit ist merklich gestiegen und der dadurch bedingte weitere kräftige Anstieg der Energiepreise erhöht die Inflation und senkt die reale Kaufkraft.“

 

Über die weiteren Auswirkungen des Kriegs gegen die Ukraine auf die Wirtschaft halten wir Sie, wie gewohnt, auch nächste Woche in unserem Live-Ticker auf dem Laufenden.

 

Nachdenkliche Grüße,

Ihr

Gabriel Pankow, Leiter Redaktion Digital der Fachzeitung PRODUKTION

Sanktionsfolgen: Bundesregierung will Unternehmen unterstützen

Fr, 11.03.2022, 12:14: Die Bundesregierung plant Hilfen für Unternehmen, die von den westlichen Sanktionen gegen Russland betroffen sind. Aktuell werde an einem Kredit-Hilfsprogramm gearbeitet, um diejenigen Unternehmen, die von den EU-Sanktionen gegen Russland hart getroffen sind, zu unterstützen, hieß es am Freitag aus dem Bundeswirtschaftsministerium. "Dabei schauen wir uns auch den Beihilferahmen der EU genau an. Denn davon hängen viele Fragen ab", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Die Europäische Kommission hatte am Donnerstag vorgeschlagen, dass von den Folgen des Kriegs gegen die Ukraine betroffenen Unternehmen Darlehen mit besonders günstigen Zinsen oder begrenzt Zuschüsse wegen der derzeit stark angestiegenen Gas- und Strompreise gewährt werden können. So sollen die Folgen der Russland-Sanktionen für Unternehmen in der EU abgemildert werden. Die EU-Länder haben die Möglichkeit, zu dem Vorschlag Stellung zu nehmen.

Wirtschaftsministerium: Energie-Versorgungssicherheit gewährleistet

Fr, 11.03.2022, 11:26: Die deutsche Energieversorgung ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministerium aktuell gewährleistet. Die Bundesregierung tue alles, um das auch weiterhin sicherzustellen, sagte eine Sprecherin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zudem seien private Verbraucher und wichtige Einrichtungen besonders geschützt. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte am Vortag Zweifel an der Versorgungssicherheit in diesen Bereichen gesät.

"Sollte es zu Versorgungsengpässen im kommenden Winter kommen, sind private Haushalte und soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser besonders geschützt", betonte die Sprecherin. "Das heißt, auch bei einer Gasknappheit ist ihre Versorgung gewährleistet."

Mitsubishi Electric spendet

Fr, 11.03.2022, 10:32: Der Roboterhersteller Mitsubishi Electric spendet eine Million Euro an das UNHCR. Mit dem Geld soll humanitäre Hilfe in der Ukraine geleistet werden.

Chemie-Branche: Energie-Embargo könnte deutsche Wirtschaft breit treffen

Fr, 11.03.2022, 9:47: Die deutsche Chemie-Industrie warnt erneut vor den Kosten eines Importstopps für Öl und Gas aus Russland. Eine kontinuierliche Belieferung mit Rohstoffen und Energie sei für die Produktion in der Branche unverzichtbar, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag in Frankfurt mit.

Sollte es zu längeren Ausfällen von Anlagen kommen, hätte das massive Folgen für die Wertschöpfungsketten in Deutschland, erklärte der VCI. Etwa 95 Prozent aller Industrieerzeugnisse hierzulande benötigten Chemieprodukte, vom Auto über Computerchips und Dämmmaterialien bis hin zu Fernsehern, Medikamenten sowie Wasch- und Reinigungsmittel.

"Wer die Energie- und Rohstoffversorgung für die chemische Industrie kurzfristig abschaltet, lähmt auch die gesamte Industrieproduktion am Wirtschaftsstandort Deutschland", sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup der Deutschen Presse-Agentur. Man unterstütze die Position der Bundesregierung, die Abhängigkeit von russischen Importen strategisch, aber nicht überhastet zu verringern.

Maschinenbauer senken Prognose - Ukraine-Krieg dämpft Aussichten

Fr, 11.03.2022, 9:00: Deutschlands Maschinenbauer stellen sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges auf schwächere Geschäfte in diesem Jahr ein. Der Branchenverband VDMA senkte am Freitag seine Produktionsprognose deutlich. "Statt eines ursprünglich erwarteten Zuwachses von real 7 Prozent rechnen wir nun für das laufende Jahr nur noch mit einem Produktionsplus von 4 Prozent", sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen am Freitag. Die Prognose sei allerdings mit Unsicherheiten behaftet. Im vergangenen Jahr wuchs die Produktion nach Daten des Statistischen Bundesamtes um 6,4 Prozent.

"Für den Maschinen- und Anlagenbau ist die Geschäftstätigkeit mit Russland zwar nicht existenziell, aber die Unternehmen werden für den russischen Angriffskrieg, der durch nichts zu rechtfertigen ist, einen Preis zahlen müssen", sagte Haeusgen. Das Land rangierte im vergangenen Jahr nur noch auf Platz neun der wichtigsten Abnehmerländer. Vor allem Landtechnik 'Made in Germany' ging nach Russland. Sollte Russland wie angedroht Betriebe und Produktionsstätten westlicher Unternehmen verstaatlichen, die das Land verlassen, "dann laufen wir auf eine lange Eiszeit zu", sagte der VDMA-Präsident.

Lanxess will Gewinn weiter steigern - Kriegsfolgen sorgen aber für Unsicherheit

Fr, 11.03.2022, 7:16: Der Chemiekonzern Lanxess betont in seinem Jahresausblick für 2022 die großen Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine. Grundsätzlich werde deutliches Wachstum erwartet, allerdings seien die Auswirkungen des Krieges dabei noch nicht berücksichtigt, teilte der MDax-Konzern am Freitag bei der Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen für 2021 mit. Kriegsfolgen ausgeklammert, rechnet der Konzern trotz weiter steigender Preise für Energie und Rohstoffe sowie weltweit fragiler Lieferketten mit einem deutlichen Ergebniszuwachs. Für das erste Quartal avisiert das Unternehmen einen Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (Ebitda) auf 280 bis 320 Millionen Euro, nach 242 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Umfrage: Jeder Zweite eher für Importstopp für Energie aus Russland

Fr, 11.03.2022, 4:30: Während die Bundesregierung einen Stopp der Energieimporte aus Russland in die EU als Reaktion auf den Krieg gegen die Ukraine ablehnt, überwiegt in der deutschen Bevölkerung die Zustimmung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 49 Prozent der Befragten eher dafür aus, die Lieferungen von Gas, Öl oder Kohle zu stoppen. Nur 32 Prozent sind dagegen. 19 Prozent machten keine Angaben.

Besonders stark sind die Befürworter eines Importstopps unter den Wählern der Grünen mit 74 Prozent vertreten. Von den SPD-Anhängern sind 57 Prozent dafür. Dahinter folgen die Wähler von CDU/CSU (56 Prozent), Linke (54 Prozent) und FDP (43 Prozent). Nur von den AfD-Wählern ist mit 23 Prozent eine Minderheit für eine Kappung der Energielieferungen aus Russland.

Umfrage: Mehrheit will Laufzeiten der drei Atomkraftwerke verlängern

Fr, 11.03.2022, 4:00: Eine klare Mehrheit will laut einer Umfrage angesichts der Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energie-Importen die Laufzeiten der drei verbliebenen Atomkraftwerke verlängern. Es sprechen sich 70 Prozent der Befragten für eine Laufzeitverlängerung aus, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der 'Augsburger Allgemeinen'. Am geringsten ist dieser Anteil bei den Anhängern der Grünen mit 32 Prozent - 56 Prozent von ihnen wollen am Ausstieg festhalten, insgesamt sind dies nur 23 Prozent. Im Lager der Union befürworten 90 Prozent längere Laufzeiten, bei der SPD 64 Prozent.

Derzeit liefern nur noch die Atommeiler Isar 2 in der Nähe von Landshut (Bayern) sowie die Reaktoren im Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg Strom - auch sie sollen Ende des Jahres vom Netz gehen. Eine Verlängerung der Laufzeiten wegen der neuen Lage nach der russischen Invasion in der Ukraine hatten das Wirtschafts- und das Umweltministerium bereits abgelehnt. Stattdessen soll die Energiewende hin zu erneuerbaren Stromquellen vorangetrieben werden.

Lindner: Sanktionen müssen langfristig durchhaltbar sein

Do, 10.03.2022, 16:11: Bei der Frage weiterer Sanktionen gegen Russland wie etwa einem Importstopp für Gas muss nach Worten von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) die Durchhaltefähigkeit stets mitbedacht werden. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der spanischen Wirtschaftsministerin Nadia Calviño am Donnerstag in Madrid ließ Lindner offen, ob Deutschland auf den Import russischen Gases verzichten könnte. Es gehe darum, Russland einen "höchstmöglichen ökonomischen Preis" für den Angriff auf die Ukraine aufzuerlegen, dies aber auch bei einem längeren Konflikt durchhalten zu können, betonte Lindner. Eine langfristige Schwächung des Westens, um kurzfristig Druck auf Kremlchef Wladimir Putin auszuüben, sei nicht verhältnismäßig.

Calviño sagte, es müsse darum gehen, Russland maximal zu treffen und zugleich die negativen Folgen für die Menschen und die Wirtschaft der EU-Staaten zu begrenzen. Über Änderungen beim System der Strompreisbildung und die mögliche Festsetzung von Strompreisobergrenzen sowie über direkte staatliche Beihilfen werde in der nächsten Zeit intensiv diskutiert werden, ergänzte sie. Nach Worten Lindners ist es das gemeinsame Ziel, die Wirtschaft und die Bevölkerung "so gut es geht zu schützen". Hier gebe es kurzfristige Maßnahmen, die intensiv diskutiert würden. Langfristig müsse die Abhängigkeit von Russland bei der Energieversorgung überwunden werden.

EZB-Präsidentin: Ukraine-Krieg wird erhebliche Auswirkungen haben

Do, 10.03.2022, 15:28: Der Angriff Russlands auf die Ukraine wird laut Europäischer Zentralbank (EZB) erhebliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Inflation haben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach am Donnerstag in Frankfurt nach der Ratssitzung von Unterbrechungen des internationalen Handels, geringerer Zuversicht in der Wirtschaft und steigenden Energiepreisen. Die konkreten Auswirkungen hingen jedoch davon ab, wie sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine entwickele.

Positiv hob Lagarde hervor, dass die Konjunktur durch die nachlassende Corona-Pandemie unterstützt werde. Infolgedessen hätten sich die Lieferengpässe gelöst und der Arbeitsmarkt weiter verbessert. Allerdings dürfte die Konjunktur durch den starken Preisanstieg bei Rohstoffen und Energie gedämpft werden. Gleiches gelte für die schlechtere Wirtschaftsstimmung. Die Wachstumsrisiken seien mit dem Krieg deutlich gestiegen.

An den Finanzmärkten sei die Volatilität gestiegen, sagte Lagarde. Die Finanzsanktionen gegen Russland hätten bisher aber nicht zu ernsten Verspannungen oder Liquiditätsengpässen geführt. Die Bankbilanzen bezeichnete Lagarde als gesund, die Banken arbeiteten so profitabel wie vor der Pandemie.

Erstes deutsches Stahlwerk stoppt Produktion

Do, 10.03.2022, 14:45: Die stark gestiegenen Stromkosten bereiten der energieintensiven Stahlindustrie immer größere Sorgen. Als eines der ersten Werke in Deutschland haben nun die Lech-Stahlwerke im bayerischen Meitingen die Produktion gestoppt. "Wir legen die Produktion tageweise still", sagte ein Unternehmenssprecher. "Eine Produktion ist wirtschaftlich nicht sinnvoll." Die Situation habe sich durch den Krieg in der Ukraine dramatisch verschärft, hieß es weiter.

Kreml will westliche Unternehmen verstaatlichen

Do, 10.03.2022, 14:35: Westlichen Firmen, die wegen dem russischen Angriff auf die Ukraine dem Land den Rücken kehren, droht nun eine Verstaatlichung ihrer Betriebe und Produktionsstätten. Die Firmen würden "praktisch ihre Kollektive ihrem Schicksal" überlassen, sagte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew am Donnerstag.

Die russische Regierung arbeite deshalb an Schritten, um eine Insolvenz der Unternehmen und dann eine Nationalisierung des Besitzes in die Wege zu leiten, sagte der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates. Vorrangige Aufgabe sei, dass die Menschen nicht auf der Straße landeten.

Warnung vor Verunsicherungen wegen Ukraine-Krieg

Do, 10.03.2022, 14:10: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat davor gewarnt, die Wirtschaft und auch die Verbraucher mit Blick auf den Ukraine-Krieg immer mehr zu verunsichern. Die aktuellen Preisexplosionen etwa auf dem Energiemarkt seien ein Resultat von Spekulationen und Verunsicherungen, sagte Kretschmer am Donnerstag in Königsbrück der Deutschen Presse-Agentur. Diese Preissprünge seien substanziell gar nicht zu begründen, da Erdgas nach wie vor in Deutschland ankomme. "Es geht um die Sorge, dass etwas passieren könnte (...) Wir müssen jetzt aufhören mit den Verunsicherungen."

Zugleich bekräftigte Kretschmer seine ablehnende Haltung zu einem Energieembargo gegen Russland. Es sei "kein Instrument, um diesen Krieg zu beenden" und auch kein Instrument der Krisenbekämpfung. Vielmehr entwickle ein Embargo eher eine negative Wirkung und nehme einem selbst die Kraft. "Man braucht mit Russland eine Vereinbarung, dass die Energieversorgung für die kommenden Jahre sicher ist", sagte er. Im Kalten Krieg hätten sich Ost und West einst gegenübergestanden und mit Atomraketen aufeinander gezielt. Trotzdem habe die Energieversorgung verlässlich funktioniert.

Zugleich plädierte Kretschmer dafür, Strukturen der Energieversorgung auszubauen. Man brauche mehr Lieferquellen für Gas, Erdöl und Kohle. "Es ist absolut richtig, den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben", sagte der CDU-Politiker. Es wäre aber auch absolut richtig, Atomkraftwerke und Braunkohlekraftwerke erst einmal weiterlaufen zu lassen. Er sprach sich dafür aus, Russland als Wirtschaftspartner nicht ganz aufzugeben. Russland werde - egal unter welchem Regime - nicht berechenbarer, wenn es wirtschaftlich nicht auf den Westen angewiesen ist.

DIW-Chef: Schuldenbremse für kommende Jahre aufgeben

Do, 10.03.2022, 14:08: Angesichts der Belastungen durch den Ukraine-Krieg hat DIW-Chef Marcel Fratzscher die Bundesregierung aufgefordert, die Schuldenbremse für die kommenden Jahre aufzugeben. "Der Ukraine-Krieg ist für die deutsche Finanzpolitik ein Dammbruch, denn dadurch wird eine Einhaltung der Schuldenbremse für die kommenden Jahre unmöglich sein", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der 'Rheinischen Post'. Er wies auf die parallel bestehenden Anforderungen durch die Corona-Pandemie und den ökologischen und digitalen Umbau der Wirtschaft.

Die Regierung könne zwar weiter versuchen, über Rücklagen und Schattenhaushalte die Schuldenbremse zu umgehen. Aber: "Sie sollte sich nun ehrlich machen", riet Fratzscher. "Die Bundesregierung darf nicht den Fehler der Vergangenheit wiederholen und das Land kaputt sparen, indem essenzielle öffentliche Investitionen in Sicherheit, Klimaschutz, Bildung, Gesundheit und Digitalisierung auf die lange Bank geschoben werden."

Ukraine-Krieg: Außenministertreffen ohne große Fortschritte

Do, 10.03.2022, 12:29: Im Ukraine-Krieg ist auch nach einem hochrangigen Schlichtungsversuch kein Weg zum Frieden in Sicht. Ein Treffen des ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in der Türkei brachte am Donnerstag keine wesentlichen Fortschritte. Zwei Wochen nach Beginn des russischen Angriffs auf das Nachbarland gelang es nicht, eine zumindest zeitweilige Waffenruhe oder auch nur weitere Fluchtkorridore zu vereinbaren.

Die Europäische Union will bei einem Gipfel in Frankreich am Abend die Lage beraten. Experten erwarten weitere Sanktionen, die auch weitere russische Oligarchen treffen könnten. Welche Oligarchen bereits auf der EU-Liste stehen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Transportbranche warnt wegen hoher Spritpreise vor Insolvenzen

Do, 10.03.2022, 11:07: Die Logistikbranche warnt wegen der stark gestiegenen Spritpreise im Zuge des Ukraine-Krieges vor Insolvenzen. Auch wenn nur wenige deutsche Transportfirmen Verkehre in oder aus der Ukraine durchführten, sei die mittelständisch geprägte Branche über die explodierenden Spritpreise sehr stark betroffen, sagte Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) am Donnerstag. "Die finanzielle Belastungsgrenze vieler Transportunternehmen ist erreicht".

Die Preise gerade für Diesel stiegen schon seit Monaten, aber auch die Kosten für Personal und das Abgasreinigungsmittel AdBlue. Gleitklauseln für Diesel in Verträgen könnten die rasant steigenden Preise nicht mehr auffangen. "Es droht schlicht und ergreifend eine Insolvenzwelle im deutschen Transportlogistikgewerbe", sagte Engelhardt in Frankfurt. Dann wäre die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft in Gefahr. Höhere Spritpreise würden sich über kurz oder lang auch in Alltagsprodukten im Supermarkt niederschlagen.

Spitzenverbände der Wirtschaft starten Hilfsinitiative wegen Ukraine-Krieg

Do, 10.03.2022, 10:44: Die Spitzenverbände der Wirtschaft haben angesichts des Ukraine-Kriegs eine Hilfsinitiative gestartet. Dabei geht es zum einen um die Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt, wie die Verbände am Donnerstag mitteilten. Es sei damit zu rechnen, dass viele für einen längeren Zeitraum in Deutschland bleiben. Die Initiative "#WirtschaftHilft" stelle Informationen zur Verfügung, die für einen guten Zugang und die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt notwendig seien - rund um Fragen des Aufenthalts- und Arbeitsrechts, der Arbeitsvermittlung, von Förderinstrumenten sowie des Sozialversicherungsrechts.

Weiter heißt es, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine habe in Europa die größte humanitäre Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelöst. Die Versorgungslage in den Kriegs- und Grenzgebieten verschlechtere sich von Tag zu Tag und der Bedarf an Hilfslieferungen nehme zu. Seit Kriegsbeginn engagierten sich zahlreiche Unternehmen mit vielfältigen Initiativen. Die Spitzenverbände wollen nun Firmen dabei unterstützen, Hilfsangebote an der Situation vor Ort auszurichten. "#WirtschaftHilft" informiere über konkrete staatliche Bedarfslisten und deren organisatorische Abwicklung von Spenden, inklusive Kontaktmöglichkeiten unter anderem auch zu ukrainischen Unternehmen.

Die Initiative wurde gestartet von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Bundesverband der Deutschen Industrie, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks.

