Zwei Mitarbeiter in einer Fabrik

Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage von jedem zweiten Unternehmen als gut bewertet. (Bild: Me studio - stock.adobe.com)

Die Lage in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie ist stabil, aber weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Während sich der Materialmangel etwas entspannt, sind die Preise bei Vorprodukten, Logistik, Rohstoffen und Energie unverändert hoch. Zudem schwächt sich die Auftragslage ab. Das wirkt sich negativ auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen aus.

„Hohe Kosten, eine gefährdete Versorgungssicherheit mit Energie, die sich abkühlende Weltkonjunktur und vielfältige geopolitische Risiken verunsichern und belasten unsere Unternehmen", sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände Bayme VBM zur aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen. „Zeitgleich entwickelt sich der Arbeits- und Fachkräftemangel zur Belastungsprobe und zum Wachstumshemmnis für unsere Industrie. Für die kommenden Monate hoffen wir, dass die Gas- und Strompreisbremse ihre entlastende Wirkung für die Unternehmen entfaltet. Andernfalls würde dies zu einer konjunkturellen Talfahrt führen."

Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage von jedem zweiten Unternehmen als gut bewertet. Die Salden haben sich seit Sommer positiv entwickelt und liegen für das Inlandsgeschäft bei +40,1 Punkten und im Auslandgeschäft bei +63,0 Punkten. Die Erwartungen für das kommende Jahr sind hingegen weiterhin im negativen Bereich. Für das Inlandsgeschäft liegen sie bei -13,3 Punkten und für das Auslandsgeschäft bei -11,0 Punkten.

Rohstoffmangel ist das Hauptproblem

Kernproblem der Unternehmen bleibt laut Umfrage der Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. Knapp die Hälfte der Unternehmen leidet unter mittelmäßigen bis starken Beeinträchtigungen durch den Materialmangel. Praktisch alle haben mit verspäteten Lieferungen zu kämpfen. „Die Produktion wird im Jahresdurchschnitt 2022 um drei Prozent unter dem Vorjahr liegen. Die Produktionspläne sind stabil. Wir erwarten eine Erholung ab dem Frühjahr 2023, die sich im Herbst 2023 verlangsamen wird. Im Jahresdurchschnitt 2023 wird die Produktion auf dem Niveau von 2022 liegen“, prognostiziert Brossardt.

Bei den Investitionsplänen sind die M+E Unternehmen zurückhaltender: Nur 28 Prozent wollen die Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen. „Davon entfallen aber 23 Prozent auf Erweiterungen. Unser Standort hat durch den Krisen-Cocktail an Attraktivität eingebüßt. Um dauerhaft für Investitionen interessant zu bleiben, müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden“, findet Brossardt und ergänzt: „Sorge bereiten hohe Arbeitskosten, Steuern und Abgaben sowie Bürokratiemonster wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.“

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Frau schaut sich Dossier Kritische Rohstoffe auf einem Tablet PC an
(Bild: mi connect)

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Knappes Viertel befürchtet kritische Ertragslage

Die Ertragslage der Unternehmen hat sich gegenüber der Umfrage im Sommer verbessert. Ein knappes Viertel der Unternehmen befürchtet für das Jahr 2022 eine kritische Ertragslage: Neun Prozent rechnen mit Verlusten, weitere sechs Prozent erwarten eine schwarze Null und gut acht Prozent gehen von einer Nettoumsatzrendite von unter zwei Prozent aus. „Das ist noch keine Entwarnung, aber eine Verbesserung. Zudem gehen 59 Prozent der Unternehmen von einer Nettoumsatzrendite von über vier Prozent aus. Das lässt etwas Spielraum, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im kommenden Jahr verschlechtern sollten“, so Brossardt.

Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen sind unter Berücksichtigung des massiven Arbeits- und Fachkräftemangels expansiv. Gegenüber der Sommerumfrage haben sich die Pläne etwas reduziert. „Bis September haben die bayerischen M+E Unternehmen mehr als 11.000 Stellen geschaffen. Bis zum Jahresende kommen noch 4.000 hinzu. Im kommenden Jahr erwarten wir einen Anstieg der Beschäftigung um rund 10.000 Stellen auf dann 872.000 Personen zum Jahresende 2023. Das liegt nur noch knapp unter dem Höchststand vom Herbst 2018“, berichtet Brossardt und fügt hinzu: „Um langfristig den Bedarf zu decken, brauchen wir eine erleichterte Zuwanderung von Fachkräften und begrüßen die aktuellen Entwicklungen bei der gesetzlichen Anpassung der Fachkräftezuwanderung.“

Quelle: Bayme VBM

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