| von Simon Dempf, Karoline Kopp

Der neue World Robotics Report der der International Federation of Robotics (IFR) zeigt einen globalen Rekordverkaufswert von 16,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Weltweit wurden 422.000 Einheiten ausgeliefert (2018) – ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. IFR prognostiziert für 2019 eine Wachstumspause auf dem Rekordniveau von 2018, erwartet aber von 2020 bis 2022 ein durchschnittliches Wachstum von 12 Prozent pro Jahr.

„Wir haben 2018 eine dynamische Entwicklung mit neuem Umsatzrekord gesehen, auch wenn die Haupt-Roboterkunden - die Automobil- und Elektronikindustrie - ein schwieriges Jahr hatten", sagt Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics. „Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bringt Unsicherheit für die Weltwirtschaft mit sich - die Kunden neigen dazu, Investitionen zu verschieben.

So ist es bemerkenswert, dass die Marke von 400.000 Roboterinstallationen pro Jahr weltweit überschritten wurde. Der längerfristige Ausblick zeigt, dass der anhaltende Automatisierungstrend und die weiteren technischen Verbesserungen zu einem zweistelligen Wachstum führen werden - mit schätzungsweise rund 584.000 Einheiten im Jahr 2022."

Grafik über die Roboterdichte Statista
Die Roboterdichte in der Fertigungsindustrie. - Quelle: Statista_com

Robotereinsatz aufgeschlüsselt nach Branchen

Die Automobilindustrie ist nach wie vor der weltweit größte Anwender von Robotern mit einem Anteil von fast 30 Prozent am Gesamtangebot (2018). Nach einem sehr starken Jahr 2017 mit einem Anstieg der Installationen um 21 Prozent wurde dieses Niveau gehalten und 2018 leicht um 2 Prozent erhöht. Investitionen in neue Automobilproduktionskapazitäten und in die Modernisierung haben die Roboter-Nachfrage beflügelt.

Der Einsatz neuer Materialien, die Entwicklung energieeffizienter Antriebssysteme und der starke Wettbewerb auf allen wichtigen Automobilmärkten führten zu Investitionen. 79 Prozent der Installationen von Industrierobotern fanden dabei in 5 Schlüsselmärkten statt: China (39.351 Einheiten), Japan (17.346 Einheiten), Deutschland (15.673 Einheiten), die Vereinigten Staaten (15.246 Einheiten) und die Republik Korea (11.034 Einheiten).

Interessant: Indien, nach der OICA-Produktionsstatistik viertgrößtes Fahrzeugherstellerland der Welt, hat nur knapp 2.100 Industrieroboter in seiner Automobilindustrie installiert.

Die Elektro- und Elektronikindustrie stand kurz davor, die Automobilindustrie als wichtigsten Kunden für Industrieroboter im Jahr 2017 zu ersetzen. Im Jahr 2018 ging die weltweite Nachfrage nach elektronischen Geräten und Komponenten jedoch deutlich zurück.

Diese Branche ist wahrscheinlich am stärksten von der Handelskrise zwischen den USA und China betroffen, da die asiatischen Länder bei der Herstellung elektronischer Produkte und Komponenten führend sind.

Roboterinstallationen in dieser Branche sanken um 14 Prozent von ihrem Höchststand mit rund 122.000 Einheiten im Jahr 2017 auf 105.000 Einheiten im Jahr 2018. 79 Prozent der gesamten Installationen in der Elektro- und Elektronikindustrie wurden in drei Ländern mit großen Produktionsstätten installiert: China (43 Prozent), Republik Korea (19 Prozent), Japan (17 Prozent). Vietnam verzeichnete 2017 einen einmaligen Anstieg der Installationen, der von einigen Großprojekten (7.080 Einheiten) getragen wurde, aber 2018 (689 Einheiten) zurückging.

Die Metallindustrie und der Maschinenbau etablierten sich als drittgrößte Kundenindustrie.

Im Jahr 2018 machten Installationen 10 Prozent der Gesamtnachfrage aus. Sowohl Hersteller von Metallprodukten (ohne Automobilteile) als auch Hersteller von Industriemaschinen haben in den letzten Jahren erheblich in Roboter investiert. Die Installationen stiegen 2018 auf rund 43.500 Einheiten.

Das ist ein Prozent weniger als im Rekordjahr 2017 (44.191 Einheiten). Die Metallindustrie war die größte Abnehmerindustrie in Finnland (44 Prozent), Schweden (42 Prozent), der Schweiz (40 Prozent), Belgien (30 Prozent), Österreich (27 Prozent), Italien (26 Prozent) und Dänemark (21 Prozent).

Automatisierungsquote: Wo arbeiten die meisten Roboter?

Global betrachtet arbeiten im Schnitt 74 Roboter pro 10.000 Mitarbeiter in der Fertigungsindustrie. Das gab die International Federation of Robotics (IFR) in der jüngsten Statistik bekannt. Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wie die Roboterdichte laut IFR weltweit verteilt ist.

Wie sieht der Markt für Cobots aus?

World Robotics 2019 analysiert erstmals den Markt für kollaborative Industrieroboter (Cobots). Diese Roboter sind so konzipiert, dass sie Aufgaben im gleichen Arbeitsbereich wie menschliche Arbeiter ausführen können. Die IFR-Definition besagt, dass ein Cobot notwendigerweise ein Industrieroboter im Sinne der ISO 8372:2012 ist.

Trotz der sehr starken medialen Aufmerksamkeit für diese Roboter ist die Anzahl der installierten Einheiten mit einem Anteil von nur 3,24 Prozent immer noch sehr gering. Im Jahr 2018 waren das weniger als 14.000 von mehr als 422.000 installierten Industrierobotern. Im Vorjahr waren es rund 11.100 Cobot-Einheiten. Von 2017 bis 2018 stiegen die jährlichen Installationen von Cobots um 23 Prozent.

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