BA-Chef sichert Ukraine-Geflüchteten Hilfe bei Arbeitssuche zu

Do, 10.03.2022, 9:46: Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, hat Geflüchteten aus der Ukraine unbürokratische Unterstützung bei der Arbeitssuche zugesichert. "Nach ersten Einschätzungen unseres Forschungsinstituts IAB sind viele der Menschen aus der Ukraine gut qualifiziert", sagte er. "Rund die Hälfte hatte in der Vergangenheit einen Hochschulabschluss oder vergleichbare Abschlüsse, ein Viertel höhere Schulabschlüsse." Den ausführlichen Artikel dazu können Sie hier lesen.

Ministerpräsidenten beraten über Ukraine-Krieg und Energiepreise

Do, 10.03.2022, 9:39: Die Bundesländer beraten am 17. März bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) über die Folgen des russischen Einmarsches in die Ukraine für Deutschland. Auf der Tagesordnung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, stehen neben der Corona-Pandemie auch die Ukraine-Krise und die Energiepolitik im Mittelpunkt. Dabei soll es vor allem auch um die Entwicklung der infolge der Ukraine-Krise stark gestiegenen Energiepreise und die Beschleunigung der Energiewende gehen.

K+S bestätigt Jahresziele trotz Ukraine-Krieg

Do, 10.03.2022, 7:59: Der Düngerkonzern K+S hält trotz des rasanten Anstiegs der Energiepreise an seinen Anfang Februar ausgegebenen Jahreszielen fest. Steigenden Kosten für Gas und Strom stehen dabei wohl auch weiter steigenden Preisen für Kalidünger gegenüber. So sorgen hohe Preise für Ackerfrüchte für eine starke Nachfrage nach Dünger, der im Zuge der westlichen Sanktionen gegen die wichtigen Förderländer Russland und Belarus noch knapper werden dürfte. K+S-Chef Burkhard Lohr rechnet daher für 2022 weiter mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses (Ebitda) auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro.

Krieg in der Ukraine macht EZB-Geldpolitik noch schwieriger

Do, 10.03.2022, 5:45: Die Geldpolitik der Europäische Zentralbank (EZB) wird durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine noch schwieriger. Die grundsätzlich neue Lage dürfte die Sitzung des Rates am Donnerstag dominieren. Es geht insbesondere um die Frage, ob die Notenbank an der bislang erwarteten Normalisierung der Geldpolitik festhalten wird.

Vor der Invasion Russlands in der Ukraine gingen viele Beobachter davon aus, dass die EZB auf ihrer Sitzung das Ende der Anleihekäufe für September beschließen werden. Für den Dezember wurde bereits eine erste Zinserhöhung erwartet. Schließlich ist die Inflationsrate in der Eurozone mit 5,8 Prozent im Februar auf einen Rekordwert seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 gestiegen. Das mittelfristige Inflationsziel von zwei Prozent ist in weite Ferne gerückt.

Gas-Importstopp: Ukraine erhöht vor EU-Gipfel Druck auf Deutschland

Do, 10.03.2022, 5:00: Vor dem EU-Gipfel im französischen Versailles erhöht die Ukraine den Druck auf Deutschland, die Energie-Importe aus Russland zu stoppen. Angesichts der hohen Zahl der Kriegsopfer unter der Zivilbevölkerung sei das Nein der Bundesregierung zu einem Importstopp "moralisch nicht tragbar", sagte der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir rufen die Deutschen auf, eine einzig richtige Entscheidung zu treffen und dieses Embargo unverzüglich einzuführen, um dem Putinschen Krieg gegen die ukrainischen Frauen und Kinder ein Ende zu setzen."

Historiker: Ukraine-Krieg ist Zäsur und Ende der Globalisierung

Do, 10.03.2022, 4:00: Der Historiker Andreas Wirsching sieht im Krieg in der Ukraine einen tiefen Einschnitt der Weltgeschichte und ein Ende der bisherigen Globalisierung. Der Angriff Russlands auf die Ukraine bringe "das erste Mal seit 1945 den Krieg als Überfall eines souveränen Staates zurück nach Europa", sagte der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte der Deutschen Presse-Agentur. "Damit wird die internationale Sicherheitsarchitektur weltweit erschüttert." Außerdem werde es nach dieser Zäsur kein Zurück zur bisherigen Globalisierung geben. Gerade Deutschland müsse sich «auf weitere Störungen des internationalen Handels, wirtschaftliche und finanzielle Unsicherheit» einstellen und auf Millionen Flüchtlinge.

Deutschlands Zukunft werde "weniger rosig aussehen als unsere jüngere Vergangenheit", sagte Wirsching, Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der Universität München. "Deutschland war mit seiner Exportstärke einer der großen Profiteure der Globalisierung und ihren weltweit offenen Grenzen. Deren Kehrseite liegt im Anwachsen direkter und indirekter Marktabhängigkeiten. Sie wurden teilweise schon durch die Pandemie sichtbar, die bekanntlich schwere Lücken in die globalen Lieferketten gerissen hat. Aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine droht nun das Gespenst einer Energiekrise; und auch künftig wird es keinen einfachen Weg zurück geben."

DIW-Präsident erwartet Rezession und höhere Inflation

Do, 10.03.2022, 1:00: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet als Folge des Krieges in der Ukraine mit einer sinkenden Wirtschaftsleistung in Deutschland und noch stärker steigenden Preisen. Er erwarte, "dass die deutsche Wirtschaft jetzt wieder in eine Rezession abgleitet", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der 'Neuen Osnabrücker Zeitung' (Donnerstag). Wie im letzten Quartal 2021 dürfte die deutsche Wirtschaft auch im ersten und im zweiten Quartal schrumpfen.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

Flaggen von der Ukraine und Russland
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Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert und hat auch Auswirkungen auf die deutsche Industrie und Wirtschaft. Hier finden Sie weitere Informationen:

 

Scholz sieht aktuell keine Möglichkeit für Boykott russischer Energie

Mi, 09.03.2022, 16:26: Die Bundesregierung sieht keine Möglichkeit für einen sofortigen Boykott russischer Energielieferungen nach dem Vorbild der USA. Die USA seien Exporteur von Gas und Öl, was man für Europa insgesamt nicht sagen könne, betonte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch in Berlin in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanadas Premierminister Justin Trudeau. "Und deshalb sind die Dinge, die getan werden können, auch unterschiedlich."

Sollten die wirtschaftlichen Beziehungen in diesem Bereich nicht mehr so wie in den vergangenen Jahrzehnten funktionieren, werde Deutschland kurzfristig Herausforderungen bekommen, die bewältigt werden müssten, sagte Scholz. Schon im Dezember habe er mit den Beteiligten darüber diskutiert, dass man sich auf die Situation vorbereiten müsse, "dass es kompliziert werden wird". Man habe bereits mit den Arbeiten begonnen.

Die USA haben als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine am Dienstag ein Importverbot für Öl aus Russland erlassen. Großbritannien will seine Ölimporte aus Russland zuerst bis Jahresende senken und dann kein Öl mehr von dort importieren.

ZVEI reagiert auf Ukraine-Krieg

Mi, 09.03.2022, 14:51: "Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine wird vom ZVEI aufs Schärfste verurteilt. Der Krieg ist ein schreckliches Desaster", schrieb ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel für den Newsletter des ZVEI.

Die EU müsse weiterhin geschlossen und in engem Schulterschluss mit Bündnispartnern wie den USA auf Russland reagieren. Vorrangiges Ziel müsse es sein, die Kriegshandlungen schnellstmöglich zu stoppen. Kegel richtet sich in seinem Schreiben direkt an die ZVEI-Mitgliedsunternehmen: "Der ZVEI unterstützt die von der Bundesregierung, der Europäischen Union und den westlichen Bündnispartnern verhängten Sanktionsmaßnahmen gegen Russland. Und die Ukraine verdient unsere konkrete Unterstützung. Wir bitten um Ihren Beitrag in zwei Handlungsfeldern."

Heckler & Koch versetzt Mitarbeiter mit russischen Wurzeln

Mi, 09.03.2022, 11:39: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges hat der Waffenhersteller Heckler & Koch Mitarbeiter mit russischen Wurzeln an seinem Stammwerk versetzt. Es geht um eine einstellige Zahl von Beschäftigten, die in Oberndorf im Schwarzwald im "Beschuss" arbeiten, wo also Waffen am Schießstand geprüft werden. Die Betroffenen haben eine familiäre Migrationsgeschichte, die auf Russland oder andere Nachfolgestaaten der Sowjetunion verweist. H&K begründete den Schritt mit der "Pflicht zur Fürsorge für unsere Mitarbeiter". Daher habe man entschieden, "Mitarbeiter aus dem sicherheitssensiblen Bereich des Beschusses für eine Zeit lang in andere Bereiche der Produktion einzugliedern".

Einem Bericht des 'Schwarzwälder Boten' zufolge reagierten betroffene Mitarbeiter mit großem Unverständnis und waren tief enttäuscht. Die IG Metall nahm sich der Sache an und wollte sich am Mittwochnachmittag äußern.

H&K teilte mit, jeder der insgesamt 950 Beschäftigten an dem Firmensitz verbinde mit dem Krieg auch Sorgen, Ängste und Nöte. "In Anbetracht der bedrohlichen Lage warnen die Sicherheitsdienste in Deutschland vor verstärkter äußerer Einflussnahme auf Mitarbeiter der Verteidigungsindustrie."

Was genau befürchtet und was genau mit der Maßnahme verhindert werden könnte, blieb in der Mitteilung der Firma unklar. "Mit dieser Maßnahme verfolgt Heckler & Koch das Ziel, unsere Mitarbeiter und ihre Familienangehörigen zu schützen", hieß es. Die Beschäftigten seien Ende voriger Woche informiert worden. "Bei den temporär umgesetzten Mitarbeitern handelt es sich um hochgeschätzte Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher nationaler Herkunft beziehungsweise Wurzeln, die seit vielen Jahren sehr integriert im Unternehmen sehr gute Arbeit leisten."

"Den Vorwurf der Diskriminierung weisen wir auf das Schärfste von uns", hieß es in der Mitteilung. Kolleginnen und Kollegen aus mehr als 30 Nationen arbeiteten für H&K.

Porsche stoppt wegen Ukraine-Kriegs Taycan-Produktion in Stuttgart

Mi, 09.03.2022, 10:34: Porsche muss wegen des Ukraine-Krieges die Produktion seines E-Sportwagens Taycan in Stuttgart vorerst stoppen. Wie lange das Werk geschlossen bleibt,lesen Sie hier.

Übersicht: Diese Unternehmen stoppen ihr Russland-Geschäft

Übersicht: Diese Industrie-Unternehmen stoppen ihr Russland-Geschäft

Von der Leyen fordert Bürger zum Energiesparen auf

Mi, 09.03.2022, 8:55: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert die Bürger zum Energiesparen auf, um Europa schneller von Gas, Öl und Kohle aus Russland unabhängig zu machen. Dazu könne jeder beitragen, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im ZDF-'Morgenmagazin'. Hinzu kämen Energiesparprogramme für die Wirtschaft sowie neue Lieferwege und der Ausbau erneuerbarer Energien. Wenn man alles kombiniere, "dann können wir sehr viel schneller unabhängig werden von russischem Gas".

Von der Leyen verteidigte die Linie der Europäischen Union, trotz des Kriegs in der Ukraine zunächst weiter Energie aus Russland zu importieren, während die USA einen Importstopp für russisches Öl verhängt haben. Die Sanktionen gegen Moskau seien unter den westlichen Verbündeten abgestimmt, sagte die Kommissionschefin. Die USA könnten leichter auf Öllieferungen verzichten als die EU.

"Wir müssen immer im Blick behalten, dass Ölpreise nicht zu sehr eskalieren, nicht zu sehr ansteigen, denn das wiederum würde uns schwächen", sagte sie. Es gehe darum, das fein auszutarieren, um "maximale Wirkung bei Präsident Putin zu erreichen, aber bei uns keinen Schaden anzurichten".

Bau von LNG-Terminals: Niedersachsen setzt auf Finanzhilfe vom Bund

Mi, 09.03.2022, 7:00: Für den Bau von Flüssiggasterminals (LNG) in Niedersachsens Häfen ist Wirtschaftsminister Bernd Althusmann offen für finanzielle Beteiligungen durch das Land - er sieht zunächst aber die Bundesregierung in der Pflicht. "Damit wir die bisherigen Investitionsrisiken schnellstmöglich überwinden, muss die Bundesregierung jetzt mehrere Maßnahmen zügig umsetzen: regulatorische Hemmnisse müssen abgebaut werden, wir müssen Genehmigungsverfahren beschleunigen, und alle Standorte brauchen eine direkte finanzielle Unterstützung", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Die Neuausrichtung der Energieimporte, um die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu verringern, nannte der Minister eine "immense Aufgabe von nationaler Tragweite". Althusmann betonte, auch die Landesregierung werde ihren Beitrag leisten, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten.

Moderater BIP-Rückgang bei Stopp russischer Energieimporte

Di, 08.03.2022, 16:40: Würde die Bundesregierung russische Energieimporte stoppen, könnte sich die deutsche Wirtschaft anpassen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Forschungsteams um die Ökonomen Prof. Dr. Moritz Schularick und Prof. Dr. Moritz Kuhn, Mitglieder des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln. Die Studie ist als „ECONtribute Policy Brief“ erschienen.

Die Forschenden haben die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen eines Importstopps russischer Energie analysiert. Das Ergebnis: Die Folgen wären zwar deutlich, aber handhabbar. Deutschland würde die Energie nicht ausgehen. Allerdings müssten Öl, Steinkohle und Gas aus anderen Ländern bezogen und die Industrie langfristig umstrukturiert werden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) würde der Studie zufolge kurzfristig um 0,5 Prozent bis 3 Prozent zurückgehen, umgerechnet zwischen 100 und 1000 Euro pro Jahr und Einwohner. Zum Vergleich: 2020 sank das BIP aufgrund der Corona-Pandemie um 4,5 Prozent.

Habeck appelliert an Opec: Fördermenge hochsetzen

Di, 08.03.2022, 15:53: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat angesichts steigender Preise an den Ölverbund Opec appelliert, die Fördermenge zu erhöhen. Dies wäre ein Beitrag zur Entlastung am Markt, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag nach Beratungen der Energieminister von Bund und Ländern. In der vorigen Woche hatte der Opec-Plus-Verbund die Politik einer zögerlichen Ausweitung bestätigt. Habeck wandte sich außerdem erneut gegen ein Embargo russischer Energielieferungen. US-Medien berichteten, es werde erwartet, dass US-Präsident Joe Biden am Dienstag einen Importstopp für russisches Öl in den USA verkündet.

Strack-Zimmermann fordert Importstopp für Gas und Öl aus Russland

Di, 08.03.2022, 15:49: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat einen Stopp der Importe von Gas und Öl aus Russland gefordert. Die Drohung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Gaspipeline Nord Stream 1 abzuschalten, "zeigt nur, dass ihn unsere Sanktionen hart treffen", sagte die FDP-Politikerin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir müssen jetzt das Heft des Handelns in der Hand behalten und uns dazu entscheiden, ein neues Kapitel Gas und Öl aufzuschlagen. Deutschland muss den Importstopp dieser beiden Rohstoffe aus Russland sofort umsetzen."

Auch Continental beendet vorerst Produktion und Handel in Russland

Di, 08.03.2022, 15:04: Nach anderen Unternehmen aus der Auto- und Maschinenbaubranche hat sich auch Continental zu einem vorläufigen Stopp seiner Produktion und Geschäfte in Russland entschlossen. Dabei geht es vor allem um das Werk Kaluga, in dem Reifen sowie Teile für die Industriesparte Contitech entstehen. "Wir haben entschieden, vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine und der damit verbundenen aktuellen Verwerfungen die Produktion vorerst auszusetzen", hieß es am Dienstag auf Anfrage aus der Konzernzentrale in Hannover. Das gelte ab sofort. Außerdem sei das komplette Im- und Exportgeschäft mit der Russischen Föderation zunächst beendet.

Die aktuelle Nachfrage werde "bis auf Weiteres aus den vor Ort bestehenden Lagerbeständen" bedient. Conti betreibt zudem Vertriebsbüros in Moskau und ist an einem Gemeinschaftsunternehmen in Tschistopol bei Kazan beteiligt, das Fahrtenschreiber für Nutzfahrzeuge endmontiert. Insgesamt beschäftigt der Dax-Konzern rund 1.300 Menschen in Russland, in der Ukraine gibt es keine eigenen Standorte. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern will Continental helfen: "Wir werden unsere betroffene Belegschaft vor Ort unterstützen und prüfen, wie wir eine Grundabsicherung ermöglichen können."

Ifo-Präsident: Arme Länder bei Ukraine-Konflikt nicht vergessen

Di, 08.03.2022, 15:04: Der Anstieg der Getreide- und Lebensmittelpreise durch den Ukraine-Krieg belastet arme Länder. Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte am Dienstag dem TV-Sender Phoenix, Russland und die Ukraine seien wichtige Nahrungsproduzenten. "Die Nahrungsmittelpreise steigen massiv an, und das wird ärmere Länder treffen, etwa in Afrika", sagte Fuest. "Das ist eine große Herausforderung, hier muss die Weltgemeinschaft handeln. Wir dürfen diese Länder nicht vergessen, bei aller Konzentration auf die Ukraine." Im Augenblick führten Panikkäufe zum Aufbau von Vorräten zu extremen Preissteigerungen.

Für Europa sei die Abhängigkeit von russischem Gas eine große Herausforderung, sagte der Wirtschaftsforscher weiter. Noch fließe das Gas und Öl aus Russland. Ein Boykott würde Russland unter Druck setzen, aber auch Deutschland und die osteuropäischen Länder treffen. Lieferketten und Verbraucherpreise hingen davon ab, "wie der Konflikt jetzt weiter verläuft und ob die Energielieferungen eingestellt werden aus Russland", sagte Fuest. "Wenn es ein Dauerkonflikt wird, dann haben wir in der gesamten Weltwirtschaft ein ernsthaftes Problem."

Leopoldina: Kurzfristiger Lieferstopp von russischem Gas handhabbar

Di, 08.03.2022, 13:57: Ein kurzfristiger Lieferstopp von russischem Gas wäre aus Sicht von Wissenschaftlern für die deutsche Volkswirtschaft handhabbar. "Engpässe könnten sich im kommenden Winter ergeben", heißt es in einer Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Es bestünde jedoch die Möglichkeit, durch die unmittelbare Umsetzung eines Maßnahmenpakets die negativen Auswirkungen zu begrenzen und soziale Auswirkungen abzufedern.

Als Sofortmaßnahme wird etwa die Beschaffung von Flüssiggas (LNG) auf dem Weltmarkt durch die EU empfohlen. Zu einem Ersatz von Erdgas könne auch eine stärkere Kohleverstromung beitragen. Gasspeicher müssten aufgefüllt werden. Unter anderem sollen Unternehmen von Energiesteuern entlastet werden.

Mittelfristige Maßnahmen sind laut Papier zum Beispiel die Beschaffung einer "robusten Reserve" an Energieträgern und der Ausbau von LNG-Anlande-Kapazitäten - die Bundesregierung hatte vor kurzen bekanntgegeben, sich über die staatliche Förderbank KfW an einem geplanten LNG-Terminal im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel zu beteiligen. Bisher gibt es kein solches Terminal in Deutschland.

Zu langfristigen Maßnahmen heißt es in der Leopoldina-Stellungnahme, die Transformation zur Klimaneutralität sollte beschleunigt werden - vor allem durch Ausbau der erneuerbaren Energien, dem Infrastrukturausbau insbesondere für den Umschlag von Wasserstoff sowie von Wasserstoffimporten.

Weiter hieß es, die Bundesregierung habe bereits erste weitreichende Entscheidungen auf den Weg gebracht, wie zum Beispiel den Zukauf von Gas für 1,5 Milliarden Euro oder eine geplante Regelung zum Befüllen der Gasspeicher. Wichtig in der aktuellen Situation sei es auch, den geplanten Kohleausstieg 2030 nicht in Frage zu stellen. Er helfe dabei, von russischen Kohleimporten, die 50 Prozent der deutschen Kohleimporte ausmachen, unabhängig zu werden.

Zu den Autoren der Stellungnahme zählen die "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm, Christoph M. Schmidt vom RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, sowie Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Schaeffler wagt wegen Ukraine-Krieg keine Prognose

Di, 08.03.2022, 13:00: Die Geschäfte bei Schaeffler liefen im vergangenen Jahr gut. Umsatz und Gewinn sprangen deutlich nach oben. Nach den Herausforderungen der Corona-Krise liefert die Ukraine nun aber den nächsten Schock. Mehr dazu lesen Sie hier.

Digitale Wirtschaft unterstützt Sanktionen gegen Russland

Di, 08:03.2022, 11:15: Die von der EU und Deutschland gegen Russland verhängten Sanktionen werden von einer überwältigenden Mehrheit der Unternehmen der deutschen Digitalwirtschaft unterstützt. 96 Prozent befürworten die Maßnahmen, zwei Drittel (66 Prozent) sagen zudem, dass sie bei Bedarf noch verschärft werden sollten. Zugleich geht jedes zweite Unternehmen davon aus, dass sich der Krieg Russlands gegen die Ukraine negativ auf das eigene Geschäftsergebnis auswirken wird. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom, an der sich 100 Unternehmen der Digitalbranche beteiligt haben.

„Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, geben aber ein aussagekräftiges erstes Stimmungsbild. Die deutsche Digitalbranche steht geschlossen an der Seite der Ukraine“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Ukraine ist mit seinen vielen jungen Tech-Unternehmen und engagierten IT-Spezialistinnen und -Spezialisten ein wichtiger Partner der deutschen Digitalwirtschaft.“ Rund jedes fünfte Digitalunternehmen (18 Prozent) hat Mitarbeitende in der Ukraine oder arbeitet dort mit Freelancern zusammen.

Bereits von den Sanktionen betroffen sind 13 Prozent der Unternehmen, etwa durch den Verlust von Kunden, den Wegfall von Entwicklungspartnern, den Ausfall von Mitarbeitenden oder aber einen Mangel an Roh- und Grundstoffen oder Bauteilen. Insgesamt gibt jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) an, Geschäftsbeziehungen in die Ukraine, nach Russland oder Belarus zu unterhalten.

Trotz der Betroffenheit vieler Unternehmen, ist der Ruf nach staatlicher Unterstützung bislang eher verhalten. So wünscht sich jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) finanzielle Zuschüsse bei wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen, 15 Prozent würden in der aktuellen Situation kostengünstige Kredite befürworten. (Quelle: Bitkom)

BDI warnt vor Importstopp für russische Energie

Di, 08.03.2022, 10:47: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat vor einem Importstopp für Öl und Gas aus Russland wegen dessen Angriffskriegs in der Ukraine gewarnt. "Wir sollten alles tun, um diese Eskalation zu vermeiden, auch wenn das emotional vor dem Hintergrund dieser Bilder unendlich schwer fällt", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm  im ZDF-'Morgenmagazin'.

Es wäre naiv zu glauben, dass die Einnahmen Russlands aus dem aktuellen Verkauf von Öl und Gas an Deutschland "jetzt akut diesen Krieg finanzieren", sagte Russwurm. "Wladimir Putin hat aufgerüstet. Seine Panzer müssen nicht an eine Tankstelle fahren und dort eine Rechnung bezahlen. Das heißt, die Argumentation, wir finanzieren diesen Krieg heute mit jedem Kubikmeter Gas, den wir heute kaufen, die stimmt rational nicht."

Andererseits falle es Deutschland schwer, seine Energieversorgung umzustellen, sagte Russwurm. "Der Bundeskanzler hat völlig Recht: Das ist nichts, was innerhalb weniger Tage passieren kann." Einem aktuellen Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge deckte die EU im Jahr 2021 fast 40 Prozent ihres Gasverbrauchs mit Importen aus Russland.

Der BDI-Präsident wies darauf hin, dass es viele Industriezweige in Deutschland gebe, für die Energie ein wesentlichen Kostenfaktor sei. "Da wird es zunehmend schwierig, noch vernünftig produzieren zu können, ohne nur draufzulegen." Man müsse schauen, wie man einzelnen Unternehmen helfen könne, die in echte Schwierigkeiten kämen, weil zum Beispiel ihre Investitionen in Russland plötzlich wertlos seien. "Das sind nicht unendlich viele", sagte Russwurm.

Braucht die deutsche Wirtschaft Russland?

Di, 08.03.2022, 8:58: Die Strafmaßnahmen gegen Russland sind beispiellos. Wird der Westen das Land auf Dauer vom Welthandel abschneiden? Ein Umdenken hat begonnen. Die Details lesen Sie hier.

IBM: Gesamtes Geschäft in Russland gestoppt

Di, 08.03.2022, 8:05: Der IT-Konzern IBM hat sein gesamtes Geschäft in Russland ausgesetzt. Konzernchef Arvind Krishna stellte das in einem Blogeintrag am späten Montag klar. Er habe von vielen Mitarbeitern Reaktionen auf vorherige Ankündigungen des Konzerns bekommen, räumte Krishna ein. Zunächst hatte IBM nach der russischen Invasion in die Ukraine bekanntgegeben, westliche Sanktionen zu befolgen und kündigte in einem zweiten Schritt an, die Verkäufe zu stoppen und keine Geschäfte mit dem russischen Militär zu machen.

Industrie: Debatten um Energieembargo gegen Russland Spiel mit Feuer

Di, 08.03.2022, 3:30: Die deutsche Industrie lehnt ein Embargo auf russische Energielieferungen ab. "Debatten um ein europäisches Energieembargo gegen Russland sind ein Spiel mit dem Feuer", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, der Deutschen Presse-Agentur. "Ein Embargo droht Deutschland und die EU schärfer zu bestrafen als den Aggressor."

Die Folgen eines Energieembargos auf die industrielle Wertschöpfung, Lieferketten und die Versorgungssicherheit könnten dramatisch sein, warnte Russwurm. "Es ist unmöglich, diese Energieimporte von heute auf morgen zu ersetzen. Etwa ein Drittel des in Deutschland genutzten Erdöls und mehr als die Hälfte des Erdgases kommen derzeit aus Russland."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte wegen der fortgesetzten russischen Angriffe auf sein Land weitere und schärfere Sanktionen gegen Russland gefordert. Nötig sei ein Boykott russischer Exporte und damit auch der Verzicht auf Erdöl und Erdgas aus Russland.

Die Bundesregierung lehnt ein solches Embargo ab. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Montag, Europa habe Energielieferungen bei den Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs bewusst ausgenommen. "Die Versorgung Europas mit Energie für die Wärmeerzeugung, für die Mobilität, die Stromversorgung und für die Industrie kann im Moment nicht anders gesichert werden."

Industriepräsident Russwurm sagte: "Unsere Unternehmen sind in großer Sorge um ihre Energieversorgung und Wettbewerbsfähigkeit. Die Bundesregierung muss sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass Deutschland seine Energiequellen diversifiziert und möglichst bald unabhängiger von russischen Energielieferungen wird."

Ukrainischer Energiekonzern fordert Embargo für russisches Gas

Mo, 07.03.2022, 10:46: Der Chef des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, Jurij Witrenko, hat verlangt, dass Russland von den Einnahmen für die Energielieferungen nach Europa abgeschnitten wird.

"Wir befürworten ein vollständiges Embargo auf russisches Öl und Gas", sagte Witrenko der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' (Montagausgabe).

Als Option dafür nannte er demnach ein Treuhandkonto: "Die Einnahmen, die Russland aus Öl und Gas erhält, werden so lange zurückgehalten, bis Russland sich aus der Ukraine zurückzieht und diesen barbarischen Krieg beendet", sagte er.

Nach dem Stopp für die Gasleitung Nord Stream 2 setze Witrenko auf weitere Sanktionen. "Wir plädieren für ein Aus für Nord Stream 1", sagte er der Zeitung.

Konjunkturstimmung im Euroraum bricht wegen Ukraine-Krieg ein

Mo, 07.03.2022, 10:30: Die vom Beratungsunternehmen Sentix gemessene Wirtschaftsstimmung im Euroraum ist im März wegen des Ukraine-Kriegs stark eingebrochen. Gegenüber dem Vormonat fiel der Sentix-Konjunkturindikator um 23,6 Punkte auf minus 7,0 Zähler und damit auf den niedrigsten Wert seit November 2020, wie das Beratungsunternehmen Sentix am Montag in Frankfurt mitteilte. Der Einbruch fiel deutlich stärker aus, als Experten erwartet hatten.

Besonders deutlich sind die Erwartungen der Anleger gefallen. Der Subindex gab fast 35 Punkte auf minus 20,8 Zähler nach. "Dies gab es in der rund 20-jährigen Sentix-Konjunkturindex-Historie noch nie", kommentierte Sentix die aktuellen Umfrageergebnisse.

"Die mehr als 1.200 von Sentix befragten Anleger sehen eine weit größere Beeinträchtigung auf die Wirtschaft in Euroland zukommen, als dies bislang allgemein erwartet wurde", hieß es weiter. "Der Einbruch ist weitaus dynamischer, als dies die rund 2 Prozent Jahresumsatzes erwarten ließen, den beispielsweise deutsche Unternehmen in Russland erzielen."

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

Flaggen von der Ukraine und Russland
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Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert und hat auch Auswirkungen auf die deutsche Industrie und Wirtschaft. Hier finden Sie weitere Informationen:

 

Jobplattform für Geflüchtete aus der Ukraine online

Mo, 07.03.2022, 9:55: Zwei ukrainische Unternehmer aus Berlin haben eine europäische Jobplattform für Geflüchtete aus der Ukraine gegründet. Am Montag wurde das Portal "UA Talents" online gestellt. Dort können Unternehmen aus ganz Europa ihre offenen Stellen für Menschen aus der Ukraine, die durch den Krieg ihre Arbeit verloren haben, ausschreiben.

Die von den in Berlin ansässigen ukrainischen Unternehmern Ivan Kychatyi und Nikita Overchyk gegründete Plattform fokussiert sich zunächst auf Stellen im Technologiesektor. Es sei aber geplant, das Angebot schnell auf andere Sektoren auszudehnen. Die Initiative wird von wichtigen Risikokapitalgebern aus Deutschland unterstützt. Dazu gehören Atlantic Labs, FoodLabs, HV Capital, Earlybird und Project A. Außerdem haben Unternehmen wie Flink und Bolt, Meta (Facebook), StepStone und der Axel Springer Verlag nach Angaben der Initiatoren eine Unterstützung zugesagt.

Söder will Atomkraftwerke drei bis fünf Jahre länger laufen lassen

Mo, 07.03.2022, 8:45: Zur Sicherheit der Energieversorgung trotz des Kriegs in der Ukraine fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine mehrjährige Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. "Natürlich wäre eine Verlängerung rein technisch möglich. Es ist die Frage, ob man es politisch will", sagte der CSU-Vorsitzende am Montag im 'Morgenmagazin' des 'ZDF'. "Aber ich glaube, so für drei bis fünf Jahre wäre das einfach in dieser Notsituation ein guter Übergang, um billigen Strom zu produzieren, der gleichzeitig auch keine Klimabelastung bringt." Dies wäre jetzt der "richtige Ansatz".

Verteidigungsministerin erklärt: Dafür werden die 100 Milliarden Euro gebraucht

Mo, 07.03.2022, 7:48: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sagte am Montag im 'ZDF-Morgenmagazin', bei dem geplanten Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr handele es sich nicht um Aufrüstung, sondern um Ausrüstung. Es gehe um moderne Funkgeräte, Schutzwesten für die Soldatinnen und Soldaten, aber auch um die Nachfolge für den Tornado-Jet oder um Hubschrauber und Panzer. Mit den 100 Milliarden Euro könnten jetzt endlich die Anschaffungen vorgenommen werden, zu denen sich Deutschland auch verpflichtet habe. "Es geht also nicht darum, jetzt ein Wunschkonzert auszulösen, beileibe nicht. Sondern es geht darum, das, was dringend notwendig ist, jetzt auch anschaffen zu können."

Die Verteidigungsministerin kündigte zudem "große Veränderungen" beim Beschaffungswesen der Bundeswehr an, das für die Verzögerungen und Verteuerung von Rüstungsprojekten mitverantwortlich gemacht wird. Es könne nicht sein, dass sich Ausschreibeverfahren 10 oder 15 Jahre hinziehen. "Das muss schneller gehen, das muss viel effektiver werden. Und das werde ich auch entsprechend durchsetzen." So werde sie auch den Betrag für schnelle Anschaffungen von bisher 1.000 auf 5.000 Euro anheben. "Dann habe ich auch Kapazität frei, mich um die großen Projekte zu kümmern."

Ölpreise steigen auf Hoch seit 2008 - Möglicher Importstopp für russisches Öl

Mo, 07.03.2022, 6:26: Ein möglicher Importstopp für Öl aus Russland hat die Ölpreise zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit 2008 getrieben. Im frühen Handel stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um bis zu knapp 18 Prozent auf 139,13 Dollar an und lag damit in der Nähe des Rekordniveaus von fast 150 Dollar aus dem Sommer 2008. Zuletzt legte der Brent-Preis knapp 11 Prozent oder 12,57 Dollar auf 130,67 Dollar zu. Damit beschleunigte sich der Anstieg des Ölpreises der vergangenen Tage.

Seit der Invasion Russlands in die Ukraine verteuerte sich der Brent-Preis um rund ein Drittel, nachdem er bereits in den Wochen davor angezogen hatte. Seit Ende 2021 zog der Kurs um rund zwei Drittel an. Ähnlich sieht die Entwicklung beim Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) aus. Am Montag zog der WTI-Preis um gut neun Prozent oder rund 11 Dollar auf über 126 Dollar an, nachdem er zuvor erstmals seit 2008 zeitweise über der Marke von 130 Dollar gelegen hatte.

US-Außenminister Antony Blinken hatte wegen der weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs neue Strafmaßnahmen gegen Russland ins Spiel gebracht: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. "Wir sprechen jetzt mit unseren europäischen Partnern und Verbündeten, um auf koordinierte Weise die Aussicht auf ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl zu prüfen", sagte Blinken am Sonntag.

Einordnung zum Wochenende: Welche wirtschaftlichen Ziele verfolgt Putin in der Ukraine?

EIn Stahlkocher bei der Arbeot
(Bild: stock.adobe.com - Panksvatouny)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Russlands Präsident Putin behauptet, ihm gehe es um die „Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine“. Das Land stelle eine Bedrohung für Russland dar. Freilich kann das nur ein Vorwand sein, für seinen wahren Beweggrund.

 

Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, geht derweil davon aus, dass Putin die Ukraine komplett vom Westen lösen und auf die Seite Russlands ziehen will. „Er spricht davon, die Ukraine zu demilitarisieren und zu entnazifizieren, was letzten Endes darauf abzielt, dass er eine andere Regierung haben will“, erklärt er unlängst in einem Interview.

 

Neben der Wiederauferstehung eines großrussischen Reichs könnte laut verschiedener Experten auch der Rohstoffreichtum der Ukraine ein lohnendes Ziel für Putin sein. Es wäre nicht der erste Krieg, der wegen Rohstoffen geführt wird.

 

In der Ukraine gehört die Donbass-Region zu den bedeutendsten Kohlerevieren der Welt. Auch noch für die nächsten 100 Jahre gibt es dort genug Kohle. Die Ukraine spielt ebenso bei Metallrohstoffen international eine gewichtige Rolle. Unter anderem werden Eisen, das für bestimmte Batterietypen wichtige Mangan und das Leichtmetall Titan exportiert – letzteres etwa für die Herstellung von Farben mit Titandioxid.

 

Von den 30 kritischen Rohstoffen wie Lithium oder Kobalt, die die EU identifiziert hat, besitzt die Ukraine alleine 21. Die Europäische Union wollte deswegen eine Rohstoff- und Batterieallianz mit der Ukraine aufbauen. Zudem könnte die Ukraine zum Wasserstofflieferanten werden.

 

Darüber hinaus hat die Ukraine eine große Stahlindustrie, 2020 war sie der viertgrößte Nettoexporteur. Die Stahlbranche des Landes ist – wie die Kohleförderung – vor allem im Donbass ansässig. Experten befürchten ein knappes Angebot, sollten Lieferungen in den Westen ausfallen.

 

Des Weiteren schlummern noch riesige unerschlossene Schiefergas-Vorkommen unter der Erde. Damit könnte das Land eines Tages vom Energie-Importeur zum Exporteur werden.

 

Nicht zu vergessen: Bereits während des Ostfeldzugs von Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg war die sogenannte Schwarz-Erde-Zone der Ukraine eines der wichtigsten Ziele. Die Ukraine – so die Vorstellungen der Nazis – sollte als Kornkammer für das Reich gesichert werden. Das Land gilt auch heute noch als Kornkammer Europas – vor allem der Süden und der Westen des Landes mit seinen extrem fruchtbaren Schwarz-Erde-Böden, die insgesamt rund 70 Prozent der ukrainischen Fläche bedecken. 32 Millionen Hektar umfasst das gesamte Ackerland dort. Das entspricht einem Drittel der Ackerfläche der gesamten Europäischen Union. Im Übrigen, 50 Prozent des Getreides für die Welthungerhilfe kommt aus der Ukraine.

 

Also all das Leid wegen der Rohstoffe der Ukraine?

 

Trotz der tragischen Ereignisse in der Ukraine wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende,

Ihr

Gabriel Pankow, Leiter Redaktion Digital der Fachzeitung Produktion

Frankreich setzt fünf Schiffe fest

Fr, 04.03.2022, 15:02: Französische Behörden haben im Zusammenhang mit den EU-Sanktionen gegen russische Oligarchen oder Personen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin bislang vier Handelsschiffe und eine Yacht festgesetzt oder beschlagnahmt. Das berichtete am Freitag die französische Tageszeitung „Le Monde“ unter Berufung auf das Pariser Finanzministerium.

Darunter ist demnach die Yacht „Amore Vero“, die nach früheren Angaben des Ministeriums über eine Aktiengesellschaft dem engen Putin-Vertrauten und Chef des Staatskonzerns Rosneft, Igor Setschin, zugeordnet worden war. Das Boot war in der Nacht zu Donnerstag beschlagnahmt worden. Auch eins der Handelsschiffe sei beschlagnahmt worden, hieß es in dem Bericht. Die anderen drei Frachter seien lediglich festgesetzt worden.

Russische Gaslieferungen durch Jamal-Pipeline schwanken stark

Fr, 04.03.2022, 13:09: Bei Erdgas-Lieferungen von Russland nach Deutschland durch die Jamal-Pipeline kommt es nach Angaben eines Netzbetreibers immer wieder zu großen Schwankungen. An der Verdichterstation Mallnow (Brandenburg) stoppten die Gasflüsse am Freitag, zeigen Daten des Kasseler Netzbetreibers Gascade zum vorläufigen Lastfluss. Die Zuflüsse nach Deutschland über Mallnow notierten am Morgen bei 101,119 Kilowattstunden pro Stunde, während sie über Nacht bei rund 13,5 Millionen Kilowattstunden pro Stunde gelegen hatten. Am Freitagvormittag wurden gar keine Lieferungen mehr angezeigt.

Die Flüsse seien schon in den vergangenen Wochen von Tag zu Tag "sehr unterschiedlich gewesen", teilte eine Gascade-Sprecherin in Kassel mit.

Diese Oligarchen stehen auf der Sanktionsliste

Fr, 04.03.2022, 13:07: Als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine hat die EU 26 Personen aus dem Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putins auf die Sanktionsliste gesetzt. Welche Oligarchen Personen mit Industrie-Bezug auf der Liste stehen, hat PRODUKTION-Wirtschaftsredakteurin Anja Ringel recherchiert. Den Artikel zu dazu können Sie hier lesen.

Wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Handelsportals Germany Trade & Invest (GTAI) zeigt, liegt der Anteil der Importe aus China an den Gesamteinfuhren Russlands nach Wert bei rund 24 Prozent. Noch zu Beginn des Jahrtausends bezog Russland die meisten Importe aus Deutschland (13,8 Prozent).
Wie die Grafik auf Basis von Daten von Germany Trade & Invest (GTAI) zeigt, liegt der Anteil der Importe aus China an den Gesamteinfuhren Russlands bei rund 24 Prozent. Noch zu Beginn des Jahrtausends bezog Russland die meisten Importe aus Deutschland. (Bild: Statista)

Bitkom warnt deutsche Wirtschaft vor Cyberangriffen

Fr, 04.03.2022, 11:28: Die Unternehmen in Deutschland müssen nach Einschätzung des Branchenverbandes Bitkom ihre Schutzmaßnahmen vor Cyberangriffen erheblich ausbauen. "Der Krieg in der Ukraine wird auch im digitalen Raum geführt", erklärte der Verband am Freitag in Berlin. In den ersten Tagen habe der Cyberraum zwar nur eine nachgelagerte Rolle gespielt. "Mit zunehmender Kriegsdauer könnte sich dies wieder ändern, und das kann unmittelbare Konsequenzen für Deutschland und seine Wirtschaft haben", sagte Bitkom-Sicherheitsexperte Sebastian Art.

Es gebe keinen Grund zur Panik. "Aber mit dem Angriffskrieg Russlands ist auch im deutschen Cyberraum volle Aufmerksamkeit und größtmögliche Wachsamkeit aller Unternehmen, Organisationen und staatlichen Stellen geboten." Unternehmen müssten für die Schutzmaßnahmen klare Verantwortlichkeiten festlegen und die Mitarbeiter sensibilisieren.

Was passiert, wenn keine russischen Rohstoffe mehr gekauft werden?

Fr, 04.03.2022, 10:34: Der Krieg in der Ukraine belastet den Rohstoffmarkt immens. Warum das so ist, welche Rohstoffe Russland sowie die Ukraine an Deutschland liefert und was passiert, wenn die Lieferungen ausfallen, lesen Sie in diesem Artikel.

Arbeitgeber und DGB: Flüchtlinge in Arbeitsmarkt integrieren

Fr, 04.03.2022, 9:39: Arbeitgeber und Gewerkschaften haben dazu aufgerufen, die Integration von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. "Die Unternehmen, Betriebs- und Personalräte stehen bereit, ihren Anteil zu tragen, diese Menschen aufzunehmen, aus- und fortzubilden und in den Arbeitsmarkt zu integrieren", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Diese Verfahren müssten aber rechtssicher und unbürokratisch organisiert werden. "Wir rufen die Bundesregierung auf, diesen Rahmen zu schaffen", erklärte die Verbände. BDA und DGB verurteilten den russischen Angriff auf die Ukraine "auf das Schärfste" und unterstützten die verhängten Sanktionen. "Unser Respekt und unsere Unterstützung gelten den Menschen in der Ukraine und denen in Russland, die sich kritisch zur Politik des Präsidenten äußern", erklärten sie.

Übersicht am Morgen: Optimistischere Nachrichten

Sonnenblumenfeld
(Bild: predrag - stock.adobe.com)

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

 

Tag neun des Krieges in der Ukraine und muss man sich immer wieder die Augen reiben und fragt sich: Passiert das gerade wirklich? Denn wer hätte vor zwei Wochen gedacht, dass mitten in Europa Krieg herrscht. Und dann wacht man heute Morgen mit der Nachricht auf, dass das größte Atomkraftwerk Europas gebrannt hat.

 

Deshalb möchte ich in diesem Überblick den Fokus auf die positiveren (wirtschaftsbezogenen) Nachrichten zum Ukraine-Krieg legen.

(Deshalb auch als Bild heute Sonnenblumen. Die Nationalblume der Ukraine wurde zum Symbol des Widerstands.)

 

Erster Widerstand aus Russland? Mit dem Erdölkonzern Lukoil hat sich das erste große russische Unternehmen gegen den Krieg ausgesprochen. Auf seiner Website fordert das Unternehmen laut AFP ein schnelles Ende des russischen Angriffs. Im Gegensatz zu Rosneft und Gazprom ist Lukoil kein staatliches Unternehmen.

 

Internet für die Ukraine: Ich habe an dieser Stelle schon berichtet, dass Elon Musk der Ukraine sein Satellitennetzwerk zur Verfügung stellt und die notwendigen Terminals bereits im Land sind. Nun kümmert sich Musk weiter darum, dass sein Netzwerk läuft.

 

So hat der ukrainische Minister für Digitales Musk auf Twitter nach Ideen gefragt, wie die Starlink-Generatoren trotz des russischen Angriffs am Netz gehalten werden können. Musks gibt Tipps, antwortet auf weitere Fragen – und organisiert weitere Erleichterungen: Gestern Abend erklärte er, die Starlink-Software werde aktualisiert, um den Spitzenstromverbrauch zu reduzieren. So könne Starlink auch über einen Zigarettenanzünder im Auto betrieben werden.

 

Hilfe aus der deutschen Industrie: Nicht nur der US-Amerikaner, auch deutsche Unternehmen helfen. Der Autozulieferer Leoni hat Werke in der Ukraine. Das Unternehmen hat nun geflüchtete Mitarbeiterinnen und deren Kinder nach Rumänien gebracht und kümmert sich um deren Unterbringung. Auch Jungheinrich sorgt sich um seine ukrainischen Beschäftigten und unterstützt die EU-Sanktionen – auch wenn dadurch das Geschäft negativ beeinflusst werden könnte. „Diesen Preis müssen wir bereit sein zu zahlen – und wir sind es!“, schreibt das Unternehmen auf LinkedIn.

 

Alles Wichtige gibt es natürlich weiter in unserem Live-Ticker.

 

Einen schönen Freitag wünscht Ihnen

Anja Ringel

Wirtschaftsredakteurin

Laut den Ergebnissen der Statista Global Consumer Survey sehen 73 Prozent der Russ:innen steigende Preise und Inflation als große Herausforderung für ihr Land. Schon Anfang Februar, lange vor der Einführung der zahlreichen Sanktionspakete im Zug von Russlands Invasion der Ukraine, lag der russische Rubel nur knapp über einem Cent, mittlerweile ist die Währung auf 0,9 Cent abgestürzt.
Mit dem Einfrieren der Vermögenswerte der russischen Zentralbank, dem Unterbinden des Handels mit russischen Staatsanleihen und dem Ausschluss von sieben Banken aus dem SWIFT-System wollen die EU, die USA, Großbritannien und Kanada den wirtschaftlichen Druck auf Wladimir Putin erhöhen. Obwohl Russland angeblich genug Reserven habe, räumte Kremlsprecher Dmitrij Peskow jetzt ein, dass die Sanktionen die russische Wirtschaft hart treffen würden. Dieses Eingeständnis könnte für weiteren innenpolitischen Missmut sorgen, wie diese Grafik zeigt. (Bild: Statista)

Übersicht am Abend: Wunschliste der Rüstungsindustrie, Friedensappell der Nobelpreisträger, Produktionsstopp der Autoindustrie

Eurofighter fliegt ein Manöver
(Bild: stock.adobe.com - Alexander)

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

 

Raketen auf Wohnhäuser, Artilleriebeschuss ziviler Infrastruktur, Bomben auf Schulen – der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird brutaler und schmutziger. Das hat mehr als 100 Nobelpreisträger veranlasst, einen Aufruf zum Frieden zu unterzeichnen. In der am heutigen Donnerstag veröffentlichten Deklaration heißt es: „Die Entdeckung der Atomkernspaltung schuf die Grundlage für den Bau atomarer Vernichtungswaffen. Deren derzeitiges Volumen hat das Potenzial, die Erde für Menschen unbewohnbar zu machen und die menschliche Zivilisation auszulöschen. Deshalb dürfen solche Waffen nie zum Einsatz kommen!“

 

Der Friedensaufruf knüpft an die Mainau-Deklaration von 1955 gegen den Einsatz von Atomwaffen an. Diese wurde seinerzeit von Chemie-Nobelpreisträger Otto Hahn bei der 5. Nobelpreisträgertagung in Lindau mitinitiiert.

 

Die 104 Unterzeichner der neuen Erklärung fordern Regierungen und Wirtschaftsverantwortliche auf, „wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien verantwortungsvoll und im Bewusstsein für ihre langfristigen Folgen“ einzusetzen. Der russische Präsident Wladimir Putin wird aufgefordert, „die völkerrechtlichen Vereinbarungen zu achten, seine Streitkräfte zurückzurufen, Verhandlungen aufzunehmen und den Frieden herzustellen“.

 

„Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor“ lautet ein Sprichwort aus der Antike. Ob sich Kanzler Scholz an seinen Lateinunterricht erinnert hat, als er mit einem Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr eine Zeitenwende in der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte einläutete? Die deutsche Rüstungsindustrie hat vier Tage gebraucht und nun der Bundesregierung Projektlisten vorgelegt, was man denn alles mit dieser gigantischen Summe kaufen könnte. Panzer, Munition, Militär-Lkw, Flugabwehr-Türme – und das ist nur der Vorschlag von Rheinmetall.

 

Auch der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt hat dem Bund eine Liste mit Produkten zugesandt, die kurzfristig verfügbar wären. Der Panzerfaust-Hersteller Dynamit Nobel Defence aus Nordrhein-Westfalen könnte ebenfalls Extra-Aufträge bekommen, auch der Munitionsfabrikant Ruag Ammotec aus dem fränkischen Fürth und MEN aus Nassau in Rheinland-Pfalz können sich Hoffnungen auf mehr Order machen.

 

Am Willen der Bundesregierung wird es offensichtlich nicht scheitern. Auch nicht am Geld. Aber eine nicht zu unterschätzende Hürde, die noch genommen werden muss, sind die bisher langwierigen Vergabeverfahren. Der Beschaffungsprozess müsse beschleunigt werden, heißt es in einem Positionspapier von Rheinmetall. „Es müssen in erster Linie Direktvergaben an die deutschen Anbieter zum Zuge kommen.“ Europaweite Ausschreibungen würden hingegen Verzögerungen mit sich bringen, „die in der aktuellen Lage nicht tragbar sind“. Andere Firmen argumentieren ähnlich. Erleben wir hierzulande eine Sonderkonjunktur im Zuge der Modernisierung und Aufrüstung der Bundeswehr? Eine Übersicht über die wichtigsten deutschen Rüstungsfirmen finden Sie hier.

 

Während sich die hiesige Rüstungsbranche auf Milliarden-Deals freut, hat die deutsche Autoindustrie mit heftigen Lieferketten-Problemen zu kämpfen. In Deutschland führt der Krieg zu Produktionsstopps in Autofabriken etwa von BMW und VW. Der Grund: die Produktion in Zulieferbetrieben in der Ukraine ist ausgefallen, es fehlen Kabelbäume.

 

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet außerdem mit einer Knappheit und einem Preisanstieg bei Rohmaterialien. Dies betreffe vor allem die Rohstoffe Neongas, Palladium und Nickel. Bei Neongas sei die Ukraine einer wichtigsten Lieferanten. „Wir erwarten Auswirkungen auf die europäische Halbleiterproduktion, da Chips bereits jetzt Mangelware sind“, so der VDA. Zum anderen könnte Palladium aus Russland für Katalysatoren fehlen. Ein wichtiger Rohstoff zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien sei Nickel, Russland ein wichtiges Förderland für Nickelerz: „Damit ist dieser Rohstoff unersetzbar für den Hochlauf der Elektromobilität.“ Ein Artikel über den Rohstoffreichtum Russlands finden Sie auf unserem Partnerportal technik-einkauf.de.

 

Ich wünsche uns allen mit guten Nachrichten morgenfrüh aufzuwachen,

Ihr

Gabriel Pankow, Leiter Redaktion Digital der Fachzeitung Produktion

Krypto-Start-up stoppt Zahlungsverkehr mit russischen Banken

Do, 03.03.2022, 14:52: Das Wiener Start-up-Unternehmen Bitpanda unterbindet alle Ein- und Auszahlungen von russischen und an russische Banken. Das teilte Firmenmitbegründer Eric Demuth am Donnerstag in Wien mit. "Wir alle sind geschockt von den schrecklichen Ereignissen in der Ukraine", erklärte Demuth. "Wir befolgen selbstverständlich alle verhängten Sanktionen und werden dies auch zukünftig tun. Alle Ein- und Auszahlungen von und an russische Banken wurden deaktiviert."

Über die Plattform des Start-ups Bitpanda, die in Deutschland unter anderem mit der App «Nuri» präsent ist, können Nutzer Bitcoin, andere Kryptowährungen und Gold handeln.

Uniper-Mutter Fortum: Keine Neuprojekte in Russland

Do, 03.03.2022, 14:18: Der finnische Energiekonzern Fortum reagiert auf die Entwicklungen im Ukraine-Krieg. Eine Fortsetzung des "business as usual" sei "keine Option", teilte der Mutterkonzern des deutschen MDax-Konzerns Uniper am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in Espoo mit. Alle neuen Investitionsprojekte in Russland seien gestoppt worden, hieß es. Die Gaslieferungen liefen aber normal weiter.

Deutsche Rüstungsindustrie steht bereit

Do, 03.03.2022, 13:57: "Wir könnten sofort anfangen zu produzieren", sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger der Deutschen Presse-Agentur. Die ersten Munitionschargen könnten in einem Jahr geliefert werden, Radpanzer in eineinhalb und Kettenpanzer in zwei Jahren.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und der geplanten Milliardeninvestitionen in die Bundeswehr wollen Deutschlands Rüstungskonzerne ihre Produktion erheblich ausweiten. Die Düsseldorfer Firma Rheinmetall hat dem Bund eine Projektliste angeboten, die einen Umfang von 42 Milliarden Euro hat  und Panzer, Munition, Militär-Lkw und andere Güter enthält. Mehr dazu lesen Sie hier.

VW stoppt Produktion in Russland

Do, 03.03.2022, 11:36: Infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine hat nun auch VW seine Produktion in Russland gestoppt, wie das Unternehmen unter anderem via Linkedin mitteilte. Volkswagen betreibt in Kaluga und Nishni Nowgorod Produktionswerke. An beiden Standorten stehen nun die Bänder still.

Weiter heißt, dass VW die Verantwortung für die betroffenen russischen Mitarbeiter trage. Deshalb werde Volkswagen die Kosten für das Kurzarbeit-Geld selbst tragen.

DLR beendet Kooperationen mit Russland

Do, 03.03.2022, 11:34: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist eine der größten Forschungsorganisationen in Europa und hat nun vor dem Hintergrund des Angriffskriegs auf die Ukraine folgende Beschlüsse getroffen:

  • Die Zusammenarbeit mit russischen Institutionen bei laufenden oder in Planung befindlichen Projekten wird gestoppt.
  • Es wird keine neuen Projekte oder Initiativen mit Institutionen in Russland geben.

Russland hat in einem Handelskrieg langfristig deutlich mehr zu verlieren

Do, 03.03.2022, 11:13: Die russische Volkswirtschaft würde durch eine Entkoppelung ihrer Handelsbeziehungen von den USA und ihren Partnern langfristig deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen als die der Alliierten. Russlands Wirtschaftsleistung würde in einer Modellierung auf längere Sicht jährlich um knapp zehn Prozent geringer ausfallen, als wenn die Handelsbeziehungen fortbestünden. Die Alliierten hätten dagegen in diesem Zeithorizont deutlich geringere Einbußen zu beklagen.

Die Einschätzungen ergeben sich aus einer Modellsimulation, die jetzt in einem gemeinsamen Arbeitspapier von Forschern des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) und des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) veröffentlicht wurde.

DIHK kappt wegen Ukraine-Krieg Exportprognose

Do, 03.03.2022, 11:03: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat vor allem wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs seine Exportprognose gekappt. Das bisher prognostizierte deutsche Exportwachstum von sechs Prozent für 2022 sei nicht mehr zu schaffen, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier am Donnerstag. Bereits vor dem Krieg habe es weltweite Lieferprobleme und Engpässe gegeben, die durch jetzt verstärkt worden seien.

Dazu belasteten die westlichen Sanktionen gegen Russland, die von der deutschen Wirtschaft unterstützt würden, auch deutsche Firmen. Treier sagte, die Sanktionen kämen einem "Vollembargo" gleich.

Maschinenbau: Ukraine-Krieg frühestens im März bei Aufträgen sichtbar

Do, 03.03.2022, 10:00: Deutschlands Maschinenbauer sind mit Schwung ins Jahr gestartet. Im Januar stieg der Auftragseingang bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag mitteilte. "Die russische Aggression in der Ukraine konnte im Januar natürlich noch keine Rolle spielen, die Auswirkungen des Kriegs werden in den Auftragszahlen frühestens ab März zu sehen sein", erläuterte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

Die exportorientierte deutsche Schlüsselindustrie befürchtet spürbare Folgen für ihr Geschäft infolge der Wirtschaftssanktionen gegen Russland. "Die neuen Lieferverbote für diverse Güter nach Russland erfassen weite Teile des europäischen Maschinen- und Anlagenbaus", sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann unlängst.

Deutsche Firmen stehen hinter Russland-Sanktionen

Do, 03.03.2022, 9:29: Deutsche Unternehmen stehen nach Darstellung des Geschäftsführers des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Michael Harms, klar hinter den Sanktionen gegen Russland. "Alle sind der Überzeugung, dass diese Sanktionen notwendig sind; wirtschaftliche Erwägungen müssen jetzt zurückstehen", sagte Harms am Donnerstag im 'ARD-Morgenmagazin'. Während es bei der Verhängung von Sanktionen wegen der russischen Annexion der Krim 2014 noch Diskussionen gegeben haben, inwieweit diese Sanktionen wirklich notwendig seien, erlebe er jetzt "eine große Geschlossenheit".

Deutschland sei allerdings "kritisch abhängig" von russischen Gaslieferungen und sollte daher "auch aus eigenem Interesse einen gewissen Handel mit Russland noch aufrechterhalten", sagte Harms. Letztlich sei das eine politische Entscheidung, aber ein Abbruch dieses Geschäfts "würde uns vor große Herausforderungen stellen".

Übersicht am Morgen: Über Aktien, die Rüstungsindustrie und geschlossene Werke

Ukraine Flagge
(Bild: belyaaa - stock.adobe.com)

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

 

lassen Sie uns den Tag mit einem Blick auf die Börse starten: Dort ist Russland gestern praktisch verschwunden. Die Aktien von russischen Unternehmen wie Gaszprom und Rosneft können nicht mehr gehandelt werden – sowohl in den USA, als auch in Großbritannien und der EU. Auch an der Moskauer Börse wurde der Aktienhandel auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Gazprom-Aktie notierte vor dem Aussetzen des Handels im Übrigen bei knapp 2,60 US-Dollar. Das sind 71 Prozent unter dem Kurs zu Beginn des Jahres.

 

In eine ganz andere Richtung gehen momentan die Aktienkurse der deutschen Rüstungskonzerne: Zwischen dem 25. Februar und 1. März stiegen die Papiere von Rheinmetall (+64,5 Prozent), MTU Aero Engines (+5,8 Prozent), Thyssenkrupp (+ 19, 4 Prozent) und Hensoldt (+112 Prozent) massiv an (Quelle: WDR). Rheinmetall rechnet damit, durch neue Aufträge 1.000 bis 3.000 zusätzliche Mitarbeitende zu benötigen.

 

An diesen beiden Beispielen sind sowohl die Folgen der Sanktionen gegen Russland als auch die Auswirkungen auf die deutsche Rüstungsindustrie gut zu erkennen.

 

Die Weltbank hat heute Nacht nun ihre Finanzhilfen für Russland und Belarus gestoppt. Die Europäische Union verhängte währenddessen neue Sanktionen gegen Russlands Verbündeten Belarus. Sie sollen unter anderem die dortige Holz-, Kali- und Stahlindustrie treffen.

 

Die Auswirkungen der russischen Invasion spürt auch die deutsche Automobilindustrie: Der VDA erklärte, es werde zu weiteren Beeinträchtigungen bei der Produktion in Deutschland kommen. Das hat gestern besonders BMW zu Spüren bekommen: In den Werken in München, Dingolfing und im österreichischen Steyr sowie den Mini-Werken in Oxford und den Niederlanden stehen nächste Woche die Bänder still. Der Grund: Es fehlen Kabelbäume, die normalerweise aus der Ukraine geliefert werden. Rund 7.000 Mitarbeitende sind in München betroffen, in Dingolfing sind es 10.000 und in Steyr 3.200.

 

Eine weitere Auswirkung: Immer mehr Fahrzeugbauer stoppen ihre Produktion in Russland. Nach BMW, Daimler Trucks, Volvo, Ford und MAN folgten gestern Abend Toyota (wegen Störungen in der Lieferkette) und Mercedes-Benz. Die Stuttgarter wollen außerdem bis auf Weiteres keine Fahrzeuge mehr nach Russland exportieren und die dortige Fertigung bleibt geschlossen.

 

Obwohl sich die Anzeichen verdichten, dass sich die russische und ukrainische Seite heute wieder zu Gesprächen treffen, scheint ein Ende des Krieges noch in weiter Ferne zu liegen.

 

Dennoch: Bleiben Sie optimistisch!

 

Ihre

Anja Ringel

Wirtschaftsredakteurin

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine bis zum 2. März, 11:30 MEZ haben 800.000 Menschen das Land verlassen, um entweder dauerhaft oder vorübergehend Schutz zu suchen. Wie unsere Grafik auf Basis von Daten des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) zeigt, ist Polen bislang das Hauptziel für die Mehrheit der Geflüchteten.
Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine bis zum 2. März, 11:30 MEZ haben 800.000 Menschen das Land verlassen, um entweder dauerhaft oder vorübergehend Schutz zu suchen. Wie die Grafik auf Basis von Daten des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) zeigt, ist Polen bislang das Hauptziel für die Mehrheit der Geflüchteten. (Bild: Statista)

Einordung und Ausblick am Abend: Irgendwann müssen wir wieder miteinander reden

EIn Mann hält ein Pappschild mit den Worten "Stop War" in seiner Hand
(Bild: stock.adobe.com - xartproduction)

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

 

vor rund 24 Stunden schrieb ich an dieser Stelle, dass sich die wirtschaftlichen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine nicht mehr überschlagen. Heute stellt sich die Lage wieder ganz anders dar.

 

Infolge der Biden-Rede in den USA hat sich eine Vielzahl von Unternehmen direkt oder indirekt dazu bewogen gefühlt, ihre Geschäfte in und mit Russland einzustellen. So hat nun auch Siemens und MAN reagiert (mehr dazu lesen Sie hier). Darüber hinaus wurden auch noch weitere Sanktionen auf den Weg gebracht, zu nennen wäre da zum Beispiel Polens geplanter Importstopp von russischer Kohle.

 

Die Sanktionen des Westens sind nach Kremlangaben ein schwerer Schlag gegen die russische Wirtschaft. Zugleich betonte der Kreml in Moskau, dass das Land große Reserven habe, den Druck auszuhalten. Die Wirtschaft „wird auf den Beinen stehenbleiben“, behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Mittwoch. Russland habe Polster, um die Folgen der Sanktionen abzufedern. Zugleich sagte er, dass das Riesenreich auf die Sanktionen des Westens reagieren werde - mit „nüchternem Kopf“ und „ohne sich selbst ins Bein zu schießen“.

 

Britanniens Häfen sind für russische Schiffe gesperrt, der Luftraum zahlreicher Länder für russische Flieger geschlossen, Geschäftsbeziehungen aller Art abgebrochen. Es scheint wieder ein Eiserner Vorhang Russland und den Westen zu trennen.

 

Infolge des ungerechtfertigten russischen Angriffskrieges ist es mit Sicherheit die richtige Entscheidung, jetzt eine dicke rote Linie zu ziehen. Es wird wahrscheinlich nicht morgen sein, nicht nächste Woche und vielleicht auch nicht nächsten Monat; aber irgendwann wird der Moment kommen, wo wir wieder mit Russland reden müssen – und wahrscheinlich wird es Putin sein, der ans Telefon geht, wenn wir anrufen.

 

Die Kunst wird es nun sein, so hart wie möglich die Attacke Putins auf die Ukraine zu sanktionieren, ohne dass Russlands Präsident sein Gesicht verliert; ihm eine Hintertür offen zu lassen, damit er nicht mit dem Rücken zur Wand steht. Kurz: Wir müssen uns durchsetzen, ohne Russland zu demütigen. Ein unmöglicher Balanceakt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung unten in die Kommentare!

 

Nachdenkliche Grüße,

Gabriel Pankow, Leiter Redaktion Digital der Fachzeitung PRODUKTION

Wut und Irritation rund um Nord Stream 2

Mi, 02.03.2022, 15:42: Die Eigentümergesellschaft der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 hat nach eigenen Angaben keinen Insolvenzantrag gestellt. "Wir bestätigen die Medienberichte nicht, dass Nord Stream 2 Insolvenz angemeldet hat", erklärte die in Zug in der Schweiz ansässige Projektgesellschaft am Mittwoch.

Derweil hat das russische Außenministerium die Bundesregierung wegen ihres Vorgehens im Fall der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 scharf kritisiert. "Berlins Entscheidung, das Projekt zu stoppen, wird die russisch-deutschen Beziehungen, die nicht durch unsere Schuld in den vergangenen Jahren alles andere als ungetrübt waren, irreparabel beschädigen", teilte die Sprecherin des Ministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, am Mittwoch mit.

Bundesregierung gibt Teil der nationalen Ölreserve frei

Mi, 02.03.2022, 15:07: Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und zur Beruhigung des Ölmarktes hat die Bundesregierung einen Teil der nationalen Ölreserve freigegeben. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit.

Blitz-Umfrage: Wie schwer der Ukraine-Krieg die Unternehmen trifft

Mi, 02.03.2022, 14:41: Die auf Einkauf und Logistik spezialisierte Unternehmensberatung Kloepfel Consulting hat von Freitag (25.02.) bis zum Dienstag (01.03.) online branchenübergreifend 235 Fach- und Führungskräfte nach den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf ihr Unternehmen befragt. Die Ergebnisse der Umfrage haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst.

„Die Gefahren des sinnlosen und furchtbaren Krieges in der Ukraine für die hiesige Wirtschaft sind derzeit kaum absehbar. Daher ist jetzt wichtig, dass die Unternehmen ihren Einkauf mit Manpower, Know-how und digitalen Tools stärken, um Beschaffungsalternativen aufzubauen und die Lieferketten mit ihren Risiken aber auch Chancen transparent zu machen", kommentiert Marc Kloepfel, CEO von Kloepfel Consulting, die Ergebnisse der Umfrage.

Karte zeigt, welche Pipelines  Russland und Europa verbinden
Russisches Erdgas macht etwa ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases aus und wird über Pipelines zu den Abnehmerländern transportiert. Die aktuelle Konfliktsituation wirft die Frage auf, was nun mit den Gasströmen geschehen wird. (Bild: Statista)

Deutschland: 1,5 Milliarden Euro für LNG

Mi, 02.03.2022, 13:52: Deutschland stellt 1,5 Milliarden Euro bereit, um Flüssiggas (LNG) zu kaufen, wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums erklärte.

Russischer Stahlkonzern Severstal liefert nicht mehr in die EU

Mi, 02.03.2022, 13:32: Der russische Stahlkonzern Severstal stoppt nach einem Bericht der Agentur Tass alle Lieferungen in die EU. Severstal reagiere damit auf die Sanktionen gegen seinen Haupteigentümer, den russischen Geschäftsmann Alexej Mordaschow. Die Güter würden auf "alternative Märkte" umgeleitet, zitiert die Agentur den Stahlriesen. Dem Bericht zufolge könnten das zum Beispiel der Nahe Osten, Asien und Südamerika sein.

Fernsteuerung von Tausenden Windkraftanlagen weiter gestört

Mi, 02.03.2022, 12:37: Der Betrieb von Tausenden Windenergieanlagen ist wegen einer Störung der Satellitenverbindung weiter eingeschränkt. Beim großen deutschen Windenergieanlagen-Hersteller Enercon sind 5.800 Anlagen in Zentraleuropa betroffen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Aurich mitteilte. Enercon arbeite mit Hochdruck an einer Lösung. Der Grünen-Europapolitiker Niklas Nienaß brachte die Störung in Zusammenhang mit der russischen Invasion in der Ukraine. "Schuld könnte ein Angriff russischer Hacker auf ein Satellitennetzwerk sein, über das die Anlagen gesteuert werden", erklärte Nienaß in Brüssel.

Die Fernüberwachung und -steuerung der Anlagen ist seit Donnerstag (24. Februar) nur eingeschränkt möglich - der Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine. Die Anlagen sind aber in Betrieb und produzieren Energie. Bis zur Lösung des Problems sollen sie im Automatikmodus laufen und sich selbstständig regulieren.

Belgier wollen LNG-Terminal in Wilhelmshaven bauen

Mi, 02.03.2022, 12:17: Neben der möglichen Rückkehr des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper bietet sich ein weiteres Unternehmen für den Aufbau eines Terminals für Flüssigerdgas (LNG) in Wilhelmshaven an. In Anbetracht des Krieges Russlands gegen die Ukraine und der Debatte über Europas Energiesicherheit werde man das Projekt eines "Green Energy Hubs" in der Hafenstadt beschleunigen, kündigte die belgische Firma Tree Energy Solutions (TES) am Mittwoch an. Demnach wird ein Betrieb in großem Maßstab ab 2025 angepeilt.

Kreml will an Nord Stream 2 festhalten

Mi, 02.03.2022, 11:36: "Der gesunde Menschenverstand und die wirtschaftliche Zweckmäßigkeit sprechen klar für die Notwendigkeit, dieses Objekt so schnell wie möglich in Betrieb zu nehmen. Die hysterische Realität macht dies bisher unmöglich", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. "Die gesamte Infrastruktur ist unter anderem technisch, technologisch und logistisch fertig. Diese Infrastruktur ist vorhanden und wird nicht so einfach verschwinden", so Peskow. Deutschland hatte die Zertifizierung der Pipeline von Russland nach Deutschland auf Eis gelegt.

DZ-Bank-Co-Chef: Handel mit Russland kommt zum Erliegen

Mi, 02.03.2022, 11:13: "Tatsächlich sind die Weichen derzeit so gestellt, dass tatsächlich auch der Handel mit Russland komplett zum Erliegen kommen wird. Denn es gibt faktisch keine Zahlungswege mehr, die zur Verfügung stehen. Selbst wenn die Geschäftspartner - beispielsweise aus der Bundesrepublik und in Russland - über die inhaltliche Abwicklung des Geschäftes einig sind. Es ist derzeit schlicht nicht mehr möglich, entsprechende Zahlungen anzuweisen. Wir haben alle die Hoffnung, dass es weiter gelingt, die Energierohstoffe aus Russland nach Westeuropa liefern zu lassen, und die sollen sicherlich dann auch bezahlt werden, das ist natürlich das Szenario, was wünschenswert und anstrebenswert ist. Für den Rest der Handelsbeziehungen mit Russland sehe ich derzeit schwarz", sagt der Co-Chef des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank, Uwe Fröhlich, am Mittwoch in Frankfurt auf Fragen nach den Folgen der Sanktionen gegen Russland für das dortige Geschäft.

EU straft Belarus: Neue Sanktionen

Mi, 02.03.2022, 11:12: Die EU-Staaten sind sich einig über neue Sanktionen gegen Russlands Verbündeten Belarus. Dies teilte die französische EU-Ratspräsidentschaft auf Twitter mit. Betroffen seien vor allem die belarussische Holz-, Kali,- und Stahlindustrie. Die Maßnahmen träten in Kraft, sobald sie im EU-Amtsblatt veröffentlicht seien.

Die Statista-Grafik zeigt, welche Ausdehnung das russische Imperium im Jahr 1914 hatte. So fielen in die Ländergrenzen die heutigen Staaten Ukraine, Weißrussland, Finnland, Georgien, Moldawien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, Estland, Lettland und Litauen. Außerdem gehörten Teile Polens (inkl. Warschau) und der heutigen Türkei dazu.
Die US-Botschafterin Thomas-Greenfield warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im UN-Sicherheitsrat vor kurzenm vor, er träume von einem russischen Großreich. Putin habe behauptet, dass Russland heute einen rechtmäßigen Anspruch auf alle Gebiete des russischen Imperiums habe, die in den Grenzen des ehemaligen Russischen Kaiserreichs vor der Sowjetunion liegen würden. Die Grafik zeigt, welche Ausdehnung selbiges im Jahr 1914 hatte. (Bild: Statista)

Experte: Russischer Automarkt bricht ein

Mi, 02.03.2022, 10:57: Der Krieg gegen die Ukraine wird nach Einschätzung eines Experten zu einem starken Einbruch des russischen Automarktes führen. Die Neuwagenverkäufe könnten in diesem Jahr wegen des nach den Sanktionen stark abgewerteten Rubels um mehr als die Hälfte zurückgehen, schreibt der Leiter des Duisburger Center Automotive Research, Ferdinand Dudenhöffer, in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Bei großer chinesischer Wirtschaftshilfe könnten die Einbrüche auf etwa ein Drittel begrenzt werden. Ähnliche Rückgänge hatte es auf dem russischen Markt bereits in der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 und nach der Annexion der Krim gegeben.

2021 wurden laut CAR in der Russischen Föderation 1,67 Millionen Autos verkauft, was einem Weltmarktanteil von 2,3 Prozent entsprach. Größte Anbieter waren die Renault-Nissan-Gruppe (33,8 Prozent Marktanteil) sowie Hyundai/Kia aus Südkorea (22,7 Prozent). Mit 204 200 Verkäufen lag der VW-Konzern bei 12,3 Prozent Marktanteil auf dem dritten Platz. Zahlreiche chinesische Anbieter sind ebenfalls aktiv. Die meisten Hersteller montieren die Fahrzeuge in Russland, weil sonst hohe Zölle drohten. Diese Produktion könnte beim Rückzug der westlichen Partner schnell eingestellt werden. Nur jedes 20. verkaufte Fahrzeug verfüge über eigenständige Technik aus Russland, berichtete Dudenhöffer.

Polen verlangt EU-Importstopp für Kohle, Öl und Gas aus Russland

Mi, 02.03.2022, 10:45: Polen fordert ein europäisches Embargo gegen Öl, Gas und Kohle aus Russland. Sein Land würde vor allem die Einfuhr russischer Kohle auch sofort einseitig stoppen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Mittwoch. Dafür bräuchte er nur die Zusicherung der EU-Kommission, Polen dafür nicht zu bestrafen, weil Sanktionspolitik EU-Sache sei.

EU-Ratspräsident Charles Michel, der bei einem Besuch in Polen gemeinsam mit Morawiecki vor Journalisten sprach, äußerte sich zurückhaltend über ein mögliches Embargo gegen russische Energieträger. Zunächst müssten die bereits beschlossenen EU-Sanktionen gegen Russland umgesetzt werden. Michel schloss aber weitere Strafmaßnahmen nicht aus. Man bereite sich vor, falls weitere Optionen gebraucht würden, sagte der Ratschef.

Deutschland bezieht große Mengen Kohle und Gas aus Russland. Ein EU-Importstopp würde die Versorgung hierzulande beeinträchtigen. Auch Polen ist bisher stark auf russische Kohle angewiesen, denn das Land gewinnt den überwiegenden Teil seines Stroms und seiner Heizenergie aus dem fossilen Energieträger.

Morawiecki macht trotzdem Druck. Sanktionen müssten so weitreichend wie möglich sein, um die russische Kriegsmaschinerie zu stoppen, sagte der Ministerpräsident. "Teil des Sanktionspakets sollte eine Blockade für verschiedene Arten von Kohlenwasserstoffen aus Russland - Öl, Gas und Kohle - sein. Ich fordere die Europäische Kommission erneut auf, ein Embargo gegen russische Kohle zu beschließen." Er habe mit der australischen Regierung über mögliche Kohle-Lieferungen von dort gesprochen.

Porsche kurz vor Unterbrechung der Produktion in Leipzig

Mi, 02.03.2022, 9:48: Wegen Lieferengpässen will Porsche im Werk Leipzig den Bau von Autos unterbrechen. Die Fabrik sei gezwungen, die Produktion von Mittwochnachmittag an zunächst bis zum Ende der kommenden Woche auszusetzen, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Dort werden die Modelle Macan und Panamera gebaut. Für die Beschäftigten werde Kurzarbeit beantragt.

In Stuttgart-Zuffenhausen, wo der Taycan und der 911 gebaut wird, wird laut Mitteilung die Produktion in dieser Woche noch aufrechterhalten. "Die weiteren Schritte erfolgen in einem geordneten Prozess. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir auf Sicht fahren und die Lage kontinuierlich neu bewerten." Die Volkswagen-Tochter Porsche bezieht nach Angaben aus Branchenkreisen bisher Kabelbäume aus der Westukraine.

Der Porsche-Sprecher sagte weiter: "Der Volkswagen-Konzern blickt mit großer Sorge und Betroffenheit auf die Situation in der Ukraine." Man hoffe auf eine schnelle Einstellung der Kampfhandlungen und eine Rückkehr zur Diplomatie. "Wir sind überzeugt, dass eine nachhaltige Lösung des Konflikts nur auf Grundlage des internationalen Rechts erfolgen kann." Bei allen Aktivitäten vor Ort stehe die Sicherheit und Unversehrtheit der Menschen an erster Stelle.

Die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit würden fortlaufend durch Experten ermittelt, teilte der Porsche-Sprecher mit.

Deutsche Rüstungskonzerne wollen Produktion hochfahren

Mi, 02.03.2022, 9:40: Die führenden deutschen Rüstungskonzerne sind angesichts der von der Bundesregierung geplanten zusätzlichen Milliardenausgaben für die Bundeswehr bereit, ihre Produktion kurzfristig zu erhöhen und auch auf Dauer zu erweitern.

Dazu soll die Umstellung auf Mehrschichtbetrieb ebenso wie neue Kooperationen mit externen Partnern beitragen, wie aus einer aktuellen Umfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unter den großen deutschen Herstellern Airbus, Rheinmetall, KMW, Thyssen-Krupp Marine Systems, Hensoldt sowie Heckler & Koch hervorgeht.

Nach Pleite von Sberbank-Europa-Tochter: 35.000 Anleger erhalten Geld

Mi, 02.03.2022, 8:50: Nach der Pleite der von Sanktionen betroffenen Europa-Tochter der russischen Sberbank werden etwa 35 000 Kunden entschädigt - vor allem in Deutschland. Von deren Einlagen in Höhe von einer Milliarde Euro seien 913 Millionen Euro durch die Einlagensicherung Austria (ESA) gesichert, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Mittwoch mit.

Da die Kunden fast ausschließlich aus Deutschland stammen und über die deutsche Filiale der Sberbank Europe AG geführt werden, übernehme aufgrund internationaler Abkommen die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) im Auftrag und auf Rechnung der ESA die operative Abwicklung des Entschädigungsverfahrens. Je Kunde sind über diese gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt.

Ölpreise steigen erneut auf mehrjährige Höchststände

Mi, 02.03.2022, 8:16: Die Ölpreise legen angesichts des Kriegs in der Ukraine weiter deutlich zu. Am Mittwoch markierten die beiden wichtigsten Erdölsorten Brent und West Texas Intermediate (WTI) erneut mehrjährige Höchststände. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete bis zu 111,72 US-Dollar und damit so viel wie zuletzt im Jahr 2014. Ein Fass der US-Sorte WTI wurde mit bis zu 110,14 Dollar gehandelt. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2013. Zuletzt legte der Preis für WTI-Öl noch um 5,89 Dollar auf 109,16 Dollar zu, Brent verteuerte sich um 5,98 Dollar auf 110,94 Dollar.

Auslöser des Preisschubs am Rohölmarkt sind der Krieg Russlands in der Ukraine und die denkbaren Folgen für das Ölangebot. Einerseits halten es Fachleute für möglich, dass große Volkswirtschaften die Einfuhr russischen Erdöls sanktionieren, andererseits werden auch Gegensanktionen Russlands bis hin zu einem Ausfuhrstopp für möglich gehalten. Russland ist einer der größten Ölförderer und -exporteure der Welt.

Am Dienstag hatten die Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) die Freigabe von 60 Millionen Barrel Rohöl aus ihren strategischen Reserven beschlossen. Am Ölmarkt hat die Freigabe der vergleichsweise kleinen Menge nicht zu einer Beruhigung der Lage geführt.

Übersicht am Morgen: Immer mehr Unternehmen ziehen sich aus Russland zurück

Schachfiguren mit Fahnen der EU, Ukraine und Russland
(Bild: Feydzhet Shabanov- stock.adobe.com)

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

viele Menschen in Deutschland solidarisieren sich mit der Ukraine, sammeln Sachspenden, bieten geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern eine Unterkunft an oder fahren selbst an die polnisch-ukrainische Grenze, um zu helfen.

 

Auch in der Industrie ziehen immer mehr Unternehmen Konsequenzen:

 

Anfang der Woche haben wir schon berichtet, dass die Autoindustrie reagiert hat und Daimler Trucks, Volvo und ZF vorerst ihre Geschäfte mit Russland stoppen. Nun reagieren auch Ford und BMW: Ford kündigte an, sich bis auf weiteres aus Russland zurückzuziehen. BMW stoppt sowohl die Produktion in seinem Werk im russischen Kaliningrad als auch den Export nach Russland.

Für den Münchner Autobauer hat der Krieg in der Ukraine außerdem Auswirkungen auf das Werk in Dingolfing: Die Produktion wird dort in der kommenden Woche komplett ausfallen. Der Grund: Es fehlen Kabelbäume, die sonst aus der West-Ukraine bezogen wurden.

Bosch kündigte auf LinkedIn an, seine Einrichtungen in den Nachbarländern als Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung zu stellen.

 

Aus der Ölindustrie kommt diese Meldung: Der US-Konzern Exxon stoppt sein Öl- und Gasfördergeschäft in Russland.

 

Es gibt auch Folgen für die Lieferketten: Die Reedereien Maersk, MSC und CMA CGM setzen Lieferungen aus Russland aus und akzeptieren keine Reservierungen mehr für Waren aus Russland. Hapag-Lloyd will bis auf Weiteres nur noch Lebensmittel nach und aus Russland befördern.

 

Auch die Luftfahrtindustrie meldet sich zu Wort: Boeing hat angekündigt, die Lieferung von Teilen, die Wartung und den technischen Support für russische Fluggesellschaften zu stoppen. Weitere Geschäftsbeziehungen mit Russland wurden ebenfalls gestoppt. Airbus schloss seinen Trainingscampus in Moskau und hat sein Büro in der ukrainischen Hauptstadt Kiew vorerst geschlossen.

Airbus ist zudem von den EU-Sanktionen gegen Russland betroffen. Denn die EU hatte beschlossen, dass keine Flugzeuge, Ersatzteile und Ausrüstungen mehr an russische Unternehmen geliefert werden dürfen. Laut ‚Handelsblatt‘ hat die russische Fluggesellschaft Aeroflot 22 Großraumjets vom Typ A350 bestellt, von denen acht schon ausgeliefert seien. Ebenfalls geordert wurden 40 Mittelstreckenjets. Ein Sprecher erklärte, der Konzern beobachte die Situation genau.

 

Apropos Sanktionen: Gestern Abend hat die EU sieben russische Banken aus Swift ausgeschlossen. Und nach Großbritannien hat nun auch Kanada seine Häfen für russische Schiffe gesperrt. Die USA folgen ihren europäischen Partner und sperren den Luftraum für russische Flugzeuge. Eine Übersicht über die Sanktionen gibt es hier.

 

Wie immer werden wir Sie in unserem Live-Ticker weiter auf dem Laufenden halten.

Ich wünsche Ihnen trotz der Ereignisse einen angenehmen Tag,

 

Ihre

Anja Ringel

Wirtschaftsredakteurin

Der russische Rubel hat im weltweiten Zahlungsverkehr des SWIFT-Systems eine relativ kleine Position inne. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Zahlungsorganisation SWIFT.
Der russische Rubel hat im weltweiten Zahlungsverkehr des SWIFT-Systems eine relativ kleine Position inne. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Zahlungsorganisation SWIFT. Demzufolge lag der Anteil der Zahlungen in der russischen Währung Rubel an allen weltweiten Zahlungen, die im Dezember 2021 über SWIFT abgewickelt wurden, bei lediglich 0,2 Prozent. (Bild: Statista)

Übersicht am Abend: Das war aus wirtschaftlicher Sicht heute wichtig

Ukrainische Flagge hinter Stacheldraht
(Bild: stock.adobe.com - Tomas Ragina)

Lieber Leserinnen und Leser,

 

ein gigantischer Konvoi bestehend aus Panzern und anderem Kriegsgerät, der auf Kiew zurollt. Marschflugkörper, die das Herz Charkiws treffen. Die militärische Entwicklung des Ukraine-Krieges ist weiterhin mehr als nur Besorgnis erregend. Derweil bleibt auch die wirtschaftliche Entwicklung infolge der russischen Aggression dynamisch, wobei sich die Ereignisse nicht mehr derart überschlagen, wie es gestern noch der Fall war.

 

Die Hauptthemen heute: Weitere Unternehmen ziehen sich aus dem Russland-Geschäft zurück (eine stetig aktualisierte Übersicht dazu finden Sie hier). Auch werden die Folgen der Sanktionen für die russische Wirtschaft immer deutlicher spürbar, was offensichtlich auch den ein oder anderen einst Putin-treuen Oligarchen dazu bewegt, seine Meinung zu ändern. Gut so!

 

Doch auch die hiesige Industrie hat mit den Auswirkungen der russischen Invasion zu kämpfen. So leidet beispielsweise die VW-Tochter Skoda an einem "kritischen Mangel" an Teilelieferungen von mehreren Zulieferern aus der Ukraine. Ohnehin befürchtet die deutsche Industrie wegen des Ukraine-Kriegs Engpässe bei Rohstoffen sowie Preissteigerungen. Industriepräsident Siegfried Russwurm sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Lage sei unübersichtlich. "Aktuell nehmen Lieferengpässe bei Rohstoffen und Zwischengütern nach einigen Wochen der Entspannung an den Märkten deutlich zu.“ Doch auch wenn es an die eigene Substanz geht, BDI wie auch die IG Metall unterstützen die Sanktionen gegen Russland.

 

Was morgen Thema sein wird: Die steigende Inflation wird Deutschland erst einmal verdauen müssen. Denn der Ukraine-Krieg macht alle Hoffnungen auf eine Abschwächung der Inflation in Deutschland vorerst zunichte. Ökonomen rechnen mit einem weiteren Anstieg in den kommenden Monaten, manche halten Teuerungsraten in Richtung sechs Prozent für möglich.

 

Die zunächst im Zuge der weltweiten Konjunkturerholung gestiegenen Energiepreise treiben bereits seit Monaten die Inflation in Europa an. Als Reaktion darauf hat die Regierungskoalition ein Entlastungspaket beschlossen. Werden weitere Maßnahmen der Ampel-Koalition folgen? Fragen mit denen sich die Ukrainer angesichts der dramatischen Bedrohungslage wohl nur zu gern beschäftigen würden.

 

Auch morgen werden wir Sie in unserem Live-Ticker zu allen wirtschaftlichen Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg auf dem Laufenden halten.

 

Nachdenkliche Grüße

Gabriel Pankow, Leiter der Redaktion Digital der Fachzeitung PRODUKTION

Druck auf Schröder wächst

Di, 01.03.2022, 16:03: Vor dem Hintergrund der russischen Invasion in der Ukraine wächst der Druck auf den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Mehrere Mitarbeiter wollen sich nach Medieninformationen von Schröder trennen. CDU-Generalsekretär Mario Czaja forderte das Ende von Schröders Verbindungen zu russischen Unternehmen binnen 48 Stunden. Aus der Union, aber auch aus der SPD kam die Forderung, Schröder die Amtsausstattung zu entziehen.

Der frühere Bundeskanzler gilt als langjähriger Freund Putins. Schröder ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft und hat auch Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2.

Geld von IT-Industrie für russische Soldaten

Di, 01.03.2022, 14:30: "Rettet euer Leben und geht heim", hatte Ukraine-Präsident Selenskyj gestern in einer Videobotschaft gesagt. Nun legt seine Regierung nach und hat den russischen Soldaten Straffreiheit und Geld angeboten, wenn sie sich ergeben, berichtet der 'Spiegel'.

"Trefft eure Wahl. Kommt ohne Waffen und mit weißer Flagge heraus", schrieb Verteidigungsminister Olexij Resnikow in der Nacht zum Dienstag bei Facebook. Geboten werden jedem Soldaten umgerechnet mehr als 40.000 Euro. Finanziert werde die Aktion von der internationalen IT-Industrie.

Von der Leyen verspricht 500 Millionen Euro Nothilfe

Di, 01.03.2022, 13:56: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat 500 Millionen Euro an humanitärer Hilfe angekündigt, um die tragischen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine zu bewältigen. Das Geld solle ins Land fließen und zur Versorgung der Flüchtlinge eingesetzt werden, sagte von der Leyen am Dienstag in einer Sondersitzung des EU-Parlaments. Die Summe soll die bereits angekündigten 500 Millionen Euro der Europäischen Union für Waffenlieferungen an die Ukraine ergänzen.

"Dies ist die Stunde der Wahrheit für Europa", sagte von der Leyen. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine gehe es um eine Auseinandersetzung zweier Welten - zwischen Recht und Gewalt, zwischen Demokratie und Autokratie, zwischen einer nach Regeln funktionierenden Weltordnung und nackter Gewalt.

Briten sperren Häfen für russische Schiffe

Di, 01.03.2022, 13:08: Großbritannien verbietet per Gesetz allen Schiffen, die in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung stehen, die Einfahrt in seine Häfen. Dies gelte für Schiffe, die unter russischer Flagge fahren, registriert sind oder von Russland kontrolliert werden.

„Wir sind soeben die erste Nation geworden, die ein Gesetz verabschiedet hat, das allen Schiffen, die in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung stehen, das Einlaufen in britische Häfen verbietet“, erklärt Verkehrsminister Grant Shapps auf Twitter.

Ob die EU, die USA oder weitere sich dieser Maßnahme anschließen wollen, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Jedenfalls hätte dieser Schritt weitere massive Auswirkungen auf die ohnehin schon strapazierten russischen Lieferketten.

Analysten: Stimmungsdämpfer für Europas Industrie

Di, 01.03.2022, 13:04: Der Krieg in der Ukraine könnte für Wachstumseinbußen sorgen und das Inflationsrisiko zusätzlich befeuern, warnt der IHS-Markit-Experte Joe Hayes . Analystin Melanie Debono von Pantheon Macroeconomics wies darauf hin, dass die russische Invasion in der Ukraine die Lieferengpässe und den Materialmangel verschärfen könnte, der die Industriebetriebe bereits während der Corona-Pandemie belastet hat.

Percepio stoppt Verkäufe nach Russland und Belarus

Di, 01.03.2022, 13:01: Das schwedische Unternehmen Percepio hat heute angekündigt, seine Software-Tools nicht mehr nach Russland und Belarus zu verkaufen. Man tue dies aus Solidarität gegenüber der Ukraine, wie die Firma in einer Pressemitteilung erklärte.

Keine neuen Kreditkarten mehr

Di, 01.03.2022, 11:51: Wie das osteuropäische Nachrichtennetzwerk 'Nexta' berichtet, ist es den sanktionierten russischen Banken nicht mehr möglich, neue Visa- oder Mastercards auszustellen.

Neben der EU und den USA hat mittlerweile auch Südkorea russische Banken mit Sanktionen belegt. Betroffen sind unter anderem die Banken Sberbank, VEB und VTB

Playmobil: Vorerst keine Lieferung mehr für Russland

Di, 01.03.2022, 11:45: Aus dem mittelfränkischen Zirndorf gehen keine Spielwaren von Playmobil und keine Pflanzgefäße von Lechuza mehr nach Russland. Wie die Horst Brandstätter Group mitteilt, werden alle Lieferungen ab sofort eingestellt. Ursprünglich seien für das Jahr 2022 insgesamt rund zehn Millionen Euro Umsatz in Russland kalkuliert worden, berichtet der 'BR'.

Bei schweren Cyberattacken auf Deutschland und auf die Ukraine, deren Akteure haben ihren Ursprung mehrheitlich in Russland. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis einer aktuellen Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).
Schwere Cyberattacken auf Deutschland und auf die Ukraine haben ihren Ursprung mehrheitlich in Russland. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis einer aktuellen Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). (Bild: Statista)

Skoda fehlen Teile aus Ukraine

Di, 01.03.2022, 11:27: Die russische Invasion in die Ukraine hat erste Auswirkungen auf die Produktion der tschechischen Volkswagen-Tochter Skoda. Man kämpfe mit einem "kritischen Mangel" an Teilelieferungen von mehreren Zulieferern in der Ukraine, teilte das Unternehmen am Dienstag in Mlada Boleslav mit. Betroffen seien mehrere Modelle des Autobauers. Man sei gezwungen gewesen, mit Beginn dieser Woche die Herstellung des Elektroautos Skoda Enyaq iV einzuschränken. Skoda arbeite intensiv daran, nach alternativen Lieferquellen zu suchen.

Nach eigenen Angaben beschäftigt Skoda in Tschechien mehr als 600 ukrainische Mitarbeiter. Der Konzern will sie und ihre Familien in dieser Notsituation unterstützen. Konkrete Hilfe werde bei der Beantragung von Visa sowie bei Unterbringung, Gesundheitsversorgung und Integration angeboten. Zudem spende Skoda umgerechnet knapp eine halbe Million Euro an tschechische Hilfsorganisationen und Kommunen für die Flüchtlingshilfe.

In Solomonowo in der westlichen Ukraine stellt der unabhängige Skoda-Partner Eurocar die Modelle Superb, Kodiaq, Karoq und Fabia Combi für den ukrainischen Markt her. Dort ist die Fertigung derzeit eingestellt. "Ein Rückgang des Verkaufs in der Ukraine und in Russland ist im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung zu erwarten", hieß es aus der tschechischen Zentrale.

Nord Stream 2 entlässt alle Angestellten

Di, 01.03.2022, 10:33: Der Betreiber der russischen Pipeline Nord Stream 2 mit Sitz im steuergünstigen Schweizer Kanton Zug hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Guy Parmelin allen Angestellten gekündigt. 140 Menschen seien betroffen, sagte Parmelin am Montagabend im Westschweizer Fernsehen. Das Unternehmen habe für diesen Dienstag um ein Treffen mit Vertretern der Kantonsbehörden gebeten, berichtete der Sender. Das Unternehmen reagierte am Dienstag zunächst nicht auf eine Anfrage.

Die USA hatten vergangene Woche Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG verhängt und damit weitere Geschäfte mit dem Unternehmen untersagt. Eine Übersicht über die gegen Russland verhängten Sanktionen, haben wir in einem Artikel für Sie zusammengefasst.

Russische Oligarchen kritisieren Kreml nach Invasion

Di, 01.03.2022, 10:28: Mehrere russische Oligarchen haben nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Kritik am Vorgehen des Kreml geübt, wie die 'Stuttgarter Zeitung' berichtet. Der Milliardär Oleg Deripaska forderte angesichts der gegen Moskau verhängten Wirtschaftssanktionen am Montag ein Ende des „Staatskapitalismus“ in Russland. „Das ist eine echte Krise, und wir brauchen echte Krisenmanager“, erklärte der Gründer des Aluminiumkonzerns Rusal auf Telegram.

„Wir müssen unbedingt die Wirtschaftspolitik ändern und diesen ganzen Staatskapitalismus beenden“, fügte er hinzu. Die Regierung könne nicht „einfach abwarten“, erklärte Deripaska. Er erwarte vom Kreml „Klarstellungen“ zur „Wirtschaftspolitik in den nächsten drei Monaten“.

Derweil planen die Grünen eine Kundgebung vor der sogenannten Usmanow-Villa in Rottach-Egern, wie der 'Merkur' berichtet. Die Protestkundgebung des Grünen-Ortsverbands Tegernseer Tal soll am Mittwoch, 2. März, stattfinden. Die Teilnehmer wollen vor die Villa des russischen Oligarchen Alisher Usmanow ziehen – der Milliardär gilt als enger Vertrauter von Russlands Machthaber Putin.

Deutsche Gepard-Panzer für ukrainische Streitkräfte?

Di, 01.03.2022, 10:19: Bereits am vergangenen Freitag meldete die 'Welt', dass der deutsche Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ Gepard aus eigenem Bestand an die Ukraine liefern könnte. „Die Entscheidung liegt bei der Bundesregierung“, sagt KMW-Chef Ralf Ketzel im Gespräch mit der 'Welt': „Wir haben etwa 50 Modelle vom Typ Gepard im eigenen Bestand, die relativ schnell wieder einsatzfähig gemacht werden könnten.“ Über den Stand dieses Projekts gibt es bis dato jedoch keine aktuelleren Informationen.

Der Flakpanzer Gepard war von 1976 bis 2012 bei der Heeresflugabwehr der Bundeswehr im Einsatz. Seine Hauptaufgabe war, eigene Truppen vor tieffliegenden Kampfflugzeugen und Hubschraubern zu schützen. Wie die Technik des Gepards funktioniert, sehen Sie im folgenden Video:

BDI und IG Metall unterstützen Sanktionen gegen Russland

Di, 01.03.2022, 09:48: Die Gewerkschaft IG Metall und der Bundesverband der Deutschen Industrie unterstützen "mit Nachdruck" die von den westlichen Bündnispartnern verhängten Sanktionsmaßnahmen gegen Russland. Die Details lesen Sie hier.

Auch Kötter lässt Verträge mit russischen Unternehmen ruhen

Di, 01.03.2022, 09:38: Die Kötter Unternehmensgruppe lässt ebenfalls mit sofortiger Wirkung die Verträge mit russischen Unternehmen ruhen. Die Details und welche Firmen ihre geschäftlichen Aktivitäten mit Russland ebenfalls stoppen, lesen Sie hier: "Diese Firmen stoppen die Geschäftsbeziehungen mit Russland"

Deutsche Industrie: Lieferengpässe bei Rohstoffen nehmen zu

Di, 01.03.2022, 9:24: Die deutsche Industrie befürchtet wegen des Ukraine-Kriegs Engpässe bei Rohstoffen sowie Preissteigerungen. Industriepräsident Siegfried Russwurm sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Lage sei unübersichtlich. "Aktuell nehmen Lieferengpässe bei Rohstoffen und Zwischengütern nach einigen Wochen der Entspannung an den Märkten deutlich zu. Der Krieg in der Ukraine sorgt in Unternehmen für zusätzliche große Unsicherheit beim Import von Rohmetallen und metallhaltigen Vorstoffen."

Es seien größere Engpässe für kritische Rohstoffe absehbar, etwa im Bereich der Elektromobilität, so Russwurm. "Wir müssen mit weiteren empfindlichen Preissteigerungen rechnen. Die Industrie ist besorgt über den Materialmangel, aber wir wissen natürlich, wer für diese Situation Verantwortung trägt, und müssen damit umgehen", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie mit Blick auf Russland und den russischen Einmarsch in die Ukraine.

Übersicht am Morgen: Das ist aus wirtschaftlicher Sicht über Nacht passiert

Flaggen der Ukraine und Russlands
(Bild: Negro-Elkha - stock.adobe.com)

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

auch heute Nacht wurden wieder mehrere Städte in der Ukraine von Russland angegriffen. Die internationale Staatenwelt und Unternehmen reagieren weiter mit Waffenlieferungen, aber auch mit Sanktionen.

Was aus wirtschaftlicher Sicht über Nacht passiert ist:

 

Energieversorgung: Russland liefert weiter Erdgas durch die Ukraine nach Europa. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax bleibt die Auslastung der Pipeline auf hohem Niveau.

Die Europäische Union will die Ukraine an das EU-Stromnetz anschließen. Bisher ist das Land von Russland und Belarus abhängig.

 

Wirtschaft und Industrie: Der BDI und die IG Metall unterstützen „mit Nachdruck“ die Sanktionen gegen Russland. „Diese Sanktionen können auch zu Nachteilen für Deutschland, seine Unternehmen und Beschäftigten führen, die wir gemeinsam mit der Politik so weit wie möglich abfedern müssen“, erklärten der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, und BDI-Präsident Siegfried Russwurm.

Nach BP reagiert auch Shell und beendet die Zusammenarbeit mit Gazprom und steigt aus Nord Stream 2 aus.

 

Sanktionen: Einige Länder haben neue Sanktionen auf den Weg gebracht:

  • Großbritannien will seine Häfen für russische Schiffe sperren.
  • Die EU schränkt weiter die Reisefreiheit russischer Oligarchen ein und sperrt deren Vermögen.
  • Die US-Börsen stoppen den Handel mit Aktien russischer Firmen. Die USA ernennen außerdem zwölf russische Diplomanten zu „unerwünschten Personen“ und weisen sie aus.
  • Kanada stoppt die Rohölimporte aus Russland.

Eine Übersicht zu den Sanktionen gegen Russland gibt es hier.

 

Elon Musk: Nachdem Elon Musk seinen Satelliten-Internetdienst Starlink für die Ukraine freigeschalten hat, sind gestern Nacht die nötigen Empfangsanlagen im Land angekommen. Das Starlink-System soll der Ukraine helfen, sollten die herkömmlichen Telekommunikationsnetze ausfallen.

 

Wir berichten weiter den ganzen Tag über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Alles Wichtige können Sie in unserem Live-Ticker verfolgen.

Heute Abend meldet sich Gabriel Pankow wieder mit einer Zusammenfassung.

 

Kommen Sie gut in den Tag!

Ihre Anja Ringel

Wirtschaftsredakteurin

Russland pumpt weiter Erdgas durch die Ukraine nach Europa

Di, 01.03.2022, 7:22: Russland liefert nach eigenen Angaben weiter Erdgas durch die Transitleitungen in der Ukraine nach Europa. Die Auslastung der Pipeline bleibe auf hohem Niveau, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Daten des russischen Staatskonzerns Gazprom. Demnach sollten am Dienstag 109,3 Millionen Kubikmeter Gas nach Europa geliefert werden, etwas mehr als am Montag.

Im Westen wird befürchtet, dass Russland wegen der beispiellosen Sanktionen gegen das Land nach dem Angriff auf die Ukraine den Gashahn abdrehen könnte. Die Energiegroßmacht hatte hingegen betont, auch in größten Krisen stets zuverlässig geliefert zu haben.

Guten Abend aus der Redaktion liebe Leserinnen und Leser,

nach der russischen Invasion in die Ukraine überschlagen sich die Ereignisse. Nicht nur was die militärischen Entwicklungen betrifft. Auch die wirtschaftlichen Ereignisse überschlagen sich. Die wichtigsten Geschehnisse des Tages haben wir hier für Sie kurz zusammengefasst:

Positiv: Deutsche Unternehmen zeigen Haltung und ziehen sich beispielsweise aus dem russischen Markt zurück, wie es Daimler Trucks und Wisag getan haben. Andere Unternehmen wollen die hilfsbedürftige ukrainische Bevölkerung mit Spenden unterstützen, wie es zum Beispiel Trumpf tut. Darüber hinaus scheinen die Sanktionen bereits ihre Wirkung zu entfalten. "Die wirtschaftliche  Realität hat sich erheblich verändert", gab ein Sprecher des russischen Präsidialamts heute zu.

Doch auch von den deutschen Unternehmen wird Durchhaltevermögen gefragt sein. Denn die neuen Lieferverbote für diverse Güter nach Russland erfassen weite Teile des europäischen Maschinen- und Anlagenbaus, wie der VDMA heute mitteilte. Möglich seien auch noch Gegensanktionen von russischer Seite. "Dennoch bleibt es richtig, die Aggression gegen die Ukraine hart zu sanktionieren", betonte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Thilo Brodtmann. Einen Überblick, welche Sanktionen bereits gegen Russland verhängt wurden, finden Sie hier.

Wie reagiert Russland auf die Sanktionen? Hackerangriffe auf Firmen sind eine reale Gefahr. Unser Kolumnist Siegfried Müller, geschäftsführender Gesellschafter des Mittelständlers MB Connect Line, sieht zwar momentan keine konkreten Anzeichen eines Cyberangriffs, die Gefährdungslage sei aber für deutsche Unternehmen „definitiv nicht zu unterschätzen“. Aus militärischer Sicht seien Cyberattacken mittlerweile zu einem wichtigen Werkzeug avanciert. Mehr Infos zu diesem Thema sowie Tipps, die Unternehmen jetzt direkt umsetzen können, hat Wirtschaftsredakteurin Anja Ringel in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Auch in Sachen Energieversorgung sollten deutsche Unternehmen jetzt umdenken. Experten raten: Die Unternehmen sollten nicht nur darauf hoffen, dass die deutsche Politik zeitnah Mittel und Wege finden wird, die Abhängigkeit von russischem Gas zu beenden. Stattdessen sollten sie auch unter diesen neuen Vorzeichen verstärkt die eigene Dekarbonisierung vorantreiben und Alternativen wie etwa Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zügig in ihre Energieversorgung einbauen.

Bleiben Sie zuversichtlich!

Ihr Gabriel Pankow

Leiter Redaktion Digital der Fachzeitung PRODUKTION

Toyota stoppt nach mutmaßlichem Hackerangriff Produktion

Mo, 28.02.2022, 17:03: Nachdem die Computersysteme eines Zulieferers lahmgelegt wurden, hat der Autobauer seine Fabriken heruntergefahren, wie der 'Spiegel' berichtet. Der Stillstand führt dazu, dass täglich Tausende Neufahrzeuge nicht gebaut werden können. 14 Werke sind betroffen. Als Ursache wird ein Hackerangriff bei Kojima Press Industries vermutet. Ob der mutmaßliche Cyberangriff mit den Sanktionen gegen Russland nach dem Angriff auf die Ukraine zusammenhängt, ist vollkommen unklar.

IT-Sicherheitsbehörden weltweit warnen vor einer zunehmenden Gefahr von Cyberattacken gegen Unternehmen und Behörden, weshalb es naheliegt, einen Zusammenhang des möglichen Angriffs auf Kojima Press Industries mit diesen Warnungen herzustellen. Bislang gibt es aber keine Hinweise, die einen solchen Verdacht erhärten würden.

Satelliten-Störung schränkt Betrieb von Windkraftanlagen ein

Mo, 28.02.2022, 16:56: Eine Störung des Satelliten-Netzwerks KA-SAT schränkt den Betrieb von etlichen tausend Windenergieanlagen in Zentraleuropa ein. Allein beim großen deutschen Windenergieanlagen-Hersteller Enercon seien rund 5.800 Anlagen betroffen.

Die genaue Ursache der Satellitenstörung, die am vergangenen Donnerstag auftrat, ist noch nicht bekannt. Die Kommunikationsdienste fielen aber nahezu zeitgleich mit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine aus. Betroffen sind europaweit rund 30.000 Satellitenterminals, die von unterschiedlichen Branchen genutzt werden.

Angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine und vermehrter Cyberangriffe auf ukrainische Ziele warnten deutsche Sicherheitsbehörden vor Cyberangriffen auch auf deutsche Behörden und Unternehmen. Das BSI sprach am Freitag von einer "erhöhten Bedrohungslage für Deutschland".

Rheinmetall bietet Milliarden-Paket an

Mo, 28.02.2022, 15:58: Der Rheinmetall-Konzern hat der Bundesregierung eine umfassende Lieferung von Rüstungsgütern angeboten. Das Paket könnte unter anderem Munition, Hubschrauber sowie Ketten- und Radpanzer umfassen, sagte Vorstandschef Armin Papperger dem 'Handelsblatt'. Das Angebot hat demnach ein Volumen von 42 Milliarden Euro.

Hintergrund ist die Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) von Sonntag, der Bundeswehr 100 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen.

Laut 'Handelsblatt' haben Vertreter der Bundesregierung bereits in den vergangenen Tagen Gespräche mit Rüstungsfirmen aufgenommen, um die Ausstattung der Bundeswehr zu verbessern.

Wirtschaftsministerium plant Aufbau einer Gasreserve

Mo, 28.02.2022, 15:25: Als Reaktion auf Probleme im Winter und den Ukraine-Krieg plant Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck den Aufbau einer nationalen Gasreserve. Damit soll sichergestellt sein, dass die Gasspeicher immer ausreichend befüllt sind, wie aus Eckpunkten für ein Gesetz hervorgeht. Diese lagen der Deutschen Presse-Agentur am Montag vor. Geplant sind demnach konkrete Vorgaben zu den Füllständen der Speicher.

In dem Papier des Ministeriums heißt es, die Gasspeicher in Deutschland seien für eine Versorgung mit Gas in den Wintermonaten essenziell. Sie könnten in Kälteperioden Nachfragespitzen ausgleichen und so eine gleichmäßige Gasversorgung sicherstellen. Deutschland verfüge über ein Speichervolumen von rund 24 Milliarden Kubikmeter. Das entspreche ungefähr der Hälfte des Gases, das pro Jahr durch die Gasleitung Nord Stream 1 von Russland nach Deutschland transportiert werden könne. Dieses Speichervolumen alleine könne Deutschland 2 bis 3 durchschnittlich kalte Wintermonate mit Gas versorgen.

Vorgaben zu den Füllständen der Speicher gibt es bisher aber nicht. In diesem Winter seien diese historisch niedrig gewesen, heißt es in dem Papier

Schweiz schließt sich EU-Sanktionen an

Mo, 28.02.2022, 15:20: Die Schweiz schließt sich den Sanktionen der Europäischen Union (EU) gegen Russland nach dem Einmarsch des Landes in die Ukraine an. Die Vermögen von gelisteten Personen und Unternehmen seien ab sofort gesperrt, erklärte die Regierung des neutralen Landes am Montag.

Auch die Finanzsanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, Ministerpräsident Michail Mischustin und Außenminister Sergej Lawrow würden mit sofortiger Wirkung vollzogen. Damit reagiere die Schweiz auf die schwerwiegenden Verstöße gegen das Völkerrecht, für die diese Personen verantwortlich seien.

Wie Russland seine Goldreserven aufstockt, zeigt diese Grafik
Ob Russlands Präsidenten Wladimir Putin die Landesfinanzen schon seit geraumer Zeit auf den Kriegsfall vorbereitet, ist nicht bekannt. Ganz sicher aber zeigen die Daten der Zentralbank der Russischen Föderation, dass die Gold- und Devisenreserven des Landes seit geraumer Zeit zunehmen. (Bild: Statista)

Airbus sieht durch Russland-Sanktionen nur wenige Aufträge in Gefahr

Mo, 28.02.2022, 14:55: Flugzeugbauer Airbus muss infolge der Sanktionen gegen Russland nur um eine überschaubare Zahl von Aufträgen fürchten. Die russische Fluggesellschaft Aeroflot habe 22 Großraumjets vom Typ A350 bestellt, von denen acht schon ausgeliefert seien, teilte ein Airbus-Sprecher am Montag auf Anfrage mit. Hinzu kämen etwa 40 Mittelstreckenjets, die von Flugzeugfinanzierern gekauft und nach Russland geliefert werden sollten. Die EU hat wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine den Verkauf von Flugzeugen, Ersatzteilen und Ausrüstungen an russische Luftfahrtunternehmen untersagt.

"Wir beobachten die Situation zusammen mit unseren Partnern, Kunden und Zulieferern genau", erklärte der Airbus-Sprecher. Der Konzern werde sich an alle Sanktionen und Gesetze halten, sobald sie in Kraft seien. Dabei sei es noch zu früh, um mögliche Folgen der Sanktionen für die Luftfahrtindustrie im Detail zu kommentieren.

Maschinenbauer: Sanktionen erfassen weite Teile des Geschäfts

Mo, 28.02.2022, 14:43: Deutschlands Maschinenbauer befürchten spürbare Auswirkungen für ihr Geschäft infolge der Wirtschaftssanktionen gegen Russland. "Die neuen Lieferverbote für diverse Güter nach Russland erfassen weite Teile des europäischen Maschinen- und Anlagenbaus", fasste der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Thilo Brodtmann, am Montag zusammen.

"Sie betreffen Exporte im Volumen von mehreren hundert Millionen Euro. Es gilt nun, die Sanktionsbedingungen und deren Auswirkungen im Detail zu analysieren." Möglich seien auch noch Gegensanktionen von russischer Seite. "Dennoch bleibt es richtig, die Aggression gegen die Ukraine hart zu sanktionieren", betonte Brodtmann in Frankfurt.

Russland ist ein nicht unwichtiger Markt für die exportorientierten deutschen Maschinenbauer. Das Land rangierte im vergangenen Jahr auf Platz 9 der wichtigsten Abnehmerländer. Maschinen und Anlagen "Made in Germany" im Wert von knapp 5,5 Milliarden Euro gingen in die Russische Föderation. Wichtigste Absatzregion für die mittelständisch geprägte Branche sind allerdings mit weitem Abstand die Länder der Europäischen Union mit gut 78,5 Milliarden Euro Exportvolumen. Das sind fast 44 Prozent der gesamten deutschen Maschinenausfuhren.

Russland sperrt Luftraum für Deutschland und 35 weitere Staaten

Mo, 28.02.2022, 14:29: Als Reaktion auf die Luftraumsperrungen mehrerer Staaten für russische Maschinen dürfen künftig Flugzeuge aus Deutschland und 35 weiteren Staaten nicht mehr über Russland fliegen. Das teilte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija mit. Ausnahmen könne es mit einer Sondergenehmigung etwa des russischen Außenministeriums geben.

Firmen stoppen die Geschäftsbeziehungen mit Russland

Mo, 28.02.2022, 14:20: Viele deutsche Unternehmen sind auch in Russland aktiv. Einige stoppen ihre Geschäftsbeziehungen nun jedoch aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine. Die Übersicht von PRODUKTION-Wirtschaftsredakteurin Anja Ringel können Sie hier lesen.

Energieversorgung: Wie können Unternehmen aktuell reagieren?

Mo, 28.02.2022, 14:15: Die Energiepreise steigen weiter und russische Gaslieferungen geraten ins Wanken. Wie hoch die Gefahr eines Lieferstopps ist und was Unternehmen jetzt tun können, hat PRODUKTION-Redakteur Dietmar Poll in diesem Artikel zusammengefasst.

NRW-Minister Pinkwart: Atomausstieg "dringend" prüfen

Mo, 28.02.2022, 14:14: Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Energieminister Andreas Pinkwart (FDP) hat die Überprüfung des Kohle- und Atomausstiegs gefordert. "Es müssen alle Optionen auf den Tisch", sagte Pinkwart am Montag nach einer Sondersitzung mit seinen Länderkollegen. Angesichts der unklaren Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine für die Energieversorgung in Deutschland sollte "dringend geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen die Atomkraftwerke in Deutschland befristet über das Jahr 2022 hinaus in Betrieb bleiben können", heißt es in einem Acht-Punkte-Papier, das Pinkwart vorlegte. Aufgrund der Krise in Osteuropa müsse mit Lieferausfällen bei fossilen Energieträgern gerechnet werden, "die sich erheblich auf die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa auswirken können". Der FDP-Politiker ist derzeit Vorsitzender der Wirtschaftsministerkonferenz. Es dürfe "keine Denkverbote und Tabus" geben.

Vize-SPD-Chef Kutschaty: Nicht am Kohleausstieg rütteln

Mo, 28.02.2022, 14:01: Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Thomas Kutschaty hat sich strikt dagegen ausgesprochen, infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine an den Plänen für den Kohleausstieg zu rütteln. Eine Überprüfung des Kohleausstiegs führe "in die falsche Richtung und würde im schlechtesten Fall nur einen gesellschaftlichen Konflikt neu entfachen, den wir bereits in einem breiten gesellschaftlichen Konsens befriedet haben", sagte der nordrhein-westfälische SPD-Landeschef am Montag in Brüssel. "In dieser Zeit ist kaum etwas auszuschließen, aber ein Ausstieg aus dem Ausstieg wäre ein großer Schritt zurück." Kutschaty hatte in Brüssel den Vize-Präsidenten der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, getroffen.

Wie diese Statista-Grafik zeigt, ist der Anteil der Exporte Russlands nach Deutschland höher: er liegt bei 6,6 Prozent an den gesamten russischen Exporten des Jahres 2019. Außerhalb der Europäischen Union war Russland für Deutschland zuletzt der viertwichtigste Importpartner sowie der fünftwichtigste Abnehmer deutscher Waren.
Wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts zeigt, hat sich der Handel zwischen beiden Ländern gegenüber dem Beginn des Jahrtausends intensiviert, hierbei spielen die Energiepreise eine große Rolle. Insgesamt liegt der Anteil Russlands am deutschen Außenhandel bei 2,3 Prozent. (Bild: Statista)

Deutsche Bank: Neues Infoportal zu Ukraine-Krieg für Unternehmen

Mo, 28.02.2022, 13:32: Die Deutsche Bank bietet Unternehmenskunden in einem eigenen Internetportal gebündelt Informationen zu wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Die Webseite beschäftige sich unter anderem damit, welche Auswirkungen Sanktionen auf das Tagesgeschäft haben oder was sich im internationalen Zahlungsverkehr durch die Maßnahmen der westlichen Allianz ändere, teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Montag in Frankfurt mit. Die Inhalte will die Bank kontinuierlich aktualisieren. Die Seite ist den Angaben zufolge zunächst auf Deutsch verfügbar, ein Angebot auf Englisch soll es in den nächsten Tagen geben.

Tornado-Nachfolger, Transporthubschrauber und Co.: Diese Rüstungsprojekte plant Deutschland

Mo, 28.02.2022, 13:22: Aus dem von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigten Sondervermögen für die Bundeswehr sollen einem Bericht zufolge 15 Milliarden Euro in die Nachfolge der Tornado-Flotte der Luftwaffe fließen. Für neue schwere Transporthubschrauber werden fünf Milliarden eingeplant, die Weiterentwicklung des Eurofighters soll mit zusätzlichen 2,5 Milliarden geplant werden, wie das Portal 'The Pioneer' unter Berufung auf eine interne Liste des Verteidigungsministeriums berichtete.

Welche Unternehmen weltweit den größten Umsatz mit Rüstungsgütern machen, lesen Sie in diesem Artikel.

Sanktionen gegen Belarus diese Woche

Mo, 28.02.2022, 13:12: Die EU will laut einms hochrangigen Vertreters noch diese Woche neue Sanktionen gegen Belarus verhängen. Das Paket werde vermutlich am Montag oder Dienstag vorgestellt, sagt der Insider. Es richte sich gegen die Exportwirtschaft, Oligarchen, die Zentralbank und sehe zudem einen Swift-Ausschluss der belarussischen Banken vor. Vorbild seien die Strafmaßnahmen gegen Russland.

Putin beraumt Krisentreffen wegen Sanktionen ein

Mo, 28.02.2022, 13:08: Das russische Präsidialamt hat eingeräumt, dass die verschärften westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Invasion ihre Spuren hinterlassen. "Die wirtschaftliche Realität hat sich erheblich verändert", sagte Sprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau vor Reportern. "Das sind schwere Sanktionen, sie sind problematisch. Aber Russland hat das Potenzial, den Schaden zu kompensieren." Russland habe schon lange Pläne in der Schublade, um auf alle möglichen Sanktionen antworten zu können. "Es gibt Reaktionspläne, sie wurden entwickelt und werden umgesetzt, sobald Probleme auftauchen", sagte Peskow.

Präsident Wladimir Putin hat ein Krisentreffen anberaumt, bei dem es um die wirtschaftliche Lage gehen soll. Daran sollen Zentralbankchefin Elvira Nabiullina, Finanzminister Anton Siluanow und der Vorstandsvorsitzende der Großbank Sberbank, German Gref, teilnehmen.

Daimler Truck stellt geschäftliche Aktivitäten in Russland ein

Mo, 28.02.2022, 12:54: Der weltgrößte Lastwagenbauer Daimler Truck hat wegen des Ukraine-Krieges alle geschäftlichen Aktivitäten in Russland vorerst eingestellt. "Wir stehen als Unternehmen für eine friedliche globale Zusammenarbeit und lehnen jede Form vom militärischer Gewalt kategorisch ab", sagte ein Sprecher des Unternehmens in Stuttgart. Das 'Handelsblatt' (Montag) hatte zuvor berichtet, dass Daimler Truck die Kooperation mit dem russischen Panzerwagenhersteller Kamaz gestoppt hat.

Daimler Truck kooperiert nach eigenen Angaben seit 2012 mit dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz, den es mit Teilen für zivile Fahrzeuge beliefert. Diese Lieferungen seien nun eingestellt worden. "Wir haben mit militärischen Fahrzeugen von Kamaz nie etwas zu tun gehabt", unterstrich der Sprecher. Er fügte hinzu: "Wir sind bestürzt über die militärische Gewalt in der Ukraine, das Leid der Bevölkerung und sind sehr besorgt um den Frieden in Europa."

Krieg in der Ukraine macht Luftfracht noch teurer

Mo, 28.02.2022, 12:48: Der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die damit verbundenen Einschränkungen des Luftverkehrs haben unmittelbare Folgen auf die Lieferketten. In der Luftfracht fallen die aus dem EU-Luftraum verbannten russischen Gesellschaften aus, während die westlichen Airlines den Luftraum über dem größten Staat der Erde nicht mehr nutzen können. Flüge aus Mitteleuropa nach Japan, Korea und China verlängern sich teils um mehrere Stunden und können bis zu 20 Prozent weniger Fracht mitnehmen, wie die Lufthansa Cargo berichtet hat.

"Die Wege nach Asien werden länger, die Kerosinkosten steigen und die Kapazitäten sinken", sagt der Frankfurter Fracht-Experte Joachim von Winning - zumal die Zulademöglichkeiten in Passagierjets trotz abflauender Corona-Krise absehbar nicht so schnell ausgeweitet werden wie es zu Friedenszeiten zu erwarten gewesen wäre. Die direkte Folge ist klar: Die ohnehin schon sehr hohen Frachtraten werden auch angesichts der weiterhin bestehenden Probleme bei der Seefracht noch weiter steigen. Profitieren werden vor allem Gesellschaften, die Vollfrachter anbieten können.

Wegen Ukraine-Krieg: Trumpf-Chefin wendet sich an Mitarbeiter

Mo, 28.02.2022, 11:59: Infolge des Krieges in der Ukraine wendet sich Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller in einem Linkedin-Statement an ihre Mitarbeiter. Überdies hat der Trumpf Vorstand am Wochenende beschlossen, eine Sofortspende für die hilfebedürftigen Menschen aus der Ukraine auf den Weg zu bringen.

Russland setzt Gaslieferungen nach Europa fort

Mo, 28.02.2022, 11:17: Russland pumpt nach eigenen Angaben weiter Erdgas durch die Transitleitungen in der Ukraine nach Europa. Die Auslastung der Leitung bleibe unverändert auf hohem Niveau, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Daten des russischen Staatskonzerns Gazprom am Montag. Demnach sollten am Montag 105,8 Millionen Kubikmeter Gas nach Europa geliefert werden.

Im Westen wird befürchtet, dass Russland wegen der beispiellosen Sanktionen gegen das Land nach dem Angriff auf die Ukraine den Gashahn abdrehen könnte. Die Energiegroßmacht hatte hingegen betont, auch in größten Krisen stets zuverlässig geliefert zu haben.

Rüstungswerte schnellen hoch

Mo, 28.02.2022, 11:14: Die Aussicht auf milliardenschwere Bestellungen hat den Aktien von Rüstungsunternehmen am Montag in einem wegen des Ukraine-Kriegs schwachen Markt Rückenwind verliehen. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine will Deutschland die Bundeswehr massiv aufrüsten. Über ein Sondervermögen soll sie 100 Milliarden Euro erhalten.

Die Aktien von Rheinmetall schnellten an der Spitze des Index der mittelgroßen Werte um rund ein Viertel auf 133,50 Euro nach oben. Für die Aktien des Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt ging es um fast die Hälfte auf 21,75 Euro hoch.

Thyssenkrupp-Papiere waren ebenfalls gefragt mit einem Plus von gut 8 Prozent. An der Londoner Börse legten BAE Systems um knapp 14 Prozent zu. In Paris verteuerten sich Thales um 13 Prozent.

Eine Übersicht über die wichtigsten deutschen Rüstungsunternehmen finden Sie hier.

Töchtern der russischen Sberbank droht die Pleite

Mo, 28.02.2022, 10:05: Die EZB-Bankenaufsicht hält die Überlebensfähigkeit der europäischen Töchter der russischen Sberbank wegen der Auswirkungen der Finanzsanktionen für stark gefährdet. Die Europäische Zentralbank sei zur Beurteilung gelangt, dass die Sberbank Europe AG mit Hauptsitz in Wien sowie ihre beiden Tochtergesellschaften in der Bankenunion, die Sberbank d.d. in Kroatien und die Sberbank banka d.d. in Slowenien, "ausfallen oder wahrscheinlich ausfallen" werden, teilte die EZB in der Nacht zum Montag mit. Mit dieser Formulierung kennzeichnet die EZB-Bankenaufsicht Institute, die aus ihrer Sicht nicht mehr existenzfähig sind.

Wisag stoppt Geschäfte mit Russland

Mo, 28. Feb. 2022, 09:59: Das Dienstleistungsunternehmen Wisag hat beschlossen, konzernweit sämtliche Geschäfte mit russischen Kunden sofort und bis auf Weiteres einzufrieren. Mehr dazu lesen Sie auf unserem Schwesterportal INSTANDHALTUNG.

Was bedeutet der Swift-Ausschuss konkret?

Mo, 28.02.2022, 09:58: Nach einigem Zögern werden russische Banken jetzt doch aus dem internationalen System Swift ausgeschlossen. Der Schritt gilt als "Atombombe" unter den Sanktionen. Aber was bedeutet er konkret? Alles Wichtige gibt es hier: Swift-Ausschluss: Die wichtigsten Daten und Fakten

Materialmangel hoch - Verschärfung durch Ukraine-Krieg befürchtet

Mo, 28.02.2022, 8:40: Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich im Februar wieder verschärft. Besonders die Autoindustrie und der Maschinenbau sind betroffen - und diese Branchen könnten in Folge des Ukraine-Kriegs noch größere Probleme bekommen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, verwies auf Rohstoffe wie Palladium, das für Autokatalysatoren benötigt wird. Hier sei Russland hinter Südafrika die Nummer 2 auf dem Weltmarkt. "Wenn das nicht mehr aus Russland geliefert werden kann, drohen in einzelnen Wirtschaftssektoren massive Störungen. Dann entsteht tatsächlich die Gefahr, dass es zu Lieferverzögerungen bei Autos kommen kann", sagte Adrian den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

DIHK-Präsident Adrian betonte, Russland werde wohl versuchen, sich von Sanktionen des Westens betroffene Produkte nun aus China zu beschaffen. Dies könnte dann Einfluss auf die deutschen Handelsbeziehungen mit China haben.

Schwesig: Stiftung für Nord-Stream-Bau soll aufgelöst werden

Mo, 28.02.2022, 8:28: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat angekündigt, dass die für den Bau der Pipeline Nord Stream 2 gegründete Landes-Stiftung aufgelöst werden soll. "Ich habe den Vorstand der Stiftung gebeten, die Arbeit der Stiftung ruhen zu lassen und im Rahmen der engen rechtlichen Möglichkeiten eine Auflösung der Stiftung auf den Weg zu bringen", schrieb sie am Montagmorgen auf Twitter. Es soll zudem geprüft werden, "ob es rechtlich möglich ist, die von Nord Stream zur Verfügung gestellten Stiftungsgelder für humanitäre Zwecke einzusetzen".

Zuletzt hatte Schwesig sich immer wieder vehement für die Fertigstellung und rasche Inbetriebnahme der Gasleitung durch die Ostsee eingesetzt und zur Unterstützung des Pipeline-Baus eine heftig umstrittene Landes-Stiftung gegründet. Diese Klima- und Umweltstiftung wird vor allem vom russischen Staatskonzern Gazprom finanziert.

Ölpreise ziehen an - Brent steigt wieder über die 100-Dollar-Marke

Mo, 28.02.2022, 6:19: Die Ölpreise haben am Montag nach einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs wieder kräftig angezogen. So kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent wieder über die Marke von 100 Dollar, nachdem er am Freitag unter diesen Wert gefallen war. Zuletzt kostete ein Barrel der Sorte Brent 103,15 Dollar und damit 5,22 Dollar oder rund fünf Prozent mehr als am Freitag.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um knapp sechs Prozent auf 97,08 Dollar. Am Freitag waren die Preise für Öl wegen der vagen Hoffnung auf Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine etwas unter Druck geraten, nachdem sie am Donnerstag infolge des russischen Angriffs auf Mehrjahreshochs geklettert waren.

In der Nacht zum Montag haben sich Russlands Invasionstruppen in der Ukraine schwere Gefechte mit den Verteidigern geliefert. Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums wird der Vormarsch der Russen von heftiger Gegenwehr gebremst. Die Europäische Union setzte unterdessen ihre schwerwiegenden Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft.

Ukraine-Krieg und hohe Energiepreise halten den Dax in Schach

Mo, 28.02.2022, 5:45: Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat den weltweiten Börsen einen schweren Schlag versetzt. Von Panik ist zwar nichts zu bemerken, die Nervosität ist aber groß. So stieg der VDax als Gradmesser für die Verunsicherung von Anlegern am Tag der Invasion Russlands in die Ukraine auf den höchsten Stand seit Oktober 2020. Verlässliche Prognosen für die kommenden Wochen kommen derzeit dem Lesen von Kaffeesatz gleich.

Scholz will raschen Bau von LNG-Terminals

So, 27.02.2022, 17:15: Die Energieversorgung Deutschlands soll als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine unabhängiger von russischem Erdgas werden - auch mit eigenen Terminals für Flüssigerdgas (LNG). Bundeskanzler Olaf Scholz sagte am Sonntag bei einer Sondersitzung des Bundestags, die Bundesregierung habe die Entscheidung getroffen, zwei LNG-Aufnahmestellen in Brunsbüttel und Wilhelmshaven an der Nordsee schnell zu bauen. "Wir werden umsteuern, um unsere Importabhängigkeit von einzelnen Energielieferanten zu überwinden."

IfW-Experte warnt vor "Vergeltungsreflex" bei Russland-Sanktionen

So, 27.02.2022, 11:41: In der Diskussion über den Ausschluss Russlands vom internationalen Finanzkommunikationssystem Swift hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) vor einem "Vergeltungsreflex" gewarnt. Kurzfristig würde ein mit der Swift-Blockade ausgelöster Lieferstopp für Gas dem Westen mehr schaden als Russland, erklärte IfW-Vizepräsident und Konjunkturchef Stefan Kooths am Sonntag. Langfristig sei es umgekehrt. "Realpolitisch zählt für Sanktionen daher das Timing, nicht der rasche Vergeltungsreflex, so populär er augenblicklich auch sein mag."

Quellen: u.a. dpa, Linkedin, Twitter, Statista, Pressemitteilungen

Guten Morgen aus der Wirtschaftsredaktion liebe Leserinnen und Leser,

Ukrainer, die gemeinsam Molotov-Cocktails bauen, ausländische Soldaten, die auf Twitter Tipps geben, wie man Panzer aufhalten kann. Hunderttausende Menschen, die weltweit gegen den russischen Angriff auf die Ukraine demonstrieren. Der Ukraine-Krieg hat die Welt verändert.

Wir als Fachzeitung für die Industrie beschäftigen uns neben den politischen Auswirkungen auch mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des russischen Angriffs und analysieren für Sie, welche Folgen der Krieg für die deutsche Wirtschaft hat.

Über das Wochenende ist dabei einiges passiert – ein Überblick:

Direkte Folgen hat der Ukraine-Krieg schon jetzt auf Volkswagen. Weil Material und Elektrokabelsätze fehlen, die in der Ukraine hergestellt werden, schickt der Autobauer seine Mitarbeitenden in Zwickau und Dresden in Kurzarbeit. In Zwickau sollen von Dienstag bis Freitag und in Dresden von Mittwoch bis Freitag die Bänder ruhen.

Der Chef von VW-Konkurrent Tesla, Elon Musk, unterstützt währenddessen die Ukraine direkt. Auf Bitte des ukrainischen Ministers für Digitales, Mychailo Fedorow, aktivierte Musk den Satelliteninternetdienst Starlink seines Unternehmens SpaceX. So soll sichergestellt werden, dass die Ukraine trotz der russischen Angriffe weiter Internet hat.

Bisher ist der Ausbau von erneuerbaren Energien nicht in dem Tempo verlaufen, wie es sich der ein oder andere gewünscht hat. Das könnte sich jetzt ändern. „Erneuerbare Energien leisten nämlich nicht nur einen Beitrag zur Energiesicherheit und Versorgung“, sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) gestern bei einer Sondersitzung des Bundestags. „Erneuerbare Energien lösen uns von Abhängigkeiten. Erneuerbare Energien sind deshalb Freiheitsenergien.“

Während des Wochenendes hat die EU außerdem die Sanktionen gegen Russland noch einmal verschärft. Das Sanktionspaket wird nicht nur Folgen für Russland haben, sondern auch für die deutsche Wirtschaft. Der deutsch-russische Handel könnte nahezu zum Erliegen kommen, hieß es am Sonntag aus Wirtschaftskreisen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Hauptgrund sei vor allem der Ausschluss russischer Banken aus Swift. Es könnte für deutsche Firmen schwierig oder gar unmöglich werden, Rechnungen russischer Lieferanten zu bezahlen.

Für die deutsche Rüstungsindustrie könnte es demnächst viel Geld zu verdienen geben: Denn die Bundeswehr soll 100 Milliarden Euro als Sondervermögen für Investitionen und Rüstungsvorhaben erhalten.

Natürlich werden wir auch weiterhin die Geschehnisse für Sie beobachten, analysieren und kommentieren.

Kommen Sie trotz der Ereignisse gut in die Woche!

Ihre

Anja Ringel

Wirtschaftsredakteurin

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